Ausgabe 
26.4.1928
 
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Bergegenrodrflgf mau sich bl# Deschlagnah- mungen. wie sie j. B. die Stabt Main; aufzu- weifen hat. nicht nur von IDohnangen, sondern insbesondere auch von Industrieanlagen, 3n- dustriegelände, von Gelände, das für die Aus­dehnung der Stadl nötig ist. so wird man die Klagen der Stadtverwaltungen begreifen, die den wirtschaftlichen Jliebergang vor Augen sehen, wenn Ihnen nicht geholfen wird. Einer solchen wirtschaftlichen Hilfsaktion mühte m. E. seitens des Reichs ein besonderes Augenmerk gewidmet werden.

Hier ist die geplante Verbreiterung der Straßenbrücke über den Rhein in Mainz zu erwähnen, für die die hessische Regierung weiterhin mit stärkstem Nachdruck Reichsmittel fordert. In Frage käme weiterhin der Bau von Gruppenwasserwerken, Verbesserung des Wohnungswesens, Regulierung von Bächen und Flüster^ Maßnahmen zur Kräftigung des Handwerks, zur Belebung des Verkehrs, zur Hebung von Acker- bau und Viehzucht im besetzten Gebiet, des Wein- und Obstbaues, Verbesserung von Straßen, Schaf­fung großzügiger Sportanlagen alles Dinge, die geeignet sind, auf Handel und Wandel höchst för­dernd zu wirken sowie die Erwerbslosigkeit zu ver­mindern, die jedoch mit den zur Heit verfügbaren Mitteln nur durchaus unzulänglich geför- dert werden können.

Ich gebe an dieser Stelle der Hoffnung Aus­druck, daß die Reichsregierung den von mir nur skizzierten Fragen ihre Aufmerksamkeit schen­ken wird und daß der Reichstag, der bisher in zahlreichen Fällen für die Röte der be­setzten Gebiete viel Verständnis gezeigt hat, auch hier zu helfen bereit ist. Bisher sind alle Bemühungen, Hessen an den Mitteln des vom Reichstag bewtlligten Grenzfonds zu be­teiligen. mißlungen. Während, soweit uns be­kannt ist. Preußen 7 Millionen, die Pfalz 3.8 Millionen und Birkenfeld 0.2 Millionen erhalten (diese Beträge sollen infolge Erhöhung des Grenzfonds noch erhöht werden), geht Hessen leer aus. Selbst wenn der Grund­satz streng durchgesührt werden kann, daß nur ein enger Grenzgürtel bedacht werden soll, be­deutet die Zuwendung für di« genannten Länder eine Entlastung, die Hessen nötiger hätte als jedes andere Land. Die Regierung wird ihre Bemühungen, für den empfindlichen Ausfall, den Helfen hier erleidet, einen Ausgleich zu erhalten, mit größter Rachhaltigkeit fortsetzen. Ich fann nicht schließen ohne die so oft aus­gesprochenen hessischen Forderungen auch hier wiederholen: besondere Fürsorge des Reichs für unser besetztes Gebiet. Entlastung des Landes von den Folgen der Besetzung auf finanziellem Gebiet.

Abg. Werner (Dn.) gibt zu. daß auch in den politisch rechts gerichteten Wirtschaftskreisen die Neigung zum Einheitsstaat zugenommen habe. Seine Partei sei nach wie vor d a g e g e n. Auch eine Aig'iederung Oesterreichs könne nur in dem Gedanken des Bundesstaates erfolgen.

Die Abstimmung wird ausgesetzt, ebenso zu Kapitel 22 (Oberrechnungs'ammer), Kapitel 23 (Derwaltungsgerichtshofl. Kapitel 24 (Staats­archiv) und Kapitel 26 (Postgebühren).

Weiterberatung Donnerstag: Beratung deS Etats deS Innenministeriums.

Oer Reicbsfinanzminister im Wahlkampf.

SöhlrrÄ Romrcife.

