Ausgabe 
29.5.1928
 
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Wahlkreisvcrbänben aus bie Reichs Wahlvor­schläge gefallenen Reststimmen zusammen und teilt jedem Reichswahlvorschlag auf je 60 000 Reststimmen einen Sitz zu. Ein Rest von mehr als 30 000 Stimmen wird vollen 60 000 gleich­geachtet

Praktisch ausgedeutet zeigt sich z. B. folgendes: Der Völkisch-Rationale Block hat 26t 000 Stim­men erhalten, bekommt aber keinen einzigen Sih im Reichstag, weil sich die Stimmen aus die verschiedenen Wahlkreise verhältnismäßig gleich­mäßig verteilen und in keinem einzigen Wahl­kreise die erforderlichen 60 000 Stimmen erreicht wurden. Die Sächsische Landvolk-Partei dagegen hat nur 127 000 aus sich vereinigt, erhält ober zwei Mandate, weil in zwei Wahlkreisen die er­forderliche Zahl von 60 000 erreicht wurde. Die Volksrechtspartei hat nur im Wahlkreisverband Sachsen 74 000 Stimmen erhalten, in keinem anderen Wahlkreise jedoch über 30 000. infolge­dessen sind alle diese Stimmen als Reststimmen für den Reichswahlvorschlaa der Vvlksrcchtpartei überwiesen worden. Obwohl diese gesammelten Stimmen ein Dielsaches von 60 000 ergeben, konnte die Volksrechtpartci doch nur einen weiteren Sih erhalten, weil sie auf Grund der einzigen 74 000 Stimmen in einem Wahlkreise nur einen Sih erlangt hatte.

Cs ist also leicht zu ersehen, daß eine große Menge von Stimmen auf diese Weise verloren ging, daß gerade die Eigenbrötler mandatlos oder nur mit einer geringen Vertretung aus­gehen und daß cs für sie und auch für da- ganze deutsche Volk sicherlich weit besser gewesen wäre, wenn man in dieser wichtigen Angelegen­heit einmal ben alten Erbfehler gründlich be­kämpft hätte. Wer die lachenden Ruhnießer dieser Pleite der bürgerlichen Eigenbrötelei sind, wird sich bei der kommenden Regierungsbildung zeigen.

Der Vad-Aauheimer Haushalt für Rai 1928.

Bad-Rauheiin, 24. Mai.

Wie wir bereits kurz mitteilen konnten, hat die jüngst« Stadtverordnetenversammlung die Haushalts-Voranschläge der Stadt für das Rechnungsjahr 1928 genehmigt.

