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Turnen, Sport und Spiel

Winter 1928/29 zur Linderung der vorhandenen und noch weiter drohenden Arbeitslosigkeit und zur rascheren Behebung der Wohnungsnot beizutragen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

2l. Z. 123. Trotz verschiedener Versuche, die von 3hnen gewünschten Auskünfte zu erlangen, ist uns dies hier nicht gelungen. Vielleicht erkundi­gen Sie sich einmal bei dem Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie in Berlin, der Ihnen wohl Bescheid geben kann.

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Eifers mußte sie sich dem ganz vorzüglichen Kön­nen chres Gegners mit 0:11 beugen.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

o. 3m Anschluß an bas Ligatreffen Wetzlarer Sportverein Spielvereinigung 1900 am Sonn­tag lieferten sich die Handballmannschaften 1900s unb der 1. Kompagnie des hiesigen Bataillons einen interessanten und schnellen Kampf, aus dem die Spielvereinigungsleute mit 5:2 Toren als Sieger hervorgingen. 3n der ersten Spielhälfte schien es, als würden die Platzbesitzer eine bessere Partie als am vergangenen Sonntag gegen die Maschinengewehrkompagnie liefern, denn sie konn­ten durch den Halblinken und Rechtsaußen je einmal und den Mittelstürmer zweimal in Füh­rung gehen. Bald nach dem Wechsel stellte es sich jedoch heraus, daß man in den Gästen einen außerordentlich hartnäckigen und eifrigen Gegner gefunden hatte, der das Spiel noch keineswegs verloren gab. -Zwei von den Soldaten im -Verlauf zeitweiliger Drangperioden erzielten Toren ver­mochten die 1900er nur noch eins entgegenzusehen. Die unterlegene Mannschaft hatte ihre Haupt­stützen in dem Mittelläufer und dem Mittel­stürmer, aber auch die übrigen Leute taten voll­auf ihre Schuldigkeit. Die Elf wird stets einen gefährlichen Gegner abgeben. Bei den 1900ern wollte es immer noch nicht recht klappen, vor allem konnten die beiden Ersatzläufer nicht be­friedigen. Dann verstand es der Sturm auch nicht recht, die gebotenen Gelegenheiten auszu- nutzen. Schiedsrichter Bley hatte das Spiel stets in der Hand und wurde beiden Parteien gerecht.

Die in Wetzlar beim V. f. L. weilende erste Jugendmannschaft mußte mit 7:2 (Halbzeit 3:1) Federn lassen. Mangelnde Kampserfahrung und nicht geeignete Besetzung mancher Posten erklären die Niederlage. Infolge Ausbleibens des Schiedsrichters fand das Treffen als Privat­spiel statt.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Das Meifterschastssuhball'piel Wetzlarer Sportverein gegen 1 9 0 0 Gießen war für die Gießener ein großer Erfolg. Die recht schwach aufgestellte Els des Plahvereins ent- täuschte nach der angenehmen Seite. Eie zeigte bis zur Pause bei recht ansprechenden Leistun­gen ein ganz schönes Spiel und war in techni­scher und taktischer Hinsicht den Wetzlarern weit überlegen, deren Epielweise wenig Können ver­riet. Die 1900er begannen mit forschen An­griffen und brachten das Wetzlarer Tor oft­mals in höchste Gefahr. Die stabile Wetzlarer Derteidigung bannte aber mit Eifer, im Verein mit dem guten Torhüter, ganz gefährliche Mo­mente oder rettete ins Aus. Erst ein nach mehreren ergebnislosen Ecken verwandelter Handelfmeter brachte den Plahverein In Füh­rung. Bald darauf erhöhten die Dlauweihen auf 2:0, dann war den Wetzlarern mehrmals das Glück hold. Ein dritter Trefser der Gießener wurde annulliert, wegen angeblichen Hand­spiels. Aach dem Wech el erschienen die Gießener in veränderter Sturmaufstellung, was sich sehr nachteilig auf das Gesamt piel auswirkte. Der Sturm brachte fast keine einheitliche Mtion mehr zustande. Läuferreihe unb Verteidigung wurden zeitweise überlastet. Wetzlar brachte eins sehr harte Kote ins Spiel, die der Schiedsrichter H j n d e r, Herborn, nicht immer rechtzeitig und streng genug bestrafte, während er ein angeb­liches Verchen zweier Spieler, das sicher in der Hitze des Gefechtes unabsichtlich geschehen ist, mit Platzverweis ahndete. Damit verlor das Spiel sehr an Beiz, da durch den Platzverweis des Gießener Mittelstürmers der Platzverein seinen besten Stürmer verlor, während die Wetz­larer ifaren platzverwiesenen Torwart sehr gut ersetzten. Ein eigentlich haltbarer Handelfmeter brachte den Wetzlarern das Ehrentor. Der Schiedsrichter gab fünf Minuten Nachspiel wegen der unterbrechenden Vorfälle. Düse kurze Zeit­spanne wäre dm Gießenern bald zum Verhängnis geworden, denn die Mannschaft hatte eine so große Nervosität befallen, daß die Hintermann­schaft schwere Schnitzer bei der Abwehr unge­stümer Wetzlarer Angriffe machte und d:r Aus­gleich mehrmals in der Luft lag. Die Gäste verschossen aber alle aussichtsreichen Sachen, so daß 1900 als verdienter 2:1-Sieger das Feld verlieh.

