Ausgabe 
23.6.1928
 
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Aus dem Voranschlag des Kreises Gießen

Der Haushaltsvoranschlag des Krebses Gießen für 1 92 6 schlicht, wie bereits gemeldet, in Einnahme und Ausgabe mit 942 999 Ml. gegen 646 407 Ml. im Dorjahre ab. Davon entfallen, wie gleichfalls schon be­richtet, aus die Betriebsrechnung des neuen Haushaltsiahres 720 036 Wk. gegen 639 462 Ml. im Vorjahre, auf die D e r m ö - gen-rechnung 222 963 Mk. gegen 6945 TUI im Jahre 1927. 3m einzelnen ist über den neuen Haushaltsplan folgendes zu berichten:

Betriebsrechnung.

Das Kapitel Allgemeine Verwal­tung weist in der Einnahme für doS neue Rech­nungsjahr 2000 Mk. sim Vorjahre 2330 Mk.) auf, die AuSgabenseite schlieht mit 29 900 Mk. (im Vorjahre 15 725 Mk.) ab. Für die Ansavrm- lung eines Automobilsonds sind hier erstmalig 2000 Mk. eingesetzt, ferner erscheint als einmalige Zahlung ein Betrag von 9000 Mk. als Beitrag beS Kreises zu den Kosten der Zentralheizung im Regierungsgebäude.

3m Kapitel Polizeiwefen haben sich die Einnahmen von 5000 Mk. im 3ahre 1927 auf 27 700 Mk. im neuen Haushaltsjahr erhöht, wäh­rend die Ausgaben von 7000 Mk. Im Vorjahre auf 32 210 Mk. angewachsen sind. Die starke Steigerung auf beiden Seiten ist daraus zurückzu­führen, dah die Ertragnisse der Gebühren für Schlachtvieh- und Fleischbeschau von 3000 Ml. auf 26 200 Mk. angewachsen sind, und im glei­chen Ausmaße auch die Ausgaben für Gebüh­ren und Tagegelder für Fleischbeschauer. Reise­kosten usw. sich erhöhen, so daß man die Summe von 26 200 Mk. nur als durchlaufenden Posten anzusehen hat.

Das Kapitel Schulwesen weist auf der Ein- naijmeferte für das neue Jahr den Betrag von 60 Mark auf gegen 150 Mark im Vorjahre: die Ausgaben sind von 0966 Mark im Vorjahre auf 10 896 Mark im neuen Haushaltsplan gestiegen. Dos Anwachsen hat seinen Grund vor allem in der neuen Besoldungsregelung.

Für Kunst und Wissenschaft sollen bei gleicher Einnahme wie im Vorjahre (200 Mark) auf der Ausgabenseite 2100 Mark für das neue Rech­nungsjahr, gegen 2000 Mark im Vorjahre, vom Kreistag genehmigt werden.

Die Bauverwaltung, die im vorigen Jahre auf der Einnahmeseite nichts verzeichnete, weift für das neue Jahr hier den Betrag von 4216 Mark auf, der von der Provinzialkasse Oberhessen als teil­weiser Ersatz für Ruhegehalte und Witwengelder früherer mittlerer Krsisveamten an die Kreiskasse gezahlt wird. Die Ausgabcnseite hat sich von 5654 Mark im Vorjahre auf 18 508 Mark für das neue Jahr erhöht, bedingt durch höhere Aufwendungen für Ruhegehalte und Witwengelder.

Für die allgemeine Förderung der Wirtschaft werden die Ausgaben im neuen Haushaltsjahre auf 5405 Mk. veranschlagt, gegen 3405 Mk. im Vorjahre. Die Steigerung um 2000 Mark findet ihre Begründung in einem Zuschuß an den Obst- und Gartenbau-Verein des Kreises Gießen zum Gehalt eineS ObstbauinspektvrS.

