Ausgabe 
25.6.1928
 
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Führende liberale Kreise haben diese Lehre verstanden. Sie sind entschlossen, sie zu beherzi­gen. Sie haben sich zusammengefunden, um das grobe JDert der Einigung des li­beralen Bürgertums in Angriff zu neh­men. Ihnen schlrehen wir uns an. Wir rufen den deutschen Liberalismus zur Selbstbesin­nung und Sammlung auf. Wir mahnen ihn an seine Verantwortung. wenn er sich selbst der Möglichkeit beraubt, dem Daterlande das zu sein, was er ihm sein kann. Wir verlangen und erwarten von den Parteien, die das Erb« des alten Liberalismus angetreten haben, daß sie alle äußeren und inneren Hemmungen überwinden, alle kleinlichen Bedenken zu» rück stellen und unverzüglich die Schritte tun, die zum Zusammenwirken aller liberalen Kräfte führen. Ungezählte deutsche Wanner und

Frauen, die seht müde und mißmutig beiseite stehen, warten auf einen solchen Entschluß. Die Stunde ist gekommen, chn zu fassen."

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Auf dem auf den 1. 3uli 6.3. in den Plenar­sitzungssaal des Reichstages einberusenen Libe­ralen Tage w rden u.a. Professor Dr. De r- gi u s, Heidelberg: Frau Dr. 3Ife v. HLlsen - Reicke, Ber.in, Geheimrat Dr. Kahl, Berlin, Katharina v. Kardorff (verw. v. Oheimb), Berlin: Geheimrat Professor Dr. Meinecke Berlin: Dr. Röll von der Rahmer, Berlin: RochuS v. Rh ein baden, Berlin: Geheimer Kommerzienrat Dr. Schmidt, Braunschweig, Oberregierungsrat Dr. Tiburtius, Vorstands- Mitglied des Einzelhandels, Berlin, und Dr. August Weber, Berlin, Ansprachen halten.

Der amerikanische Kriegöächiungspakl

Ein neuer Entwurf Kelloggs in Berlin überreicht.

Berlin, 24. 3uni (WB.) Eine vom Bot­schafter der Deveinigten Staaten von Amerika, S h u r m a n , dem Auswärtigen Amt zu Händen des Staatssekretärs v. Schubert überreichte neue Kellogg-Rote über einen Kriegsver­femungspatt rekapituliert die Vorgeschichte des Entwurfs und erinnert an den Gegen­entwurf, den die französisch« Regie­rung ihrerseits am 20. April dieses 3ahres den interessierten Mächten zugehen lieh. Die im französischen Degenentwurf enthaltenen Vor­behalte nehmen Bezug auf sechs hauptsächliche Punkte, nämlich auf das Recht der Vertei­digung, auf die durch die Satzungen d«S Völkerbundes und durch di« Locarnoverträge den beteiligten Mächten auferlegten Verpflich- tungen.aufdieReutralltätsverträge, die Frankreicy mit gewissen Q aaten abgrschlos- sen Hai auf die Beziehungen zu einer Ration, die den Pakt bricht, sowie auf die un­begrenzte Vielseitigkeit des vorgeschlage­nen amerikanischen Paktes, der grundsätzlich keine Ration von der Teilnahme ausschlnß. 3eder dieser sechs Punkte wird in der vorliegen­den Rote nochmals gemäß der Kelloggschen Rede vom 26. April mit den Zielen des amerikanischen Paktentwurfs in Einklang gebracht, und es heißt sodann wörtlich:

Die Regierungen von Großbritannien, Deutschland, Italien und Iapan haben jetzt auf die Roten meiner Regierung vom 13. April 1928 geantwortet, und die Regierungen der britischen Dominion und Indiens haben gleich­falls auf die Einladungen geantwortet, die auf Grund der von Seiner Majestät Regierung in Großbritannien gegebenen Anregung an sie ge­richtet worden find. Keine dieser Regierungen hat eine abweichende Meinung hinsichtlich der vorstehend erwähnten Auslegung geäußert, und keine hat im entferntesten den Grundsatz ge- mihbilligt, der dem Vorschlag der Vereinigten Staaten für die Förderung des Weltfriedens zu­grunde liegt. Ebensowenig ist eine bestimmte A 6- änderung des Wortlauts des vorgeschlagenen Paktentwurses angeregt worden, und meine Re­gierung bleibt ihrerseits überzeugt, daß keine Abänderung des Wortlauts notwendig ist, um die berechtigten Interessen irgendeiner Ration zu schützen. Um jedoch die Verhandlungen nicht durch starres Festhalten an der genauen Phraseologie deS Entwurfs zu verzögern, hat sich die Regie­rung der Vereinigten Staaten entschlossen, den 14 anderen Regierungen, die jetzt an diesen Verhandlungen beteiligt sind, einen revidier- l t«n Entwurf vorzulegen. Der Wortlaut dieses revidierten Entwurfs ist identisch mit demjenigen 5 des am 13. April 1928 von den Vereinigten Staa­ten vvrgeschlagenen Entwurfs mit der Ab- * weichung, daß die ersten drei Absätze der Präambel wie folgt geändert werden:

