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§ ranken eingebracht. Außerdem hätte deutschlond nicht den Dowesolan angenommen, oenn Frankreich nicht an der Ruhr gewesen wäre, öte tnanzöfstche Negierung hat besonders in den .eyten Jahren rhne Unterleib Beweise ihrer Qric= denÄies« gegeben. Niemand tn Frankreich hat einen .irrderen Äunsch ats den, unser Land ruhig in fei« >kn gegenwärtigen (Brennen und gegen jeden An a gefeit yj sehen. Niemand in Frankreich nährt Osten die bei unfern Nachbarn Verdacht hervor- rufen könnten. Jedermann in Frankreich begreift, ^ah ganz Europa wieder. Besiegte und Neutrale, »s gleiche Bedürfnis nach Ruhe haben, um die Ruinen des Krieges auszubeffern. ©ünfdjen wir, daß die Gefühle, dir uns beseelen, von allen ande- rtn Andern geteilt nxden, und arbeiten wir mit ivarmem Herzen, oder offenen Augen an der Voll­endung dieses Friedens.

Oie Landesratswahlen im Gaargebiet.

Saarbrücken, 26. März. (WB.) Die ge­strigen Wahlen zum Landesrat des Saarge­biets haben sich ohne Zwischenfälle vollzogen. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 63,5 Prozent. Rach dem vorläufigen Wahlergebnis erhalten die Sozialdemokraten 43 411 gegen 46 627 Stimmen im Jahre 1922, die Kommunisten 46 407 (40 235), die Wirtschaftspartei 9156 (10 396), die Deutschdemokratische Partei 3900 (0), die Saar­ländische Volkspartei 26 228 (37 571), die Christ­lich-Sozialen 9302 (0), die Deutschnationalen 10 496 (0). die Zentrumspartei 128 886 (108 211) Stimmen. Es erhalten voraussichtlich die So­zialdemokraten 5 (6) Sitze, die Kommunisten 5 (5), die Wirtschaftspartei 1 (1), die Demo­kraten 0 (0), die Saarländische Volkspartei 3 (4), die Christlich-Sozialen 1 (0), die Deutsch- nationalen 1 (0), das Zentrum 14 (14) Sitze.

Gegen den Schriftleiter der Elsaß-Lothringischen Heimatstimme".

Paris, 25. März. (DTB.) Die der Korre­spondent des Kemps' in Kolmar berichtet, wird nunmehr auch gegen den Schriftleiter derLlfah- Lothringifchen Heimatstimme", der Zeitung der Elsaß-Lothringer im Reich, Dr. R o b e r t L r n st in Berlin, Anklage wegen Beteiligung an einem Komplott gegen die Sicherheit des französischen Staates erhoben. Falls Dr. Ernst, wenn der Prozeß Anfang Mai in Kal­mar zur Verhandlung kommt, nicht erscheinen sollte, werde über ihn in Abwesenheit geurteilt wer­den, wie auch über den Bankier Pienek, Dr. Roos und Paskor hirhel, die sich im Auslande befinden.

Oer Reichsfinanzminister fordert Verwaltungsreform.

Dleiwih, 25. März. (WV.) Reichsfinanz­minister Dr. Köhler hielt auf einer Mit­telstandskundgebung der oberschlesischen Zen- trumspartei eine Rede, in der er eingehend auf die Probleme der Landwirtschaft und des gewerblichen Mittelstandes zu sprechen kam. Die deutsche Landwirtschaft könne die auf ihr lastende Verschuldung auf die Dauer nicht tragen. Die Produktion müsse gesteigert und damit der Jnlandmarkt gestärkt werden. Er befürchte, daß weite Teile der Landwirtschaft zu parteipvli- ttschen Zwecken ausgenutzt würden. Ebenso wich- ttg wie die Landwirtschaft sei der gewerb­liche Mittelstand. Es dürften sich aber nun nicht Berufsorganisationen zu Parteien aus­wachsen, sondern jeder solle sich in seiner Berufsorganisation organisieren, dann aber aus der Organisation heraus Einfluß auf die politische Partei zu gewinnen suchen. Auch im kommenden Reichstag würden die großen politischen Parteien und nicht die kleinen Wirtschastsgruppen maßgebend sein. Es sei ungeheuerlich, daß ein Volk, das vor wenigen Jahren zerschmettert am Boden lag, 13 Milliarden Reichsm ark für die öffentliche Hand auszubringen habe, was für die Dauer unmöglich sei. Um die Ausgaben zu senken, sei ein: ganz radi­kale Reform der Verwaltung notwen­dig. In feinen Schlußausführungen gab der Reichsfinanzminister der Hoffnung Ausdruck, daß es bereits in den nächsten Monaten möglich sein werbe, auch die Gemeinden wieder am ausländischen K apitalmarkt zu be­teiligen.

