Bergegenrodrflgf mau sich bl# Deschlagnah- mungen. wie sie j. B. die Stabt Main; aufzu- weifen hat. nicht nur von IDohnangen, sondern insbesondere auch von Industrieanlagen, 3n- dustriegelände, von Gelände, das für die Ausdehnung der Stadl nötig ist. so wird man die Klagen der Stadtverwaltungen begreifen, die den wirtschaftlichen Jliebergang vor Augen sehen, wenn Ihnen nicht geholfen wird. Einer solchen wirtschaftlichen Hilfsaktion mühte m. E. seitens des Reichs ein besonderes Augenmerk gewidmet werden.
Hier ist die geplante Verbreiterung der Straßenbrücke über den Rhein in Mainz zu erwähnen, für die die hessische Regierung weiterhin mit stärkstem Nachdruck Reichsmittel fordert. In Frage käme weiterhin der Bau von Gruppenwasserwerken, Verbesserung des Wohnungswesens, Regulierung von Bächen und Flüster^ Maßnahmen zur Kräftigung des Handwerks, zur Belebung des Verkehrs, zur Hebung von Acker- bau und Viehzucht im besetzten Gebiet, des Wein- und Obstbaues, Verbesserung von Straßen, Schaffung großzügiger Sportanlagen — alles Dinge, die geeignet sind, auf Handel und Wandel höchst fördernd zu wirken sowie die Erwerbslosigkeit zu vermindern, die jedoch mit den zur Heit verfügbaren Mitteln nur durchaus unzulänglich geför- dert werden können.
Ich gebe an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichsregierung den von mir nur skizzierten Fragen ihre Aufmerksamkeit schenken wird und daß der Reichstag, der bisher in zahlreichen Fällen für die Röte der besetzten Gebiete viel Verständnis gezeigt hat, auch hier zu helfen bereit ist. Bisher sind alle Bemühungen, Hessen an den Mitteln des vom Reichstag bewtlligten Grenzfonds zu beteiligen. mißlungen. Während, soweit uns bekannt ist. Preußen 7 Millionen, die Pfalz 3.8 Millionen und Birkenfeld 0.2 Millionen erhalten (diese Beträge sollen infolge Erhöhung des Grenzfonds noch erhöht werden), geht Hessen leer aus. Selbst wenn der Grundsatz streng durchgesührt werden kann, daß nur ein enger Grenzgürtel bedacht werden soll, bedeutet die Zuwendung für di« genannten Länder eine Entlastung, die Hessen nötiger hätte als jedes andere Land. Die Regierung wird ihre Bemühungen, für den empfindlichen Ausfall, den Helfen hier erleidet, einen Ausgleich zu erhalten, mit größter Rachhaltigkeit fortsetzen. Ich fann nicht schließen ohne die so oft ausgesprochenen hessischen Forderungen auch hier wiederholen: besondere Fürsorge des Reichs für unser besetztes Gebiet. Entlastung des Landes von den Folgen der Besetzung auf finanziellem Gebiet.
Abg. Werner (Dn.) gibt zu. daß auch in den politisch rechts gerichteten Wirtschaftskreisen die Neigung zum Einheitsstaat zugenommen habe. Seine Partei sei nach wie vor d a g e g e n. Auch eine Aig'iederung Oesterreichs könne nur in dem Gedanken des Bundesstaates erfolgen.
Die Abstimmung wird ausgesetzt, ebenso zu Kapitel 22 (Oberrechnungs'ammer), Kapitel 23 (Derwaltungsgerichtshofl. Kapitel 24 (Staatsarchiv) und Kapitel 26 (Postgebühren).
Weiterberatung Donnerstag: Beratung deS Etats deS Innenministeriums.
Oer Reicbsfinanzminister im Wahlkampf.
SöhlrrÄ Romrcife.