Die 1900er Aeserven traten sehr ge­schwächt den Wetzlarer Neserven ent­gegen und verloren hoch mit 5:0. Bei der Pause stand das Spiel erst 1:0 für die Gäste. Dann verlor 1900 seinen besten Verteidiger durch Platz­verweis nach einem Zusammenstoß eines Wetz­larers mit dem Gießener Torhüter, wobei letz­terer schwer verletzt wurde und kurz darauf ganz ausscheiden muhte. Damit war die Niederlage der Gießener erst recht besiegelt.

19208 dritte Mannschaft wartete ver­geblich auf Groß en-Busecks zweite Elf und ge­wann dadurch die Punkte kampflos.

Die 1. Jugend trat zum vereinbarten Ge­sellschaftsspiel in Lollar nicht an. Die 2. 3 u -

Wie wir hören, sind bereits Verhandlungen ein- geleitet zwecks Bereitstellung weiterer Anleihemittel, um besonders in den Woh­nungsnotgemeinden die dringendsten Wohnungs- bauten, für deren Herstellung zwar verbilligte Bau­darlehen beantragt waren, aber wegen der Auftei­lung der verfügbaren Anleihemittel nicht bewilligt werden konnten, noch zu beleihen und fertigstellen zu können. Die aufzubringenden Geldmittel sollen vorlagsweise zu Lasten des neuen Baujahres 1929 verrechnet werden.

den Bauhandwerkern aller Art über Winter zu Arbeit unb Verdienst zu verhelfen, damit den Mei­stern die Erfüllung ihrer steuerlichen und sonstigen Verpflichtungen zu ermöglichen unb die Weiter- beschästigung der bei ben Handwerksmeistern be­schäftigten Arbeiter sicherzustellen, ist die Finan­zierung von Neubauten, die von öffent­lichen, gemeinnützigen unb privaten Bauherren für das Jahr 1929 vorgesehen sind, aber bereits im Jahre 1928 begonnen werden können, wenn die staallichen Baubarlehen für die einzelnen Wohnun­gen bereits vor Beginn des Jahres 1929 zur Aus­zahlung an die Bauherren flüssig gemacht werben können. Würde es ber hessische Staat ermöglichen, etwa ein Drittel sämtlicher staatlicher Baudarlehen für das Jahr 1929 bereits jetzt zur Verfügung zu stellen, bann würbe er nicht nur zu einer wesent­lichen Verbesserung der Arbeitsmög­lichkeiten beitragen unb in wirtschaftlicher Be­ziehung feit Jahren beobachtete Schwierigkeiten vermeiden, sondern der Staat würde vor allem auch in wohnungspolitischer Beziehung durch die frühere Bezuasfertigkeit staatlich beliehener Bauten eine große Erleichterung zugunsten der zahlreichen Wohnung suchenden in den hessischen Gemeinden herbeiführen. Der Hessische Landgemeindetag würde es begrüßen, wenn es ge­länge, in kürzester Frist in der angeregten Weise zu einer Beleoung der Bauwirtschaft über ben

