Ausgabe 
30.1.1928
 
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Nachdruck verboten

W Fortsetzung

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Es zogen drei Äurschen u>ot)t über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher.

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Äaymond zuckte die Achseln. Auch du magst recht ija-ben. Mer gegen seine Gefühle kann niemand iii-gcben."

Wenger warf den Stopf zurück. Er reckte sich auf. ir war ein Bild urwüchsiger Kraft, die sich nicht )i)Te weiteres verdrängen lassen würde.

D, ich tät's schon mit ihnen aufnehmen, mit die- len messieurs! Nein, mich bringt keiner von mei­ner Scholle. Kennst du den Wappenspruch der alten Dränier? Jy suis et jy reste!' Hter bin ich und Jier bleibe ich?"

Dann reichten sich alle drei zmn Abschied die .'jinb.Kommt ihr zu mir in mein Landhaus?" lub Wenger nochmals ein. Er erhielt eine Zujage. 8a, wenn der Einzug der Truppen vorüber lei.

lind als Dietivart letzt allein in das Dunkel einer Ü-benstraße einbog, um dem Trupp der sich anf- Irenben Stndentenschar aus dem Wege zu geben, 11A zum erstenmal an diesem Tage ein leises Lächeln in' leinen Zügen. Er dachte an Schwester Wendnla.

l»r freute sich, sie in einigen Tagen Wieder­sehen.

flrt 14 neu« Mitglieder eingetreten, ein Beweis, »atz sich die Vereinigung immer mehr die Sym- »atbien der Interessenten erworben Hot. Da der l.vchützenmeister, Oberlandmesser Eich hier, in- Mge anderweitiger Verpflichtungen um Ent­erbung von diesem Posten bat. wurde an seiner Stelle Steinbruchbesiher Nickel in Ober- Dtdbersheim als 1. Schützenmeister gewählt. Die librtgen Vorstandsmitglieder wurden wieder- ^irwahlt. Ferner beschloß die Versammlung, eine Telephonanlage von den Scheibenständen zum Schützenhaus zu errichten und den Kleinkaliber- tand durch zweckmäßige Anlagen zu entwässern.

* Nidda, 29. 3an. Die hiesige katho­lische Kirchengemeinde hielt imHa­nauer Hof" einen Familienabend ab. der non fast allen hiesigen katholischen Familien ,ad auch au8 der Umgebung Niddas sehr gut nesucht war. Nach einer längeren Ansprache von -Pfarrer Gondolf fanden ernste und heitere Vorträge von Gedichten im Wechsel mit musika- nschen Darbietungen, Einzel- und Chorgesängen statt, so daß alle Besucher befriedigt erst in vor- gerückter Stunde die Versammlung verliehen. (Sanz besonders verdient gemacht hatten sich nm das Gelingen des Abends Älusiklehrer Ackermann, Justizinspektor D a p p e r und Lokomotivführer Hillesheim, sämtlich von i>ier, die durch ihre vortrefflichen Musikvorträge wel zur angenehmen Unterhaltung beitrugen.

Aus dem Seemenbachtal, 29. Jan. In ^n letzten Wochen haben mehrere Versammlungen stattgefunden, die die projektierte Eisenbahn Obcrfeemcn Büdingen Langen b e r g h e i m zum Thema hatten. Diele Gemeinden loollen namhafte Beträge zur Verfügung stellen. Die Büdinger Standesherrschast will große Gelände slkllen innerhalb ihres Waldes abgeben. Auch die Orte in den Nachbartälern sind sehr daran inter­essiert.

Mreid Schotten.