Or. Luther über Deutschlands wirtschaftspolitische Aufgaben.

Berlin, 24. März. (WTD.) Im Rahmen der Wintertagung der Deutschen Vereinigung für Staatswissenfchastliche Fortbildung sprach der frühere Reichskanzler Dr. Luther über das ThemaVon Deutschlands eigener Kraft". Dr. Luther führte aus, daß Deutschland neben der Deparationsbelastung und der Auslandverschul­dung mit einer jährlichen Zinssumme von rund 500 Millionen Mark, noch im Durchschnitt für die Jahre 1925/26 mit einer Passivität der Handelsbilanz von einer halben Milliarde und für 1927 mit einer Passivität von einer viertel Mil­liarde zu kämpfen hatte. Aufgabe der Polittk sei es daher vor allem, endlich die Fest­setzung der Endsumme der politi­schen Schulden Deutschlands zu er­reichen, da davon auch die deutsche Kredit­fähigkeit abhänge. Aber vor allem müßten wir uns aus eigener Kraft helfen, Steigerung der Produktion, Einfuhrsenkung und als Beispiel für das ganze Volk s p a r s a m st e Aeichsverwaltung unter einer zusammen - gefaßten einheitlichen Reichsgewalt seien die einzigen Möglichkeiten, um einer Krise vorzubeugen.

$rou Abgeordnete Balser f.

Darmstadt, 25. März. In der Rächt vom 23. auf den 24. März ist Frau Karoline Balser, die Gemahlin des Staatsrats Balser im Finanz­ministerium, im Alter von 55 Jahren, an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Ge­boren 1875 im Landeshospital Hofheim bei Goddelau, hat sie die Viktvriaschüle und das Lehrerinnenseminar in Darmstadt besucht und schon frühzeitig ein lebhaftes Interesse an der Frauenbewegung und der öffentlichen Wohl­fahrtspflege gewonnen. Polittsch neigte sie bald den freifümigen Bestrebungen zu, und als nach der Revvlutton die Demokratische Partei ins Leben gerufen wurde, schloß sie sich ihr an. Sie

wurde Mitglied der Darmstädter Sta dt - Verordnetenversammlung und 1919 auch des hessischen Landtages. Sie hat beiden Parlamenten, im Landtag mit der Unterbrechung in der Session 1921 bis 1924, bis zu ihrem Tod angehört. Sie zeigte sich im Landtag als geschickte, schlagfertige Rednerin für die Frauen­interessen. in der Stadtverordnetenversammlung als nie ermüdende Förderin in der Wohlfahrts- pflege und der Bekämpfung der Wohnungsnot. Selbst kinderlos geblieben, offenbarte sie ein mütterliches Herz für alle Armen und Rotleiden­den. denen sie mit Rat und Tat zu helfen suchte. Als Rachfolger der Verstorbenen tritt für die Demokratische Partei Apotheker Senat aus Goddelau, Vorsitzender des Bezirksverbandes Groß-Gerau des Handwerks and Gewerbes, in den Landtag ein.

Die demokratischen IkichstagSkarr-idaterr in Hessen.

Sranffuxi a. M., 25. Marz. (Wolff.) Ein außerordentlicher Landesparteitag der Deutschen Demokratischen Partei in Hessen trat in Frank­furt a. M. zur Vorbereitung der bevorstehenden Wahlen zusammen. Abg. Schreiber teilte mit, daß Minister Kor eil eine neue Kandidatur nicht mehr übernehmen wolle. Rach eingehen­der Aussprache wurde auf Vorschlag des Vor­standes folgende Kandidatenliste genehmigte Staatspräsident a. D. Professor Hellpach, Heidelberg, Stadtverordneter Grotzkaufmann Christ, Mainz, und Frau Stadtverordnete Klara Grein, Offenbach. Zu Beginn der Sitzung hatte man der verstorbenen Frau Abg. Balser gedacht, deren Hinterbliebenen eine Deileidsadresse übersandt wurde.

Oer Bestechungsskandal beim Reichsbahnzentratamt.

