Ausgabe 
23.10.1928
 
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Bi

Die frankfurter Großmarkthalle

nutzt, die nur geringe Zugkraft erfordert, und die es sogar ermöglicht, daß ein Mann die Maschine selbst

versehene

ein

die die

Örtseinwohner seine Nachbarn mit gefährlichen Gegenständen. Er bewaffnete sich mit Aexten und v'e r b a r r i k a d i e r t e sich in seiner Wohnung. Als er von seinem Hauswirt aufgesucht wurde, drang er auf diesen mit der Axt ein. Der Be­dauernswerte, der bereits elf Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt verbracht hat, wurde wiederum dem Gewahrsam einer A,.statt zugeführt.

WEN. Hausen

sämtlich für Doppelpferdegespanne gebaut waren. Während diese Zahnradgetriebe' verwenden, hat Rühl eine sehr sinnreiche Exzenterübertragung be-

zum Zwecke des Amssischens, das eine auswärtige Großfirma übernommen hat. Letztmalig wurde das Wasserbecken vor vier Zähren ausgefischt. Anschließend setzte man 10 000 junge Fische ein. Diese haben sich inzwischen vorzüglich entwickelt, zum Äril zu Tieren von 8 bis 9 Pfund. Man darf deshalb mit einer Deute von mehreren hundert Zentnern rechnen. Früher wurde das Ausfischen des großen Teiches in größeren Zeit­räumen wiederholt. Beim letztenFischzug" vor vier Jahren, der nach einer Pause von etwa 15 Jahren vorgenommen wurde, waren Tiere von 16 bis 20 Pfund keine Seltenheit.

4 Butzbach, 22. Oktober. Der stattliche E r « Weiterungsbau an der hiesigen^ahn- torschule geht seiner Vollendung entgegen. Die beiden neugewonnenen Säle werden mit allen Neuerungen der Dautechnik ausgestattet. Sie erhalten Steinholzböden und Dauerlüfter; der obere Saal bekommt noch Oberlicht. Anfang November werden die Säle nach Fertigstellung der Zentralheizung bezugsfertig fein. In diesem Schulhaus werden dann untergebracht vier Volks - schul- und zwei Fortbildungsschulckassen. Die Langgaßschule b.hnlt die übrigen Fortbildungs- schulckassen und bekommt ab 5. November noch die Landwirtschaftliche Winterschule. Die Klein­kinderschule, die auch in dieser Schule unter­gebracht war, befindet sich seit einiger Zeit im Neubau.

WSN. Beienheim, 22. Okt. Gestern nachmit­tag wurde Pfarrer Groth, der in Meckesheim Gottesdienst abgehalten hatte, unmittelbar vor Beienheim auf der St raße tot aufgefun-

fein empfehlender Anblick für ein Städtchen, das seiner schönen Lage und seiner gesunden Luft wegen mit Recht als ein Luftkurort bezeichnet werden darf. Im Sommer wird durch das Grün der Sträucher die ungepflegte Anlage etwas ver­deckt, aber jetzt nach dem Laubfall fällt das Aeußere der Anlage besonders unschön in das Auge. Hoffentlich hilft die Stadtverwaltung dem ilebel bald ab.

U Rodheim cud. Horloff, 22. Okt. ilnfere im Sommer erbaute Kirchenheizung wurde am gestrigen Sonntag beim Abendmahl der ober­sten Altersklasse erstmalig in Betrieb gesetzt. Die Heizung, eine Warmluftanlage, arbeitete befrie­digend. Die nach Fertigstellung vorgenommene Probefeuerung zeigte starke Rauchentwickelung rm Kirchenraum, jedoch ist nun durch Aufsehen ernes Rohres auf den Schornstein diesem Hebel ab­geholfen worden.

s. Utphe, 22. Oktober. Welche Fortschritte die Verwendung von Maschinen in der Landwirtschaft macht, beweist der Umstand, daß in unserem kleinen Dorf in diesem Herbst allein fünf neue Kar­toffelerntemaschinen verschiedener Systeme angeschafft worden sind. Trotz ihrer mißlichen wirt­schaftlichen Lage erblicken die Landwirte in diesem Schritt einen Vorteil, da die Arbeitskräfte, die ge­rade im Herbst so sehr benötigt werden, immer rarer und teurer werden. Mehr und mehr bür­gert sich auch mit der zunehmenden Verwendung künstlicher Düngemittel eine neue Dünger­streumaschine ein, die der hiesige Schmiede- meister Rühl eigens für leichten Zug konstruiert hat, während die seitherigen Maschinen dieser Art

Am Donnerstag wird in Frankfurt a. M. die von der Stadt Frankfurt in der Nähe des Osthofens er­baute Frankfurter Großmarkthalle offiziell eröffnet werden. Mit diesem Bauwerk, das von dem Frankfurter Baudirekto.', Professor E l - s a e s s e r, geschaffen wurde, hat die Mainmetropole eine neue städtische Schöpfung von eindrucksvoller Gestalt und zweckdienlicher Anlage erhalten.

Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. gab gestern einer Anzahl Pressevertreter, darunter auch einem Vertreter desGießener Anzeigers", Ge­legenheit, die imposante Großmarkthalle eingehend zu besichtigen. In dem Verwaltungstrakt versammel­ten sich in der zwölften Mittagsstunde etwa 50 Presseleute, die nach einer kurzen Begrüßungs-An­sprache durch Stadtrat L i n g n a u , namens des Oberbürgermeisters und der gesamten Verwaltung, unter der Führung des Schöpfers dieses Baues, Pro­fessor E l s a e s s e r, einen mehrstündigen Rundgang durch alle Abteilungen des Gesamtwertes unternah­men. Man konnte hierbei feststellen, daß der Stadt Frankfurt a. M. und dem Handel in Frankfurt und engerer und weiterer Umgebung in dieser Halle ein zentraler Handelsplatz geschaffen wurde, den man als einzigartig und vorbildlich bezeichnen muß, und der in sich wohl das Modernste auf diesem Gebiete darstellt. Im Anschluß an den Rundgang fand eine Filmvorführung statt, in der unter erläutern­den Worten von Professor E l s a e s s e r die Ent­stehung des mächtigen Bauwerkes bildmäßig gezeigt wurde. Ein gemeinsamer Frühstücksimbiß in dem behaglichen Markthallenrestaurant vereinigte Gast­geber und Gäste noch zu einer gemütlichen Plauder­stunde, bei der u. a. Stadtrat Lingnau Gelegen­heit nahm, die wirtschaftliche Bedeutung dieses Werkes für Frankfurt und seine Umgebung, sowie die an diesen Bau geknüpften Hoffnungen der Frank­furter Stadtverwaltung darzulegen. Voll Befriedi­gung über den lehrreichen Besuch schieden die Gäste.

Oie Einzelheiten der Halle.

Die Frankfurter Großmarkthalle, die in ein­zelnen Teilen bereits seit Juni benutzt wird, ist jetzt t) öl Kommen fertig gestellt.

Sie hat zwei verschiedene Aufgaben zu er­füllen: den Reexpeditionsverkehr, der Frcrnlsurt als das Zentrum reichster Obstgebiete und als srachttechnisch günstigen Eisenbahnknoten­punkt zu einem weitreichenden llmschlags- platz für den Früchtehandel machen soll, und die Versorgung Frankfurts mit Obst und Gemüse. Der ersten Aufgabe dient die I m p o r t- halle mit ihren Gleisanlagen, der zweiten die eigentliche Derkaufshalle mit ihren Neben- anlagen.

Die Bauten der Großmarkthalle, be­stehend aus der eigentlichen Verkaufshalle, dem Dureauhaus, dem Kühlha us, den östlichen und westlichen Wohnungsanbau- ten und der Jrnporthalle, liegen auf städtischem Gelände. Die Hauptlebensader für den Betrieb ist der Anschluß an die städtische Hafenbahn. Die in die Halle einlaufenden Gleise sind in Sägesorm ungeordnet, so daß man von jedem einzelnen Waggon ohne Benutzung von hinter» oder ülebersührungen in die Halle ge­langen kann.

Die halle ist 220 2Nelcr'(mit den Kopfhäuten 250 Meter) lang, 50 Meter breit und in den Gewölben 17 dzw. 23 Meter hoch.

Gurten

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 22. Okt. In nchholz - (Kreis Wetzlar) bedrohte ein 68jähriger

Von der Gesamtfläche von 11000 Quadratmeter entfallen 6500 Quadratmeter auf Groß- und Kleinhandelsstände. Die Großhandels- stände mit vorgelegten Dureauanbauten befinden sich längs den Außenwänden und stnd durch Scherengitter abgeschlossen. Die seitlichen Ausgänge besitzen Windfänge, von denen aus die Kellertreppen, die Mülleinwurfschächte, Brun­nen und verschiedene Geräteräume der Markt- Dertoattung erreichbar sind. Auf den beiden Drücken, die die gewaltige Halle im Innern von der einen zur anderen Seite überspannen, sind Kaffeewirtschaftene ngerichtet, außer­dem befindet sich dort die Markthallenaufsicht mit den Schalttafeln für die gesamte technische Em- richtung. Die Beleuchtung erfolgt durch tief­hängende, hochkerzige Lampen; die Belüftung mittels mechanisch bewegter Fensterflügel. D.e Beheizung mit warmer Lust ermöglicht ein Freihalten der Halle von Frost.