Konstanz, 25. April. (WTD.) In einer bfsentlick>en Versammlung im Konzllsaal sprach oeslern abend Reichssinanzminister Dr. Köhler, t der u. a. sagte, für die Zentrumspartei stehe : die deutsche Reichsversassung obenan. Diejenigen, f die in stiller positiver Arbeit an der Ausgestaltung der Republik tätig seien, seien mindestens ebenso gute Republikaner wie solche, die fortwährend Hochrufe auf die Republik ausbrachten. Die Schwierigkeiten der Lösung der Frage Reich und Länder lägen weniger in Süddeutschland als vielmehr bei Preußen. Bei dieser Frage müsse auf die kulturelle Eigenart der Länder das Augenmerk gerichtet werden. Es könne keine Rede davon sein, daß die süddeutschen Länder ihre Selbständigkeit und Eigenart Preisgaben. Als Ausgabe des neuen Reichstages bezeichnete der Redner die Durchführung einer großen Agrarreform. Bezüglich feiner Romreise sagte der Minister, er habe mit dem Reparationsagenten eine längere eingehende Aussprache gehabt. Die deutsche Währung stehe fest und unerschütterlich. Wer diese Tatsache dem deutschen Finanzminister nicht glauben wolle, der werde sie dem Reparationsagenten glauben müssen.
General Wränget f.
3n Brüssel ist, noch nicht fünfzig Jahre alt. der Führer der letzten rufsischen weißgardisti- schen Arme«. General Wrangel. gestorben. Ec war einer der wenigen hervorragende i Offiziere des Zarenheeres, der nicht die Wa^en vor den 'Bolschewisten kampflos streckte, sondern sofort zu retten versuchte, was sich noch retten lieft. Sein Stern ging aber erst mit dem Untergang des Generals Denikin auf. Rach der empfindlichen Schlappe, die dieser Antibolschewist durch die Role Armee erlitten hatte, sammelte Wrangel die Trümmer des geschlagenen Heeres, führte sie nach Südruftland, schuf nicht nur eine straffe Militär-, sondern auch eine gut funktionierende Zivilverwaltung und erlangte dadurch die Unterstützung der alliierten Mächte, namentlich Frankreichs, das thm nicht nur neue Freiwillige, sondern auch Waffen und Geld zuführte. 1920 war Türangel tatsächlich der Beherrscher Südruftlands und, wie es schien, auch derjenige, der das Zeug in sich hatte, die Bolschewistenherrschaft zu brechen. Aber Wrangel wollte nur vorsichtig zu Werke gehen, wollte erst einmal die Massen des russischen Volkes hinter der roten Front gewinnen und sich auch die zu den Bolschewisten hinübergewechselten Kosaken wieder zu Freunden machen. Wär« nach seinen Plänen verfahren worden, dann wäre Rußland vielleicht he le schon vorn Bolschewismus befreit.
Heine französischen Freunde jedoch wollten Waffenerfolge sehen, um möglichst rasch in don Besitz der südrussischen natürlichen Rcnch- tümer und Bodenschätze zu gelangen. Hie trieben die Drangel-Armee auS ihrer srcheren Position heraus, wodurch bedeutende Ge'.ändegewi.me erzielt. aber auch die Front erheblich geschwächt wurde. Was befürchtet wurde, trat ein die Rote Armee nahm den Kampf gegen die wegen
ihrer Länge recht dünn gewordene Verteidigungslinie der Wrangel-Arm« auf. setzte am 24. Oktober 1920 zu einem hervorragenden Angriff an und überrannte Wrangels Stellungen. Die Weißgardistischen Truppen verteidigten sich zwar verzweifelt: am ^Eingang zur Krim-Halbinsel häuften sich die ^oten zu hohn Bergen, aber chre Kraft war bereits gebrochen. Wrangel mußte feine Arm« ernschrffen und nach Konstantinopel flüchten. Er hat in den nachfolgenden Jahren versucht, seine Regimenter zusammenzuhalten. hat in Bulgarien und Südslavren große Heerlager errichtet, mußte aber schließlich doch zur Auflösung des geschlagenen und in tiefstem Elend lebenden Heeres schreiten, während er selbst sich nach Brüssel zurückzog. Der Traum WrangelS. ein Retter seines Volkes zu werden, konnte nicht mehr in Erfüllung gehen. Er starb, von seinen früheren Verbündeten vergessen, von den russischen Emigranten tief betrauert, fern von der Heimat in der belgischen Hauptstadt.
Die Stichwahlen in Frankreich
Ein Wahlbündnis der Linken.
Eigene Drahtmeldung der „Gießener Anzeigers".
