Ausgabe 
30.5.1928
 
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Aus der Wett -es Films.

Bummel um einen Film.

Aon Felif Ponten

Verschreibe dich einen Tag lang Dem Stirn, tritt am frühen Morgen in die mächtigen Film- Hallen von 3obonniStbal. wenn eine matte Sonne aus ihrem Oberlicht liegt, rüste dich dazu mit allem Skeptizismus, den man an eine werdende und überall entgleisende Erscheinung heranbringt.

men verläßt sie am Abend, wenn daS Sonnen- rot einen bleichen Himmel purpurn färbt, doch immer ergriffen von dem Zauber dieser selt­samen Welt, ihrem unzerlegbaren Gemisch von Falsch und Echt, der unbeschreiblichen Zeitver­geudung, die hier getrieben, dem unendlich Wie­derholten, das hier lautlos und mit verbittenem Chlor unternommen wird. Denn welcher Re- «illcur, Schauspieler, Operateur. Filmarchitekt änbe so hoch, dah er sich vom urteil eines ganzen Volke- die Mangrihasttakeit seiner Lei­stung bescheinigen liehe? Welche S$eno geriet so gut, daß sie nicht noch besser aespielt werden tftnnte? Unb darum, welche- ist da- Wesen de- Filmatelier-? Der Anlauf, der unendliche müherolle Anlaus, noch einmal, noch einmal und noch einmal; immer wieder AufnahmeI" und !n dem beihenden Scheine de- überwirttichkeit-- Hellen Lichts beginnt da- stumme Bingen zweier Menschen noch einmal, und immer wieder _Ab- blenden!" und e- ist nicht- gewesen, und wieder warten und Proben und noch einmal. Wenn nachher da- Drama läuft, sagt man wohl, dieser Film habe .Tempo" und diese- Tempo sei daS .Tempo unterer Zeit", die keine Zeit habe. Was aber bedeutet Zeil bei der Ausnahme? Drei Stunden Proben für drei Sekunden Film!

Hier wird der Film .Alraune" nach dem Boman von Hann- Heinz Ewer - gedreht. Paul Wegener, der ten Brink de- Manuskripts aus ibn und aus Brigitte Helm, den Star aus Metropolis" ist da- Drama ganz zugeschnitten kann sich freuen, er ist diesem Anlauswefen für einen ganzen Tag nun entronnen; er teilt Händedrücke aus und verläßt den Zirkus. Keiner, auftcr dem Manuskriptfchrerber diese- Films, weih, wie in die .Alraune" ein Zirkus hinein- eskamotiert worden ist. Aber der Zirkus ist da mit allen Echtheiten seiner dürftigen Wander­romantik, er ist hier aufgebaut, in seine Teile »erlegt unb nebeneinandergestellt, der gewaltige ilmrih feine- Zeltts r.igt kwch bis unter die Scheiben des Oberlichts, die Wagen deS fahren­den Boltes sind vorhanden. eS sind echte und rechte Zirfuswagen, und für ihre Unverfälscht- heit garantiert die Wandermenaaerie Schneider, der sie entlehnt sind. O Miscyung von Echt und Falsch! Auch diese Manegendiener hat Zir- kuS Schneider gestellt, sie sind echt wie nur je Zirkusleute waren, aber heute sind sie ge­schminkt; auch jene Gcke mit Akrobatengerümpel und Bariet^roquisiten ist so echt wie nur eine, aber der Architekt Han- Bei mann (einer, der die berühmtenCaligari'-Aufnahmen künstlerisch verwaltete) hat sie ..gestellt" auf dah ihr Stil­losen zu einem Symbol dieser fahrenden Leute würde, lind sieh jenen Trikotatrobaten, der arte« Typische seine- Berufe- an sich trägt. der ist nun ans der Filmbörse gemietet Sie stehen unb hocken hier alle umher, rauchend und gleich­gültig. die Zirku-musikanten. die Schulreiterinnen, btt Mädchen in Flitterkleidern, ein Stallmeister, ein Dompteur, Zirkusrolk. Sie warten. Wir warten. Alto warten in diesem Hause de- immer wieder vorbereiteten Anlauf-.