Konstanz, 25. April. (WTD.) In einer bfsentlick>en Versammlung im Konzllsaal sprach oeslern abend Reichssinanzminister Dr. Köhler, t der u. a. sagte, für die Zentrumspartei stehe : die deutsche Reichsversassung obenan. Diejenigen, f die in stiller positiver Arbeit an der Ausgestaltung der Republik tätig seien, seien mindestens ebenso gute Republi­kaner wie solche, die fortwährend Hoch­rufe auf die Republik ausbrachten. Die Schwie­rigkeiten der Lösung der Frage Reich und Länder lägen weniger in Süddeutschland als vielmehr bei Preußen. Bei dieser Frage müsse auf die kulturelle Eigenart der Länder das Augen­merk gerichtet werden. Es könne keine Rede da­von sein, daß die süddeutschen Länder ihre Selbständigkeit und Eigenart Preisgaben. Als Ausgabe des neuen Reichstages bezeichnete der Redner die Durchführung einer großen Agrar­reform. Bezüglich feiner Romreise sagte der Minister, er habe mit dem Reparations­agenten eine längere eingehende Aus­sprache gehabt. Die deutsche Währung stehe fest und unerschütterlich. Wer diese Tatsache dem deutschen Finanzminister nicht glauben wolle, der werde sie dem Reparationsagenten glauben müssen.

General Wränget f.

3n Brüssel ist, noch nicht fünfzig Jahre alt. der Führer der letzten rufsischen weißgardisti- schen Arme«. General Wrangel. gestorben. Ec war einer der wenigen hervorragende i Offi­ziere des Zarenheeres, der nicht die Wa^en vor den 'Bolschewisten kampflos streckte, sondern so­fort zu retten versuchte, was sich noch retten lieft. Sein Stern ging aber erst mit dem Unter­gang des Generals Denikin auf. Rach der empfindlichen Schlappe, die dieser Antibolsche­wist durch die Role Armee erlitten hatte, sam­melte Wrangel die Trümmer des geschlagenen Heeres, führte sie nach Südruftland, schuf nicht nur eine straffe Militär-, sondern auch eine gut funktionierende Zivilverwaltung und erlangte dadurch die Unterstützung der alliierten Mächte, namentlich Frankreichs, das thm nicht nur neue Freiwillige, sondern auch Waffen und Geld zuführte. 1920 war Türangel tatsächlich der Beherrscher Südruftlands und, wie es schien, auch derjenige, der das Zeug in sich hatte, die Bolschewistenherrschaft zu brechen. Aber Wrangel wollte nur vorsichtig zu Werke gehen, wollte erst einmal die Massen des russischen Volkes hinter der roten Front gewinnen und sich auch die zu den Bolschewisten hinübergewechselten Kosaken wieder zu Freun­den machen. Wär« nach seinen Plänen ver­fahren worden, dann wäre Rußland vielleicht he le schon vorn Bolschewismus befreit.

Heine französischen Freunde jedoch wollten Waffenerfolge sehen, um möglichst rasch in don Besitz der südrussischen natürlichen Rcnch- tümer und Bodenschätze zu gelangen. Hie trieben die Drangel-Armee auS ihrer srcheren Position heraus, wodurch bedeutende Ge'.ändegewi.me er­zielt. aber auch die Front erheblich geschwächt wurde. Was befürchtet wurde, trat ein die Rote Armee nahm den Kampf gegen die wegen

ihrer Länge recht dünn gewordene Verteidi­gungslinie der Wrangel-Arm« auf. setzte am 24. Oktober 1920 zu einem hervorragenden An­griff an und überrannte Wrangels Stellungen. Die Weißgardistischen Truppen verteidigten sich zwar verzweifelt: am ^Eingang zur Krim-Halbinsel häuften sich die ^oten zu hohn Bergen, aber chre Kraft war bereits ge­brochen. Wrangel mußte feine Arm« ernschrffen und nach Konstantinopel flüchten. Er hat in den nachfolgenden Jahren versucht, seine Regimenter zusammenzuhalten. hat in Bulgarien und Südslavren große Heerlager errichtet, mußte aber schließlich doch zur Auflösung des ge­schlagenen und in tiefstem Elend lebenden Heeres schreiten, während er selbst sich nach Brüssel zurückzog. Der Traum WrangelS. ein Retter seines Volkes zu werden, konnte nicht mehr in Erfüllung gehen. Er starb, von seinen früheren Verbündeten vergessen, von den russischen Emi­granten tief betrauert, fern von der Heimat in der belgischen Hauptstadt.

Die Stichwahlen in Frankreich

Ein Wahlbündnis der Linken.

Eigene Drahtmeldung derGießener Anzeigers".