,~] Laubach, 29. Jan. Unter der Schirmherr­schaft des Geh. Regierungsrats V ö ck m a n n , Kreisdirektor in Schotten, fand gestern und heute Im Saale desSolmser Hof" eine Geflügel- I ch a u für die Geflügelznchtvereine Lgubach, Schotten und Hungen unter zahlreicher Betei­ligung der Bewohner Laubachs und der Umgegend ftfltt. In Verhinderung des Kreisdirektors er­öffnete Bürgermeister Böhm mittags die Aus- siellung. Er gab seiner Freude über die gute Beschickung der Schau Ausdruck, hoffend, daß eine rationelle Geflügelzucht immer weitere Kreise interessieren möge, damit wir uns im Laufe der ^ahre von der Eier- und Geflügeleinfuhr unab-

-.'rjchlagon...

Vom Rheinc her stieß ein Morgenwind und trieb tos dreifarbige Fahnentuch auseinander.

Wo war er geblieben, der deutsche Rhein? ... Es lag wie ein Festrausch über der Stadl, als Straßen sich früh zu füllen begannen. Girlan

hckngiger machen können. Mit dem Wunsche, daß die Ausstellung zur Zufriedenheit der Aussteller und Besucher ausfallen möge, erklärte er die Ausstellung für eröffnet. Als Preisrichter fun­gierten die Herren ©Öhler, Rieder-Gemünden und Ostheim. Echzell. Der Ehrenausschuh be- ' jtonb aus Vertretern der umliegenden Gemeinden, aus Vorständen von Kassen und einer Anzahl Bubacher Bewohner. Etwa 55, teils recht wert­volle Ehrenpreise waren gestiftet worden. Die Ausstellung war beschickt mit ungefähr 300 Tieren: Hühner, Enten, Tauben, Gänse und Truthühner. Cino Tombola-Verlosung, die recht eifrig be­irieben wurde, erhöhte das finanzielle Ergebnis, üie Firma Gebr. Schmidt, Laubacher Wald, hatte im Hof raum desSolmser Hof" einen sehr praktisch eingerichteten Hühnerstall für 30 bis IJ Hühner zur Ansicht aufgestellt, der viel Be­wunderung und Anerkennung fand.

Kreis Alsfeld.

( ) Groß-Felda, 29. Jan. Dieser Tage fand ijter die erste Nutz- und Brenn holzver st ct- qerung statt, bei der 249 Raummeter Buchen- irfjciter 1. Klasse und 207 Raummeter Buchenknüppel i stlgsse zum Ausgebot kamen. Das Gebot der Stei qexer war mäßig und langsam. Die Angebote auf iwtzholz waren so gering, daß eine Genehmigung an »Del und Stelle versagt wurde. Für Brennholz wur- hült bezahlt: 4 Raummeter Buchenscheiter 1. Klasse .)!) bis 41 'Ult., 4 Raummeter Buchenknüppel 1. Klasse Bl bis 32 9.Ht., Brennholz 2. Klasse war im Verhält Inis teurer. Die genannten Preise erreichten durch chnittlich nicht die Preise für Losholz.

Kreis Lauterbach.

DSN. Lauterbach, 28. 3an. Der Polizei gelang es, in Blitz en rod einen abgefeimten Aeklameschwindler zu verhaften. Der Saunet schwindelte hiesigen Geschäftsleuten vor. 5cv wolle eine Speisekarte mit Firmenreklame

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n. Auch für iS 5r|pn",fi Wahlen wieder äu&erft mT,

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" Ä 27,77 Anwe Mnten (bis jünj lag; U das ^nto & r? ^.buchen sind, konW 'M DurchschM also JS» Dom wr 1927 betrug tne Dunh ttnadjtungen, während iit 'W M, 25,72 stellt. Da bi< jje JBertejrsmerbung wir W* für die Lewer cule ast nur bk Uebemach grunbe legen, kann man er n9 "lyerem hessischen Staats !r rukomrnt. Auch die Hem l> d) 5 sind wieder gestiegen, die summe von 5841, U «quenj. Jnsgestmt sind an h Danzig 34 fremde Länder Drbatneriia mit 1349 obenan en mit 10 die geringste Zahl Bades stellik. Unter der:

