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Geschichten aus aller Welt

Reid und Scheelsucht

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mutllch Eifersucht. .

$tau am ersten Feiertag bei einer Weihnachts­feier mit eitern andern Manne getanzt habeir, und darüber soll der Ehegatte in große Erregung

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Eines Tages natürlich hörte diese Reklame plötzlich auf. Denn nichts anderes als Reklame steckte dahinter, wie Herr Lazcano selbst eings- stand. Er stellte fest, daß von 8000 Brötchen, die konsumiert worden waren, 2700 nicht b«ahlt waren. Aber Herr Lazcano hatte keinen Scha­den davon, weil er sich seine Reklame absichtlich soviel kosten lassen wollte, im Gegenteil, sein Rame war bekannt geworden, sein Lokal war ständig überfüllt, die Kunden hatten sich an ihn gewohnt, und er konnte von da an Aekordziffern aufweisen, die seine Kollegen vor Mißgunst er­blassen ließen. Dis 1914 hatte er über 60 Millio­nen belegter Brötchen verkauft, und sein Restau­rant steÄ auch heute noch in vollstem Flor.

AuS der Unehrlichkeit der anderen Ka­pital zu schlagen, daS ist wirklich ein Kunststück! Herrn Lazcano ist es glänzend gelungen.

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geraten sein.

Berliner Börse.

Berlin. 29. Dez. (WTB.-FunksPruch.) Im heutigen Bormittagsverkehr hält di> freundliche Tendenz des gestrigen Tages an. Das Geschäft ist zwar noch unentwickelt, aber für Reichsoank. A. E. G. und Farben scheint etwas Interesse zu bestehen. Die gestrige feite Reuyocker Börse bietet eine Anregung. Die Kurse liegen etwas höher, als gestern Mittag Schluss Man hört Ä.G.G. 195.50 bis 195, I.-G.-Farben 271.50 bis 272 mrd Reichsbank 335 Geld. Am Devisenmarkt nennt; man Paris 124.05, Mailand 92.72, Madrid 29.7650, den Dollar 4.1985 und das Pfund 4.856250.

WSR. Dillenburg, 28. Dez. 3m Verlaufe ehelicher Auseinandersetzungen hat In Hoben, bach (Dilllreis) der 28 3abre alte Landwirt Wilhelm Paul seine 23 3ahre alte Frau, eine frühere Witwe, mit der er erst seit einem Jahre verheiratet war, erschossen. Dann hat ....... ' einen Schuß entleibt

wird veröden. Das Geleise Friedrichs Hütte Laubach (1500 Meter) wird abgetragen werden.

ch Gedern, 28. Dez. Die vergangenen Fest­tage brachten sehr Raa besuchte und liturgisch reich ausgestaltete Weihnachtsgottes­dienste. Bei der Christfeier am heiligen Abend wirkten der Kirchengesangvecetn und der Kinberchor mit Außerdem wurden noch von zwei Konfirmanden Weihnachtsgedichte ge­sprochen. Eine freudige und allgemein dankbar gewürdigte Heberraschung wurde der Gemeinde noch zuteil durch den weihevollen Dortraa von O du fröhliche" undStille Rächt" durch den Musikverein Gedern, der auf dem Kirch­turm Ausstellung genommen hatte und die feier­lichen Weisen in dte Christnacht hinein erkllngen ließ; eine große Menschenmenge lauschte in tie­fer Ergriffenheit den erhabenen Klängen. 3m Hauptgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag wirkte der MannergesangvereinLie­de r k r a n z" mit. Am Rachmittag des ersten Feiertages fand die Weihnachtsfeier des Kin­dergottesdienstes statt, wobei die übliche Verteilung von lleinen Spruchbildchen und <8r= zahlungsheften bei der 3ugcnd Freude arts- lösten. Die an den beiden Festtagen für die Heidenmission erhobene Kollekte erbrachte den Betrag von 64.10 Mark. 3m Gemeindesaal der Kirche veranstalteten der G u st a v - A d o l f - Frauenverein und der Mädchenbund chre Weihnachtsfeiern, wobei ein schlichtes Weih­nachtsspiel mit dem LeitgedankenSein Licht kommt!" durch Mitglieder des Mädchenbundes zur Darstellung kam. Lebhaftes 3nteresse erweck­ten auch zwei stimmungsvolle Weihnachtsreigen, die mit viel Geschick von Mädchenbündlerinnen vorgeführt wurden. Zum Schlich erschien der Rikolaus und tellte an die Erschienenen kleine Weihnachtsandenken aus.

