Ausgabe 
30.5.1928
 
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sonders der Nachwuchs hat augenblicklich in der deutschen Filmproduktion fast keinerlei Aufstiegs­möglichkeit. Wenn wir durch den neuen Verband unteren Kollegen Beschäftigung zu einigermaßen erträglichen Gagen werden beschaffen können, wird er seinen Nutzen am besten bewiesen haben.

Auch der Delegierte der Kameraleute, Herr Gottschalk, verspricht sich viel von der neuen Interessengemeinschaft. Er verlangt ebenfalls mehr Zeit für die künstlerische Arbeit und er­klärt, daß eine Leistung, wie man sie heute von einem Kino-Operateur verlangt, künstlerisch nicht vollwertig sein könne. Müsse er doch bisweilen an einem Aufnahmelag 100 bis 120 Einstellungen vornehmen, und während der Operateur früher Zeit hatte, eine Dekoration in drei Tagen zu photographieren, müsse er heute nicht selten drei bis vier Dekorationen an einem Tag ausnehmen. Auch der Operateur leidet unter der allzu schar­fen Anspannung des Darstellers, der oft zwölf Stunden im Licht der Scheinwerfer steht und dessen Gesichtsmuskeln daher ermüden. Die Schuld an dem veränderten Aussehen des Stars im Film wird dann oft dem Aufnahmeoperateur zugeschoben."

Wirtschaft.

Warnung vor der Teuerungs-Psychose.

Der Wirtschaftsbericht der Commerz- und Pri­vatbank A.-G. über die Lage der Wirtschaft im Monat Mai, der in einer Betrachtung der Wirtschaftslage zu dein Schluß kommt, daß man wohl vorwiegend auch für die nächste Zeit mit einem im ganzen günstigen Geschäftsgang rechnen darf, behandelt u. a. auch die Bedeutung der Entwicklung des inneren Preisniveaus und wendet sich in diesem Zusammenhangs gegen die bestehende Teuerungs-Psychose. Cs kann nicht bezweifelt wer­den, daß die in der letzten Zeit eingetretenen Preiserhöhungen Bedenken Hervorrufen müssen, gerade in einem Zeitpunkt, wo der Wiederaufbau des Exports Fortschritte zu verzeichnen Hat, wie das gesamte Ergebnis des letzten Quartals zeigte. lBekanntlich zeigt das erste Vierteljahr eine nicht unbeträchtliche 'Belebung der deutschen Export­tätigkeit.) Die angekündigten Tariferhöhungen dürften auch nicht geeignet sein, die deutsche Wirtschaft zu fördern Der Bericht wendet sich weiter an die neu zu bildende Negierung, indem gesagt wird: Jede neue Negierung, die es sich zur Aufgabe stellt, die deutsche Wirtschaft zu stärken, und eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit zu ver­meiden, wird in erster Linie daraus Bedacht zu nehmen haben, eine Steigerung des Preis­niveaus zu bekämpfen, ebenso wie die Sparsam­keit der öffentlichen Wirtschaft zum obersten Prinzip zu erheben. Die Förderung der Handels- vertragspolitik bildet gleichfalls eine unerläßliche Notwendigkeit in der Zukunft, nachdem in dieser Hinsicht eine längere Stagnation festzustellen war.

Aur vorläufige Befriedigung des Kommunalanleihebedarfs.

Die in der letzten Zeit mit Genehmigung der Beratungsstelle für Auslandanleihen aufgelegten Auslandanleihen der Kommunen haben mit dem Abschluß der Berliner Anleihe einen Betrag von rund 165 Mill. Mark erreicht. Von diesem Be­trage entfällt auf die Sammelanleihe des Deut­schen Sparkassen- und Giroverbandes eine Summe von insgesamt rund 74 Mill. Mark, die sich aus die beteiligten Städte und Kommunen verteilt. Rechnet man diese neuen Anleihen zu den alten hinzu, so ergibt sich ein Gesamtbetrag von 1064 Mill. Mark von im Auslande abgeschlossenen Kommunalanleihen, wovon auf sogenannte Sam­melanleihen 389 Mill, entfallen. Die neuen An­leihen können natürlich nur den dringendsten kommunalen Kreditbedarf befriedigen, der durch die lange Sperre sehr groß ist.

