Ausgabe 
24.10.1928
 
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hat nie GSld für fo etwa-

ost, daß das Moskauer

angegriffen. Man erfand den AusdruckStanis. lowerei", der unter den Schauspielern der Kaiser«

Mahnung gründete ich denMoskauer Verein für Kunst und Literatur", aus dem sich das Mos­kauer Kunst lertheater entwickelt hat, das

kommt stehen, wird.

bildet

denn unser Theater ausgegeben.

Man behauptet Künstlertheater sehr

einen ehrlichen Gegner, dessen Romen ich, da er heute noch lebt und weiterarbeitet, nicht nennen will. Dieser Kritiker erzählt in seinen vor kurzem erschienenen Erinnerungen, daß ihn der Redak­

teur eines führenden Pariser Blattes seinerzeit gefragt habe, wieviel er für seine Gegnerschaft von mir bezahlt erhalte. Als der Kritiker den

bei uns berühmt gewordene Katschalow, zu uns über, und gerade sie wurden die eifrigsten Anhänger unseres Theaters.

mich, wie er sagte,vor dem Unfug, jeden Schund zu spielen". Unter dem Eindruck dieser ernsten

rischen Geschmack hatte, war ich so beschämt, daß ich kaum weiterspielen konnte. Mein Vater gab mir den Rat, einen literarisch gebildeten Schau­spieler-Verein ins Leben zu rufen, und warnte

Als die Regisseure des Kaiserlichen Schauspiel­hauses auf unsere Inszenierungen aufmerksam wurden und versuchten, bei uns zu lernen, wur-

die beste Reklame und muh daher bezahlt wer­den". Als ich das las, konnte ich nur lachen

den sie von vielen Zeitungen he.tig angegriffen. Allerdings hatte ich unter den Kritikern auch

neten unser Theater als einenarmseligen Dilettanten-Verem". Allmählich gingen aber viele Schauspieler aus kleineren Städten, darunter der

lichen Theater als Schimpfwort galt. Berühmt gewordene Schauspieler kleinerer Bühnen bezeichn

am 27. Oktober dieses Jahres sein 30jähriges Jubiläum feiern kann. Unser Theater wurde, wie damals alles Reue, von der Kritik stark

Der weltberühmte Gründer und Leiter des Moskauer Künstlertheaters weilte für einige Tage in Berlin. Linser Mitarbeiter, dessen Vater mit Stanislawski befreundet war und den Wert seines Theaters als einer der ersten russischen Kritiker er­kannte, hatte Gelegenheit, sich mit dem schwer zugänglichen Künstler ausführlich zu unterhalten.

mantische und noch viele andere Arten von In- szenierungen. Rach meiner Lieberzeugung gibt es nur eine einzige Quelle, aus der das Theater schöpfen kann: das ist das Erlebnis des Schauspielers. Wo kein Erlebnis vorhanden ist, gibt es keine Kunst. Das Erlebnis ist das Primäre, dann kommt die Technik, das Hand­werkliche der Schauspielerlunst.

Ich beschäftige mich zur Zeit sehr viel mit dem überaus schwierigen Problem, Opern zu inszenieren. Ist auf dem Gebiet des Sprech­theaters schon sehr vieles erreicht, so hinkt die Oper immer noch in ihren Inszenierungen nach, und auf dem musildramatischen Gebiet läßt sich also noch vieles machen. Man bemüht sich jetzt, dierichtige" Oper die alten Italiener,

Redakteur erstaunt fragte, was er damit meine, erwiderte ihm der Franzose:Jedes literarische Theater, das etwas auf sich hält, muh einen

literarischen Gegner haben. Solche Obvoiitlon erhöht das Interesse für das Theatc , macht

Oberhsffen.

Lt ris Gicftcn.