V Gedern, 27. Dez. Am zweiten Weih­nachtsfeiertag hielt der hiestge Gesangver­einLiederkranz" einen wohlgelungenen llnterhaltungsabend im Derawirtshaus unter Mitwirkung des Sinfonieorchesters Geln­hausen und des Zithervirtuosen, Gendarmerie- hauptwachtmeisters Hans H a u b n e r dahier, ab. Der Vorsitzende des Vereins, Postassistent S e u m, begrüßte in herzlichen Worten die Er­schienenen. Ein Dorspruch, betiteltDas deut­sche Lied", leitete dann zum Dortrag der Ouver­türe zu Schuberts OperRosamunde" über, die von Solisten des Gelnhäuser Sinfonieorchesters gespielt unb von dem Publikum sehr beifällig aufgenommen wurde. Dann folgte das zweiaktige, ebenfalls mit starkem Beifall aufgenommene SchubertspielAm Brunnen vor dem Tore". 3n Hauptwachtmeister H a u b n e r lernten wir einen vortrefflichen Zitherspieler kennen. Zwei vom Dopppelquartett gesungene Chöre unter Leitung von Lehrer Riedel leiteten zu der Fantasie Aus Schuberts Skizzenbuch", dem letzten Pro- wwmmputckt deS ersten Teils, über. Der übliche Tanz schloß die Deranstaltung.

Ober-Schmitten, 28. Dez. Die Weih- n a cht s v e r a n st a l tu n g des hiesigen Man- neraesongvereins in Form einesBunten Abends^ erhielt dadurch ein besonderes Gepräge, daß sich die Schule in den Dienst der Sanges-

sachc stellte. Mit dem zweiaktigen VolksstückWeih­nacht in der Pecherhütte" eröffneten dte jugendlichen Darsteller den Abend. Ihr belebtes, ausdrucksvolles und natürliches Spiel verinnerlichte den Weihnachts- gedanken und schuf die still-fröhliche Stimmung, die im Wechselgesang oes Liedes ,JD, du fröhliche, o du selige" ihren Ausklang fand. In dem Märchenspiel Pechvogel und Glückskind" zeigten sich die jungen Darsteller von ihrer heiteren und humorvollen Seite. Das Publikum amüsierte sich köstlich und dankte durch reichen Beifall. Der übrige Test des Abends wurde von dem Männergcfangverein und seinen bekannten Kräften bestritten. Das Zwie­gespräch in oberhessischer Mundart Hannes gidd uff de Näidder Wettstreit" wurde so urwüchsig und drastisch wiedergegeben, daß es ständig von Lach­salven unterbrochen wurde. Auch die folgenden blummem, die sich aus Schwänken, Temetten und Gesamtspielen gruppierten, ernteten stürmischen Beifall. Der Besuch war so stark, daß das letzte Plätzen im Saale gefüllt war. Die Leute standen auf Tischen vor der Eingangstür und viele mußten umkehren. Die neue Dül) Neueinrichtung, von dem 1. Borsitzenden, Prokurist Michel, und dem Malermeister Stoll entworfen und in Oel gemalt, vermag in künstlerischer Hinsicht auch ver­feinerten Geschmack zu befriedigen. Das uneigen­nützige Wirken dieser beiden Herren sei besonders hervorgehoben. Die Tombola, die von Freun­den und Gönnern des Mannergesangvereins mit mehr als 200 wertvollen Spenden bedacht wurde, gab dem Publikum Gelegenheit, mit wenig Geld viel zu gewinnen Der musikalische Tell lag in den Händen der Schottener Kapelle Appel

Nainrod, 28. Dez. Sein 25jöhriges Arbeitsjubiläum als Packmeister bei der Papierfabrik W. und G. Moufang zu Ober- S ch m i t t e n beging in diesen Tagen der hiesige Gastwirt Straub. Dem Jubilar wurde seitens der Firma eine schöne Ehrung zuteil.