Der Hessische Landgemelndeiag und Ne IinanzterungvonWohnungsbauvorhaben

WSN. Darmstadt, 23. Oktober. Der Hes­sische ßanbgemeinbetag hat nach der Ein­leitung von Vorverhandlungen durch seinen zweiten Vorsitzenden, Bürgermeister Ritzel (Michelstadt), bei dem Minister für Arbeit und Wirtschaft ben fol­genden Dringlichkeitsantrag gestellt:

Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Maß­nahmen der hessischen Regierung zur Förde­rung der Wohnungsneubauten im Jahre 1929 gegenüber ben Maßnahmen des Jahres 1928 keine Beschränkung aufweisen werben, daß also mindestens die gleiche Zahl ftaatlidjer Baubarlehen für 1929 zur Verfügung stehen werden, wie sie für bas Jahr 1928 verfügbar waren, halten wir eine teilweise Belebung ber Bautätigkeit für das kom­mende Jahr schon im Herbst 1928 für eine Auf­gabe von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Erfahrungsgemäß liegt das Handwerk besonders während des Winters zumeist in einem Umfang darnieder, ber eine wesentliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes bedeutet unb die Zahl der Erwerbs­losen beträchtlich vermehrt. Es muß als eine Pflicht des Staates angesehen werden, auf die Beschäf­tigung des Handwerks mit allen verfüg­baren Mitteln hinzuarbeitsn. Die beste Möglichkeit,

Handball-Verbandspiele im Mannerturnver^in (O. T.)

Mw. l. Tv. Wetzlar l. 3:4 (Halbzeit 0:3). Mw. II. Tv. Wetzlar II. 0:2 (Halbzeit 0:1). Mw. Jugend Tv. Treis Jugend 11:1 (Halb­zeit 5: 0£

5Xe, Männerturner hatten am Sonntag die beiden Mannschaften des Tv. Wetzlar zu den fälligen Verbandsspielen als Gast. Bei den Gie­ßenern wollte es nicht so richtig klappen: sie hatten ihren schlechten Tag.

Besonders gUt dies sür die l. Mannschast, die verkehrt aufgestellt war: es fehlte ihr im Anfang die nötige Energie und Durchschlagskraft. Der Sturm war diesmal ein Versager. Die Durch­brüche in der Mitte waren wohl gut gemeint, aber der Gegner verstand es, die Verteidigung in der Mitte zusammenzuhalten und alle An­griffe zu unterbinden. Die Läuferreihe spielte auf­opfernd, aber es gelang ihr nicht, ihre Aufgabe voll und ganz zu erfüllen. Dies lag aber auch daran, daß die Stürmerreihe allzu bequem war. Die Verteidigung macht immer wieder den großen Fehler, daß sie zu weit aufrückt und mit der Ab­wehr zu spät beginnt. Bei dem Tormann vermißte man die sonst übliche Sicherheit und Nuhe. Die Niederlage ist auch auf sein Konto mit zu setzen. Zu dem Spielverlauf ist zu sagen, daß es den Wetzlarern, bevor sich die Gießener Hintermann­schaft zusammenfand, gelang, bereits in den ersten 10 Minuten drei ^leberraschungstove zu werfen. Die Mw.er wurden hierdurch aus dem Gleich­gewicht gebracht. 3n den ersten 20 Minuten konnte eine starke Äeberlegenheit der Gäste fest- gestellt werden. 3n rechtzeittger Erkenntnis der Lage wurde noch während der 1. Halbzeit die Mw.-Mannschast umgestellt, und es gelang ihr hierdurch, das Spiel wieder in die Hand zu be­kommen. Durch Stärkung der Läuferreihe wurden die Angriffe des Gegners besser unterbunden, der Sturm konnte durch gute Vorlagen präziser ar­beiten. 3n der zweiten Halbzeit hatten die Männerturner mehr vom Spiel, Sie gaben immer mehr den Ton an, und es gelang ihnen dreimal erfolgreich einzusenden. Der Ausgleich wurde durch die nunmehr einsetzende zahlreiche Ver­teidigung von Wetzlar verhindert. Sin weiteres Tor der Männerturner wurde nicht gegeben. Wenn diese mit gleichem Eifer in der ersten Halbzeit gezielt hätten, dann wäre ihnen der Sieg nicht zu nehmen gewesen. Durch den Sieg über die Männerturner sind die Wetzlarer mit diesen punktgleich geworden. Die Nachrunde muß jetzt zeigen, wer als Sieger aus der Meisterllasse im Gau Hessen hervorgeht.

