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Künstler-Kalender ISA
32. Sortierung.
Nachdruck verboten.
Diva
Eine
(Fortsetzung folgt)
war alles erzählt
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
Kostenlose Ausgabe an hie Leser des Gießener Anzeigers erfolgt vom Montag, dem 31. Dezember, an. JJeu hinzutretende Bezieher haben Anspruch auf den Kalender; sie bestellen deshalb zweckmäßig sofort in Gießen bei der SeschSstsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Vertriebsstellen oder bei der Post
Don Professor $. S. Ehmcke (München) zur Erinnerung an das hundertjährige Bestehen der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei N. Lange entworfen und von ihr in drei Karben gebrurff
Lachs Vaiazzo l
Roman von J. Schneiöer-Koerfil.
Vrbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
„WaS redest denn. Achim! Ich werd doch die Mutter nicht Im Stich lassen — aber es ist ja alles eine unnütze Angst von dir." Die muhte innehalten und ihr Gesicht in sein Haar drücken, daß er ihre Tränen nicht sah. Krankheit macht jeder durch! Wann da einer gleich sterben mühte!"
Chöre der Kinder, eingeübt von Lehrer und Organist M e i d t. Die Lieder und Gedichte der Kinder erfreuten eine zahlreiche Festgemeinde bei dem Schein der Kerzen des Christbaumes.
(P Garbenteich, 28. Dez. Unter stardrr ‘Beteiligung der Gemeinde wurde am zweiten Weihnachtsseiertag« Lehrer Weisel zur letzten Ruhe statte geleitet. Besonders zahlreich erschienen waren die Lehrer der Vachbarorte, um ihrem Kollegen die letzt« Ehre au erweisen. Der Pfarrer hob in seiner Grabrede die vortrefflichen Eigenschaften des Verstorbenen gebührend hervor. Schulrat Professor Dr. Alles (Gietzen) ehrte den Entschlafenen im Hamen des Kreis' schulamtes und würdigte ihn als tüchtigen Lehrer, der 31 Jahre in unserem Dorfe wirkte. Es folgten dann weitere Ansprachen, ans denen hervorging. daß der Verewigte feinen Beruf sgenvssen ein lieber Kolleg«, ein guter Freund und Berater war. der immer unter Zurückstellung der
Ausklang in einer Ansprache des Pfarrers fanb, und jedem Festgast etwas mitgab von der rechten Weihnachtsfreudc.
Z W - r b e r g, 28. Dez. Die Christ mette am heiligen Abend versammelte im Gotteshaus eine zahlreiche Gemeinde. Der Gesangverein Göbelnrod unter Leitung von Herrn M e b u.s (Reiskirchen) wirkte mit. Die Feier wurde veranstal- tet von Lehrer und Organist Allendörfer (Göbelnrod) mit seinen Schulkindern. Das Krippen- Schattenspiel, mit großer Sorgfalt eingeübt und mit freudiger Begeisterung bargeboten, mit seinen vortrefflichen Chören au Ehren des Christkindes fand den ungeteilten Beifall von groß und klein.
6 Harbach, 28. Dez. Auch in unserer Kirche fand eine Christfeier am ersten Weihnachtsfesttage statt, bei der die Kinder unter Leitung von Lehrer und Organist Faber einige Chöre fangen und auch durch ihr Wort bei der Feier mitroirften. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die Schulfeier fand am 29. Dezember statt.
5 Reinhardshain, 28. Dez. Bei dem Festgottesdienst am zweiten Feiertage wirkte der hiesige Gesangverein unter Leitung von Lehrer und Organist Müller mit. Das Gotteshaus vermochte dir Gemeinde kaum zu fassen. Die Weihnachtsfeier der K.nder im Schul)aal. veranstaltet von Lehrer Müller, muhte dreimal aufgesührt werden, um allen Interessenten Gelegenheit zu geben, zu sehen und zu hören, was dir Kinder gelernt hatten.
5 Beltershetn, 28. Dez. Die Christ- mette am heiligen 2lbend mar verschönt durch die
das ihr enlgegenfah. „Wenn Herr Professor nicht wohl sind, wurde ich für Ablösung sorgen."
Er verneinte mit einer Handbewegung. Hettingens Finger suchten tastend über die Decke und trafen auf die küUrn, reglosen des Arztes. In halbem Erwachen öffnete er die Lider.