Berlin, 24. März. (Wolff.) Die Staats­anwaltschaft I hat in der Destechungsaffäre bei der Reichsbahn mehrere Beamte und Zeugen ver­nommen. Der Verdacht, daß Bestechungen auch bei anderen Beamten als Reichsbahn­oberrat Schultze vorgekommen sind, hat sich durch den Gang der Untersuchungen jetzt voll be­stätigt. Es sind von mehreren Firmen (nicht nur aus Köln) an die Beamten des Zentral­eisenbahn amtes Schmiergelder a s an­gebliche Lizenzgebühren für erbesfc- rungsvorschläge gezahlt und auch wertvolle Geschenke gemacht worden. Die Kriminalpolizei hat bei den beschuldigten Beamten Durchsuchungen in den Wohnungen vorgenommen und zahl­reiches Belastungsmaterial beschl ag- nahmt. Reichsbahnoberrat Schultze ist geständig und gibt die ihm nachgewiesenen Fälle zu. In­zwischen konnte aber festgestellt werden, daß er auch noch bei ander en FirmenLizenz­gebühren" fürErfindungen" erhalten hat. Wie dieBoss. Ztg." schreibt, wird die Unter­suchung des Staatsanwalts wohl auch Aufklä­rung über weiter zurückliegende Dorwürfe gegen das Reichsbahnzentralam . bringen. Aus ernst­haften Kreisen der deutschen Holzindustrie waren wiederholt recht erhebliche Vorwürfe gegen diese Behörde gemacht worden. So hatte man die Tatsache als ausfällig bezeichnet, daß die Be­schaffungsabteilung des Zentralamtes im Aus» lande Holzschwellen zu höheren Preisen gekauft und bezogen hat, obwohl billigere Angebote er st erdeutscherFirmen Vor­lagen und man hatte mit Recht darauf hinge- wiesen, daß das Zentralamt Verbindungen mit Schwindel firmen eingegangen war, die der R^Hsbahn nicht unerhebliche Summen gekostet hab.n. Alle diese Tatsachen haben auch dazu geführt, daß der Forstwirtschafts- rat sich mit diesen Angelegenheiten beschäftigte und feinerzett eine scharf gehaltene Entschließung gegen das Zentralantt gerichtet hat, die aber wohl der Hauptverwaltung der Reichsbahngescllschaft kaum zu Gesicht gekommen sein dürfte.

Berbindlichkeitserttarung

-es Buchdruckschiedsspruchs.

L e r l i n, 24. März. (WB.) Der Schiedsspruch für das Buchdruckgewerbe ist vom Reichsarbeitsminister mit folgender Erklärung für verbindlich er­klärt worden:

Die in dem Schiedsspruch vorgesehene Regelung sieht eine Erhöhung der tariflichen Wo­chen! ö h n e in der Ortsklasse A von 52,50 Mark auf 56 Mark und in den übrigen Ortsklassen -eine entsprechende'Lohnerhöhung vor. Aus der gesamten Lohnlage, wie sie tatsächlich im Buchdruckgewerbe besteht, kann nicht gefolgert werden, daß dieser Vorschlag die sozialen und wirtschaftlichen Verhält­nisse ungenügend berücksichttge. Dies gilt um so mehr, als es sich auf Arbeitgeber feite um einen Ver­band handelt, der sich auf das ganze Reich erstreckt und der neben großen und leistungs­fähigen Betrieben auch eine große Anzahl von mitt­leren und kleinen, in ihrer Finanzkraft beschränk­ten Betrieben umfaßt. Bei einhettlicher Beur­teilung des gesamten Gewerbes muß daher berück­sichtigt werden, daß schon die im Schiedsspruch vor- geschlagene Lohnerhöhung für viele dieser mittleren und kleinen Betriebe eine Belastung ist, welche d i e Grenze ihrer L e i st u n g s fäh i g k e i t be­deutet.

In den Nachverhandlungen im Reichsarbeitsmini- fterium war eine Annäherung der Parteien nicht zu erzielen. Die Gegensätzlichkeit der Meinungen läßt eine Verständigung als ausgeschlossen erscheinen. Es ist zu erwarten, daß ein tarifloser Zustand im Buch­druckgewerbe zu Schwierigkeiten führen wird, deren Auswirkungen sowohl für das Buchdruckgewerbe selbst wie für die Allgemeinheit, insbesondere in der jetzigen Zett, unerträglich wären. Die Verbindlich­keitserklärung des Schiedsspruchs war daher er­forderlich.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 24. März. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums wird fortgesetzt. Abg. Petz old (W. Vg.) erklärt, die Wirtschaftliche Vereinigung stehe auf dem Stand­punkt der Gleichberechtigung der christ.ichen Volks­schule mit der weltlichen Schule und der Wah­rung des Elternrechles ohne Ueberspannung. Das Ziel des Einheitsstaates sei verlockend, schon weil davon eine sparsamere Wtttschaft zu erwarten wäre. Mit Gewalt sei aber hierbei ichts zu machen.

