Ausgabe 
25.7.1928
 
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kohlenraiib und Denschensang im Saargebiet

Die Wetterlage.

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S r c i - ' i)toan- Hiebcr*

nate altes fiirdlichen und drei

Arbeitern wurden zwei getötet verletzt.

damit zu und den Übung werde.

rechnen, daß man möglicherweise ihn Abgeordneten Rosse an der Aus - ihrer Mandate verhindern

Wettervoraussage.

Mitteleuropa liegt weiterhin im Bereich der Randstörungen de- nördlichen Tiefdruckgebieten, die zu einer Fortdauer de- gegenwärtigen Wit- terungscharakterS führen.

Wettervoraussage für Donners­tag: Weiterhin wolkiges Wetter mit wenig ver­

änderten Temperaturen, vereinzelt leichte schlüge.

D i 11 er u n g S a u S l i ch ten für tag: Zeitweise bewölkt, Temperaturen send, keine oder nur strichweise geringe schlüge.

ßnftteii.peraiurm am 24.3ufi: mittags 24^5 Grad Celsius, abenbs 19 Grad Celsius, am 2^. 3uli: mor gens 19,3 Grad Celsius. Marimum 25,4 Grad Cel­sius, Minimum 16,8 Grad Celsius Crdtempera turen in 10 .Zenumcter Tiefe am 24. Juli abends 24,8 Grad Celsius: am 25. Juli: morgens 20,6 Grad Celsius Niederschlag 0,3 Millimeter. Sonnen­scheindauer 6W Stunden.

Automobile mit Freunden begleiteten Dr. Rick- lin. 3n allen Ortschaften wurden Dr. Ricklin lebhafte Kundgebungen dargebracht.3n Dammerkirch konnten die Autos kaum durch die Menschenmassen hindurch. Ricklin wurde aus dem Wagen herausgehoben und vom Rathausplah nach seinem Hause getragen. Don der Treppe sei­nes Hauses herab mußte er eine Ansprache halten.

Dr. Ricklin hat an seine Wühler einen Auf - r u f erlassen, in dem er erklärt, daß er als Unschuldiger keinen Schritt zu seiner Begnadigung getan habe. Er danke aber trotzdem der Regie­rung und betrachte diesen Akt als ein Zeichen des Willens zu einer gerechteren Politik im Elsaß. Die Verwirklichung von Reformen müsse weiter erkämpft werden. Dieser Kampf müsse aber durchaus innerpolitische Angelegen­heit bleiben. Schließlich bat Ricklin feine Wähler.

schleuderten Trümmer des Wagens töteten eine Dahnwürterfrau und chr zehn Wo- K i n d. Don den auf dem Wagen bc-

ESbrecher in Archan - fiel dort den Engländern Handeisdeziehunger ttot- und England toiroer mif- nte der M-bocck^r jedoch

Köln begrüßt die deutschen Turner.

Köln. 25. 3uli. IWTB.) 3m festlich geschmück­ten Gürzenich-Saal fand heute abend der offi­zielle Empfang der Deutschen Turnerschaft durch die Stadt Köln statt. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man u. a. den Minister a. D. Külz und den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Dr. Fuchs. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hieß die Erschienenen in Köln herzlich willkommen und erklärte, das Haupt­ziel der Deutschen Turnerschaft sei D i e n st u n d Pflege am deutschen Volke. Die Deutsche Turnerschaft vereinige in ihren Reihen alle Klassen, ihr oberstes Ziel sei, sittliche Werte au schassen. Rach einem Hoch auf das Vaterland sangen die Versammelten spontan das Deutsch­landlied. Der Vorsitzende der deutschen Turner- schaft. Prof. Dr. Berger, dankte namens der Deutschen Turnerschaft für die gastfreundliche Aufnahme in Köln. Der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Dr. Diem, sprach die besten Wünsche für das Gelingen des Turnerfeste« aus. Dr. Reuen- dors, der zweite Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, legte dann die Bestrebungen und die Sehnsucht bet deutschen Turner nach einem deutschen Volke dar. Der Schwimmwart der Deut­schen Turnerschaft, Braun, teilte über die Große Rhein st affel Basel Köln mit, daß die Schwimmer über 2000 Kilometer bei teilweise sehr schlechtem Wetter zurückgelegt hätten. Er verlas die verschiedenen Urkunden der schweize­rischen, schwäbischen und der übrigen Turner und dankte allen denen, die zum Gelingen dieser Een Staffel beigetragen haben. Der Präsident amerikanischen Turnerbundes, Seibel, über- )te Grüße der amerikanischen Turner und er- Prle, daß neun Zehntel der amerikanischen De- wlkerung die baldige Befreiung der noch besetzten rheinischen Gebiete wünschten.