Art Holland, da? 698 Km

3an Die Dezirksge- ron über 200 Tieren am chbach, Lang-Göns, Kirch- ärgern. 2?ieder»2Deifel be- tschland bekannten Süchte, u hatten ihr bestes 3ud)f' gezeigt wurden in erster n Äuhrasten: Dhandoit« n Zarbenschlägeni daneben en Minvrka, Hamburger Kröpfer und Briestauben rbandsmedaillen er- je Leistung: Kai, Lang- jühner und M Kaiser, jlche Wer; Träger bei ; Die BuSbacher Züchter ibt, Ester und Mel- Pohl-Göns; Bepler Md Säger, Oberhvrgm.

mg-Göns.BolP,Meder- Ostheim. Auherlmn ivur- b 3. Preise vergeben

Südingen.

m Dieser Tage hielt ön ellschal' ihre Haupt , ^Ii^en^ehtel^ahrk

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Wenige Tage später, als ein grämlicher Novern- termorgen seine Dämmerschleier zögernd unb lässig ton der Stadt hob, leuchtete an jeder der Schnecken des Straßburger Münstertunnes fnnzösische Fehlte.

Ja, die Trikolore Frankreichs blähte sich neuem über dieser seit Jahrhunderten heiß timpften Stadt!

Straßburg, das Juwel in Deutschlands Kcuser- fror.e, von neuem geraubt. Die Deutsche Kaiserkrone

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am 4 an, ^tben. §jnQ.uf ^em ?cn !

drucken lassen, die er an Hotels unb Gasthäuser abfetzen wollte. Don den Geschäftsleuten, die ihm Aufträge gaben, verlangte er Vorauszahlung oder Teilzahlung. Auf diese Weise gelang es ihm. ganz erhebliche Beträge zu erschwindeln

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WEN. Wetzlar, 29. Jan. Am Freitag wurde in ein Geschäftshaus in der Silhöferstrahe eingcbrochcn. Der Dieb stahl ein Zigarrenkist­chen, in dem sich 100 Ml. Geld und eine Anzahl Lot­terielose befanden. Die Lose warf der Einbrecher, der unerkannt entkommen konnte, wieder in einen Briefkasten in der Bahtchofstrahe, da er cinsah, daß sie ihm nicht nutzen können. Bisher ist es nicht gelun­gen, eine <5pur zu finden

! Brand ob erndorf, 29. Jan. Unsere Gemeinde hielt dieser Tage ihre erste diesjährige B r en nh o l z v e r st ei g ebu ng ab. die seyr gut besucht war. Es wurden bezahlt: Eichenscheit 5 bis 7 Mk. Eichenknüppel 4 bis 5 Mk. je Raummeter, Buchenscheit in Nollen 12 Ml.. Buchenknüppel 9 Mk. je Raummeter. 100 Buchen- wellen oder la Buchendurchforstungswellen kamen auf 13 bis 15 Ml.

Tilltreitz.

LPD. Dillenburg. 28. Jan. Eine große G e w e r b e s ch a u ist für den ganzen Dill­kreis und Äachbaraebiete in der Woche nach Pfingsten in Dillenburg geplagt. Die Schau soll Zeugnis ablegen von dem Gewerbefleiß der Dill- und Lahnbewohner. Schon jetzt steht fest, daß die Ausstellung von allen Gewerbe- und In­dustriezweigen reichlich beschickt werden wird.

Lberwestertvalvkreitz.

WEN. Dreisbach, 29. Jan. Das Anwesen des Landwirts Joseph S)Hb I. ist am Samstag- morgen vollständig eingeäschert wor­den. Um 7.15 Ahr stand plötzlich die Scheune, in der mehrere Landwirte ihre Wintervorräte untergebracht hatten, in Flammen. Die so­fort alarmierte Ortsseuerwehr konnte nicht ver­hindern, daß die Flammen auch das Wohn­haus ergriffen. In kurzer Zeit waren Haus und Scheuite bis auf die Grundmauern nieder­gebrannt. Die zur Hilfe herbeigeeilten Feuer­wehren der Nachbarschaft tonnten sich nur darauf beschränken, die Häuser der Umgebung, die viel­fach noch Strohdächer aufweisen, zu schützen.

