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Montag, 26 Mär; 1928
|78. Jahrgang
Nr. 73 Erstes Blatt
l.die Gröhe jedes neu zu bauenden Schlacht- I Vorgehen der deutschen Botschaft in Moskau zurück- schisses soll unter 30000 Tonnen bleiben. «- hufühnen Cs Jeifet k* »eiter• 8tei-
stelle der gegenwärtigen Grenze von 25 000
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Oberingemeur Goldstein berichtet
Sicherheit haben müsse, daß die schwebenden Der- tragsoorschriften ollerdinas insofern formal einge- handlungen unter den interessierten Mächten zur halten, als sie der deutschen Botschaft am Wend
im soll dah
Tonnen;
2.das Höchstkaliber der Geschütze soll von auf 13,5 Zoll herabgesetzt werden und
3.öle Altersgrenze der Scksiffe sott von auf 26 Jahre erhöht werden.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° a mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen
London, 25. März. (IU.) In einem bereits vor dem Abschluß der Genfer konserenzarbeilen geschriebenen Artikel besaht sich Lord Cecil, der ehemalige britische Abrüstungsdelegierte, In der „Sunday Times" mit der internationalen Abrüstung und kommt dabei zu einigen für die deutsche Politik auherordentlich günstigen Feststellungen. Zn- nächst betont er, dah die auf Grund des Versailler Vertrages durchgeführte Abrüstung Deutschlands als der erste Schritt der allgemeinen Internationalen Abrüstung gedacht war. Das fei im vertrage selbst zum Ausdruck gebracht und Deutschland hatte auf dieser Basis die Abrüstung durchzusühren. In dem zwl- scheu Clemenceau, der im Auftrag der alliierten und assoziierten Mächte handelte und dem deutschen Vertreter gewechselten Schriftwechsel sei das noch deutlich zürn Ausdruck gebracht worden, wobei der deutsche Vertreter den Abrüsiungsbedingungen ausdrücklich unter der Voraussetzung zustimmte, dah diese den B e - ginn der allgemeinen Rüstungsbeschränkungen darstelle. Clemenceau bemerkte, dah die deutsche Abrüstung den er ft en Schritt für die allgemeine Verminderung und Begrenzung der Rüstungen darsielle, die die alliierten und assoziierten Mächte
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zuführen. Es heißt, daß weitere ijrci’ lassu ngen vor dem Abschluß der Untersuchung ni cht mehr in Frage kommen.
Deutschlands Recht auf Wiederbewaffnung
Lord Cecil sekundiert dem Grafen Bernstorff.
gebracht seien, und zwar jeder Verhaftete in einem einzelnen Zimmer. Ihr Gesundheitszustand sei gut. Das Essen werde aus dem Hotel geliefert. Die Häftlinge hätten die Erlaubnis. sich Lektüre zu verschaffen und sich Freien zu ergehen. Gegen Mexer und Otto Fchwerbelastendes Material" vorliegen, so ihre Freilassung nicht in Frage käme.
zu erzielen suchten, als eines der wichtigsten Mittel zur Verhinderung von Kriegen.
Lord Cecil rückt damit ausdrücklich von den Genfer Erklärungen des französischen Delegierten Claudel ab, bet etwas ironisch betont hatte, dah die Alliierten keine Verpflichtungen übernommen hätten. Auch bk logische Konsequenz aus der Nichterfüllung der Versprechen für die Durchführung der allgemeinen Abrüstung zieht Lord Cecil, indem er erklärt, dah die eine Konsequenz eines Fehlschla- gens der Verhandlungen sicher sei, nämlich dah Deutschland das Recht der IDleberberoaff- nung für sich in Anspruch nehmen werde. Rechtlich möge bet Hinweis, dah die deutschen Abrüstungsverpflichtungen absolut seien, durchaus richtig fein, praktisch aber sei dieser Standpunkt u n - haltbar. Vie könne man von Deutschland die Erfüllung von Verpflichtungen erlangen, die seine früheren Feinde nicht achteten? Nichts sei gewisser als die Tatsache, dah die ehemaligen Alliierten sich im Falle eines Fehlschlagens der Ab- rüstungsbestrebungen mit dem Gedanken der V ie- detbewasfnung Deutschlands vertraut machen mühten. Deutschland würden wahrscheinlich Oesterreich, Ungarn und Bulgarien folgen und die Wirkung auf die europäische Gesamtsituation würde nach Cecils Ansicht die denkbar ungünstigste sei.