Berlin, 26. April. Die am Sonntag in Frank­reich stattfindenden Stichwahlen, in denen die Ent­scheidung über die Verteilung von zwei Dritteln aller Kammermandate fällt, haben die Linkspar­teien veranlaßt, sich fester zusammenzuschließen. Sozialisten und Radikale sind überein- gekommen, sich gegenseitig nicht zu bekämpfen, sondern ihre Wählerschaft aufzufordern, entweder dem sozialistischen oder dem radikalen Kandidaten dort die Stimme zu geben, wo schon bei der ersten Wahl die eine oder andere Partei die Mehrheit erhielt. Durch das Zusammengehen der Linkspar­teien wird sich allerdings der Sieg der Rechten nicht mehr aufhalten lasten. Es ist so gut wie aus­geschlossen, daß dieses Bündnis die Hoffnungen er­füllt, die von den Schulter an Schulter kämpfenden Parteien gehegt werden. Da die Kommunisten zu erkennen gegeben haben, daß sie unter keinen Umständen ihre Kandidaten in den umstrittenen Wahlkreisen zugunsten der Sozialisten zurückziehen werden, kann es geschehen, daß zahlreiche sozia­listische Wähler sich wegen des Bündnisses mit den Radikalen veranlaßt sehen könnten, ihre Stimme den kommunistischen Kandidaten zu geben, wäh­rend auf der anderen Seite bei der radikalen Wählerschaft Absplitterungen zugunsten mehr rechtsstehender Kandidaten eintreten können.

Im Elsaß ist, nach einem Pariser Funk­spruch. im Wahlkreise Straßburg Stadt l der Kandidat der Rationalen Einigung zugunsten des Sozialisten, des Bürgermeister P e i r o t e s zurückgetreten, der am Sonntag den von den Autonomisten unterstützten kommunistischen Kan­didaten gegenüberstehrn wird. Dasselbe geschieht im Wahlkreis Straßburg Stadt II, wo am Sonntag auch der Sozialist Weill und ein kommunistischer Kandidat sich gegenüberstehen werden. Die Sozialisten werden in Z a b e r n und Hagenau die Kandidaten der Rationalen Einigung gegen die Kommunisten und Autono­misten unterstützen.

Frankreich und der Antikriegspakt.

Amerikanische Eventualpläne.

Paris, 25. April. (WB.) Der Reuyvrker Korrespondent des ..Petit Parisien" will über die Ausnahme des französischen GegenentwursS zu einem Antikriegspakt berichten können, daß man in Washington glaube, die vier anderen Mächte, besonders Deutschland und England, wurden dem Entwurf Kelloggs den Vorzug geben. Man hoffe, daß Frankreich dadurch beeindruckt auf feine Opposition und auf seine gegenwärtige Einschränkung Hin­sicht.ich der Aechtung des Krieges verzichten werde. Richt eine älebergangs-, sondern eine ausgleichende Formel müftte gesunden werden, die den hauptsächlichen Inhalt des Vorschlages Kelloggs aufrechterhalte. Falls eine derartige Formel nicht gefunden werden könne, oder falls Frankreich seine vier Vorbehalte auf­rechterhalte. würde dies, so erkläre man im Staatsdepartement, nicht einen vollkommenen Mißerfolg der Initiative Kelloggs bedeuten. Daihinai n. London. Berlin und vielleicht auch Toiio i nd Rom könnten bann untereinan­der ein.n mehrseitigen Pakt unterzeichnen. Man sei der Ansicht, daß Paris später unter dem Druck der öffentlichen Meinung der Welt veran­lagt werden wurde, seinerseits ihm beizutreten. Zu dieser Eventualität würde Washington sich jedoch nur mit Bedauern entschließen.

Verurteilung von Ingenieuren der Schachty We ke.

Moskau, 25. April. (WB.) Der Rostower Korrespondent derImvestiia" meldet, daß s e chs Ingenieure, die die Wasserleitung der Schachty- Werke bauten, wegen Verwendung u n tauglichen Materials und wegen unnö­tiger Bestellungen zu zehn Monaten bis drei Jahren Gefängnis oerurteill wurden.

Japan und China.