kamen, wurde diese Forderung von französischer Seite hohnlächclnd mit der Bemerkung ab gelehnt, dasReichnchmenichtgenugSaarkohle ad, um diese 12000 Leute zu beschäftigen, Frank­reich selbst aber habe einen so großen Kohlen- ubcrschuß, daß nach dieser Seite hin ebenfalls keine Absatzmöglichkeiten seien. Mit der gleichen '3c- gründung lehnte die Grubendirektion auch jede Lohn erhohung ab, so daß cs nicht Wunder nehmen darf, wenn demnächst an der Saar em Bergarbei terstrcik ausbricht, der allerdings unter den heu­tigen Verhältnissen leider nur ab ein ziemlich aus­sichtsloser Derzweislungslchritt gewertet werden kann.

3mmcrbin lenkt er vielleicht das Augenmerk des Völkerbundes auf die merkwürdigen Methoden, mit denen sich die Saarregierung zum Büttel französischer wirtschaftlicher und poli­tischer 3nterelsen macht. Während nämlich bet Beschäftigungsgrad der Saargruben in den letz­ten 3 ähren ständig gesunken ist. haben die lothringischen Gruben, die von der Grenze aus wider jedes Recht die wertvollen Kohlenflöze des Warndtreviers abbauen, sich immer mehr entwickelt, so daß sie in der Lage sind, Bergarbeiter einzustellen. Die Saar­regierung verweigert aber den deutschen Berg­arbeitern, die die ihnen zugewiesene Arbeit in den lothringischen Gruben ablehnen, jede Ar­beitslosenunterstützung! Es leuchtet ohne weiteres ein, daß Frankreich durch den forcierten Abbau der Saarkohle von Lothringen her wirtschaft­liche und politische Bindungen für die zu erwartende Abstimmung schaffen will, um dadurch wenigstens in diesem Gebiet vielleicht ein gewisses Maß an Stimmen zu erobern. Gegen diesen Kohlenraub und Menschenfang muh entschieden Front gemacht werden.

" Herb st Übungen des 15. Infanterie- Re g i m e n k s. Das in Kassel, Gießen, Marburg, Eisenach und Weimar in Garnison siegende 3ns.- Regt. 15 verläßt am 16. August seine Standorte und begibt sich in mehreren Sander,Zügen nach dem Truppenübungsplatz Äsicngrabow. Die Hebungen dauern dort bis zum 13. September, hieran schließen sich die Herbstübungen, die sich von Gotha über Lie­be nstc in bis Meiningen und Schmalkalden erstrecken.

- gimcnl kehrt am 21. und 22 September in seine Standorte zurück.

A b o n n e m en t s kou zer t e. DaS 7. Abonnementskonzert unserer Militärkapelle fin­det. wie man mi4 schreibt, am Donnerstag. 2 August, abends 2 15 Uhr, auf der Liebigshöye statt. Aus dem reichhaltigen Programm sind be- sonde.s zu erwähnen die Fantasien: .Lohengrin", .6<.1zai(cria-nifl;'ana" und .Toska", sowie ein Solo ur zwe^ Pilloloflöten. Auch die übrigen Mu'.kstückc sink den Wünschen der Konzerv- besucher entsprechend zusammengestellt.

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Aus aller Welt.

GroßepWarenhausbrand in Karlsruhe.