Durchdrungen von ihrer erhabenen Pflicht, die Wohlfahrt der Menschen zu fördern: in der lleber- zeugnng, daß die Zeit gekommen ist, einen offenen Verzicht auf den Krieg als Werkzeug nationaler Politik auszu- sprechen und die jetzt glücklicherweise zwischen ihren Völkern bestehenden friedlichen und freund­schaftlichen Beziehungen dauernd aufrecht zu er­halten in der Ueberjcugung, daß jede Veränderung In ihren gegenseitigen Beziehungen nur durch friedliche Mittel angestrebt werden und nur da, Ergebnis eines friedlichen und geordneten Verfahrens fein sollte, und daß jede Signatarmacht, die in Zukunft danach strebt, ihre nationalen In­teressen dadurch zu fördern, daß sie zum Kriege schreitet, dadurch der Vorteile, die dieser Vertrag gewährt, verlustig erklärt werden sollte." Die revidierte Präambel erkennt ausdrücklich an, daß. wenn in Zukunft ein Staat unter Ver­letzung des Vertrages zum Kriege schreitet, bbe anderen vertragschließenden Parteien dadurch diesem Staat gegenüber von ihren Berpstichtun- gen aus dem Vertrage entbunden sind. Sie sieht auch die Beteiligung aller Parteien der Locarno-Verträge vor und würde außer­dem, wie schon gesagt, bereit sein, unter die ursprünglichen Signatarnrächte d<e Parteien der von der Regierung der französischen Republik erwähnten Reutralitätsverträge auszu- nehmen, obwohl sie glaubt, daß die Interessen jener Staaten hinreichend gesichert sein würden, wenn sie, anstatt den Vertrag als Erstbeteiliqte zu zeichnen, bereit sein wurden, ihm zuzustimmen. Unter diesen Umständen beehre ich mich, hiermit Eurer Erzellenz Regierung einen Entwurf emeS vielseitigen Vertrages über den Verzicht auf den Krieg zur Prüfung vorzulegen, der die vor­stehend gekennzeichneten Aenderungen enthält. Ich bin beauftragt worden, in diesem Zusammen­hang zu erklären, daß Die Regierung der Ver­einigten Staaten zur sofortigen Zeich­nung in der hier vorgeschlagene.i Form be­reit ist und der bestimmten Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die Regierung des Deutschen Rei­ches in der Lage sein wird, alsbald ihre Vereir- wllligkeit zu erklären, den Vertrag in der letzt von den Vereinigten S.aaten angeregten Form ohne Einschränkung und Vorbehalt anzunehmen. Wenn sich die Regierungen von Australien, Belgien. Kanada, der T'checho- slowakei, Frankreich, Deutschland. Großbritan­nien. 3nöieu. des irischen Freistaates. Italien, Iapan, Reu-Seeland. Polen, der Südafrikanischen Union und der Vereinigten -3.aalen nunmehr darüber einigen können, diesen AntUriegsvertrag untereinander zu schließen, so ist meine Regie­

rung überzeugt, daß die anderen Rationen der Welt, sobald der Vertrag in Kraft tritt, gern ihm beitreten werden, irnD daß dieses einfache Verfahren das Iahrhunderte alte Sehnen der Menschheit nach dem Weltfrieden seiner prak­tischen Verwirklichung näherbrrngen wird, als das jemals bisher in der Wellgeschichte geschehen ist. Genehmigen Sie usw.

gez.: Iacob Gould Shurman.