Der Protest gegen die Truppenlandungen

Schanghai, 25. April. (TU.) Die studentischen Vereinigungen und andere Verbände setzen ihre Kundgebungen gegen die Entsendung ja­panischer Truppen nach der Provinz Schantung fort und fordern Boykott der iapanilchen Waren. Die 2Ianlingregierung legt aber Gewicht darauf, zwischen der über­stürzten Handlung des japanischen Ministerpräsi­denten Baron Tanaka und dem Wunsch des japanischen Volkes zu unterscheiden, das als Ganzes die Handlungsweise der Regierung ocr- urtelle. Die chinesische Handelskammer warnt das chinesische Volk vor jeder übereilten Hand­lung. wie etwa die Einleitung cincS Streiks, der evtl, nur zu neuen japanischen Truppenent- sendungen führen werde. Die Rankingrcgierung hat an alle Mitglieder der Kuomintang eine Erklärung gesandt, in der voller Schutz des ausländischen Leben und Eigentums ohne Rücksicht ob innerhalb oder außerhalb der KriegSzone zugesichert wird. Die Ent- sendung japanischer Truppen wird in dieser Erklärung als vollständig ungerechtfertigt bezeichnet. Sic verstoße gegen die Unabftängigfeit Chinas und stelle eine Verletzung der inter- 1 nationalen Rechte dar. DaS japanische Volk

könne nicht für diese HcrndlungSweise vercmt- , wörtlich gemacht werden. Die Rankingregierung hoffe, daß die politischen Parteien Japans den Ministerpräsidenten von weiteren überstürzten Truppe nentsendungen abhalten würden.

Die Präsidentenwahl in Argentinien.

D«r Sieg Jrigoycns gesichert.

Buenos Aires, 25. April. (Tel.) Wie die .Prensa" meldet, stehen von den Wahl­männern, die zur Präsidentenwahl zu toäftten find, nunmehr 326 Ergebnisse fest, und zwar ent­fallen auf die Personallisten 249. auf die Antipersonalisten 124 und auf die So­zi a l i st e n drei Wahlmänner. Damit sind die Hoffnungen der Antipersonalisten, die mit sozi­alistischer Hilfe die Wahl Irigoyrns verhindern wollten, zuschanden geworden. In der neuen Kammer verfügen die Anhänger Irigvyens nach den bisher vorliegenden Ergebnissen bereits über 89 Mandate, während Antipersonalisten und Sozialisten zusammen nur 72 Sitze erhielten. Die Personalisten werden also eine sichere ab­solute Mehrheit haben. Da aber der Se- n a t infolge seiner nur teilweisen Reuwahlen eine antipersonalistifche Mehrheit behalten wird, ist eine Lahmlegung der parlamentarischen Gesetzge­bung zu erwarten. Es zirkulieren alle möglichen Gerüchte, wie Irigvyen diesem Zustand ein Ende bereiten könnte.

Ein zweiter deutscher Ozeanflug?

Pläne Risticz

Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers".

Berlin, 26. April. Es sollen soeben Ver­handlungen über einen zweiten deutschen Ozean­flug begonnen worden sein zwischen den Iun - kerswerken einerseits und dem Flieger R i- sticz andererseits. Risticz, der bekanntlich im vorigen Jahre schon einmal den Versuch unter­nahm, den Ozcanin Ost-West-Dichtuna mit der Wienerin Lilli D i 11 e n z zu unternehmen, und ebenso gemeinsam mit Edzard den Dauer- weltflugrekorb mit 52 Stunden für Deutschland eroberte, ein Versuch, der wegen ungüroftigec Witterungsverhältnisse allerdings fehlschlug, ist erneut an die Iunkerswerke herangetreten und hat diese wiederum für feinen Plan interessiert. Rach Mitteilungen der Iunkerswerke ist Prof. Junkers keineswegs abgeneigt, das Vor­haben Risticzs zu unterstützen, jedoch hält er es für ratsam, erst einmal die Rückkehr Köhls abzuwarten, dessen Erfahrungen bann dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden sol­len. Die Finanzierungsfrage bildet allerdings noch einige Schwierigkeiten. Sie aus der Welt zu schaffen, ist gegenwärtig der haupt­sächlichste Geacnstand der Verhandlungen. Die Begleiterin, Frau Dillenz, war im Vorjahre schon einmal an einem Ozeanslugprvjekt betei­ligt. Es handelte sich damals um die Ueber- querung des Ozeans von den Azoren auS, ein Unternehmen, das wegen Bruchs des Flug­zeugs Im Hasen Horta schließlich aber auch auf- gegeßen werden mußte. Pilot Risticz ist un­zweifelhaft einer unserer besten Flugzeugführer: ob c8 ihm aber gelingen wird. daS amerikanische Festland zu erreichen, muß doch stark bezweifelt werden. Gerade Köhls Flug hat unS mit aller Deutlichkeit gezeigt welche Schwierigkei- t e n jeder Ozeanflieger zu überwinden hat und wie gering die Ehancen sind. Wenn m die Maschine, die Risticz benutzen will, ebensogut ist. wie die deS Piloten Köhl, so sind seine Aus­sichten, einen vollen Erfolg nach Hause zu brin­gen, keineswegs bessere. Wir alle haaen auS den Berichten Hünefelds und seiner Gefährten ersehen, wie nahe die drei Flieger Dem Lode waren, sie haben auch den schlüssigen Beweis dafür geliefert, daß selbst ein noch so gut Dorb.reitetet Ozeanflug ein Wagnis ist, bei »ein jeder fein Geben oufs Spiel setzt. Wäre es da nicht besser, erst einmal a zuwarten, bis Köhl selbst seinen deutschen Kollegen die Erfahrungen mitgctci.t hat. die er auf dein Fluge zu sammeln vermochte? Risticz' Pläne müssen überall dort, wo mat für einen brauch­barem und sicheren Tranzvzeanverkehr eintritt und wo man entschieden jedes unsichere Experi­ment ablehnt. stärkste Bedenken auSlösen.