Karlsruhe, 24.Juli. (1DB.) heute nachmit­tag gegen 2.30 Uhr entstand in der Teppich­abteilung des Warenhauses Geschwi­ster Knopf au» bisher noch unbekannter Ursache ein Großfeuer, das bei den großen Vorräten reiche Rahrung fand. Die Flammen griffen mit rasender Schnelligkeit auf dic Spielroaccn- und Haushaltsabteil ling über. An den Löfcharbeiten beteiligten sich sämtliche Feuer­wehren von Karlsruhe. An der Brandstätte er­schienen auch die Spitzen der Beworben, darunter auch Staatspräsident Re mm eie. Der Wasser - schadeir ist fast ebenso groß wie der Brandschaden. Die umliegenden Straßen sind in weitem Umfange abgesperrt. Der Straßenbahn verkehr ruht in der Kaiserstrahe vollkommen. Alsbald nach Ausbruch de» Feuer» stand das zweite und dritte Stockwerk schon in Hellen Flammen, die zu den Fenstern und dem Dachstuhl hinaus- schlugeu. Besonders schwer mitgenommen wurde die südöstliche Lcke des Gebäudes an der £amm- unb Zähringerstrahe. Sämtliche warenhausbefucher wie auch das gesamte diensttuende Personal konn­ten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Infolge der starken Rauchentwicklung waren die hrlfsmannschaften teilweise gezwungen, mit Rauchmasken vorzugehen. Von innen und nutzen wurde dem verheerenden Element mit etwa 25 bis 30 Schlauchleitungen zuleibe gerückt. Der Brand- und Wasserschaden läht sich noch nicht auch nur schätzungsweise angeben. Die Waren­bestände des ganzen Hauses sind größtenteils ver­nichtet, ganz abgesehen davon, bah bas sechs­stöckige Gebäude selbst äußerst schwer beschädigt ist. Ueber die Ursache des Brande» konnte noch nichts ermittelt werden. Um acht Uhr abenb» war es nach über fünfflünbiger anstrengender Tätigkeit der Feuerwehr gelungen, des Brandes Herr zu werden. Vie freiwillige Feuerwehr konnte darauf abrücken und der Strahenbahnverkehr durch die Kaiserslratze wieder freigegeben werden.

Der Ei»brccl)erKrassin".

Die berrorragenben Leistungen und die auf* opfernde Tätigkeit der Mannschaften des russi­schen Eisbrechers »Krassin" anläßlich der Hilfeleistungen bei der verunglückten Robileerpe- dition haben in der ganzen zivilisierten Welt Achtung und Bewunderung gesunden. Möglich war aber den Russen ihre Hilfstätig­keit nur, weil sie in derKrassin" den größ­ten und leistungsfähig st en Sisbre- cher der Welt besitzen. Dieses Schiff. dessen IMamtictfiung sich auf 10 000 Pferdestärke be­ziffert, hat drei Schraubendampfmotoren und eine Tragfähigkeit von 3170 Tonnen. Sein vollftän- hige« Fassungsvermögen beträgt 4801,85 Register- tons. 'Der Eisbrecher besitzt zwei Schornsteine. Nvei Mast.- und bret Deck« Er ift vornehmlich aus Stahl hergestellt, weist eine stählerne Bord­wand au! und besitzt einen Doppelboden. Seine ^ahr v'r..?.digten beträgt 15 Knoteir und sein triebe ft off ist Kohle. Während des russischen

Oer Kampf um die Kirchensteuer in Berlin.

Berlin, 24. 3ult. (WB.) 3m Zusammenhang mit dem Kirchensteuerbcschluß der Berliner Stadt- synode. die für das Steuerjahr 1928 eine Um­lage von 11 Prozent beschlossen hatte, während das preußische Staatsministerium nur 10 Prozent genehmigt hatte, war von der Stadtsynode eine Entschließung gefaßt wor­den, in der dem Staatsministerium unzulässige Beschränkung der verfassungsmäßigen Freiheit der Evangelischen Kirche Berlins vorgeworfen wird. Zu dieser Resolution nimmt nun Kultus­minister Dr. Decker in einem Schreiben an den Evangelischen Oberkirchenrat Stellung. Darin wird betont, daß weder Einnahmen noch Airs- gaben des Haushaltsplanes des Stadtsynodal­verbandes beanstandet worden seien. Die Er­wägungen des StaatSmimsteriuins hätten sich vielmehr lediglich auf die Frage beschränkt, ob cs nicht möglich sei, den von der Stadtsynode er­rechneten Kirchensteuerbedarf mit einem nied­rigeren Prozentsatz des Reichseinkommen­steuersolls als 11 Prozent zu decken, zumal die Berliner Stadtsynode von 1924 bis 1926 er - he bliche Ueberschüfse erzielt hatte Rach Ansicht des Reichsfinanz mini st ers habe der von der Stadtsynode angegebene Be­darf von 11,1 Millionen durch eine Kirche n- Neuer von etwa 9 Prozent gedeckt wer- den können. Trotzdem habe das Staatsministerium mit Rücksicht auf die Möglichkeit besonderer Schwierigteiten im Rechnungsjahr 1928 10 Pro- Amt genehmigt. Dine Beschränkung der verfas- sungsmäsngen Freiheit der Evangelischen .Kirche Berlins liege also nicht vor

Kommunen und VersaffungSiag in Preußen.