Der Etatsbesprechung ging eine längere pro­grammatische Etatsrede Bürgermeister Dr. Ahls voraus, die mit lebhaftem Interesse ver­folgt und sehr beifällig ausgenommen wurde. Der Redner entwickelte nicht nur beachtenswerte kom­munalpolitische Gedänken von allgemeiner Bedeu­tung, sondern zeichnete darüber hinaus das be­sondere kommunale Bild des Welt- badeS Bad-Rauheim, dem als Gemein­wesen besondere Ziele und Aufgaben gestellt sind, die wohl im Interesse der zu 44,2 Prozent in der Kurindustrie und zu 12,2 Prozent im Gc- sundheitswesen beschäftigten Bevölkerung liegen, aber zum Teil mit Lasten verbunden sind, die die Stadt auf die Dauer allein kaum wird tragen können. Bei den hohen Ansprüchen, die heute von einem großen Teil der Kurgäste an eine Badestadt von Weltgeltung gestellt werden, kann nicht genug seitens der Badeverwaltung ldes Staates!) und auch der Stadt getan werden, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Be­sonderes Augenmerk sei, so führte Bürgermeister Dr. Ahl aus. auf eine verstärkte Ver­kehrswerbung zu richten, Ueber die auf die Zuziehung von Kurgästen eingestellte rege Propagandatätigkeit des Bades hieraus kann auch die Stadt aus diesem Gebiete sich Auf- l gaben stellen, die günstige Möglichkeiten einer Weiterentwicklung bieten. Es braucht nur an den »Passantenverkehr, an Kongresse und Tagungen gedacht zu werden, wosür allerdings die nötigen Voraussetzungen zum Teil noch geschaffen wer­den müßten. Weiter verspricht sich der Redner viel von der Mitarbeitjedescinzelnen, der nicht nur kritisch eingestellt fein dürfe, son­dern sich opferbereit dem kommunalen Organis­mus eingliedern müsse, auch wenn nicht immer alles nach dem eignen Willen gehe. Eingehend behandelte der Bürgermeister das Verhältnis der Stadt zum Staate, der hier nicht nur als Staat, sondern auch als Fiskus auftritt. Die Stadt wolle und dürfe keine eng eingestellte lokale Kommunalpolitik treiben, sie müsse das Ganze, b. h. die Lebensgemeinschaft zwischen Stadt und Staat, im Auge behalten. Erwägungen machtpolitischer Art dürf­ten nicht ausschlaggebend sein, sondern lediglich die wirtschaftlichen Gemeininteressen. Die Stadt müsse daher Wert darauf legen, weitmöglichst mit dem Staate und den für sie in Frage kom­menden Organen der Selbstverwaltung zusam- menzuarbeiten. Das Hand-in-Hand-Arbeiten statt dem hemmenden, kräfteverbrauchenden Reben- einander könne vielleicht sogar rein verwal­tungsmäßig in Zukunft Besserungen bringen. Bürgermeister Di'. Ahl führte dazu wörtlich auS:Es möge die Bemerkung erlaubt sein, daß ich eS für erwägenswert gehalten hätte, den Herrn Sparkommissor prüfen zu lassen, inwieweit eine Stärkung des Gesamtnnterneh- menS Staat und Stadt und eine Verbilligung der beiderseitigen Verwaltungen möglich wäre." älm möglichst alle Mittel für die beson­ne ren Aufgaben der Stadt sreizumachen. muß die Stadt so sparsam wirtschaften wie nur mög- lidj. Dieses Bestreben zeigt sich in der in Ein­nahme und Ausgabe mit 1 530 450 Ml. ab­schließenden Betriebs rechn ung deutlich beim Kapitelallgemeine Verwaltung", das an Ausgaben 237 000 Ms. aufweist. Ein Beispiel das den Vergleich mit anderen Städten wohl aushalten kann, ist z. B. die Tatsache, daß die Gehälter und Löhne sämtlicher städtischen De- amten, Angestellten und Arbeiter nur 14 bis 15 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen Wie sich andererseits die besonderen Aufgaben der Stadt als Badestadt im Voranschlag aus­wirken, zeigen die erheblichen Lasten von inS- gesamt 159 000 Ml., die für Straßenunterhaltung Straßenbeleuchtung und ReinigungSwesen vorge­sehen sind. DaS gleiche läßt sich zu dem Kapitel Sielbau sagen, das 85 600 Mk aufweist und durch den im vergangenen Jahr vollzogenen Dau der neuen Kläranlage und anderer Kanäle 40 900 Mk. Mehrausgaben bringt Insgesamt betragen die Belastungen für Straßen- und Kanalbau 15.5 Prozent des gesamten AuSgabe- betrags der Betriebsrechnung Zusammen be­laufen sich die Mehrausgaben der BctriebS- rechmma gegenüber dem Vorjahr aus 130 000 Mark, die zum weitaus größten Teil durch Er­sparnisse und durch laufende Mehreinnabmen gedeckt werden sollen und nur zu einem Viertel durch erhöhte 'Abführungen aus dSn Werken und eine Steuererhöhuna. Die letztere bar* mit insgesamt 14900 Mk aiS gering im Verhältnis