Warten, warten", lacht auch der Regiffenr Henrik Da le en zur Begrüßung. Er steht breit und ruhevoll inmitten seiner Zirku-leute. Siehe, in gelbem phantastischem Zirkusanzug. Brigitte Helm, die Heldin dieses Filmtages, gelassen an dem Gitter eines Löwenzwingers lehnend, wie er in den Manegen aufgebaut wird. Auch Lkwen? 3a. Brigitte-AIraune wird heute in den Löwenfäsig gehen, zu den Bestien. Dieser Film will es so. Sie hat keine Angst und lächelt. Die Gruppe ist von dem grünlichen Licht einer Böhrtnlampe übergossen, die Gelichter sehen fahl und abgezehrt au-.

Der Wellkriegssilm, zweiter Teil.

Lichtspielhaus Bahnhofstraße.

Der Tragödie zweiter Teil. DesBolkes Not. Die Ereignisse der Jahre 1916 und 1917 mit ihren Brennpunkten bilden den Inhalt dieses grohan gelegten chronologisch-sachlich gegliederten Mittel­teiles einer im Bilde gestalteten deutschen Knegs- triloglc.

Der Eindruck, der schon den ersten Abschnitt sei» nerzeit entscheidend bestimmte, bleibt auch hier gewahrt: es entstand ein Dokument von unver­gleichlicher Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit. Die einzig mögliche, wirklich bildhafte 3Uuftration jener tausend Berichte. Briese. Memoiren, Tagebücher, GeschichtsdarsteUungen. die es vorn Weltkriege gibt. Die große Sachlichkeit. Einfachheit und Unverfälscht heit Der Bilder machen den bestechenden Dokumen- tarischcn. sammelnden, eben historischen Wert des Filmwerkes aus: wer den Krieg nicht selbst an der Front erlebt hat. wird sich, auch mit Der glühendsten Phantasie, keine Vorstellung davon machen können. Aber eine kleine und dennoch er» 'chstttemde Ahnung von dem apokalyptischen Un­ding, da» vor nun schon so fernen Jahren da brau» ßen Tag um Tag unb Nacht für Nacht durch lange Monate und Fahre hindurch über uns hereinbrach mit immer neuen Gewalten ... eine ganz leise Hhnung davon wird jeder, der diese Bilder sah. mit nach f)aufe genommen haben. Und wird lie so­bald nicht vergessen, wird wieder eine Weile daran zunickDenken muffen. Unb bas ist ber Sinn bes Werkes: was damals durch Jahre hindurch geschah, wie damals gekämpft und gestorben unb gelitten wurde, das ist zu gewaltig und namenlos, als daß es nach ein paar Jahren schon wieder vergessen lein Dürfte.

Der Film leistet das Möglichste. Er gibt alles, was mit den heute uns zu Gebote stehenden Mit- teln überhaupt gegeben werden kann. Es ist um möglich, alles ober auch nur größere Teile dessen Ju erfassen, was beim Hären des Wortes, beim luftauchen des Begriffes .Krieg" ftirn unb Herz Durchflutet. Aber was hier gezeigt wirb, ist von unleugbarer Realität, im einzelnen sowohl, wie in Der blitzschnellen Folge, im wirbelnden, brodelnden, zucken den Vielerlei des mit dem Augen- und Sinneseindruck erfaßbaren Gesamtbildes.

Es hat keinen Wert, hier Schritt um Schritt dem ®ong ber Handlung, der Folge von Bildern und

Wie lange bauert ei. bis ein Käfig in einer Manege aufgebaut wird? Fünf Minuten. Wie lange hier? Stunden und Stunden. Das Film­atelier bat die Eigenschaft, die Zeit zu ver­zerren

