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Aus Natur und Technik.

Atombau und Eigenfchafien des Stoffes.

Technische Rundschau.

Don Or. Hellmut Thomasius.

Die -um Schlagwort unserer Zeit gewordene Rationalisierung", diese Umstellung der Betriebe nach wirtschaftlichen Grundsätzen, gebt nicht überall gleichmäßig vor sich. Wenn sic einmal abgeschlossen ist, wird es eine interessante Ausgabe sein, zu erforschen, warum man hier sofort und freudig dazu überging, alles obzu- ändern, alle- zu erneuern, während man dort zögerte oder so lange als nur möglich bei den alten Verfahren blieb. Diele der inneren De* weggründe diese- Verhaltens lassen sich vorerst nur gefühlsmäßig erfassen. Aus unserem Ge- iühl heraus erscheint es uns als selbstverständlich, daß man zunächst da mit der Rationalisierung voranging, wo eS sich um ben Verkehr handelte, also in Der Automobilindust rie, bei der- Fabri­kation von Lokomotiven unb in ähnlichen Allen. Vöeniger will es uns cinleuchten, warum man fi$ auf vielen Gebieten abwartend verhielt, Die mU der Ernährung und CBcrforgung mit RahrungLMitteln Zusammenhängen.

Da NA besonders auffällig liegen die Derhält- nifse bei der Fischerei. Es ist nicht zu leugnen, daß sich in neuerer Zeit innigereBe­gebungen zwischen ihr und der Technik heraus, gebildet haben. Anstatt der allen Segler und Dampfer hat man für die Hochfee-Fischerei Motorschiffe und Schiffe mit Oelfcuerung in den Dienst gestellt. Außerdem bat man die Schiffe mit drahtlosen Sendern und Empsängern versehen. Besondere Küstenstationen wurden er­richtet. die den drahtlosen Verkehr mit den Fischerslotten unterhalten. Dadurch wird an Zeit gespart. Es ist nicht mehr nötig, daß die ganze Flotte oft wochenlang umhersuchl. Brennstoff vergeudet und die Maschinen abnüht. biS man zufällig auf ein reiches Sischgebiet stößt. Man sendet Suchschiffe ouS, während die übrige Flotte im Hasen liegen bleibt. Trifft man oui große Fischzüge. so wird sie drahtlos berbeigetufen. Sogar Flieger werden zum Suchen verwendet. Von der Höhe auS. in der daS Flugzeug dabin- flicgt, kann man bis tief Inti Meer hinabsehen Bis zu etwa 20 Metern bringt das Auac im Walser vor. Der Flieger. be reiche Beute findet, ruft in gleicher Weise wie das Luchsch", die Flotte durch drahtlose Signale an Die cb tige Stelle

Von Professor Dr. Paul Kirchberger.

Wer ein Ereignis tote die Berliner Werkstoff- schau erlebt hat, der wird toobl noch lange unter dem Eindruck deS Staunens Darüber stehen, biS zu welchem Grade die Technik die uns von der Ratur gebotenen Stoffe durch richtige Erkenntnis und zweckmäßige Verwendung ihr r Eigenschaften in ihren Dienst zu stellen toeifj. Natürlich ist diese Entwicklung noch lange nicht an ih.em Ende an* gelangt, und vielleicht wird uns schon in wenig Jahrzehnten oder gar noch eher eine neue Werk- stoss schau neue Wunder schguen lassen, die wir heute noch nicht ahnen.

Eines aber ist sicher- eine zweckdienliche Nut­zung der von der Natur gegebenen Stoffe wird immer mit einer wissenschaftlichen Erforschung ihrer Eigenschaften Hand in Hand gehen müssen. Es ist gewiß schön und nützlich, wenn wir alle Eiaentümlichkeiten der so mannigfaltigen Werk­stoffe durch den messenden Versuch zu ergründen suchen. Aber eine noch vollkommenere Stufe der Erkenntnis ist eS zweifellos, wenn wir die Eigen­schaften deS Stoffes sozusagen von innen heraus verstehen: wenn wir auS seinem Inneren Aufbau wissen und erkennen, daß dieser Stoff diese oder jene Eigenschaften haben must, und wenn wir fie auS seinem allerinnersten Bau heraus erklären können. Ob dies jemals restlos möglich sein wird, steht freilich dabin. Aber die gegenwärtige Wis­senschaft ist doch schon so weit, daß sie auS dem innersten Bau Der kleinsten Teilchen, der Atome, die Eigenschaften der Körper bis zu einem er­heblichen Umfang erklären kann.