WSN. Alpenrod, 29. Jan. In dem An­wesen des Landwirts L e i ch e r brach ein F e u e r aus, das in kurzer Zeit das ganze Gebäude erfaßte und die umliegenden Häuser wegen des starken Sturmes gefährdete. Der Feuerwehr gelang es jedoch, ein weiteres Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. Vieh und Mobiliar wurden rechtzeitig gerettet, dagegen brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder.

Kreis Westerburg.

LPD. Westerburg, 28. Jan. Im benach­barten Gemünden wurde nachts das Haus eines Einwohners durch einen verheeren­den Brand bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert. Die am Brandherd erschienenen Feuerwehren von Berghahn und Winnen konnten das eirkfesselte Element nur auf seinen Herd beschränken. Die Ehefrau des Hausbesitzers, die den Ausbruch des Brandes nicht rechtzeitig bemerkt hatte, und sich unversehens von den Flammen umzüngelt sah, muhte durch ein Fenster aus dem brennenden Hause gerettet werden.

Kreis Biedenkopf.

4? Königsberg. 29. Jan. Auch in diesem Jahr dürfte die Bautätigkeit hier sehr gering sein und an neuen Wohnungen nichts gebaut werden. Die Baulustigen werden zur Untätigkeit gezwungen, denn es fehlt an or­dentlichem Baugelände. Die Geüieinde verfügt zwar über einen noch unbebauten Platz, dieser ist aber für Landwirte so ungünstig ge­legen. daß keiner es riskieren will, ein Objekt von 1215 000 Mark daraus zu bauen. Es wird wohl in allernächster Zeit die Gemeinde nicht umhin können, neues Baugelände zu erschließen, eine Straße anzulegen, oder eine Straße zu verlängern.

Maingau

WSN. Frankfurt a. M., 28. Jan. Am Freitagabend zwischen 20 und 20',Uhr wurde durch einen bisher Unbekannten die Neitungs- wache nach dem Hotel ,.A u t o p a l a st" in

den von Hans zu Haus unb über die schmalen, alten Straßen hinübergefpannt. Zwilchen dem dunklen Grün zahllose knisternde, kleine blau-weiß- rote Fähnchen. Die Hauptstraßen und Plätze ringe« säumt von Fahnenstangen, an deren Spitze sich Wimpel in französischen und elsässischen Farben schaukelten. Alles war in seinen Sonntagsstaat ge schlüpft. Die jungen Mädchen trugen diesem denk­würdigen Tage besonders Rechnung, indem sie sich in elsässische Nationaltracht geworfen hatten. Ken­ner der ganzen Verhältnisse sahen, wieviel Masfe rade hierbei zur Schau kam. ®ei weitem waren diese Trachten nicht aus den gediegenen echten Stos­sen, wie sie auf dein Lande üblich waren, sondern zusammengestoppelle Sachen. Ach, wie manche Kötel oder Eugönie oder Jeanne hatte schnell in den letzten Wochen einen'weißen Rock blau gefärbt, eine weiße Doilebluse rot. und ein breites weißes Band als weißeSchärpe" zur Vervollständigung des beliebten Kostüms in den französischen Natio­nalfarben genommen, um an den Trottoirs entlang Spalier zu bilden!

Es war in den letzten Tagen gerabezu fieberhaft gearbeitet worden! Melusine hatte einen Einolick gewonnen, da Alceste mit Kopf und Kragen an der rechtzeitigen und glänzenden Inszenierung des Franzoseireinzuges interniert war, seitdem man ihn mit ins Comite de r^ception gewählt. Einer Clique unentwegter Franzosensreunde in der Stadt, die ein Interesse daran hatten, sich bei den neuen Herren und kommenden Behörden in ein gutes pa­triotisches Licht zu setzen und dem Einzug der Fran­zosen eine glänzendemiseen setene" zu geben, auf die man in Frankreich so besonderen Werl legte.

