der fHUber-Ofcmen); 2. S>crm. Stein (Lich); 3 <tarl Rothe ^Ober-Gleen-. B für An- länger 1. Preis Philipp W o l t «Lich); 2. Hch Lecker .Geilshausen)! 3 Heinrich Weber .Bühleld); 4. Otto Büchfenf chuh (Lich).
5 Karl Sohl f Wermertshausen); 6. Ernst Brückmann (Lich). 7. Heinrich Schmoll (Licht
In dem ländlichen G a l o v p r e, t c n . das sich über eine Flachbahn von etwa 400 Meter erstreckte, erhielten in der ersten Abteilung Preise 1. Preis Kurt Peil (Ebsdorf); 2 Otto Büchse >i schütz i Lich); 3. Hch Kornmann < Wermertshausen). — In der zweiten Abteilung: 1 Preis Heinrich Rüger (Als- seld). 2. Heinrich Becker (Geilshausen); 3. Konrad Eihner (Wermertshausen). In der dritten Abteilung: 1. Preis Freiherr v. Rotsmann (Alsfeld); 2 Karl Erb (Stangenrod; 3. Karl Rothe (Alsfeld). — In der vierten Abteilung: I. Dreis Wilhelm Reichert (Wei- tershain); 2. Karl Reih (Rieder-Ohmen).
In der Gespannprüsung erhielten Preise: A. für Einspänner 1. Pr. Otto Christ (Grimberg); 2. Wilhelm Schmidt (Gr.-Buleck); 3. Julius Bock (Schadenbach). — B. für Dop- pelspänner: 1. Preis Friedrich Esau (Grvhen- Buseck, 2. Ludwig Eisenach (Rieder-Ohmen).
Am Abend sand unter starker Beteiligung der ländlichen Reitervereine ivwie Freunden und Gönnern des Reitersports die Preisverteilung in der landwirtschaftlichen Halle am Bahnhos statt, die in dankenswerter Weise von dem Hosgutspöchter S ch u d t zu diesem Iwecke zur Verfügung gestellt worden war. Rittmeister Freiherr Roeder von Diersburg leitete die Preisverteilung mit einer kurzen Ansprache ein. Er dankte allen, die zum Gelingen des Wettbewerbes beigetragen haben in herzlichen Worten. Besonderen Dank richtete er an die Herren Preisrichter und die Eltern der jungen Reiter, die ihre Söhne dem edlen Reitsport zur Verfügung stellen. Er führte unter anderem aus. daß die Tätigkeit der ländlichen Reiter- hcrctnc in der Ertüchtigung der Iugeud zum Segen unseres geliebten Vaterlandes bestehe. Rur für unser Vaterland tun wir es. für sonst nichts. Seine mit großem Beifall aufgenommene kurze Ansprache endete mit einem dreifachen Hurra auf unser geliebtes Vaterland. Die erste Strophe des Deutschlandliedes wurde von den Besuchern des Abends stehend gesungen. Anschließend sprach Landstallmeister a. D. Schörke (Darmstadt), her erste Vorsitzende der ländlichen Reitcrvereine Helsens, den Reitlehrern für ihre selbstlose und eifrige Tätigkeit besonderen Dank aus. Er hob hervor, daß im Laufe deS letzten Jahres groste Fortschritte zu verzeichnen wären und es eine wahre Freude sei, die jungen Reiter im Sattel zu sehen. Doch ermahnte er sie auch zu weiterer emsiger Arbeit. Sein dreifaches Hurra, das von den Festteilnehmern begeistert ausgebracht wurde, galt dem 1. Vorsitzenden des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Rabenau, Rittmeister a. D. Freiherrn Roeder von DierSburg, der in vorbildlicher Weise die umfangreichen Vorbereitungen zum zweiten Wettbewerb getroffen hatte.
Bei Gesang, Tanz und flotten Marschen blieb die fröhliche Reitergemeinde bis weit über die mitternächtliche Stunde zusammen.
Oberheffen.
Landkreis Gieße».
V — — Klein-Linden, 24. Juli. Auf ein 2 5 - Üihrigcs D i e n ft j u b i Iäum beim Bahn- ssetrlebswerk (Siesten kann morgen der Lokomotivführer Karl Hock zurückblicken.