zum Gesamtetat bezeichnet werden, stieß aber in der Beratung auf den Widerstand der Wirt­schaftspartei und der deutschnationalen Fraktion, die anerkannten, daß bet Etat im allgemeinen den gegebenen Verhältnissen Rechnung trage, aber grundsätzlich gegen jede Steuererhöhung sind. Sie stellten zur Dilancieruna b?>3 Etats Abänderungsanträge, die aber Ablehnung san­den. Angenommen wurde der vom Stadtverord­neten Krauß ausführlich begründete Antrag des Finanzausschusses, der den Etat als Ganzes guchieß und als Ausschlagszahl für die Grundsteuer vom bebauten Grundbesitz 1 4 P s. statt der vorgesehenen 15 Ps. Vorschlag (seither 12 Pf.). Die Begründung hob hauptsächlich her­vor. daß durch die Sen ung der Gewerbe st euer vom Ertrag von 1,35 Mk. auf 1.10 Mk. ein gerechter Ausgleich geschaffen werde, so daß sich bei vielen der Steuerzahler die Erhöhung der Grundsteuer kaum noch auswirke.

An Steuereinnahmen sieht dieDetriebs- rechnung vor: Anteil an Reichssteuern 187 800 Mark: Gemeindesteuern 63000 Mk.: Gemeinde­umlagen a) Grundsteuer (bei einem Ausschlag von 14 Pf. auf 100 Mk. des Gebäude wertes und 30 Pf. auf 100 Mk. des unbebauten Grundbesitzes) 106 000 Mk.: b) Gewerbesteuer: vom Anlage- und Betriebskapital (Ausschlag 70 Pf. aus 100 Mk. Steuerkapita!) 54 000 Mk.; Gewerbesteuer vom Ertrag (Ausschlag 110 Pf. auf je 1 Mk. staat­liches Gewerbesteuersoll) 53500 Mk.: Sonder- fteuer vom bebauten Grundbesitz 200 000 Mk

Außer den schon angeführten Posten weist die Ausaabescite u. a. folgende Beträge auf: öffentliche Gesundheitspflege 6500 Mk.: Sommer- bad 16 400 Mk. (ist zunächst noch Zuschußbetrieb): Polizei (Zuschüsse) 31 200 Mk.: Versorgung der Beamten und Arbeiter 28 000 Mk.: Wohlfahrts­pflege 140 000 Mk.: Volksschule 43 300 TRI.; Crnst-Ludwig-Schule 76 000 Mk.: Allgemeine Zwecke des Bades 12 000 Mk.. darunter 6000 Mk. als Zuschuß an die Derkehrskommission (seither 2400 Mk.): Gemeinnützige Vereine und Anstalten 1500 Ml.; öffentliche Bücherei 2900 Mk.: öffent­liche Anlagen 11 000 Mk.; Feldpvlüei 13 500 01«.; Schuldentilgung 52 000 Mk.; Wohnungsfürsorge 151 200 Mk.

Die Vermögensrechnung, die wie die Voranschläge der städtischen Werke en bloc an­genommen wurde, weist auf der Ausaabenseite als Hauptpvsten auf: Förderung des Kleinwoh­nungsbaues 132 500 Mk. (ohne das Olufkommen aus der staatlichen Gebäudesondersteuer), Kran­kenhaus für infektiös« Kranke (als erste Etappe des Krankenhausneubaues) 250 000 Mk. Die End­summe der Dermögensrechnung lautet in Ein­nahme und Ausgabe 407 500 Mk.

Die Voranschläge der städtischen Werke schließen wie folgt in Einnahme und Ausgabe ab: Gaswerk 376 000 Mk.: Elektri­zitätswerk 465 000 Mk.: Wasserwerk 189 000 Mk.; Krankenhaus 120 000 Mk.