Das Bureauhaus enthält im Erdgeschoß Verkaufsräume, im 1. Obergeschoß die Marktkasse und Geschäftsräume, im 2. Obergeschoß die Marft- direktion mit ihren Kanzleien und die Aufent­haltsräume für die Marktaroeiter, in den sechs oberen Geschossen v rmtetbar? Bureauräume von insgesamt 2000 Qua ra met r sowie zwriAtelie.s.

Das Kühlhaus enthält 3000 Quadratmeter Kühlfläche. Im Erd- und im Galeriegeschoß liegen Derkaussläden. Der Keller enthält die Moschinen- anlage und eine Eisfabrik mit einer Tagespro­duktion von 220 Zentner.

Die Jrnporthalle dient der Lagerung von Südfrüchten, Südwein und anderen Hmschlags- gütern. In einem oberen Geschoß stehen den inter­essierten Großfirmen Bureauräume zur Ver­fügung, für deren Verbindung mit den zugehöri­gen Lagern durch reichliche Anordnung von Trep­pen und inneren Fenstern gesorgt ist.

3m Anschluß an die Jniporthalle liegt die 400 Quadratmeter große Sortierhalle, in welcher sich, gegen die Blicke Außenstehender ge­schützt, der mit starker Abfallbildung verbun­dene Betrieb der Warenauslese vollzieht.

Bei den großen Abmessungen der Halle erweckt die konstruktive Lösung besonderes Interesse. 15 Tonnengewölbe mit Abmessungen von 14,00/37,50 Meter, auf schräg ansteigenden leichten Stützen gelagert, überspannen die riesige Halle. In enger Zusammenarbeit zwischen Architekt und Ingenieur entstand eine Lösung, die zugleich als Gewinn eine glänzende Belichtung und Belüftung mit sich brachte und der Halle ein frisches und heiteres Gepräge gibt. Die an­sehnliche. Bauhöhe von 17 bzw. 23 Meter ist nicht nur vom räumlich architektonischen Gesichts­punkt aus gerechtfertigt, sondern auch durch die Rücksicht auf die gute Lüftung der Halle be­dingt.

Der Kostenanschlag soll nach den An­gaben von amtlicher Seite nicht überschritten worden sein. Die Angaben der genauen Zahlen wäre indessen heute noch verfrüht, da die Ab- rechinungsarbeiten noch im Gange sind. Don der Dausumme entfällt nur ein Teil auf rein bau­liche Ausgaben. Die von den städtischen Körper­schaften genehmigten Mittel von 13 735 000 Mk., zuzüglich der Nachbewllligung von 642 000 Mk. für das Kühlhaus und 515 500 Mk. für Schul­kinderspeisung, somit insgesamt 14 892 500 Mk., wurden nahezu aufgebraucht.

Witwe Margarete Lim Perl, geborene Gantz, im 90. Lebensjahre.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 22. Oft. Gestern wurde in unserer Gemeinde das Ernte­dankfest verbunden mit der Frier des heiligen Abendmahles gefeiert. Vor zahlreich versam­melter Gemeinde predigte der Geistliche über das Wort:Was der Mensch säet, das wird er ernten. Im Anschluß an den Gottesdienst gab er bekannt, daß die Erben des am 11. Ok­tober verstorbenen Fvl. Langsdorf der Kirchengemeinde einen wertvollen, reich verzierten silbernen Pokal zum Gebrauche beim Abend­mahl gestiftet hätten. Dieser. Pokal sei zwar ein Geschenk der Spar- und Vorschuhkasse Hom­berg für ihren Vater, den Steuerrat Langsdorf, gewesen, der 25 Jahre lang als Leiter dieser Kasse mit großem Segen gewirkt habe. Aber deshalb werde der Pokal doch mit großem Danke seitens der Kirchen gemeinde angenommen. 3m Anschluß hieran sei noch erwähnt, daß genannte Erben auch unserer Sanitätskolonne zwei ge» brauchst hi ge Fahrstühle, sowie mit Handgrift

den. Ein Herzschlag hatte seinem Leben Ziel gesetzt.

Kreis Schotten.