00 Klein ° L!ndcn, 24. Juli. Einen Höhepunkt im Vereinsleben des Gesangvereins Eintracht bildete die am letzten Sonntag unternommene Familienfahr t an den Rhein. Fast 90 Personen beteiligten sich an der woblgelungenen Fahrt Der Cisenbahnsahrt nach Bingen schlossen sich die Besichtigung des RiEderwalddenkmals und die Dampferfahrt nach Koblenz an. woselbst die Teilnehmer einige frohe Stunden verleben konnten. Der Heimweg führte durchs Lahntal.
4 Lich, 24. Juli. Am letzten Sonntag unternahm der Zwe'.gverein Lich des Vogelsberger Höben-Elubs unter Beteiligung von rund -$0 Mitgliedern eine Wanderung rund um Bad
Rauheim. Unter Führung von Amtsgerichts- direktor Rausch und Lehrer Hofmann von Bad-Rauheim. die beide ehemals in unserem Städtchen gestanden haben, und Lehrer Ostwald- Dad-Rauheim. eines Sohnes unierer Stadt, wurden in Bad-Rauheim Heimatmuseum, Trinkkuranlagen. Salziiederei. ^prudelhos. Te'.ch- haus und Iohann sberg betucht. Bei der in der Montagnummer des Gieß An^." gebrachten Rachricht von der Beigeordneten wähl ist ein Druckfehler unterlaufen. Die Wahl findet nämttch nicht Samstag, sondern erst Sonntag, 29. Juli, statt.
St reis Friedberg.
△ Friedberg. 24. Iuli. Die Wetter- auer Dolksbank erwarb hier noch einen Teil Baugelände m der Bismarckstrahe von Schreinermeister Heinrich Orth in Ridda. den Quadratmeter für 30 Mark Den daran grenzenden Bauplatz desselben Besitzers kaufte der Buch- Händler Heinrich Heller hier, den Quadratmeter für 25 Mark. Der Kaufpreis der Gesamt- fläche beläuft sich auf 52 000 Mark. Schreiner- meister Orih besitzt in derselben Straße noch ein großes Wohnhaus und hat zwei anschließende Hofreiten bereits verkauft. Auch der vor einem Iahre erworbene Bauplatz der Wetterauer Dolksbant war fein Eigentum
00 Nicder-Florstadt, 24. Juli. Am vorigen Samstag und Sonntag fand das Unter- bezirksfest des A r b e i t e r - R a d f a h - rerbundes hier statt Ein reiches Programm am Samstagabend brachte Vorführungen im Reigen- und Kunstfahren, turnerische Darbietungen und Chöre. Am Rennen am Sonntag beteiligten sich über 50 Fahrer. Der Wettkampf wurde in 4 Klassen ausgetragen. Die beste Zeit in der A-Klasse (50 Kilometer- erreichte Meißner, Frankfurt-Riederwald, mit einer Stunde 59 Min 41 Sek. als 1. Sieger. W. ®Iaum, Großen- Linden, konnte mit 2 Stunden 8 Min. 53 Sek. den 6. Sieg erringen. In der B-Klasse (25 Kilometer) konnten sich W. Re iS. Glieder-Florstadt, als 1. Sieger mit 57 Minuten. W. Wagner. Ober-Mörlev. als 4. Sieger, und Th. Reif, Butzbach, als 5. Sieger gegen starke Konkurrenz behaupten. In der Iugendklasse (2 Kilom.) war Herrn. Adam. Butzbach, mit 3 Minuten 34 Ger als zweiter im Ziel.
Kreis Büdingen.
Lpd. 'Bübingen, 25.Juli. Eine weiteRcisö hat ein Kinder Luftballon hinter sich, der zwischen den Kreisorten Gelnhaar und Biridsochsen niederging und in Leiden (Holland) aufgelassen wurde.