'Während Melusine zeitia am Morgen zur Graiw- mama hinausfuhr und ihr Blick das Straßenbild im Vorüberhuschen durch das Fenster des 2lutos betrachtete, tarnen ihr diese Gedanken.

Draußen im Schlosse erwartete die Großmutter sie schon fertig angezogen. Es war eine eigene Feierlichkeit über die Greisin gebreitet, eine Feierlichkeit, über der noch ein Hauch von erwar­tungsvoller Unruhe lag! Im Vestibül stand der alte Jaques mit einer leichten Pelzdecke aus hellgrauem Feh zum Schutze während her Autofahrt in die Stadt. In seinem Gesicht lag ebenso ein Abglanz festlicher Erwartung, wie seine Herrin ihn heute trug. Die Bewegungen, mit denen er neben Melu-

der TaunuSstrahe gerufen, um von dort au« einem Zimmer ein Mädchen abzuholen, dem eS angeblich schlecht geworden fei. Beim @intre f?n der Rettungswache wurde in dem betreffenben Hotel­zimmer das Mädchen tot im Beil autgefunben. Dom Hotelpersonal hatte bisher niemand von dieser Tatsache Kenntnis. Die Feststellungen der Kriminalpolizei ergaben, daß es sich bei der Toten vermutlich um eine angebliche Käthe Imhsfs handelt, die bisher der Gewerbsun­zucht nachgegangen ist. Irgendwelche Ausweis-

papiere wurden bei ihr nicht vorgefunden. Raw Ansicht der Aerzte ist ein unerlaubter Gingriil verübt worden, so daß sie an Luftwegembolie verstorben ist. Die Verstorbene hatte gegen 191/, Uhr mit einem zirka 30- bis 40 jährigen Mann das Hotel ausgesucht. Der Begleiter machte den Eindruck eines besseren Arbeiter- und schrieb sich alS Monteur Karl Stamm aus Bitter­feld ins Fremdenbuch ein. Er dürste auch der­jenige fein, der die Rettungswache alarmiert bat

Stirnen, Spott und Spiel.

Bezirk Heffen-Hannover.

Die Spiele verliefen erwartungsgemäß. Die Favoriten blieben überall in Front. In Kassel schlug die junge Mannschaft des Dallspielclubs Sport den Spielverein mit 3:1 (3:0). Tura mußte vom Sportclub 03 eine 1:4-Riederlage einstecken. In Göttingen standen sich Sport­club 05 Göttingen und Eintracht Braunschweig gegenüber Die Braunschweiger zeigten nicht die erwartete Form. Göttingen gewann verdient 4: 3 (3:1). In Fulda trennten sich Borussia Fulda und Kurhessen Kassel unentschieden 2: 2

Um die

Süddeutsche Fußball Meisterschaft.

Die süddeutschen Fußball-Meisterschaftsspiele ergaben gestern in allen Gruppen eine große Anzahl von Lleberraschnngen. Bayern Mün­chen gewann zunächst mit 5:2 sein Treffen gegen S p. V. W a l d h o f zahlenmäßig viel höher als erwartet, in Wirklichkeit aber sehr glücklich Cs war ein ausgeglichener Kamps, in dem anfangs sogar Waldhos überlegen war. Auch W o r - matia Worms überraschte ungeheuerlich durch fein 0: 0 gegen die Sp. Vgg. Fürt h. Auch hier war die Aeberlegenheit wenigstens nach der Pause auf feiten der Wormser. In der Haupt­sache verdanken aber die Hessen ihrem Tor­wächter den günstigen Ausgang des Kampfes. Auch F.V. Saarbrücken lag bis zur Pause 1:0 in Führung, mußte dann aber den über­legenen Stuttgarter Kickers mit 5:2 den Sieg überlassen.