3m Zeichen der gedämpften Konjunktur.

Die jetzt veröffentlichten Monatsbilanzen der Banken für April, die, im ganzen betrachtet, eine weitere Ausdehnung des Geschäftes zeigen, sind hinsichtlich der Beurteilung der gegenwärtigen Konjunkturlage besonders aufschlußreich. Während auf der einen Seite sich bei allen Instituten die fremden Gelder beachtlich und im verschärften Tempo erhöht haben, zeigen auf der anderen Seite die Debitoren nur eine geringe Erhöhung, die rund 30 Proz. der Kceditorensteigerung aus­macht. Hieraus folgt mit Sicherheit, daß die Ge­schäftstätigkeit in der Wirtschaft nachgelassen hat, ein Eindruck, der sich noch verstärken muß. wenn man die geringere Inanspruchnahme des Konto- korrentkredits berücksichtigt. Es ist auffällig, daß die den Banken neu zugeslossenen Mittel, die im wesentlichen aus dem stark erhöhten Anleihe­stamm des Auslandes kommen dürften, zum weit­

aus größeren Teil in das Börsenkredit-. Wechsel- und Rembourskreditgeschäft gegangen sind. Wenn auch die Bilanz-Zahlen der Banken für den Monat April einen offensichtlichen Konjunktur­rückgang nicht erkennen lassen, so ergeben sie doch, daß die Tendenz zu einem solchen durchaus vor­handen ist.

' Die Geschäftstätigkeit der hessi­schen Genossenschaften. Hebet die Ge­schäftstätigkeit der hessischen Genossenschaftsbanken liegen jetzt die endgültigen Geschäftsergebnisse des Verbandes hessischer Erwerbs- und Wirt- schastsgenossenschaften für das Jahr 1927 vor. Es berichteten, wie im Vorjahr, 25 Genossen­schaftsbanken mit rund 24 500 Mitgliedern. Diese weisen ein eigenes Vermögen von 6,2 (4,7) Mill. Mark und anvertraute fremde Gelder von 27,2 (19.7) Mill. Mark auf. Unter den anvertrauten fremden Geldern sind allein die Spareinlagen um 5.5 auf 17.7 Mill. Mark gestiegen. Einschließlich der Kredite aus weitergegebenen Wechseln haben diese Genossenschaften dem Mittelstand 1927 rund 35 Mill. Mark (26) Kredite zur Verfügung ge­stellt. Die Bilanzsumme beträgt (ohne Girover­bindlichkeiten) 36.7 (29,2), der Umsatz 1031.6 (744), der Nohgewinn 3,8 (3) Mill. Mark. Die Genossenschaften erzielten einen Reingewinn von 708 000 Mark (622 000 Mark), der mit 268 000 (269 000) zu Reservedotierungen und mit 337 000 (242 000) Mark zu Dividendenausschüttungen ver­wendet wurde. Die Durchschnittsdividende der Genossenschaften betrug 9,32 Proz.