Neue Enttäuschung in Genf.
Wiederum Vertagung der Abrüstungskonferenz auf unbestimmte Zeit. — Ablehnung der deutschen und russischen Anträge Oer deutsche Delegierte Graf Bernstorff appelliert an die Bölkerbundsversammlung.
Eine Wahlrede poincares.
Der Ministerpräsident verteidigt seine Neparationspolitik.
Paris, 25. März. (TU.) Ministerpräsident Poincars hielt in Bordeaux auf einem Bankett eine mit großer Spannung erwartete Rede. Poincarä erklärte: Man müsse von der neuen Kammer erwarten, daß sie die heute kaum begonnene Gesundung glücklich vollende. Frankreich bliebe sonst blutarm, geschwächt und im Fieberzustand. Die Bildung des Kabinetts der nationalen Eintracht sei allein befähigt gewesen, eine dauerhafte und genügend breite Mehrheit zu finden. Seit zwanzig Monaten habe unter allen Mitgliedern des Kabinetts di e loyalste und vertrauensvollste Zusammenarbeit bestanden. Weiter ging Poin- carö ausführlich auf die „Erbschaft des Krieges" und die Aufgaben der Kammer von 1919 bis 1924 ein. „Don 1920 bis Ende 1923 war bei der ständigen Nichterfüllung Deutschlands die Haltung aller französischen Kabinette die gleiche. Briand hatte durch unsere Truppen Düsseldorf und die anderen Städte besetzen lassen, die die Ruhr beherrschten und hatte von der Senatstribüne aus angekündigt, daß, wenn die Dinge sich nicht änderten, wir gezwungen sein würden, Deutschland diehand an den Kragen zu legen. Mehr als ein Jahr später, nachdem die Reparationskommission die Mchterfülluna des Reiches festgestellt hatte, haben wir uns entschlossen, neue Pfander zu ergreifen und in das Ruhrgebiet einzumarschieren. Man hat oft wiederholt, daß die Operation für unsere Finanzen drückend gewesen s«. Sie war im Gegenteil sehr ergiebig. Sie hat uns gestattet, durch die Zuteilung einer über 360 Millionen Goldmark betragenden Summe an unsere belgischen Nachbarn und Freunde die belgische Priorität früher zu löschen und hat uns unter Ab^ug aller Ausgaben eine von dem Staatsschatz tatsächlich ein» kassierte Nettveinnahme von etwa 1,5 Militär-
besagt in ihrem ersten Teile, dah der Ausschuß nach Prüfung des russischen Projek t e s über sofortige, vollständige und allgemeine Abrüstung fast einstimmig der Meinung ist, daß dieses Projekt vom Ausschuß nicht als Grundlage seiner Arbeiten angenommen werden kann, die auf dem bereits eingeschlagenen Wege fortgesetzt werden sollen. 3m zweiten Teile nimmt der Ausschuß von dem deutschen Vorschläge über die Offenlegung des gesamten Rüstungsstan- des der einzelnen Staaten und von dem zweiten russischen Projekt über die teilweise Abrüstung Kenntnis, lenkt die Aufmerksamkeit der Regierungen auf beide Vorschläge und behält sich ihre Prüfung für die nächste Tagung vor. 3m letzten Teile der Entschließung überträgt der Ausschuß seinem Vorsitzenden die Aufgabe, „darüber zu befinden, zu welchem Datum es praktisch nützlich wäre, den Ausschuß zu einer neuen Tagung und zur zweiten Lesung des französisch-englischen Entwurfes über die Herabsetzung und Einschränkung der Rüstungen etnzu- berufen." Der Ausschuß spricht den Wunsch aus, daß die Eröffnung der nächsten Tagung wenn möglich vor der nächsten Völkerbundsversamm- lung stattsindet. Auf die ursprünglich vorgesehene Festsetzung eines äußersten Termins für die zweite Lesung wurde auf Antrag des amerikanischen Delegierten Gibson, der von 3talien und der Tschechoslowakei unterstützt wurde, verzichtet, weil, wie Gibson begründete, der Vorsitzende bei Einberufung der nächsten Tagung die
Tleberbrückung der Gegensätze zu einem Ergebnis geführt haben, durch das die Aüfstellung eines endgültigen Abkommensentwurfes bei der nächsten Tagung gewährleistet werde.