Oie neuesten Pläne derBremen^.

Murray Lay, 26. April. Olad) einer aus Gceenly Island eingefroffenen Nachricht, die von der Besatzung derBremen** selbst herrühren soll, scheint es sich zu bestätigen, daß die Besatzung derBre­men** zu dem Flug von Grecnly Island oach Mur­ray Bay dieBremen** nicht benutzen, sondern sich des Ford-Dreimoloreuslugzeugs bedie­nen werde, das d e Ersatzteile aus die Insel gebracht hat. Vieser Enschluß wird daraus zurückgesührl, daß es sehr schwer sein würde, das Flugzeug von dem an der Oberfläche getauten Ei s hochzubringen und daß ebenso die Eisoerhällnisse für eine Landung der Benutzung derBremen nicht günstig sind- Mann dieBremen-Besatzung tatsächlich die Insel ver- laifcn wird, steht immer iiodj nicht scsi.

Flieger Bennett, der mit Batchen Ersatzteile nach Greenly Island bringen wollte, aber durch Er krankung an Lungenentzündung daran verhindert wurde, ist gestorben.

Das Erdbeben in Bulgarien.

Sofia, 25. April. (WTB.) Heute vormittag um 11.30 Uhr wurde ein neuer Erdstoß verzeichnet, der stärker nur in Durgas, das bei dem früheren Beben Decfdtont geblieben war, Harmanly, Sliven. Haskovo, Iamboli und Stara Zagora verspürt wurde. In Harmanly wur­den zwei Personen verletzt, sonst waren keine Opfer zu beklagen, und auch Dachschäden wurden nicht angerichkei. Der Herd dieses neuen Bebens liegt etwa 230 Kilometer südöstlich von Sofia. Die Kammer nahm eine Dringlich e tsvorlage zur hinter ft Übung der vom Srdveben Heim- gesuchten an, die die Schaffung einer Zentral­stelle vorsieht, deren Einkünfte durch Erhöhung der direkten Steuern um ein Fünftel sichergestellt werden sollen. Ministerpräsik^nt Liaptschcff gab im Rarnen der Regierung und deS bulgari­schen Dolles dem Gefühl dec Dankbarkeit für die Sympathien Ausdruck, die die zivilisierte Welt Bulgarien anläßlich der Erdbebenkata­strophe bezeugt bat. Rach offiziellen Angaben wurden bei der Erdbebenkatastrophe 1 03 Per­sonen getötet und 700 verletzt.

Aeue Erdstöße in Griechenland.

Athen, 25. April. (WB.) In Korinth haben sich in der vergangenen Rächt neue Erd­beben ereignet, die bie Vernichtung der Stadt vollendeten. Sin stärkerer Erd- stoft wurde heute Rächt um 2.30 Uhr auch in Athen wahrgcnommcn. Vor Korinth traf der englische Zerstörer ..Stuart ein: der Kom­mandant und die Offiziere des HchisfeS ver­teilten Lebensrnittel und Betten und stellten dem Hilfskomitee ihre SanitätSgeratschaf- ten zur Verfügung. Die englischen Kreuzer .S e - r e s" undEalyps o. sowie das Flugzeug­mutterschiff©aal c werden heule erwartet. Die ganze Presse bringt herzlich gehaltene Worte des Dankes für die englischen Schis'«.

