macht der Hearst-Presse -um Vorwurf, sie habe immer zum Hutyen Deutschlands gearbeitet und auch die Veröffentlichung habe den Zweck, Amerika gegen Frankreich und England aufzuhrtzen und die freundschaftlichen Beziehungen der beiden letzteren Länder zum Ruhen des Leiches zu trüben. Man könne annehmen, daß eine der an Kamps um die Präsidentenwahl stehenden ameriz fanif*e<i Partelen die Llnterstützang der Deutsch-Amerikaner sucht und bereit sei, Deutschland unter allen Umständen und mit allen Mitteln zu unterstützen. Die link- gerichtete Presse nimmt diesen Zwischenfall zum An Iah, die Geheimdiplomatie $u kritisieren, di" sich lächerlich mache. Auch dte rechtsstehende Presse, wie „Echo de Paris" und „Daulois", halten mit ihrem Unmut über die Geheimtuerei nicht zurück.
Vor einer neuen Rüstungsära.
Amerika
überprüft seinen VerteidigungHstand
London, 25. Sept. (MTV. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet aus Washington: Die Beamten de- amerikanischen Staats-, Flotten» und Kriegsdepartements finb überzeugt, daß weitere Kreuzer und Hilfsschiffe demnächst gebaut werden müssen, wenn die Bereinigten Staaten eine einigermaßen angemessene Verteidigung auf hoher See haben sollen. Ferner ist eine immer größer werdende Zahl von Beamten des Kriegsdepartements und Kongrehmitgliedern überzeugt, daß die Zeit gekommen ist, wo neue moderne Ausrüstung, wie Tanks und andere Hilfsmittel fürdaSHeerm Mengen beschafft werden müssen, im Interesse der Bereitschaft au Lande. DieS würde die jährlichen Ausgaoen für die nationale Verteidigung auf über 7 00 Millionen Dollar- bringen.
Deutschnationale und Stahlhelm zur Außenpolitik.
Graf Wcstarp zum Genfer Ergebnis.
Berlin, 24. Sept. (WB.) Die Deutschnationale Dol. spartet veranstaltete gemeinsam mit dem Stahlhelm und den vaterländischen Verbanden eine vaterländische Kundgebung unter dem Thema _Das Ende der Locarnopolitik. WaS nun?" Fast 10000 Menschen waren der Einladung der Organisation gefolgt. Gras Westarp kennzeichnele die widerrechtliche Ablehnung der Räumung der besetzten Gebiete als eine Phase des Jahrhundert« alten Kampfes um den Rhein und als ein Versagen der Locarnopollttk. die auch Deutschland den Frieden nicht gebracht habe. Die Episode der 1924 und 1925 eröffneten deutschen Derständigungsosfensive hat. so führte der Redner auS, mit schwerstem i 6 erfolg geendet. Die gegebene Folgerung aus der in Genf geschaffenen Lage ist der Schlußstrich unter die Locarnopolitik. DaS Genfer Abkommen vom 16. September ist kein Erfolg deutscher Politik. Es ist keine Einigung erzielt worden. Lieber jeden Punkt des Abkommens bestehen unüberbrückte und unüberbrückbare Gegensätze. Das deutsche Volk, auch die besetzten Gebiete lehnen jede- neue Opfer, jede neue Konzession für die Räumung ab, die unS zusteht und zufallen muß.
Auch die Verhandlungen über das Revara- ttonSprvblem sind mit den Räumungsveryand- lungen verknüpft worden. Frankreich ist fest entschlossen baS Rheinland als Pfand f ü i die ReparationsverbanÖlungen au benutzen. Deutschland darf sich nur auf 03er» parrotungtn einlassen, bei denen die Revision des. DawesabkommenS durch eine unparteiische Linkersuchung neutraler wirtschaftlicher Sachverständiger durchgeführt wird. Deutschland darf in die Verhandlungen nicht eintreten, wenn nicht Amerika von vornherein beteiligt ist. Reue politische Bindungen dürfen um keinen Preis übernommen werden. Aach dem die Locarnopolittk versagt hat. muß äußerste Zurückhaltung den Westmächten und dem Dölkerbund gegenüber an ihre Stelle treten. Wir fordern Wahrheit und Klarheit, einen echten und keinen Scheinfrieden.