.Aufnahme!" Die Löwen worden hinau-go- trieben, sie sollen sich zu einer Gruppe stellen, sie sollen sich in Bewegung, In Hüfte, in Maje­stät zeigen Hinein mit den Bestien, hinaus mit den Bestien und wieder hinein! Sie wollen nicht, lie lind langweilig, wenn sie dräuend 'ich geben sollen, sie fetzen sich, wenn lie sich im Sprunge zu bewähren haben hinein und hinaus! Anlauf. oh Anlaus! Sie werden schon böfc und knurren, es ist ihnen nicht gegeben, sich den Absichten eines FilmregilseurS anzu- pafsen. sie funkeln in die blendenden Schein­werfer, drohend lchlagen sie mit den Pranken. Sie haben e- noch immer nicht gelernt, es ist zum Verzweifeln, denn es ist Mittag geworden, und die Zeit vergeht, und sie hätten e- doch fchon begriffen haben können; sie wirkten schon in Bom bei den Ausnahmen zuüuo vadis mit. und jene dort i st die berüchtigte Löwin Tullio, die damals eine Frau zerriß.

Brigitte Helm wird in den Käfig gehen, wird vor diese Löwen treten und ein Dompteur wird sie zurückreißen, mit seiner Peitsche die Tiere dabei in Schach haltend. Ach über diese eine einzige Geste des Zurückreißens, über die drei Schritte, welche Brigitte Helm in den Käsig zu gehen hat! Hinaus mit den Bestien! Diese eine Geste, diese Drei Schritte wie oft werden sie probiert, wie macht (Saleen sie vor, wie werden sie falsch gemacht, wie oft flammen die Lampen auf, wie oft fchrillt die Pfeife des Begisfeur-, wie oft hort man feinen Bus »Ab- blendonl"? Stunden und Stunden. Anlauf um Anlauf.

Und jetzt -- uns allen ist ein wenig bänglich tm Gemüt wird Die Szene wirklich gclpiclt. Hinem mit den Bestien, hinein mit Br.gitte! Einmal . . . und. weil die Löwen doch so artig sind, noch einmal. Unb noch einmal und wieder den Abgang und wieder diele eine, diese einzige Detr-egung, immer wieder in einer lautlosen unb verbissene Wut diele eine einzige Geste, diese Schritte, dielen Eintritt, diese- Oesfnen der Zwin­gertür .Abblcnden!

Der Gipfel diele- Zttmtages ist überschritten. 21- wir da- Ate;ier ocriaffen. färbt das Son­nenrot den Frühlingshimmel schon purpurn. Ich kann fortgeben, diele- beginnen, jene- beginnen jene dort in ber Ziriuswe't, die nicht echt ist. 'inb ihr verfallen bi- in iic Bachtstunden Cs wird die Szene kommen, da Brigitte mit einer kleinen Löwin zu spielen hat, das wird hernach sicher eine süße unb reizende Episode fein, aus die sich Brigitte schon den ganzen Tag gefreut hat. Aber wie wird o- worden? Einmal unb noch einmal und immer wieder von neuem und immer wieder wirb (Saleen finden, e- sei noch nicht sehr schön. Und wie sich die Altersringe um den Korn eine- Baumes setzen, fo umschließen die unendlichen Dorsuche und Proben den winzigen Korn einer kleinen Filmszeno. bi- auS Uebermübung und Hingabe, aus Berdrvssenheit und letztem Zufammonrasfon jene fünf Meter Film entstanden sind, die ber Begisfeur genehmigt. Sie proben noch immer dort draußen, in Johannisthal, in Staaten, in BeubabelSberg, immer wieder andere Begisseure. andere Schauspieler, andere Statisten, und eS hat etwa- Beängstigendes, sich auszudenkcn. wie sie jetzt dort herumstehen und warten unb versuchen und wiederholen, wie sie ganz besessen sind von dem Gelingen dieses einen FilmmeterS. dem ihr ewiger unermüdlicher Anlauf gilt

Sille deutschen Mine sollen Mistenverke werden! (Scfroufpieter, Regisseure, Schriststetter, Photographen, Architekten, Komponisten haben sich zusammengetan.

Von Siegfried Ascher.

