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lich eine Heraufsetzung der Steuersätze für Bier und Wein in Aussicht genommen. Die Widerstände gegen eine Erhöhung der Um­satzsteuer seien so ftarf und so groß, daß man da­von Abstand nehmen werde.

Eine Kommunalabteilung im Reichsinnenministerium.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers",)

Berlin, 29. Rov. Wie wir hören, ist man im Reichsinnenministerium entschlossen, ent­sprechend einer früheren Aeutzerung Herrn Deve- rings, dem alten Wunsch der Städte nachzu- kommen und im Reichsinnenministerium eine besondere kommunalpolitische Ab­teilung zu schassen. Zu den bisher bestehenden drei Ministerialdirektorenstellen soll im neuen Eiat eine vierte Stelle angefordert werden, die der Minister unter allen Umständen durchdrücken will. Ein Vertreter des Deutschen Städtetages sitzt zwar heute schon in dem AeichSivneumi^isterium, aber seine Position ist außerplanmäßig. In der neuen Abteilung, für die zunächst die Spitze geschaffen werden soll, werben darm die ganzen kommunalpvlitischen Fragen endlich vereinigt werden. Für die Städtepolitik ist damit ein großer Fortschritt er­zielt, der sich besonders bei den kommenden schwierigen Verhandlungen um das Rahmengesetz einer R e i ch s st L d t e o r d n u n g für die Ge­meinden fruchtbringend auswirken kann. Man erwartet, daß der neue Ministerialdirektor seine Arbeiten, zu denen wahrscheinlich auch d i e Polizeifragen gehören werden, schon zum 1. April kommenden IahreS aufnehmen kann. Bei der Macht, die gerade den Sachreferenten in den Ministerien für ihr Arbeitsgebiet zukommt, und die sie sich meist über alle Wrnisterwechsel hinweg zu erhalten wissen, ist die zunächst schein­bar minder bedeutungsvolle Frage eines neuen kommunalpolitischen Referats unter einem Mini­sterialdirektor im Innenministerium praktisch von allergrößter Bedeutung.

Die Düffeldorser Verhandlungen aus Samstag vertagt.

Neue Möglichkeiten für eine Einigung.

Düsseldorf, 23. Rov. (WB.) Regierungs­präsident Bergemann hat heute mit den Par­teien gesondert verhandelt und die Verhandlun­gen sodann auf Samstag vertagt. Rach einer Meldung der ..Voss. Ztg." hat man wohl deshalb die Verhandlungen in Düsseldorf bis auf Samstag vertagt, weil bis dahin die Frist für die Kündigung des Arbeitszeit­abkommens abgelaufen ist, so daß unter Umständen ein neues Schlichtungsver­fahren eingeleitet werden könnte, das Lohn- und Arbeitszeitregelung zu gleicher Zeit erfaßte. Voraussetzung dafür wäre natürlich die Zustimmung beider Parteien. Immerhin wird hier ein Weg sichtbar, auf dem es auch den Ge­werkschaften ermöglicht würde, ohne Prestige- verlust von dem Schiedsspruch, an dem sie bis­her mit Rücksicht auf ihre Mitglieder festhalten mußten, abzukommen. Außerdem gibt demVor­wärts" zufolge die Vertagung der Verhandlungen einer Dermittlungsaktion der ReichS- regierung Raum,

Ein neuer Schiedsspruch für Hagen-Schwelm.

Die Arbeitgeber lehnen ab.

Berlin. 29. Rov. (TU.) Wie de »Dossische Ztg." berichtet, wurden die'Rachverhand­lungen im Lohnlonftikt für die Metallindustrie des Bezirkes Hagen-Schwelm im Reichs­arbeitsministerium nach mehr als 12stündiger Berhand ung am Mittwoch um 23 ä hr been d e t. Mit Zustimmung beider Parteien war e i n neuesSchlichtungsverfahren unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Heuer vom Reichs- arbcitsmi nsterium eingelcitet worden. Hierbei kam unter Aufhebung des Schiedsspruches des Sch ich- ters für Westsa'.en ein neuer Schieds­spruch zustande, der von den Vertretern der Arbeitnehmer sofort angenommen, und des en Verbind.i--k^it°erkl'irung beantragt wurde. Die Arbeitgebervertreter jedoch haben den Schiedsspruch abgelehnt. Dieser Schiedsspruch sieht vor, daß das bisherige Lohnabkommen am 31, Dezember 1928 wieder in Kraft treten, aber sofort eine Erhöhung der Spitzenlöhne um 2 Pf. bringen soll, während nach dem ersten Schieds­spruch diese Lohnerhöhung erst ab 1. Dezember 1929 erfolgen sollte.