Berlin. 25. 3uli. (Privattel.) Der preuh. 3 n n e n m i n i st e r gibt am heutigen Mittwoch ?u,a heraus, wonach entsprechend dein Beschluß des StaatSgerichtshoses die fommu- nalen Verbände am VersiissungStage zum 5laggcn nicht mehr angehalten wer- den können. Der preußische Minister des 3nnern weist deshalb die kommunalen Aufsichtsbehörden in dem neuen Erlaß an. vorläufig von Zwangs­mitteln gegenüber den .Kommunen abu- leben. Die Aufsichtsbehörden werden gleich­zeitig aufgefordert, die Ra men der Städte die am 11. Wigust nicht in den Reichsfarben flaggen, zu melden.

Die Bevölkerung des SaargebietS steht seit 3ahren im schwersten Existenzkampf, von helfen Ausmaßen man leider im 3nneren Deutschlands zu wenig weiß. Der weitaus größte Teil de: Saarbevölkerung ist direkt oder mbireft abhängig vom Bergbau, de: sich nach den Bestimmungen des Versailler Diktats voll- lommcn in französischen Händen befin­det. Die soziale Scheinkonjunktur der 3ahre 1923'24 verging lehr bald 11 nb während m den letzten Monaten der deutschen 3nflation Diele Leute im Saargeb'-st selbst nach französi­schem Gelbe verkangten, ist das nach der Festi­gung der deutschen Valuta sehr bald anders geworden. Es zeigte sich, daß die Versprechun­gen Franlreichs, die namentlich in sozialer Hin­sicht reichlich gegeben wurden, trügerisch waren. An die Stelle freu.rdlichen Wohlstandes, der bis dahin im Saargebiet geherrscht hatte, trat eine immer mehr zunehmende Verelendung, deren die Saarregierung des Völlerbundes bis heute noch nicht Herr geworden ist. Wies bad Saargebiet vor dem Kriege stets einen außer­ordentlich hohen Beschäftigungsgrad auf, so sind heute die Dinge gerade umgekehrt: Von insge­samt etwa 200 000 erwerbsfähigen Menschen sind nicht weniger als 1 2 000 arbeitslos. Das ist ein außerordentlich hoher Prozentsatz, der nirgends son st in Europa erreicht wird und der besonders ins Gewicht fällt, wenn man be­denkt, daß die Arbeitslosigkeit in Frankreich, zu dessen Zollgrenze das Saargebiet ia gehört, diese Ziffer bet weitem unterschreitet.

Als nun im Verfolg der jetzigen Lohnverhand- lungen die Gewerkschaften des Saargebiets an die französische Grubendirektion das Ersuchen richteten, dafür Sorge zu tragen, daß diese 12000 Berg- arbeite: wieder Arbeit im Saargebiet bc-

Fllegerlandung auf dem Jungfrausoch.

Der schweizerische Fliegerhauptmann Wirth landete Dienstag vormittag 9.30 Uhr mit seinem Flugzeug glatt neben dem Berghaus auf dem Jung- fraujod) in den Berner Alpen.

Drei Knaben beim Baden ertrunken.

Beim Baden im Stauweiher des Kraftwerkes Möhringen bei 3mmendingen (Baden) sind drei Knaben im Alter von zwölf bis sechzehn 3ahren ertrunken. Der vierte der Knaben konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Leichen der drei aus Eßlingen stammenden Knaben konnten geborgen werden.

Großer Waidbrand in der Tschechoslowakei.

Zwischen den Stationen Bojow und Tschisowitz. aus der Strecke Prag Pilsen, entstand durch Funkenflug ein großer Waldbrand, durch den über 50 Hektar Waldgebiet vernichtet wurden. Starker Wind und die ungewöhnliche Trockenheit begünstigten ein rasches Umsich­greifen des Feuers. Mehr als 20 Wehren ar­beiteten stundenlang, ehe das Feuer eingedämmt werden konnte. Auch Wild und Vögel sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Der Schaden wird auf eine Viertelmillion Kronen geschätzt.

(Ein Lastwagen von einem Eisenbahnzug überfahren.

