Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

ebenso tote Vie flnfettteÖmttn#eTL Der Abwendung dieser Gefahr dient die Haltung der Unternehmungen in den gegenwärtigen Aus­einandersetzungen. Aach dieser Richtung muh da­her auch von der deutschen Oeffentlichkeit der Wirtschaftskampf in der westlichen Eisenindustrie mit dem großen Ernst und dem Derantwortungs- bewußtsein gewertet werden, wie dies von der deutschen Industrie im Interesse des Dolksganzen geschieht.

Keine Parteinahme des Reichstags.

Die Hilfsaktion für die von der Aussperrung betroffenen Gemeinden.

Bochum, 23. Noo. (TU.) Der erste Syndikus der Bochumer Handelskammer, Dr. Hugo, über­gibt zur Klarstellung über die angeblich vom Reichs­tag bewilligten 20 Millionen Mark Arbeitnehmer- Unterstützungen eine Erklärung, der wir u. o. folgen­des entnehmen:

Es ist die Auffassung verbreitet, daß der Reichs- t a g 20 Millionen für die Arbeitnehmer Unter­stützungen bewilligt und damit zugunsten der einen Partei Stellung genommen habe. Tatsächlich liegen die Verhältnisse ganz anders: Der Reichstag hat im Sozialpoliti chen Ausschuß wie im Plenum diese Wege der einseitigen Parteinahme nicht beschritten, sondern seine Neutralität gewahrt. Durch die angenommene Entschließung wird lediglich das Reich ermächtigt, Preußen eine Summe zur Verfügung zu stellen, mit der die not- leidenden Gemeinden im Westen un­ter st ü tz t werden können, deren Höhe noch auszu­handeln ist. Tatsächlich sind die Länder nach der Fürsorgeverordnung verpflichtet, den not­leidenden Gemeinden entsprechende Beträge zu zahlen. Die Bereitwilligkeit des Reiches, bei dieser Last mitzuhelfen, ist das einzige, wozu der Reichstag seine Zustimmung gegeben hat. Es ist ober nirgendwo bei den Beratungen im Reichstag eine fixe Summe genannt worden, geschweige denn der Betrag von 20 Millionen aus Reichs- mitteln, wie es vielfach in der Oeffentlichkeit heißt, bewilligt worden. Ts wäre ein verhängnisvoller Irrtum, sollten die Gemeinden oder die Gewerk­schaften glauben, daß ein solcher Betrag zur Ver­fügung stände. Die über die Verteilung der gesetz. lich fälligen Fürsorgeleistuna festzusetzenden Richt- linien stehen nach der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht und der oreußischen Ausführungs- Verordnung derpreuhischenRegierunazu. Die Richtlinien, die der preußische Wohlfahrts­minister für die Durchführung der Fürsorge fcstge- setzt hat, find ohne Zutun und ohne die Möglichkeit irgendeiner Einflußnahme des Reichstages erlassen. So Hot der Reichstag sich darauf beschränkt, seiner­seits nur seine Bereitschaft zur Unterstützung der notleidenden Gemeinden auszusprechen. Niemand war sich darüber im Unklaren, daß diese Fürsorae- unterstützungen gezahlt werden mußten. Mit seiner Stellungnahme hat der Reichstag aber die beantragte Abänderung des Arbeitslosenoerfiche- runasgesetzes verworfen und es grundsätzlich ab­gelehnt, in den schwebenden Lohnkampf der Eisen- industrie durch eine Rechtsbeugung zugunsten einer Partei einzugreifen.

Der Gewerkverein Christlicher Bergarbeiter zur Lage.

Essen, 23. Rov. (LU.) Der Dewerkverein Christlicher ^Bergarbeiter hielt eineKonferenz seiner Vertrauensmänner ab, die sich mit dem Kampf der Eisenindustrie beschäftigte. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Die Funktionärversammlung des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter verurteilt die Kamps- maßnahmen der Unternehmer in der Metall­industrie. Die Konferenz bedauert die Nach­sicht der Regierung. Dieselbe hat die Pflicht, dafür au sorgen, daß unser so schwer bedrohtes Wirtschaftsleben g e s ch ü tz t wird. Es wird verlangt, daß den in Mitleidenschaft ge­zogenen Arbeitern anderer Betriebszweige d i e Kurzarbeiterunterstützung gezahlt wird. Den ausgesperrtcn Kameraden in der Me­tallindustrie spricht die Konferenz ihre Sym­pathie aus und wird sie in ihrem Kampf unter­stützen. Den Konserrnzteilnehmern gilt die Aus- fperrung als ernste Mahnung. Rur ein starker Gewerkverein ist in der Lage, die Bergarbeiter vor Schaden zu bewahren.