Soeben wurde von den Dertrrtern ber Verbände der Filmautoren, der Film­regisseure, bet Filmdarsteller, der Film­architekten, der Kameraleute und der Film- mufifautrren eine Dachorganisation geschaf­fen, die in Zusammenarbeit mit der Film­industrie an der künstlerischen Wieder­geburt des deutschen Film- arbeiten will. Boch vor wenigen Wochen hat man die Män­ner, die für einen Zusammenschluß der Film- künstler warben, für unverbesserliche Optimisten gehalten. Gerade die ,Leute vom Dau" meinten, e« sei unmöglich, so eigenwillige Persönlichkeiten, wie es Künstlet nun einmal sind, unter einen Hut zu bringen, und es erschien aussichtslos, sechs Verbände, die ganz verschiedene Ziele ver­folgen. in einer Dachgesellschaft zusarnmenzu- fassen. Filmautoren, Begisseure, Ar^tekten, Mu­sikautoren und Kameraleute haben inzwischen aber eingesehen, daß die künstlerische He­bung der deutschen Filmproduktion nur in enger Zusammenarbeit aller Kräfte zu erreichen ist. und sie sind entschlossen, ihre neue Organisation wirkungsvoller arbeiten zu lassen als jene im Jahre 1918 gegründete und bald wieder zugrundegegangene ..Gewerkschaft", die den Spottnamen .,P. P. Gewerkschaft" trug, weil sie alle Filmleute, .von der Putzfrau bis zur Porten" umfaßte. Man ist sich einig, dah etwa- im deutschen Filmwesen geschehen muß. um dem deutschen Film seine Weltgeltung wieder zurück- zuetobetn. Bur über die Wege sind die mah- gebenden Männer Der Organisation je nach ihrer engeren Berufszugehörigkeit verschiede­ner Meinung. Der neue Spitzen verband, der die Wünsche aller seiner Mitglieder vertreten soll, wird also ein umfassendes Programm zu verwirklichen haben.

Gerade wir Verfasser von Filmmanuskripten," sagte der bekannte Filmautor Robert Lieb­mann im Barnen der deutschen Filmautoren, .müssen unter Bedingungen arbeiten, die eines Künstlers nicht würdig sind. Kein Filmschrift­steller kann heute das Wagnis unternehmen, einen Film zu schreiben, ohne dazu von einer Firma beauftragt zu fein. Ich selbst habe weit über hundert Filmmanuskripte ge­liefert, aber in der ganzen Zeit nur einFilm- drama ohne Auftrag geschrieben; Drei Jahre ruhte dieses unbestellte Manuskript in meinem Schreibtisch, da sechs Gesellschaften die Verfilmung abgelehnt hatten. Endlich fand sich ein Wagemutiger, und der Film wurde unter dem TitelDer Roman eine-DionstnrädchenS" ein ganz großer Erfolg. Bor allem verlangen wir Filmautoren aber, dah man unS während der Aufnahmen den Sinn unfeveS Manuskripte- nicht dadurch verfälscht, daß man wichtige Szenen streicht und andere hinzufügt. Auch ist eS be­schämend, dah die Wirkung eine- Films oft da­durch bedeutend, vermindert wird, dah man ihn allzuschnell herunterschnurren läht, oder dah sich Kinobefiher zu Zensoren aufwerfen und ganze Szenen au- dem fertigen Film herausschneiden. Wir Filmautoren würden es ferner begrüßen, wenn die 5tlminbuftrie mehr als bisher neue Autorentalente fördern wurde Auch über die Honorierung der Filmautoren, die heute noch sehr zu wünschen übrig läßt, wird ein Wort zu sprechen fein. Es ist weder wirtschaftlich noch moralisch zu rechtfertigen, wenn man einem Dich­ter mit großem Barnen 30 000 Mark für un­brauchbare Filmtexte zahlt, während für den­selben Betrag ungefähr zwanzig junge Talente brauchbare Manuskripte verfertigt hätten. Der Filmindustrie kann man aber auch den Vorwurf

Begebenheiten zu folgen. Man muß das selbst auf sich wirken lassen, wie es aerade in der technischen Bewältigung des Riesenstoftes Dem Regisseur (Leo L a s k o) gelungen ist, die Gleichzeitigkeit, das Reden- und Mit- und Nacheinander der Ereignisfe mit zwingender Gewalt ins Bild zu bringen. Die Front neben der Heimat, verbunden durch die Etappe, der ungeheure Materialverbrauch, die Ma- terialbeschaffung, der Materialnachschub; die Schlacht von zwei, drei, vier Punkten aus fast gleichzeitig gesehen, umspringend von Graben zu Graben, vom Mündungsfeuer zum Einschlag, vom Angriff zur Abwehr, vom Bewegungsgcfecht zur starren Stel­lung, vom Einbruch zum Rückfluten.