Geist-Ridda, 24 Iuli. Bei herrlichstem Ausflugswetter fand am vergangenen Sonntag die B u n d e s f a b r t des Sängerbundes „Mittleres Riddalal" zum Rhein statt. Es beteiligten sich im ganzen 420 Sänger mit ihren Angehörigen aus den Dörfern Ranstadt. Dauernheim. Wallernhausen. Fauerbach, Geistnidda, Blofeld. Borsdorf, Steinheim, Ober- und Llnterwiddersheim daran. Eine Musikkapelle stellte der Gesangverein Wallernhausen. Ein Sonderzug brachte die Teilnehmer bereits gegen 8 Ahr früh nach Mainz-Kastell, wo sie der Salondampfer ,.Rheinlust" aufnahm. (Sine sechsstündige. herrliche Dampferfahrt brachte die Fahrgäste, von denen viele zum erstenmal Deutschlands Strom bewundern konnten, über St. Goar zurück nach Ahmannshausen, von wo aus dem Riederwalddenkmal ein Besuch abgestattet wurde. Ilm 20 ilfor wurde der bereitstchende Sonderzug bestiegen, der die Ausflügler wohlbehalten in die Heimat zurückbrachte. Allgemein tourbe unter dem Eindruck her in allen Teilen harnwnisch verlaufenen Fahrt her Wunsch laut, alljährlich eine gemeinschaftliche Sängerfahrt hurchzusühren. Dre Einleitung unh Durchführung der Sängerreise lag in den Händen des ersten Bundesvorsitzenden, Lehrer Lentz, von hier. ~ .
# Ober-Widdersheim, 24. Iuli. Die Umbau und Erneuerungsarbeiten an her hiesigen Kirche schreiten gut vorwärts, und man hofft, sie bis Anfang Oktober fertig zu haben Die Gottesdienste finden gegenwärtig aus dem Rathaussaale statt Das gesamte Innere her Kirche ist herausgebracht, die Orgel, die seither am Ostende des Schistes eingebaut war. wird in den Surin verlegt. Zwei neue Fenster wurden am früheren Platze der Orgel eingebaut und
wirken mit Marburger Sandsteineinfasfung kehr gefällig. Die Sakristei, die aus norreformatori- *d»cr 3eit stammt und völlig mit Schutt und Srdc bedeckt war. ist freigelegt und wieder zu ihrem früheren Zweck hergerichtet worden. Die Balken- lagen für die Männerempore, sowie die sonstigen Zimmerarbeiten, von x3immermeh‘ter Mögt «Echzell» ausgeführt, sind so ziemlich beendet. Der Altar ist verlegt worden unh bereits im Ostteil des Schiffes errichtet. Die Maurerarbeiten werden von der Bauunternehmnng Eckel von Unter« Widdersheim ausgeführi. die Weistbinderarbeiten verrichtet Weistbindermeister Philipp Mogk II. von Echzell. Die Stuckarbeiten an der Decke des Schiffes sollen erhalten bleiben. Gegenwärtig ist Dachdeckermeister E b e r s o h n von Hungen mit Reparaturarbeitcn an dem Turm- und Echisfdach beschäftigt. Die Ausführung der Renovierungs- arbeiten erfolgt nach den Planen von Kirchenbau- meifter Wa 1 be. Darmstadt. Bauleitung und Bauüberwachung liegt in den Händen des Hochbauamts Büdingen. Die Kosten sind mit 20 000 Mark veranschlagt und werden in einem im voraus bestimmten Verhältnis von den drei Kirchspielgemeinden Ober-Widdersheim, Grund- schwalheim und Tlnterwiddersheim getragen
Kreis Schotten.
„?" Schotten. 24. Iuli. Der hiesige Bienenzuchtverein, der am kommenden Sonntag eine Bienenausftellung veranstaltet, hat für die Schüler einen Aufsatz-Wettbewerb ausgeschrieben, der das Thema behandelt. „Unter Besuch in der Bienenausstellung". Als Preise find insgesamt 75 Mk vorgesehen, mit denen die 21 besten Arbeiten bedacht werden. Für den I. Preis werden 10 Mk. ansgeworfen. Der neue Wettbewerb, her in seiner Art sich nicht auf ausgetretenen Geleisen bewegt, verfolgt nicht den Iweck. durch den Schülerbesuch die Einnahmen zu erhöhen Der Besuch der Ausstellung ist für die Schulen frei. Er will nur das Interesse für die Bienen überhaupt unh die Bienenzucht im besonderen schon in der Iugend Wecken, um dem Im'erverband dereinst neue Freunde zuführen zu können.
□ Gau bad). 23. Iuli Gestern mittag fand im Schühenhof die ordentliche Hauptversammlung der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatz-Genossenschaft (eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) für Gau bad) und ilmgegenh statt. Direktor Ärcider erstattete Bericht über das übgelaufene Geschäftsjahr, das eine gedeihliche Entwicklung der Genossenschaft zeigt. D>e Bilanz wurde einstimmig genehmigt, her Reingewinn wurde je zur Hälfte dem Reserve- und Betriebsfonds überwiefcn. woraus dem Vorstand Entlastung erteilt wurde. Abgeseht wurden: an Düngemitteln, Futtermitteln, Kohlen und Bri- fettS 8000 Zentner im Werte von 42 500 Mk.. Getreide. Kartoffeln, Weizen- und Roggenmehl 1940 Zentner im Werte von 22 600 Mart.