Reichsratsbefchlüffe.

AnwaltSgcbühren. Steuervereinheitlichungsgesetz.

Berlin, 24. Rov. (D. D. Z.) Der Reichs­rat hielt unter dem Dorsitz des Reichsfinanz­ministers Dr. Hilferding eine Vollsitzung ab. In dem Entwurf eines Gesetzes über die Erstat­tung von Rechtsan w al tsgebühren in Armensachen haben die Reichsratsaus­schüsse entgegen der Vorlage einen niedri­geren Tarif für die Rechtsanwaltsgebühren sowie die Bestimmung beschlossen, daß den Ländern die erwachseirden Kosten vom Reiche erstattet werden. Das Plenum entschied sich für die Ausschußbeschlüsse. Infolgedessen erklärterer Vertreter des Reichsjuftizministeriums, daß die Reichsregierung mit den Aenderungen des Reichsrates nicht einverstanden sei und dagegen Einspruch erhebe.

Darauf folgte die Beratung des Steuer- vereinheitlichungsgesetzes, das ein Rahmengesetz darstellt, in welchem zusammen- gefaßt smd ein Einführungsgesetz, ein Drund- steuerrahmengefetz, ein Gewerbesteuerrahmengesetz, ein Gebäudeentschuldungssteuergesetz, ein ©teuer- anpassungsgesetz und ein Gesetz über den lieber» tritt von Beamten in den Reichsdienst. Die Aus­schüsse hatten sämtliche Gesetze für Der* iaffungsändernd erklärt. Aus Verlangen der Reichsregierung wurde jedoch diese Erklärung vom Reichsrat nur noch aufrechterhalten für das Gebäudeenifchuldungssteuergefeh und für das Ge­setz über den Uebertritt von Beamten in den Reichsdienst.

Die Vertreter Sachsens, Bayerns. Württem­bergs und Oldenburgs erklärten sich gegen d ie ganze Vorlage, der Vertreter von Mecklenburg-Schwerin gegen das Grundsteuer- rahmengefetz, das Gewerbesteuerrahmengesetz und das Geoäudeentfchuldungssteuergeseh. D e r V e r» tretet Hessens stimmte der Vorlage unter der Voraussetzung zu, daß die dadurch den Ländern entstehenden Steuerausfälle beim endgültigen Finanzausgleich berücks ich- t f g t würden.

Für das Gebäud een tschu ldungssteuergefetz fand sich nicht die für Verfassungsänderungen nvtwen-

Schwere SlSme über AilaM und Mdfee.

Orkan über England.

Ter Kanalverkehr eingestellt.

Conbon, 24. Rov. (H3B.) Ganz England wurde Jreitag von einem fast orkanartigen Sturm heim- gesucht. Aus allen Teilen de» Landes werden hef­tige Regengüsse und Sturmwinde gemeldet. Zahlreiche Telephondrahte sind zerrissen worden, und die Telephonoerbindungen erleiden beträchtliche Verzögerungen. JmSanal herrscht hohe See und viele Dampfer haben sich zum Schuh in die Hasen begeben. Die Rettungsboote von Deal und Ramsgate sowie eine Anzahl schnel­ler Motorboote wurden heute in größter Eile ab- gesandt, um einer Flotte von Herings- dampsern zu Hilfe zu eilen, die vom plötz­lichen Sturm überrascht waren und drin­gende Notsignale gaben. Ls gelang, die Heringsflotte mit ihrer Besatzung einzubringen. wegen des im fianal herrschenden Sturmes wurde der gesamte Schisssdienst zwischen Ostende und Dover eingestellt.

Infolge des Sturmes, der in den frühen Morgen­stunden des heutigen Tages noch fortdauerte, sind nach den bisherigen Meldungen in verschiede­nen Städten Großbritanniens zusammen a ch f Personen getötet und viele verletzt worden. Line Hüttenkolonie in Monmouthshire wurde vollkommen zerstört. 500 Personen sind infolgedessen obdachlos. 3n Portland Harbour rissen sich drei Wasserflugzeuge der firiegsmarine von ihren Verankerungen los und versanken.