2Lbg. Dr Bredt (W. Vg.) äußert sich zu der Staatsgerichtshofentscheidung gegen jene einzelstaatlichen Wahlgesetze, die kleine Par­

teien aus dem Wahlkampf a u s s ch a l t e n woltten. Der Staatsgerichtshof^ habe zwar diese Wahlgesetze für ungültig erklärt, nicht aber die auf Grund dieser Gesetze vollzogenen Wahlen. Der hessische S t a a t s s/e r i ch t shvf, der sich zum Urteil über das Wahlgesetz nicht zu­ständig fühlte, hat aber dann die hessischen Wahlen für gültig erklärt. Hessen hat sich damit einfach über de/s Urteil des höchsten Gerichtshofs des Reiches hinweggesetzt. Hier muß die Reichsge'watt sich gegen kleine Länder durchsetzen.

Abg. S o l l m a n n (Soz) wirft dem Zen­trumsredner vor, daß er in der Schulfrage die Elternrechte über die Staatsrechte gestellt habe. Für die SozialdeirtokrLttie stehe das Rechtler Ge­meinschaft über dem Recht des einzelnen. Zur Ordensfrage st-tttt der Redner fest, daß das Gutachten, das dem Reichspräsidenten C b e r't die Annahme derSonne von Peru" empfahl, nicht von ihm auSj^zarbeitet sei und nicht in seine Amtszeit falle. Jin übrigen werde auch von den amerttanischen Staatsmännern jede Auszeichnung zurückgewiesen.

Abg. Frau Dv. S t e g m a n n (Soz.) begründet eine Entschließung, in der die Regierung ersucht wird, das Jmpfgesetz neu auf feine wissen­schaftlichen Grundlagen zu prüfen, namentlich im Hinblick auf die Einführung der Gewifsensklaufel, eventuell auf die Anerkennung einer Entschä­digungspflicht des Reiches für Schädigungen, die bei der Zwangsimpfung entstanden sind.

Abg. Frau Weber (Ztr.) fordert stärkere Bet'ämpfung des Kurpfuschertums, vor allem der Auswüchse der Hypnose und Psychoanalyse. Die Gesetzgebung allein könne hier nicht helfen.

Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) beklagt sich über die Benachteiligung weiblicher Beamten bei den oerschiLdenen Behörden. Hier werde ständig der Artikel der Reichsverfassung ver­letzt, der Len weiblichen Staatsbürgern die Gleich­berechtigung mit den männlichen sichert.

Abg. Frau Arendsee (Korn.) verlangt größere Mtttel für die Erforschung menschlicher Krankheiten, vor allem.der spinalen Kinderlähmung. Die große 'Zahl der Selbstmorde und der Geburten­rückgang seien deutliche Kennzeichen der Rot der arbeitenden Masten.

Abg. Spahn- Köln (Dn.) wünscht eine reichs­gesetzliche Regelung des Studentenrechts. Die jetzt vom preußischen Kultusminister gesprengte deutsche Studentenschaft hätte auch für die inter­nationale Verständigung gute Arbeit geleistet. Lei­der habe das Auswärtige Amt die Unterstützung des studentischen Auslandamts eingestellt. Das in der Studentenschaft lebende deutsche Volkstum dürfe nicht durch bureaukratische Bevormundung und staatliche Zwangswirtschast unterdrückt werden.

Abg. Dr. Heuß (Dem.) erklärt: Während das Zentrum sonst den Föderalismus verlangt, habe es beim Schulgesetz einen absoluten Zwangsuni- tacismus gefordert. Sin Elternrecht als öfsentlich- rechtkiche Funktion, die sich dem Staatswillen entgegenstellen kann, sei durchaus unprotestantisch.

Weiterberatung Montag.

Aus aller Wett.

Die Tagung des Internationalen Missionsrats.