Wohlfahrtspflege und Gesund­heitswesen einschl. Erwerbslosen- und Wohnung-sürsorge verzeichnet aus beiden Seiten der Rechnung ein Sinken der Ziffern. Die Einnahmen für daS Rechnungsjahr 1926 werden mit 248 024 Mk. gegen 269 724 Mk., die Aus­gaben mit 460 822 Mk., gegen 478 823 Mk. im Vorjahre, auSgewiesen. Die Verwaltungskosten 'haben sich infolge der neuen Besoldungsregelung und erhöhter Aufwendungen für Dersicherungs- 1 Beiträge und diverse Bureaukosten von 33 286 Mk. y auf 46 105 Mk. erhöht, während die Einnahme­

seite von 7121 Mk im Vorjahre auf 8101 Mk. angewachsen ist. Die Kosten der Fürsorge im Rahmen der Äcichsfürsorgeverorbnung sind von 296 640 Mk. im Vorjahre aus 266 200 Mk. im neuen 3ahr. die Einnahmen dieser Abteilung von 189 110 Mk. im Vorjahre auf 161 025 Mk. gefallen Für das 3ugendamt werden anstatt 9469 Mk. tm Vorjahre für das neue 3ahr 12 410 Mar! vorgesehen, die Einnahmeseite verzeichnet hier nichts. Die Jugendfürsorge zeigt ein Steigen der Aufwendungen von 98 450 Mk. auf 111230 Mark und ein Anwachsen der Einnahmen von 61 050 Mk. auf 69 250 Mk. Für daS Gesundheits­wesen erhöhen sich die Ausgaben von 10 40o Ml. auf 15 200 Mk., die Einnahmen von 7150 Mk. auf 9050 Mt. Als Beiträge für gemeinnützige Zwecke sind für das neue 3ahr 1480 Mk. vor­gesehen. gegen 1885 Mk. im Vorjahre. Insgesamt schließt der Sondervoranschlag des Kreiswohlfahrtsamtes und des Zu­ge n d a m t e s auf der AusgabenseiLe mit 452 625 Mark (450 130 Mk.), auf der Elnnahmeseite mit 247 426 Mk. (264 431 Mk.) ab. so daß ein Betrag von 205 199 Mk. zu decken ist. Hinzu kommen noch für Wohnungsfürsorge. Beiträge an gemein­nützige Der eine. DersicherungSkeistungen, Arbeits­nachweis für das nördliche Oberhessen diverse Aufwendungen, so daß sich die Schluhsummen dieses Kapitels, wie oben angegeben, auf 248 024 Mark (269 724 Mk.) auf der Einnahmeseite und 460 822 Mk. (478 823 Mk.) auf der AuSgabenseite stellen.

Für An st alten und Einrichtungen (Feuerlöschwesen, Kreiskadaververwertungsanstalt) erhöhen sich die Ausgaben von 10 860 Mark im Vorjahre auf 11870 Mk. im neuen Jahre, die Ein­nahmen erhöhen sich von 2261 Mark im Vorjahre aus 3025 Mark für 1928.

Das Finanz- und Steuerwesen weist auf der Einnahmeseite eine Steigerung von 356 765 Mark im Vorjahre auf 428 405 Mark im neuen Jahre auf, die Ausgabenjeite zeigt ein Anwachsen der Schlußziffern von 105 580 Mark auf 144164 Mark. Von der Einnahmeseite ist hier hervor- zuheben, daß aus dem Reste- und Ausgleichsstock 100 000 Mark entnommen werden sollen, als Reichs­steueranteile 92 000 Mark, aus Kreissteuern 221 240 Mark erwartet werden.

Die Grund st ücksoerwaltung weist im neuen Rechnungsjahr eine Einnahme in Höhe von 47 Mark und eine Ausgabe von 20 Mark auf.

Vermögensrechnung

Kapitalvermögen und Kapitalschul­den sind auf der Einnahmeseite für das neue Rechnungsjahr mit 6369 Mark gegen 3032 Mark im Vorjahre, auf der Ausgabefeite mit 4139 Mark gegen 450 Mark angegeben.

In der Dermögensrechnung findet man im Ka­pitel Refte - und Ausgleichsstock auf der Einnahmoseite den Bestand aus früheren Jahren mit 154 103,65 Mark, den Barvorrat nach dem Abschluß der Rechnung von 1926 mit 49 020,76 Mark, mithin einen Bestand von rund 203 124 Mark ausgewiesen. Aus der Ausgabeseite sind 100 000 Mark aus diesem Stock an die Betriebsrechnung abgeführt, so daß vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages 103 124 Mark zur Verwendung in späteren Jahren verbleiben.

Kapitalien und Erneuerungsfonds schließen auf der Einnahmeseite mit 19 839 Mark flegen 6945 Mark im Vorjahre, auf der Ausgabe- eite mit den gleichen Betragen ab.