(Sturm an der deutschen Nordseeküste.

Hamburg, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der orkanartige Sturm, der gestern über Irland und dem Kanal herrs^te, hat heute die norddeutschen Küstengewässer und Städte erreicht. In

den frühen Morgenstunden fegte der Sturm mit außerordentlicher Stärke über die Stadt. Das Wasser der Elbe staute sich an verschiedenen Einbuchtungen in bedenkliche Höhe. Störungen größeren Ausmaßes sind bis jetzt noch nicht gemeldet.

Der schwere Südwest sturm hielt auch heute früh mit unverminderter Heftigkeit an. Die Signal- statwn im Hasen gab fortgesetzt Warnungsschüsse ab, da man ein weiteres Ansteigen des Wasser st andes der Elbe bei der nächsten Flut erwartet. Der Verkehr im Hafen ist stark ^hindert. Cuxhaven meldete heute früh bei fal­lendem Darvmeterstand stark böigen Westwind. Ein deutscher Frachtdampser

im Atlantik gesunken.

Die gesamte Besatzung gerettet.

London, 23. Rov. (WTB.) Im Atlantischen Ozean herrscht furchtbarer Sturm. Die Anchvr Line hat vom DampferPennsylvania", der letzten Montag nach Reuhork abgefahren ist, Rachricht erhalten, daß er dem deutschen Fracht­dampfer »Herrenwijk" (2514 Tonnen) der Lübeck--Aktiengesellschaft zu Hilfe geeilt ist, der im Sinken begriffen war. Das Liverpooler Bureau der White Star Line meldet, daß es Mitteilung vom Kapitän des Dampfers »Re­gina" erhalten hat, daß er ebenfalls zur Ret­tung des deutschen DampfersHerrenwyk" 700 bis 800 Meilen westlich der irischen Küste geeilt ist. An Bord derRegina" befindet sich Der britische Außenminister Chamberlain auf der Heimreise nach England, Der dänische Dampfer Estoni" sandte heute vormittag eine Mel­dung, wonach er gestern abend sechs Mann der Besatzung des deutschen DampfersHerrenwijk" gerettet hat, daß jedoch zunehmende Winde und Dunkelheit weitere Rettungsarbeiten un­möglich gemacht haben. Rach letzten Blätter- meldungen ist die gesamte Besatzung des deut­schen Dampfers gerettet.

dige Mehrheit; infolgedessen fiel dieses Gesetz innerhalb des Rahmengesetzes aus. Die Reichs­regierung behielt sich jedoch eine Doppelvorlage vor, die dieses Gesetz in die Vorlage einfügt, die an den Reichstag gehen wird. Auch für einige Aenderungen, die der Reichsrat an den einzelnen Gesetzen vornahm, behielt sich die Retchsregierung eine solche Doppelvorlage vor. Das Mantelgesetz wurde schließlich mit 42 gegen die 26 Stimmen von Bayern, Hessen, . ttemb rg, Me. lr.Bu g-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig und Bremen angenommen.

Das deutsche Memorandum Überreicht.

P a r i 8, 23. Rov. (priv. Tel.) wie verlautet, hat Botschafter v. h o e f ch bei feiner heutigen Unter­redung mit dem Ministerpräsidenten p o i n c a r t ein Memorandum übergeben, in dem der deutsche Standpunkt zu den von dem Sach- verstäudigenausschuh zu behandelnden Fragen ge­nerell dargelegt wird. Inhaltlich baut sich die Mit­teilung auf der Rede Sfrefemanns im Reichstag auf, d. h. es wird, wie schon mehrfach angekündigt wurde, eine vorzeitige materielle vehandlung des Reparationsproblems abgelehnt werden. Gleich­zeitig wird die deutsche Regierung betonen, daß keinesfalls der Aufgabe der Sachverständigen, un­voreingenommen die deutsche Zahlungsfähigkeit zu prüfen, oorgegriffen werden dürfe. Schließlich wird man auch einen baldigen Zusammentritt der Experten-fiommisiion für notwendig erklären.

Der neue dotschaster in Moskau.

Ministerialdirektor von Dierksen wird Nachfolger des Grafen Brockdorf.