Oie Unterstützung der Ausgesperrten.

Preußen gibt Mißstände zu. - Entsendung einer Kommission ins Ruhrgebiet.

Berlin, 28.Noo. (TU.) Das Reichskabi­nett hat sich am Mittwoch in Anwesenheit des Ministers für Volkswohlfahrt. Dr. H i r t f i e f e r, mit den Richtlinien für die Unterstützung der aus- gesperrten Eisenarbeiter beschäftigt und nach einer Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes beschlossen, die Beschwerden, nach denen in Einzel- fällen die Unterstützung der öffentlichen Fürsorge und der Gewerkschaften den Lohn der Ausgesperrten überschreiten oder nahezu erreichen sollen, nachzuprüfen und erforder­lichenfalls die Richtlinien zur Vermeidung einer solchen Auswirkung zu ergänzen. Zu diesem Be­schluß stellt der Amtliche Preußische Pressedienst u. a. fest, daß es nach Paragraph 35 der Reichs­grundsätze und Artikel 3 der preußischen Derord- nung oom 20. Dezember 1924 den Fürsorgeverbän­den unbenommen ist, ü b e r d i e Reichsgrund- sätze hinaus Hilfe zu gewähren. Ein solches Hinausaehen kann sowohl tn höheren Leistungen, wie in der Freilassung weiterer Bezüge als der von den Reichsgrundsätzen vorgesehenen bestehen, In der Regel wird allerdings die öffentliche Wohlfahrts­pflege bei Arbeitskäm^fen ein solches Hinausgehcn vermeiden, um nicht zu den den Kämpfen zu- arundeliegenden wirtschaftspolitischen Fragen Stel­lung zu nehmen. Im Aussperrungsgebiet hatten aber bereits einige Fürsorgeverbände mit Rücksicht auf das weit verbreitete Gefühl einer Rechtsverletzung die Gewerkschaftsunterstützung bei Bemessung der Fürsorgeleistung freigelassen. Nach­dem die Fürsorgeverbände teilweise ihrer Befugnis gemäß so ooraegangen waren, hätte eine Richtlinie, die die Anrechnung vorschrieb und die Freilassung verbot, die Rechtslage zuungunsten der Arbeit-

Gonderfürssrge für Saisonarbeiter

Ein neuer Gesetzentwurf vor dem Reichstag.

Berlin, 28. Rov. (DDZ.) Auf der Tages­ordnung steht die erste Drraiung des Gesetz­entwurfs über eine Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit. Es handelt sich dabei um die sogenannten Saison­arbeiter. Ihnen soll, abweichend von den bis­herigen gesetzlichen Bestimmungen die A r - beitslosenunterstühung als Sonder­unterstützung gewährt werden, wenn sie nach der Verordnung des Verwaliungsrats der Reichsanstalt aus der versicherungsmäßigen Unterstützung ausgeschieden sind. Zur Dek- kung des Reichsanteils an dem durch die Sonder- sürsorge entstehenden Aufwand sollen für das Etatsjahr 1928 2 8 Millionen zur Verfügung gestellt werden. Das Gesetz soll am 2. Dezember in Kraft treten.

ReickBarbeitsminister W i s s e l l begründet die Vorlage: Die berufsüdliche Arbeitslosigkeit hebt sich von der Konjunk^urarbeitslosigkeit ganz deut­lich ab. Das Gesetz über die Arbeitslosen­versicherung hat diesen Unterschied berück­sichtigt. Der Verwaltungsrat der Rcichsanstalt hat. um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Versicherung nicht äu gefährden, die Höchst­bezugsdauer der Änterstühung da einge­schränkt. wo es sich um berujsübliche Ar­beitslosigkeit handelt. Mit Ausnahme der Iand- wirtschastlichen Saisonarbeiter, die meist gleichzeitig landwirtschaftliche Besitzer sind, hat es sich als notwendig erwiesen, die arbeitslosen Saisonarbeiter, die den Beschränkungen durch den Verwaltungsrat unterliegen, durch eine Sonderfürsorge zu entschädigen. Diese Sonderfürsorge lehnt sich im wesentlichen an die Einrichtungen der Krisenfürsorge an.

