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Der Betrugsprozeß in Gießen.

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 24. Oktober 1928.

Aus dem Gemütsleben der Post.

Die Post als Tröster.

Neuerdings mehren sich die Anzeichen, daß in die harte Sachlichkeit unserer Zeit, ja sogar des Post­wesens, wieder Töne persönlicher Freundlichkeit und zarter Anteilnahme sich mischen. Oder, wie soll man es anders deuten, daß ich neulich auf dem schwarz- gerandeten Umschlag einer Todesanzeige den Ausdruck, oder vielmehr Aufdruck hilfreicher Teil­nahme der Post sand, der mich aufs tiefste rührte: Benutzt die Luftpost!" Welch tätige Hilfe, welch trefflicher Hinweis, durch jenes himmelstre­bende Vehikel dem Verblichenen meine Grütze nach­zuschicken. Wie sehr diese Behörde aber ständig sich bemüht, immer noch vollkommener zu werden, zeigte mir eine andere Todesanzeige. Denn darauf stand, schwarz umrahmt und trostreich:Nimm dir einen Fernsprechanschlu tzl"

Zur Psychologie des Briefträger».

Die Tragik des Boten, wer erinnert sich nicht der grauenvollen Geschichten aus alter Zeit? Der Unglücklichen, die mit der schlimmen Rachttcht auch ihr Leben in die Hände des Ernp- sänoers legten und oft genug es 'darin «lassen mußten?!

Wir heute Knd, zwar nicht besser, so doch zidilriierter geworden. Allenfalls zerreißen wir die Zeitung, aber die Zeitungsfrau zu erschlagen, well etwa die Gegenpartei im Reichstag ge­wonnen hat. das kommt auch dem leidenschaft­lichsten Politiker nicht in den Sinn.

Aber gerade diese Temperierung, gerade diese unsere Sachlichkeit hat gemacht, daß das Leid des Boten nicht verschwunden, vielmehr das Vorzeichen wechselnd, sozusagen negativ wieder aufgelebt ist in unserer Zeit.

Seht den Briefträger an! Muhte er früher entgelten, was seine Schuld nicht war, so läßt man ihn heute gar nicht teilnehmen, woran er immer noch beteiligt ist, indem er es bringt.

Ein anonymer Schicksalsbote, so geht er durch die Häuser und wirft die Briefe in den Schlitz der Kasten. Ist schon im nächsten Stockwerk, wenn im vorigen sich der Kastenschlüssel dreht, und hört nicht mehr das Lachen oder Weinen, das feine Rachricht dort entzündet hat. Und weih doch, sieht doch vor sich die Flucht erwartungsvoller, banger, sehnsüchtiger Korridore, und meint in seinem Rücken das Brausen der Leidenschaften zu hören hinter den Türen, die er schon besuchte.

Welch ein schmerzlicher, welch ein vornehmer Beruf, Briefträger mit Phantasie zu sein!

Du erhabenster aller Postbeamten, du mensch­lichster in deinen Möglichkeiten. Diskret und schweigend tust du deine Pflicht, entsagungsvoller Geheimnisträger. Dein Trost: Die Liebenden, die hinter den Gardinen dich erwarten' dein Trost, die abendlichen Gestalten, die an den Straßenecken, an den Drieslasten sich verzehren und flüchten, wenn du ihn geleert hast: Sv nimm denn Schicksal deinen Lauf! G. K.

Daten für Donnerstag, 25. Oktober 1928.

Sonnenaufgang 6.41 Uhr, (Sonnenuntergang 16.47 1151. Wondausgang 15.56 llhr, Mond­untergang 1.29 Uhr.

1825: der Komponist Johann Strauß (Sohn) in Wien geb.: 1827: der Chemiker Marcellin Derthelot in Paris geb.; 1883: der Kom­ponist George Bizet in Paris geb.; 1865: der Maler Walther Leistitow in Bromberg geb.

Bornotizen.

Tageskalender für Wittwoch. Stadttheater: ..Richard HI., Än'ang 19.30 llhr, Ende gegen 22 llhr. Gießener Eisverein e. V.: Mitgliederversammlung, nachm. 6 llhr im Ge­werbehaus. Lichtspielhaus Bahnhofstrahe: ..Sein letzter Befehl; Tanzkomiker Richolson, Budapest, gibt feine Abschiedsvorstellung. Astvria-Lichtspiele: ..Achtung! Sprengstoff!"

Stadttheater Gießen. Die heutige Vorstellung von ShakespearesRichard III." be­ginnt um 19.30 Uhr. Spielleitung Hot Intendant Dr. Rolf P r o s ch. Am Freitag, 27. Oktober, sindet zur Feier von Rudolf Presbers 60. Geburts­tag die Erstaufführung seines LustspielsBallerina des Königs" statt. Spielleitung hat Rudolf Goll.