Der Rote liegt der Entwurf eines Kriegs­verfemungspaktes bei, der, wie in der Rote ge­sagt, bis auf die angeführten Lende rungen mit dem am 13. April 1£2B überreichten Entwurf identisch ist. Statt der sechs Rationen, die in dem ersten Entwurf als vertragsschließende Parteien genannt sind, werden in dem redigierten Entwurf als vertragsschließende Parteien die oben bereits erwähnten 15 Rationen angeführt.

pariser Stimmen.

Paris, 25. Iuni. (XU.) Die Pariser So-nn- lagsblätler veröffentlichen bereits längere Aus­züge aus der am Sonntag überreichten amerika­nischen Rote über den Kriegsverzichtpakt. In den Kommentaren kommt im allgemeinen eine gewisse Skepsis auch gegenüber dem neuen amerikansichen Paktentwurf zum Ausdruck. Rur dasPetit I o u r n a l" sieht eine Möglichkeit voraus, daß ber Vertrag am 15. Iuli in Paris unterzeich net toerfcen könne. Auch der halb- amllichePetit P a r i s i e n" glaubt Grund zu der Annahme zu haben, die früher so ausein­andergehenden Standpunkte hätten sich stark ge­nähert, so daß der Lag nicht mehr fern fei, an dem die französisch-amerikanische Initiative zur Festigung des Friedens ihre Krönung finden wurde. Zu der Rotifizierung des amerikanischen Standpunktes in Warschau, Brüssel und Prag meint das Blatt, dieses bedeutet anschei­nend, daß das Staatsdepartement sich nicht mehr der Ausdehnung des Kreises der Vertrags­schließenden von Anfang an und besonders der Ausdehnung auf die Alliierten Frank­reichs widersehe.

.>W a 11 n erklärt, der amerikanische Staats­sekretär habe zwar einen Schritt zur Versöh­nung und der Verständigung getan, den fran­zösischen Vorbehalten sei noch nicht völlig nach- geLoinmen worden, so daß allgemeine Bespre- chunge-n, vielleicht in Gestalt einer nach Wa­shington einzuberufenden Konferenz notwen­dig seien. DerTemps" bemängelt die Be­stimmung, wonach die französischen Vorbehalte über den Völlerbundspakt und über Sonder­abkommen nicht in dem Vertrag aufgenommen werden sollen. Die Frage der UniDerfalität des Paktes habe nicht mehr die gleiche Bedeutung für Frankreich von dem Augenblick an, da alle Mächte, mit denen es Verträge habe, von Anfang an dem Vertrag teilnehmen könnten. Die Stunde des Vertragsabschlusses habe aber noch nicht geschlagen. Roch schärfer formuliert dasEcho de Paris" die Aufnahme der bereits erwähn­ten Bestimmung über das Außerkrafttreten des Vertrages in die Präambel. Alle sogenannten Zugeständnisse Kelloggs hätten keinen ju­ristischen Wert. Ihrer Wacht und ihres Prestiges bewußt, versteifen sich die Vereinigten Staaten auf ihre Auffassung, die zum Siege kommen würde.

Oie Aufnahme in England.

London, 23.Juni. (TU.) Don den Sonntag­blättern beschäftigt sich lediglich derOb ferner" mit dem Inhalt der neuen amerikanischen Note über den Abschluß eines Kriegsoerzichtpaktes, soweit er bisher verlautbart worden ist. Das Blatt erklärt, die Entsendung von Abschriften auch an die Tschechoslowakei, Polen und Belgien zeige, daß der amerikanische Staatssekretär den Vorschlag Ccham- berlains und Briands, alle Locarnomächte zu einer Besprechung des Vertrages einzuladen, an­genommen habe. Kellogg habe dadurch die Aussich­ten für einen vollen (Erfolg nicht nur gefördert, son­dern auch den Hauptoorbehalt Briands in seiner Note vom 26. Mörz aus dem Wege geräumt. Die Well stehe deshalb vor der Unter­zeichnung eines Universal kriegsverzichtvertrages und damit vor dem größten Ereignis in der diplo- matischcn Geschichte. Aehnlich schreibt der kon­servative ..Daily Telegraoh", der betont, daß Kellogg die von Sir Austen Chamberlain angeregte Kompromihmethode angenommen habe.M o r» ningpost" sagt ironisch, der Kellogg-Pakt bedeute sogar noch weniger als die Völker- bundssotzung. Er spreche einenfreimütigen Kriegsverzicht" aus. verpflichte aber kei­nen der Unterzeichner zu irgendwelcher Verhol- tungs weife.

Kunst und Wissenschaft.