Ern Eisenbahnzug der Strecke Tarent Reapel überfuhr an einem Bahnübergang bet Meta Ponto einen Lastwagen. Die zur Seite gc-

sind noch nicht verheilt. Aber in uns lebt der | Witte und die Kraft, durch gemeinsame Arbeit und wieder aufzurichten, und von dieser Ge­sinnung. von diesem Geist ist auch diese Feier getragen, und damit wächst sie über die Bedeu­tung eines lokalen Ereignisse« hinaus. 3m Ha­men der Reichsregierung und im Hamen der Reichsbehörden überbringe ich dieser Provinz Grüße und Glückwünsche.

Am Abend sand ein Bankett im Löwensaal statt, bei dem Gesandter Freytag, die schwedischen Gäste mit folgenden Worten begrüßte.Die Reichsregierug wünscht, den schwedischen Gästen auf deutschem Boden mündlich ihren Willkom- mensgruh entbieten zu lassen. Wir Deutsche haben nicht allzuviel Freunde in der Welt. Wer das noch nicht gewußt hat in Deutschland, der hat es im Weltkriege oft schmerzlich empfun­den. Es wird fremdem Volkstum außerordentlich schwer, deutsche Art zu verstehen und zu be­greifen. Unsere schwedischen Hachborn aber haben uns immer verstanden und begriffen. Es mag das auch auf der gemein­samen Wurzel unseres Volkstumes beruhen. Ohne dieses gegenseitige Verständnis wäre ja auch die heutige Feier unmöglich. Schweden und Deutsch­land werden aus diesem gegenseitigen Begreifen heraus immer Freunde sein, und was Schweden speziell im Weltkrieg und nach demsel­ben für Deutschland getan hat. das bleibt in je­dem deutschen Herzen unvergessen. Meine deut­schen Landsleute fordere ich auf. mit mir das GlaS zu erheben und in den Ruf einzustimmen: Seine Majestät König Gustas V. von Schweden und das schwedische Volk, sie leben hoch!"

ie ritte

U fta

Dr. Hicklins f imsahrt.

Basel. 24. 3uli. siT Die Heimfahrt letzten, aus dem Gefängnis cntlaffcnen 21 nomiften, Dr. Ricklin. von Kalmar .rach ncr Heimatgemeinde Damm.rsirch gutalten zu einem wahren Triumphzug Mel

Aus der provinzialhaupistadi.

Gießen, den 25. 3uli 1928.

Hausordnung und Treppenbeleuchtung

Don Dteditea ntraft Homberger.

Die im folgenden mitgeteilte Entscheidung des hiesigen Qünl?- bzw Landgerichts dürfte für toente Kreise der Bevölkerung von 3nteresse fein.

§err O. 2QL in Gießen hat Klage erhoben, gegen dm in seinem House wohnenden Herrn E. G. Der Kläger begehrt Vornahme verschie­dener Handkimgen. wie Berscht,eben de» Hauses bei emtretenber Dunkelheit. Rein gung des Hausilurcs, usw. durch den Bcllagten.

Er begründet feinen Anspruch damit, daß fein Deg^hren gestutzt fei auf die -wisch-n ihm und dem Beklagten vereinbarte SaueDrbuung. Außerdem sei seine Forderung aber berechtigt, well sie allgemein in der Hiuso dnung hed Gießener Hausbesitzer Vereins festgelegt sei und in Gießen Ortsüblichkeit erlangt, also Gewohn­heitsrecht geworden sei. Kläger verkannt au&cr- dem die Erleuchtung der zu der Wohnung des Mieters führenden Stockwerkstreppe, einmal auch auf Grund der oben erwähnten Hausordnung, dann aber auch insbesondere wegen eines in Gießen in dieser Richtung besonder- bestehenden Ortsgebrauchs.