Aach den Ausführungen des deutschnattonalen Partcivorsitzenben sprachen als Vertreter der vaterländischen Verbände Oberst v. Struensee und die Stahlhelmführer Major v. Stephani und Rittmeister v. M o r o c z o w i z. die die Ausführungen deS Redner- unterstrichen und für die von ihnen vertretenen Organisationen die gleichen politischen Forderungen wie Graf Westarp erhoben. Kommerzenrat Helfferich b tonte als Vertreter der besetzten Gebiete, daß di« besetzten Gebiete eS ablehnen, ihre Räumung durch neue Bindungen zu erlaufen. Sie sind bereit, ihre Lasten weiter zu trauen, wenn eine Räumung vhn« Gegenleistung nicht möglich sein feilte. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der Scheinverhandlungen abgelehnt werden. Gefordert wird die amtlich« Beseitigung der K ieasschuld üg«, Befreiung von der Knechtschaft des Versailler Vertrage- und des Reparations- abkonlmens. Rüstungsousgleich, sofortig« bedingungslose Räumung von Rhein und Saar, Schuh oer beutfdx» Minderheiten in den Grenzmarken Ost und West. Dazu müsse die deutsche Außen- Politik sitch offen und ohne Scheu bekennen.
Die lÄnstigeRegierungskoalition.
Dcr Weg dcS Zentrums: Distanz oder Koalition.
Von unserer Berliner Redaktion.
Berlin, 26. Sept. Das Zentrum kämpft immer noch mit sich, welche Politik es gegenüber den Sozialdemokraten einschlagen soll. 'Die.Germania" bringt dieses Dilemma auf die Formel .Distanz oder Koalition?'. Dabei berührt eS einigermaßen komisch, wenn angeblich im Zentrum Ticigung vorhanden sein soll, zum Rücktritt auS der Regierung gewissermaßen zur Erholung von der Verantwortlichkeit. 'Das ist eine Phrase, die niemand ernst nimmt, der weiß, wie aroßen Wert daS Zen- trum auf die Beteiligung an der Regierung schon aus Gründen der Perfonalpolittk legt. EtwaS anderes ist eS, ob nicht das Senttum gar zu gern die Gelegenheit benutzen möchte, um von den Dozialbenwkraten größere Rücksichtnahme auf fein« kulturell-sittlichen Z i eie zu verlangen. Das ist nicht ganz unwahrscheinlich Es könnte allv fein, daß daS Zentrum ein Spiel mit verteilten TcO.rn markiert. um durch Hinweis ans den abki c de
Deutschland und die Genfer Abrüstungskonferenz.
Halber Umfall.
Von unserer Berliner Redaktion.
Verl in, 25. Sept. Wan wird nicht gerade sagen können, daß der AuSgang der Genfer AbrüstungsauSfprache für Deutschland sonderlich befriedigend gewesen fei; unsere Delegation hat sich, wie schon so oft. in einem Kompromiß zwischen Verstand, Gefühl und Taktik fangen lassen und den Ausweg der SelbstauSschaltung gewählt, indem sie sich der Stimme enthielt. Es wäre vermutlich doch erheblich mehr zu erreichen gewesen. Vergessen wir nicht, daß der Reichskanzler mit der Faust auf den Tisch geschlagen und endlich d i e Einberufung der Abrüstungskonferenz zu einem bestimmten Termin verlangt hat. Die Antwort, die er darauf erhielt, war zunächst von Briand außerordentlich unfreundlich, von der Komntission noch sehr viel unfreundlicher, denn sie bedeutete eine Verhöhnung der deutschen Forderung. SS war deshalb selbstverständlich, daß die erste Entschließung der Kommission von Deutschland a b g e I e h n t wurde. Man hat sich daraufhin dazu Derftanöen, unserer Auffassung insofern entgegenzukommen, als wenigstens die Einberufung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz — von der endgültigen steht kein Wort zu lesen — bis spätestens Anfang nächsten Jahres ins Auge gefaßt ist, und Graf Dernstorsf hat geglaubt, daß er dte Möglichkeiten, die hier schlummern, nicht zerschlagen soll, indem er durch Stimmabgabe auch gegen diese Resolution eine Meinungsbildung verhindert und so die ganze Aussprache über die Abrüstung negativ auslaufen läßt.