V Gedern, 21. Oft. Heute früh starb älteste Einwohnerin unserer Stadt,

über den Acker zieht, wie dies aud) öfters geschieht. Diese Neuerung ist unter Musterschutz gestellt. Da sie die Maschine des kleinen Landwirtes sein soll, dem keine Maschinenhallen zur Verfügung stehen, ist als weiterer wesentlicher Vorzug anzusprechen, daß der Düngerstreuer vollständig auseinandernehm­bar und auf kleinstem Raum aufzubewahren ist. Auch kann er dadurch leicht von den Salzen, die zum Teil die Eisenteile angreifen, gereinigt werden. Bei der Einführung dieser Maschine spielt außer der Zeitersparnis auch der Umstand eine wesent­liche Rolle, daß eine viel gleichmäßigere und des­halb sparsamere Verteilung der Düngesalze gewähr­leistet ist, als beim Streuen mit der Hand.

Kreis Friedberg.

WSN. Friedberg, 22. Okt. Der gestrige Abendzug Bad Hornburg Friedberg wurde kurz hinter Holzhausen durch Ziehen der Notbremse zum Stehen gebracht, weil ein Mann, der auf der Holzhausener Kerb allzuviel ge­trunken hatte, gegen die Mitreisenden tätlich wurde. Auf dem Bahnhof R o d h e i m kam es dann zu weiteren Ausschreitungen, besonders gegen Bahn­beamte. Der Zug mußte wiederholt nach seiner Ab­fahrt halten. Erst als sich im ganzen 20Personen an derBesänftigungsaktion" gegen den Tobenden beteiligten, gelang es, die Fahrt ungestört fortzu- setzen.

LPD. Friedberg, 22. Oft. Am Kupfernen S o n n t a g soll auch hier ein L i ch t f e st abgehalten werden, bei dein im Vorjahre gute Erfolge im In­teresse der Verkehrswerbung erziell wurden.

4 Vom hessischen Taunus, 22. Okt. Wer jetzt durch unsere Wälder wandert, kann sich davon überzeugen, daß der heurige Herbst eine selten reiche Ernte an Eicheln gebracht hat. Die Früchte fielen nach den Frösten der vorigen Woche massenhaft ab- und bedecken den Boden unter den Eichen wie gesät. 3n kurzer Zeit könnte man die Eicheln zentnerweise sam­meln. Noch vor wenigen 3ahren unterzog man sich vielerorts dieser Mühe. Heuer ist aber von einerEichellese" kaum etwas zu bemerken. Die Tiere des Waldes behalten so einen reich gedeck­ten Tisch, besonders die bei uns in den letzten 3ahren häufiger gewordenen Wildschweine

Bad-Nauheim, 22. Okt. Ein ernsteres Motorradunglück ereignete sich dieser Tage auf der vom 3ohannisberg steil ab zur Englischen Kirche führenden Bergstraße. Zwei in Darmstadt beschäftigte Friedberger, die gemeinsam einen Ausflug nach dem Johannisberg unternommen, wurden bei der Abfahrt von dem Unfall be­troffen, der jedenfalls durch Versagen der Hand­bremse entstanden ist. Während der Lenker der Maschine noch ziemlich heil davonkam, wurde der Mitfahrer, Lehramtsassessor Dr. I h l, vom Sih geschleudert und ernstlich verletzt. Er wurde mit dem hiesigen Sanitätsauto ins Friedberger Krankenhaus übergeführt.

2$. Bad-Nauheim, 22. Okt. Einer der bekanntesten hiesigen Badeärzte, Sanitätsrat Dr. Wens, starb unerwartet auf einer Erholungs­reise in Konstanz. Früher in Bielefeld, seit 25 Jahren hier tätig gewesen, erwarb er sich als langjähriger Terater im Ku.verwalturgsamschuß und im Vorstand der hiesigen' Aerzlevereinigung pielsache Verdienste um unser Bad. Eine große Anziehungskraft auf die Sonntagsspaziergänger von Bad-Nauheim und Friedberg übte dieser Tage der allen Besuchern unserer Badestadt be­kannte große Teich aus. Das große Wasser­becken wird zur Zeit abgelassen und bietet so interessante Einblicke in sein reiches Tierleben. Dieses zieht besonders die Jugend an, die eifrig mit dem Fang von Muscheln und Krebsen be­schäftigt ist. Die Entleerung des Teiches erfolgt