3m Spiel der 2. Mannschaften hätten die Männerturner unbedingt gewinnen müssen. Sie hatten den Vorteil des eigenen Platzes und waren auch im Feldspiel überlegen. Der Sturm muß die Angriffe besser dortragen und den Ball bei Einsetzung der Abwehr rechtzeitig ab­geben. Cigenbrodeleien haben in einem Mann­schaftskörper keinen Raum. Bei den nächsten Spielen müssen die M. T. V. er sich gewaltig anstrengen, um die Scharte von den letzten Sonn­tagen wieder auszuwehen. Die Wetzlarer Mann­schaft spielte eifrig und rückt durch diesen Sieg an 4. Stelle auf (X-Klasse).

Die Jugendmannschaft rettete die Ehre des Tages. ES gelang ihr, tm Rückspiel gegen T. V. Treis a. d. Lda. einen einwandfreien Sieg mit nach Hause tzu bringen. Konnte doch die eifrige Mannschaft bis jetzt ein Torverhältnis von 40:2 für den Verein erringen.

Handball T. B. v. 1846.

Tv. 1846 1 I.- u. Spo. 1860 Marburg 4:2 (3:0).

Die 1. Mannschaft konnte am Sonntag durch ihren Sieg über Marburg zwei wertvolle Punkte gewinnen. Gießen hatte in beiden Halbzeiten etwas mehr vom Spiel. Gut bewährt hat fich die Einstellung des neuen Mittelstürmers, der, wenn auch durch eine Verletzung behindert, den Sturm glänzend führte und selbst seines Kennen zeigte. Marburg stellte eine sehr flinke Mann­schaft, mit guter Fangtechnik und gutem Zu­spiel. Der Sturm hatte allerdings in der Gießener Hintermannschaft ein schwer überwind­bares Hindernis und konnte dadurch nur zu zwei Erfolgen kommen. Ech'edsrichter Dach von Polizei Frankfurt leitete zur vollen Zufrieden­heit.

Am Sonntagmorgen spielte de 2. Mannschaft gegen ben Favoriten der A-ÄL Tumgemcinde Friedberg und verlor völlig unverdient 1:3. Die Friedberger entschieden das Spiel durch ihren schußfreudigen Sturm.

Sie Jugendmannschaft machte ihre Schlappe gegen Grohen-Lindens Jugend wett und gewann 1:0.

D. f. B. Handball.

In der Vorschau war als Gegner ber Handball­elf irrtümlich ber Wetzlarer Sportverein angegeben worben: tatsächlich war es 23. f. ß. Wetzlar. V. f. B. stand infolge plötzlicher Absaae und Er­krankung einiger Spieler stark ersatzgeschwächt unb nur mit zehn Mann ber kompletten, mit Paulus spielenben Wetzlarer Elf gegenüber. Trotz allen

gend unterlag gegen Heuchelheims 1. Jugend in Heuchelheim 0:2 nach recht schwachen Leistungen. Die 3. Jugend toartete vergeblich auf ipren Gegner.

Die 1. S chülerelf trat unvollkommen an und mußte daher gegen den Lokalgegner eine hohe 5:0-Niederlage einstecken.