Berlin, 24. Rov. (Priv.-Tel.) Ministerial­direktor Dr. Herbert v. Dierksen, der Lei­ter der Ostabteilung des Otudtoartigen Amtes, der in der letzten Zeit unter den Anwärtern auf den Moskauer Botschaft er Posten mehrfach ge­nannt wurde, ist jetzt endgültig für dieses Amt ausersehen worden. Seine Ernennung wird er­folgen, sobald das Agröment der russi­schen Regierung vorliegt. daS zur Zeit nachgesucht wird. DerVorwärts" schreibt: An der Erteilung des Agrements ist kaum zu zwei­feln, zumal v. Dierksen in den letzten Iahren wiederholt als erfolgreicher Llnterhändler mit Sowjetrußland tätig gewesen ist, teils in Berlin, teils in Moskau, teils auch bei den Genfer ratungen, an denen er regelmäßig als Spezialist für Ostfragen teilzunchmen pflegte. Sjert v. Dierksen, der tatsächlich einer der besten Kenner der Ostprobleme im Auswärtigen Amt ist, war zeitweise deutscher Generalkonsul in Danzig, aber seit seinem Hebert ritt aus der preußischen Ver­waltungslausbahn in den diplomatischen Dienst ist er fast ausschließlich in der Berliner Zentrale und zwar im Ostreferat tätig gewesen. Bei dem großen diplomatischen Revierement vor Iahres- frist wurde er zum Leiter der Ostabteilung an Stelle des Ministerialdireklors Wallroth be­stimmt, der zum Gesandten in Oslo ernannt wurde.

Zentralvorstandstagung der Deutschen Volkspartei.

Strefemann zum Parteiführer wiedcrgeivahlt

Berlin, 24. Rov. (Priv.-Tel.) Der Zentral­vorstand der Deutschen Dolkspartei trat unter starker Beteiligung aus allen Teilen des Reiches im Reichstag zusammen. Der 1. Vorsitzende der Partei, Reichsminister Dr. Strese- mann, gedachte zunächst der seit der vorletzten Tagung verstorbenen Parteimitglieder. Darauf begrüßte Dr. St.esemann den Ehrenvorsitzenden der Partei, Geheimrat Dr. Vogel (Dresden), und schlug unter freudiger Zustimmung der Ver­sammlung die Wahl des Geheimrats Professor Dr. Riehe r (Berlin) zum Ehrenmitglied des Zenlralvorstandes vor. Auf Vorschlag von Reichsminister a. D. Dr. Scholz wählte ber Zen­tralvorstand durch Zuruf einstimmig unter sich stets erneuernden Beifallsstürmen den Reichs­minister Dr. Strefemann wieder z u m

1. Vorsitzenden des Zentralvorstandes und damit der Partei. Dr. Scholz gab dann den Ge­fühlen der Freude, die die Partei über die Wiedergenesung Stresemanns emp.inde, in tief empfundenen Worten Ausdruck, indem er gleich­zeitig auf die Bedeutung des Staatsmannes Strefemann nicht nur für die Partei, sondern auch für das Vaterland hinwies und die ein­mütige Gesinnung betonte, die Führung und Partei verbinden. Unter erneuten, nicht enden­wollenden Beifallsstürmen nahm Reichsminister Dr. Stresemann, der frischer und jugend icher als vor seiner Erkrankung erschien, die Wahl an. Dann begannen die Wahlen zum Zentralvor­stand. Rach den Wahlen sprach S aats.ekretär Kemples über organisatorische Fragen.

Aus aller Wett.

Der italienische BilderfälschungS-Gkandal.

Die Mitteilung des Eorriere della Terra über den Riesenfälschungsskandal mit antiken Kunstwerken hat naturgemäß auch in Berlin allergrößtes Aufsehen erregt, wenn auch schon im Jahre 1926 auf dem Internationalen Kongreß der Kunstgelehrten in Zürich schon einmal die Fälschungen zum Gegen­stand eingehender Besprechungen gemacht worden waren. Die jetzigen Enthüllungen gehen jedoch weit über das damals bekannte hinaus, da es sich um Fälschungen von ganz großem Ausmaße handelt, und dabei viele staatliche Mu een und Pri­vate um Millionenbeträge geschädigt worden sind. Glücklicherweise hat es sich herausge­stellt, daß deutsche Museen, der deutsche Kun st handel und auch der Prioatbesitz nicht mitindieAffäreeinbezogensino und niemand als geschädigt gelten kann. Die preußische Museumsverwaltung teilt nämlich entgegen allen anderslautenden Behauptungen mit, daß Falfchstücke von ihr nicht angekauft wor­den sind, allerdings vor drei Jahren ein Angebot gemacht worden ist, das jedoch a b g e l e h n t wurde, obgleich es seinerzeit von Kunstliebhabern als echt angesehen worden war. Soweit sich bisher übersehen läßt, ist in der Hauptsache der amerikanische Kun st markt durch die Fälschungen geschädigt worden, und ein amerikanischer Kunsthändler ist es denn auch gewesen, der als erster an die Aufdeckung der Fälschungen ging.