Die rheinischen Dichter in Frankfurt.

Die rheinischen Dichter haben in diesem Iahre die Stadt Frankfurt a. M. als Ort ihrer all­jährlichen Zusammenkunft gewählt. Die zahl­reichen Freunde ihrer Kunst und die Stadt 5ranffurt selbst halten alles auf geboten, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie mögllch zu gestalten. Eine stilvollere Einlei.ung als den Empfang am Freitagabend in dem märchen- ha t schönen Pari des Freiherrn Albert v. Goldschmidt-Rothschild Halle man sich caum denken formen. Oin herrlicher Sommer­abend trug das feine zur He>ung der Stimmung bei. Oberbürgermeister Dr. Landmann nahm

hier bereits Gesegenhheii, die Gäste als Künder rheini'chen Geistes au's he.ztich le willkommen zu heißen. Den Dank für die rheini'chen Dichter stattete hie.auf Wilhelm Schäfer ab. Am Samstagmorgen fand ein Empfang im Rö­mer statt, bei dem Stadkrat Dr. Michel die Dichter nochmals offiziell begrüßte, indem «r im Dichter die Persönlichkeit eierte. Herbert Eulen berg schildere in seiner Antwort red« in launigen Worten das schwere Los des Dichters Am Sonntagmorgen wurde im Schauspielhaus eine Matinee veranstaltet. Rudolf G. Din­ding sprach den Prolog. Alsdann sprach 3 o - seph P.onten über ..Die Geltung und Bewer­tung der Wissenschaft und Kunst in der heutigen Zell". Durch eine weniger starke Hervorhebung des Wertes der Kunst und eine weniger starke Herabsetzung der Bedeutung der Wissenschaft hätten seine Ausführungen an Eindruck mir ge­winnen können. Sehr gut war dagegen Ren 6 S ch i ck e l e, der es in seinem Dortrage über ..Erlebnis der Grenze" als Aufgabe der Mensch­heit, an der mi.zuarbellen auch die Dichter be­rufen feien, bezeichnete. Recht und Gerechtigkeit zu schaffen. Recht und Gerechtigkeit aller gegen alle, auch über die Grenzen hinweg, das fei das erstrebenswerte 3id des Menschen. Für fein mannhaftes Eintreten für diesen Gedanken wurde der Dichter vom Publikum mit reichem Beifall belohnt. Am Abend trafen sich die Dichter noch­mals zu einem letzten Beisammensein in Homburg.

Neue Schikanen der Rheinlandkommission.

Verbot der Rundfunkübertragung von Koblenzer Denkmalreden.

Wir haben mit Frankreich vor Iahr und Tag die LocanwVerträge abgeschlossen, haben darauf­hin das Versprechen erhalten, daß von nun an im besetzten Gebiet manches sich zum Bessern wenden solle. In erster Linie war an einen Abbau der berüchtigten Ordonnanzen ge­dacht, die für die Besatzungsbehörden etwa das sind, was für uns die Reichsverfassung ist. Mit Hilfe dieser Ordonnanzen h tben sie vom Beginn der Rheinlandbesetzung an in den besetzten Zonen eine geradezu unglaublicheWillkür- Herrschaft errichtet. Welche Verhältnisse jen- seits^des Rheins herrschen, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß noch immer auf Grund dieser Ordonnanzen die Devöllerung gezwungen ist, ihre Wagen, Pferde und Automobile von Zeit zu Zell mustern zu lassen. Sie wird also angeyalten, obwohl in Locarno der deutsch-fran­zösische Friede noch einmal verbrieft und be­siegelt worden ist, sich in den Dienst der franzö­sischen Mobilmachungsmaßnahmen zu stellen.

Was den Rheinländern aber das Leben noch be­sonders schwer macht, sind die täglichen und klein lichen Besatzungsschikanen. Bald wird dieser lüeg gesperrt, bald dort einer vor das Kriegsgericht geschleppt, well er es gewagt Hot, zwischen zwei auf dem Marsch befindlichen, aber oft räumlich sehr well voneinander entfernten Truppenteilen hindurchzu- gehen, dann wieder kommen plötzliche und über­raschende Einquartierungen, wobei allerlei hochge­schraubte Ansprüche an die Quartiergeber gestellt werden: in der Nähe der Uebungsplätze wiederum kann der Landmann oft monatelang seinen Acker nicht betreten, weil er entweder zum Manöver- gelände gehört oder von den Geschoßgarben der französischen Maschinengewehre bestrichen wird. All diesen täglichen Aerger schluckt man aber hinunter in der Hoffnung, daß ja doch die Befreiungsstunde schlagen muß. Man hört infolgedessen wenig über diese Not der rheinstchen Bevölkerung. Dafür sorgen aber die Besatzungsbehörden in gewissen Zeitabstän- den dafür, daß die Welt sich ihrer erinnert