In der Gruppe Südost der Trost­runde verlor der 1. F. C. N ü r n b e r g , der Deutsche Altmeister, gegen Wacker München mit 2:3 vor 20 000 Zuschauern in einem rassigen Kampfe, der auf beiden Seiten mit stärkster Aufstellung und restloser Hingabe durchgesührt wurde. Sportklub Freiburg war ur­sprünglich gegen D. f. D. Fürth nicht Favorit. Sein Stürmer Meyers arbeitete aber unermüd­lich, bis der Sieg mit 3:2 sicher gestellt war. P h ö n i y Karlsruhe, in der zweiten Spiel­zeit nur mit 10 Mann spielend, schlug die ersatz­geschwächte Mannschaft von 1 8 6 0 München mit 2:1 Toren völlig verdient. Nicht minder über­raschend kommt die Niederlage des V. f. D. Stuttgart gegen Union (Bedingen mit 2:4 Toren. Böckingen gewann das durch schlechte Schiedsrichterleistung halb verunglückte Treffen danl der größeren Vertrautheit mit dem eigenen Platze.

Verhältnismäßig geordnet erscheinen gegenüber den obigen Liebe.raschungsresultaken dte Ergeb­nisse der Gruppe Nordwest. Rotweiß Frankfurt trennte sich von V. f. B. N e rf a r- a u mit einem glücklichen 1:1, das bereits bei Halbzeit erzielt war. Rotweih verdankt den Erfolg seinem Torwächter. Spv. 1905 Mainz hatte ebenfalls gegen den V. f. L. Neu-Isen­burg mit seinem 2:2 viel Glück, denn Isen­burgs junge Mannschaft war technisch und tak­tisch erheblich besser. Fußballgesellschaft 1 903 Ludwigshafen lieferte dem F.-Spv. Frankfurt em sehr spannendes und hartes 0:1-Spiel. Beide Parteien hatten gute Tor­gelegenheiten, vor der Pause Ludwigshafen die besseren. Später kam Frankfurt in Front, sein Linksaußen Brück konnte schließlich ein Tor er­zielen, bei dem es bis zum Schlüsse blieb

Handball in Baden.

Das Entscheidungsspiel um die badische Handballmeisterschaft zwischen Polizei S. V. Mannheim gegen Polizei S V. Frei­burg endete 7:5 (3: 3).

Olympiasitzung

des Deutschen ^eichsauöschuffes.

Im Mittelpunkt des Programms der Olympia- sitznng des Deutschen Reichsausschußes stand die Frage der Unterbringung der deutschen Teil­nehmer in Amsterdam In Privatquartieren und Hotels stehen etwa 10 000 Zimmer mit 20 000 Betten zur Verfügung An den Winterspielei: in St. Moritz nehmen 65 deutsche Vertreter teil Die Zahl der aktiven Teilnehmer für Amsterdam beträgt 282 Köpfe. Die Verteilung auf die ein seinen Sportarten ist folgende: Hockey 22. Fuß ball 22, Leichtathletik 85, davon 20 Frauei! Schwerathletik 17. Fechten 14, davon 4 Frauen olympischer Fünfkampf 5, Radfahren 12, Schwim men 40, davon 12 Frauen, Segeln 14. Rudern 27 Boren 12, Pferdesport 12.

Das Stuttgapier Hallensportfest Wickelte sich gestern in Anwesenheit von ca 5000 Zuschauern ab. Den Sprinter-Dreikamp' gewann H ou h e n - Krefeld vor Suhr-Karls­ruhe, W o n d r a t s ch e k-Stuttgart und Ra­ta n - Charlottenburg. im Weitspringen siegte der deutsche Meister Dobermann - Köln mit 7,05 Meter, im Kugelstoßen Brecher macher München mit 13,75 Meter, während Stein­hardt- Karlsruhe im Hürdenlausen erfolgreich war. Kickers- Stuttgart und V. f. B.-S t u 11 gart teilten sich in die Stege der Staffeln.