Probefahrt von volkharls Raketeuwagen.

Unter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit fand auf der Südschleife der Berliner Avus die Probevorführung des neuen Raketenwagens von dem Düsseldorfer Konstrukteur Kurt Volkbart statt. Der Wagen wurde von Volkhart selbst ge- steuert und erzielte eine Höchstgeschwin- big t ei t d o n etwa 60 Kilometer aus einer 400 Meter langen Strecke. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfall. Die Anfahrtsgeschwindigkeit war die eines normal abfahrenden Wagens, steigerte sich aber sehr schnell auf 50, und schließlich auf 60 Kilometer. Man bewunderte allgemein, daß die Erolosion der Raketen bei dem neuen Modell ver­hältnismäßig geräuschlos vor sich ging. Nach 400 Meter stoppte Volkhart, um zu zeigen, daß der Raketenwagen genau wie jedes andere Auto nach Belieben des Führers anhalten kann. Etwa auf halber Strecke zündete eine Rakete nicht vor­schriftsmäßig, offenbar, weil sie feucht geworden war. Sie brachte aber nicht, wie man für einen solchen Fall gefürchtet hatte, den ganzen Wagen in Gefahr, sondern riß auf und flog etwa zwei Meter hinter den Wagen, der durch diesen Zwischenfall keinerlei Schaden genommen yat.

Todessahrl im Bauernroagen.

Auf der Landstraße nach Groß-Wolde (Ostfries- land) l ö st e sich an einem Bauerngefährt aus un­bekannten Gründen die Gabeldeichsel. Der Wagen rollte von der Straße in einen tiefen Graben, wo er s i ch überschlug und die vier Insassen, einen Landwirt mit seiner Frau, feiner 83jährigen Tante und ein sechsjähriges Mädchen, unter s i ch begrub. Als Hilfe herdeigeeilt war, waren der Landwirt, feine Frau und die Greisin bereits tot; nur das Kind war noch am Leben.

verbot von fiarnevalzügen.

Der Regierungspräsident von Münster, Dr. Amelunxen, hat für den Regierungsbezirk Mün­ster die Veranstaltung von Karneval­zügen und öffentlichen Mas.entrei- ben verboten. Das durch die Metallarbeiter- aussperrung besonders erllärlichr Verbot wird damit begründet, daß karnevalistische Arnzüge m i t dem Ernst und der Bedrängnis der gegenwärtigen Zeit unvereinbar

seien. Bereits tm DoHahre hat ber RegienmgS- Präsident die gestellten Anträge auf Genehmigung von Karnevalzügen abgelehnt. Er erllärte, daß er in einer Zeit wirtschaftlicher Rot, ht der bitterer Hunger und zehrende Sorgen bei zahlreichen Familien täglich Gast seien, die Genehmigung für Karneva^üge aus sozialen Gründen nicht verantworten könne.

Selbstgestellung zweier Mörder.

Bei der städtischen Polizei in Wiener-Neu» st a b t hoben sich der Hilfsarbeiter Alois Stein­kirchner aus München und der Fleischergehilfe Oskar Preinsperger aus Stuppach freiwillig gestellt. .Sie gaben an, sie hätten am 22. Oktober einen Monn namens Ludwig Kaiser, dessen Leiche in Gar, ching bei München gefunden worden war, ermordet. Sie flüchteten dann über die

* e n,3 e na d) Oesterreich, um der Möglich, telt, in Deutschland als Mörder zum Tode v er u r te i 11 zu werden, zu entgehen und vor das österreichische Geschworenengericht gestellt zu werden. Nachdem ihnen die Geldmittel ausge­gangen waren, haben sie sich bei der Polizei ge­meldet. Sie wurden in das Wien-Neustädter Ge­richt eingeliefert.

Millionen betrüger eien.