Abg. Müller- Lichtenberg (So-.): Die Sozial» demoiiratie kann ihre Zustimmung zu dem vorlie­genden Entwurf nicht erklären. Wir hätten ge­wünscht, daß der Verwaltungsrat der Re! .-anstatt und mit ihm der Minister andere Wege gegangen wären. Wir hätten für die Saisonarbeiter d i e Wartezeit verlängern können. Der Weg der Sonderfürsorge verschiebt die Bezugszeit so, daß die Saisonarbeiter gerade dann nichts bekommen, wenn sie mit Arbeitslosigkeit zu rechnen haben. Im Ausschuß werden wir prüfen, ob sich nicht andere Wege finden lassen, vielleicht durch Erhöhung des jetzigen Höchstbeitrages. Dem Ausschuß müsse auch der Katalog oorgelcgt werden über die von der Sonderfürsorge erfaßten Berufe.

Abg. Dr. A g e n a (Dn.) erklärt, das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung habe gerade auf dem flachen Lande die schärfste Kritik erfah­ren. Die Berechtigung dieser Kritik werde indirekt anerkannt durch die Verlegung des jetzigen Ent­wurfs, der die üblen Wirkungen des Gesetzes we- nigstens auf einem kleinen Spezialgebiet mildern wolle. Das Arbeitslosenversicherungsgesetz passe vielleicht für die Großstädte, nicht aber für das flache Land. Es gebe jedem das Gleiche, statt jedem das Seine zu geben. Unter der Wirkung dieses Gesetzes habe die Zählung der Ar- beitslosen auf dem Lande eine Steigerung von 1800 auf 13 000 in wenigen Jahren ergeben. Der vor­liegende Entwurf bedürfe großer Verbesserungen im Ausschuß. Die Landarbeiter werden dadurch nicht erfaßt. Wenn sie einbezogen werden, dann werden sie allerdings im Winter lieber die Unter- stützung beziehen als arbeiten. (Großer Lärm links und auf den Tribünen. Don den Kommunisten kommen Rufe:Frechheit! Türmen Sie, Sie Lüm-

nehmer verschlechtert und ein Eingreifen zu deren Nachteil in dem Arbeitskampf bedeutet.

Lieber die Sitzung des Reichskabnretts berichtet dasB. L.": Das Kabinett, dem verschiedene Fälle vocgetragen wurden, in denen die Unter* stützungen der Ausgesperrten teilweise die Höhe der Löhne überschreiten, stellte sich auf den Standpunkt, daß ein derartiges Verfahren auf alle Fälle vermieden werden müsse. Der preußische Wohl.'ahrismiittster Hirtsiefer hat eine eingehende Prüfung dieser Vorgänge und eine sofortige Abstellung zugesagt. Im Reichskabinett kam weiter zum Ausdruck, daß alles getan werden müsse, um den Arbeits­konflikt, dessen Auswirkungen als katastro­phal zu bezeichnen sind, schleunigst bei» $ ule gen. Der preußische Wohlfahrtsminister dürfte sich vermutlich noch im Laufe des heutigen Tages nach Westdeutschland begeben, um sich an Ort und Stelle von den Mißständen zu über­zeugen und ihre Abstellung zu veranlassen.

Wie In pvli.ischen Kreisen verlau et, wird als Ergebnis der Kabinettssitzung eine Kommis­sion von preußischen Beamten ins Ruhrgebiet en sandt, die die Durchführung der Unterstützungsaktion nachprüfen soll. Im Reichstag wird angenommen, daß durch die Ent­sendung der Beamtenkommission die -zu Tage getretenen Mißstände beseitigt werden und daß damit auch der Konfliktsstoff entfällt, der diese Frage in den letzten Tagen zwischen den hinter der Aeichsregierung stehenden Parteien bildete.

Oer Stellenplan vor dem Finanzausschuß.

Höhere Schulen und Landesuniversilät.