Berlin, 26. April. Die am Sonntag in Frankreich stattfindenden Stichwahlen, in denen die Entscheidung über die Verteilung von zwei Dritteln aller Kammermandate fällt, haben die Linksparteien veranlaßt, sich fester zusammenzuschließen. Sozialisten und Radikale sind überein- gekommen, sich gegenseitig nicht zu bekämpfen, sondern ihre Wählerschaft aufzufordern, entweder dem sozialistischen oder dem radikalen Kandidaten dort die Stimme zu geben, wo schon bei der ersten Wahl die eine oder andere Partei die Mehrheit erhielt. Durch das Zusammengehen der Linksparteien wird sich allerdings der Sieg der Rechten nicht mehr aufhalten lasten. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß dieses Bündnis die Hoffnungen erfüllt, die von den Schulter an Schulter kämpfenden Parteien gehegt werden. Da die Kommunisten zu erkennen gegeben haben, daß sie unter keinen Umständen ihre Kandidaten in den umstrittenen Wahlkreisen zugunsten der Sozialisten zurückziehen werden, kann es geschehen, daß zahlreiche sozialistische Wähler sich wegen des Bündnisses mit den Radikalen veranlaßt sehen könnten, ihre Stimme den kommunistischen Kandidaten zu geben, während auf der anderen Seite bei der radikalen Wählerschaft Absplitterungen zugunsten mehr rechtsstehender Kandidaten eintreten können.
Im Elsaß ist, nach einem Pariser Funkspruch. im Wahlkreise Straßburg Stadt l der Kandidat der Rationalen Einigung zugunsten des Sozialisten, des Bürgermeister P e i r o t e s zurückgetreten, der am Sonntag den von den Autonomisten unterstützten kommunistischen Kandidaten gegenüberstehrn wird. Dasselbe geschieht im Wahlkreis Straßburg Stadt II, wo am Sonntag auch der Sozialist Weill und ein kommunistischer Kandidat sich gegenüberstehen werden. Die Sozialisten werden in Z a b e r n und Hagenau die Kandidaten der Rationalen Einigung gegen die Kommunisten und Autonomisten unterstützen.
Frankreich und der Antikriegspakt.
Amerikanische Eventualpläne.
Paris, 25. April. (WB.) Der Reuyvrker Korrespondent des ..Petit Parisien" will über die Ausnahme des französischen GegenentwursS zu einem Antikriegspakt berichten können, daß man in Washington glaube, die vier anderen Mächte, besonders Deutschland und England, wurden dem Entwurf Kelloggs den Vorzug geben. Man hoffe, daß Frankreich dadurch beeindruckt auf feine Opposition und auf seine gegenwärtige Einschränkung Hinsicht.ich der Aechtung des Krieges verzichten werde. Richt eine älebergangs-, sondern eine ausgleichende Formel müftte gesunden werden, die den hauptsächlichen Inhalt des Vorschlages Kelloggs aufrechterhalte. Falls eine derartige Formel nicht gefunden werden könne, oder falls Frankreich seine vier Vorbehalte aufrechterhalte. würde dies, so erkläre man im Staatsdepartement, nicht einen vollkommenen Mißerfolg der Initiative Kelloggs bedeuten. Daihinai n. London. Berlin und vielleicht auch Toiio i nd Rom könnten bann untereinander ein.n mehrseitigen Pakt unterzeichnen. Man sei der Ansicht, daß Paris später unter dem Druck der öffentlichen Meinung der Welt veranlagt werden wurde, seinerseits ihm beizutreten. Zu dieser Eventualität würde Washington sich jedoch nur mit Bedauern entschließen.
Verurteilung von Ingenieuren der Schachty We ke.
Moskau, 25. April. (WB.) Der Rostower Korrespondent der „Imvestiia" meldet, daß s e chs Ingenieure, die die Wasserleitung der Schachty- Werke bauten, wegen Verwendung u n • tauglichen Materials und wegen unnötiger Bestellungen zu zehn Monaten bis drei Jahren Gefängnis oerurteill wurden.
Japan und China.