(Sine Bermögensübersicht

nach dem Stand vom 1. Januar 1928 weist das V e r m ö g e n des Kreises Gießen mit 212 312 Mark, dieSchulden mit 12o 312 Mark aus.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

(£) Lollar. 22. Juni. Der erste Straßen- umbau in der .Tiefenbach" (Straße Gießen Marburg) geht seiner Vollendung entgegen. Nach­dem die 'Abhebung der beiden Stopfe durchgeführt und mit den gewonnenen Erbmassen die Straße an ihrer tiefsten Stelle um 3,80 Meter höher gelegt worden ist, zeigt sich deutlich die erzielte Verbesserung. Zur Zeit werden die Abweissteine auf dem jetzt etwa 10 Meter hoben Damm im Tale aufgestellt. Die Walzung der Limbaustrecke schließt sich an. Inzwischen ist auch das etwa 700 Meter lange Straßen stück von der Ab­zweigung der Straße nach Ovenhausen bzw. Staufenberg bis zur Limbaustelle gepflastert worden.

iS. Steinbach, 22. Juni. Zu dem Bericht aus dem Oberwald, wo Naturfreunde auf das Vorkommen der Bekassine oder Himmels- ziege aufmerksam gemacht werden, können wir folgendes berichten: Wer die Straße von Stein­bach nach Garbenseich gewandert ist, wird viel­leicht auch schon in dem feuchten Wiesengrund links der sogenannten Bornwiese von diesem Vogel angeführt worden fein. Genau wie das Meckern einer Ziege läßt er sich bald hier, bald dort hören. Ob er al- Standvogel hier ist, läht sich nicht sagen, da er von 'Beobachtern in letzter Zett zum erstenmal gehört und gesehen wurde. Ein ebensalls seltener Vogel, der K i b i tz, ist auch hier noch anzutreffen. Wie fast über­all^ so versprechen auch hier die Halm­früchte in diesem Jahre eine gute Ernte, falls nicht Witterungsschäden die Hoffnungen noch zunichte machen. Der Roggen ist sehr schön ausgewachsen und hatte feine Blütezeit bei trocke­nem Wetter mit dauernder Windbewegung, so daß der Blütenstaub über die Felder hinwirvelte. Laube Achten dürste es wohl nicht geben. Der Weizen unö die Sommerfrucht sind ebenfalls in bester Entwicklung. Durch intensivere Bewirt- schastung und vermehrte Anwendung von künst­lichem Dünger versuchen die hiesigen Landwirte dem Boden bas äußerste abzuringen, so daß unsere Felder der angrenzenden Wetterau wohl kaum nachstehen. Die Kartoffeln stehen durchweg gut, das Setzen der Dickwurz­pflanzen ist 6eenöet. Di« Heuern te hat begonnen und ergibt ein« gute Mittelcrnt«, die Qualität des HeueS ist allerdings nicht so gut, da die zarten Llntergrüser sich schlecht entwickelten.

# Dillingen, 22. 3unt Förster Born- merShelm von hier war Zeuge, wie ein starker Rehbock auf der Straße nach Langd wider den Draht einer Hegeumzäunung rannte und dabei das Genick brach. Das verun­glückte Lier toiurbe dem 3agdpächter tn Hungen zu gestellt.

Kreis Büdingen.

* Nidda, 22. 3uni. Nachdem im Vorjahre eine Hochspannungsleitung die östlichen Hänge des Niddatales entlang über den Vogelsberg gelegt wurde, läßt nunmehr das Lleberlandwerk Oberheffen in den Orten oberhalb un­seres Städtchens nach und nach die kurz vor dem Kriege erbauten Ortsnetze umarbei- t e n und verstärken, da diese nicht mehr den an sie gestellten Anforderungen genüget^ Die zahlreichen, in Industrie und Landwirtschaft ver­wendeten QHotorc machten sich für Lichtabnehmer unliebsam bemerkbar und überlasteten die zu schwache Leitung. Die das Dorfbild störenden hölzernen 2 c 11 it n g 8 m a ft e, die z. T. abgängig waren, werden durch eiserne Dachständer ersetzt, wodurch das Ortsnetz weit unauffälliger erscheint als seither. Auch die Straßenbeleuch­tung der Ortschaften erfährt grundlegende Aen- dcrungen. Sie wird hier und da zweckentsprechen­der angebracht oder verstärkt und erhält an besonders gesahrbringenden Punkten bis zum Morgen durchbrennende Lampen, da zahlreiche Arbeiter den gegen 6 LIHr in Nidda emtrefsenden Frühzug benuöen, oder im Laufe dcr Nacht und am frühen Morgen von Nacht­schichten zurückkehren.