Darmstadt. 28. Rov. (WHP) Der Finanz­ausschuß des Hessischen Land.ages setzte die Be­ratung des Stellenplanes beim Kapitel 61 (Gymnasien und höhere Lehranstal­ten) fort. Auf Antrag der Koalitionsparteien wird hier ein Oberstudiendirektor in Gruppe A 1c zugesetzt. 65 Oberstudienräte und Konrek­toren rücken in Gruppe A 2b, davon 19 In­haber in Gruppe A 2a, und 429 Studiencäte in Gruppe A 2c und d. Die Anmerkungen des Stellenplanes werden gestrichen. Bei den Ober­reallehrern und Reallehrern werden zehn Stel­len der Gruppe 4 A zugesetzt, so daß 81 Stellen in der Gruppe 4 B verbleiben. Gin Antrag Kel­ler (DDP.), 20 Oberreallehrer und Reallehrer in Gruppe A 3c, 50 in Gruppe 4 A und nur 78 in Gruppe 4 B enuuftufen, wird abgelehnt. Das Kapitel feLbft findet Annahme.

Die Kapitel 61 a (A u f ba u s ch u le n), 62 (höhere Bürgerschulen und Höhere Mädchenschulen), 62 a (gewerbliche und kaufmännische Unierrichtsan- ftalten) und 65 (Volksbildung) werden angenommen. Einige Eingaben werden für er­ledigt erflärt.

mell Sie Faulenzer haben keine Ahnung!". Die Abgeordneten Schmidt-Köpenick (S.) und verschie­dene Kommunisten erhalten Ordnungsrufe. Ein Zwischenrufer auf der Publikumstribüne wird ent­fernt.) Unter großem Lärm der Linken schließt der Redner mit dem Rus, es sei notwendig, die Arbeits­willigkeit zu stärken.

Adg. Riesener (Zentr.) bezeichnet die Ar­beitslosenversicherung als das Schluhglied in der Kette der großen sozialen DersicherungSwerke. Wenn heute schon eine Rovelle notwendig ist, so sei das verständlich, denn bei einer Zahl von 16 bis 17 Millionen Versicherten könne nicht von vornherein den Bedürfnissen aller Gruppen Rech­nung getragen werden. Der Vorschlag des sozial­demokratischen Redners auf Erhöhung der Bei­träge werde wenig Anklang finden, denn schon jetzt fei der Beitrag in einzelnen Derufsgruppen drückend hoch. Durch planmäßige Verteilung der Arbeitsaufträge und durch Rotstandsarbeiten auf dem Lande könnte die berufsübliche Arbeits­losigkeit genrilbert werden.

Abg. Thiel (D. D.) macht die Sozial­demokraten dafür verantwortlich, daß jetzt schon eine Aenderung des Arbeitslosenversiche­rungsgesetzes notwendig sei. Diese Rotwendigkeit würde nicht bestehen, wenn sich nicht bei der Be­ratung des Gesetzes die Sozialdemokraten ent­schieden gegen jede Berücksichtigung berberufs st andischenGigenarten ge­wandt hätten. Die von den Sozialdemokraten durchgesetzte Schematisierung habe das so­ziale Verficherungswerk diskredi iert. Es sei eine Ironie des Schicksals, daß die Wiedergutmachung des von den Sozialdemokraten angerichteten Scha­dens jetzt von einem sozialdemokra­tischen Minister versucht werden muffe. Sin« Aenderung des bestehenden Gesetzes sei un­vermeidlich geworden.

Abg. F r e i d e l (Wirtsch.-P.) weist daraus hin, daß der Voranschlag der Arbeitslosenvev- sicherung weit überschritten worden sei. Den wirklich arbeitenden Elementen seien die Spargroschen durch die Arbeitsscheuen entzogen worden. Auf dem Lande seien die Leute nicht zur Annahme von Land- und Forstarbeiten zu bewegen, weil sie beim Bezug her Arbeitslosen­unterstützung weit besser wegkommen. (Anruhe bei den Kommunisten.) Es Lommt auch vor, daß Ortsvorsteher gemeinsam mit den Beziehern der Arbeitslofenunterstühung in ausgedehntem Maße Schwarzarbeit leisten, (älnruhe bei den Komm.)

Abg. Schneider -Berlin (Dem.) bezeichnet die Vorlage als eine Rotwendigleit. Würde man in der Arbeitslosenversicherung die Saisonarbeiter mit den übrigen gleichstellen, so wäre das eine Ungerechtigkeit gegenüber den übrigen Arbeitern und Angestellten, die größere Deitragslasten tragen. Rach der Ablehnung einer Sonder­versicherung für die Angestellten müsse we­nigstens innerhalb der Versicherung der berufs- ständifchen Eigenart der Angestellten durch Son­der bestimmungen Rechnung getragen werden. Der Angestellte, der jahrelang ohne Gegenleistung seine hohen Beiträge zahlt, empfindet es als ungerecht, wenn die Arbeitslosenunterstützung an Maurer gezahlt wird, die landwirtschaftliche Be­sitzungen von 16 Morgen und mehr haben und die <LS Saisonarbeiter nur einen Bruchteil her normalen Beiträge zahlen.