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

m Lollar, 27. Mai. Ein aufregender Vorgang, der leicht schlimme Folgen nach sich gezogen hätte, ereignete sich gestern nachmittag bei Abfahrt des Personenzuges 6.22 Uhr nach Grün­berg auf dem hiesigen Bahnhof. Ein Arbeiter aus Beltershain, der sich durch Einkäufe verspätet hatte, wollte auf den bereits kräftig im Anfahren befind« lichen Zug aufspringen, wobei er noch den Fehler beging, daß er gegen die Fahrtrichtung des Zuges aufzuspringen versuchte, kam hierbei zu Fall und wurde eine Strecke mitgeschleift. Zum Glück konnte sich der Mann außerhalb des Gleises halten, wobei ihm durch einen Reisenden, der auf dem Bahnsteig anwesend war und hinzusprang, Unterstützung zu­teil wurde. Mit Hautabschürfungen im Ge­sicht nahm dieser Vorfall noch ein immerhin gutes Ende.

H Lollar, 28. Mai. Während in den ver­gangenen Jahren seit Kriegsende die Reu - bautätigfeit hier nur äußerst gering war im Vergleich zur Größe unserer Gemeinde und der bestehenden Wohnungsknappheit, zeigt das laufende Jahr hierin starke Fortschritte. Bis jetzt steht die Errichtung von zwölf Häusern fest, davon sind bereits die Mehrzahl im Rohbau begriffen, die übrigen werden in Kürze in An­griff genommen. Der Hauptteil mit sieben kommt in dem iin Frühjahr erschlossenen Baugelände Oluf dem Stein" zu stehen, wo zur Zelt eine rege Tätigkeit der Baulustigen zu beobachten ist. Ein Wohn- und Geschäftshaus in der Steinstraße mit der Vorderseite nach der Hauptstraße ist bereits unter Dach, ein größeres Gebäude für den Arzt Dr. med. Schlapp in der Saubringer Straße ist bis zum 1. Obergeschoß vorgeschritten. Ein weiteres Wohnhaus ist in der Lumbastrahe in Arbeit, während zwei Wohnhäuser in den Holzmühlenweg zu stehen kommen, wovon das eine bereits unter Dach ist. Eine größere Zahl Einwohner befassen sich gleichfalls mit dem Ge­danken der Erbauung von Eigenheimen, doch steht noch nicht fest, ob mit dem Bau noch in diesem Jahre begonnen wirb. Reben dieser privaten Bautätigkeit sind neben lausenden ihn- bauarbeiien bedeutende Erweiterungs­bauten auf dem Werksgelände der B u derusschen Eisenwerke im Gange, wo insbesondere ein 220 Meter langer Gießereibau mit acht Kuppel-Schmelzöfen entlang dem Fuß« des mächtigen Schlackenberges erbaut wird. Diese Arbeiten werden von den Baufirmcn W i 11 - Marburg unb Deibel- Lollar ausgeführt. Die Beschäftigung des Bauhanbwcrks ist demzufolge hier gut. Mit dein Gießereibau ist nun das Werk Buderus am Ende seines verfügbaren Raumes angelangt. Da eine weitere Ausdehnung der Werkanlagen unbedingt erforderlich ist. machen doch die Aufträge steiaende Erhöhung der Er» zeuanisse notwendig, sind seitens der Firma größere Geländekäufe notwendig. Die Landwirte erhalten für das unmittelbar am Orte gelegene Land pro Quadratmeter 2 Mark gezahlt, so daß manchem Kleinlandwirt eine gute Hilfe in der anerkannt bedrängten Lage zuteil wirb. Die Be- legschaftszisfer bei BuderuS hat die Zahl 2000 überschritten.