J Lollar, 23.Oft Zu dem Bericht über die in Aussicht stehenoen Winteroeranstal- tun gen der hiesigen Vereine verdient ergänzc-^d erwähnt zu werden, dah derTurn- und Gesangverein" (Dirigent: Fortbil­dung^ schullehrer Eberle) am 17. Rovember das

im westlichen Teil der neuen Fabrik zu too die Eisengießerei untergebracht Den mittleren Teil der neuen Fabrik die Formerei, den östlichen die Schlosserei und Dreherei. Das gesamte neue Fabrikgebäude hat eine Länge von 58 Me­

ter, eine Breite von 16 Meter. Da die che­mische Fabrik im vorigen Jahr von der Friedrichshütte verlegt wurde, wird diese Stätte, wo bereits vor vier Jahrhunderten eine rege industrielle Tätigkeit herrschte, bald veröden. Man hat daran gedacht, hier eine Förster- Wohnung einzurichten, vielleicht auch eine ® a stwirtschaft, wie sie früher längere Jahr­zehnte bestand. Am Sonntag hielt die hiesige e t to i [ I i g e Feuerwehr, die eine ötarte von 162 Mann hat, ihre letzte Llebung für dieses Jahr ab. Insgesamt hat sie sechs -Hebungen abgehalten. Rach Schluß der -Hebung unternahmen die Mannschaften einen Zug durch öie Stadt, mit ihrer Kapelle an der Spitze, ^ann begaben sich die Feuerwehrleute zum öolntjer Hof , wo man noch einige muntere Stunden bei Konzert und reger, geselliger ilnter- haltung verbrachte.

. , häufig seine Richtung än­dere. Ich kenne aber überhaupt keine bestimmte

sucht, besonders aus den Filialorten. Abends fand in der Turnhalle ein Wohltätigkeits­konzert für die Wiederherstellung der Stadtkirche statt, doS sich eines sehr zahlreichen Zuhörertreises aus Ridda und den umliegenden Or.schasten erfreute. Zur Eröffnung der Feierlichleit begrüßte Pfarrer Laut die Gäste und die Milwirkenden, besonders von den letz.er en Kreis ärektor Dr. Gähner, Wilhelm Appel um) Frau Adam, die alle drei in hochherziger Weise ihre musikalische Kunst dem guten Zweck dienstbar machten. Krcisdirektor Dr. Gähner trug mit technischer Vollkommen­heit und in gefühlvoller Weise auf dem Flügel die Bachsche Fantasie con Fuge O-Dur und Ausschwung" undIn der Rächt" von Robert Schumann vor und erntete dafür, sowie für seine fetnfinnige Begleitung der Lieder von Frau Adam (Sopran) und von W. Appel (Tenor) großen Beifall. Die beiden letz genannten Mit- wirkenden verfügen über vorzügliche Stimmen und reiche musikalische Auffassung. Sie wurden eben­falls mit wohlverdientem Beifall der Zuhörer ausgezeichnet. Sehr ansprechend waren auch die Chöre des GesangvereinsSänger» kranz" von hier, der unter der meisterhaften Leitung des Iustizinspektors Dapper dahier seinen auf vielen Sängersesten bewähr en glänzen­den Leistungen wieder ein neues Ruhmesblatt hinzufügte. Der eindrucksvolle Abend bot allen Musik- und Gesangsfreunden einen edlen Genuß wofür Pfarrer Laut den auswärtigen und hie­sigen Mitwirkenden in herzlichen Worten dankte. Dem Kirchenbaufonds konnte ein ansehnlicher Be­trag überwiesen werden.

Echzell, 23. Oktober. Bei dem hier gegen­wärtig vorgenommenen Umbau der elektri­schen Leitung der Ueberlandzentrale geriet der verheiratete Installateur Naumann aus Büdingen dadurch in große Lebensgefahr, daß

Stanislawski will die Öfter reformieren

Aussprache mit Rußlands berühmtem Regisseur.

Von Dr. Alexander von Andreewsty.

an anderen Orten mit großem Biisall aufgenom­mene SingspielGlockentürmers Töchterlein" von Horst mit Orchester, Frauen- und gemischtem Chor, zur Aufführung bringen wird.