Die Vorlage geht an den sozialpolitischen Aus­schuß.

Bei Kapitel 67 (LanheSuniversität Gießen) werden zwei An rage Birnbaum (DVP.) bezüglich der technischen Assisten en, der Heizer und Werkmeister bis zur. Besoldungs­novelle zurückgestellt: ebenso einige Eingaben. Das Kapitel selbst wird angenommen. Zum Kapitel 68 (TechnischeHochschuleDarm- st a h t) werden An rüge der Abgeordneten Stork (Soz.) und Reiber (Dem.) bis zur Desoldungs- novclle zurückgestellt. Das Kapitel selbst wird genehmigt.

Kapitel 69 (Landesbibliothek) wird un­ter Ablehnung einer Eingabe und Kapitel 70 (Landesmuseum) un ei Zurückstellung einer Eingabe genehmigt. Kapi el 74 (K u l t u r b a u - amt) wird nach einer e atsrechtlichen Ausein- anderziehung bei den Rechnungsräten angenom­men, dagegen werden Anträge Reiber (Dem.) bezüglich her Ministerialrevisoren und der Mini- sterialkanzleiinspek oren abgclchnt.

Kapitel 75 (Ministerium für Arbeit und Wirtschaft) wird genehmigt. Einige Eingaben werden zurückgestellt, einige andere sind bereits durch den Stellenplan erledigt. Rach- dem noch Kapitel 79 (Geographische Lan­de s a n st a l t) und 80 (Landwirtschaft­liches Unterrichts- und VersuchS- wesen) unter Zurückstellung einiger Eingaben Billigung gefunden hatten, vertagte her Ausschuß seine Beratung auf Donnerstag.

Oie Erkrankung des Königs von England.

Der Prinz von Wales kehrt ausAfrika zurück

London, 28. Rov. (WTD.) Die hen König behandelnden Aerzte haben sich um J/£ Uhr wiederum ins königliche Schloß begeben, wo der Minister deS Innern seit Mittag weilt, On einem schriftlichen Bericht an das Kabinett er­klären die Aerzte deS Königs, daß wegen der Erkrankung der rechten Lunge bis auf weiteres Besorgnis bestehen müsse, Iedoch zeige der Be­fund in her Lunge eine gewisse Besserung, und die Kraft des Patienten habe nicht angenommen. In dem Bericht wird erklärt, bisher sei man Herr der Krankh.it. Ihre Stärke habe nachge­lassen und ihre Symptome seien zurückgegangen. Die Aerzte hoffen, daß die Krankheit nrchr so­lange dauern werde, wie man zunächst ange­nommen habe. Beim Premierminister ist vom Prinzen von Wales folgendes Telegramm eingegangen: .Im Hinblick auf die Krankhckt Sr. Majestät deS Königs werden mein Bruder und ich sobald als möglich nach England zurückkehren." Der Prinz von Wales traf Dienstag nachmittag von seinem Jagdlager, das 160 Meilen entfernt im Busch liegt, in Begleitung eines Freundes in Do- bona (Tanganijka) ein. Das (Befolge ist noch viele Meilen weit zurück. Der Prinz beabsichtigt, im Zug nach Dar-es-Salam abzureifen. Die Fahrt bis zur Küste dauert 18 Stunden.Daily News" bemerkt: Glücklicherweise lautet der letzte

Krankheitsbericht viel günstiger, aber der ernste Charakter der Erkrankung wird von der Nation nicht unterschätzt. Auch im günstigsten Falle wird der König eine lange Zeit bis zu seiner völligen Genesung brauchen und es wird auch dann vielleicht wünschenswert sein, daß er für einige Zeit eines Teiles seiner anstrengenden Pflichten enthoben wird.

Aus aller Welt.

Zurückgehen des Hochwassers.