- Rainrod bei 6 a) d 11 e n, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsabend hielt der hiesigeT u rn- verein feine diesjährige Abendunterhaltung ab. Der Schlörbsche Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Der Schristwart und Leiter der Veran­staltung, Wilh. Schmidt, begrüßte mit herz­lichen Worten die Gäste und dankte im Damen des Turnvereins für den zahlreichen DHuch. Er wies u. a. auch auf die idealen Ziele und den Zweck der Turnvereine hin und bat die Anwesen­den, auch für die Zukunft den Verein in seinem Wirken kräftig zu unterstützen. Der Turnverein hat durch seine bisherigen trefflichen Darbietun­gen einen guten Rus, und auch diesmal hatte er ein Programm aufgestellt, das alle Erwartungen übertraf. Der Glanzpunkt des Abends waren die Weihnachtsaufführungen:Weihnachten in der Waldschenke", ein Einakter, undHeimgesundrn", ein Viercckter. Beide Stücke stellten große An­forderungen an die Mitspielenden, wurdrn aber vortrefflich aufgeführt, und reicher Beifall wurde den Darstellenden gezollt. Die dazwischen vor­getragenen Couplets und Duette, sowie ein humo­ristisches Stück erregten wahre Lachsalven.

Kreis Alsfeld.

(«*) Groß-Felda, 28. Dez. älnsere Gottes­dienste an den Weihnachtsfeiertagen waren sehr

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wo bleibt der Hauptmann?

(f) London.

Es war einmal vor vielen 3ahren ein schnei­diger junger Hauptmann und königlicher P^uz zugleich, dem seine Kameraden vom Regiment eines Tages einen schönen bunten Papageien schenkten. Lotti, so hieß der luftige und in höchstem Maße tntelligeitte Bogel, ward mit der Zeit der Liebling seines Herrn. Die 3ahre gingen dahin, der Papagei wurde alt und merkte es nicht, sein Herr wurde auch alt und der merkte ess... Was der Vogel aber begriff, das war die Tatsache, daß ihm der .Hauptmann" vor einigen Wochen nicht wie sonst den täglichen Besuch abstattete. Lotti wurde nervös, und machte einen Mordsspektakel; die im Buckingham- Palast herrschende drückende Stille wurde alle zehn bis fünfzehn Minuten von den: Geschrei des treuen Tieres unterbrochen:Wo bleibt der Hauptmann? Hauptmann! Dringt mich zum Hauptmann!" Da sich auch derHauptmann" nach dem licbgctootoenen Vogel sehnte, so gaben die Aerzte schließlich die Erlaubnis, den Papa­geien im Zimmer des schwerkranken Königs von England unterzubringen. Kaum wurde Lotti daselbst ihres Herrn gewahr, verstummte sie auf einmal, als verstünde sie die gefährliche Situatirn und verletzte keineswegs die Erikette. Der Hauptmann, der längst König geworden war, sah stumm den Vogel an und der Vogel sah seinen Herrn und schweigt seitdem.

D'Annunzio der Mönch.

(g) Rour

Verschwunden sind die Zeiten, da d'Annunzio seine Heldengesänge schrieb, da er gar mit wehender Trrkororeerobernd" über di« Adria zog. 3n klösterlicher 2lbgeschiÄ)enheit verbringt er bekanntlich am Ufer des Garda-Sees den Rest seines Lebeits, dessen Eintönigkett nur hier und da durch kriegerische Spielerei, Fahrten auf einem Miniaturkriegsschiff und mit einem Flugzeug, unterbrochen wird.