Eine Prophezeiung.

Belgrad, 26. April. (Tel.) Die .Politica" veröffenllicht Voraussagen deS Professors BSu­dan d i vom SeiSmographischen Institut in Faenza, der seinerzeit die Erdbeben von Smyr­na und in Bulgarien genau vorauSge- sagt hatte. Für den 4. und 5. Mai werden heftige Erdbeben angekündigt, die sich wahr­scheinlich auf Südamerika "uxd Süd­en r o p a erstrecken werden. Am 10. Mai würden in Bulgarien leichtere Erdbeben stattfinden, gleichzeitig ernstere Beben in China. Dann werden sich die unterirdischen Bewegungen nach Süden fortsehen. Das Erdbeben vom 10. Mai wirb gleichfalls wieder Griechenland und Italien betreffen. Am 23. Mai wirb «S im Gebiete der Alpen unb am 28. Mai in Smyrna ein Erdbeben geben.

Aus aller Well.

Sech» Bergarbeiter tödlich verunglückt.

Auf der GrubeM a r i e n ft e i n bei Schaftloch in Bayern ereignete sich durch das verbots­widrige Fahren auf dem Gestell eines Bremsberges beim Schichtwechsel ein schweres Unglück, bei dem sechs Bergarbeiter den Tod fanden und ein weiterer ichwer verletzt wurde. Die betreffenden Arbeiter fuhren mit dem Bremsgcstell von der dritten zur Meilen Sole herauf. Das Seil riß kurz unter der zweiten Sole und das seillose Gestell riß die sieben auf dem Bremsgestell fahrenden Bergarbeiter etwa achtzig Meter mit in die Tiefe. Die behördliche Untersuchung ist im Gange.

Schweres verkchrsunolück in Essen.

Auf der Albrechtstraße stieß die Radlerin Helene Roujoks, als ein Lastkraftwagen mit Anhänger aus entgegengesetzter Richtung kam, mit dem neben ihr fahrenden Arbeiter Kan Sprute zusammen. Beide stürzten unb die Räder des Anhängers gingen über Sprute hinweg. Der nach wenigen Minuten starb. Das Mädchen wurde mit einer schweren Kopfverletzung in das städtische Krankenhaus eingeliefert.

HaubüberfaU.

Vier maskierte Räuber drangen in daS Lohn- bureau der Firma Hoelken-Seioc In RitterS- häufen bei Barmen ein, hielten die dort mit Dem Einlegen der Lohn betrage in Lohnbüten be­schäftigten vier weiblichen Angeste Iten durch vor­gehaltene Revolver in Schach und entflohen mit 4 4 000 Mark Deute. Einen Teil bc8 Geldes verloren die Hauber aus der Flucht, einen anderen Teil fand man später in einem Versteck in einem Dt.inbruch. Der noch fehlende Betrag beläuft sich auf etwa 10 000 Mark. Trotzdem die Dersolgung der Räuber fofort ausgenommen wurde, konnte man ihrer bisher noch nicht habhast werden.

Fürst Bismarck nach Loudon verseht.

Nach Mitteilungen der Londoner Presse ist Füist Bismarck zum Nachfolger des nach Berlin ver­setzten Gesandtschaftsrats von P l e s s c n ernannt worden. Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" hier­zu erfährt, ist die Versetzung zur deutschen Botschaft in London noch nicht erfolgt, steht ober in aller» nächster Zeit bevor.

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Obwohl der Luftdruck langsam weiter fällt, so bouert der herrschende Witterungocharakter fort, benn bie Windströmung des russischen Hochs nimmt Mittel­europa noch in seinen Bereich.

Wettervoraussage für Freitag: Meist heiter, warm und trocken.

Witterungsaussichten fürSamstog: Teils heiter, teils wolkig, warm und vorwiegend troden.

Lufttemperaturen am 25. April: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 11,7 Grad Celsius: am 26 Avril: morgens 9,9 Grad Celsius. Maximum 19,8 Grad Celsius, Minimum 2,2 Grad Celsius Erdtempera­turen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. April, abend» 14,3 Grad Celsius: am 26. April: morgens 8,4 Grad Celfiu». Eonnenscheindauer 12 Stunden.