* Die Hmschuldungsaktion der Landwirtschaft und die Landesban­kenzentrale. Die Deutsche Landesbanlenzen- träte hat zur Konsolidierung landwirtschaftlicher Kredite eine Hmkchuldungsanleihe von 25 Mil­lionen Dollars abgeschlossen. Die Anleihe ist zu 6,50 Prozent verzinslich. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Cie ist jederzeit in Stücken rückzahlbar, nach fünf Jahren auch in bar zu pari. Die An­leihe wird unter der Bezeichnuna Consolidated Agricultural Loan of German Provincial and Communal Banks voraussichtlich zu 97,50 Pro­zent aufgelegt Der Auszahlungskurs an die Landwirte beträgt etwas über 93 Prozent. Ein­schließlich des jährlichen Tilgungssahes von 1.15 Prozent ergibt sich eine Effettivbelastung für den Landwirt von 9 Prozent. Die Anleihenehmer sind die durch die Landesbankenzentrale ver­tretenen preußischen provinziellen Kreditanstalten sowie die Girozentralen Baden und Württem­berg, insgesamt 14 Institute. Die auf die ein­zelnen Provinzen entfallenden Quoten sind im Verhältnis zum Kreditbedarf klein, so daß nur ein kleiner Teil von Kreditanträgen berücksichtigt werden kann.

* Zur Umwandlung von Roggen- reallasten in Goldinarthypotheken. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit­teilt, ist in Erweiterung des Erlasses des Preußischen Staatsministeriuins vom 13. März d. I. der Iustizininister ermächtigt worden, auch diejenigen Gerichtsgebühren und als Gerichts­gebühren zu berechnenden Landesstempel, die aus Anlaß der Umwandlung von Roggenreallasten in Goldmarkhypotheken entstehen, zu ermäßigen oder beim Vorliegen der in dem genannten Er­lasse bezeichneten Voraussetzungen in voller Höhe niederzuschlagen. Die gleiche Ermächtigung ist hinsichtlich der in Stempelzeichen zu verwen­denden Stempel dem Finanzminister erteilt. Die genannten Minister sind ferner ermächtigt, diese Befugnis aus die Nachgeordneten Behörden zu übertragen.

* Getreidehandelstag in Frank­furt a. M. Auf Wunsch der Mitglieder der Frankfurter und benachbarten Börsen und Märkte hat der Vorstand der Frankfurter Börse Abtei­lung Getreide beschlossen, am 9. Oktober 1928 erstmalig einen Getreidehandelstag in Frankfurt a. M. stattsinden zu lassen. Vorverhandlungen mit den Organisationen des Getreide-, Futtermittel-, Kartoffel-, Rauhfutter- und Samenhandels, der deutschen Müllerei, des Brauerei- und Mälzerei­gewerbes und den Düngemittelindustrien, sowie der Landwirtschaft haben ergeben, daß überall hierfür ein lebhaftes Interesse besteht.

* Süddeutsche E i s e n b a hn - G es ell - schäft A.°G. Darmstadt. Entgegen den Er­wartungen ist in der Aufsichtsratssitzung be­schlossen worden, für das abgelaufene Geschäfts­jahr wieder dieselbe Dividende wie im Vorjahr (10 Prozent) zu verteilen. Der Nohgewinn be­läuft sich auf rund 5,1 Millionen Mk.. der Rein­gewinn nach Vornahme der Abschreibungen auf rund 2.1 Mill. Mk. (106 333). Aktienkapital 20,8 Mill. Mk.

* Vom süddeutschen Eisen markt. Die Lage am süddeutschen Eisemnarkt hat gegenüber der Vorwoche keine Aenderung erfahren. Wie zu erwarten war, wurden Abschlüsse zu neuen Prei­

sen nur in verschwindendem Maße, und zwar hauptsächlich von Derbraucherseite getätigt. Da­gegen sind die Händler durchweg mit Material noch genügend eingedeckt. Der Eingang von Spe­zifikationen auf die bestehenden Abschlüsse ist befriedigend. Was die Preisbewegung betrifft, so ist man allgemein der Ansicht, daß die gegen­wärtigen Notierungen bestehen bleiben, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß sich im Falle einer Frachterhöhung durch die Reichsbahn Auswir­kungen auf die Verkaufspreise ergeben.