Einer der intimsten Freunde d'Annunzios, der Baron Aterno, der sich mit dem Gedanken trägt, auf seine alten Tage mit einem jungen Mädchen vor den Traualtar zu treten, hatte nun kürzlich denDichterfürsten" eingeladen, zur Hochzeit als Gast zu erscheinen. D'Annunzio lehnte jedoch ab. Rur das nicht, teurer Freund," fd)rieb er,nur das verlangen Sie nicht von mir. Wenn Sie fordern, daß ich 3hretwillen einen Zentner auf meine Schultern labe und diese Last so lange trage, bis ich umfalle vor Er­schöpfung, ich werde nicht zögern, es zu tun. Wer mich unter Menschen zu begeben, einen Frack anzuziehe.n: jedem zuzulächeln, der sich mir nähert, nein, das verlangen Sie nicht von mir, teurer Freund. 3ch habe die Welt satt. Meine Seele und mein Körper verlangen Ruhe. Mögen mich die Menschen zufrieden lassen, ich behellige sie ja auch schon längst nicht mehr."

Dte heldenmütige Lia Piecaver.

(r) Wlen.

Kürzlich war an einem Abend In der Wiener StaatSoperBajazzo" mit Alfred Piccaverin der Titelrolle angesetzt. Piecaver ist ein ausge­sprochener Liebling deS Wiener Publikums, und dementsprechend jubelt ihm jedeSmal ein aus»

verkauftes Haus entgegen. Der Kammersänger verließ seine Wohnung gegen 6 Uhr, um noch einige Besorgungen zu machen, und ahnte nicht, daß seine Frau, eine gefeierte Schönheit der Wiener Gesellschaft, bereits gegen halb sie.en Uhr, also volle anderthalb Stunden vor Beainn der Vorstellung, wegen einer bedrnllichen Blind» darmenlzundurg operiert wurde. Tie helden­mütige kleine Lia Piecaver verbot es nämlich ganz energisch, ihren Mann zu verständigen; sie wußte ja, daß er sonst die Vorstellung sofort ob­lagen würde. So kam eS denn, daß Dajazzo- Piccaver unbekümmert lachen tonnte, während feine Gattin auf dem Operalions.i ch des Sana­toriums in Lebensgefahr schwebte. Glück.icher- tocife war das Schick al dem Bajazzo hold^ der Eingriff ist ausgezeichnet gelungen, und nach Lheaterschluß konnte der endlich aufgeklärte Sän­ger zu seiner tapferen Frau. eilen. Immerhin dürfte Piecaver diese Da,azzo-Aufführung nicht sobald vergessen.

Rekord in belegten Brötchen.

(f) Buenos Aires.

Konkurrenzkampf das ist der Streit um die Gunst Seiner Majestät des Kunden. Wer dem Kunden seinen (Hamen am lautesten und nach­haltigsten einzuhämmem versteht, hat das Spiel gewonnen. Es gibt eine Unzahl von mehr oder minder wirksamen Mitteln, Kunden zu werben; auch diese Tätigkeit ist nachgerade eine moderne Wissenschaft geworden, deren sich die Geschäfts­welt ja gerade jetzt zu Weihnachten ausgiebig bedient. Einzigartig jedoch dürfte die propagan­distische Methvde fein, die Herr Lazc ano in Buenos Aires angewandt hat.

Lazcano eröffnete dort im 3ahre 1882 eine Bar, in der u.0. auch belegte Brötchen verkauft wurden. Ar» und für sich nichts Besonderes. Aber das Ungewöhnliche in diesem neu eröffneten Restaurant warr die Tatsache, daß man mehr belegte Brötchen verzehren konnte, als man zu bezahlen brauchte. Riemand bekümmerte sich dar­um, ob man -.D. vier Brötchen und nur zwei bezahlte. Riemand kvntrolllerte die Rech­nungen, die von den Gästen selbst ausgestellt wurden, lediglich mit der Bezahlung der Getränke wurde es sehr genau genommen. Sv etwas spricht sich natürlich herum. Kaum hatte daS Ge­rücht die Runde gemacht, so konnte sich Laz- canos Dar einer Riesenkundschaft erfreuen, aus