Kreis Alsfeld.
=--<r. Homberg a. d. Ohm. 24". 3uh. Auf An- ordnuvg der obersten Schulbehörde soll in jedem Iahre, möglichst am 24. Iuni, in allen Schul- gattungen (Höheren Schulen und Volksschulen) ein Iugendfest gefeiert werden. Unsere Volksschule feierte i orgestern in her Rähe der Hardt auf einem beschatteten gröberen stäbtifchsn Baumstück ihr Iugendfest; hie Höhere Bürgerschule halle diese früher vvrgenoimnen. -linier den Klängen einer Musikkapelle zog die stattlich geschmückte Kinderschar mit ihren Lehrern in reizeirdem Fest- zuge, dem in bestimmten Abständen Fahnen vor- angetragen wurden, nach dem bereits erwähnten Festplatze. Daselbst setzte bald ein buntes Treiben ein. Infolge des schönen Wetters waren auch die Eltern und Freunde der Schule in grober Zahl gefolgt Aach Eröffnung des Festes durch einen dreistimmigen Kanon begannen zunächst die Schüler hei 4. Klasse, die Kleinsten, mit ihren Singspielen und Kindervorträgen, meist heiteren Inhalts, die sehr gut gefielen. Dann folgten ab- wechselnd die übrigen Klassen, die Gesänge. Gedichte. Spiele und dgl. darboten. Einzelne Sing- spiele wurden auch von den Schülern mehrerer Klassen gemeinschaftlich ausgeführt. In einer trefflichen Ansprache wurde die Bedeutung dieses Tages gebührend gewürdigt. Da auch Prelle ausgesetzt waren, die auf irgendeine Art errungen werden muhten, ging man dann zu Wettlaufen. Topfschlagen. Gierlauf. Sackhüpfen nnd ähnlichen
Möwe im Sturm.
Zftommi von (Sophie Kloerft.
23. Fortsetzung Nachdruck verboten
Dao Geld mar am Morgen »ach Marias Fort" gong pünktlich eingetrafsen, und Elena machte sich hübsch, ben Besuch bei der Frau Doktor anzutreten. Sie lachte über sich selber, hast sic einer bürger. lichen Dame einen Besuch abstatten wollte und hast sie sich daraus ertappte, es ganz gern zu tun. Wer gab ihr ctivas für die hoheitsvolle Zurückhaltung, wenn fic |o entsetzlich langweilig war.
Das Ordnen der Haare war eine schlimme Sache. Der Trampel muhte kommen und cs kämmen und bürsten, aber er schwitzte Blut vor Angst, und Elena lagte ibn ärgerlich wieder hinaus. In Partenkirchen hatte die reiche Frau ihre Zofe mitgehabt und sie wie selbstverständlich der Baronin zur Verfügung gestellt.
Endlich war sie fertig, zündete sich noch eine Zigarette an nnd blätterte ein bißchen in farbigen Zeitschriften, die sie sich auf der Bahn gekauft hatte.
Draußen klingelte cs, und jemand fragte nach ihr. Sie fuhr zusammen. „Nicht hcrcinlafscn, nicht hereinlassen!" wollte sic rufen, da wurde schon geklopft und im gleichen Angenblick die Tür geöffnet.
„Herrgott — Sergei!"
Der Trampel hatte Mund und Nafe aufgeriffen vor Staunen. Solch vornehmer Herr »vor hier noch nicht erfchicnen. Wie er über das kleine Stück Menschheit einfach hinweggefehen hatte, fo ganz kühl unb fremd! Dem Mädel hatte richtig der Atem rerfagi.
Sergei Wladimirowitsch schloß die Tür und trat lächelnd an seine Gemahlin heran. „Du inachs, kein
1 Gesicht mein Kind QM
hob ihre Hand, die |ic ihm nicht cnlgcgenftrciftc, an die Lippen, sah auf die rosigen Nägel und meinte fachkundig: „Du hast eine fchlechte Mmn kure."
„Dafür ist |tc um so vornehmer Ich bin e» selbst."