Der Protest gegen die Truppenlandungen
Schanghai, 25. April. (TU.) Die studentischen Vereinigungen und andere Verbände setzen ihre Kundgebungen gegen die Entsendung japanischer Truppen nach der Provinz Schantung fort und fordern Boykott der iapanilchen Waren. Die 2Ianlingregierung legt aber Gewicht darauf, zwischen der überstürzten Handlung des japanischen Ministerpräsidenten Baron Tanaka und dem Wunsch des japanischen Volkes zu unterscheiden, das als Ganzes die Handlungsweise der Regierung ocr- urtelle. Die chinesische Handelskammer warnt das chinesische Volk vor jeder übereilten Handlung. wie etwa die Einleitung cincS Streiks, der evtl, nur zu neuen japanischen Truppenent- sendungen führen werde. Die Rankingrcgierung hat an alle Mitglieder der Kuomintang eine Erklärung gesandt, in der voller Schutz des ausländischen Leben und Eigentums ohne Rücksicht ob innerhalb oder außerhalb der KriegSzone zugesichert wird. Die Ent- sendung japanischer Truppen wird in dieser Erklärung als vollständig ungerechtfertigt bezeichnet. Sic verstoße gegen die Unabftängigfeit Chinas und stelle eine Verletzung der inter- 1 nationalen Rechte dar. DaS japanische Volk
könne nicht für diese HcrndlungSweise vercmt- , wörtlich gemacht werden. Die Rankingregierung hoffe, daß die politischen Parteien Japans den Ministerpräsidenten von weiteren überstürzten Truppe nentsendungen abhalten würden.
Die Präsidentenwahl in Argentinien.
D«r Sieg Jrigoycns gesichert.
Buenos Aires, 25. April. (Tel.) Wie die .Prensa" meldet, stehen von den Wahlmännern, die zur Präsidentenwahl zu toäftten find, nunmehr 326 Ergebnisse fest, und zwar entfallen auf die Personallisten 249. auf die Antipersonalisten 124 und auf die Sozi a l i st e n drei Wahlmänner. Damit sind die Hoffnungen der Antipersonalisten, die mit sozialistischer Hilfe die Wahl Irigoyrns verhindern wollten, zuschanden geworden. In der neuen Kammer verfügen die Anhänger Irigvyens nach den bisher vorliegenden Ergebnissen bereits über 89 Mandate, während Antipersonalisten und Sozialisten zusammen nur 72 Sitze erhielten. Die Personalisten werden also eine sichere absolute Mehrheit haben. Da aber der Se- n a t infolge seiner nur teilweisen Reuwahlen eine antipersonalistifche Mehrheit behalten wird, ist eine Lahmlegung der parlamentarischen Gesetzgebung zu erwarten. Es zirkulieren alle möglichen Gerüchte, wie Irigvyen diesem Zustand ein Ende bereiten könnte.
Ein zweiter deutscher Ozeanflug?
Pläne Risticz
Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers".
Berlin, 26. April. Es sollen soeben Verhandlungen über einen zweiten deutschen Ozeanflug begonnen worden sein zwischen den Iun - kerswerken einerseits und dem Flieger R i- sticz andererseits. Risticz, der bekanntlich im vorigen Jahre schon einmal den Versuch unternahm, den Ozcanin Ost-West-Dichtuna mit der Wienerin Lilli D i 11 e n z zu unternehmen, und ebenso gemeinsam mit Edzard den Dauer- weltflugrekorb mit 52 Stunden für Deutschland eroberte, ein Versuch, der wegen ungüroftigec Witterungsverhältnisse allerdings fehlschlug, ist erneut an die Iunkerswerke herangetreten und hat diese wiederum für feinen Plan interessiert. Rach Mitteilungen der Iunkerswerke ist Prof. Junkers keineswegs abgeneigt, das Vorhaben Risticzs zu unterstützen, jedoch hält er es für ratsam, erst einmal die Rückkehr Köhls abzuwarten, dessen Erfahrungen bann dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Finanzierungsfrage bildet allerdings noch einige Schwierigkeiten. Sie aus der Welt zu schaffen, ist gegenwärtig der hauptsächlichste Geacnstand der Verhandlungen. Die Begleiterin, Frau Dillenz, war im Vorjahre schon einmal an einem Ozeanslugprvjekt beteiligt. Es handelte sich damals um die Ueber- querung des Ozeans von den Azoren auS, ein Unternehmen, das wegen Bruchs des Flugzeugs Im Hasen Horta schließlich aber auch auf- gegeßen werden mußte. Pilot Risticz ist unzweifelhaft einer unserer besten Flugzeugführer: ob c8 ihm aber gelingen wird. daS amerikanische Festland zu erreichen, muß doch stark bezweifelt werden. Gerade Köhls Flug hat unS mit aller Deutlichkeit gezeigt welche Schwierigkei- t e n jeder Ozeanflieger zu überwinden hat und wie gering die Ehancen sind. Wenn m iß die Maschine, die Risticz benutzen will, ebensogut ist. wie die deS Piloten Köhl, so sind seine Aussichten, einen vollen Erfolg nach Hause zu bringen, keineswegs bessere. Wir alle haaen auS den Berichten Hünefelds und seiner Gefährten ersehen, wie nahe die drei Flieger Dem Lode waren, sie haben auch den schlüssigen Beweis dafür geliefert, daß selbst ein noch so gut Dorb.reitetet Ozeanflug ein Wagnis ist, bei »ein jeder fein Geben oufs Spiel setzt. Wäre es da nicht besser, erst einmal a zuwarten, bis Köhl selbst seinen deutschen Kollegen die Erfahrungen mitgctci.t hat. die er auf dein Fluge zu sammeln vermochte? Risticz' Pläne müssen überall dort, wo mat für einen brauchbarem und sicheren Tranzvzeanverkehr eintritt und wo man entschieden jedes unsichere Experiment ablehnt. stärkste Bedenken auSlösen.