a- Echzell, 22. Juni. Altpolizeidiener Wer­ner ist am Dienstag im hohen Alter von 81 3ahren verstorben. 3m vergangenen Herbst trat er nach 47 jähriger Dienstzeit in den Ruhe­stand. Der Verstorbene war Detran deS Krieges 1870,71. 3n dankbarer Anerkennung der ge­leisteten treuen Dienste wurde ihm von der Gemeinde ein Ehtenfold bis zu seinem Tod gewährt und auf Wunsch ein Erbbegräbnis un­entgeltlich zur Verfügung gefreut

Kreis Schotten.

Laudach. 22. 3unt Das Ballenwerk des H a l l e n b a u e s der neuen Fabrik der Firma Philipp R ö m h e l d , Friedrichshütte. am hiesigen Bahnhof ist in der Hauptsache aufge- schlagen: die Halle hat eine Länge von 56 Meter und eine Breite von 18 Meter. BiS etwa Sep­tember gedenkt man, den Geschäftsbetrieb eröffnen zu können. Mit Wirkung vom 1. Juli ist Oberwachtmeister P o t h von hier als Gendar­merie-Kommissar nach Friedberg versetzt wor­den. Man bedauert allgemein den Weggang des tüchtigen Beamten. Oberwachtmeister Poth. geb. 1870 in Groh-Zimmern, biente 18901900 in Mainz beim 3nf.-Regi. Rr. 117, trat 1900 zur Gendarmerie über, ttr war tätig in Gießen, Schotten, Waldmichelbach. 1913 kam et nach Laubach. Zu seinem Nachfolger ist Obtrwacht- meister Gunkelmann, zur Zeit In Hunaen. ernannt worden. Die D r a S v e r ft e l g e- rung der gräflichen Wiesen am 19. und 20. 3uni hatte die gleichen Preise tot« tm vorigen 3ahte Die Preise für die einzelnen Dte-

fenftücke waren sehr verschieden. Der Morgen kam im Durchschnitt auf 2030 Mark.

ld. Aus dem Vogelsberg. 22. Juni. Während in den Vorjahren der Monat 3uni die Bauernhäuser in herrlichstem Gerantenschmuck prangen lieh, zeichnet sich das Schaltjahr 1 92 8 durch Dlütenarmut aus» DaS späte Frühjahr und die naßkalte Witterung, die im Volke als Kennzeichen der Schaltjahr: gelten, »aben die Entfaltung der Blüten hinnusgescho- ben, da biS jetzt die Pflanzen nur gering ent­wickelt find.

A Born oberen Niddatal. 22. 3uni. 3n diesen Tagen hielt der Schwerkriegsbeschädigte W. Kratz auS Freienseen in den Schulen unseres Tales einen ebenso lehrreichen als inter- ef'anten Vortrag überDis deutsche Flotte". Der Redner schilderte anschaulich an der Hand von guten Lichtbildern die allmähliche Entwick­lung der deutschen Marine durch die steten Fort- chtitte im Schiffsbau und trug dann daS Leben und Treiben sowie den Dienst auf einem großen Kriegsschiffe vor. wie er es selbst vor Ausbruch des Krieges als Matrose teils persönlich erlebt und mitgemacht hatte. Der Besuch eines solchen Vortrags kann auch Erwachsenen nur warm emp­fohlen werden, denen der Vortragende auch seine Kriegserlebnisse zu schildern versteht.

* Aus dem oberenRiddatal, 22. 3uni 3n der Nacht zum 10. Februar dieses 3ahreS wurden die Obstbäume unserer Gemar­kungen schwer mitgenommen. 3n einzelnen Ge­meinden zählte man mehr alS 100 durch den Sturm entwurzelte und geknickte Obst­bau m c. Erstere wurden zum größten Teil wieder aufgerichtet und durch Stützen und Drahtseile in ihre alte Stellung gebracht. Wie eS cheint, find diese Obstbäume gerettet, denn sie sinh belaubt und haben mitunter sogar geblüht. Bei dem Witterungscharakter dieses Jahres sind für sie die besten Aussichten vorhanden, durch den Sommer zu kommen, denn anhaltende $rocfcn- lyett würde vielen von ihren gefährlich werden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 22. Juni. Auf der Grube Juno bei Rauborn (Kreis Wetzlar) wurde der Bergmann Wilhelm Sänger aus Nauborn von herab (türmen öen Gesteinsmaffen oerschüt- t e t. Er erlitt starke Quetschungen des Brustkorbes, des Rückens und der Beine und mußte schwer­verletzt in das Krankenhaus Wetzlar überführt werden.