e Matheus Müller K a. A. Eltville am Rhein. Die Generalversammlung geneh­migte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1927, der einen Warengewinn von 1 649 824 Mk. gegen­über 1 226 875 Mk. im Vorjahre ausweist. Nach Abschreibungen von 97 541 (81 757) Mk. ver­bleibt ein von 220 440 auf 243 180 Mk. erhöhter Reingewinn einschließlich 40140 (66110) Mk. Vortrag. Es wurde beschlossen, hieraus wieder 6 Prozent Dividende auf 3 Millionen Mi. Stammaktien sowie 5000 Mk. Pvrzugsaklien aus- zuschütten. Die Gesellschaft, die über einen weiter erhöhten Umsatz ihrer bekannten Sektmarken be­richten kann, wozu auch das Geschäft der Sekt­kellerei Gebr. Hoehl G. m. b. H. in Geisenheim beitrug, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Kreditoren von 1 935 877 auf 3 631 160 Mk. erhöht.

Die Berliner Stadtanleihe in N e u h o r k. Die am Dienstag aufgelegte Ber­liner Stadtanleihe fand in Neuyork glänzendste Aufnahme. Aus allen Teilen Amerikas, aus Europa, auch aus Deutschland, sowie aus anderen Teilen der Welt, gingen umfangreiche Zeich­nungen ein.

Jtinbermarff in Gießen.

Zum heutigen Rindviehmarkt waren 849 Stück Großvieh und 405 Kälber aufgetrieben. Der Handel war sowohl am Vortage wie am Hauptmarkt schleppend und es blieb lleberstand von mittel­mäßigen Tieren, während Tiere erster Qualität ge sucht waren. Bezahlt wurde für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, 2. Qualität 350 bis 500 Mark, 3. Qualität 200 bis 250 Mark für Rinder ein- bis zweijährig 100 bis 250 Mark; für Kälber das Pfund Lebendgewicht 55 bis 70 Pfennig.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 30. Mai. Tendenz: erholt. Nachdem schon im Verlaufe bet gestrigen« Abendbörse eine Besserung der Tendenz nicht zu verkennen war. eröffnete die heutige Börse allgemein erholt. Eine Anregung bot vor allem die gegen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse cingetretene Kurserhöhung. Von Aus- landsseite sollen daraufhin wieder neue Kauf­aufträge vorgelegen haben, und die Spekulation sah sich zu Deckungskäufen veranlaßt. Der Zahl­tag gilt als ziemlich überwunden und am Geld­markt macht sich bereits eine kleine Entspannung bemerkbar. Die Umsatztätigkeit war jedoch im allgemeinen nicht groß, nur in einigen Speziali­täten herrschte regere Nachfrage. So waren Kaliwerte lebhaft gefragt, vor allem Salz­detfurth, die 17 Prozent anziehen konnten, Aschersleben gewannen 8 Prozent und Westeregeln 6 Prozent. Weiterhin bestand für Elektrower te größeres Interesse. Be­vorzugt waren Chadeaktien mit plus 10Mk.. Licht mrd Kraft lagen 4,5 Prozent, S ie in ens 3,5 Prozent, AEG. 2,75 Prozent und Gesfurel 1 Prozent höher. I.-G.-Farben eröffneten 2,5 Prozent, Scheide anstatt und Holzverkohlung je 1,5 Prozent fester. Montan werte lagen sehr ruhig. Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl je 2 Prozent gebessert. Am Bankenmarkt gewannen Barmer Dank und Reichsbank je 1,5 Prozent. In Voigt & Häffner gingen die Interessenkäufe weiter. Wegen Materialmangels kam ein Kurs zunächst wieder nicht zustande; Taxe 243,50 (plus 28,50 Prozent). Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich überwiegend ein» bis zweiprvzentige Kurserholungen. Deutsche Anleihen )vgen geringfügig an. Ausländische Renten werter still. Mexikaner fester. Im Ver­laufe blieb die Stimmung freundlich. Es traten überwiegend neue Kursbesserungen von etwa 1 Prozent ein. Montanwerke waren etwas lebhafter gefragt. Reichsbank zogen erneut 5 Prozent an. Der Sah für Tagesgeld wurde auf 6,5 Prozent ermäßigt. Am Devisen­markt konnte sich der Dollar etwas erholen. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1760. gegen Pfund 20,395, London-Kabel 4,8840. Mai­land 92,65. Paris 124,02, Madrid 29,15, Hol­land 12,0950.