Skirennen auf dem HoherodSkopf.

Am gestrigen Sonntag kam auf dem Hvherode köpf ein Langstreckenskirennen für Herren, Damen und Jugend zum Austrag, das von prächtiaem Winterwetter und guten Schneeverhältnisfen unterstützt, einen glänzenden Verlauf nahm Mehrere hundert Zuschauer wohmen dem Rennen bei. Dem Rennen war am Samstagabend ein Fackellauf der Jugend am Hang vorausgegangen

Heue deutsche Schwimmrekorde.

Die denlsche Freistilmeisterin Frl. iKeni Erkens (Oberhausen», die erst vor kurzem einen neuen beut schen Rekord im 100-Meter-Freistilschwimmen auf stellen konnte, unternahm am Donnerstagabend im Ruhrorter Hallenbad einen Angriff auf die von Frl Lotte Lehmann (Dresden) gehaltenen Rekorde im 300« und 400-Meter°Freistil'fchwimmen. Es ap= lang Frl. Erkens, mit 4:28 bzw 6:08 die be stehenden Höchstleistungen von 4:46 bzw. 6:25 ganz erheblich zu verbesseni.

Rademacher und Iriebschläger in Strahburg.

Die deutsche Wasserballmannschaft ging auf der Rückreise von Paris in Straßburg an den Start. Rademacher siegte hier im 200>Meter-Bruft- schwimmen vor Schoebel. Das Wasserballspiel zwi­schen dem A. S. S. und der deutschen Mannsckast verlief 6:6 unentschieden. Riebfchläger zeigre ein vom Publikum stark bejubeltes Schanspringen.

Eissport.

Die deutsche Kunstlausmeisterschaft in Müssen.

In der Damenmeisterschaft konnte grau Dlockhöf vom B. S. E. ihren Titel erfolgreich behaupten.

Die Herrenmeisterschaft im Kunstlaufen konnte der frühere deutsche Meister Rittberger seinem Vereinskameraden Franke entreißen.

Im Paarlaufen wurde das Berliner Paar Frl. Kihhauer-Gaste Sieger.

Die schwedische Lisschnellausmeisterschasl wurde von Gustaf Andersson gewonnen, der seinen Siegen am Samstag in Köping über 500 und 10 000 Meter am (Sonntag zwei wei­tere hinzufügte Für die 1500 Meter benötigte Andersson 2,40, für die 5000 Meter 9,41:5 Min.

sine ibie Greisin durch da- Vestibül zum Auto ge­leitete, hatten heute neben aller Untergebenheit und Di-skretion etwas Eigenes, Unausgeforochenes. Denn als die alte Dame, ehe sie den Fuß in den Wagen setzte, ihn anblickte und sagte:Mon vieux, hättest du es wirtlich geglaubt, daß wir beiden es erleben würden: eines Tages wieder die Marseillaise in der Stadt hier hören zu dürfen?" lächelte er mit einem Hauch von Ueberlegenheit und erwiderte:

D doch, Madame! Es ist das feit achtundoierzig Jahren mein Abend und mein Morgengebet ge­wesen! Ich bin beglückt, Madame heute auf diesem Wege begleiten zu dürfen?"

Mit dem Eigensinn, mit der Kraft eines verletz­ten Nationalempfindens hatte die greife Baronin von Hannnerschlag es vermieden, seit der Deutsch- werdung des Elsasses Straßburg je wieder zu be­treten. Sie erging sich in ihrem großen, weiten wundervollen Parke, sie umemahm Spazierfahrten in die weitere Umgebung Straßburgs, die selbst bis an den Fuß der Vogesen früher geführt hatten. Sie grüßte von ferne, von Lichtungen ihres Parkes zum Münster hinüber, weil er in feiner erhabenen Ma jeftät unverändert geblieben war ... doch sonst hatte sie auf ihrer Besitzung gelebt, gleichsam wie auf einer Insel. Nur durch die Angehörigen und gleichgefimtte Freunde und entferntere Verwandte wurde sie iwch mit der Gegenwart verbunden, wenn sie deren Besuche hier draußen empfing.