Fast vollständig können wir die chemischen Eiaenschaftcn der Stoffe auS ihrem Aufbau ver­stehen. Wir wissen z. D., dah die ch.m.schen Eigentümlichkeiten der Metalle darauf beruhen, bau ihre Atome leicht ein soaenanntes Elektron ober auch mehrere Elektronen, der elektrisch nega­tiv geladenen Elementarteilchen, die e n wesent­licher Bestandteil aller Atome sind, abgeben können. Hieraus erklärt sich die Rolle, die die Metalle bei der Bildung der Salze spielen: Sie suchen einen Stoff, der diese von ihnen abgegebe­nen Elektronen aus nehmen kann: solche Stoffe sind die Säuren oder die sogenannten elektrisch negativen Grundstoffe, wie Sauerstoff, Schwefel, Chlor usw. Die Lösung der Elektronen aus Dem einen und ihre Aufnahme in den anderen Atom- fcerbanb, daS ist der Vorgang, der bei chemischen Verbindungen vor sich geht. Auch die anderen Eigenschaften der Metalle, ihre gute Leitfähigkeit für Wärme ober Elektrizität und ihren auf der starten Zurückweisung des Lichtes beruhenden hohen Glanz können wir aus Der leichten 2lb- fpaltarbeit ihrer Elektronen leicht verstehen. Zeder formt die ungeheure und in Zukunft noch immer wachsende Wichtigkeit der Leichtmetalle. Die heu­tige Alomtheorie tst bereits so weit entwickelt, daß wir uns bestimmte Vorstellungen über die Gründe bilden können, warum dieser ober jener Grundstoff besonbcrs leicht ist. Hierbei müssen wir zweierlei auSerncmderhallen: baS Gewicht beS Atoms und Den Raum, den es etnrrimmf. Die Leichtigkeit eines Stosses kann sowohl auf der Leichtigkeit seiner Atome als auch auf der Gröhe des Raumes beruhen, ben diese beanspruchen. Was nun das Gewicht des Atoms anlanat, so rührt dieses überwiegend vom Atomkern per, der mit elektrisch plHitiver Ladung in seinem Innern sitzt. DaS Gewicht des KernS nimmt ziemlich gleichmäßig Dem leichtesten Atom, nämlich bem Wasserstoff, biS zu dem schwersten, bem Uran, zu. Nur */lM0 des Atomgewichts rührt von ben den Kern um­kreisenden Elektronen hex. Während so das Ge­wicht des Atoms ständig ansteigt, ändert sich der Raum, den eS einnimmt, in periodischem Wechsel. Die Elektronen ordnen sich nämlich In Schalen an, und wenn sich außerhalb einer geschlossenen Schale nur noch ein einziges Elektron befindet, so pflegte sich ziemlich weit außerhalb herumzu­treiben, so daß das ganze Atom einen Verhältnis-

Das Herz auf dem rechten Fleck.

Das räumliche Rönigensehen. Oie Motorbrille.

Von Wilhelm Buchmann.

Die Anwendung dec Röntgenstrahlen hat ge­rade in letzter Zeit bedeutende Fortschritts auf ben verschiedensten Gebieten gemacht, namentlich bei der Erforschung des Atomaufbaues und bei der Werkstoffprüfung. Die Röntgenröhren selbst

Bild 1.

haben wichtige Verbesserungen erfahren, so daß ihre Leistungsfähigkeit außerordentlich gestiegen ist. Als neuste französische Erfindung wird nun über räumliche Röntgenaufnahmen berichtet, also über solche Aufnahmen, bei denen zwei verschiedenartige Bilder in einem sogenann­ten Stereoskop betrachtet zu einem räumlichen Bild verschmelzen. In Wahrheit sind solche Auf­nahmen in Deutschland schon viel früher gemacht worden.

Der Grundgedanke für die räumlichen Auf­nahmen ist an sich sehr einfach. Wenn wir mit beiden Augen einen Gegenstand betrachten, so weichen die Bilder auf der Netzhaut der beiden Augen etwas voneinander ab. Unser

Bild 2.