In Koblenz sollte jetzt ein GorreS- Denkmal eingeweiht werden. Beabsichtigt war. die gehaltenen Festreden durch Rundfunk zu verbreiten. Was tut die Rheinlandkommis- sion? Sie verbietet einfach unter Berufung auf irgendeine Ordonnanz die Rundfunkübertra­gung. Ganz abgesehen davon, daß die Kommis­sion weder das Recht besitzt, sich in diese rem innerdeutschen Angelegenheiten einzumischrn noch überhaupt ehre einschlägige Ordonnanz vorweifen kann, hat man es doch in Koblenz vvrgezogen, sich nicht mit den Befatzungsbehörden herumzu- schlagen, sondern einfach auf die drahtlose Ver­breitung der Festreden zu verzichten. Die französischen Querköpfe, die hier offensichtlich einen Strell vom Zaune brechen und aus ihm zu Gunsten einer Aufrechterhaltung Der Be­satzung Kapital schlagen wollten, sind in einen luftleeren Raum vorgestoßen. Sie haben zwar die Verbrelluug Der Roden durch Radio unter­binden können, aber gleichzeitig auch einen neuen Beweis Dafür geliefert, daß die Rheinlandkom- Mission nur Darauf sinnt, wie sie Unruhe in die Bevölkerung hineintragen und das Ver­hältnis zu den deutschen Behörden unter Span­nung fetzen tonn.

Aus aller Wett.

Die Ursache deS Liegelsdorfer Eisenbahnunglücks. Rach Dem Bericht Der Leichsbahndirek- tion Rürnbe rg über die Ursache des Sie- gelsdorfer Eisenbahnunglücks ist daran weder die Gleisanlaae l stuld. noch können be- triebSdi nstliche Der.ehlungen oder Mangel festgeste»^ ~uu)eu- Rach Eintragun­gen in Den Zugmeldebüchern der Stationen mußte Der D 47 zwischen Burgfarnbach und Siegels­dorf bei 2 Minuten Fahrzeit eine Geschwin­digkeit von 117 Kilometer per Stunde entwickelt haben, während nach tech­nischer Berechnung die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 97 Kilometer betragen haben tonn. Es muß jedoch mit hoher Wahr­scheinlichkeit angenommen werden, daß sich der Zug schon in Der Strecke von Burgfarnbach Siegels Dorf mit einer Geschwindigkeit bewegt hat. die Die für diese Strecke zugelassene Hähstgc- schwindigkett erheblich überstieg, und daß diese Geschwindigkeit auch vor und wahrend der Ausfahrt aus Siegelsdorf nicht er­mäßigt wurde. Wenn der Zug die kritische Stelle mll mehr als 80 Kilometer Geschwindig­keit durchfahren hat, müssen starke Schwan­kungen in Der Lokomotive eingetreten fein, die sich wahrscheinlich so start steigerten, daß sich das Drehgestell Der Lokomotive über Die Schienen hob und dadurch die (Sntgleihmg herbeisührte. Zum Schluß kommt der Bericht jedoch zu Dem Befund, daß eine un­bedingt sichere Beweisführung nach Lage der Sache heute überhaupt nicht mehr möglich ist.

Eine neue Husentgkeisung.

Die Rcichsöahndirektiou Stuttgart tritt mR: D-3ag 135 FriedrichshafenStuttgart ist Samstag nachmittag 1105 Uhr bei der Durch­fahrt durch die Station Ummendorf ans bis jetzt unbekannter Ursache entgleist. Die Loko­motive ist umgeftirjL Sämtliche Wagen sind nach bet Entgleisung auf dem Dahndamm zum Stehen gekommen. Getötet wurde niemand. Lima fünfzehn Reisende find leicht verletzt warben, ebenso der Lokomotivführer. Die verietzuv- gen des Heizers find gefährlicher. Beide hauptgleisc sind gesperrt: der Verkehr wird durch Um steigen aufrechterhalten. Dk Reisenden der ent­gleisten Zuges sind mit Sonderzügen weiter betör- bett worden. Der Präsident der Reichrbahndirektion. Dr. Sigel, ist nach Eingang der Nachricht fo'ort an die Unfallstelle abgefahren. Die Untersuchung, heißt er in der amtlichen Mitteilung weiter, hat keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, daß die Ent­gleisung etwa auf den Zustand der Gleise oder der Fahrzeuge zurückzuführrn wäre, dagegen ist zu ver­muten, daß der Zug mit jo großer Ge­schwindigkeit in die Uursahrweiche gegen Biberach eingefahren ist. **

Große Schadenfeuer durch Blitzschläge.