V. f. B.

Die Ligamannschaft schlug die Liga Frohnhausens mit 3:1 und gewann damit chr Diertes Verbandsspiel. Das Resultat erscheint in Anbetracht des ungleichen Stärkeverhältnistes bei­der Mannschaften etwas knapp, findet aber feine Erklärung in ben dortigen unzulänglichen Platz- Verhältnissen, die jede fremde Mannschaft vor eine schwere Ausgabe stellen, während sie für die ein­heimische Elf einen außerordentlichen Vorteil be­deuten. D. f. D. kann froh sein, wenn auch nach knappem, so doch verdientem Siege seine Punkte von Frohnhausen sicher nach Hause gebracht zu haben, eine Tatsache, deren sich nicht jede Mann­schaft des Gaues am Schluß ber Verba ndsfolele wirb rühmen können. Der Verlauf bes Treffens ähnelt stark bem des Dillenburger Spiels. Auch hier nutzte die Platzmannschaft anfänglich die Unsicher- heit unb die baraus resultierende Schwäche Gießens aus unb versuchte durch Steigerung des Tempos und mit äußerst wuchtig oorgetragenen Angriffen die Gießener Elf zu überrumpeln. Diese fand sich trotz aller Bemühungen nicht zusammen, und konnte sich in den ersten zwanzig Minuten nur unter Auf­bietung aller Eneraie der Ueberlegenhell Frohn­hausens erwehren, Dem es auch etwa nach einer Viertelstunde Spielzeit gelang, mit 1:0 in Führung zu gehen. Erst bann vermochte D. f. B. sein Spiel nach unb nach ben Platzverhältnissen anzupassen unb wurde bann auch zunehmend besser. Noch vor ber Pause wurde ber Ausgleich erhielt. Noch htm Wechsel aing Frohnhausen nochmal stark aus sich heraus, fiel jedoch sehr bald darauf gänzlich ab, da es seine Kräfte bereits zu sehr verausgabt hatte. Gießen lief nun zu einer prächtigen Form auf und schnürte ben Gegner in seine Hälfte ein. Trotz zahl­reicher Verteidigung konnte dieser nicht verhindern, baß V. f. B. noch zweimal einschoß unb bei weniger Pech (Lattenschüsse) bas Resultat noch hätte erhöhen können. Zusammengefaßt barf man unter Berück­sichtigung der ungünstigen Umstände mit der Ge­samtleistung der Mannschaft zufrieden fein.

Die Ligareserve hatte in ber Zweiten Frohnhausens keinen gleichwertigen Gegner. Rach durchweg überlegenem Spiel, in bem. sie sich mehr als eine Klasse besser zeigte, gewann sie hoch mit 8:0.

Die vierte Mannschaft unterlag in Leih­gestern ber dortigen Ersten mit 2:4. Ihre Nieder­lage ist lediglich auf das Ausbleiben zweier Spieler zurückzuführen, die ohne vorherige Absage bem Spiel fernblieben unb so ihre Mannschaft im Stich ließen. D. f. B. war technisch besser, konnte aber nicht seine zahlenmäßige Unterlegenheit damit ausgleichen.

Daß bie nach Marburg fahrenden Jugend» unb Schüler Mannschaften kaum eine Chance auf einen Sieg haben würden, war schon in der Freitagoorschau vorausgesagt. Trotzdem alle vier Spiele verlorengingen, darf man doch von einem moralischen Erfolg ber V. f. B. - Abteilung sprechen, da alle Mannschaften gegen bie im Lahnkreis-Ju- gend-Fußball eine überragende Stellung einneh­menden Marburger weit bessere Resultate erzielten, als in ben letzten Treffen. Die knappen 1 ^-Nieder­lagen ber ersten unb zweiten Jugend beweisen, baß das Kräfteoerhättnis bereits fast gleich ist. Die dritte Jugend sowohl wie auch die zweite Schüler zeigten recht schöne Leistungen, kamen jedoch gegen die spielerisch und körperlich überlegenen Gegner nicht auf; Resultat 0:4 bzw. 0:3 für Marburg.

