Ausgabe 
25.9.1928
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 226 (Erlies Blatt

178. Jahrgang

Dienstag, 25. September 1928

Cri4«'«i iA|M>n^n Sowwtag» e*b 3<trrtag*

Betlegya ÖteBeurr JJamihenbUtttCT hrtmal im Bild

Di» Scholle

tnenatS'BfjiiflSFrcli. * Reid>»niarh enb 20 Reichs Pfennig fftr Trägt» lohn, auch bei Richter» Ichtmen einjetnerRunnneni niolq« bbtycrn öemolL Fernsprechanschlüsse: 51. M anb 112 ln|d)ri|1 für Drahtnach- rid)ten. Hnjetqer tiefte«.

poßschrcktottto.

firenffnn am Main 1168«

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

VrvS ,«d Verlag, vrühl'sche U*tocdität$«Bnd^ nnö Stctibniderd L. Lange in Sletzen. Schrifttettmig und Seschästrftelle: 5chll!lttaße 7.

3ee«ftB< m« iRjetge« ?il bie I«qesnemfnef bt» -um Rachmittog oorftct.

Preis |wr | mm Höfte ttr Xnjtiaen ooe 27 mm Breite bnlich K, autwärts 10 9lcid)«pfenntg. für Tte- klamcanuigen coe 70 u in Breite 35 ^ic:±*pfcnni^ Vlaftvorfdinh 20'. mehr.

Gbefrebaktewr

Dr ftnebr. Dilh Lange. Verantwortlich turDchnii Dr. Jrt DUH Lang, für IttuiUelon Dr ft.lftnuot, ür den übrigen letl ifrr.ft Dlvmlchei«: für den In« jtigenteil fiurt IStCmonn, ffimtHd) in (Bieften

Theaterbrände.

von Karl Richard ®rowl|j.

Auch bie schärfften Sicherung» Vorschriften, wie sie bie Feuerpolizei namenlllch in Deutschland er» laffen bat, um Igeaterbranbe zu verhüten, können Branbfataftropben biefer Art nicht unmöglich machen: man kann sogar sagen, bah gerabe bie moderne Bühnentechnik der Feuersgesahr in fleroihem Sinn Vorschub leistet, indem elektrische Einrichtun­gen. Zentralheizung. Entlüftungsschachte und ähn­liche Vorrichtungen erhebliche Gefahren In sich bergen. Durch die Zentralheizung -. D. werden die in der Mähe der Heizkörper befindlichen brennbaren <Gegenstände so ausgetrocknet, bah schon eine fllim- menbe Zigarette ober ein weggeworfenes Streich» hol.; einen Brand Hervorrufen kann. Immerhin tinb. dank den rigorosen Dorschristen, die Theater» ränbe, bie in den letzten Jahrzehnten in D e u t s ch- land oorkamen. ohne ober fost ohne fol­gen für bie Zuschauer geblieben. Die sich jedoch eine Katastrophe auswirkt, wenn solche Sicherheitsmahnahmen auher acht gelassen werden, zeigt mit furchtbarer Deutlichkeit das Un» gluck, das die spanische Hauptstadt betroffen hat. wo dasTeatro de Rovedades" während der Vor­stellung in Brand geriet. Die durch Kurzschluß ent- standene Katastrophe ries in dem dichtgesüllten Theater sofort eine Panik hervor, bie das Unheil noch verschlimmerte. Im Verlaus einer Stunde war da» ganz aus Holz gebaute Hau» völlig eingeäschert: man spricht zur Stunbc schon von zweihundert Toten. Die ersten Berichte geben grauenvolle Ein» zelheilen von den (»jenen, bie sich auf ben Rängen das Theater zählte deren sechs und auf ben Treppen abfpieücn. Menschen, halb irr vor Todes­angst und Schrecken, stürzten sich m ihrer Verzweif» lung von ben Rängen ins Parkett hinab, die ande­ren suchten, von Entsetzen gepackt, das Freie zu er- reichen, und keiner achtete des anderen. Wehrlose wurden zu Boden gerissen und buchstäblich zertre­ten. und man kann es einem Augenzeugen, der als Offizier am Rifkrtcg teilgenommen hatte, nachfuh- len, wenn er sagte, dah er ähnlich Grauen» volle» noch niemals gesehen habe.