Neue englische Vorschläge zur Floiienabrüstung.
Genf, 24. März. (WTB.) Die britische Delegation teilt mit, daß Lord Gushendunan die Vertreter der Bereinigten Staaten, Frankreich, Jä- pan und Italien als Mitunterzeichner der Washingtoner Flottenabrüstungskonvention eine Note richtet, in der ausgeführt wird, daß er am letzten Dienstag im Vorbereitungsausfchuß nur in unbestimmten Wendungen von den neuen Vorschlägen der englischen Regierung über weitere A b - rüstungderSchlachtschiffe sp-echen konnte, daß er aber nunmehr die genauen Vorschläge mit» teilen könne, nümlicy:
Russische Gefängnisse.
Der falsch übersetzte Montagebericht.
Berlin, 24. März. (WD.) 3n seiner -Unterredung mit einem Mitarbeiter der deutschen Diplomatisch-Politischen Korrespondenz schilderte Oberingenieur Goldstein ausführlich seine Erlebnisse in Rußland, besonders die entsetzlichen Zu- tände in der Gefängniszelle, in der er zusammen mit sieben Russen mehrere Tage verbringen muhte. Der ganze Raum starrte von Ungeziefer; die Schwaben liefen auf den Lebensmitteln umher, krochen den Gefangenen über die Hände. Roch heute hat Herr Goldstern eine chwere Furunkulo s e , die er auf das Leben unter diesen Verhältnissen zurücrführt. Besonders peinigend war die absolute Unge- wihheit, in der man ihn hielt. Alle Bemühungen, mit der deutschen Vertretung in Verbindung gebracht zu werden, schlugen fehl. Endlich, am 14. März, dem 55. Geburtstag Goldsteins, trat die Wendung zum Besseren ein. Er wurde zum Verhör gerufen und nun klärte sich das Ganze als die Folge der entstellten Übersetzung des Briefes eines seiner Monteure auf. 3n diesem Montagebericht stand der Vorschlag, den mechanischen Teil einer Anlage den Russen zu übergeben, damit die Maschine nicht bis zu den nächsten Dampfversuchen auf deutsche Verantwortung laufe, denn bei den jetzigen anormalen Be- triebsverhältnissen könne es bis zu weiterem Versuchen lange dauern. Hieraus hatte der Dolmetscher durch feine mangelhafte llebersehung eine Sabotage konstruiert, ein Verbrechen, auf das in Rußland die Todesstrafe steht. Rach Vergleich der Übersetzung mit dem Original muhte der russische Richter die Unmöglichkeit der Beschuldigung einsehen. Von letzt ab, so erklärte Herr Goldstein zum Schlüsse seiner Ausführungen, behandelten ihn die Russen mit ausgesuchter Freundlichkeit und taten alles Erdenkliche, um ihm nach seiner Freilassung die Heimreise zu erleichtern.
Oie Llniersuchung
gegen die russischen Verhafteten.
kowno, 25. März. (TU.) wie aus Moskau gemeldet wird, ist die Untersuchung gegen die russischen verhafteten im Donezbecken abgeschlossen. Den hauptangeklagten, dem früheren russischen Millionär Paramonow und dem Ingenieur B a - benko wird vorgeworfen, d i e Grube „R e - volutlon"indieLuftgefprengtzu haben und einen Turno-Generator, der von der ALG. geliefert worden sein soll, z e r st o r t zu haben. Ferner wird ihnen Spionage zugunsten Lng- tandszur Last gelegt. Die GPU. hat infolge zahlreicher Brandstiftungen in russischen Jndustriewer- ken ein besonderes B r anddezernat eingerichtet, das dem stellvertretenden Vorsitzenden der GPU., Jagoda, untersteht.