Jetzt aber verband sie ihr Leben wieder mit dem dieser Stadt. Denn sie wußte: der letzte deutsche Soldat hatte den Boden des Elsaß verlassen.

Die Fahrt zur Stadt verlief fast schweigend. Die Baronin sah unermüdlich zu den Fenstern hinaus. Trotz der schnellen Fahrt entdeckte sie, tuieuiel sich im Stadtbild in dem verflossenen Jahrhundert xxt ändert hatte. Ein ganz neuer Stadtteil war unter­halb der Orangerie bis zur Stadt selbst entstanden. Diel Neues, Stattliches, Imposantes und Schönes war ausgewachsen. Das mußte selbst die Oppo­sition den Preußen lassen?

Sie hatte ihre 5)and auf dem Schoß der Enkelin neben sich liegen. Fest und doch voller Weichheit. Mit den ttnatisgesprochenen Worten:Ich danke dir, Paß du in diesen für mich denkwürdigen Stun­den neben mir bist? Deine Mutter hält sich fern. Aber deine junge Generation laß meine Hoffnung

feinI Komm, hatte jetzt zu unserer Seite, wo du siehst, daß der Aar Frankreichs wieder so groß aufsteigt!"

Melusine war das Schweigen not. Es hatte cun Morgen eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihr und Ranmond gegeben. Nur ganz kurz war sie ge­wesen. Nur wenige Worte waren gewechselt. Abei jedes der Worte l^tte Ijart geklungen, und ging fast messerscharf zum andern hinüber. Aus die erstaunte Frage des Brilders, wie es denn möglich fei, daß die fast gelähmte Großmutter eine Fahrt in dir Stadt und ein Huschauen vom Ministerium aus un ternehmen möge, hatte Meluttne mit verbissenem Mute geantwortet.

,Lch werde sie begleiten. Das habe ich ihr ange boten. Und Alceste wird uns am Portal des Mini- fteriume erwarten!"

Du hast der Grandmama deine (Begleitung an- geboten, Melusine? Du, die du feit vier Jahren einem Freunde von mir dein Wort gegeben hast der als Offizier neben mir unter den deutschen Waffen gekämpft hat? Du bist bereit, jetzt den Tri umph der französischen Waffen mit amzüsehen und zu bewundern?"

Noch mehr als (eine Worte hatten fein Blick und der Ton seiner Sttmme sie erregt und verletzt.Bc denke, daß ich zweiundzwanzig Jahre alt bin, ^Ray­mond? Ich habe meinen freien, meinen eigenen Willen. Und nie erkenne ich eine Verpflichtung an. deinen Ansichten und deinen Empfindungen hui digen zu müssen, weil ich deine Schwester bfn'"

Da hatte er sie fest und lange angesehen. Dann meinte er:Wir haben uns als Geschwister immer nahe gestanden. Haben uns immer geliebt, Melu sine. Die ganze eigenartige nationale Zerrissenhei die nun einmal Inder in unserer Familie besteht, hat zwischen uns nichts Trennendes zu schiebe,', vermocht. Aber ich fürchte, o, ich ahne es, Mc lasine,dieser Tag heute wird beginnen, uns beidc zu scheiden! ...

Die Stimmung eines verbissenen Trotzes hatte sich um sie gekrallt. Kein versöhnendes Wort war ihr möglich gewesen. Sie hatte ihn aus dem Zim­mer geben lassen, ohne durch ein Dort, durch einen Blick feine ausgesprochene Vermutung zu ent- f raffen.

(Fortsetzung folgt.)