„Es warb Zeit, daß ich kam unb bid- erteil- Diese Zimmer hier, das ist ja gerade grauenvoll. Wie kleine Nähmädchen. Wie kommt ihr nur zu fo etwas?"
„Vielleicht fo, wie ich )U meinem ganzen Elend I in den letzten Jahren kam, durch meinen leichtsinni- | gen Gatten."
Ein Lachen. „Wenigstens hat es dich noch «richt zahm gemacht das Elend. Du zeigst gleich die Krallen."
Er legte feinen Hut auf den Tisch und warf den Mantel auf den nächsten Stuhl. „Ich muß dich um Entschuldigung bitten, daß ich deinen Salon als Garderobe benütze, ober in dein sogenannten Borziunner war keine Gelegenheit, die Sachen um tcrzubringcn. — So, und nun wollen wir wr- handeln, meine schöne Feindin."
Elena hatte ihn still beobachtet. Er trat siegen sicher auf wie immer, aber er [ah nicht mehr ganz fo sieghaft ans wie in früheren Jahren. Das letzte Jahr mußte nicht glimpflich mit ihm umgegangc» fein. Unter den Augen hatte sich ein Netz von Falt dien gebildet, das Har an den Schläfen war merf lich dünner geworden, unb die Augen hatten keinen Glanz.
„Wenn Euer Kaiserliche Hoheit geruht haben, mich genug zu betrachten, darf ich dann auch die Aufmerksamkeit Eurer Kaiserlichen Hoheit für meine Worte erbitten? Da ich nämlich wenig Zeit habe."
Langsam, als spreche eine andere aus ihr, sagte Elena: „Den Ring hast du auch gefälscht."
„Eine merkwürdige Antwort. Welchen Ring?"
„Laß doch die Winkelzüge. Zivischen uns zweien s,nd sie so ubeiflüffifl und töricht. Du weißt es gut genug. Ich dachte damals in Benebig, du hättest ihn versetzt und wieder eingclöft, unb wollte keine Szene machen, bic zwecklos war —"
„Dn warst immer eine kluge unb scharmante
Fran."
„Er sollte «nein letzter Hilfsgroschcn fein, nun war da:- auch nichts."
„Hast du Not acliUen' Ich beute, Ihre Hoheit Frau Schulze — Unb Maria ist doch auch ein leidlich vernünftiger Mensch.'
. Das ist mein Glück gewesen. Du hättest mich ' erhungern lassen. Oder hätte ich etwa gar auf di.- Straße sollen? Die erste ivare ich leider Gottes nicht gewesen.'
Eben lobe ich dich, nun kommst du doch mit euer Sze« e Unb das koboldariige Etwas, dos mir öit Tür öffnete lauscht sicher. Sprich wenigstens
. Du > >eichst nur aus. Warum kommst du eigentlich?
„Weil ich mich sehnte noch dir, Liebling. Weil ich dich fortholcn wist aus diesen unmöglichen Verhältnissen."
„Dann haft d» etwas mit mir »or. Unb ich gehe nicht mit."
„Du kränkst mich mit deinem Mißtraue». Wenn ich sage, ich sehnte mich noch dir, ist das wohl jo selbstverständlich, wie cs nur fein kann. Dieser Aufenthalt in der deutschen Stadt ist du glänzend bekommen. Du siehst pus wie zwanzigjährig."
„Es muß rtmnr. ganz Tolles sein, mos ou willst, daß du solange Süßigkcitc» verschenkst. "
„Tolles? Es ist eine sehr einfache «achc. Ich fahre nach Wien, und bu follft mit mir. ,
„Soll ich? Wozu?"
„Wir inüffcn festen Grund unter die tfuftc bekommen. So kann es nicht weitergehen. Maria muß Erdutannsborf zurückerholten."
Elena fah ihn erstaunt an unb schwieg
„Ich habe Beziehungen zu einem Wiener An. malt, der sich nach all diesen Gesetzen unb Fo- milienbeftimnuingen umgehört bat. Es ist durchaus möglich, nein, es ist so gut rote sicher, daß ihr die Herrschaft wieder zufällt, wenn nur ein energischer Mann die Sache in die Hand nimmt. Es wird Geld dazu gehören, gewiß, aber der Anwalt ist fieber, baß «vir Geldleute finden, die ei vorstrecken, löenn fie von unserer guten Sache überzeugt sind. Erdmaunsdorf mar eine her reichsten Besitzungen in Steiermark. Allein in den Wäldern steckt ein ungeheurer Reichtum Glaubst bu, daß Maria uns im Stich lassen wirb, wenn wir cs ihr zurück- bringen?"