* Daubringen, 23. Ott. Die hiesige Frei- willige Feuerwehr, die erst in diesem Frühjahr gegründet wurde und aus nahezu 50 aktiven Mitgliedern besteht, hielt am Sonntag­abend im Saalbau Schäfer ihre erste Familien- Zusammenkunft ab. Das 25 Mann starke Musik-

Meherbeer, Verdi vom Musikdrama Wagners und seiner Rachfolger zu unter­scheiden. Die BezeichnungMusikdrama" ist aber im Grunde genommen nichts anderes als ein Wortspiel, denn jede Oper ist ja ein durch Musik illustriertes Schauspiel, also ein Musikdrama. Ich versuche bei meinen Inszenierungen von Opern, die Regie aus dem Geist der Musik zu gestalten. Ist die Musik impressionistisch, so muß auch die Inszenierung in diesem Stil gehalten sein. Bei einer realistischen Musik, wie man sie z. B. bei M u s s o r g s k i findet, ist eine entsprechende na­turalistische Inszenierung am Platz. Ich versuche eine harmonische Vereinigung des Rhythmus und des gesungenen Wortes zu erreichen und erstrebe eine vollendete Harmonie zwischen den schau­spielerischen Vorgängen und der Musik. Bis jetzt haben wir Tschaikowskis OpernEugen Onegin" undPique Dame", Rimsky Korsa­kowsZarenbraut" undMainacht", sowie PuccinisBoheme" herausgebracht. Itztzt arbeite ich an der Inszenierung vonDoris Go­dunow", der jedoch in Mussorgskis ursprünglicher Fassung auf die Bühne kommen soll. Bekanntlich hat Rimsky Korsakow diebarbarischen Kraß­heiten" des Autodidakten Mussorgski, wie er sich ausdrückte, glätten wollen und dazu die ur- krüstige Musik Mussorgskis instrumentiert. Die Instrumentierung im Sinne Wagners ist ihm auch glänzend gelungen, doch ist viel Cigentüm- liches dabei verloren gegangen. Run ist es nach jahrelanger Arbeit gelungen, die ursprüngliche Fassung dieses musikalischen Volksdramas zusam- rnenzuftellen. Es ist eine dankbare Aufgabe, die­ses Werk, das wie kein anderes das russische , Voll musikalisch darstellt, freilich auch vor keinen Kraßheiten zurückschreckt, so darzustellen, wie es der Komponist gewünscht hat, der, nur um sein Werk überhaupt aufgeführt zu sehen, sich zahl­reiche Striche gefallen lassen mußte. Ich ar­beite zur Zeit nicht nur im Theater, sondern beschäftige mich mit der Riederschrift meiner künstlerischen Erfahrungen. Lieber mein Leben als Privatmensch habe ich schon ein Buch geschrie­ben; ich bin ja Zeuge einer unglaublichen Ent­wicklung aller Lebensverhälbnisse gewesen. Als ich geboren war, waren Wachskerzen eine fest­liche Beleuchtung. Ich habe den Sprung bis zum elektrischen Scheinwerfer, von der Troika zum Luftschiff, vom Segelboot zum Llnterseeboot, vom Feuersteingewehr zum Minenwerfer und von der Leibeigenschaft zum Bolschewismus miterlebt. Ich habe den Aufstieg Gorkis, dessenRacht- asyl" in unserer Inszenierung im Auslande den Ramen Gorkis bekanntmachte, erlebt, bin öfters mit Tolstoi zusammengekommen und habe sämt­liche Dramen Tschechows uraufgeführt. Le­nin, der ein großer Freund unseres Theaters war, kam öfters ml TschechowsOnkel Wania". Dieses melancholisch-romantische Schauspiel war sein Lieblingsstück. Er saß andächtig lauschend im Hintergrund einer Loge. Jedoch habe ich ihn persönlich nie gesprochen. Die Sowjet-Regierung ist unserem Theater in jeder Beziehung ent» aegengekommen. Lieber geschäftliche Angelegen­heiten habe ich stets mit Trotzki verhandelt. Was mein obenerwähntes Buch anbelangt, so soll esTagebuch eines Schülers" heißen und mehrer« umfangreiche Teile umfassen: die Arbeit des Schauspielers, die Arbeit an mir elbst und di« Geschichte einer Inszenierung ö. h. wie eine Inszenierung zustande kommt. Ein zweites Buch wird sich mit der Arbeit des Regisseurs befassen, während sich das erste nur auf die Arbeit des Schauspielers bezieht. Ein drittes Buch will ich dem vielumstrittenen Pro­blem der Oper und ihrer schauspielerischen Ver­körperung widmen. Ich möchte alle bei mir an­geführten Beispiele durch Filmaufnahmen illustrieren. Ich suche zur Zeit jemand, der mir diesen Film machen würde, hohe aber bisher noch niemand gefunden. Der Film müßte ein Anhang zum Buche sein, das sich auf die Film­streifen beziehen würde. Außerdem möchte ich, gleichfalls als Anhang zu meinem Werk, Grammophon-Aufnahmen machen? um verschiedene Arten der Deklamation, von denen im Buch die Rede ist, festzuhalten. Ich fahre bald nach Moskau zurück, wo wir ein neues russisches S'ück,Die Blockade", herausbringen. Außerdem hibe ich vor, denOthello" mit un­serem alten Darsteller Leonidow in der Hauptrolle zu inszenieren. Linser Spielplan muß immer vielseitig bleiben."