Berliner Börse.

Berlin, 30. Mai. Immer mehr tritt die Abhän­gigkeit der deutschen Börsen vom Auslande in Er­scheinung. Obwohl die Rückwirkung der schwachen Börsen in Paris und Neuyork sicherlich nicht mehr

groß war, d h. das Ausland an seinem deutschen Effektengeschäft icsthielt, richtete sich die Tenden, in den letzten Tagen noch immer nach den aus Neu­york eintreffenden Meldungen, bzw. den Meldungen aus Paris. Der Schluß der gestrigen Neuyorier Börse hatte eine kräftige Befestigung gebracht und ließ schon im heutigen Vormtiiagsverkehr eine kräftige Erholung erkennen. Hinzu kam, daß der Zahltag bis auf den Ultimo überwunden ist. daß gestern mittag viel gefirt worden ist, und die­jenigen. die nicht 8,5 v. H. für Reportgeld zahlen wollten, aus ihren Engagements herausgegangen sind. Das Fehlen neuer Limite hatte bei den Deckun­gen und Rückkäufen der Spekulation eine unregel mäßige Kurscntwickelung zur Folge. Das Ausland beteiligte sich nur in ganz geringem Umfange am Geschäft und interessierte sich nur für Spezial- werte. Dagegen nimmt das Interesse von dieser Seite an den Anleihemärkten zu. Außer der fort­schreitenden Besserung des Arbcits Mark­tes und des Rückganges der Erwerbslosen Ziffer in der ersten Hälfte des Mai um 12 v. H und der starken Erfolge der deutschen Anleihe in N e u t) o r t, tagen anregende 'JliogKnte nicht vor Das Kursniveau mar im allgemeinen gehalten. Bon Sonderbewegungen sind zu nennen 'ö o i g t K Haeffner plus plus, Glanzstoff 13, Schultheis 6. Polyphon plus 10,25 v. H., Soensla plus 7,25 Mark, Chadeaktien plus 11 Mark, Warenhauswerte plus 4 bis ti v. H. usw. Kaliaktien waren besonders fest, bei denen Fusionsgerüchte anregten und im Verlaufe zu weiteren, bis 7 o. H. betragenden Gewinnen führten. Auf Grund der gestrigen Entscheidung des Haager Schiedsgerichts betreffend Liguidations- schöben und Dawes-Plan waren Schantung angeboten. Deutsche Atlanten dagegen nicht beein­flußt und höher. Auch Lorenz weiter recht leb­haft. Deutsche Anleihen ruhig Ausländer zur Schwäche neigend. Mazedonier schwach. Pfand­briefmarkt still. Geldmarkt recht angespannt. Tägliches Geld 7,5 Proz. bis 9 Proz. Geld über Ultimo 8 bis 9,5 Proz. Daraufhin war auch im Verlaufe der Kalimarkt schwach und die Umsatz­tätigkeit nicht groß.

(frrantfiirtcr Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 30. Mai. Der heutige Prvduktenhauptmarkt verkehrte in sehr matter Haltung. Es kam fast fein Geschäft zustande, die Umsätze sind nach wie vor sehr gering. Eine kleine Abschwächung erfuhr Weizen und Roggen um je 0.25 Mk., im Einklang damit Wcstzen- und Roggenkleie um ebenfalls 0.25 Mk, sonst konnten sich die Preise behaupten Es wurden notiert: Weizen 26.25 26.50 TR!.; Rog­gen 28: Haier, inländischer 2828.50; Mats (gelb) für Futterzwecke 25; Mai» (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches Spe­zial 0 3839; Roggenmehl 39.5040; Weiz.n- kleie 15; Roggenckleie 17.2517.50. Tendenz. malt.