Fvefiich muh gesagt werden, dah eine Äata- ftroppe dieser Art faum möglich gewesen toäre. toenm bie spanischen Theater auch mir über die selbstverständlich sie Sicherung eines Dühnenrau- me6. ben eisernen Vorhang, verfügten. UnbcgreiflkbertDeifc besitzt kein einziges spa­nisches Theater biesen Schutz, obwohl nichts näher liegt, als das mit ben feuergefährlichen Deko- rattonen gefüllte Dühnenhaus durch eine von dem rasenden Element nicht zu übersteigende Schranke rom Zuschauerraum zu trennen. ^leberhaup: mutz ad afft werden, dah die Theater im Ausland, was Sicherheit angebt, überaus viel au trnmschen übrig lassen, und nstyt nur in Spanien, sondern auch in Italien und Frankreich, ja sogar in England sind die Verhältnisse so, bafi sich Der kritisch ver­anlagte Besucher nur mit höchst gemischten De» fühlen dem Genuß einer Vorstellung hingegen kamt. Daher sind denn auch bie meisten Theater» br&nbe, btc sich im Ausland abgespelt haben, von furchtbaren Folgen für bie Besucher begleitet gewesen. Sine b:r größten Katastrophen dieser QIrt war der Brand des Zroquois Theatre in Chikago am 30. September 15*03. wo nicht weniger als 530 Menschen elend umS Leben k.nnen. Diese Bühne war ein der Kornischen Oper in Paris nachgebildeter Prachtbau, der mir kurze Zeit seiner Bestimmung gedient hatte. Das Feuer brach während einer Malin« auS. tn der die Pantomime .Blaubart" gegeben tourbx SS spiel­ten sich damals ähnliche cd)redend,jenen ab wie jetzt in Madrid: die Feuerwehrleute fanden Tote, die aufrecht zwischen den Sitzen ftenben, :m zweiten Vang lagen die Toten In Massen über­einander, und bezeichnenderweise waren viele von den Toren junge Frauen von kaum zwanzig Jahren und Kinder zwischen acht und zehn Jah­ren. Für die damaligen SicherbettSverhältnisse aus amerikanischen Theatern war es bezeichnend, das' daS ZroquoiS-Thcaler für absolut feuersicher gatt! Dabei farmte man SicherheitSmafiregeln wie in Deutschland säst aar nicht: der eiserne Vor­hang. soweit er überhaupt vorhanden war, schloß Bühne und Zuschauerraum nicht vollständig von­einander ab; eine Feuerwache auf der Bühne gab eS nicht .Das Theater ist abgebrannt", schrieb damals cm Kenner der Verhältnisse, .aber es gibt tn Chilago noch eine aanje Anzahl von Theatern, in denen man auch nur bann seines LebenS sicher ist. wenn man seinen Fuß auf der Strohe hat'. Glicht immer finden sich in solchen Fällen kaltblütige Männer, die durch ihre Be- herrschthev die ausbrechende Panik im K.nme er- ftiden und damit das schlimmste Llnhell abwen­den. So war es während t-es Brandes t m Schweri-ner Hostheater. wo der Drost- Herzog von Mecklenburg und auf feine □Jeran- lassung sämtliche im The ater anwesenden piii.y.erc auf ihren Plätzen verharrten, so daß das Publt- kum der Aufforderung deS Regisseurs. fich tn Ruhe aus dem Zuschauerraum zu entfernen, ohne Zwischenfall 5oLge leisten konnte. Die b r o - hende Panik war vermieden und das Haus geräumt, bevor die Flammen den Zu­schauerraum ergriffen.

Von anderen denkwürdigen Bränden ber Thcatergeschlchte, soweit iie in neue er Zeit Büh­nen im Ausland betroffen haben, lind zu er­wähnen die Katastrophe des Stadttheaters in Rizza. bei der zweihundert Menschen ihr Leben einbüstten. Furchtbarer noch war der Brand des Wiener Ringtheaters am g. Tezembcr 1881. bei dem 450 Menschen töd.ich verunglückten. Dieser Brand war die Veran­lassung. daß man der Feuersicherheit der Theater der ganzen 'Welt besondere Aufmerksamkeit zu-

ISTodesopser desMadri-erTheaierbrandes geborgen Wie das Feuer aufkam. Der Kampf um die Ausgänge. Roch keine llebersichi über die endgültige Zahl der Toten.