I m Kammerspielzyklus, den der Goethe-Bund zusammen mit dem Stadttheater ver­anstaltet, findet am kommenden Sonntag eine Morgenfeier im Stadttheater statt, in der ein Lust- ipiel des jungen GoetheDie Mitschuldigen" unter der Regie des Intendanten Dr. Rolf P r a s ch zur Ausführung kommen wird. Eingeleitet wird die Morgenfeier durch die Sonata Notturno von Mo­zart, gespielt vom Collegium musiegm der Unioer-

2. Derhandlungstag.

Gießen, 23. Oft. Zunächst wurden in der heutigen Verhandlung vor dem Erweiterten Schöffengericht Gießen gegen den ehemaligen Studienrat, jetzigen Kaufmann H., und die Kauf­leute R. und He. Zeugen über die Lebens­haltung der Angeklagten gehört. Es ergab sich ,dah in der fraglichen Zeit die persönlichen Ausgaben des H. in keinem Verhältnis zu den Einnahmen standen.

Andere Zeugen bestätigten, daß bei der Firma H. und R. von einer ordnungsmäßigen Buchführung nicht gesprochen werden könne. Dem Buchhalter standen oftmals die für seine Einträge nötigen Unterlagen nicht 3ur Ver­fügung. Es wurden dann die nötigen Angaben von dem Angeklagten H auf Grund von Rotizen oder manchmal sogar aus dem Kopfe gemacht.

Im übrigen wurden in der Hauptsache Zeugen vernommen, die über die geschäftlichen Be­ziehungen der Angellagten H. imb R. zu den einzelnen Bankinstituten Auskunft geben konnten. Aus der Aussage des früheren Inhabers des Bankhauses Rasch & Eo. ging hervor, daß in der Anfangszeit der Geschäftsverbindung ein reiner Akzeptaustausch stattgefunden hat, und daß später die Errichtung eines Kontokorrentkontos vereinbart wurde. Auf Grund der eingereichten Hypothekenbriefe wurde dann H. und R. ein Wechfeldiskon kcedit eingeräumt. Als eines Tages nun ein ein gereichter Hypothekenbrief, den ebenso wie die anderen Rasch nach den Angaben von H. und R. als voll beließen hielt, gegen einen Antrag auf Bestellung einer Hypothä, den aber der Zeuge als einen Antrag nicht erkannt haben will, ausgetauscht wurde, und die dafür diskon-

sität unter Leitung von Dr. Stephan T e m e s Dari). (Siehe heutige Anzeige.)

Ein Schüler -Prüfungskonzert veranstaltet Frl. Minna Körner, die Lei­terin der Schule für höheres Klavierspiel und Theorie der Musik, am Sonntag. 4. Rovember, vormittags 11 llhr, im Saale ihrer Musik­schule. Westanlage 48. Der Ertrag des Konzer­tes ist Aum Besten der hiesigen Schwesternhäu­ser bestimmt. Auf die Veranstaltung sei beson­ders hingewiesen. Man beachte die heutige An­zeige.

* Eine öffentliche Stadtverordne- ten-Sitzung findet am kommenden Frellag, nachmittags 5 llhr beginnend, im Sihungssaa-le des Stadthauses Bergstraße statt. Bon der Tagesordnung sind folgende Vorlagen von be­sonderem Intereste: Errichtung von Notwohnun-- gen an der Margareten Hütte ; Errichtung einer Krastwagenlinie innerhaÄ der Stadt Gießen; Anschaffung von sechs Triebwagen und einem Anhängewagen für die Straßenbahn; Beleuchtung der Grünberger Straße und der Straße nach Rödgen: Erweiterung der Bübn-e der Liebigshöhe.

** Sperrung der Wilhelm st ratze. Wegen Strahenbauarbeiten ist die Wilhelmstratze zwischen Frankfutter Straße und Ebelstraße seit gestern auf etwa drei Wochen für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt.

Aufgehobene Straßensperrung. Dorn Oberhessischen Automobilklub e. D. (A. v. D.), Gießen, wird uns folgende aufgehobene Straßensperrung mitgeteilt: Ortsdurchfahrt Sin­kershausen im Zuge der Straße Sinkershausen Gladenbach.