Gehirn verschmilzt nun die beiden Bilder zu einem einzigen. Ihre unbewußte Vergleichung lehrt uns, wie weit der Gegenstand von uns entfernt ist. Versucht man, die Entfernung nur mit einem Auge abzuschätzen, so wird man finden, daß dies unmöglich ist, weil eben die räumliche Wirkung fehlt. Bei hen Raumbildern sind nun zwei Buder nebeneinander gelegt, die mit zwei um Augenabstand voneinander entfernten Appa­raten aufgenommen sind. Keines der beiden

mäßig großen Raum beansprucht. Die- ist z. B bei den sogenannten Alkalimetallen bet Fall, und wenn zu dem großen Atomraum noch ein geringes Atomgewicht hinzukommt, so muh ein solcher Stoss besonders leicht fein; die- ist denn auch beispiels­weise beim Natrium io, das nur 0,735ma( so viel wiegt wie Wasser, so daß es darauf schwimmt.

Sine ungemein wichtige Eigenschaft aller Stosse ist ihre Farbe. Wir denken dabei freilich nicht an die hochzusammengeschten Verbindungen der organischen Chemie, die wir als Farbstoffe im engeren Sinne bezeichnen. Die Cheniiker sind heule imstande, bestimmte Regeln aiuugeben, wie ein Störs nufammengefebt kein mutz, wenn er diese oder jene Farbe zeigen soll. Aber bieS hängt nicht von seinen Atomeigenschaften ab, die tpit in erster Linie betrachten, sondern vom Zusam­mentritt der Atome zu Molekeln, die her Ehe- miker in sogenannter Synthese vornimmt. Aber auch schon die Grundstoffe hoben Farben, manche, wie z. B. dos Jod. sehr lebhafte. Die Farben der Stoffe rühren daher, baß die von ihnen zurück­geworfenen Teile des an sich vielfarbigen Lichts bestimmte Wellenlängen b .ben; welche dies fein werden, können wir nach der Art des Aufbaues deS Atoms wenigstens in großen älmrissen ver­stehen.

Ein besonders schwieriger, aber für den Tech­niker um so wichtigerer Punkt ist die Erklärung der mechanischen Eigenschaften der Körper, wie a. D. ihrer Federkraft (Elastizität), ihrer Zu» i fammenbrücfbarFclt usw. Aber auch darin hat I

unsere Wisfenfchall von den Atomen seht be­achtenswerte Erfolge gezeitigt. Die Zugfestigkeit eines Stoffes rührl von ben anziehenden Kräften her, die zwischen seinen kleinsten Teilchen bestehen, feine Zusammendrückbarkeit, sagen wir beispiels­weise bie des WalserS, von dem Widerstand, den diese kleinsten Tcilchen bem Eindringen anderer Teilchen entgegensetzen. Nach unserer heutigen Erkenntnis kann eS sich in be ben Fällen nur um elektrische Kräfte handeln. Sie rühren von ben Slellronenhüllen her bl: den Atomkern umgeben. Der Aufbau dieser Elektron enhüllen ist wenig­stens in großen Zügen bekannt, und es er­scheint bähet verständlich, bah man bereits ver­sucht hat, bei bestimmten Stoffen, z. D. bei ein­fachen Salzen, hieraus bie zu ertoartenbe Zug­festigkeit zu berechnen. Als man bie Srgebn.sie der Rechnung durch ben Versuch zu bestätigen versuchte, wollte bies zuerst nicht recht gelingen; es stellte sich nämlich heraus, daß dir Zugfestig- feit durch Nebenumstände, wie oberflächliche Sprünge und Risse, sehr stark vermindrrt wird. Stellte man jedoch die Versuche unter Wasser an. wobei sich diese Nebenumstände auSschlteßen lie­ßen, fo bestätigte bie Messung das Ergebnis der Rechnung in durchaus befriedigender Weise.

Denn auch vorerst die Erforschung der Sigen- schasten des Stosses durch den messenden Versuch der Erklärung durch bie Theorie noch weit über­legen ist, so bars doch auch dieser zweite Weg nicht vernachlässigt werden. Er verspricht für bie Zukunft sichere Erfolge.