„Hansl"
Tief beugte sich der Doktor zu ihm herab. „Kcurn ich Ihnen irgend etwas tun, Baron?“
Ein verzerrtes Lächeln. — »Ich habe nur geträumt!" u
Bon mir geträumt — trotz allem — wie muß er mich geliebt haben, dachte Fehmann erschüttert. Was war ihm gegönnt zu tun. um die ungeheure Schuld an dem Freunde wieder gutzu- machen? Würde der Himmel Erbarmen haben und ihn siegen lassen in dem Kampfe mit dem Schnitter Tod?
In entsetzlicher Langsamkeit schlichen die Stunden bis zu Sonnenuntergang. Fehmann empfand ein ©rauen vor der Vacht, die nun kommen würde. Was würde sie bringen? Ohne einen Bissen zu sich genommen zu haben, harrte er schon feit dem Morgen und horchte auf jeden Atemzug, der aus der Brust kam. Ab und zu griff er nach den fieberheißen Händen und schloß sie in seine kühlen, lebenskräftigen, als müsse fein eiserner Wille durch sie hindurch in die Seele des Freun° deS bringen.
Gegen Mitternacht fuhr Hettingen hoch und faßte nach seinem Arm. .Hang, hilf mir! — Er will mich erwürgen i — Er erdrückt mich. Hans!"
»Er kann dir nichts anhaben. Joachim! — Ich bin bei dir!" Die Baronin fuhr von dem Divan auf. wohin die Ditte der Schwester sie für eine Stunde gezwungen hatte, und lief nach dem Bett ihres Sohnes. „Was ist dir. mein Bub?“
-Er spricht im Fieber!" beschwichtigt« sie Feß- man. »Beunruhigen Sie ihn nicht."
Wortlos kauerte sie sich in einen Stuhl zu seinen Füßen. Mit lähmender Schwere tannen die Stunden. Ab und zu rief der Kranke Bruch- teile zusammenreimbarer Sätze in das tödllch
eigenen Wünsche stets das Wohl der Allgemeinheit in den Vordergrund stellte. Zahlreiche Kranzniederlegungen begleiteten die Ansprachen.
* Leihgestern, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertagabend versammelten sich die Mitglieder des Gesangvereins „Lieder- kränz" und des Turnvereins „Frisch- Auf" zu gemeinsamer Weihnachtsfeier im Vereinslokal. Wit trefflichen Worten begrüßte der Vorsitzende des Turnvereins. Will, die Weraus zahlreich erschienenen Freunde und Gaste beider Vereine, die als erweiterte Familie tn dem einigenden Band der hohen Ziele Veranlassung genug erblicken könnten, das schönste deutsche Fest gemeinsam zu feiern. Der brennende Weihnachtsbaum und das gemeinsam gelungene Cteb ..Stille Vacht, heilige Dacht" schufen die rechte Wechnachtsstimmung. Prachtvollen Chören des Gesangvereins unter der bewährten Leitung des Herrn Blaß folgten turnerische Aufführungen. die Turnwart Schmidt und feiner Schar reichen Dank und Beifall einbrachten. Ein lustiges Theaterftückchen. flott gespielt und viel belacht, anschließend eine Verlosung, beschloß den ersten Teil des Abends. Im zweiten Teil spielte eine schneidige Kapelle, die vorher schon mit schönen Musikstücken erfreute, zum Tanz auf, dem alt und jung noch bis lange nach Mitternacht, huldigten. Daß die Vereinsvorstände mit dieser Weihnachtsfeier das Richtige getroffen, insbesondere, daß he auf die Mitwirkung fremder Kräfte verzichtet hatten und durch die Darbietungen dem 2ll>end den Charakter eines rechten Familien- abends gaben, sicherte ihnen den Dank Äler Anwesenden, der sich am schönsten darin kundtat. baß Sänger und Turner lange noch in echter Fröhlichkeit beisammen sahen.
0 © rüningen, 28. Dez. Dem Beispiel vieler Gemeinden des Vogelsberges folgend, wurde auch hier durch Beschluß des GemeinderateS die Schafherde ab geschafft. Schäfer Voll, der 34 Jahre zu größter Zufriedenheit der Schafzüchter das Hirtenamt ausübte, tritt in den wohlverdienten Ruhestand.
