Ausgabe 
26.7.1928
 
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laal be ftoittfftfcfren Außenministerium« fei vor- löutiG auf ben 27. August festgesetzt

Ob die Meldung des Reuyork Herold m l Be­ug auf Sie Gegenwart Dc. Steefemanns bei der Unterzeichnung des Pakts in Paris der Tallache entspricht, läßt sich zur Stunde nicht nochprüfen Angesichts der durchaus abkbnen- Len Stimmung, die auch in ausgesprochen hnft* demokratischen Blättern, wie D. der Frank- surter Zeitung, zu Wort kam. erscheint es vor­erst doch sehr fraglich, daß sich der deutsche Reichsaußenmmister zu einer Offiziellen Bette nach Paris entschließt, solange noch französische Befatzungstruppen am Rhein stehen und Deutsch­land dank der Pariser Politik noch nicht über alle Teile deS ReichSgebiets seine volle Sou­veränität zurückerhalten hat.

Der Mkerbundsausschuß für inter­nationale geistige Zusammenarbeit.

Genf. 25. Juli. tWB) Der Döllerbunds- ausschuh für internationale geistige Zusammen­arbeit ist heute *u seiner Tagung zusammen­getreten. An Stelle des verstorbenen Präsiden­ten. deS holländischen Physikers Prof. Lorentz, wurde der Altphilologe Prof. Murray- Or­ford einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, wäh­rend zu Vizepräsidenten Frau Prof. Curie - PariS und der frühere belgische Llnterrichts- minister Desiree bestellt wurden. DaS deutsche Mitglied deS Ausschusses, Prof. Einstein, ist durch den Generaldivettor der preußischen Staatsbibliotheken. Prof. Krüh, vertreten. Der Eröffnungssitzung wohnte auch der deutsche ilntet- generalsekretär Dufour-Feronce bei. zu dessen Ressort der Ausschuß gehört. Bei Ge­nehmigung der Tagesordnung entspann sich eine längere Debatte über die Frage, inwieweit sich der Ausschuß mit den materiellen und morali­schen Znteressen der geistigen Arbeiter befassen kann, wobei auch auf Journal cftifdje Anstellungs- vertragc exemplifiziert wurde. Der Ausschuß befaßte sich dann mit der Frage der Ginbeziehung des Unterrichts über Völkerbunds- ziele in daS Lehrprogramm der einzelnen Län­der. Auf Grund der wenigen eingegangenen Regierungsantworten betrachtete Präsident Mur­ray den augenblicklichen Stand dieser Frage als nicht zufriedenstellend, während sich der Leiter der entsprechenden Völkerbundsabteilung wie auch verschiedene Ausschußmitglieder zuversichtlicher aussprachen. Immerhin ging das Ergebnis der Aussprache dahin, daß es wünschenswert wäre, wenn eine größere Anzahl von Regierungen, als dies jetzt der Fall ist. den Volke rbundsunter- xidbt durch praktisch« Maßnahmen fördern wür­den. In nichtöffentlicher Sitzung wurde die Zweck­mäßigkeit der Herausgabe einer Zeitschrift erwogen, durch die die Lehrerschaft über alle Initiativen auf diesem Gebiete laufend unter­richtet werden soll.

Die japanisch-chinesische Spannung.

Verschärfung der Lage.

M u k d e n , 26. Juli. <TU.-Kabeldienst.) Der Streit zwischen Japan und Nanking nimmt an Scharfe zu. Die Nankingregierung wird die japanische Protest­note gegen die Dertragsaufhedung und die Ein­mischung in die mandschurischen Angelegenheiten mit zwei Maßnahmen beantworten. Es wurde beschlossen, iw ganz China den Boykottüberjapanischc A5a r e n zu verhängen. Man hofft, durch diesen B^tschaftekrieg Japan in einem halben Jahre zum Nachgeben zu zwingen. Die japanische Regierung hat bereits die Mehrzahl ihrer Konsuln in China zur Beratung über Gegenmaßnahmen nach Tokio be­rufen. Weiter soll in der Mandschurei eine japan feindliche Agitation durchgeführt werden, um die Mukdenpartei durch innere Unruhen zu stürzen. Bei der Ankunft in Dniren wurde eine Reihe Abgesandter der Nankingregicrung durch die japanische Polizei verhaftet. Zur Durchführung der Agitation befinden sich aber schon zahlreiche Kuomintangleute in der Mandschurei. Tschiangkai- schek begibt sich demnächst zum Nankinger Parteitag, der weitere Maßnahmen beschließen will.