Der Kläger ift mit feiner Klage kostenpflichtig abgewiesen worden. Das Amtsgericht führt aus. »Die behauptete Einigung (Vertrag) über die Gültigkeit der Hausordnung zwisch«,: den Streitteilcn ist von dem Kläger nrcht bewiesen worden. Der Kläger behauptet weiterhin, die Hausordnung fei ortsüblich und deshalb für den Beklagten verbindlich. Diese Behauptung gebt jedoch fehl. Es ist unbestritten, daß eS sich um die Hausordnung des Gießener Hausbesitzer-- Vereins handelt. Der größte Tell der Hausbe­sitzer gehört dieser Vereinigung an und ver­wendet wohl auch bei Abschlüssen von Miet­verträgen die gedruckten De'tragSformulare, m die die vorgenannte Hausordnung ausgenommen ist. DaS mag im Einzelsalle zur Erleichterung beim Abschluß von Verträgen führen. Aber wenn irgendeine Vereinigung über bestimmte Punkte irgendwelche Horm en aufftellt, \d mögen diese wohl innerhalb der Vereinigung (zwischen den Mitgliedern) Wirksamkeit bähen, für Außen­stehende ist damit keine Horm geschaffen, selbst wenn der größte Teil der in Frage kommenden Personen zu der Vereinigung zählt. Der H a u S - besitzerverein kann sür Gießen keine ortsüblichen Hormen auf ft eilen, wohl könnte er ortsübliche Gebräuche für sich in An­spruch nehmen. Die Geltung der in Frage stehen­den Hausordnung war aber nie und ist auch jetzt nicht in Gießen ortsüblich. Hur wenn die Hausordnung in den Mietvertrag ausgenom­men wurde, ist ihr der Beklagte unterworfen. Da dies aber nicht geschehm ist. so können sich weder Vermieter noch der Bieter darauf berufen. Für daS MietverhältniS der Streit­teile gelten daher die Vorschriften deS B. G. B.

Der Kläger fordert, daß der Beklagte die Treppe vom Hauseingang bis zu feinem auf halber Höhe gelegenen Abort reinigt (also nicht nur die Stockwerkstreppe, sondern auch den Hausflur. Anm. des Einsenders). Läßt der Mie­ter die- nicht auS freien Stücken reinigen, fo ist der Vermieter zur Rciniguna verpflichtet. Es wäre unbillig, diese Last dem 'BefLigten auf- c de gen *u wollen, der ja wie jeder andere Be­wohner des Hauses seinen Anteil an der Treppe reinigt. Der Vermieter kann nicht kraft seiner Stellung als Hausbesitzer etwaö von den: Mieter verlangen, wozu er gar fein Recht hat.

Streitig ist weiter die Deleuchtungspflicht de- Flurs und der Treppe durch den Beklagten. Der Kläger kann seinen Anspruch weder auf den Mietvertrag noch aus die Hausordnung stützen. Maßgebend für die Beleuchtungsfrage sind somit die Vorschriften deS £ 556 B. G. B. Danach trift zwar den Vermieter eine Beleuchtungspflicht, niemals aber den Mieter. Der Anspruch des Kläger- ift also insoweit unbegründet"

Der Hausbesitzer hatte gegen dieses Urteil Berufung verfolgt. Die Berufung ist aber in vollem Umfang verworfen worden Das Land­gericht führt in feinem Urteil vom 9. 3uli 1928 kurz aus:Was zunächst den Feststellungs­antrag des Klägers (AllgemeingÄtigkeit der Hausordnung deS Hausbesitzerverelns Gießen) anlangt, so hat der Vorderrichter insoweit au- durchaus zuttefsenden Gründen die Kl ,ie abge­wiesen. Ebenso ist die Abweisung de. Klage bezüglich der Treppenreinigung zu billigen. Dem Vorder.lichter ist auch darin zuzustimmen, daß mangels anbertoeitigei Regelung die Beleuch­tung der Treppe Sache deS Hausbe­sitzer- ift. Mithin ist die Berufung deS Klä­gers unbegründet und deshalb zurückzuweisen." Urteile des Amtsgerichts Gießen vorn 30. April 1928 und der ersten Zivilkammer deS Landge­richts Gießen 6 100, 28.

Taten für Donnerstag, 26. Znli.

Sonnenaufgang 4.14 Uhr, Sonnenuntergang 19.58 Uhr Mondaufgang 14.49 Uhr, Monduntergang 23.47 Uhr.

1846: der Maler Hermann Kaulbach in München geboren; 1856: der irische Schriftsteller George 'Rernard 2haw in Dublin geboren 1866: Prä- liminarfriebc zu Nikolsburg zwischen Preußen und Oesterreich; 1917: Einnahme von Stolomea durch deutsche und österreichische Truppen.

Voruotizen.

Tageskalender fürMi ttwoch: Licht» soielhaus, Bahnhofstraße: Casanova-. Astoria» Lichtspiele:Büchse und Lasso-, 5. und 6. Teil