Alles bas darf uns aber nicht darüber hinweg- täuschen, daß der eigentliche Vorgang deS Fi­schens nach wie vor der gleiche geblieben ist wie in früheren Zeiten, und daß hier in tech­nischer Hinsicht kaum nennenswerte Fortschritte zu verzeichnen sind. Freilich benutzt man jetzt maschinell ober elektrisch angetriebene Krane und sonstige Vorrichtungen, um die Netze zu heben. 'Ader das bedeutet schließlich keine Rationalisie­rung deS ganzen Dersahrens. Nach wie vor arbeitet man mit dem allen Schleppnetz und mit sonstigen Geräten, bie ihren Ursprung zum Teil aus den Menschen der Vorzeit, auf ben Pfahlbauer, zurückführen. Da geht Zeit mit bem Auslegen und Einhvlen und mit ben Aus­besserungen verloren. Durch vorüberfahrenbe Schisse können bie Netze zerrissen werben. So- unbsvost werben sie mit nur geringer Beute empor gezogen. Viel Arbeit wirb nutzlos auige- toenbet

Rationalisierung kann hier nur durch eine voll­ständige llmgeftaltung beS ganzen Verfahrens nach neuzeitlichen technischen Grundsätzen erzielt werben. Auf Grunb vorher durchgefÄrter Ver­suche unb Prüfungen wirb nach ben Plänen des Schisfbau-ZngenieurS Elwood Blecker ein neues Schiff gebaut. daS mit allen bisherigen ^Überlieferungen bricht Mit Hilfe dieses Schisses soll auch in armen Fischgründen dadurch eine gute Ausbeute her bei geführt werden, daß man nichts wie beim Schleppnetz bem Zufall über- läßt, sondern daß man die Fische anlodt. Das alte Retz sällt vollkommen weg. Dagegen be­findet sich nor dem Schiff ein riesiger Trichter aus feinmaschigem Metallgcflecht, der durch einige eiserne Bänder hinreichende Festigleit er­hält Den Fischen fällt dieses Wctallgeflecht ebensowenig auf wie das Netz. Die Mündung deS Trichters sieht gegen das Wasser zu, gegen ben Bug zu verengt er sich. Am Vordersteven

Schiffes ist unter Wasser und innerhalb des T richters ein großer Scheinwerfer angebraa>t. der einen Lichtkegel in daS Wasser hinauSwirft.

Die Fische werben Manntli<b durch daS Licht ungezogen. 3m Golf von Neapel kann man bie äuch'r nächtlicherweile auf Fang ausziehen sehen, wobei sie zum Anlocken Fackeln benutzen 3n ädn- luber Weist wird in vielen anderen Gegenden gefischt Der unter Waller angebrachte Schein- werfer lockt gleichfalls die Fische an Vei den verlachen hat sich gezeigt, baß er auf weite Ent- renumgen wirk'am ist. Wenn sich im Wasser

auch verhältnismäßig wenige Fische finden, so baß sich bei Verwendung des Schleppnetzes eine schlechte Ausbeute ergeben würde, so bewirkt ihr Zusammenströmen im Trichter doch einen guten Fang. DaS Schiss bleibt, um die Fische nicht zu verscheuchen, entweder an geeigneter Stelle ruhig liegen. Es wirft unter ilmftänben sogar Anker. Ober es bewegt sich ganz langsam vorwärts. Die in ben Trichter gelangten Asche schwimmen weiter auf bas Licht zu. zu dessen beiden Seilen zwei Kanäle munden, die vom Deck herabführen. 3n diesen beiden Kanälen bewegt sich da- Wahrzeichen jeglicher Rationali­sierung, daS laufende Band. Es steigt von der unter Was,er befindlichen Mündung der Kanäle schief nach oben. Besonders an ihm an» gebraute Vorrichtungen packen die Fische, schau­feln sie auf daS Band, bas sie an Deck befördert. Hier fallen sie in einen Schacht, der in ben Schiffsraum führt, wo dann die Verarbeitung und die Lagerung in Kühlräume beginnt. DaS Schiff ist auch mit Kältemaschinen ausgestattet, di« du. Kühlräume stets auf der richtigen Tem­peratur erhallen.