Rumänien und der Anschluß.

Günstige Stimmung für Oesterreich.

Bukarest. 26. Juli. (TU.) Große Beach­tung wird einem Artikel im ..Ade v« rul. dem bedeutendsten rumänischen Blatt, beigemessen, in dem sich der politische Direktor des Blattes zur Anschlußfrage äußert. Er geht von dem Wiener Sängerbundesfest aus und stellt fest, daß in der Anschluhsrage nicht von einer Abände­rung der Friedensvertrüge gespro­chen werden könne. Bei der Anschluhsrage handele es sich um ein Land, das bitterste Rot leide. Gin ganzes Bolk fei zum Glend verurteilt und Oesterreich habe keine an­dere RettungsMöglichkeit als den Anschluß an Deutschland. Die Rumänen auf beiden Seiten der Karpathen, die auf Grund deS Velbstbestimmungsrechts der Völker endlich das jetzige Großrumänien erlangt hätten, könnten es dem österreichischen Bolle nicht versagen, sich mit dem deutschen Volke zu vereinigen Ls gebe eben Grundsätze, die über den Verträgen stünden. Wenn auch der Friede auf der jetzigen Grundlage besser gesichert sein sollte, so könne man doch Oesterreich nicht zu dauerndem Glend o er urteilen. Rumänien habe ein besonderes Interesse, die Forderung deS öfter- reichischen Volke« nach dem Anschluß zu unter- ftvtien. Wenn sich Oesterreich an Deutschland au- so sei die habsburgische Gefahr für Rumänien erledigt.

Deutsche Gäste im Burgenland.

Lisenstadt. 25. Juli. (WB.) Der Oester- reichifch-Deutsche Dolksbund heran- staltete heute auf Einladung des Burgenlan­des eine Rundfahrt durch das Burgenland, an der auch Reichstagspiäsident Lobe und die Abgeordneten non Gilsa und Hoelscher teilnahmen. Aus der Fahrt dui-ch die verschie­denen Ortschaften fanden Empfänge statt bei denen alle Parteien vertreten waren und die Gäste auS dem Reich st ü r in i f ch be­grüßt wurden. Der einem Festabend in Sauer- bnmn, dem Litz der Landesregierung. erklärte LandeShauptmann-Stellvertieler Le c. in enter Ansprache, daß auch da« Burgenland hoffe, ein- mal mit dem deutschen Reiche verein, gl tu wei - den. Rcichstagspräfident Lobe der betonte. Xih er nicht im Rainen der deutschen Regierung

DerMLambachunddieDeMMonalepariei.

Lambach erhebt Einspruch.

Protest des Abgeordnete« Lcjeunc-Aung.

Berlin, 25.3uH. (ÖB.) Der Reichstagsabgc- oebnete Cejcene-3ung Hal an den Vorsitzen- I den der Landesverbandes Potsdam II der Dealfch- ! nationalen Volkspartei, Sladtrat Steinhoff. IH.b. C ein Schreiben gerichtet, in dem er darauf hlnweiff. daß die Reichslagrfraktlon den Artikel Lambachs mißbilligt, aus dir Aufhebung der Jraf- tionsgemeiuschaft aber verzichtet habe. Er habe dtefer Mißbilligung zugestimmt. Infolge der da­von abweichenden Haltung de» vorfiandes des Landesverbandes Potsdam 11, der Lambach aus der Partei ausgeschlossen habe, lege er fein Par­te i a m t als Vorsitzender der Ortsgruppe halenfee nieder.