Wir versteh«» diese Ar zum n'ationen. Ss fragt sich aber doch, ob 5>cu ch.and nicht klüger daran getan hätte, jetzt endlich einmal mit den ganzen
Llnklarheiten aufzuräumen, mit denen in Gens gearbeitet wird. Der Reichskanzler hatte damit bereits den Anfang gemacht. Es wäre eine logische Linie getreten, wenn Graf Bernstorfs gerade als Antwort auf Briand noch deutlicher wurde und nüchtern die Tatsachen aufzählte, aus denen hervorgehet, wie zielbewußt die Siegcrstaaten im Völkerbünde sich um die Verpflichtung zur Abrüstung herum- drücke n.
Äaim es eine toirtungdDo’l:re Antithese geben, alS die Gegenüberstellung d:r gewaltigen Anstrengungen. die Deutschland gemacht hat, um nach dem erzwungenen Versailler Diktat die Entwaffnung eines revolutionären Dolles bis zum Letzten durchzulührm: während Lemaegen- über die Sieger st aatcn in einer Psychose der Angst auf den entwaffneten Gegner starren und so tun, als ob sie immer noch an das Wander glaubten, daß im 20. Jahrhundert Kanonen und Maschinengewehre auö der flachen Hand wachsen. 3ft es nicht jetzt an der Zeit, einmal den Spieß umzudrehen und gerade vor versammeltem Völkerbunde den Franzosen wie den Engländern den Vorwurf zu machen, daß sie den Versailler Bert rag nicht erfüllen, daß sic unS gezwungen haben, den bitteren Kelch bis zur Reige zu leeren, daß s e selbst aber die geringen Verpflichtungen, die sie dafür auf sich genommen Haden, nicht anerkennen. Wir firrd berechtigt, den Vorwurf der D e r • tragduntreue zu erheben, und es sollte doch merkwürdig sein, toemi dafür b»i den neutralen Staaten des Völkerbünde, kein Verständnis vorhanden wäre. Aber auch wenn wir damit allein blieben, liehe sich das mit Fassung tragen. Schließlich darf sich der Völkerbund dann nicht wundern, wenn Deut-chland nach so vielen önt- täuscknmaen sich auf eine Abstinen^politi? zurück» zieht und Genf sich selbst überläßt.
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Ken'enende in England.
Oie erste Kabinettssitzung. — Vor der konservairven Paririkonferenz. Oas außenpolitische Programm.
London, 24. Sept. (TU.) Die erste S i lj u ng des englischen Kabinetts nach Abschluß der politischen Ferien, die Montag nachmittag ab- gehalten wurde, dauerte rund e.neinviertel Stunden. Diese erste Besprechung stellte nur eine erste Erörterung der allgemeinen Latze dar. Der B e - richt Lord Cushendunv über seine Genfer Besprechungen füllte den Hauptteil der Verhandlungen aus. An der Kabinettssitzung nahmen nicht teil Lord Birkenhead, Lord Balfour, Lorl Peel und Sir Austen Ehambcrlain. Die Abwesenheit Lord Birkenheads ist, wie in wohlunterrichteten politischen Kreisen verlautet, als ein sicheres An- Zeichen dafür anzusehen, daß Birkenhead sich endgültig entschlossen bat, bis zur Durchführung der nächstjährigen Wahlen sein Amt als Staatssekretär für Indien beizubehalten. Unter diesen Umständen ist eine besondere Aussprache zwischen ihm und Baldwin, mit der man nach der Rückkehr des Ministerpräsidenten allgemein gerechnet hatte, nicht mehr notwendig geworden. Vor der Kabinetts- sttzung hatte Ministerpräsident Baldwin Kon- ferenzen mit verschiedenen Persönlichkeiten, vor allem dem Vorsitzenden der konservativen Parteiorganisation, Davidson, um die letzten Entscheidungen für die k o n s e r v a t i v e I a h r e s° oarteikonferenz zu treffen, die am kommen- den Donnerstag in Parmouth eröffnet werden wird. Der konservative Parteitag ist van großer Bedeutung, da auf ihm das Programm festgelegt wer- den wird, mit dem die konservative Partei im näd? sten Zähre vor die Wählerschaft tritt. Jnnenpolitisch- spielt die Frage einer möglichen Ausdehnung der Schutzzölle die Hauptrolle. Hier stehen sich die Meinungen im konservativen Lager ziemlich schroff gegenüber. Außenpolitisch sieht sich die Regierung gleichfalls einer Lage gegenüber, die auch vom parteipolitischen Standpunkt der Konservativen wenig befriedigend ist. Die große Rede Baldwins am Donnerstagabend wird, wie man erwartet, wesentliche Aufschlüsse über die weitere außenpolitische Linie Großbritanniens bringen. In