In Jerusalem wurde die Tagung des Inter­nationalen Missionsrats auf dem Oelberg er­öffnet. An dieser Feier nahmen 230 Delegierte aus der ganzen Welt teil. Diese Tagung ist der erste ökumenische Kongreß von Christen aller Rassen auf der Grundlage der Gleichberechttgung. Der Vorsitzende des Deutschen 'Missionsausschus­ses, Missionsdirektor D. Schlung, sprach der Augusta-Viktoria-Stiftung Dank für ihre Gast­freundschaft aus und betonte, daß sie ihr Ge­bäude nach dem schweren Erdbeben für die Tagung des Internationalen Missionsrats habe wiederherstellen lassen. Der Vorsitzende der Kon- ferenz Dr. Mott erklärte, die Tagung verfolge den Zweck, die Aufmerksamkeit auf die derzeit so britische Lage des MissionsWerkes in der ganzen Welt hinzulenken und auf die außer­ordentliche Bedeutung einer angemessenen Lö­sung des Problems hinzuweifen, welche Haltung die Christenheit gegenüber den aus neuem nationalen Rassenbewuhtsein ent­wickelten Gruppen einzunehmen habe. Gr hoffe, daß die Konferenz ein Zusammengehen zwischen den älteren und den jüngeren Kirchen fördern werde.

Die Reichsgastwirlsmesse eröffnet.

In Berlin wurde in der alten Ausstellungs­halle am Kaiserdamm in Gegenwart von Ver­tretern der Reichs-, Staats- und Kommunal­behörden die Reichsgastwirtsmesse eröffnet. Die von mehr als 500 Ausstellern beschickte Der- a ftaltung stellt die größte bisherige Gastwirts­messe bar. Sie bietet ein einheitliches, instruktives Bild der gesamten deutschen gastronomischen In- düstrie.

Line historische Mühle in Holland abgebrannt.

Bei einem in einer Fabrik in 3 a a n b a m aus- gebrochenen Großfeuer schlugen Funken auf die der Fabrik benachbarte historische Sügemühle De Groot- oorft über, in der im Jahre 1697 der russische Zar Peter der Große als Zimmermann gearbeitet ltztt. Trotz baldigen Eingreifens der Feuerwehr brannte die historische Mühle bis auf die Grund­mauern nieder.

Schwere Brände in Galizien.

In der Rähe von Lemberg brachen in drei Dörfern große Brände aus, die von den gegenwärtig im ganzen Lande herrschenden star­ken Frühjahrsstürmen mit ungeheuerer Schnellig­keit ausgebreitet wurden. Im Dorfe Czerczyk brannten 38 Bauernwirtschaften mit insgesamt 106 Mi tschaftsgebäuden nieder, ohne daß we­sentliches Material gerettet werden konnte. Da die Feuerwehren unzureichend und die Wasserzufuhren sehr mangelhaft waren, war es fast unmöglich, das Feuer einzu­dämmen. Zwei Personen verbrannten, 12 Per­sonen trugen schwere Brandwunden davon. In dem Dorfe Drzozowie brannten vier Wirtschaften nieder, wobei ebenfalls zwei Personen ums Leben kamen. Ein dritter Brand entstand in Lemberg selbst, wo ein Fabrikgebäude eingeäschert wurde.

Schweres Grubenunglück in Gelsenkirchen.

Auf der Zeche Graf Bismarck ging auf der vierten Sohle ein Verbindungsstück zu Bruch, wodurch drei dort arbeitende Bergleute ver­schüttet ümrben. Einer von ihnen konnte sosori als Schwerverletzter aus ben Gesteins­massen herausgeholt werden, während d-ie beiden anderen, zwei Brüder Kattay. nach eifrigen Rettungsarbeiten erst gegen Mittag als Lei­chen zutage gefördert werden tonnten.

Heber die Ursache des Unglücks ist bisher nichtS- bekannt.

Mißglückter Einbruchsversuch bei einer Bank.

In der Zweigstelle einer Großbank in der Budapester Straße in Berlin wurde ein Ein­bruchsversuch in die Tresorräume unternommen. Die Einbrecher hatten in den vergangenen Tagen mehrere Mauern des Kellers durchbrochen. Beim Versuch, die Tresortüren mit dem Sauerstoff­gebläse zu offnen, gerieten Akten und andere Papiere in Brand und der intensive Brand­geruch machte einen Bewohner des Hauses auf die Vorgänge aufmerksam. Das Ueberfallkom- mando fahndete jedoch vergeblich nach den Ver­brechern, die unter Zurücklassung ihrer gesamten Werkzeuge entfliehen formten. Die Polizei sperrte den ganzen Häuserblock ab und nahm die Verfolgung der über die Dächer flü ch- tenden Verbrecher auf. Bewohner deS von den Einbrechern heimgesuchten Hauses sahen diese noch kurz nach 5 Uhr morgend, als sie das Dach entlang lrochen. Aus den Beständen der Dank ist nichts geraubt worden.