W a b r i b, 24. Sept. IWTB.) Die Zerstörung deS Theaters Rovedadcs stellt die schrecklichste Katastrophe bar, bie je über die Bevölkerung Madrids hereingebrvchen ist. Die ersten Perso­nen, die ben Brand bemerkten, waren Zu­schauer auf ber ® alerte ; sie sahen plötz­lich um eine elektrische Lampe ber Bühne eine Flamme emporschlagen, bie mit äußerster Schnelligkeit bie Dekorationen ergriff. Diese Zu­schauer liehen sich in äußerster Bestürzung aus dem britten und vierten Rang an ben Stütz­balken herunter, andere wieder stürzten sich herunter und fielen auf bie Zuschauer, die ira Parkett faßen, was die allgemeine Verwirrung ausS äußerste steigerte. Die infolge Kurzschluß entstandene Flamme sprang auf den Theaterraum über.

Da» Feuer griff bann vom Parkett auf die Ränge über. Vie Treppen zu den Rängen brachen zusammen, so daß die Zuschauer dieser Ränge In da» Parkett unter die verzweifelt um ihr Leden kämpfenden Menschen stürzten. 3n weniger al» fünf Minuten bildete da» ganze Theater ein einzige» Flammenmeer. Die Feuer- roeftr war schnell zur Stelle, vermochte aber nicht» au»zurichten. da der fjaaptehtgang zu- sammenstürzte.

Sic mußte sich daher erst Eintritt verschaffen, was vier Stunden in Anspruch nahm. 3n dieser Zeit war daS ganze Theater nahezu aus­gebrannt. Auf den Einsturz des Hauptein- gangeS ist offenbar bie hohe Zahl der Toten zurückzuführen, da sich infolgedesfen an den sechs Rotausgängen bie Menschen stauten.

Drei Minuten nach Ausbruch des Brandes auf der Bühne erlosch das elektrische Licht, so daß der weite Zufchauerraum nut durch bie aus dem Bühnenraum herauSlodernden Flammen erleuchtet war. Der Oberelektriker, nachbern er vergebens versucht hatte, feine Ka­bine zu erreichen, konnte schließlich ben Boden der Bühne mit Fuhschlägen durchbrechen, in die Versenkung hinunterste iqcn und sich in verletztem Zustande retten. Sr erklärte, «r glaube nicht, daß ein Kurzschluß daS Unglück verur­sacht habe. Die meisten Opfer fanden ben Tob durch Ersticken, ihre Verletzungen rühren von den Fußtritten der Flüchtenden her. 3m Innern deS Theater- sand man zwei große Hunde unverletzt wteder, die zur Bewachung des DebäudeS bei Rächt und zur Vertilgung der zahlreichen Ratten verwendet wurden. Viele Fälle von Heldenmut sind zu melden, besonder- von einem alten Logenschließer, ber, nachdem das eleektrische Licht erloschen war. zuerst mit Streichhölzer und dann mit einer Kerze auf feinem Posten ^urchtlo- aus- harrte, dem Publikum die Ausgänge zeigte und Ruhe empfahl, bi- er felbft von den Flammen ergriffen wurde und als Opfer feiner Pflicht starb.

Degen 2 Uhr morgens erschien der 3ustiz- miiüfter. bas Oberste Gericht und andere Be­hörden an ber Unglück-steile, unb eS gelang ihnen beim Licht ber Scheinwerfer bis zu ber Treppe vorzudringen, die zu ben ersten Rän­gen führt.

Auf den Stufen der Treppe lagen aufeinanber- getürmte Leichen, weitere Berge von Leichen versperrten den Zugang ;um Zuschauerranm. Der Minister und die Behörden Vertreter mußten vor dieser Mauer von Leichen Haltmachen. Auch drohte die Decke de» zweiten Range», die nur noch auf einer Säule ruhte, einzusiürzen.