Von dem Abgeordneten Lambach nahestehender Selle wirb dem Rachrichtenbureau des VD,Z. mif- geteilt:Der 2tbgeorbndc Lambach bat bisher gegen den von der örtlichen Parteiinstan; seines Wahlkreises Potsdam II gegen Ihn verhängten Ausschluß noch nicht Einspruch erhoben. Er muh erst den Wortlaut der Urteilsbe­gründung abroarten, blc ihm schriftlich zvge- ftellt wird. Er ist jedoch fest entschlossen, diesen Einspruch einzulegen und beim obersten Partei­gericht auf eine Revision des Ausschluß, bcschlusses hinzuwirken. Dos oberste Parleigericht dürfte er st im Spatherb ft zufammentreten, und zwar, da der bisherige Vorsitzende, Abgeord­neter Wallraf, fein Amt niedergelegt hat. ooraas- sichttich unter dem Präsidium eines der stellvertre­tenden vorsitzenden, wahrscheinlich de» Abgeordneten Schultz (Bromberg). Die dem Lambach-Flügel nahestehenden Dentschnationaten sind der Ansicht, daß, selbst roenn das oberste Par- teigerichi sich g I e i ch s a 11» auf den rein formalen Standpunkt stellen sollte, den die örtliche Partei- insfan; eingenommen Hal, dennoch ein anderes Endu rteil Zustandekommen wird, weil da» oberste Parteigericht eine Anzahl Lambach nahe­stehender Parlamentarier umfaßt. Indessen konnte, selbst wenn das oberste Parleigericht einen w i - betraf Lambachs forbern sollte, bie große Volks­bewegung innerhalb ber Deukschnalionalen volks- parlei nicht eingedämmt werben, benn biefe Be­wegung ist schon längst nicht mehr allein an ben Hamen Lambach gebunben. Sollte ber Abgeorb- nete Lambach auch vom obetffen Parteigericht zmn Ausschluß aas ber Pariei verurteilt werben, so bürste er nicht ber Meinung sein, bah er durch eine TTIanbatsnieberlcgung dem von ihm vertretenen Gedanken der großen Hechten einen Dienst erweisen kann.

Pressestimmen.

Berlin. 25. Juli. Zu dem AuSschluh Lam­bachs äußert sich nunmehr auch das Organ des Reichslandbundes, die ..Deutsche Taaes- zeitung". Das Blatt schreibt u. a - Wir haben nicht unterlassen, über die Zweckmäßigkeit der Form und des Zeitpunkte«, die Lambach für feinen Aufsatz gewählt hat, ernstem Zweifel Ausdruck zu geben. Aber wir sind ebenso sehr der Mei­nung gewesen, daß d i e T e n d e n z, die Lambach mit feinem Hervortreten verfolgte, alle« andere als par teizer st ö rend war, daß sie den Ausdruck einer tatsächlich vorhandenen Bewegung in nicht eben kleinen Kreisen darstellt, und daß man sich mit ihr unmöglich auseinanber- sctzen sann, indem man sie einfach durch forma­listische Kraftstücke zu erschlagen sucht. Leider ist der Spruch des Landesvorstandes nur auf diese formalistische Seite abgestellt, utzd wir formen die Feststellung nicht unterdrücken, daß er offen­sichtlich unter Anwendung subalterner Maßstäbe zustandegekommen ist. Die Lösung wird nicht gefunden bei einer einseitig rückwärts gewandten Einstellung, sondern nur, wenn es gelingt, die Grundsätze der Partei m i t f r i s ch e m Leben zu durchfluten, neben alten unverrück­baren Idealen neue, unmittelbar zukunstskräftige Ziele aufzurichten. Wir nehmen mit Sicherheit

an. daß das Parteigericht, an deften Spitze bisher ein Mann von der mustergültigen Objek­tivität und von der politischen Adgek'ärihett Wallrafs gestanden hat und. wie wir Hof'en möchten, wieder stehen wird, zu einer gründ­lichen R evisi on des Urteil« daS Landesver barü»s Vorstandes kommen wird. Dabei wird es nicht, wie es gestern geschah, an den tieferen Be­weg- und Hintergründen der Angelegenheit Vorbei­gehen können. Es wird dann finden, daß im Grunde genommen der Abgeordnete Lambach mit feiner For­derung, auch Republikanern die Zugehörigkeit zur Partei zu ermöglichen, nichts anderes gewollt hat, als die Sicherung des Nachwuchses. Ist es nicht richtiger, ihn heranzuziehen und innerhalb der Partei ihm die monarchische Einstellung zu ver­mitteln, die er außerhalb nie finden wird? Traut man der Straft unserer monarchischen Ideale in unseren Reihen so wenig mehr, baß man ihre wer bende, ihre erziehliche Wirkung aus ursprünglich anders Gesinnte bezweifelt? Wir halten dafür, daß es sich lohnt, in solchem toinne den Kamps um die Jugend aufzunehmen, und mir mürben es im Inter esse der Deutfchnativnalen Partei oufs äußerstc bedauern, wenn sie solche Möglichkeiten etwa sich selbst verriegelte.