gut besucht. Am heiligen Abend sand, tote ub» sich, eine Christvesper statt. Diese wurde ein­geleitet mit der Arie für Geige und Orgel von Pergolesd durch Pfarrer Durst und Lehrer Schad. Hierauf fang der Mannergesangverein. Dann folgte die Arie in C-Dur von 3. E. Dach- Hierauf führten unsere Kinder ein sehr schönes Krippenspiel auf, welches von Pfarrer Durst sorgfällig einstudicri war. Wit dem Weihnachts- liebeO du fröhliche, o du selige" fand die cindruckSvolle Feier ihr Ende. -- 3m benach­barten Windhausen wurden die Gottes­dienste durch Lieder des Frauenchors und deS Männergesangvereins verschönert. Ein von Leh­rer Schad einstudiertes Weihnachtsspiel gefiel sehr gut. Auch in Kestrich verschönerte der dortige Gemischte Chor die Weihnachtsgottes­dienste.

xr Ni eder-Gc münden, 28. Dez. Am gwet* ten Weihnachtsseierlag veranstaltei-n der hiesige GesangvereinEintracht" und der ÄriegetDcretn einen wohlgelungenen Thea­terabend. Die Vereine warteten mit mehreren schön vorgetragenen Chören und drei ebenfalls gut gelungenen Theaterstücken auf. Sämtliche Mit- wirlende gaben ihr Bestes und ernteten reichen und wohlverdienten Beifall. Tanzvergnügen be­schloß die Veranstaltung.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 28. Dsz. Ein in den 60er Jahren stehender Nkann aus der Arheilger Straße wollte aus einer Flajche Kognak trinken. Er er- wifchte jedoch die S a l m i a k s l a s ch e und erlitt dabei so schwere Derbrennungen, daß er bewußtlos ins Krankenhaus verbracht werden mußte.

Lpd. Darmstadt, 28. Dez. In Reichen­bach i. O. entstand am Freitagoormillaa in der Hofreite des Theodor Bitsch Feuer, das durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr lokalisiert werden konnte, so daß nur Stallung und Scheune niederbrannten. Bei der Untersuchung des niedsr- gebrannten Stalles fand man die völlig ver­kohlte Leiche des Knechtes Schmidt, der seit etwa acht Wochen bei dem Landwirt Bitsch bt- Ämar. Man vermutet Brand st iftung n ums Leben gekommenen Knecht.

preuhen.

Ar. .s Biedenkopf.

Waldgirmes, 28. Dez. 3n diesen Tagen waren 40 Jahre verflossen, daß unsere Heb­amme. Luise Schmidt Witwe, geb. Koch, ihren Dienst in Treue und Gewissenhaftigkeit in unserer Gemeinde versieht.

Gne neue Bluttat, in Marburg.

WSR. Marburg, 28. Dez. Am Donners­tag abend ereignete sich in Marburg eine neue schwere Bluttat. Der in den zwanziger Jahren stehende Student der Chemie, Erich Schwerdtfeger, Sohn eines Llniversitäts- professors, befand sich kurz vor 11 il&r auf dem Heimwege, als er in der Moltkestrahe einen jün­geren Wann erblickte, der sich in verdächtiger Weise zu schaffen machte. Schwerdtfeger trat htn- zu, fragte den Unbekannten nach seinem Tun und forderte ihn, alS et ein« unbefriedigende Antwort erhielt, auf, ihm zur Polizeiwache zu folgen. Dieser Aufforderung kam der Fremde zunächst nach, wandte sich nach etnlaen Schritten ledoch gegen Schwerdtfeger, der sich zur Weht setzte. Darauf zog der Unbekannt« einen Re­volver und gab einen Schuß auf Schwerdt- f ege r ab. der diesen in den Bauch traf und ihn zu Boden streckte. Der Verletzte mußte in die Klinik gebracht werden. Sein Vefinden war zunächst bedenklich, besserte sich jedoch im Laufe deS Freitags. Als Täter kommt ein etwa 26 3ahre alter Mann in Frage, der ver­mutlich einen Einbruchsversuch unternahm. Die zunächst verbreiteten Gerüchte über eine politische Bluttat bewahcheiteten sich bei dieser Sachlage nicht. Mit den Ermittlungen ist ein Krimmal- beamter des Kasseler Polizeipräsidiums betraut

Ehetragödie im Dittkreis.