Die Rheinstrombauverwaltung teilt mit: Die Wasserstände des Oberrheins und her Reben- stüsse des Rheins außer Main und Lippe, gehen weiter zurück. Das Steigen he3 Mittel- und Riederrheins bis zum Höchststände, her morgen zu erwarten ist, entspricht her im Ablaufen,be­griffenen Anschwellung. Der verhältnismäßig ge­ringe Einzelregen ist in den höheren Berglagen größtenteils in Schnee übergegangen. Ein wei­teres Senken her PegMände "ist hie Folge.

Leemannslos.

Die dänische Galeasse .Lina" aus Thisted, die vor einer Woche Stettin verlieh, ist an der Rordküste von Laalanb untergegangen. Ein Taucher untersuchte das Schiff, fand aber nie­mand an Bord. Es wird angenommen, daß hie Besatzung, hie aus dem Kapitän, feiner Frau und zwei kleinen Kindern, sowie zwei jungen Matrosen Beftanh, das sinkende Schiff im Doot verließ. Das Boot ist feit einer Woche ver­schollen. Vermutlich sind alle an Bord befind­lichen Personen im Sturm ums Leben ge­kommen.

Erdbeben In der Provinz Barcelona.

Barcelona, 29.Nov. (WTD. Funkspruch.) In der ganzen Stadt wurde gestern nachmittag um 2 Uhr 15 Minuten ein Erdbeben verspürt. Nach Mitteilung des Observatoriums in Tortosa war da, Beben In dem Gebiet zwischen Mataru und Masnou besonders stark fühlbar. 9n Argentona erhielt ein Neubau so starke Nisse, daß man ihn wird ab­tragen müssen.

Gerüsleinslurz in einer Basilika.

3n Algier stürzte in einem Kuppelraum einer Basilika ein 20 Meter hohes Gerüst ein, auf dem sich sieben Arbeiter befanden. Von den Abgestürz- ten, die mit Malerarbeiten beschäftigt waren, wurden zwei sofort getötet. Die fünf übrigen schwer verletzt.

Lin entwichener Geisteskranker als Brandstifter und Einbrecher.

Die Solinger Kriminalpolizei konnte eine Bande von Einbrechern festnehmen, die an 50 Einbrüche und Diebstähle ausgeführt hat. Der Führer der Bande wurde zudem der Brandstiftung in einem Fabrikgebäude überführt. Es ist ein aus der Anstalt Galkhausen entwichener Geisteskranker.

Oie Wetterlage.

La Coruna

MltWoch, d.28.NÖVt>.1928 7*aMs.

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Wettervoraussage.

Der hohe Luftdruck wird durch dar im Worben liegende Tief mehr südwärts verdrängt. Die an der Vorderseite des Hochs in der Richtung der Iso­baren nach Deutschland zufließenden Kaltluftmasien haben bereits Temperaturrückgang gebracht, lassen es aber immer noch zu Bewölkung und vereinzellen leichten Niederschlägen kommen. Der Witterungs« charakter wird sich zunächst wenig ändern, durfte aber später durch den weiteren 2Ibbau des hohen Druckes einen Umschlag erfahren.

Wettervorhersage für Freitag: Wolkig mit Aufheile.u.rg, nachts zunächst noch leichte Frostgefahr, später unter Dewöllungszu* nahme milh und zunehmende Riederfch.agSnei- gung.

Witterungsausfichten für Sams- t a g: Weiterer Witterungsumschlag wahrschein­lich.

Lufttemperaturen am 28. November: mittags 6,4 Grad Celsius, abends.4>5 Grad Celsius; am 29. Nov.: morgens 2 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 28. November: abends 4,8 Grad Celsius-, am 29. November: morgens 3,8 Grad Celsius. Nieder­schlag 0,1 mm. Sonnenscheindauer % Stunde.

Amtlicher Dinlersport-Rachrichlendlensl der Hess. Wetterdienststelle.

Sauerland. Winterberg: Leichter Schneefall, minus 1 Grad Celsius, Schneehöhe 27 Zentimeter, Ski möglich.

Schwarzwald. Furtwangen: Wolkig minus 3 Grad Celsius, 22 Zentimeter Schnee, Ski und Rodel gut

Alpen. Garmisch - Partenkirchen: Leichter Schneefall, minus 1 Grad Celsius, 52 Zentimeter Schnee, Rodel und Ski mäßig. Berchtesgaden: Leichter Schneefall, minus 1 Grad Celsius, 17 Zentimeter Schnee, Ski möglich.

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