Das Ermittelungsverfahren gegen den Ge­schäftsführer der Chemischem Fabrik Iohannisthal G'.m.b. G., Dr. Greiff, der Anfang Oktober unter dem Verdacht der schweren Llckundenfäl- schuna, des Konkursverbrechens und Betruges verhaftet worden war, unb sich seitdem im Moabiter älittersuchungSgftängniS befindet, nimmt einen immer größeren Umfang an. Dr. Greiff hat öugestanden, daß er mehr als zehn Millionen Mark Gelder veruntreut hat. ReuerdingS ist durch anonyme Briefe her» ausgekommen, daß Dr. Greifs die englische Bank HambroS Ltd. um eine Million be­trogen hat. Dr Greift hat auch diesen Betrug zugegeben. Dr. Greifs soll auch durch falsche Buch­führung ein holländisches Bankhaus um 750 000 Fl. geschädigt haben, indem er füt die erlangten Kredite Warenbestände der Jo­hannisthal G. m. b. H. vortäuschte, die nicht vorhanden toaren. Diesen Fall bestreitet Dr. Greiff bisher noch

Da» Moabiter Gefängnis wird geschloffen.

Das alte Moabiter Zellengefängnis wird nun­mehr seine Pforten endgültig Im Frühjahr näch­sten Iahres schließen. Heber die Verwendung des sehr großen und außerordentlich wertvollen Geländes schweben zur Zett zwischen der Iustiz- derwaltung, dem Finanzministerium und der Reichspost, sowie der Deutschen ReichsbaHn- gesellschast Verhandlungen. Ein Abschluß deS Verkaufs ist in nächster Zeit zu erwarten, da die Justizverwaltung dringend Geld für den Reubau des Zentraljustizpalastes braucht. Das Zellengefängnis in Moabit beher­bergt augenblicklich noch 381 Gefangene, die im Frühjahr auf die anderen Strafanstalten verteilt werden.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Rov. (WTB. Funkspruch.) An­geregt durch die Hausse in Reuyork zeigt der heutige Vormittagsverkehr eine festere Haltung. Für Mektrowerte, Glanzstoft, Demberg, Farben und besonders Reichsbank besteht arößeres In­teresse. Sine Anregung verschafft ferner die heutige Verhandlung vor dem LandeSarbettsamt m Duisburg und das erwartete Kommunique Siemens-Elektrisch-Licht. Siemens 412,50 bis 431, Farben 264, Reichsbank 323 bis 323,50.

Die Wetterlage.

JtardOHn-

rank?.

«6

-«tot

5t-

freitag, d. 23.NoVt>.192& T afrds.

*5---

iStrona

--t-Thorsh. =W=z 'ttf'X -

6eni x n Hot

\O

Otforxtnw.o neue» 3 n«i» owe<«u 9 oeoecn e«tge^

# Schnee o Oraudcin * neoei K 6rw-tter (§)umditiiie. sef«

leichter Ort ß -nissige- Südsüdwest q sturm»tnei -ordwes» 6te Ptene fliegen mit dem winde Oie oeotn Stationen stehenden Zan­ten gehen die femperatut an P-e Limen vero.noeo On» mit gieicnee euf «terasnirfea»» umaar«Bortte Lvitdnue

Wettervoraussage.

Die Sturmzyklone, die heute morgen über Däne­mark lag, hat gan^ Deutschland sehr unbeständiges Wetter und Niederschläge gebracht. Da mit dem raschen Vorwärtsschreiten der Störung eine eben­so rasche Zufuhr ozeanischer Luftmasien aus höhe­ren Breiten an ihrer Rückseite verbunden ist, so werden sie unter sinkenden Temperaturen den un­beständigen Witterungscharakter vorläufig noch be­stehen lassen. Jedoch rührt der von Westen ein« setzende Barometeranstieg wahrscheinlich im Laufe des morgigen Tages den Uebergang zu ruhigerem Wetter herbei.

WettervoraussagefürSonntag: Nach zunächst noch unbeständiger Witterung und mehr­fachen Regenschauern, Temperaturrückgang und all­gemein ruhigeres Wetter.

Lufttemperaturen am 23. November: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 12 Grad Celsius: am 24. Nov.: morgens 7,1 Grad Celsius. Maximum 12,1 Grad Celsius; Minimum 6,5 Grad Celsius. Erdtempera­turen am 23. November: abends 7,7 Grad Celsius: am 24. November: morgens 6,8 Grad Celsius. Niederschlag 5,7 Millimeter.