c Krofdorf, 22. Oft. Am Samstagabend beging der Turnverein e. V. (D. T.) das Fest seiner Turnhallen weihe. Große Befriedi­gung über die endliche Vollendung des Eigen­heims und herzlicher Dank für die opferfreudig« Mitarbeit aller Vereinsmitgli:d:r klang als Leit­motiv schon aus den Degrüßungsworten des 2. DorsitzendLN, Kaufmann S. S ü ß k i n d, der in Vertretung des durch Trauer verhinderten ersten Vorsitzenden, Lehrer Jäger, den Festabend er­öffnete. Vor mehr als 600 Personen, die den großen Saal der stattlichen Halle bis zum letzten Platz füllten, hielt Stud.enrat Walter Fabel (Wetzlar), ein geborener Krofdorfer, seine tief­greifende Weiherede. In großen Zügen, und doch belebt durch wertvo le E.n^elhrilen, lieh er vor bem geistigen Auge feiner aufmerk amen Zu- hörer den Werdegang des Hallenbaues vorüber- ziehen, der schon einmal, an der Schwelle des Weltkrieges, vor seiner gesicherten Ausführung stand. Turnerisch und wirtschaftlich mußte nach dem Zusammenbruch wieder gan^ von vorne be­gonnen werden, und da zeigte sich, was ernster Wille und Begeisterung auch in einem Heinen Landverein vermag. Trotz schwerer Berufsarbeit im Feld, Werkstatt, Fabrik und Amt brachten die Mitglieder große Opfer an Zeit und körper­licher Arbeit und schulen damit zu gleicher Zeit ein Sinnbild der Dorsgemcinschaft, die sich über Parteigegcnsätze und soziale Schichtung hinaus erhebt. Der gemeinsame Gesang der 3. Strophe des Deutschlandliedes leitete den Gedanken ü'-er auf die größere Dolksgrm:inschaft. Landrat Dr. Sartorius (Wetzlar) beglückwünschte den Verein zu dieser Leistung aus eigner Kraft und gab seiner Befriedigung darüber Ausd.uck, daß er an der Beseitigung so mancher Hindernisse habe mit helfen rönnen; aber auch für di.' geistige Jugendpflege müsse Raum und Ce egenheit hinzu- lommen, und in dieser Richtung werde das Kreisjugendamt durch den Einbau einer Radio­anlage mit Lautsprecher Weiterhelsen können. Bürgermeister Drockmeier (Krofdorf) sprach sich in gleichem Sinne aus und hob in aner­kennenden Worten hervor, daß mit dieser Turn­halle die erste im Amtsbezirk erstanden sei. Fa­brikant Artur Pfeiffer (Wetzlar) sprach als 1. Vertreter des Turngaues Hessen und des Mittelrheinkrcises, zugleich im Namen der zahl­reichen Turngäste aus Nachbarvereinen, dem zähen und rührigen Bruderverein dankbaren Glückwunsch aus und weihte die Halle als sicht­bares Zeugnis einer vertieften Auffas ung von dem Wesen der Deutschen Turnerfchaft, das ja nicht bloß körperliche Ertüchtigung, sondern in und mit ihr opferfreudige Mitarbeit an dem Leben in der Volksgemeinschaft um ässe. Gleich­zeitig überreichte er unter lebhaftem Beifall dem 70jährigen Landwirt Turner Karl Heyer, der im Sinne und zum Andenken an seinen, einem Kriegsleiden erlegenen ein i;en Sohn Adolf den Bauplatz zur Halle geschenkt hatte, und ferner dem verdienstvollen langjährigen 1. Turnwart Wilhelm Leib einen Ehrenbriest Auch der Turn­verein enthüllte zum Dank für die Hehersche Stiftung eine Gedenktafel an der Empore des Saales. Der Kreisverband für Leibesübungen im Kreise Wetzlar schloß durch seinen Vertreter Fischer (Wetzlar) die Reihe der Glückwünsche. .Sinter feierlicher Ansprache des Lehrers Adolf Rinn und dem gemeinsamen Gesang des Liedes vom guten Kameraden wurde die im Jahre 1922 geweihte Ehrentafel für die im Weltkrieg ge­fallenen 26 Turnbrüder in die Halle einge­bracht. Zum Schlüsse überreichten die 21 Krof­dorfer Kölnfahrer eine Fahnenschleife zum An­denken an das 14. Deutsche Turnfest. Der zweite Teil der Festfolge zeigte den Krofdorfer Verein in allen seinen Abteilungen auf beacht­licher Höhe seiner turnerischen Leistungen. 3m bunten Wechsel waren die Ansprachen und Dar­bietungen durchsetzt von Chören des Gesang­vereins Germania, unter der Leitung seines 70 3obre alten Chormeisters Ludwig Abel, von Liedern des gemischten Chores des Turnvereins, unter Leitung des Musikers Re eh, von gemein­samen Liedern und den ernsten und heiteren Weisen der Musikkapelle Weller. Der stim­mungsvolle Verlauf des Abends hielt die Teil­nehmer lange zusammen.

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