Dabei bleibt dem Einzelvorgang, dem Augen» blicksbild stets der große Zusammenhang gewahrt: der Spezialkriegsschauplatz erscheint stets im Rah­men der Welttopographie des ganzen Krieges, ver­liert nie die inneren und äußeren Beziehungs« Unten, die damals fast den ganzen Erdball um­spannten.

Innerhalb des Gesamtbildes aber behauptet sich und haftet in der Erinnerung vor allem die Gestal­tung der beiden beherrschenden Ereignisse, der un­erhörten Erschütterungen jener Fahre, die mit Den Namen Verdun und Somme für alle Zeiten blutrot bezeichnet sind. Gewaltiger Angriff und un­erhörte Abwehr. Uebermaß menschlichen Willens und menschlichen Leidens. Hier erhält jeder, auch Der, Der es nicht selber erleben mußte, einen schwa­chen Begriff von der rasenden Stoßkraft des Los» bruchs, von Der neroenzerreißenden, betäubenden und zermürbenden Ungeheuerlichkeit^ eines sieben- tägigen Trommelfeuers, von allen Schrecken, allen Qualen, allen Verzweiflungen im entfesselten Höl­len kesiel der Riesenmaterialschlacht . .

Wir wiffen, daß man gegen den zweiten Teil des Weltkriedssilmes bald nach seinem Erscheinen man­cherlei Emwendungen erhoben hat; wir können Dem erst Dann beistimmen, wenn man uns einen Film zeigt. Der Den Krieg bester, wahrer, historischer im Bild gestaltet, als dieser hier ; bis jetzt gibt es keinen.

Außer dem Registeur verdienen vor allem die Bearbeiter, Major a. D. Sol bau und Major a D. V o 1 k m a n n als geistige Urheber des Werkes mit hoher Anerkennung namhaft gemacht zu werden. Die Musik von Marc Roland ist dem Stil des Films vortrefflich angepatzt. -r-

Geschichten von Asta Nielsen.

B^in hat Asta B teilen die .,Duse -es Films" genannt, und so verschiedenartig auch die Persönlichkeit dieser beiden genialen Frauen ist. so besteht doch in der hinreißeirden Straft des Ausdrucks eine Verwandtschaft. Asta Bieisen kennzeichnet ihr eigenes Spiel, wenn sie einmal von der großen Italienerin fagt:Die Düse hat für mein Gefühl nie eine bestimmte Rolle ge­spielt, sie hat mimet nur sich selbst gespielt." Es gibt keinen schlagenderen Beweis für die geistige und künstlerische Krise, in der sich der Film befindet, als die Tatsache, daß man mit dieser stärksten weiblichen Kraft der Filmkunst lange Jahre nichts anzulangen wußte, daß sie abseits stand, erstwiederenldeckl" wurde und einige Filme in eigener Produktion herausbringen mußte. Sie ist zu groß in ihrer "Persönlichkeit, in ihrem Spiel zu vergeistigt, als dah sie in die kleinliche und entseelte Wett unserer Filmkunst passen würde. So ist Asta Bieisen der größte Gegensatz gegen Hollywood, das Denn auch von ihr niemals Hal etwas Wilsen wollen. In ihr leben jene Mächte des Genies, die der amerika­nische Film durch äußerliche Pofen und leeren Mechanismus ersetzen möchte. In einem neuen Buch über Asta Bieisen führt E. M M u n g e n- a st Die Urteile zahlreicher bedeutender Persön­lichkeiten über ihr Spiel an, und alle stimmen überein m der Begeisterung für diese wunder­same Begabung Mag es Hermann Bang fein, der sie entdeckte, ober Georg Brandes, der auch von der Magie ihrer Stimme kündet, mögen große Regisseure Iic bewundern, wie Iehner, oder große Schauspieler, wie Bassermann. mögen die berühmtesten Tänzerinnen da- Wun­der ihrer Dewegungskunst anstaunen stet- ist es die Einzigartigkeit ihrer Erscheinung, der un­geheure Zauber ihrer Persönlichteit, der hervor­gehoben wird. Vielleicht spielt dabei der Tropfen Zigeunerblut mit, der in den Adern der Dänin meßt.