sofern sieht man der Rede in diplomatischen Kreisen Londons mit großem Znlcressc entgegen. Die außenpolitisch wenig befriedigende Stellung Großbritanniens gegenüber Amerika und Deutschland im Zusammenhang mit einer noch ungeklärten Entwicklung der Verhältnisse im Fernen Osten und einer ziemlich offenen Feindschaft mit Sowjetrußland wird in jedem Falle in nächster Zeit bei den Erörterungen in englischen Regierungskreisen eine stärkere Rolle spielen. Ls ist nicht ausgeschlossen, daß die Form weiterer deutscher Schritte in der Be- satzungssrage beeinflußt werden wird durch die weitere Haltung, die England gegenüber Deutsch- land einnimmt. Wie es scheint, hegt man in diplo- malischen Kreisen einige Hoffnung, daß in dieser Hinsicht eine weniger interesselose Hal- t u n g gegenüber berechtigten deutschen Forderungen eingenommen werden wird. Ob und wann solche Schritte in der Räurnungsfrage erfolgen, ist noch ungewiß. Die Hoffnung auf eine Räumung bereits in den nächsten Monaten, die Sonntag von einem angesehenen englischen Publizisten vertreten wurde, wird nirgends geteilt.
Oie Dominions.
Ein britischer Gesandter in Kanada.
Ottawa. 24. Sept. (WD.) Sir William E l a r k isi hier eingetrossen, um das neugo- schaffens Amt eine» British High Tommis f ion er für Ko nc^da xu übernehmen. Die Stellung des High Tomnnjsioner entspricht etwa dcr eine- Gesandten. Bis jetzt hat sich der amtliche Verkehr zwischen der Londoner Regierung und der Regierung von Kanada lediglich durch Vermittlung des ©enetalgountr- 7i e u r S von Kanada abgewickelt. In Zuturrit wird der Generalgouverncur nur noch der Vertreter der Krone sein. Die Sinrich- tung des neuen Amtes bezeichnet eine neue Etappe in dcr Entwicklung der Beziehungen zwischen ®ro6britannica und den Domurions.
Flügel von den Sozialdemokraten Zusicherungen in Kulturfragen zu bekommen. Aber so klug sind die Sozialdemokraten auch wieder, daß sie deswegen nichts verschenken. Sie werden eS in aller Ruhe darauf ankommen lassen, ob nicht gerade aus Gründen der Personalpolitik zuletzt daS Zentrum doch am stärksten an einer ausgesprochenen Koalitionsbildung interessiert ist.
Neue Fahrtpläne
-es x,(9raf Zeppelin", teinc Acghptcnreise deS neuen Luftschiffs in Aussicht genommen.
Friedrichshafen. 24. Sept. (WTD.) In die Fchrtplänc des «Graf Zeppelin" kommt allem Anschein nach eine neue Rote hinein dadurch nämlich, daß der Plan erwogen wird, auch eine Reise nach Aegypten und dem Orient überhaupt zu unternehmen. Di« Anregung dazu stammt von den amerikanischen 'Vertragspartnern der Lustschiflbaugesellschast, die sich für Amerika das Monopol an dcn großen Reisen gesichert haben. Dr Sckcncr hat den Wunsch durchaus günstig aufgenommen, und eS gilt als wahrscheinlich, daß diese Reise cingcschoben wird. Ratürssch müssen vorher all« möglichen Erwägungen. Wetterberechnungen usw. angestellt werden. Äamentlich dürfte die Frage der Temperatur eine Rotte spielen. Es wird aber darauf hingewiefcn, daß auch bei der Attontikfahrt des Z.R.NI sich außerordentlich große Temperaturunterschiede gezeigt habeir, ohne daß sie daS Schiss irgendwie beeinträchtigen konnten.