V Mainzlar, 27. Mai. ilnfcr Sport­platz. welcher ungefähr 1 , Stunde vom Ort entfernt aus der Mockenhvhl in schöner, trockener Loge liegt, wurde vor drei Jahren von den damaligen Erwerbslosen in Pflichtarbeit ange­legt. Auch wurden seinerzeit kleinere Erdbe­wegungen botgenommen. Run ist aber der Platz, um seinen Zweck voll erfüllen zu könnrn. doch zu klein, so bah unser Turnverein vor einiger Zeit in einer Eingabe an die Gemeindevertretung um Vergrößerung desselben bat. Diele ließ nun nach vorheriger Besichtigung durch daS Kulturbauamt Gießen einen Kostenvoranschlog au-orbeiten. Der

Voranschlag, der größere Erdbewegungen vor- siehl, beziffert sich aus rund 3000 Mark. Ob nun die Gemeinde biete Kosten übernimmt, bzw. den Platz vollständig planieren läßt, wird der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzun­gen zu entscheiden hoben.

a. Reiskirchen. 28. Mai. Am 1. Feiertag begingen die Eheleute Heinrich Hartmann im Äreife ihrer Kinder und Enkel daS Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der im *9. Lebensjahre steht, ist zum zweitenmal ver­heiratet und konnte dieses seltene Fest mit der zweiten Frau begehen. Herr H. steht nahezu 50 Jahre im Dienste der Gemeinde unb versieht heute noch mit größter Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit den Dienst eines Rachtwächters. Wie sehr der Jubilar bei den Ortseinwohnern geschäht wird, zeigt der Umstand, daß alle Schichten der Bevölkerung an seinem hohen Fest regen Anteil nahmen. Der Ortsvorstand überreichte ihm einen Sessel und eine Urkunde für langjährige treue Dienste. Am Abend ehrte ihn der Krieger­verein, dem er seit Gründung deS Verein- olS treues Mitglied angehört, durch einen Fackel­zug und überreichte ebenfalls ein Geschenk.

4? Hungen, 28. Mai. Während im ver­gangenen Jahre hier nur ein neues WohichauS errichtet wurde, ruht in diesem Jahr bie Bau­tätigkeit völlig. Cs hat die- Jeinen Grund vor ollem in der Kürzung bzw. Sperrung beS staatlichen Baudarlehens. Das hiesige Bauge­werbe hat in den benachbarten Dörfern durch Reu- unb Erweiterungsbauten von landwirt­schaftlichen Gebäuden und Reparaturen genügenb zu tun. Das Ueberlandwerk läßt auf dem Pro­vinzialwasserwerk Inheiden «ine große Umschalte- anlagc errichten. Die im Vorjahre gepflanz­ten Kugelakazien in der Bahnhofs- und BellerS- heimer Straße sind in guter Kronenentwicklung begriffen und tragen wesentlich zur Verschö­nerung des StraßenbildeS bei. Irn Zuge der Straß« nach Inheiden wurde vor der letzten Häuserreihe ein Bürgersteig errichtet, der bei der Villa Hubertus endigt. In diesen Tagen fand bi« Versteigerung der Gras- Nutzungen der Böschungen und Gräben an den Provinzialstraßen auf 2 Jahre durch bie DezirkSbanbeamten statt. Die Preise waren aus­gesprochen billig, bedingt vor allem durch die in Aussicht stehende überaus gute Futtermittel- ernte. Auch ist der Futterwert des Grases durch die Beschmutzung und den Staubabsatz durch den zunehmenden Kraftverkehr sehr gering. Teil­weise kann es als Futtermittel gar nicht verwen­det werden, so daß eS nur zum <3treuen ge­braucht werden kann. Je nach Grasbestand unb Gröhe kam ein Stück auf 0.503 Mark.

Kreis Friedberg

WSR. Bad Rauheim, 28. Mai. Ein Sportflugzeug, das von Berlin kam, muhte in der Räche unserer Stadt eine Rotlandung vornehmen, wobei eS einige Beschädigungen erlitt. Das Flugzeug mußte abmontiert und mit der Bahn abtransportiert werden.