Kunst und Wissenschaft.

Jahresfeier der Deutschen Burschenschaft auf der Wartburg.

Die ständige Pfingsttagung der Deutschen Bur­schenschaft in Eisenach begann in diesem Jahre mit einer Iahrfeier auf der Wartburg. Der junge Burschenschafter Dr. Heuer (Leipzig) er­örtere bas Verhältnis des heutigen Stu- dentenaeschlechtcs zum Staat. Er ging aus vom Wartburg-Fest 1817. Die erste Zusammen­kunft der gesamten deutschen Hochschuljugend, die sich auf der Wartburg auch mit ihrem Staatsideal beschäftigte, wurde von den Regierungen als 9kr schwörungen gegen den otaat verdächtigt. 'Tiber die Wartburgjugend wollte nicht den Staat zerstören, sondern ausbauen. Vor einer gleichen Ausgabe stein auch die Jugend unserer Zeit. Der Burschenschafter ist bereit, ohne die Frage der Staatsform zu stellen, unserem Staate zu dienen. Sie dient ihm, indem sie sich bemüht, die sozialen Gegensätze in unserem Volke zu mildern, die seelischen und geistigen Güter unseres Volkes schützt und sich in wehrhafter Ge­sinnung vor den deutschen Aolksboden stellt. Danach sprach ein alter Burschenschafter, Pros Berger, der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft; er zeich­nete F. L. Jahn als Wecker des Deut­schen Volkes zur Vollendung der Freiheit. Wenn er dem Volke nur feine deutsche Turnkunst und sein deutsches Volkstum geschenkt hätte, so wäre fein Verdienst groß. Aber er erzog Deutschland durch sein Turnen zur Gesundheit und Kraft und erzog es durch feine politische Arbeit zum völki­schen Selbstbehauptungswillen. Arbeitet die Bur- schenschaft im Namen ihres Erziehers F. L. Jahn, so dient sie ihrem Volk und Staat.

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Der Geheime Konsistorialrat Profefsor Dr. theol. et phil. Wilhelm Nowack, früher ordentlicher Pro­fessor an der Universität Straßburg, ist, 78sährig, in Leipzig g eft o r b e n.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.

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Telegraphische Auszahlung.

Berlin. 29 Mai

Mb

MH

französische 97oten.....

Holländische Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch-Le sterr , 5100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten..... -

Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Noten.....

Devisenmarkt Berlin

H.4J3

Ito,06 21,91

UL 53 50.U 8,575

111,73

69, .56 18,3.5

71 77

Sranfhir

16,495

191,74 22,06

111,97 58,92 2,595

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89 Mai

30. Mai

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111,77

111,99

111.60

112.20

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112,00

112,22

112,05

112,87

StocNiolm

111,95

112,17

111.9«

118,20

Helftngior-'

10,501

10,521

10.50.1

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Italien . .

21.99u

22,035

22,00

22,04

London. . .

20,40.8

30.362

20,422

Neonort . .

1,1720

«.1600

4.1780

4,1810

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16,42

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11,435

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Schnell . .

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Spanten . .

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69.93

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Havan . . .

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1,94«

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J. 504

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12.36.5

18,385

12.367

12,367

Belgrad .

7.849

7,363

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7.JM

BnBatrft . .

2,89

73,03

73.89

73,03

Bu arten

J.015

3,021

3,015

3,081

Lissabon

17,83

17,87

17,78

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Tanzig. . .

11,45

«1,66

81,45

81,63

Qonftantta.

2,150

2,164

2.1-0

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Sitten. . .

>.435

5,445

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4,174

4,165

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Uru .uat). .

4,276

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II. I- ss 61

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