Kreis Friedberg.

2$. Dad-Rauheim, 23. Okt. Das Aus- fischen des großen Teiches lockte heute zahlreiche Zuschauer an. Auch die Schulen von hier und Friedberg ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, dem seltenen Ereignis beizu- wohnen. Die Deute war, da nur die größten Fische gefangen wurden, nicht so groß, wie man erwartete. Sie mag etwa 40 Zentner betragen. Gin Teil der Fische wurde an Ort und Stelle cm Einheimische verkauft. Der Hauptteil aber, der zunächst zu einemReinigungsbad" dem städtischen Schwimmbad anvertraut wurde, geht nach auswärts.

am. Staden, 23. Okt. Schon über ein Jahr­zehnt war das wuchtige E i ch e n k r e u z auf dem Turme unserer im Stile der Aufklärungszeit ge­bauten Kirche ohne Querbalken in zerstörtem Zustande stehengeblieben. Jetzt wurde bei einer Dachausbesserung durch Dachdecker Volp-Fried- berg auch das Turmkreuz wieder hergestellt. Das Schmerzenskind der ganzen Gemeinde ist unsere Wasserleitung. Obgleich es täg­lich regnet, so daß teilweise schon wieder Wasser auf den Wiesen steht, kann man hier aus un­serer Wasserleitung täglich nur innerhalb von vier Stunden Wasser entnehmen. Da wir in je­dem Jahre über ähnliche trostlose Wasserver- hältnisse zu flogen haben, wäre unsere Gemeinde froh, wenn endlich einmal vom Kulturbauamt tn Friedberg energische Schritte und ganze Arbeit getan würden.

Kreis Bild' gen.

Ridda, 23. Okt. Die nach Durchführung der Feldbereinigung jetzt beendete Reuver» Messung der hiesigen Gemarkung ergab einen Flächeninhalt von insgesamt 3 9 4 8 M o r - gen. Davon entfallen auf Hofreiten 136, Grab» land 156, Ackerfeld 1516, Wiesen und Weiden 1144 Grasgärten 62, Wald 324, Eisenbahnen 65, Oedland 123, Straßen, Wege und Bäche 412 piiorgen. Die Reuvermessung wurde in den letz­ten 8 Jahren vorgenommen.

nd. Vidda, 23. Okt. Am Sonntag wurde im hiesigen Kirchspiel das Erntedankfest ge­feiert. Der Hauptgottesdienst in der Turnhalle toaT? f° ^Cf hie ^hr großen Räume

vollständig von Andächtigen gefüllt waren Die Mädchen Vereinigung verschönte die Feier durch Wechselgespräche von passenden Bibelsprüchen und Wechselgesängen mit der oberen Mädchenklasse der Volksschule beim Altardienst. Der Altar und dessen Umgebung waren mit Früchten aus Garten und Feld geschmückt. Dekan Scriba hielt die Festpredigt unter Zugrundelegung des Gleichnisses vom reichen Kombauer über Gottes- besih und Erdenbesih des Christen. Der Rach- 'nittagsgottesdienst war ebenfalls recht gut be­

er bei Anlegung neuer Leitungsdrähte an einem Dachständer einen Draht erfaßte, in dem der Strom noch nicht abgestellt war. Er erhielt einen elektri­schen Schlag und wäre sicher abgeftürzt, wenn er nicht glücklicherweise angefeilt gewesen wäre. Jäm­merlich rief der Verunglückte um Hilfe, die ihm auch bald gebracht werden konnte. Bewußtlos wurde er zur Erde befördert und konnte sich erst wieder nach längerer Zeit erholen.