WSR. Vilbel, 27. Mai. Die Pferde eines hiesigen Wasserhändlers scheuten während eines Gewitters unb rannten bie Hanauer Straße abwärts. Alle Versuche des Fahrers, die Pferde zum Holten zu bringen, waren erfolg­los. Gin alter Mann, der sich vor den Pferden flüchten wollte, wurde von dem Wagen an einem Hause erfaßt und vödlich verletzt. Auch der Fuhrmann, der vom Wagen stürzte, erlitt ernste Verletzungen.

Kreis Bübingen.

§ Nidda, 29. Mai. Die diesjährige Haupt- versammlungdesVogclsbergerHöhen- c l u v s findet hier am 2. und 3. Juni statt. Einmal soll Beschluß gefaßt werden über Einführung von Zentralheizung in den Klubhäusern auf dem Hohe- rodskopf, zum andern sollen die vorhandenen Räum- lichkeiten durch Neuerwerb erweitert werden, da der Verkehr nach dem Vogelsberg sich immer mehr hebt. Der hiesige Zweigverein trifft große Vorbereitungen, die Gäste würdig zu empfangen.

?" Ridda. 25. Mai. Der erweiterte Zweck- verband Ridda-Ulfa hat im Laufe dieser Woche «inen dritten 30sihigen Wagen, sowie einen zweiten Wagenführer In Dienst gestellt. Zur Personenbeförderung stehen nun ein 8sihiger, ein 16- und ein 30sihiger Wagen zur Verfügung. Es werden drei Autolinien unter­halten: Riodo Ulfa, Ribda Ober* LoiSMichelnau unb Ribba Bad- Salzhausen. An Werktagen wird jede der Strecken dreimal, an Sonntagen einmal be­fahren. Mit dieser Maßnahme ftnb fast alle Orte der Umgebung verkehrstechnisch mit unserem Städtchen verbunden. Die Provinzialstraßc Kohden bis OrtSauSgang Ober-Schmit- ten, die im Vorjahre gewalzt und geteert wurde, erfährt bevorstehend eine Wiederholung der Teerung. Das Material tzst bereits an­geliefert.

A Ridda, 25. Moi. Wieder wurde einer von den wenigen hier noch lebenden Veteranen abgerufen. Irn 8 6. Lebensjahre verstarb nach kurzer Krankheit Weichensteller i. R. Georg Krämer. Er war Veteran von 1868 und 1370/71 und wohnte zufällig mit zwei anderen Doppelocteranen b?r genannten Feldzüge zusammen in einem Hause, nämlich mit dem Bahnhofsvorsteher i. R. Wilhelm Hammel. 87 Jahre alt. unb dem Weißbindermelster Konrad Walther, 84 Jahre alt. Diese beiden erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Der Letzt­genannte geht noch täglich seinem Berufe nach. In dem Eulobenkops, einem großen Waldrevier der Oberförsterei Rloda. zwischen Michelnau unb Fauerbach-Ober-Lals. ist wiederholt hir^li j) ein Hirschpaar gesichtet worben. Wahrschrinlich ist bieseS Ebelwild auS den Laubacher oder Büblnger Waldungen bis hierher vorgcdrunaen. Hoffentlich lassen die Jäger diesem hier selten zu beobachtenden »König Der Wälder'^ Schonung zuteil werden.

K ob b c n, 28. Mai Der fahrplanmäßig 16.40 Uhr hier eintreff ende Personenzug in Rich- lung Schotten hatte am SamStag eine zwei­stündige Verspätung. Unmittelbar beim Sin- biegen in bie hiesige OrtSstraße entgleisten bie an der Vorderachse des Drehgestells be« fiüblichen Räder der Lokomotive unb liefen auf einer Strecke von etwa 30 Meter neben den Schienen her. Rach 1''»stündiger Ar­beit sah bie Lokomotive wieder im O leite ohi*e daß ein HllfSzug herbeigehvlt werden mußte. Die Fahrgäste hatten inzwischen zum größten Teil bie Wagen verlassen, um zu Fuß ober in AutvS weiterzukommen. Da auch der 17.34 Uhr von Schotten abgehende Zug auSfiel, waren bie Reisenden gezwungen, mittels Last­wagen und AutoS den Anschluß in Ridda zu erreichen. Dies ist in den letzten drei Jahren