Ganz ander« hic konservative ..Kreuuei- tunfl. Der Borst be« Abgeordneten Lam­bach. ber unter Umgebung ber maßgebenden Parteiinstanzen und ohne Rücksicht auf die un­ausbleiblichen Rückwirkungen feines Handelns auf die Partei die Diskussion über einen ber wesentlichsten Punkte des deutschnationalen Par­teiprogramms in scharf zu verurteilender Art und Weise, die dem Geiste des Programms durchaus zuwidertäuft. eröffnete, stellt zweifellos eine grobe Disziplinlosigkeit dar und hat bedauerlicherweise eine schwere Schädigung des Ansehens ber Partei zur Folge gehabt. Darum ist das Urteil des Lanbesvorstandes. die schärfste Maßregelung, die der Partei überhaupt zu Gebote steht, recht. Wir erwarten, daß auch die Berufungsinstanz sich nicht durch die Rücksicht auf politische Wirkungen be­einflussen laßt, sondern gleich dem Landesvor­stand das Recht zur Grundlage ihres endgültigen Beschlusses macht.

Das GewerkschaftsblattDer Deutsche" schreibt: Der Kamps ist natürlich nicht zu Ende. Der Abg. Lambach will Berufung einlegen. Er muß diese Berufung einlegen, damit eine politische Entscheidung gefällt wird. Wir glau­ben, daß das Parteigericht die Sache von höherer Warte betrachtet und künftige Ent- toidlungcn bet Deutschnationalen Dolksvartei in Betracht zieht. Schließlich wird das, was Lam­bach entsprechend dem Ausfall des endgültigen Urteils tun wird, nicht ohne Rückwirkung auf bie Haltung toeitcr Arbeitneh­mer k re i se bleiben. Unter diesen Umständen wird bet vorläufige Sieg ber Gegner c i n Pyrrhussieg sein.

Der politisch-gewerkschaftliche Zei» tu-ngSbienft schreibt: Die Freunde Lambachs, welche er innerhalb ber Reichstagsfraktion besitzt, werden nunmehr ihrerseits ben Standpunkt Lam­bachs auch in der Oeffcntlichkeit vertreten. Wenn die Partei dann weiterhin nach formal-iitriffi- schen Grundsätzen entscheiden torll, die politischen Entwicklungen aber übersieht, so wird es letzten Endes dazu kommen, baß nur noch einige au«- schluhberette Borstäiüte vorhanden sind, aber keine Mitglieder mehr in ber Partei. Tollte bas Parteigericht den Spruch be6 Landes­verbandes Potsdam II bestätigen, dann wird Lambach auf keinen Fall sein Reichs­tagsmandat niederlegen dürfen, sondern er muh im Reichstage eine Ausnahmestellung ein nehmen, um von hier aus unter Rutzung seiner politischen Stellung die Dinge zur endgültigen Klärung zu treiben. DieHamburger Rachrichtcn". das alte Bismarckblatt, schrei­ben:Wir hoffen, daß das Urteil des Pots­damer Landesverbandes von der Berufungs­instanz revidiert werden wird. Die Dmttsthnasio- nale Bolkspartei ist u. E. nicht fest genug gefügt, um schwere innere Erschütterungen zu ertragen. Die Unzufriedenheit weiter Wähler- kreise der Partei, die doch 5um größten Tekte nur von denen lebt, die sie für das klein ste liebel halten, fft ständig im Wachsen begriffen.

spreche, aber im Ra men des deutschen Volkes sprechen zu können glaube, erwiderte: Heute sind Sie nur ein Teil de« tapferen Oesterreichs, aber toir erwarten, daß Sic auch ein Teil des deutschen Volkes werden. Wir wollen alle zusammenhalten bis zu dem Tage, da ims ein staatliches Band gemeinsam umschlingt.

Das Münchener Eisenbahn­unglück vor -em Landtag.

Kritik an der Reichsbahn.

München, 25. Juli. (TU.) Im Bayerischen Landtag wurde eine Interpellation über das Eisen- bahnunglück im Münchener Hauptbahnhos beraten. Die Interpellation wurde von dem Abg. Breiten- b a ch begründet, der sich namentlich gegen die Per­son alcinsparungspolitik oer Reichsbahn- gesellschast wandte und forderte, daß gegenüber der Sicher stcllung des Verkehrs alle anderen Rücksichten zurücktreten müßten, auch die R e - p a r n 11 0 n e n c r p f l i d) t u n g c n.