Der „Graf Zeppelin wird non am Mittwoch ;a feiner nächsten Fahrt klar feto.
In der Halte wird Tag und Rocht an ihm gearbeitet- Bei dcn Verbesserungen fpidt namentlich bic Veränderung an den Motorgondeln
•an hofft aber, bic Ztertängcrung der etreben, die zu einer Ableitung bc* Bropeller- I '-rr»mcs von Rumpf führen fall, bis Rtttwoch I fertig zu haben. Gestalten die Drtterverhältniffe am
Mittwoch einen Aufstieg — daS Wetter hat sich in den letzten Tagen erheblich verschlechtert — so würde das Schiff wahrscheinlich nur i n der Nähe des Bodensees bleiben. Die große Fahrt nach Berlin und vielleicht noch weiter nacb Nord- und Ostdeutschland rann unter Umständen am Samstag stattsindcn. Wenn es zu dieser Fahrt kommt, so würde das Schiff schon morgens fünf Uhr ausstelgen. Daran würde sich bann in der nächsten Woche eine weitere größere Fahrt — vielleicht die A c g y p - tcn fahrt — anschließen, und bas Schiff würbe dann für die Amcrikafahrt bereit sein.
Dr. Eckener rechnet damit, daß die Blaugas- produktton so schnell fortschreilel, baß er fpäfe- tens cnn 10. Oktober, voraussichtlich aber früher, zur Ameritasahrt starten kann.
Er will das Programm offensichtlich Zeitlich mehr zufammendräugen. um die ersten Atlant ikiahrt en nicht End« Oktober oder im Rovember während der starken Sturme durchführen zu müssen. In der eilten Hälfte des Ott ober herrscht über dem Atlantik meist gute» Wetter, das die Seeleute mit dem Wetter vergleichen, daß mar. bei unS Altweibersommer nennt. Die Vorbereitungen für die Amerika fahrt sind demnach weiter in vollem Dange. Interessant ist die Form der Wassermitnahme. Damit immer frisches Wasser an Bord ist, wird das Trinkwasser zu Gis- blöden gefroren, die dann stückweise verbraucht werden. Mit besonderer Aufmerksam- feit werden dte Wetterve rhä'tnisse für die Amerrkafahrl verfolgt.
Bor einem Wechsel im österreichischen Bunvespräsihium.
Wien, 24. Sept. (DB.l Wie die „Sonn- und Montago.zeitung" auf Grund von Mitteilungen aus bestunterrichletcn Kreisen meldet, hat sich dcr Plan einer Lersossungränderung, die eine Wiederwahl des b e t a c i t i g e n 8 u n b e » • Präsidenten Harnisch ermöglichen würde, al» untunlich erwiesen. Harnisch werde im November endgültig von seinem Amt z u r ü ck t r e t e n. Al» Nachfolger tarnen In erster filme der derzeitige
Präsident des Rationalrates M i k l o s und Professor W e t t st e i n in Betracht. Man werbe dem Jlationalrai «in Gesetz unterbreiten, das den au- rücktretenden Bundespräsidenten Hämisch ttne Pension sichert.
Aus aller Wett.
Schneefall im Schwarzwald.
Der Tc mpe ra turrü -lang ;n der Rächt wm Sonntag Leb auf dem Hoch chwarzwald das Thermometer biS auf den Gefrierpunkt finken, und während dos ganzen Sonntags war es aus den Höhen emvsind.ich kalt In den «sten Rachmittagsslunden setzte im Feldderggcdiet vereinzeltes Schneetreiben, vermischt mit Hagelschauern, ein. Denn der Schnee auch nicht langt liegen blieb, so hüllte er doch Feld und Flur für kurze Zeit in ein winterliches Gewand, daran mahnend, daß es mit dem sommerlichen Detter wohl endgültig vorbei ist.
vier Diener PerglouriHen in Lebensgefahr.