> Holzheim, 28. Dez. Nachdem am zwei den Weihnachtstag die hiesige Ortsgruppe deS Landjugendbundes im vollbesetzten Saale des Gastwirts Sames einen wohlgelungenen Theaterabend veranstaltet und, umrahmt von Konzertstücken der Kapelle Sarnes, die 'Theaterstücke „Der Schmied von Ruhla" und „Annelies von der Pfalz" zur vollendeten Darstellung gebracht hatte, die reichen Beifall fanden, beging die hiesige Bruderschaft des Jung» deutschen Ordens, wie alljährllch, am Abend des dritten Feiertages im großen Rat- haussaal ihre Weihnachtsfeier. Vach den Älängen alter bekannter Armeemärsche und nach der Begrüßung durch den Großmeister Ze ist hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Weber, eine Ansprache, der er die 'Weihnachtsworte „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" zugrunde legte. Im ersten Teil der Feier wechselten Klaviervorttäge, Weihnachtsgedichte, Er- mnerungen an Kriegsweihnacht und gemeinsame Weihnach'slieder miteinander ab. die durch passende Darbietungen eines Doppelquartetts des Gesangvereins „Harmonie" ergänzt wurden. Der zweite Teil der Feier war dem deutschen Rhein und dem deutschen Vaterland geweiht. Auch hier fanden alle Darbietungen aufmerksame unb bankbare Zuhörer. In einem kernigen Schlußwort dankte Ordensbruder Seipp allen Mittoirken- ben unb entwarf in klaren Worten ein Bild jungdeutscher Bruberarbeit.
# Villingen, 28. Dez. Ihren 8 8. Geburtstag feierte in diesen Tagen Frau Margarethe Hörny Witwe. Sie ist die älteste Einwohnerin unseres Dorfes und erfreut sich noch einer verhältnismäßig guten körperlichen und geistigen Rüstigkeit.
ill R o d h e i m a. d. H o r l o f f, 28. Dez. Unser Pfarrer hatte die Gemeinde zu einer schlichten Weihnachtsfeier am heiligen Abend in den Schulsaal eingeladen. Der überfüllte Saal, sowie die Andacht, mit der die Zuhörer den Worten des Redners lauschten, zeigten den starken Eindruck, den die Feier bei allen Teilnehmern hinterließ. Am ersten Feiertagabend sand m der Kirche ein überaus stark besuchter, liturgischer Weihnachtsgottesdienst statt. Ein gut eingeübtes Hirtenspiel wurde aufgeführt. Die Feier wurde verschönert durch Chvrgesang unserer Schulkinder.
y. Aus der nördlichen Wetterau, 28. Dez. Erst kürzlich haben hier die Schafzüchter ihre Zuchtschafe zur Winterung eingestellt. Das schneefreie Herbstwetter gestattete diesmal ein längeres Verweilen der Herden im Freien, wodurch viel Futter gespart wurde. Do aber bereits viele
„Aber ich — ich, Isa! Das fühlt man doch! Bei mir gebt es aufs Ganze!"
„Aber geh! Weil dir ein bisserl schwach und Äend ist. das gibt sich wieder. In einer WochN fahren wir auf den Semmering."
„Glaubst du, daß ich nicht schon früher reife» werde?" srug er mit einem Lächeln, ba-8 ihr ins Herz schnitt. „And soviel muh ich zurücklassen, Isai Soviel! Die anderen gar nicht zu rechnen, die ich schon verloren habe!"
„Wen hast denn verloren, mein Diunmerl, ©ar niemand! Grad selber machst dir daS Herz so schwer. And mir mit War der Fehmann schon da? Was sagt er denn?"
Schweigen. Die Ahr auf dem kleinen Tische tickte unermüdlich in die Stille, unaufhaltsam hetzten die Minuten vorwärts. Die Diva ftret- chäte die trockenheihen Hände Joachims und drückte ihren Mund daraus. „Hast denn kein Bertrauen zum Fehmann, Achim? Er soll so tüchtig fein, er setzt fein Leben für dich ein, wann's nötig ist!"