In her Rächt zum Sonntag schlug der Blitz in ein städtisches Gebäude in Stuttgart ein, das von 18 Familien bewohnt war DaS Feuer griff im Dachstuhl so schnell um sich, daß die Kinder Der Dort wohnenden Familien nur unter großen. Anstrengungen geret­tet werden konnten. Durch Wasserschäden find alle Wohnungen für längere Zeit unbrauch­bar geworden. In Wiblingen bei Stutt­gart schlug der Blitz in einen Block aus drei zu- fammengebauten Wohnhäusern ein Trotz sofor­tigen Eingreifens der Feuerwehr ist das oberste Stockwerk der Gebäude nieDergebrannt und Der zweite Stock vollständig ausgebrannt. Dee Fami­lien konnten nur mit Mühe Dai nackte Le­ben retten. Insgesammt find durch den Brand 21 Familien obdachlos geworden.

Brandstiftung durch Sinder.

3n Hülzweilen (Saar) geriet durch frier Kiw- der im Alter von zwei bis vier Iahren, Die auf Dem HeuboDen mit Streichhöl­zern spielten und dabei das Dort lagernde Heu anzündeten, das Haus des Bergmann- SxfiDeju in Brand. Eine im Rachbarbause woh­nende Frau hörte das Geschrei der Kinder und lief in Das brennen De Haus, nm Die Kinder zu bergen, wobei sie sowohl wie chre eigenen Kin­der erhebliche Brandwunden erlitten, während Die eigentlichen Urheber des Brandes unverletzt blieben. Die Frau wurde ins Kraickenhaus auch BSMingen gebracht. Ein anderer Bergmann, der sein zweijähriges Kind aus den Flammen rettete, muhte )td) mit dem Kinde im Arm an einem sechs Meter langen Seil zur Erde nieDeriafftn. wobei er ebenfalls Brandwunden erlitt Das Feuer konnte Dann gelöscht werden.

Eröffnung De» Belchsmuseum» für Gesellschaft»- und wirlschafwkunde.

In Düffeldorf fanD die feierliche Eröff­nung des ReichSmuseumS für DesellschaftS» und Wnttfchaftskunde statt, welches eine Ergänzung Der Museen in München und Dresden bildet. Zu Der Feier hatten sich zahlreiche Vertreter fron Reichs-. Staats- und Kommunalbehörden. fron Industrie. Wirtschaft, Handel und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft sowie der Arbeitnehmer» verbände eingefunden.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Heber Mitteldeutschland erstreckt sich heute ein barometrisches Maximum mit übet 785 Milli­meter. das aul Schönwetterlaqe führte. Vom At­lantischen Ozcan rückt gleichzeitig eine nnie Stö­rung heran, die gairz Der Zugrichtung ihrer Vor­gänger folgen wird, infolgedessen Dürften nur Randstörungen unser Gebiet beeinflussen. Unter warmer LuitMuhr werden Die Temperaturen noch ansteigen, gleichzeitig dürfte neben zeitweise auftommenoer Bewölkung sich später Gewttter- neiaung bemerkbar machen.

V o raussage für DienStag: Heiter bis wollig, warm und trocken, auflonunenite Ge­witterneigung, Südwestwinde.

Voraussage für Mittwoch: Zeitweise bewölkt, warm, vereinzelt Gewitterstörung.

Lufttemperaturen am 24. Juni, mittags 23,1 Grab (Selfius, abends 17,1 Grad Celsius: am 25 3uet morgens 12,6 Grad Telsius. Maximum 24,4 Grad Celsius, Minimum Grad Celsius. Crdtempero- kuren in 10 Zentimeter Tiefe am 24. Juni: abends 23,6 Grad Celsius: am 25. Juni: morgens 17,3 Grad

Celsius. Sonnenscheindauer 13 Stunden.

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