„Was soll ich habet?
„Liebes Kind. Olelbleutc haben schließlich auch einen Punkt, wo sie sterblich find Die schönen Augen einer Fron vermögen viel mehr als alle Rechtsgründe."
Sie fah ihn mißtrauisch an. „In diesem Falte wäre cs doch natürlicher. Mario ginge mit nach Wien."
„Hast bu vielleicht berechnet, wieviel teurer uns das zu stehen fämcv Unb Maria ist eine fo wenig geeignet Pcrlöniiwleit für solche Sachen. Wenn es fo weit ist, daß he in Erscheinung treten muß, können wir sie jeden Tag rufen. Inzwischen wurdest bu doch alle erforderlichen Auskünfte über Berwandtsch-sten und Familien Verhältnisse geben. Unb bann ist da bei bet rumänischen Gesandtschaft ein Letter deiner Mutter, der viele Beziehungen in
SpiÄen über Den Höhepunkt des Festes flh? bic Kinder otlbete bic Verteilung l^onderer. geeigneter Gekchenkc «Hchulartikel'. her sich die her Brezeln ankchlob. womit bas in allen seinen Teilen woh'.gelungenc Fest feinen Abschluß fand.
Die alljährlich, so hielt hielcr Tage wieder her Kriege7verein auf keinem Schießstanbe vor her Hardt ein Scheibenschießen ab. bei hem den besten Schützen werwolle Preise winkten: Korbmöbel. Küchemchr Handkoffer. Ackenleine. Glaswaren, Äaiaofamv. Tischdecke. Blumenkrippe uftr. Während beS Schiebeno fanb Konzert ftott. Den ersten Preis, bestehrnd in einer Korbmöbel- ßatrritur, errang Friedrich Gohfelder: den zweit.n Preis eine Tlhr. erwarb Otto Puffert: hie Blumenkrippe fie'.s als dritter Preis Rub. Seipp zu. Ein Tarrzvrrgnügeir im Saale des Frankfurter Hofes reihte sich abend« cm.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
<> Lützellinden, 24. Juli. Beim Baden im Kleedoch in der hiesigen Gemarkung rourST vcrfchte denen jungen Leuten von hier Geld au» der Hosentasche entwendet, wahrend fie sich im Wasser befanden. In einem Falle wurde der Geldbeutel mit dem gesamten Inhalt gestohlen. Dcr Ber- dacht der Täterschast lenkt sich auf hiesige junge Burschen, gegen die ein polizeiliches Strafverfahren eingeleitet worben ist.
3 Groß-Rechtenbach, 24. Juli. In einer ber letzten Nachte wurden einem hiesigen >3anbroirt und Kaufmann aus feinem offenen Hausaarten ntr- fchiedcne Wäschestücke, bic auf bem Gartenzaun zum Trocknen aufgehängt waren, geftohlen. Andere Wafchestücke, die auf der in ber Röhe befindlichen Bleiche lagen, wurden von dem Diebe unberührt gclofscn. Im benachbarten Weibcnhaufen wur-- den in berfelbcn Nacht ebenfalls vcrschiebene Wafche- ftüdc gestohlen Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden Eine polizeiüchcrfeits Dorgenommcmt Waldftreife verlies ergebnislos
Z K l e i n ° R c ch t e n b a ch, 24. Juli Im Distrikt Steinsberg dcr hiesigen Gemarkung haben Wildschweine auf einem mit Kartoffeln bestellten Grundstück erheblichen Schaden angcrichtet. E» ist dies seit mehrere» Jahren ber erste Fall, boß Schworzwilb auch im hiesigen Jagbbezirke ausgetreten ist.