In einer Ecke eines Theaterportal- fand man ein zweijähriges Kind, da- mir eine leichte Quetschung am Kopf erlitten bitte, trotzdem Hunderte über das Kind hinweggestürmt waren. Die Künstler, bie Musiker und bie Theattr.)and- toericr konnten fast alle durch die Hinteren Türen das Theater rechtzeitig verlassen. Di« Ber­gung der Toten gestaltete sich deShrlb sehr

wandle. Alte, besonders bedroh: erscheinende Bühnenhäusir wurden um gebaut, man legte Licherh.itstreppen an. um im Fall eines Unglück- Besuchern und Künstlern die Rettung zu ermög­lichen. und namentlich in Deutschland erließ bie Polizei, wie schon erwähnt, be onderS einschnei­dende Sicherte ttvvrschri ten. Bei Reubau en machte man sich alle Errungenschaften ber mo­dernen Technik zunutze: alle < reppen wurden in t:in- und Ei enbai.,onstrultio7en au^g.'rt. d e Dekorationen soweit wie m glich auS unveebrenn- barem Material heraestcllr oder feuersicher ge­tränkt, um das Aufflammen leicht ent'ünb.tcher Stoffe unmöglich zu machen. Der ctrem: Vorhang wurde obiioatvriich: Kali fen und De'ora.ionen mustten in Monbercn. vorn ci^mLichen Theater üolllomnxn getrennten Bau en unter gebracht werden, kurz. eS wurde alles getan, was nur irgend möglich schien, um Thetterbränb? zu ver­hüten. Aber alle diele Sicherungen Haber. Kata­strophen nicht unmögficb machen können und geradezu erschreckend groß ist die Zahl ber Kunst­stätten die im Laufe dieses ZahrHunderts imb in den letzten Jahrzehnten des vergangenen zu be­klagen warm. So mag wenigstens bic Tatsache einen geteilten Trost gewähren, dah es in den meiften Fällen ohne Menschenopfer abging. Der

schwierig, weil bic Treppen vom ersten Rang an eingestürzt waren unb der Zugang zu ben oberen Räumen sehr schwer war. Die 2 u f- räumungsarbeiten auf ber Brandstätte des Theaters Rovedades schreiten nut langsam fort, da die Trümmer des vollständig ein ge­ll ürzten Theaterbaches ben Saal in einer Höhe von über zwei Metern bedecken unb daS Feuer trotz ber von der Feucnvehr unaujhör'.ich in die ©lut geschleuderten Dassermas en noch immer schwelt. ES ist also bisher unmöglich, auch nur annähernd die genaue 3abl der Todesopfer an­zugeben, zumal es last sicher ist, dast noch Leichen unter ben Trümmern siegen. Die ge­borgenen Leichen sind tüelfach berartig verstüm­melt, daß ihre Zdentiiizierung unmöglich ist. Der Zustanb zahlreicher Verletzter ist verzweifelt.

Die vrandkatastrophe bildet In der ganzen Stadt da» einzige Gefpräch»lhema. Die zum Theater führenden Straßen find schwarz von Menschen, und die Polizei und Gendarmerie haben große Mühe, die Menge von der Brandstätte zurück- zuhalten. Die ersten Abendausgaben der Blätter widmen der siatastrophe ganze Selten mit zahl­reichen Linzelhetten.

11. a wird als ein Bei spiel von Kaltblütigkeit fol­gender Fall angeführt: Din älterer Mann, der neben sich ein ihm unbekanntes kleines Kind von sechs bis lieben Zähren in der von Panck er­griffenen auS dem Theater stürmenden Rkenge bemerkte, ergriff das Kind und fetzte es auf feine Schultern, wodurch eS ihm gelang, das Kind vor dem fieberen Tode zu retten, baut sonst wäre eS sicherlich zu Boden geworfen und von der Me-nae zertreten worden Mehrere Nein« Kinder, bic der Katastrophe entgangen waren.

muhten tn Asylen ausgenommen werd.-n, da noch niemand nach ihnen ad ragt hat, wo» vermuten läßt, baß sich ihre wtem unter den Toten ober Schwerverletzten befinden. O# |bll sich übrigens bestättgen, bah sämtliche Künst­ler gerettet wurden, mit Ausnahme einer Ehoristin. die ben Tob gesunden hat. Die Regie­rung wird wahrscheinlich in ihrer Delamt Helt der Delfetzung der Opfer morgen vormittag 11 Ilhr beiwohnen.