Don Anlang an drängte es sie zur Bühne, zur Kunst, zur Offenbarung ihrer inneren Er­lebnisse. Aber erst als sie von den undankbaren Aufgaben, die chr das Theater bot, enttäuscht, mit ihrem späteren Manne Urban G a d zu­sammen, nach neuen Möglichkeiten des Ausdnuks suchte, ging fit zum Fftm und gab diesem bi-

nicht ersparen, daß sie dem Autor zu we­nig Bcwegung-sreiheit läßt. Ich er­innere mich, daß mir der Produktirm-Ioiter und der Dramaturg einer großen Gesellschaft bei der Abfassung des Manulkript- zu Dem Film .Der Mann ohne Namen' schwere Donvürse machten, weil ich einen Kriminalfilm mit huinorist.fchem Einschlag schatten wollte Verzweifelt erklärte man mir. daß ein Kriminalfilm ernst sein müsse, um zu wirken, und erst der ungeheure Erfolg meinet neuen Idee belehrte die Herren eine- Befsorcn. Vor allem aber hoffen wir. die B Q - men-nennung de- Autors bei allen Filmen durchsetzen zu können; denn es ist wohl eine fadenscheinige Motivierung, wenn der Ver­treter einer der größten deutschen Filmgesellschas- len während des Autvrenkongresfe- In Rom au#- führte, daß Die Barnen-nennung des Autors die Gesellschaft durch Mehrverbrauch von Film­streifen die »ungeheure Summe" von 50 Mark kosten würde. Wir haben uns in der neuen Dachgesellschaft vereinigt, weil wir hoffen, dah die Industrie In Zukunft den Künstler nicht mehr als Bebensach« behandeln wird, und dah die Einstellung endlich verschwindet, für die der Ausspruch eine- Wiener Filmindustriellen be­zeichnend ;ft, der bei jeder Gelegenheit zu äußern pflegt: .Mein Geld mein Film mein Gusto!"

Eine nicht minder wichtige Forderung erhebt im Barnen der Filmregisseure Lupu P i ck, der unablässig in mühseliger Kleinarbeit für da« Zustandekommen der neuen Gesellschaft ge­wirkt hat. .Laßt un- Zeit zu ernster künst­lerischer Arbeit, das ist die Hauptsorderung. die wir an die Industrie richten", so äußert sich der bekannte Regisseur und DarsteUer. .Man soll Schauspieler, die sich eben erst kennengelernt haben, nicht zwingen, sich sofort auseinander einzuspielen. Jede künstlerische Betätigung ist Berven- und Stimmung-sache, und nur bann kann ein ersprießliche- Zusammenwirken ein­treten, wenn Künstler und Regisseur sich im gemeinsamen Gespräch in den neuen Qlufgaben- krei- hineinfinden. Selbst für den größten Film stellen tapitallräftigftc Firmen ihren Künstlern höchsten- zwei Monate al- DorbereitungSzeit zur Verfügung, und kleinere Produzenten ver­langen oft von ihrem Regisseur, daß er sich- innerhalb weniger Tage mit seiner neuen Aus­gabe vertraut machen sott. Regisseur und Autor können nur in gemeinsamer längerer Arbeit ein brauchbare- Drehbuch zusammenstetten, und auch die Festsetzung der Reihenfolge, in bet die Szenen gedreht werden sotten, erfordert eine gewisse Zeit. Außerdem verlangen kleinere Firmen, dah der Regisseur trotz sehr bescheidener Mittel einen Film Herstellen soll, der »nach etwa- auSsiehf. Wenn der Filmregisseur nicht nur über die Art zu entscheiden hat, wie er einen Film Her­stellen soll, wenn man seine Ansicht auch bet der Wahl deS Stoffe - berücksichtigen wird. Dann wird die deutsch« Filmindustrie nicht nur uns. sondern auch sich selbst einen Dienst er­wiesen haben."