Mutterschafe zu lammen beginnen, mußten diese Tiere nun in den Ställen nachts eingestellt wer­den. Nur Hammelherben bleiben hier in de» letz- ten Jahren während des Winters im Freien. Die Besitzer der Herden pachten von Gemeinden, die keine Gemeindeschäsereien mehr unterhalten, die Winterwelde von Anfang November bis Anfang März wodurch den betrefsenden Gemeindekasien für Paöst ui*b Pfercherlös eine ansehnliche Einnahme zufließt. S» erhält z. B. die Gemeinde B o r s d o r f für die Winterjchasweide 490 Mark Pacht und den ganzen Erlös für den Pfe-rchnächte.

Kreis Friedberg.

Bad-Rauheim, 28. Dez. Unter den Weihnachtsfeiern der Vereine erfreute sich die be$ Turnvereins von 1 860 eines besonders starken Zuspruchs. Der turnerische Teil des Pro­gramms stand auf beachtlicher Höhe. Die Ge- sangsabteilung Les Vereins und ein besonders zusammengestellter gemischter Chor, beide von Lehrer Diehl geleitet, sorgten mit feierlichen Deihnachtsweisen für echt weihnachtliche Stim­mung. Der l. Vorsitzeirde, Kaufmann PH. Weiß, konnte als sinnige Weihnachtsgaben schlichte tur­nerische Auszeichnungen an mehrere verdiente Turner aushändigmr. U. a. erhielt Hugo Rietzsch, der langjährige Gausechtwart des TumgaueS Hessen, den Oau ehre nbrlef, während der bekannte Altersturner des Gaues Hessen, der über 60 3ahre alte H. Henes, mit dem Ehrenbrief des Mittelrhein­kreises ausgezeichnet wurde.

K Rockenberg, 28. Dez. Auf eine in jeder Hinsicht wohlgelungene Weihnachtsfeier kann, wie im Vorjahre, wieder der hiesige Bibliotheks- oerei n zurückblicken. Eine treffliche Bortragsfolge mit Liedern, Gedichten, szenischen Darbietungen und Lichtbildvorsührungen bot alt und jung gediegenste llnterhaltung und fand daher ungeteilten Beifall.

Arcis Büdingen.

nb. atibbo. 28. Dez. Die kirchlichen Weihnachtsfeiern unseres Kirchspiels fan­den in erhebender Weise unter starker Beteiligung der Gemeindemitglieder statt. Am ersten Weih- nachtStage war im Vormittags- und Abend- gvtteSdienst das Gotteshaus überfüllt. Der eüangeL Kirchenchor trug in beiden Gottes­diensten durch feierliche Weihnachtschöre wesent­lich zur Feierstimmung bei. Abends sangen die beiden oberen Volksschulllassen unter Leitung von Lehrer Dieter die Weihnachtslieder. Auch ün Kindergvttesdienst am zweiten Weih- nachtStag sand beim Lichterglanz eines großen Weihnachtsbaumes eine schöne Weihnachtsfeier statt, die von Pfarrer Laut veranstaltet war. Am Nachmittag des zweiten Feiertags berei­tete der Turnverein für die Turnerjugend eine hübsche Weihnachtsfeier, wobei die Turn- schüler durch die Bescherung schöner Geschenke er­freut wurden. Für die Mitglieder und deren Angehörigen hielt der Turnverein am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags in der Turn­halle, wie alljährlich, einen sehr gut besuchten Turnerball ab.

Kreis Schotte«.