58 Opfer chinesischer Banditen.

Das Dorf Hsiaoschihsiang in Süd-Kiangsu, 100 Meilen von Schanghai entfernt, ist von Ban­diten zerstört worden, die 35 Einwohner er­schossen und eine Anzahl anderer verwundeten. 23 Menschen kamen in den von den Bandtten in Brand gesteckten Häusern um.

Dänemarks erster weiblicher Minister gestorben.

Frau 511 n a Dang, Dänemarks erster weib­licher Minister, die im sozialdemokratischen Ka­binett Stauning im Jahre 1924 den Kultus- mimsterposten beHeibete, ist im Alter von 62 Jah­ren gestorben. Frau Dang entstammte einer konservativen Familie; ifjr Bruder, Professor Ellinger, war jahrzehntelang einer der Haupt­stützen der dänischen Rechten.

Die deutsche Schriftgießerei auf derprtffa.

Der Verein Deutscher Schriftgießereien wird mit einer umfangreichen, sechs Räume umfassen­den Kollektivausstellung auf derPressa" ver­treten sein. Die unter Leitung von Dr. Karl Kling schor auf gebaute Schau gibt einen ge­schlossenen Ueberblick über die gesamte Technik des Schriftgusfes, über die vielseitigen Verwen­dungsmöglichkeiten der Schriftgießerri-Erzeugnisse bei der Ausgestaltung von Drucksachen für den Zeitungsdruck, Buchdruck und die Reklame. Die Raumgestaltung dieser interessanten Ausstellung ist dem Architekten Professor Hugo Eber­hardt, Offenbach a. M. übertragen, der auch die wirkungsvollen Räume der deutschen Schrift­gießereien auf der Dresdener AusstellungDas Papier" gefdjaffen hat.

Ehrung einer heldenjunafrau.

In Saarbrücken soll gemäß stadträtlichem Kommissionsbeschluß eine Straße auf dem Triller nach Katharina Weihgerber brixaimt werden. Diese, bekannter unter dem Damen Schulze-Kathrin", weil sie ein Menschenalter hindurch bei der am Schlohberg wohnenden Familie Schulze als Dienstmädchen in Stellung war, erlangte dadurch Berühmtheit, daß fie am 6. August 1870 während der Schlacht von Spichern den preußischen Soldateir Munition zutrug und die Verwundeten labte. Im dichtesten Kugelregen drang sie, einen Kübel Wasser auf dem Kopfe tragend, unerschrocken bis in die vordersten Kampflinien vor.Herr Leitnant, die schießen ja nitt auf mich", rief fie einem Offizier zu, der fie warnend zurückhalten wollte. Für ihr tapferes Verhalten wurde Katharina Weiß- gefber mit dem Eisernen Kreuz und der Kriegsgedenkmünze ausgezeich- n e t. Zufällig starb sie am Jahrestag der Er­stürmung der Spicherer Berge im Alter von 71 Jahren 1886. Sie liegt als einzige Frau i m Ehrenthal begraben zwischen den bei der Spicherer Schlacht gefallenen Kriegern.

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^r^oraussage.

Das über Frankreich lagernde Tiefdruckgebiet Hal sich durch den Zustrom kühler Luftmassen aufgefüllt und nach Italien hin verlagert. Unter weiterem Luftdruckanstieg ist für morgen mit aufheiterndem und trockenem Wetter zu rechnen.

Weltervorausiaa-e für Dienstag: Nebelig - wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, trocken.

Wttterungsa us fichten für Mitt­woch: Zeitweise bewölkt, weiterhin mild, meist trocken.

Lufttemperaturen am 25. März, mittags 13,6 Grad Celsius, abends 9,2 Grad Celsius; am 26. März: morgens 8,2 Grad Celsius. Maximum 13,7 Grad Celsius, Minimum 6,2 Grad Celsius. Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe: am 25. März: abends 8,1 Grad Celsius; am 26. März, morgens 6,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 2% Stunden.