bie vierte Lolomotiventgleisung auf der Strecke Ridda Schotten. Man braucht nicht Fachmann zu sein, um zur Einsicht zu kommen, daß bet Schienenstrang jedenfalls nicht so beschaffen ist. wie es im Interesse einer glatten Abwicklung bei Verkehrs wünschenswert wäre. Wenn schon der oft geäußerte Wunsch, die Bahn aus den Orisstrahen berauszunehmen. nicht erfüllt wer­ben kann, so sollte doch für ein ordnungsmäßiges Instanbhalten des Schienenweges Sorge getragen werden.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 24. Mai. Am Sonn­tag fand dahier das dieSiährige Rennen beS Gaues II beS o b e r h e s s i s ch e n Rad­fahrer bunbes statt. Den mehr alS 30 Ren­nern. die schon am Samstagabend hier clntrafcn. hatte der hiesige Rabsahrerverein .Germania'' unter Vorsitz seines Präsidenten Wilh. P a r r VI. Freiguartiere gestellt. Die ersten Renner fuhren am Sonntag früh um 6.45 Uhr ab. Die Rennstrecken betrugen für Klasse A 60 Kilometer. Klasse B 41 Kilometer, bie Iugentzklgjw 17 Kim. Sieger blieben in A Hch. Jäger, allsa, mit 2 Stunben 20 Mln.. in B Karl MauS. AlS- fetb mit 1 ©tunbe 30 Min., in der Jugendklasse Schneider. Eifa, mit 34 Minuten. Rachmit­tags stellten sich die Gauverelne zu einem kleinen Festzuge auf. Aus dem Kirchenplah angekommen, hielt der Gauvorsitzende Schäfer auS Stein­bach eine begeistert aufgenommene Ansprache. Ein Ball im Saale des Gastwirts Schlörß be­schloß die wohlgelungene Veranstaltung.

Kreis Lauterbach.

P. Schlitz. 27. Mal. Unsere altehrwürdig« S t a b t k i r ch « erhält in diesen Tagen auf ein­stimmigen Beschluß des Kirchenvorstandes unb der Kirchengemeindevertretung elektrisches Geläute. Unser Gotteshaus wirb dann das erste im Dekanat Lauterbach fein, das mit elek­trischem Geläute versehen ist. Die Anlage, bei der Drehstrom verwandt wirb, dürste sich auf rgnb 5000 Mark stellen und wirb von den be- bdannten Hersorber Elektrizitätswerken (Bokei- mann und Kuhlo) auSgesührt.

K. ® r a i n f c l b. 27. Mai. Da» IahreSfest berKirchengesangvereine de» Deka­nats Lauterbach wirb am 17. Juni in unserer Gemeinde ftattfmbvn. ES werden daran teilnehmen bie Kirchenchöre von Lauterbach. Schlitz. Engelrob. Stockhausen und Erainfeld mit über 250 Sängern und Sängerinnen. Im Fest- aottesdienst, in welchem Oberpfarrer Boeckner (Schlitz) die Predigt halten wirb, wird ein Massenchor:CBrunqueH alles Heils" und .Lob« den Herrn" in Bachscher Vertonung zum Vortrag bringen. Eine Rachfeier soll sich bei günstiger Witterung im Freien anschließen.

Hrcis Alsfeld.