' Gin Fünfundachtzigjähriger. Unser Mitbürger Postfekretär i. R. Karl Mayer, Wilhelmstratze 46 wohnhaft, feiert am morgigen 25. Oktober seinen 85. Geburtstag. Karl Mayer wurde am 25. Oktober 1843 zu Traben an der Mosel geboren und besuchte das Gymnasium zu Trarbach, um sich dann der Lauf­bahn eines Postbeamten zu widmen. Am 1. Oft. 1865 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das Rheinische Feldartillerieregiment Rr. 8 in Ko­blenz ein und rückte im Mai des nächsten Jahres mit seinem Truppenteil in das Feld, um am 3. Juli an der Schlacht bei Königgräh teilzuneh­men. Dermullich ist Karl Mayer der einzige in Gießen Lebende, der auf preußischer Seite den böhmischen Feldzug mitgemacht hat. Rach Beendi­gung seiner Militärzcit war ec wieder in seinem Berufe tätig und kam als Postbeamter im Jahre 1871 nach Gießen, wo er sich am 21. Juni 1373 mit Christiane Luise geb. Lenz verheiratete. Das Ehepaar tarnt also auf eine 55jährige Ehe zurück­blicken; auch die Ehegattin erfreut sich noch einer ungestörten Gesundheit. Wegen eines Augenleidens muhte Karl Mayer schon verhält-

tierten Wechsel nicht mehr gesichert waren, da geriet auch das Bankhaus Rasch in Zahlungs­schwierigkeiten, da es. wie der Zeuge be­kundet, auf Grund der zu Protest gegangenen Wechsel von allen Seiten in Anspruch genommen wurde. Alsdann wurde der Rendant der Volks­bank Philipp st ein vernommen. Dieser Dank hatte H. Sicherheiten in Form von Hypotheken­briesen darunter auch eine Hypothek auf eigenen Grundbesitz, Abtretung von Forderun­gen, einer Lebensversicherungspolice, die aber nach Angabe des Zeugen infolge Richtzahlung der Prämien kaum Wert habe, gegeben, wofür die Angeklagten Wechsel diskontiert erhielten. Rach den vorgelegten Halbjahresabschlüssen be­fanden sich die Angeklagten bei der Dank immer im Debet, lieber die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen wurden dann auf Antrag der Verteidi­gung noch eine Reche Zeugen gehört.

Bei der Vernehmung der damaligen und jetzi­gen Beamten der Sparkasse Rodheim er­gaben sich widersprechende Angaben Über die Form und Grundlage, auf der den Angellagten seinerzeit Kredit eingeräumt wurde, lieberem» ftimmung herrschte darin, daß die hereingegebe­nen Hypothekenbriefe von der Spattasse insge­samt, und nicht jeder einzelne belieben wurden. Rach den Bekundungen des jetzigen Rendanten der Spattasse lag die Buchführung der Kasse zur Zeit der Geschäftsverbinduyg mit dem An­geklagten sehr im argen, so daß es sehr schwer fiel, nachträglich ein einigermaßen zuverlässiges Konto deS Angeklagten H. aufzustellen.

Rach der Vernehmung dieses Zeugen wurde die Verhandlung auf morgen vertagt.

nismäßig früh in den Ruhestand treten. Dadurch fand er Zeit, sich der Kriegervereinssache zu widmen; er ist viele Jahre hindurch Vorsitzender des hiesigen Kriegervereins gewesen. Jeden Tag noch kann man den alten Herrn seinen ge­wohnten Gang nach seinem in der Rähe des Bahnhofs gelegenen Garten machen sehen. Möge ihm noch manches Jahr der Rüstigkeit beschieden sein!

** Aus dem Gießener Standesamts- reaister. Es oerftarben in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober: 1. Wilhelm Gorr IV., ohne Beruf, 82 Jahre alt, Licher Straße 74; Professor Dr. Rudolf Peter Erb, Studienrat i. R., 69 Jahre alt, Lahn- straße 21; Kurt Max Walldorf, Händler, 22 Jahre alt, Hammstraße 2; Elise Rackl geb. Fohl, 67 Jahre alt, Licher Straße 74; 3. Friedrich Georg, Han­delsgärtner, 72 Jahre alt, Seltersweg 41;7. Mar­garete Alt geb. Hopp, Witwe, 76 Jahre alt, Brand- gaffe 4; 10. Valentin Lohn, Schneider, 55 Jahre alt, Kaiserallee 87; 15. Ludwig Schäfer, ohne Beruf, 87 Jahre alt, Neustadt 22.

* Zur Richtigstellung. 3m Aufsatz des Dr. Wiedemann (Bremen) über die Gießener Fettenkutte (G. A. vom 20. d. M.) hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Im vorletzten Abschnitt wird vorgeschlagen,wenigstens für die jün­geren Teilnehmer" eine Exkursion mit sport­lichem Charakter einzulegen.