0 Oberkleen. 24. Iuli Dieser Tage fanb hier durch eine Kommission unter Leitung her Ortspolizeibehörde nie Abschätzung des von dem Schwarzwild am Dintergetreide verursachten Wildschadens statt. In sämtlicheii Fällen wurde eine aütlicbc 'timgung zwischen hem ersatzpflichtigen Iagdpachtcr unb dem geschädigten Grundstücksbesitzer erzielt. Der von dem Iagdpächter des Iagdbezirles rechts des Kiecbaches bisher gezahlte Wiloschaden Beläuft sich auf annähernd 2000 Mk. während hie Iaghpacht nur 1600 Mk. beträgt. Trotzdem in dem seit kurzer Zeit eingerichteten Sausang schon mehrere Stücke Schwarzwild gefangen worben find, tritt dasselbe doch noch in erheblichem Umfange auf und richtet im Felde beträchtlichen Schaben an 3m angrenzenden Iaadbezirk Vollnkirchen fanb gleichfalls eine Abschätzung von Schwarzwildschadeti statt, in der ebenfalls eine gütliche Cstntgung zwischen hem Iaghpachter unb ben geschädigten Grundstücksbesitzern zustande kam.
OO Hörnsheim, 24. Juli Einem hiesigen Landwirt wurde ein aus dem Felde sitzender Stroh- j ch o b e r lm Gewichte von über 100 Zentner a n » gefterft, der restlos verbrannte. Da ba» Stroh an einem Feldweg saß, ist es nicht ausgeschlossen, daß das Feuer durch ein von einem Dor- beigehcnden beiseite geworfenes Streichholz entstanden ist. Der Tater konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. — Einem anderen Landwirt wurde von feinem auf bem Felde befindlichen Strohschober nachts ein Wagen voll Stroh gestohlen ?Iud) in diesem Falle kannte ber Täter bi»her nicht ek- mittrit werden.
-z- Volpertshausen. 24. Juli Omen bedauerlichen Unglücksfall erlitt ei" b^mer Schcebicrmeister beim Brenn hoizfchnei ben 8r v-erlor bic Gewalt über ein Brennholz stück und geriet mit ber linken Hand in bte Säge, wove ihm ein Finger gänzlichabgeschnlttsn würbe.
”
Wien hat. ber kann uns außerordentlich nützlich sein —" Da er sah, daß sic uacl)benklich wurde, setzte er Hinz»: „Ich meine ja, wir sind cs Maria geradezu schuldig, für sie cinzutreten, sie dal nur uns. und fie hat ja nach allen Straften ftlr dich gesorgt, wie bu schriebst."
Immer nach schwieg Elena Sie ging in (Bebauten feinen Worten nach, hatte ein Gefühl, al» sei Glatteis unter ihren Sohlen, unb spürte doch, mir cs sie zog. „Menn Maria min, baß iw geh'
„Um Gottes willen, barouf können wir nutzt lauern. Ich werde morgen fruy in Wie» erwartet Du muht sofort deine Sachen zusammenoacken, ich werde dir helfen. Erst wollte ich allein fahren, im letzten Augenblick unterbrach ich die Reise, um dich milzunehmen. Morgen vormittag ist schon eine Bc sprechung, beim Anwalt. Und rote schwierig Maria ift. — Und bei ihrer Abneigung gegen mich Er trat dicht an seine Frau heran, beugte sich nieder, hob ei» wenig den seinen Kopf zu sich empor, baß er gerabc hineinjehen konnte in bie Goldaugen, lachcltc zärtlich und lußte sie auf bie AuAen. Lcise unb lange. Unb dann glitten seine Lippen über die Wange unb juchten ben Munb — einen Aua«» bhrf versuchte Elena ihn sortzuwendcn — sofort würbe da- Umfassen des Mannes herrisch, er preßte ihre zierliche Gestalt fest unb fester in bie Arme, unb feine Küsse wurden leidenschaftlich.
„Es ift ja doch feine wie du, Liebling, e» ist doch keine wie du '
Maria hatte ihr Eckchen ohne W'dcripruch au» ihrer Hand nehmen unb d esc Hand auf ben Arm ihres Begleiters legen losten. „Rur em Biertesttund eben noch in ber frifchen Luft," bat er, «Lhnen lut cs auch aut Unb ich bin so froh heute
„Erzählen Sie."
„Morgen fahre ich mit dem Professor in die ‘Berge. Zeichnungen anfertigen für einen großen Berliner Berlag. Schifahren unb Rodelrennen unb eleganten Flirt in den großen Gasthäusern unb tausenderlei Und wenn c» gut wird, nehmen sic mich bc in den Stab der regelmäßigen Zeichner. Es ist ja nicht gerade das, was Ich mir für alle Zukunft wünsche, aber es ift Brot, unb ein leiblich gutes Brot, und es wiro — vielleicht eine Zukunft für mich und noch einen Menschen."
(Fortsetzung folgt.)