75 Todesopfer geborgen

Madrid, 25. Sept. (IDID. Funksprnch.) Di» Dienelag früh waren insgesamt 7 5 Leichen geborgen, von denen jedoch nur 3 0 Ibenti« fixiert werden konnten, während die übrigen un- kenntlich sind. Unter den bisher identifizierten Toten und unter den Verletzten befindet sich fein Aus­länder. Line einzige Familie zählt sieben Todes­opfer. Die meisten Opfer fanden den Tod durch Ersticken. Da die Mufräumangoarbeiten nur sehe langsam vorwärtsschrriten. Ist e» bisher unmößtlch, auch nur annähernd die genaue Zahl bet Todes­opfer anzugeben. Die Destattung der Todesopfer wird auf kosten der Gemeindeverwaltung erfolgen.

Beileid der Reichsregierung.

Berlin. 24 Sept (WTB.l Die RcichSr.- gicrung hat ben beutfrben Botschafter in Madrib beauftragt, ber spanischen Regierung au ber Branblaiaftrophe b aS herzlichste Beileid ber Reichsregierung auSzusprechen, Desgleichen Hal ber stellvertretende Staats­sekretär des AuSvxiriigen Amtes hem hiesigen spanischen Botschaft er daS Beileid des AuSwärttgen Amtes übermittelt.

Eine scharfe Antwort Amerikas.

Die Bereinigten Staaten lehnen jedeBindung ab.Rückkehr zur splendid Isolation

Neuyork, 24. Sept (I1L) Die Hearstpreste be- ftäHgt die In Londoner unterrichteten Kreisen bereit» bekannt gewordenen Einzelheiten über den voraus­sichtlichen Inhalt der Rote der amerlkani- schen Regierung an Frankreich und England In der Angelegenheit de» Fiottenabkommen». Ueber- elnstlmmeud stellt die f)earflprefk sest, dost die Rote da» letzte Wort der Bereinigten Staaten dar­stelle. Amerika wolle damit zum Ausdruck bringen, dost es schrittweise von dem noch aus dem Welt­kriege herrührrnden Dündnlsien mit europäischen Staaten abrücfe. Die amerikanische Regierung wünsche unter den gegebenen Verhältnissen nicht andernächstenGenser Seeabrüstung»- konserenz teilzunehmen. E» habe für die Bereinigten Staaten überhaupt keinen Sinn, irgend­eine Konferenz dieser Art zu beschicken, wenn von vornherein England, Frankreich. Italien und Japan sich In einer Front gegen Amerika befänden.

3n Londoner wohlunterrichteten ßreifen wird ver­sichert, dah die Rote so weit gehen werde. Frank- reich und Grohbrltuunien mitzuteilen, dah die Ber­einigten Staaten e» ableftnen mühten, sich von einem europäischen Staat eine Regelung ihrer Flot­tenbedürfnisse oorschreiben zu lassen. Da» Abkommen zwischen England und Frankreich werde al» ein Versuch bezeichnet, beide Staaten durch Rüstungen unverwundbar zn machen und die Bertelbl- gu ng der Bereinigten Staaten zu schwächen. Die Bercin>ten Staaten mühten auf Grund Ihrer geographischen Lage allein stehen und könnten nicht durch Flottenabkommen zwischen Frankreich und Großbritannien gebunden sein, wei-