Oie neuesten Pläne der „Bremen^.
Murray Lay, 26. April. Olad) einer aus Gceenly Island eingefroffenen Nachricht, die von der Besatzung der „Bremen** selbst herrühren soll, scheint es sich zu bestätigen, daß die Besatzung der „Bremen** zu dem Flug von Grecnly Island oach Murray Bay die „Bremen** nicht benutzen, sondern sich des Ford-Dreimoloreuslugzeugs bedienen werde, das d e Ersatzteile aus die Insel gebracht hat. Vieser Enschluß wird daraus zurückgesührl, daß es sehr schwer sein würde, das Flugzeug von dem an der Oberfläche getauten Ei s hochzubringen und daß ebenso die Eisoerhällnisse für eine Landung der Benutzung der „Bremen“ nicht günstig sind- Mann die „Bremen“-Besatzung tatsächlich die Insel ver- laifcn wird, steht immer iiodj nicht scsi.
Flieger Bennett, der mit Batchen Ersatzteile nach Greenly Island bringen wollte, aber durch Er krankung an Lungenentzündung daran verhindert wurde, ist gestorben.
Das Erdbeben in Bulgarien.
Sofia, 25. April. (WTB.) Heute vormittag um 11.30 Uhr wurde ein neuer Erdstoß verzeichnet, der stärker nur in Durgas, das bei dem früheren Beben Decfdtont geblieben war, Harmanly, Sliven. Haskovo, Iamboli und Stara Zagora verspürt wurde. In Harmanly wurden zwei Personen verletzt, sonst waren keine Opfer zu beklagen, und auch Dachschäden wurden nicht angerichkei. Der Herd dieses neuen Bebens liegt etwa 230 Kilometer südöstlich von Sofia. Die Kammer nahm eine Dringlich e tsvorlage zur hinter ft Übung der vom Srdveben Heim- gesuchten an, die die Schaffung einer Zentralstelle vorsieht, deren Einkünfte durch Erhöhung der direkten Steuern um ein Fünftel sichergestellt werden sollen. Ministerpräsik^nt Liaptschcff gab im Rarnen der Regierung und deS bulgarischen Dolles dem Gefühl dec Dankbarkeit für die Sympathien Ausdruck, die die zivilisierte Welt Bulgarien anläßlich der Erdbebenkatastrophe bezeugt bat. Rach offiziellen Angaben wurden bei der Erdbebenkatastrophe 1 03 Personen getötet und 700 verletzt.
Aeue Erdstöße in Griechenland.
Athen, 25. April. (WB.) In Korinth haben sich in der vergangenen Rächt neue Erdbeben ereignet, die bie Vernichtung der Stadt vollendeten. Sin stärkerer Erd- stoft wurde heute Rächt um 2.30 Uhr auch in Athen wahrgcnommcn. Vor Korinth traf der englische Zerstörer ..Stuart“ ein: der Kommandant und die Offiziere des HchisfeS verteilten Lebensrnittel und Betten und stellten dem Hilfskomitee ihre SanitätSgeratschaf- ten zur Verfügung. Die englischen Kreuzer .S e - r e s" und „Ealyps o“. sowie das Flugzeugmutterschiff „©aal c“ werden heule erwartet. Die ganze Presse bringt herzlich gehaltene Worte des Dankes für die englischen Schis'«.