Vier Wiener Touristen, die am DamStag- nachmittag den Ausstieg auf diePlanfpitze unternommen hatten mußten rn.olgr -^einge- tretenen Schneewetters in der Rordwand übernachten. Zyre Hilferufe wurden erst am Sonntag- mi.t.'fl im Tale von Dstatterboden aus vernommen, worauf eine RetttmISexpedition versucht«, zu den Touristen zu gelangen. Sie mußte jedoch wieder umkehrrn. Montag früh versuchte eine ander« Rettungsesveditton vorn Gipfel dcr Planfvitze auS zu den Touristen zu gelangen. Dies war jedoch gleichfalls nicht möglich. Sie hörte nur n o ch schwache Hilferufe von zwei Touristen. Abends war die Ankunst einer Wiener Rettungscxpedition angekündigt. Bei dcr beer» schenden Kälte und dem dichten Rebel ist es ^weiselhaft, ob die Wiener Touristen noch eine dritte Rocht in der Felswand überstehen werden.
Glückliche Heimkehr vom Sibirienflug.
Das Iunk erSflugzeug W.33 der Deutschen Lufthansa, das am 8. Septemb« von Berlin nach Irkutsk abfloa. ist Montag abend gegen e/4S Llhr mit seiner Besatzung, bestehend aus dem Leiter der Expedition, v. Schröder, dem ersten Flugzeugsschrer Atvrccht und dem Mechaniker Elchentvpf im Zentralflughafen Tem- Pelhvf glücklich gelandet. Man hofft, bereits im nächsten Frühjahr die ctma 5S.J Kilometer lange Strecke dauernd befliegen zu können und sie weiter bis Peking oder Schanghai auszudehnen.
Der »Flieger von Tsingtau" au» schwerer Seenot gerettet.
Wie auS Buonos AireS gem.ütai wird, wurde der deuischo Schoner .Feuerland', der unter Führung des „Fliegers von Tjingt^u", Günther Plüschow, eine Reise um bic Welt macht, von dem argentinischen Tankdampser .Fiorentino Ameghino" nach ©o.nob'te Rivaldivia einge- schleppt. Die .Feuerland &itte. vie der Tankham pf er der Marinebchörde durch Funlspruch gemeldet hat, schon vor einigen Segen einen SOS- Ruf auSgesandt, jedoch war «S nicht früher möglich getoefen, an den Segler heranAu'ommen. Der Motor der .Feuerland" ist stark veschädigt.
Drei Kinder bei einem Brande erstickt.
In dcr Wohnung eines Bergarbeiters bei Kaper- berg (Steiermark) entstand ein Brand, während der Arbeiter und seine Frau außer dem Hause waren. Drei Kinder des Ehepaares im Alter von zwei bis sieben Jahren wurden beim Eintreffen der Feuerwehr erstickt ausgefunden.
Oie Wetterlage.
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Montag. 24-Sept 1928, 7‘aPds.
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'j^cttcn?üv .itv-agc.
Unter dem Umdrehen der Winde nach Südweften bat leichter Temperaturanstieg einfrei-.*61 der in West- und Mittclde"t'chland nicht mehr al» 2 bi» 3 Grad betrug. Außerdem herrschte beute moraen vielfach nebelig trübe» Welter und während der vergangenen Nacht kam e» abermals zu vereinzelten leichten Niedenchlägcn. Dn durch die gegenroärHQ« Lufldnickverteilmg ein weiteres Zusammentreffen verschiedener Luttmasten stattsinbet, fo Ift morgen teile mit nebelig-wolligem Detter, teil» auch auf- heiterndem Wetter zu rechnen. Die Temperature» dürften sich zunächst noch wenig ändern.
Wettervorberfage lör Mittwoch: Wolliges, auch aufhe rerndes Wetter, kühl, keine eher nur vereinzelt noch Riederschtägc.
Witterungsaussichten für Donners taa: Roch wenig Aenderung der Wetterlage wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 24. September: mittag» 11,4 Grad Eelsiu», abend» 7,6 Grad Celsius: am 25. September: morgen» 7,6 Grad Lelsiu. Maximum 11^5 Grad Celsiu». Minimum 4 Grad Cclsiu». — Erd- temperaturen in 10 jenbrncter liefe am 24 September: abendt 10j8 Grob Celsius: am 25. Septem- ber morgen» 9,3 Grob Celsius — Nlederschlaq 2,7 Millimeter. — Sonnenfcheindauer eine Stunde,