1" Hirzenhain, 23. Okt. Die Verwaltung der Eisenwerke Hirzenhain läßt auf dem ihr gehörenden Gelände in der Straße nach Llsen- born zwei Wohnhäuser für Werks- beamte errichten, um so dem herrschenden Mangel an derartigen Wohnungen etwas ent­gegenzuwirken. Mit dem Bau wurde in den letzten Tagen begonnen und man hofft, beide Häuser noch vor Eintritt des Winters im Roh­bau fertigstellen zu können.

+ Aus dem Niddertal, 23.Oktober. Aus Anlaß desKalten Marktes" in Orten­de r g, der vom 29. bis 31. Oktober abgehalten wird, sieht man in den Dörfern der Umgebung von Ortenberg schon feit geraumer Zeit groß e S ch a - r en Zigeuner, die alle als Reiseziel den OrtenbergerKalten Markt" haben.

Kreis Schotten.

Laubach, 23. Oft. Die Arbeiten an dem neu en Fabrikgebäude der Firma Adolph R ö m h e l d (gegenwärtiger Inhaber Philipp Römheld), westlich unseres Bahnhofs, sind soweit gediehen, daß die neue Anlage voraussichtlich im kommenden Monat bezogen werden kann. Die Ausführung verschiedener größerer Aufträge, die bald zu erledigen sind und deshalb noch tn Der alten Eifergießerei auf Der FrieDrichshütte bei Ruppertsburg zu erfolgen hoben, wirD Dieileber» fieDelung in unser StäDtchen etwas verzögern. Gegenwärtig WirD an Der Fertigstellung Des netten Kupolofens gearbeitet. Di «-er Ofen .

Rudingshain, 23. Oktober. Unsere Ge­meinde veranstaltete zu Ehren des nach 45jähriger segensreicher Wirksamkeit im hiesigen Orte in den Ruhestand getretenen, jetzt nach Schotten übersie­delnden Lehrers Karl L i n ck eine herzliche A b » schiedsfeier. Im Gottesdienst, der zu Ehren des verdienstvollen Schulmannes gafl-j besonders ausgestattet wurde, würdigte nach einem stim­mungsvollen Gesangsoortrag des Männergesang­vereins Pfarrer Römer in feiner Predigt die hohen Verdienste Lincks um das kirchliche Leben in unserer Gemeinde, der er 45 Jahre im Organisten- und Lektorendienst treu gedient hat. Der Superin­tendent für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, überbrachte ein Anerkennungsschreiben der Landes- kirchenregierung an den Jubilar, den er in erheben­der Ansprache feierte. Dekan Volp (Laubach) sprach dem hochgeschätzten Manne gleichfalls herz­lichsten Dank im Namen des Dekanats aus. Am Abend bereitete die Gemeinde in dem mit Tannen- grün und Blumen geschmückten Hosmannschen Saale ihrem allgemein beliebten Lehrer eine außerordent­lich stark besuchte Feier, an der auch zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Der Musikverein und der Gesangverein leiteten den Abend mit schönen Dar­bietungen ein. Darauf hielt Bürgermeister Hart­mann die Begrüßungsansprache, in der er u. a. Darauf hinwies, daß Rudingshain sich mit seinem Lehrer Karl Linck dadurch für immer verbunden fühle, daß es ihn in Anbetracht seiner großen Ver­dienste um die Gemeinde zum Ehrenbürger er­nannte. Der Redner sagte dem Scheidenden auch bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlichsten Dank für all die reichen Gaben, die er in feiner 45jähri- gen Wirksamkeit unserer Einwohnerschaft zukom- men ließ. In Ansprachen von Beigeordneten Hof - m e i st e r, Bürgermeister Deubel, Pfarrer R ö mer, Bürgermeister Menge! (Schotten), Schul­rat Kinkel (Schotten) und Lehrer Braun (Rüs­selsheim) wurde Karl Linck ebenfalls in herzlichster und verdienter Weise geehrt. Kreisdirektor Geh. Reaierungsrat Boeckmann (Schotten), der aus Gesundheitsrücksichten nicht Augegen sein konnte, ge­dachte des bewährten Schulmannes in einem herz­lichen Schreiben. Lehrer Linck sagte in einer tief­bewegten Ansprache allen, die seiner so überaus liebevoll gedachten, aufrichtigsten Dank, und er be­tonte dabei, daß er sich stets mit Rudingshain eng verbunden fühlen werde. Bürgermeister Hartmann sprach noch allen Mitwirkenden an der feierlichen Ausgestaltung des Abends den Dank der Gemeinde aus. Darauf verblieb man noch einige Stunden in bester Geselligkeit zusammen.