Ministerpräsident Held antwortete, die bayerische Regierung werde dahin wirken, daß nicht nur dir odjulbfroflc des Einzclfalles geklärt werde, sondern daß darüber hinaus e,ne umfassende Unter­suchung und Aufklärung stattfinde, die sich ans alle Verhältnisse erstrecke, durch die die Unfälle er­möglicht worden fein könnten, und daß in Verfolg dieser Untersuchung alsbald alle Maßnahmen er­örtert und durchgeführt werden, die die Unfälle soweit es überhaupt im menschlichen Vermögen stehe in Zukunft vermeiden ließen.

E» herrfche stark der Eindruck vor. daß e» die veutschc Bsi«bsdahngesellfchaft an einer um f affen Öen Klarstellung der Verhältnisse hinsichtlich der Betriebssicherheit trotz der auffallenden bäafeng der Unfälle habe fehlen lasten. Die Untersuchung müsse sich auch aus die Mängel er­strecken. die bei den letzten Unglücksfällen In Bauern besonders offenkundig geworden seien, rote die .1 reae der Personaleinfparnng, brr OienR- und Ruhezeit de» Personal», insbefonben- "J*c o»ch die Frage, ob in bet Nachkriegszeit bte Instandballung, Verbesserungen. Erneue

rungen, Um- und Neubauten in einem Umfange erfolgt seien, daß nicht nur die großen Schäden der Krieaszeil wieder gulgemachl, sondern auch den gefingerten Verkehrserfordernissen und der fori geschritten en Technik Genüge getan worden feien.

Es werde auch an der Frage nicht vorübergcgangen werden können, ob die größeren {Reparation»* lasten, die der Reichsbahn aufgebürdet seien, cs nicht erschwert hätten, daß notwendige Bauten, wie der Um und Neubau des Münchner Hauptbahn- Hofes ausgeführt werden konnten. Es fei auch der Zweifel berechtigt, ob nicht die straffe Zentrali­sation des gesamten Eisenbahnwesens, wie sie in der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft und dem Reichsoerkehrsministerium durchgefuhrk sei, zu einer Schwächung und Vernachlässigung der ent legeneren Teile der Reichsbahnnetzes führe. Je nach dem Ergebnis der Untersuchung be» Reichsverkehrs- ministeriums werde sich die bayerische Regierung ihre weitere Stellungnahme und die weiteren Schritte Vorbehalten.

England und die Fremdenlegion.

Chamberlain wünscht keine« Konflikt mit Frankreich.

London, 25.3uli. lWB.i Im Unterbaute wurden heute verschiedene 'Jlnfengen an Cham­berlain wegen der französischen Wer­bungen für die Fremdenlegion gerich­tet. Vor allem wurde er gefragt, ob er den fron- zöfifchen diplomatischen Behörden in London nicht nabelegcn könne, daß Tie den für die französische Fremdenlegion Angeworbenen nicht mehr die Reisekosten nach Frankreich bezah - l e n. weiter, ob er feststellen könne, ob die fran­zösischen Behörden bereit fein würden, britische' Untertanen, deren Einreihung m die Fremden- legion auf diese Weist» erleichtert worden ist. f rciRulaf fen. Chamberlain lehnte m feiner Antwort die angeregter Schritte ab Gr wurde hierauf gefragt ob er nutzt den französischen Be­hörden m London die jungen gei ttoeflig m Schwierigkeit geratenen Engländer für bte Fahrt nach Bovlogne Geltz vor st recke, vorsiellen

könne, daß sie dadurch viel Trauer kn eng­lischen Häusern verursachen. Ehambertane erwiderte, er würde alles hm. was er tonne, um Engländer daran zu bindern, sich in die Fremdenlegion anderer Möchte eint eiben au lallen. Aul die erneute Frage, ob tbamber- lam bei ber französischen Regierung Schri tte tun wou^ antwortete Chamberlain. er bade Tein Recht ein Ersuchen dieser Art zu stellten. Au eine enrage mm 2abn Astvr erklärte Eham- berlcnn. es sei nicht feine Aufgabe al« Aichenm imster. sich der franz öfi I chen Re­gierung unangenehm 8U machen.

Aus aller Welt.

DieBiente Eervante»" aus einen Felsen gelaufen.