Aus anderen Gebieten unserer Versorgung mit Nahrungsmitteln beginnt sich dieses sp viel be­liebte Band jetzt ebenfalls einzusühren. 3n einer in Kalifornien errichteten Muster lärm verwendet man laufende Bänder zur Fütterung des Geflügels. Sie gewähren gegenüber den Futternch>fen den Vorteil, daß es nicht an ein­zelnen Punkten ein Gedränge gibt, bei bem die schwächeren Tiere benacht i'igt find und deshalb in der Ernährung zurückdleiden. Besondere Nester sind reihenweise über einem laufenden Band aufgestellt, in die die Hühner ihre Gier legen. Das Ei fällt aus dem Nest unmittelbar aufs Band und wirb bann sofort zur Reinigung weiter- befördert. Das Band geht durch eine Vorrichtung, die dafür forgt. daß Die Eier nicht zu bicht auf- cinanbcr liegen, unb läuft nach einem Kasten weiter, in bem sich ein Scmbstrahlgebläsc be­findet. Seinlörnt^er gewaschener und getrockneter Sand wird hier auS Düsen unter Luftdruck gegen di« Eter geschleudert unb reinigt sie in kürzester Zeit vom anhängenden Schmutz. Der Sand fällt nach bem Reinigen durch die im Band angebrach­ten Öffnungen unb wirb von neuem gereinigt unb verwendet. Der im Reinigungskasten ent­stehende Staub wird cbgefaugt Besonders im Kasten angebracht« Einrichtungen sorgen dafür, daß sich jedes Ei während des Reinigens um fern* SängSachsc dreht, fo baß alte Stellen y

Bilder kann für sich allein eine räumliche Wir­kung vortäuschen, erst bie gemeinsam« Betrach­tung burch besondere Linken bringt die« zustande. Will man nun räumlich: Röntgcnblldet Her­stellen, so ist es klar, bah bie beiben Aufnahme« von zwei im Augenaöstand voneinander entfernten Punkten aus gemacht werden muffen, llrfprüng- sich hat man dazu bie Röntgenröhre nach der ersten Ausnahme etwa um ben Augenabstand verschoben und gleichzeitig eine neue Platte unter* gelegt, die dann belichtet wurde. Dabei cntflanben aber nur bann einwanbfrei richtige Bilder, wenn sich der aufzuneHrnende Gegenstand in bet Zell zwischen ben beiben Belichtungen nicht verschob. Bei Ausnahmen am lebenden Körper ist Hefe Bedingung jedoch meistens nicht erfüllt, well der Zeitabstand zwischen den beiben Ausnahmen zu groß war. Nun ist eS bet 6;emcnÄ»Qietnigc;» Veiso-Desellschaft gelungen, bie Zeitspanne zwi­schen zwei Au nahmen auf zwei Zehntel Scftthben. ja auf noch kürzere Zeit herabzudrücken. Dies« erstaunliche Leistung ist dadurch möglich geworben, daß statt einer Röntgenröhre ^wei Röhren ver­wendet werden, deren Brennflecke im Augen­abstand voneinander entfernt sind Die beiden Lampen werben selbsttätig nacheinander ein» geschaltet. An Stell« von Platten wirb ein Film benutzt, her sofort nach der ersten Aufnahme um ein« Bildbreite weitergezogen wird. Sie größten möglichen Ausnahmen fmb dabei 40> 40 Zentimeter. Die ganze Einrichtung wirb voll­kommen selbsttätig umgeschaltet. Betrachtet man bie entwickelten und abgezogenen Bilder neben» einander in einem Stereoskop, so sieht man alle Teil« des Körpers räumlich und kann so ihre Lag« und insbesondere auch ben Ort von Fremd­körpern genau fest stellen.

©o groß dieser Fortschritt auch sein mag. so kann er doch nicht alle Würfchc des Atzte« erfüllen, genau so wenig, wie etwa ein gewöhn­liches Lichtbild uns bi« Deivegung selbst zeigen kann, bie uns erst bet Film vermittelt. Da« Streben ging also babin, auch bie Bewegung räumlich zu sehen. Hierzu brauchte man aber nicht ben älmtocg über ben Film zu machen, bet an sich denkbar, jedoch etwa« schwierig ist. SS genügt vielmehr, bie Ditbet auf einem Leucht» fchirrn zu erzeugen unb Dafür zu sorgen, batz für jebes Qluge. nur daS für eS bestimmte Bild sichtbar wirb. Die BUber selbst sind räumliche Schattenbilder; sie erinnern an einen hübschen Scherz, der vor einigen Iahten auf größeren Bühnen gezeigt würbe Die Sache wat bamal« so gemacht, daß hinter einer Leinwand eine grüne und eine rote Lampe in einem gewiksen Abstand nebeneinander ausgestellt waren, vor denen sich die Schauspieler bewegten, so daß also zwei etwas voneinander verschiedene Schat­ten auf die Leinwand geworfen wurden. Jeder Besucher des Theaters erhielt eine Brille mit einem grünen unb einem toten Glas. Das eine Auge sah durch das grüne Glas nur ben von bet grünen Lampe geworfenen Schatten, während das andere durch das rot« Glas nur ben Schatten von b«r roten Lampe wahrnehmen konnte. Es würbe also bie gleiche Wirkung wie beim Stereo­skop erzielt, wo jebe« Auge auch nur eine« bet beiben verschiedenen Bildet sieht, unb man glaubt, räumliche Schottenbilber vor sich zu haben.