Eichelsdorf, 23. Oft. Das am Sonntag abgehaltene Erntedankfest war von Den bei­den Gemeinden des Kirchspiels so stark besucht, daß der letzte Platz der Kirche beseht war. Die Konfirmanden führten ein Festspiel auf, in dem sie mit sinnigen Begleitworten die Früchte des Feldes zum Altar brachten. Die R e u - wahl des Kirchenvorstandes soll am nächsten Sonntag durch die Kirchenvertretung vorgenommen werden.

I Ober-Lais, 23. Okt. Llnsere Gemeinde hat im Kirchweg, der Straße nach Llnter-Lais. umfangreiche Reupflasterungen Der Gossen vornehmen lassen. Dabei wurde durch eine verbesserte Anlage dieser Gossen strecken­weise eine Verbreiterung der Straße um nahezu einen Meier erreicht, was sich ange­sichts des ständig anwachsenden Verkehres und des Betriebes der Autolinie sehr angenehm be­merkbar macht, insbesondere, nachdem nunmehr au_ch Die Provinz, in deren Llnterhaltung Die Ortsdurchfahrt steht, Die Ausstückung unD Be­schotterung Der neu gewonnenen Straßenstücke Durchgesühri hat. Das elektrische Orts­netz Des zu unserer Gemeinde gehörigen Weilers Llnter-Lais wird zur Zeit auf Die neue Betriebsspannung von 220 Volt umgeschaltet. Ein neues steinernes Transformatorenhaus ist an Die Stelle des alten, im Laufe der Jahre windschief gewordenen Holzbaues getreten. Die Llmschaliung legt den Einwohnern von Llnter- Lais insofern Kosten auf, als sie die Kosten der Auswechslung der Dirnen selbst zu tragen haben. Rach Durchführung der Llmschaliung soll der Ausdrusch des Getreides in LLnter-Lais er­folgen, da dann die in früheren Jahren bei der Inbetriebnahme der Gemeindedreschmaschine sich ergebenden Schwierigkeiten weggefallen sein werden.

I Glashütten, 23. Okt. Als erstes, sicht­bares Ergebnis Der Feldbereinigung in unserer Gemarkung werden soeben Die Arbeiten zur ® e - rabelcgung und Regulierung des Hillersbaches, unterhalb des Dorfes, durch- gesührt. Es ist zu hoffen, daß nach der Erledi­gung dieser Arbeiten die Lleberschwemmungen, denen die besten Wiesen der Gemarkung und auch große Teile des Dorfes bisher häufig aus- gesetzt waren, der Vergangenheit angehören werden.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 23. Oft Dieser Tage wurde in unserer Stadt mit den Kana­lisier u n g s a r b e i 1 e n, veranschlagt zu 27 500 Mk., an der Kapelle begonnen. Soweit es die Witterungsverhältnisse zulassen, werden Die Arbeiten auch in der rauhen Jahreszeit fort­geführt, da jetzt, nach Deendigung Der Feld- unD Druscharbeiten, Arbeitslose eingestellt wer­den können. Das Llnternehmen ist zwar kost­spielig, aber es Dürfte sich in Der Folgezeit als eine Wohltat erweisen. Zweck dieser Kanalisation ist, die Abwässer aus den Küchen und das Re­genwasser möglichst unterirdisch abzuführen. Be­reits vorhandene Heinere Kanäle werden tn Den Hauptröhrenstrang eingeführt werden.