Oslo. 26. Juli. (WTB. Fmtttvru^, ^ch Funkmeldungen, die von den Radiostationen rn Rorwegen ausgenommen wurden, ist der Dampfer Monte Eervantes ber Hamburg -Südomerilani- sttzen Dampfschiffahrtsgefelllchott, der sich gut Zett auf einer D e r g n ü g u ng^f ah r t nach Spitzbergen besindet im Bellsimd (5tn»ber(M-ni auf einen Felfen gelaufen, wobei ein Loch in den Boden gerissen wurde und in ctn*g Schotten Wasser etnbrang Man hofft in kurzer Zett bie vollgelaufenen Kammern auspumpen zu Tömten. Ein auf bie Rvt- rufc berbciflceilter Dampfet untersucht zur Zett ben Schaben am Schiffskörper Die Passa­giere der Monte Eervantes sind an Bord geblieben imb befinden sich in keiner Gefahr.

Einsturz im Weimarer Tctegraphenaml.

Mtttwochvvrmittag gegen 11 Uhr ist em Saal des Telegraphenamtes aus bi aber unbekannten Gründen etngestürzt. Ein Ober tclcgra» bbenfcTrctär wurde babci getötet. Don ben bort beschäfttgten etwa 25 Damen sind eine 2lnzahl teils leicht verletzt worben, teilweise lamen sie mit dem Schrecken davon. Bon maß­gebender Seite wird dazu erklärt: Die Decke, die ben Femfprechsaal abschsietzt, war eine Ra­bitz becke Sie war etwa zwölf Jahre a l t. Die llrsache be« Absturzes ist noch nicht vollkommen geklärt. Der Fernsprechverkehr ruht gegenwärtig, weil bie herabgesallene Decke auf ben Apparaten liegt Pie Staatsanwalt­schaft ist mit ber Feststellung bes Tatbestandes beschäftigt.

Fehn Tote bei einem Verkehrsunglück in Indien.

An einem Eifenbahnübergangc nahe Trichmopoln stieß eine Lokomotive mit einem Auto­bus zusammen, wobei zehn Personen ge­tötet und drei schwer verletzt mürben. Es Inmmelte sich eine große Zujchaueruienge an, so baß hie Po­lizei einen Tumult befürchtete und die Menge auf­forderte, sich zu zerstreuen. Da sich die Schaulustigen jedoch weigerten, auseinander zu gehen, gab die Polizei Sitzüsse ab. Vier Personen wurden bobei verletzt.

Abschluß einer Riefrnvcrsicherunq in Amerika

Die burch bic Zahl ber Teilnehmer und bie Höhe bes Betrages der Versicherung bedeu­tendste Pol'ice. die m der Geschichte der KoNektlbversicherunaen jemals ausgestellt wurde, wurde in Reutzork im Ramen von mehr als 200 000 Angestellten der General Mo­tors Evrporation unterzeichnet Es han­delt sich um eine LebenS-. Kranken- imb iln- fcülverficherung über eine Gesamtsumme von 80 Millionen Pfund Sterling. Ein bedeutender Tekl der Prämie wirb von ber Gorporatton selbst ge­tragen, der andere Teil von ben Versicherten.

Die Wetterlage.

17ftiHrvDch den 2-5. Juü yÄiAwbi

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Becttcrvi'.au sage.

Das gestern -wischen Englanb unb Island ge­legene Ttesbruckgel'iet ist ostwärts weitergezogen und wird uns weiterhin nicht mehr beeinflußen. Lieber unserem Gedtet ist zwar der Luftdruck wieder etwas angcfliegen, jedoch naht sin Westen eine neue Tiefdruckst^rung heran, unter deren Einfluß unter Gebiet bte nächsten Tage zu liegen kommt. Infolgedelten ist mit zunehmender Bewölkung unb dem Auftreten vereinzelter Rie- derschlage zu rechnen.

Wettervoraussage für Freitag: Viel­fach wolkig. Temperaturen wenig verändert, verein­zelt leichte Niederschläge, westliche Winde.

Witlerungsausfichten für Samstag: Wolkig bis bebetfl und weiterhin vereinzelt Nieder- schlüge.

Lufttemperaturen am L5. Juli mittags 21,7 Grad Celsius, abend* 19.« Grab Celsius, am 26 Juli: morgens 2".2 <8rab Celsius Maximum 22,4 Grad Celsius, Mnlimnni 16,8 Grab Celsius (Erbtempc- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. Juli abenbs 22/ f" »d Celsius: am 2«. Juli morgen» 20,1 Grab Celsius Niederschlag 0,2 Millimeter. Sonnen- scheinbauer SH Stunden.