Q Laubach, 28. Dez. Die neuen Fabrik­anlagen der Eisengießerei Adolph Röm he Id sind soweit ferttggesteltt, daß vor­aussichtlich schon mit Beginn des nächsten 3ahres mit der Arbeit im neuen Gebäude begonnen werden kann. Der neue Fabrik bau hat eine Länge von 58 Meter bei einer Breite von 16 Metern. Den vorderen Teil des GedäudeS, auf der Ost­sette nach dem Bahirhos zu. bildet die Schlosserei und Dreherei, den mittleren die Formerei und Dreherei, den hinteren, auf der Westseite die Gießerei. Mit der Verlegung der Eisengießerei von der Friedrichshütte nach Oaubach wird eine Industrie verpflanzt, die vier Jahrhunderte lang, abges hon von den Störungen durch den 30jäbn- ycn Krieg, an der oberen Horloff ihren Standort behauptet hatte. Berctts um die Mitte des 16. Jahrhunderts war hier ein kleiner Hoch- oder Blauofen in Betrieb. Um 1580 wurden dort guß­eiserne Oefen, das Stück zu 7 Gulden im Durch­schnitt. sowie etwas später sogar gußeiserne Qlm- bohunterlagen hergestellt. Diese Fabrikanlage be­fand sich an der Stätte, wo später das ausge­dehnte Buchenholzlager der chemischen Fabrik war. Das zu dieser Gießerei gehörige Hammer­werk stand zwischen derHessenbrücke" an der Detter und Wetterfeld (Hessenbrucker Hammer). Schon im 3ahre 1507 hatte Kaiser Maximilian den Grafen zu Solms das Erz- unb Bergwerk­regal gewährt. So finden wir denn noch heute an vielen Slätten der alten ReichsgvasichaftSolms die Spuren von früherem Bergbau. Der dreißig­jährige Krieg brachte den Verfall der industriel­len Anlagen der Friedrichshütte. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts dachte man wieder an die Belebung des Bergbaues und deS Eisen- mbuRriebetricbeg in der Reichsgrafschaft. Es galt, die gewaltigen Holzmengen rationell zu ver­wenden. 3m Frühjayr 1706 faßte die reichsgräf- Nche Regierung zu Laubach den Entschluß, ein Hütten- und Hammerwerk zu errichten. 3n den Jahren 1706 big 1707 wurde dieser Entschluß ausgeführL Ende September 1707 wurde her neue Hochofen angeblasen. Die Anlage wurde noch Lern Grafen Friedrich Ernst zu Solms-Laubach .Friedrichshütte" benannt Das Werk entwickelte sich vorerst günstig. 3m 3ahre 1716 verpachtete der Graf jebodj wegen ilnren abil.tät die Hütten­werke an 3ohann 3akoo Qleu bürget in Orlen- 4>erg. Alm 1717 trat 3oh. Wilhelm Buderus aus Rafsau als Schreiber in den Betrieb ein und errang bald eine lei ende St.llung in der Fabrik­anlage. 3m 3ahre 1728 wurde der Pachtvertrag mit Reuburger nicht mehr erneuert Pächter wurde der Hüttenverwalter 3ohann Wilhelm 'Buderus. Diese Familie behauptete sich in der Pacht der Friedrichshütte bis 1870, verlegte jedoch um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Sitz nach Hirzenhain und ließ den Betrieb der Fried­richshütte durch Verwalter führen. 1870 pachtete 3ultus Rbncheld den Hüttenbetrieb auf 3 3ahre und überließ ihn dann feinem Bruder Adolph in DachL Der Hochofenbetrieb lohnte jedoch nicht mehr, und tteshcclo beschränkte sich Adolph Röm- Held 1878 auf den Cupolenosenbelrieb. Roch im 3abre 1870 errichtete derC h em i s ch e D « l ei n" ttSitz Mainz) eine HolzverkohlungSanlage. die sich sehr gedeihlich entwickelle. Dieser Betrieb wurde jedoch vor zwei 3ahren einäest-llt Der Betrieb der Eisenaießerci wurde nach dem Tode von Adolph Römheld (1924) in eine Gesellschaft rn. b. H. umgewandelL an deren Spitze Philipp Römheld, der Sohn jenes Adolph Römheld. stehL Vor zwei Jahren beschloß dieser, die Eisen­gießerei nach Laubach zu verlegen. SXefer Be­schluß ist nunmehr ausgeführL Die Friedrichs- Hütte, wo gegen 125 Arbeiter beschäftigt wurden,