Die erfte Schülermannschaft schlug im fälligen Pflichtspiel bie gleiche ber hiesigen Spieloer­einigung glatt mH 5:0. V. f. B. war in jeher Be­ziehung weit besser als fein Gegner, unb brängte diesen während des ganzen Treffens in feine fl Ufte zurück. Was bie kleinen V- f. B.er in diesem <: ipiel an Ballbehandlung, Stellungsspiel unb Komi Ina- tion zeigten, dürfte von keiner Schülermannschaft des Hess-Hannoverschen Bezirks Überboten werden können. Die körperlich gleichstarken Schüler der Spiel» Vereinigung waren eifrig unb schnell, tarnen aber gegen das bedeutend reifere Spiel ihres Gegners nicht auf. Beiden Mannschaften gebührt ein Ge» samtlod für ihr rühriges Spiel.

Spiel und Sport der höheren Schulen.

Fußball. Gymnasium Realgymnasium 2:1.

Auf dem Universitätsplatz fand dieses Spiel statt. Es wurde sehr eifrig und schnell burchgeführt unb sah bas Gymnasium als glücklichen Sieger. Eine besonbere Note bekam bas Spiel burch das Mitwirken ber Turnlehrer beider Anstalten. Al» Schiedsrichter war ein Primaner ber Oberrealfchul« tätig, der sicher und gerecht leitete.

Fußball in Leihgestern.

Leihgesterns Jugend hatte am Sonntag auf eigenem Platze die Jugendmannschaft von ®r.* Buseck zum Gegner. Großen-Duseck gewann bos

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in die Halle hineingezogen wird. Dabei bildet dann das halbeingefahrene Schiff mit seinem Heck geradezu eine Ergänzung zur Stromlinienform. Auch zur Unterbringung mehrerer Luftschiffe kann man diese Form wählen (Bild 3). so daß man z. B. im Haltenkopf zwei Luf: schiffe nebeneinander unterbringen kann, während das dritte im hin­teren verjüngten Teil der Halle mit seiner Spitze zwischen den Enden der beiden vorderen Luft­schiffe liegt. Muß man freilich eine noch größere

Drehbare Luftschiffhalte für drei Luftschiffe.

Zahl von Luftschiffen unterbringen, so bleibt nichts anderes übrig, als der Dau von festen Hallen ruib die Anlage einer drehbaren Schleu­senhalle in so großer Entfernung beispiels­weise von etwa einem Kilometer, daß die Störungen des Windes nicht bis zur Schleusen­halte reichen. Diese drehbare Halle muh man bann samt ihrem Inhalt auf einem Gleis an die feste Halle heranfahren. Das sind technische Auf­gaben, denen die neuzeitliche Technik durchaus gewachsen ist.

Die Ausstellung des Professors Krell ist aus vielen Gründen belangreich zu nennen. Einmal trägt sie zur Klärung der Hallenfrage bei, indem sie einen guten Einblick in die Luftströmungen und Wirbelbildungen bietet und diesen durch mit auyerorventlichem Fleiß zusammengetragene unb geschaffene rein sachliche Unterlagen stützt, dann aber zieht sie daraus die Folgerungen und bringt damit ein Gebiet der Technik, das ohne Zweifel hinter den Fortschritten deS Luftschiffbaues zu­rückgeblieben ist, um einen so großen Schritt vor­wärts, wie es der gegenwärtige Stand der Technik erlaubt.

Professor Krell weiß sehr genau, daß es dem einzelnen auf sich allein angewiesenen Konstruk­teur nicht vergönnt ist, Ausgetragenes zu bieten; um so mehr ist es zu begrüßen, daß er sich entschlossen hat, seine Untersuchungen und ihre Ergebnisse auf der Ausstellung einem breiteren Kreise zur Anregung und zur Krittk vorzuführen. Man kann seinen in so überzeugender Anschau­lichkeit dargestellten Vorschlägen nur eine solche Beachtung wünschen, daß durch Ausführungen in großem Maßstab die zurückgebliebene Frage der Bergung großer Luftschiffe den Fortschritten unb Erfahrungen im Luftschiffbau angepaht wird.