Dabei stellte sich heraus, daß ein Montage- bericht, den einer seiner Monteure ihm nachgeschickt hatte, der G. P. U. in die Hände gefallen und von dieser in s o ent st eilen derForm übersetzt worden war, daß sich tatsächlich alles mögliche daraus konstruieren ließ. Der Vergleich mit dem Original hat bann aber offenbar auch die G. P. U. von der Haltlosigkeit der Anklagen überzeugen müssen, und so wurde Goldstein am 17. März, ebenso wie Wagner, freigelassen. Dis dahin ist es Herrn Goldstein aber auch nicht möglich gewesen, sich mit der deutschen Vertretung in Verbindung zu setzen. Die Russen haben die Der-
SietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
VrvS und Verlag- vrühl'sche llniverMlr-vuch. trat, Stdnöniderei H. tauge in Sietzen. Sdjriftkltung und Geschäftsstelle: S^ulttrafte 7.
In der Rote wird für den Fall der Annahme dieser Vorschläge darauf hingewiesen, daß es vorteilhaft wäre, wenn die Annahme so erfolgen könnte, daß bas in Washington vereinbarte Ersatzbauprogramm nicht in Kraft zu treten brauche. Schließlich wird betont, daß die Annahme der englischen Vorschläge einen neuen großen Schritt auf dem Wege zur Abrüstung darstelle und itt hohem Maße eine finanzielle Erleichterung sowohl in bezug auf die Baukosten als auf die Unterhaltungskosten aller in Zukunft zu bauen« den Schlachtschiffe bedeuten würde.
Genf, 24. März. (WTB.) Der Dorbereitungs« I ausschuh für die Abrüstungskonferenz hat heute mittag nach fast zweieinhalb stündiger Diskussivn mit großer Mehrheit den deutschen Vorschlag abgelehnt, wonach dec Rat in seiner nächsten Tagung im 3uni das Saturn der Abrüstungskonferenz so festsetzen soll, bah sie im kommenden Herbst kurz nach der I nächsten Dölterbundsversannnlung zusammentveten soll. Die Ablehnung wurde im wesentlichen damit begründet, dah zunächst das Ergebnis dec Verhandlungen zwischen den hauptsächlichsten an den Marinefragen interessierten Großmächten ab- ?^wartet werd«, müsse. Die zweite Lesung des ombinierten französisch-englischen Abrüstungsentwurfs könne nur nach erfolgter Verständigung dieser Regierungen mit Erfolg vor sich gehen.
Graf Bernstorff
erklärte, auch jetzt in derfünften Tagung entziehe sich der Ausschuß in scharfem Gegensatz zu seinem früheren einstimmigen Beschluß der zweiten Lesung, die nun wiederum verschoben werde. Dies | bedeute ein Stehenbleiben auf halbem Wege, keinen | Fortschritt, sondern einen Leerlauf der Arbeiten. Man könne wohl beobachten, daß der Ausschuß selbst den Zwang in sich fühle, vorwärtszukommen. Dieser Zwang rühre aber nicht etwa von Deutschland her, sondern d i e im Versailler Vertrag niedergelegten Verpflichtungen seien es, von denen der vorn Ausschuß empfundene Zwang ausgehe. Nicht Deutschland sei es, das die Dölkerbundssatzung und die Friedens- | vertrüge entworfen habe. Beide seien aber jetzt unterzeichnet und feierNchst ratifiziert und sie müßten deshalb auch a u s g c f ü l) r t werden. Dies hätten auch die Organe des Völkerbundes wiederholt anerkannt. Leider sind all diese Mahnungen vergeblich geblieben und das Arbeitstempo des Ausschusses zeigt einen beklagenswerten Mangel an Schwung. Wie lange die deutsche Regierung diese Unfruchtbarkeit der Ausschuharbeiten mit ansehen wird, steht dahin. Die deutsche Dcffentiidjteit hat diese Frage bereits wiederholt gestellt. Nichts anderes bleibt mir übrig, so schloß Graf Bernstorfs, als angesichts des Schlusses der fünften wiederum ergebnislosen Tagung Berufung an di e Bundesversammlung im Herbst d. I. einzulegen, jenes Organ des Völkerbundes, welches den Auftrag zur Vorbereitung der Abrüstung dem Ausschüsse erteilt hat und dem dieser Ausschuß verantwortlich bleibt. Die Bundesversammlung als Hüterin des Ansehens und des Einflusses besJBöt» kerbundes wird diejenige Stelle sein — und hierbei folge ich einer Anregung des amerikanischen Delegierten Gibson — die veranlassen wird, daß unser Ausschuß endlich aufhört, in immer erneuten Tagungen eine bedauerliche Unfruchtbarkeit zu erweisen. Die Bundesversammlung wird auch dafür zuständig sein, einen Bericht über den tatsächlichen Stand jener zwischen den Regierungen laufenden Besprechungen entgegenzunehmen, auf die man sich hier immer wieder mit erheblichem Nachdruck beruft, die aber, wie wir uns immer wieder überzeugen mußten, sich in einem außerordentlich bescheidenen und ungenügenden Rahmen abgespielt und keinerlei praktisches Ergebnis gezeitigt haben.