Ganz so einfach läßt sich baS mit bem Röntgen­leuchtschirm nicht machen, ba man keine verschie- benfarbig leucht en ben 'BUber erzeugen kann. Man muhte baher einen Kunstgrisf anwenden. Damit jeDes Auge nut DaS für eS bestimmte BUD sieht. Die Siemens-Reiniger-Veifa-Gesellfchaft hat Diese Aufgabe nun auf eine sehr hübsche Weise ge­löst. ES werben zwei Röntgenröhren 1 und 2 besonders schmaler Bauart von nur 6 Zentime­ter Durchmesser (Bild 1) verwendet, bie hinter dem zu betrachtenden Körper 3 mit ihren Brenn­punkten etwa im Augenabstand von einander an- geordnet sind. Die Röhren brennen aber nicht gleichzeitig, sondern werben abwechselnd in schnellet Reihenfolge eingefchallet. Auf bem 30 mal 40 Zentimeter großen Leuchlschirm 4, bet sich bicht vor dem Körper befinbet. entstehen

säubert werden. Ist baS Banb burch bas Santi» strahlgebläse hrndurchgegangen. so gleitet eS samt den daraus liegenden Eiern weiter nach einer dunklen Kammer. Hier steht ein Tisch, unter dem sich Lampen von hoher Leuchtkraft be­finden. Ihr Licht wird nach oben geblendet. Es durchleuchtet das weitmaschige Gewebe beS Ban­des unb bie barauf liegentien Eier. Die schlech­ten werben auefortiert. Die guten gehen auf bem Banb weiter zur Verpackung. Auf tilcfe Weise können mit Hilfe eines einzigen Sand- strahlgebläses am Tag bis zu 1 10 000 Eier gereinigt werben. Die Kosten tom» men nicht nur burch bie Srspami se an Arbeits­kräften. sondern auch durch ben höheren Preis reichlich totebtr heraus, bie bie sauberen Eiet auf dem Markt erzielen. Auch gibt eS weniger zerbrochene Sier. Bei bet früheren Art bet Reinigung burch Chemikalien wurde die Schale teilweise gelöst und so dünn, baß bie Eier leichter zerbrachen. Bei bet Reinigung burch ba« ©and- strahlgebläse unter Verwendung von sehr fein» körnigem Sand wirb bet Schmutz entfernt, ohne baß bie Schale besonder- angegriffen wirb. Die Rationalisierung wirkt sich also hier febr gut aui.

Ein weiteres Gebiet bet Nabrung-mittelver- sorgung. auf bem man nach neuen technischen Vers ähren Verluste zu verhüten sucht, ist das brr Beförderung von Früchten. Früchte gehen jetzt übet die ganze Welt. Dir es en im Sommer australische unb kalifornische Aep'el. Diefr Früchte werben um ein Faulen zu ver­hüten. in Eisenbahnwagen befördert, in denen EiS lagert und kommen dann auf den Schiffen in Kühlcäume. BiS sie sich aber dutchkühlen. ver­geht stet« eine gewisse Zell, w.'brer.d deren bei einzelnen die Fäulnis bereits einsetzen kann. Des- balb kühlt man jetzt dce Früchte bereits auf tem Wege zur Bahn ober zum Schiff vor. Man bat besonder« Auto« gebaut bie mit Kühlmaschi­nen ausgestatlet finb. Bei Verwendung anderer AuioS, die keine Kübtmaschinen be'ihen. legt man con ben burchgekühlten Eisenbahnwagen aus eine isolierte Schlauchlcitung nach bem Kraft­wagen. Durch Ventilatoren wirb bie Luft burch die an ben Verlabestellen toartenben Kraftwagen hindurch unb wieber in ben Eisenbahnwagen urücfgefaugi Dies« Vorkühlung brr Früchte be­währt sich vorzüglich. DaS Eintreten von Fäul­nis wird erfolgreich vermieten.