<5 Dannenrod, 25. Mai. Durch den Neaen hat sich die W i n t e r f r u ch t, insbesondere aber die Sommerfrucht sehr erholt. Raps ist nur noch auf Aeckern in geschützter Tallage ver­einzelt zu finden, auf höheren Stellen ist er ausgewintert: hier mußte mit Sommerfrucht be­stellt werden. Mit dem Schnitt beS GraseS wurde in der vorigen Woche, mit dem be» Klees In dieser TBod)e teilweise begonnen, da das Wachstum infolge der kalten Luftströmungen auf unserer durchschnittlich 320 Meter hoch ge­legenen Gemarkung noch recht gering ist. Die Maisröste haben an Ruhbäumen, dem jungen Buchenlaub an Waldrändern unb Eichen und den Gartenerdbeeren großen Schaben ge­tan. Die Erdbeeren, die unter dem harten Rach- tointer sehr gelitten hatten insbesondere die MonatSerdbceren zeigen erfrorene, schwarze Blüten. Die Stachelbeeren und Frühkirschen haben infolge günstiger Blütezeit sehr reichlich ängeseht, Johannisbeeren bringen in bleiern Jahre in vielen Gärten eine Mißernte; denn im Frühjahr find durch den Dompfaff, allgemein Blutfink genannt, bie Blütenknospen säst alle abgefressen worben. Diese Beobachtung ist hier in den letzten Jahren noch nicht gemacht worden unb weist auf eine zunehmende Ver­breitung dieses schädlichen Vogel» hin. In den Gärten wurden überall Frühgemüse-Pflanzen gesetzt, die zumeist au» Mistbeetfenstern stam­men. Die Freilandpflanzen sind wegen der Wit­terung oft sehr schlecht aufgegangen und noch sehr Nein. Der Eintritt wärmerer Witterung ist für diese, wie unserer ganzen Vegetation dringend erforderlich.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 28. Mai. Am Pfinast- samstag wurden auf dem hiesigen Standesamt nicht weniger als 37 Paare getraut. Die bisher höchste Zahl an dem zur Trauung besonders bevor- zugtcn Pfingstsamstag wurde vor drei Jahren mit 26 Trauungen erreicht. DerWonnemond" scheint feine Wirkung auf die kouragierten Darmstadter nicht verfehlt zu haben.

Rheinhessen.

Schwerer Verkehrsunfalt bei Worms.

LPD. Worm», 28. Mai. An der Straßen­kreuzung zwischen Bürstadt und Lampertheim, kurz vor der Wormser Straßenbrücke, fuhr ein Personenkraftwagen in ein mit zwei Personen besetztes Motorrad hinein. Der SoziuSsahrer namens Puff wurde in weitem Bogen vom Motorrad geschleudert und starb kurz darauf. Der Motorradführer. namen» Snzenberger. mußte in s chwerver letz­tem Zustand in ein Krankenhaus gebracht wer­ben. In dem Personenauto laßen her Stadtver­ordnete Direktor Bläser au» Worin» unb zwei ander« Herren Direktor Bläser erlitt einen Rippenbruch, die beiden anderen Herren kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt

Preußen.

Alrcie Metzlar.

WSN. Wetzlar, 28. Mai. Das neue 6 11 b ft» g n f 4) l ufjo m t in Wetzlar steht vor feiner Ur- Öffnung. Man rechnet damit, daß die Anlage im Lause des Monats Juni in Betrieb genommen werden kann. Auch der durchgreifende Um - unb Erweiterungsbau des Wetzlarer P o st- g e b ä u b e 6 macht rüstige Fortschritte, doch rechnet man hierbei mit einer Bauzeit von zwei Fahren. Zu dem Dau leistet die Stadt einen namhaften Zu­schuß, um eine dein altertümlichen Stadtbild ent­sprechende Ausgestaltuna zu erreichen. Dieser Tage fanden Straßenpastanten aus der Altenberger «traße einen Motorradfahrer blutüber­strömt unb bewußtlos liegend auf. Etwa 15 Meter von ihm entfernt lag feine schwer be­schädigte Maschine Man brachte den Verunglückten

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