Die gegen die Stimmen Deutschlands und Rußlands angenommene
Entschließung
Berlin, 24. März. (WTB.) Aus den mündlichen Mitteilungen, die Herr Goldstein dem Auswärtigen Amt gemacht hat, ergibt sich folgendes Bild: 3n der Rächt zum 6. März ist Goldstein plötzlich verhaftet worden. Rach einer eingehenden Haussuchung wurde er in die nächste Kreisstadt, Stalin, überführt. Hier wurde er 24 Stunden im Gefängnis gehalten, dann nach Charkow und von dort nach Rostow am Don gebracht. 3m Rostower Gefängnis hat er die ganze Zeit bis zu seiner Freilassung am 17. März zugebracht. Aus seiner Berichterstattung geht hervor, daß die Gefängniszeit außerordentlich schwer für ihn war, weil die Gefängnisverhältnisse derart waren, daß Herr Goldstein die Leiden dieser Zeit noch nicht überwunden hat.
Lr wurde mit einer großen Anzahl anderer Gefangener in kleinen Zellen gehalten. So war feine Zelle vier Meter lang und 1,70 Meter breit. Darin waren gleichzeitig noch sechs andere Gefangene untergebracht. Unter dem Ungeziefer wie unter der schlechten Behandlung litt Goldstein gleichermaßen. Heber den Grund feiner Verhaftung wurde Goldstein dauernd in v o l - ler Unklarheit gelassen. Erst am 14.Mär;
fand das erste verhör statt.
Monteur Wagner kehrt zurück.
Kowno, 24.März. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Chef der ukrainischen G. P. U. dem deutschen Monteur Wagner mitteilen lassen, daß es ihm freistehe, die Sowjetunion zu verlassen. Wagner hat sich sofort nach Charkow begeben, wo er von Mitgliedern des Generalkonsulats empfangen wurde. Er wird unmittelbar über Kiew und Warschau nach Berlin Weiterreisen. Die Freilassung Wagners ist auf das energische
vor der Verhaftung eine Ankündigung zu- gehen ließen, die freilich keine genauen Angaben enthielt. Der Zutritt zu den Gefangenen ist bisher noch nicht erlaubt worden. Nach den Vertragsbestimmungen haben die Russen das Recht, den Besuch hinauszuschieben. Auch die B e - ftellung eines deutschen Anwalts ist noch nicht genehmigt worden. Immerhin besteht die Möglichkeit, daß die Erlaubnis hierzu noch nach Abschluß der Untersuchung gegeben wird, lieber
das Schicksal der übrigen verhafteten ist auch heute noch nichts genaues bekannt.
Sie befinden sich ebenfalls in Rostow am Don. Es ist versprochen worden, die Untersuchung in kürzester Zeit zu Ende zu führen und der deutschen Botschaft dann zu berichten. 3n unterrichteten Kreisen nimmt man an, dah darüber aber noch 10 bis 14 Tage vergehen werden. Auch Herr Goldstein kann über den genauen Grund der Verhaftungen heute noch keine Aussagen machen. Dem Vertreter des Lokalanzeigers in Rostow wurde mitgeteilt, dah die Deutschmr nicht in dem eigentlichen Gefängnis, sondern i n einem besonderen Gebäude unter*
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