Ein riesengroßer, aber jugendlich schlanker Zusammenkunft ab. Das 25 Mann starke Musik- I weißhaariger Mann ist Stanislawski, un- korps der Freiwilligen Feuerwehr Lollar unter glaublich rüstig für seine beinahe 70 Jahre. Frisch Geltung seines Dirigenten Fr. Deines kon- und lebendig schildert er seine abenteuerliche, zertierte unter großem Beifall der dankbaren Zu* I abwechslungsreiche Entwicklung und teilt Einzel- Hörer. Kam. Bürgermeister Heinr. Preis be- Helten aus seiner gegenwärtigen Arbeit mit. grüßte die zahlreich Erschienenen und häufte be-Meine ganze Tätigkeit," sagt er,war eigent- sonders den Kameraden der Gießener und der lich eine ununterbrochene Arbeit an mir selbst. Lollar er greife. Feuerwehren, die der Einladung Mein Vater, Sergej Alexejew, war ein reicher gefolgt waren, zumal diese Kameraden auch bei Geschäftsmann; ich lernte daher in Der Kindheit Der Gründung der Wehr hier wellten. Kam. keine Rot kennen und hatte in dem reichen Wen z el, Gießen, dankte für die kameradschaft- Elternhaus sogar Gelegenheit, sämtliche damals liche Einladung und Begrüßung und wünschte I anerkannten Größen der Literatur und Bühne der jungen Wehr weiterhin ein ersprießliches aus der Nähe zu beobachten. Als junger Mann Zusammenarbeiten zum Ruhen der Freiw. Wehr wurde ich Ehrendirektor derRussischen Musik- Saubringen und zum Segen der Gemeinde. Kam. gesellschaft" und beteiligte mich außerdem oft Lehrer Henkel brachte einGut Wehr" auf an Dvle11anten vorst ellun gen von zweifelhaftem das Mufflkorps aus. Rach Abwicklung des Kon- Wert. Als ich einmal im Publikum meinen zert-Programms spielte die Kapelle zur Freude Vater erblickte, der einen ausgezeichneten litera» Der Jugend in flotter Weise zum Tanze auf. " - -- - -

Die Feier verlief in echt kameradschaftlicher Weise und befriedigte allgemein in hohem Maße.

O Ellmbach, 23. Oft Der Iungmänner- bunD der hiesigen altlut he rischen Ge­meinde hat hier ein schmuckes Jugendheim errichten las en, das am vorigen Sonntag durch den Geistlichen Der altlutherischen Gemeinde zu Allendcrf a. d. Lumda, Pfarrer S t a l l m a n n, seine Weihe erfuhr. Zu der Feier hatte sich eine stattliche Besucherzahl von auswärts eingefunDen. Damit ist nun ein schöner Versammlungsraum geschaffen, Den man hier lange entbehren mußte und der geeignet ist, in gleicher Weise kirch­lichen und LlnterhaltungIzwecken zu Dienen. Die Jugend besitzt nun einen Raum, wo sie, dem Gasthaus fern, Die langen Winterabende in schöner Llnterhaltung verbringen kann. Durch Die Errichtung einer Bühne ist Die Möglichkeit zum Theaterspielen gegeben. Anläßlich Der Ein­weihung hat die Jugend schon ihre K-.mst zeigen formen. _ Ein Herd, in einem Rebenraum aufge­stellt, bietet selbst Gelegenheit zum Kaffeekochen.

LI Rodhelin a. d. Horloff, 23. Ott. Auch unsere Gemeinde trägt sich mit dem Gedanken, ein Denkmal für die im Weltkrieg Gefallenen zu errichten. Die bereits seit langer Zeit gesammelten fteiwilligen Gelder brachten ein schönes Ergebnis; der noch feh­lende Teil wird aus der Gemeindekasse zu­gelegt. Die Plahsrage ist dahingehend gelöst, daß dos Denkmal auf einen hochgelegenen, sich im Westen an die Friedhofsmauer anschließen­den Play gestellt wird, so dah es auf den zu- führenden Straßen von Hungen und Steinheim von weither sichtbar ist. Der Durchbruch der Friedhofsmauer gewährt den Zutritt von Kirche und Friedhof aus. Das Denkmal, das in feinem Größenverhältnis mit der hinter ihm stehenden hohen Kirche im Einllang stehen muh, wird wahrscheinlich ein etwa 6 Meter hoher Obelisk sein, an dessen beide Seiten sich Mauer­werk mit Den Ramenstafeln Der Krieger an» schlicht. Der Entwurf stammt von Regierungs­baurat Kuhlmann, Gießen, und hat den ein- j stimmigen Beifall der Dentmalskommission ge­funden. Man hofft, das Denkmal am 2. August 1929, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, ein» weihen zu können.

Richtung in der Inszenierung, denn jede Ein­studierung muß individuell aus dem Geist des Werkes heraus geschaffen werden; deshalb gibt cs bei uns impressionistische, naturalistische, ro-