„Glaubst du, Isa? Du bist noch nie in Vvt gewesen, sonst würdest du anders reden, aber es soll fein Borwurs sein! Ich habe Fehmann nicht der geringsten Schuld zu zeihen — nicht der geringsten. Aber was soll ich ihn noch bemühen! Er könnte mir ja doch nicht mehr helfen!"
„Sie dürfen nicht foviel sprechen. Herr Baton! Ich mühte sonst die gnädige Frau bitten, sich für eine Stunde zurückzuziehen, bis Sie wieder ruhiger geworden sind!"
Isabella Jesko starrte etwas unsicher nach dem Arzte, der. am Kopfende des Bettes stehend, die Warnung an Joachim gerichtet hatte.
Vermochte eine Stimme so zu täuschen? Oder war er es wirklich?
AIS er zehn Minuten später auf den Korridor trat, folgte sie ihm. Er nahm die Drille ab und verneigte sich.
„Verzeihen Sie die Komödie, gnädige Frau! Aber es muh sein! Er duldet mich sonst nicht an seinem Bette." Mit wenigen kurzen Worten
Seine Gedanken suchten vergeblich zur K'arhcit Mi gelangen. Dann ein blitzartiges Erinnern: Deine Elle gestern abend, um zum Südbahnhof zu kommen — bet Arbeiter an der Tür — das gestreifte Hemd — seine knappe Abweisung — die Worte der Schwester — der atme Mensch hätte ihr furchtbar leid getan, noch an der Treppe habe er sich umgesehen und nicht glauben können, daß er gehen müsse. —
Unb baS war Joachim gewesen! — Joachim!
Der Doktor preßte bte Finger über den Mund, daß ihm kein Laut entschlüpfte. Es gab Dinge, die einen von einer Minute zur anderen dem Wahnsinn überlieferten. — Schuldig war er geworden an dem Menschen, der ihm nach feinem Weibe doS Liebste auf der Erde wat.
And wie muhte eS Joachim getroffen haben! — Abgewieien zu werden von dem Freund, dessen ganzes Glück fein Werk war. — Don dem Mann, dem er seine ganze glänzende Existenz schuldete, mußte er sich der Andankbarkeit zeihen lassen. Auch wenn Joachim am Leben blieb — war er ihm für Immer verloren.
Er sah ihn wieder auf der Treppenstufe sitzen an jenem Abend, wo er ihm feine ganze Rot anvertraut hatte, und hört« ihn sagen: „Ich habe hier gewartet, damit du nicht weit zu gehen hast, wenn du mich etwa brauchen solltest."
And er — er hatte ihn gestern abend fort- geschickt zu einem völlig Fremden, damit er bei diesem Hilfe find«.
Vie und durch nichts würde die gähnende Kluft, die sie nun beide trennte, zu überbrücken fein.
AIS er wieder in ßaS Zimmer zurückkam. . erschrak di» Schwester über daS farblose Gesicht,
wurde ihrer Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Desucher gerecht.
:—: "Beuern, 28. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertagabend fand in unserer Kirche eine eindrucksvolle Weihnachtsfeier statt. Pfarrer Wagner hatte mit den Schulkindern der ersten und zweiten und einem Teil der dritten Klasse ein biblisches Weihnachtsstück eingeübt, das von den Kindern in schöner Weise ausgeführt wurde. Das Quartett des Gesangvereins „Liederkranz" brachte den stimmungsvollen Chor „Hymne an die Vacht" ausdrucksvoll zu Gehör und trug damit wesentlich zur Verschönerung deS Gottesdienstes bei. — Die hiesige Freie Turnerschaft hielt im Saale „Zur Germania" ihr diesjähriges Wintervergnügen ab. Die Pyramiden bei bengalischer Beleuchtung, sowie die übrigen turnerischen Leistungen zeigten, daß vorzüglich« turnsportliche Kräfte in dem Verein vorhanden sind. Die theatralischen Aufführungen wurden mit großem Geschick gegeben; die Mitwirken den ernteten lebhaften Bei,all. Anschließender Tanz hielt die Teilnehmer noch einige Stunden zusammen.