** Wartburg-Verein. Der Einladung zum 41. Stiftungsfest waren nicht nur die Mitglieder gefolgt, auch sehr viele Gäste waren gekommen, so in großer Zahl die Mitglieder der evangelischen Iugendbünde von Klein-Linden, Butzbach und der Lukasgemeinde Gießen. Der Freude über den star­ken Besuch, der die Turnhalle bis aum letzten Platz füllte, gab Kaufmann Karl Schaub in seiner Begrüßungsansprache lebhaften Ausdruck. Im Mit­telpunkt der Feier stand ein Vortrag von Pfarrer D o tz e r t überJugend und Kirche", worin der Vortragende nach kurzem geschichtlichen Ueberblick die hohe Bedeutung der Jugend und Kirche für ein­ander und die heilige Verpflichtung der Jugend, ihrer Kirche und Gemeinde gegenüber in ernster, gewissenpackender Weise lebendig barftellte. Der Posaunenchor unter Leitung von Karl Schaub blies einige schöne Stucke. Der Frauenchor des Evangelischen Arbeitervereins, von Frau Schäfer mit feinem Verständnis geleitet, hatte sich auch in den Dienst des Abends- gestellt und bereitete mit einigen Chören große Freude. Ein Bild schwerer Glaubensnot und großer Glaubenstreue zeigte die Ausführung des fünfaktigen StückesDie Salz­burger", das unter Karl Schotts Führung mit großem Fleiß studiert und lebenswahr gespielt wurde. Wartburg-Turner boten unter Franz Sauers Kommando flotte Freiübungen und ge­schickt gestellte Pyramiden. Mit einem kurzen Dankeswort des Vorsitzenden, Pfarrer Becker, und dem Gesang von zwei Versen des Lutherliedes

Wenn Hre SmpfehlvngSanzeige in derSamstagönummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige unb wirksame Sahausstattung werrberr soll

bann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in ber Geschäftsstelle auf!

Ein feste Burg" schloß die schöne Feier, die eine lebendige DarfteUung der Arbeit des Wattburg­oereins gab.

Büdinger GaNusmarli.

I! Büdingen. 23. Oft. Das schöne Wetter am Dienstagvonnit ag brachte dem Büdinger G a l l u s rn a r k t einen sehr statten Besuch. In den Ettatzen der Stadt, vor allem aber auf dem Marktplatz, herrschte sehr bald regstes Markt­leben. Eine stattliche Anzahl Berkau, sstände, wo­bei auch die stimmungmachendenJakobe" nicht fehlten, hatten sich eingefundcn. Trotzdem hat sich die große Hel er icht .ichkeit und Geschlossen­heit des schönen Platzes erneut de währt, was auch von vielen Martt'esuchern anerkannt wurde. Dank der weitschauenden 'Fürsorge der Stadt­verwaltung. welche leine Mittel gescheut hatte, den neuen Platz gründlich zu befestigen, konnte der sonst bei anderen Markten üblicheQlZarft* dreck" gänzlich vermieden werden.

Der Diehmarkt stand in den Vormittags­stunden zunächst noch im Zeichen des Pferde­handels. Es wurden noch mehttach Käufe ge­tätigt. die Preislagen bewegten sich ganz in den bereits gestern gemeldeten Bahnen. Der Auf­trieb auf dem Rindvieh- und Schweine­markt war nicht so stark, wie auf dem letzten Markt. Hochwertige Kühe wurden zwischen 5700 Mark gehandelt. Rinder gingen für 150 bis 300 Mark ab. Ferkel kosteten 18 bis 20 Mk., Sprin­ger bis 50 Mk. pro Kopf. Der Handel war schleppend, insbesondere beim Rindvieh wirft« sich scheinbar der Futtermangel ungünstig auf die Preisgestaltung aus. Durch eine besonder« Kommis, ion wurden die hochwertigen Tiere mit Prämien ausgezeichnet.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Oft. (WTB. Funkspruch.) Der heu­tige Frühverkehr lag wieder sehr still. Die Tendenz war abwartend und ohne jede Anregung. Man schätzte etwa gestrige Schlußkurse. Am Devisenmarft nennt man Paris 124,1950, Mailand 92,59, Spanien 30,17, das Pfund 485 und den Dollar 4,1975.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Rotschrei aus der Wagengasse.

Seit mehreren Tagen haben wir Anwohner der Wagengasse das zweifelhafte Vergnügen, täg­lich die Objekte der Kochkunst asphaltbeflissener Zeit­genossen zu sein. In unserer engen Gasse wird näm­lich unter unheimlicher Qualmentwick­lung der Asphalt gekocht, den man in der Schul- straße bei der Reparatur der Fahrbahn berfbHgt. Wir fragen hiermit die Polizei, ob sie nicht ge­willt ist, diesem groben Unfug der täg­lichen stärksten Einräucherung einer engen Straße endlich zu steuern? Hat man kein Verständnis dafür, daß es doch eine Belästi­gung schlimmster Art ist, wenn man sich da der Qualm auch durch die Fensterritzen zieht tagtäglich die Wohnung verpesten lassen muß? Wir hoffen dringend, daß die Polizei hier endlich nach dem Rechten sieht und den ihr auch obliegenden Schutz der Bürger in der Wagengasie ausübt.

Mehre re Anwohner ber Wagengasse.

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