Ein Jubiläum.

Don unserer Berliner Redaktton.

Am 21. Oktober jährte sich zum fünfzigstenmal der Tag, an dem unter Bismarck das Sozia­listengesetz in Kraft getreten ist. Die Sozial­demokraten haben daraus ein honettes Jubi­läum gemacht, sie haben seit Wochen die ganze Vorgeschichte des Gesetzes ausgeschlachtet. Unb schließlich wird man es ihnen ja auch nicht ver­denken können, wenn sie mit einem gewissen Stolz den Gegensatz herausarbeiten, ber zwischen den Jahren 1878 unb 1928 liegt: damals eine Partei, die mit allen Staatsmitteln verfehmt unb bekämpft wurde, heute die stärkste deutsche Partei, gleichzeitig Trägerin der Negierungsgewalt. Allerdings, ganz ungetrübt ist die Freude für sie nicht, da auch die Kom­munisten das Erbe des Sozialistengesetzes für sich beanspruchen. In Berlin haben am Sonn- tagvvrmittag die Sozialdemokraten demonstriert und unmittelbar nach ihnen die Kommunisten. Beide haben für sich beansprucht, bah sie im Besitz des allein echten Ninges wären, bie Kom­munisten mit ber gehässig-boshaften Bemerkung, das ganze Sozialistengesetz sei nicht nötig gewesen, wenn damals schon Müller und Wels an der Spitze der Partei gestanden hätten.

Auch der Außenstehende wird den Augenblick benutzen dürfen, um einmal bie Bilanz zu ziehen und festzustellen, daß die Ziele, die mit dem Sozialistengesetz verfolgt wurden, zweifellos nicht erreicht sind. Bismarck hat den Ver­such gemacht, die Partei mit allen Mitteln der staatlichen Gewalt auszurotten, gleichzeitig aber durch eine großzügige soziale Gesetzgebung die Arbeiterschaft politisch an den Staat zu binden. Damit ist er gescheitert. Die für bie ganze Welt vorbildliche soziale Gesetzgebung wurde als eine Selbstverständlichkeit hingenommen, die So­zialisten haben sogar im Parlament gegen alle diese Gesetze gestimmt. Die Verbitterung der Arbeiterschaft aber tobte sich politisch in einem ungeahnten Anwachsen der sozialistischen Bewegung aus, gleichzeitig in einer verhängnis­vollen Radikalisierung, die aus der deut­schen Sozialdemokratie die einzige wirklich internationale sozialistische Bewegung machte.

Ob das alles so kommen muhte, ob es wirk­lich unvermeidlich war, daß die Ideen Lassalles so in ihr Gegenteil verkehrt wurden, mag ber Historiker entscheiden. Die Nutzanwendung ist aber jedenfalls zu ziehen, bah es sich als ver­fehlt erwiesen hat, eine geistige Bewegung mit Gewalt zu unterdrücken. Unb diese Nutz­anwendung ist auch heute noch aktuell; nur mit anderen Vorzeichen. Die Sozialdemokraten ver­gessen so leicht, dah bad Sozialistengesetz eine Folge ber Attentate auf ben alten Kaiser war, dah sie selbst aber nach den Attentaten auf Erz- berger unb Rathenau ein gleiches Aus­nahmegesetz beschlossen, worin sie ja sogar trotz ihrer grundsätzlichen Ablehnung die Todes- strase anerkannten. Die haben also mit den­selben Mitteln gearbeitet, bie sie damals bekämpften. Allerdings werden auch sie die Er­fahrung machen müssen, daß die Kräfte, bie sie unterdrücken wollen, indem sie mit Zensur unb Verbot bie neu sich entwickelnden geistigen Strö­mungen niederzuhalten suchen, stärker sind als die Mittel ihrer neustaatlichen Abwehrorgani- satton.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 77 vom 23. Oktober enthält: Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1928/29 an den landwirt­schaftlichen Schulen bei den hessischen Landwirt- schastsümtern. Feldbereinigung Röthges.