a. Reiskirchen, 28. Aug. Durch Jahrzehnte hindurch wurde die Spar, und D rieh ns- kaffe Reiskirchen unb Umgegend mit großer Umsicht unb Sorgfalt verwaltet. Diese Umstände ermöglichten es, daß die Kosse gleich den staatlichen Bezirkssparkassen aufwerten konnte, und zwar in der beträchtlichen Höhe von 15 Prozent. Im Laufe des Sommers wurden di Umrechnungen vorgenommen, durch öffentliche Dekonntmachung im „Gießener An'
Seiger sind die Sparer jetzt aufgefordert worden, ob 10. Januar die alten Sparbücher zur Umschreibung vorzulegen. Allen Leuten zeigt die Kasse besonderes Entgegenkommen. Um diese noch in den Genuß der Aufwettung kommen zu lassen, erhalten sie auf Wunsch gleich ein Sechstel des Äufwettungs- betrages ausbezahlt, lieber dieses Sechstel hinaus kann auf Vorstandsbefchluß noch weitere Zahlung an alte Leute erfolgen. Rur durch die sehr günstige Ent- Wicklung der Kasse war es möglich, die Aufwettung in diesem Ausmaß vorzunehmen.
Z Veitsberg-Eaosen, 28. Dez. Wie all- jährlich so hatte auch dieses Jahr unser Organist, Lehrer Huber, mit seinen Schülern eine erhebende C h r i ft m e 11 c veranstaltet, die am Abend des ersten Feiertages stattfand. Unser Kirchlein auf dem Veitsberg konnte die Festgemeinde nicht fassen, so groß war der Besuch. Die Kinder hatten neben anderen weihnachtlichen Gedichten ein Krippenspiel eingeübt. Es war eine rechte Weihestunde, die ihren
Neujahrswünsche auszutauschen. Staatspräsident Adelung wird bei dem Empfang eine Ansprache halten.
Georg Philipp Gail, 2L -©., tn Gießen, bat Anfang Aovernber ihre hiesig« Zigarren- fabril auf unbestimmte Zett geschlossen. Dadurch sind 42 weibliche Personen arbeitslos geworden. An männlichen Arbeitslosen haben wir zur Zeit 32, insgesamt also 74, eine für eine Gemeinde mit zirka 900 Einwohnern verhältnismäßig hoh« ZahL — Bel der gestrigen Treibjag d wurden 44 Hasen erlegt.
chSIllendorsa. d. Lahn, 28. Dez. Am Donnerstag vor dem Christfest verunstaltete die Mittelklasse unserer Schule einen Weihnachtsabend, dessen Vorführungen am Samstag wiederholl tour« den. Die Kleinen der Unterklasse gaben Freitag abend ihr Bestes, und die Obertlasse unter Leitung unseres langjährigen Lehrers Jager hiell am Tage vor Weihnachten eine sehr stimmungsvolle Feier ab. Alle Veranstaltungen der Schule waren bis zum letzten Platz besetzt und zeugten oon größtem Interesse der Gemeinde für derartige Darbietungen. — Die Sonntags schule der christlichen Gemeinschaft hatte . ire Feiern für die Kleinen unb Kleinsten auf Sonntag mittag und Sonntag abend gelegt, wo Herr Richard B i n z das Ganze in schöner Weise leitete. Jedes Kind erhielt hierbei ein prak- tisches Weihnachtsgeschenk, nämlich Löffel und Gabel. — Die Gottesdienste waren an den Feier- tagen sehr gut besucht. Am ersten Weihnachtsabend beim brennenden Cyttstbaum war oon einer oiel- hundettköpfigen Menge sogar der letzte Stehplatz besetzt. Der Kirchenchor half an diesem Abend den Gottesdienst durch weihevolle Gesänge verschönen. Am zweiten Feiertage oredigte der Geistliche von Klein-Llnden hier, der seine christliche Jugendver- einigung mitgebracht hatte. Die Jünglinge sangen sehr schön zum Gottesdienst. Auch der Musikchor der Vereinigung wirkte in dankenswerter Weise mit.
X W i e s e d , 28. Dez. Am ersten Christtag wirkte im Hauptgottesdienst wieder der Frauenchor mii, dessen Leitung seit kurzem wieder fein erster Dirigent, Philipp Groß, übernommen hat. Angewohnt war eine Weih- nachtsüberraschung bei der Ehristvesper in Gestalt einer Veihe von Schattenbildern: „Die Geschichte vom Weihnachtsstern", zu der der Ortsgeistliche den Text sprach. Den größeren Teil dieses Gottesdienstes füllten Chöre der Ober- klaffe aus unter Leitung von Lehrer Petri und Gedichte, sogar zwei Soli von Kindern der Kinderkirche; dazu Worte von Verheißung und Erfüllung aus der Heiligen Schrift. Bei einer Bescherung wurden die beiden Oberklassen, sowie die Kinder der Kinderkirche mit Büchlein und Wandsprüchen bedacht.