letzte große Theattrbrand in Deutfch'anb war ber des StabttheaterS in Wiesbaden am 19. Mörz 1923. Unmittelbar nab ber Beendi­gung ber Vorstellung brach in dem präckttgen. zwilchen dem Kurpark und ber Dilh^mstrahe gelegenen, völlig freistehend Bau ein Feuer auS. boS sich des ganzen Bühnen hau'es bc- mächtiate unb b:ere» völlig auSbranntr. AIS der Morgen graute, war daS Bühnenhaus in einen Schutt- und Trümmerhaufen verwanbelf, wertvolle Dekorationen waren vernichtet, aber der eiserne Vorhang hatte ben Zu­fchauerraum gerettet. In übTrra'chenb kurzer Frist wurde dank ber Energie bet betei­ligten Dchörben bas prächtige Haus fchöner a& zuvor auf gebaut 3m 3a£r? zuvrr. im 3anuar 1921 wurde bad Hof thea ter in Dessau ein Raub ber Fiannnen. 1921 vernichtete ein ®rof? teuer baS Lüneburger Stabt- t he a t e r: auch tret brannte daS Bühnenhaus völlig aus. 3m Jahve 1912 sind glei^> drei Theaterbrände zu verzeichnen, denen daS Thea­ter beS M-estenS in Berlin, da- Hof- theater in Detmold und das Dreifs- walder Stadt thea ter zum Opfer fielen. 3m Iahte 19% vernichtete das Feuer das be- rüjnnt» Meininger Hvftheater, vondem

ter wird behauptet, dah in der Rote die Ab­neigung der Bereinigten Staaten unmißver­ständlich betont werde, s I ch In au»tän- bl|d)e Binöungen irgendeiner tirl ocr- wicketn zu lassen. Der Entwurf der Rote habe, wie weiter berichtet wird, bereit» die Zustimmung de» Präsidenten Loolidge erhalten. 3n unterrichteten Kreisen In Washington wird erklärt, dah da» eng­lisch - französische Flottenabkommen verschiedentlich al» eine vollständige «uherachtlalsung der Wunsche der Bereinigten Staaten hinsichtlich der allgemeinen Abrüstung angesehen werde.

Deuffchland an allem schuld. Tic französische Presse zum Dornmeuken« diebstatzt.

Paris, 23. Sept. (X1L) Die Erörterungen über den Rotendiebstahl gehen unentwegt weiter. Teüweife nimmt man sogar an, daß Hutter bet Veröffentlichung des amerikanisck-en Blattes polrtifche Drahtzieher ftänben, bie «in Interesse an bem Scheitern der Ve r- hanblungen über da» englisch-französische Flottenabkommen hätten. Dieser Auckasfung gibt auch ber ,.Te rn p S" AuSbruck, bet dr« Frage aufwirft, ob dieses Manöver nicht einzig unk» allein bazu bestimmt sei, der noch viel ge'ähr- licheten Taktik zu bienen, in Dens selbst das F,a«o alle- besten festzustelle,t. wo« unter ben gegenwärtigen Umstünden praktisch für bie- stungSl>cschränkung (etin werden könne. Dewi"e Biäiter. w.c namcittlich bet nationalistische ..Avenir", gehen sogar soweit, ein« deutsch« Mitwirkun gg bei d« r Dokumenten - Veröffentlichung zu wittern. DaS Blatt

eine neue Aeta der deutschen Toeatettunst auS- gegangen war. 3m 3ahre 1W6 wurde das Hof­theater in Deimar eingeäschrrt. 1-03 bic Theater in Dortmund. Berndorf und H11 de S h c i m. sowie ber Theater aal im Le , p- ziger Krista11 palast 1932 fiel daS Glatt* thcater in Barmen. 1901 das Hoftheater in Stuttgart unb bas Ltadtthea e. in 2 r e » - l a u b n Fiaminen zum Op'er. in B:r in brannte im 3ahr 1833 das RationaNheater a?.

Cs wurde schon erwähnt, daß gerade die modernen technischen Einrichtungen eines Bühnenhauses große Gefahren in sich bergen. Die Tatsache, dah fast alle Theaterbrände im Bühn en Hause ousbrechen und sehr viele auf Kurz chiuh zurückzuführen sind, kann nicht wundernehmen, da ta» Gewirr der elek- trsichen Leitungen in einem modernen Bühnenraum auherordentlich weit verzweigt ist. Diese elektrischen Leitungen sind zwar stets mit Sorgfalt verlegt unb isoliert, können aber in der Hast des Theaterbettiebs bei izcnischen Umbauten und dergleichen leicht beschä­digt werden, zumal da jede moderne Luhne zu Be» leuchtungspvecken viel mit transportablen Leitungen arbeiten muh. So hat der Siegeszug der Efektetzität im Theater die Gefahr der früheren Go-beleuchtung zwar beseitigt, dafür aber neue Gefahrenquellen er» schloffen.