OTU unserer neuen Gründung wollen wir keineswegs eine Kampfvrganisativi» schaffen", so erklärt im Barnen ber Darsteller Emst Reicher, der durch seine Stuart-Webb-- Filme einer der volkstümlichsten deutschen Kino- fchauspieler geworden ist. .Wir haben ein Kampf­ziel, für das wir gemeinsam mit der Film­industrie streiten werden: die Abschaffung der Lustbarkeit-steuer. Selbstverständlich werden wir vorher mit der Industrie bindende Abmachungen Darüber treffen, daß die Beträge, um die sich die Steuer vermindern sott, nur für eine vermehrte und verbesserte Produktion verwandt werden Dürfen. Aber noch ein anderes Problem beschäftigt uns Slim» Darsteller. Immer wieder klagen bekannte Büh­nenkünstler und FilmDarstetter von Ruf, dah es chnen seit Monaten unmöglich ist, eine Be­schäftigung beim Film zu erhalten. Richt mit Anrecht weisen diese Künstler Darauf hin, dah viele deutsche Filmuntemehmer vollkommen unbekannte ausländische Darsteller bewährten heimischen Kräften vvrziehew Be-

dahin noch ganz wesenivsen Instrument einet neuen Kunst Die innere Berechtigung unD Be­seelung. Das war zu einer Zeit, Da Die Ameri­kaner noch im Hintertreffen standen, und haupt­sächlich durch -hre Persönlichkeit ist der Film als eine neue Macht DeS Lebens über die Wett verbreitet worden. Ihr Ruhm umspannte schon vor dem Kriege den ganzen Erdball.Ich habe in Melbourne Riefenhüte gesehen mit einem ganzen Straußenkraal darauf und darunter stand: a b Asta Nielsen, erzählt der spanische Jour­nalist P. D i a z.In einem großen Friseur­laden San Franciscos besprach man fachmännisch die Asta-B.elsen-Frisur. In Bagafaki Hel mir eine Hafenschenke auf, die ein Plakat Asta Biel- sens mit dem rot umränderten Hamen trug. In Saigon, Der verfluchten Stabt des gelben Fie­bers, kam ein Reisekinv an: den braunen Ana- miten wurde Asta Hielten gezeigt" Wenn man sagen darf, daß sie mit Ehaplin zusammen Die eigentliche Filmkunst geschaffen hat, so liegt Der tiefste GrunD Dafür darin, dah sie nicht nur eine große Schauspielerin, sondern eine tiefe Kennerin des Films ist, die auch alle Einzel­heiten der Technik beherrscht und mit fabelhafter Sachlichkeit die eigentümlichen Werte deS Licht- spielS ausnutzt. Immer wieder haben diejenigen, die mit ihr zusammen arbeiteten, diese besondere Begabung bewundert, und Iehner hat z. B. bekannt, daß er von ihr stärkste Anregung emp­fangen habeSie hat daS im Gefühl, in Den Fingerspitzen, wie etwas photographiert aus- sehen wird," sagt Rudolf (Meiner t von ihr. und Grete Mosheim betont besonders ihre unerreichte Kunst desMaskenmachens". In einem kleinen Kino in Spanien schoß einmal ein Mann am Schluß Der Vorstellung nach der Groß­aufnahme, Die ihr Antlitz zeigte. Man hat Darin eine besondere ..Huldigung" für ihr Spiel sehen wollen, das Menschen sogar zu Mördern machen kann. Sie selbst aber urteilt über diesen Vorfall tiefer. . Ich glaube, dah dieses kleine Erlebnis ein großes Kompliment für den Film ist. Ich bin davon überzeugt, daß der arme Teufel nut mein Bild gemeint hat, als et schoh. Man farm baä auch sehr gut begreifen, wenn man bedenkt, wie groß und plastisch der Film ein Gesicht auf Die Leinwand he?t. UnD das ist meine Meinung über diesen Fall: Der Film kann lebendiger als das Leben wirken." fb.