§Z)aubringen,28. Dez. Zwei Tage vor Weihnachten hat her Lern m er s ch e Steinbruch am Lollarer Kopf seinen Bc'rieb geschlossen unb sämtliche Arbeiter — 25 an der Zahl — entlasten. I Wie man hört, soll der Hauptgrund in der Unren- | Labilität des Betriebes zu suchen sein, da zunächst I immer noch gewaltige Schutt- unb Erbmassen ab- I beförbert werben müssen, bis zum Schlagen brauch, bares Material in genügenben Mengen wieber zutage tritt. — Die Holzhauerarbeiten haben in unserer ©emeinbe begonnen. Trotz der nicht geringen Zahl Arbeitsloser war bie Bildung einer Rotte Holzmacher anfangs mit Schwierigkeiten verknüpft. Endlich brachte man eine genügende Zahl Leute zusammen, die auch in diesem Jahre bie übliche Menge Holz, runb 420 Festmeier, schlagen. Hauptsächlich werben Kiefernbestände durchforstet unb gelichtet.
V Mainzlar, 28. Dez. Am zweiten Weih- nochtsfeiertage hielt unser Turnverein im Müllerschen Saale sein diesjähriges Wintervergnügen ab. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten hatte man von turnerischen Darbietungen abgesehen und sich auf die Aufführung einiger Theaterstücke befchränkt. In einer kurzen Ansprache hieß der erste Sprecher deS Vereins. W. W e h n, die zahlreich erschienenen Mitglieder, sowie die Vichtmitglieder, willkommen. dankte den afttpen Turnern für die im verflossenen Jahre geleistete Arbeit und ermahnte gleichzeitig zu weiterer Pflege der Körper und Geist stählenden deutschen Turnerei. Ein größeres, flott gespieltes Theaterstück erntete verdienten Beifall, während eine Tombola-Verlo- sung eine abwechslungsreiche Anterhaltung bot Die Kapelle Bürger, die den musikali- lchen Teil der Veranstaltung übernommen hatte, |
lastende Schweigen. Dann horchten die beiden angsterfüllten Menschen, die bei ihm wachten, auf.
„Hans, nun fei ein wenig nett! — Der Ringler gibt feine Praxis auf! — Erstes Viertel! — Da möchte ich dich hineinlancieren!"
Fetzmanns Rücken sank tief nach vorne, daß fein Gesicht beinahe auf die Bettdecke zu Regen kam
-Es war doch schön gewesen, Oskar? — Vicht? — So viele Jahre haben wir und gehabt und hat nie Streit gegeben!"
Fassungslos schluchzte die Baronin auf. Der Kranke wurde unruhig, da drückte sie beide Hände fest gegen das Gesicht, um nicht hinauszuschreien vor Verzweiflung.
Gegen vier Ahr morgens wachte er aus seinen Fieberträumen auf, loh die Mutter über sich geneigt und hob ihr die Hand entgegen: „Guten Morgen, Mama! Warum weinst du denn? Du hast mich ja noch! — Ist Isa noch nicht gekommen?^
Die Baronin verneinte. Da sank er wieder zurück, aber Fehmann merkte, wie er auf jedes Geräusch horchte, das durch die Stille drang.
Endlich — es war einige Minuten nach halb fünf — hielt drunten vor dem Haus ein Wagen. Hettingen hob sich mit aller Mühe hoch. Sie muhte es sein! "Mußte! — Gin Schritt lief den Korridor entlang — von der Türe her kam ein Luftzug, dann schlangen zwei Arme sich um den verfallenen Körper: „Bub — mein lieber Bub, was machst du denn für Sachen?"
Hettingens gesunde Hand Hämmerte sich um Ihr Gelenk! „Run muh ich sterben, Isa. Aber ich kann nicht — die Mutter — versprich mir, daß du sie nicht allein läßt — sonst hole ich sie!"