Eine Prophezeiung.
Belgrad, 26. April. (Tel.) Die .Politica" veröffenllicht Voraussagen deS Professors BSudan d i vom SeiSmographischen Institut in Faenza, der seinerzeit die Erdbeben von Smyrna und in Bulgarien genau vorauSge- sagt hatte. Für den 4. und 5. Mai werden heftige Erdbeben angekündigt, die sich wahrscheinlich auf Südamerika "uxd Süden r o p a erstrecken werden. Am 10. Mai würden in Bulgarien leichtere Erdbeben stattfinden, gleichzeitig ernstere Beben in China. Dann werden sich die unterirdischen Bewegungen nach Süden fortsehen. Das Erdbeben vom 10. Mai wirb gleichfalls wieder Griechenland und Italien betreffen. Am 23. Mai wirb «S im Gebiete der Alpen unb am 28. Mai in Smyrna ein Erdbeben geben.
Aus aller Well.
Sech» Bergarbeiter tödlich verunglückt.
Auf der Grube „M a r i e n ft e i n“ bei Schaftloch in Bayern ereignete sich durch das verbotswidrige Fahren auf dem Gestell eines Bremsberges beim Schichtwechsel ein schweres Unglück, bei dem sechs Bergarbeiter den Tod fanden und ein weiterer ichwer verletzt wurde. Die betreffenden Arbeiter fuhren mit dem Bremsgcstell von der dritten zur Meilen Sole herauf. Das Seil riß kurz unter der zweiten Sole und das seillose Gestell riß die sieben auf dem Bremsgestell fahrenden Bergarbeiter etwa achtzig Meter mit in die Tiefe. Die behördliche Untersuchung ist im Gange.
Schweres verkchrsunolück in Essen.
Auf der Albrechtstraße stieß die Radlerin Helene Roujoks, als ein Lastkraftwagen mit Anhänger aus entgegengesetzter Richtung kam, mit dem neben ihr fahrenden Arbeiter Kan Sprute zusammen. Beide stürzten unb die Räder des Anhängers gingen über Sprute hinweg. Der nach wenigen Minuten starb. Das Mädchen wurde mit einer schweren Kopfverletzung in das städtische Krankenhaus eingeliefert.
HaubüberfaU.
Vier maskierte Räuber drangen in daS Lohn- bureau der Firma Hoelken-Seioc In RitterS- häufen bei Barmen ein, hielten die dort mit Dem Einlegen der Lohn betrage in Lohnbüten beschäftigten vier weiblichen Angeste Iten durch vorgehaltene Revolver in Schach und entflohen mit 4 4 000 Mark Deute. Einen Teil bc8 Geldes verloren die Hauber aus der Flucht, einen anderen Teil fand man später in einem Versteck in einem Dt.inbruch. Der noch fehlende Betrag beläuft sich auf etwa 10 000 Mark. Trotzdem die Dersolgung der Räuber fofort ausgenommen wurde, konnte man ihrer bisher noch nicht habhast werden.
Fürst Bismarck nach Loudon verseht.
Nach Mitteilungen der Londoner Presse ist Füist Bismarck zum Nachfolger des nach Berlin versetzten Gesandtschaftsrats von P l e s s c n ernannt worden. Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hierzu erfährt, ist die Versetzung zur deutschen Botschaft in London noch nicht erfolgt, steht ober in aller» nächster Zeit bevor.
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Obwohl der Luftdruck langsam weiter fällt, so bouert der herrschende Witterungocharakter fort, benn bie Windströmung des russischen Hochs nimmt Mitteleuropa noch in seinen Bereich.
Wettervoraussage für Freitag: Meist heiter, warm und trocken.
Witterungsaussichten fürSamstog: Teils heiter, teils wolkig, warm und vorwiegend troden.
Lufttemperaturen am 25. April: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 11,7 Grad Celsius: am 26 Avril: morgens 9,9 Grad Celsius. Maximum 19,8 Grad Celsius, Minimum 2,2 Grad Celsius — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. April, abend» 14,3 Grad Celsius: am 26. April: morgens 8,4 Grad Celfiu». — Eonnenscheindauer 12 Stunden.