-L- Aus dem Kleebachtal, 22. Juni. In unseren Wiesengründen hat der erste Gras­schnitt eingesetzt. Obwohl feucht gelegene Wiesen recht guten Grasbestand zeigen, kann doch im Durchschnitt gesagt werden, daß die dies­jährige Heuernte der vorjährigen sowohl in Quantität, als in Qualität wesen tlich nach­steht. Hier macht sich die rauhe Witterung während der HauptwachStumszeit im Monat Mat empfindlich bemerkbar.

Kreis Marburg.

]j Marburg, 22. Juni. Aus bem gestrigen Schwelnemar kt standen 440 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Bei flottem Handel und fast völligem Ausverkauf toftetenl 6 Wocken alte Ferkel 16 bis 20. 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 24 und 8 biS 13 Wochen alte 24 bis 40 Mk.. Läufer je nach Güte 50 bis 80 Mk. das Stück.

Maingau.

TU. Frankfurt a. M., 22. Juni. Das 5 delfche ftunftinftitut hot die wettberühmte Sammlung von Gemälden, Plastiken und funft- gewerblichen Gegenständen de, Fürsten von Hohenlohe.Sigmaringen, welche einen Taxwert von 6 Millionen Mark befaß, erworben.

WSN. Frankfurt a. M. 21. Juni. In der rera engeren Nacht find in dem Stabt teil Westend verschiedene Schulen von einer Einbrecher­bande heimgesucht worden. 3n ben Klassen­zimmern waren ble Lehrer Pulte erbrochen. Schein­bar hatten bie Einbrecher Bargeld gesucht, doch haben sie dabei kein Glück gehabt.

Die Vermögensteuerveranlagung und Einheitsbewertung 1928.

Don (Sfeuerinfpettor Irres, Gleßen.

i.

3n der Zeit vom 15. Juni bis 30. 3um 1928 hat hie Abgabe drr Vermögens ft euer« Erklärungen 1 928 zu erfolgen. Diese Er­klärungen sollen die Grundlage für die V e r - mögens st euer 1928 und die EinheitS- bewertung bilden. Die diesjährige Veran­lagung unterscheidet sich von der vorjährigen in­sofern, alS neben der Bewertung des Betriebs­vermögens wieder eine Neubewertung des land­wirtschaftlichen Vermögen-, fowie des Grundver­mögens zu erfolgen bat Für 1927 waren die für da- landwirtschaftliche und das Grundver­mögen auf ben 1. 3anuar 1925 festgestellten GinheitSwerte der Vermögens steucrvercmlagung -ugrunbeoelegt worden.

An Grklänmgsvorbtucksn sind drei Arten vor­gesehen. und zwar.

Dm. 1 für natürliche Persoren, außer Land­wirten,

Dm. 2 für Landwirte, Forstwirte und Gärtner. Dm. 3 für nicht natürlich« Personen. einschl.

offenen Handelsgeseklschaften und Kornman- bttgesellschaften.

Da die Vermögenserklärungen auch als Grund­lage zur Einheit vbewertung bienen, sind ben Er­klärungen noch besondere Anlagen beizufügen: Für jeden gewerblichenBetrieb, jedes Grund­stück (HauS, Bauplatz, Fabrikarundstück usw.), jeden landwirtschaftlichen Betrieb ist je eine be* sondere Anlage einzureichen.

Die Angaben in den Erklärungen haben nach dem Stande zu Beginn deS 1. Januar 1928 zu erfolgen und bei Eheleuten (sofern fie nicht dauernd getrennt leben) das Derögen beider Ehe­gatten zu umfassen. Haben Kinder bereits eigenes Vermögen, so sind für diese besondere Erklärungen abzugeben. Kaufleute, die für ihren Betrieb regel­mäßige jährliche Abschlüsse auf einen anderen Zeitpunkt als den Beginn deS 1. Januar macken, können für diesen Betrieb ben in das Kalender­jahr 1927 fallenden Abschlußtag zugrundelegen. Nicht zum Bermögen einer natürlichen Perfon gehören die Anteile an einer inländischen offenen Handelsgesellschaft ober Kommanditgesellschaft, da diese Gesellschaften als solche steuerpflichtig sind und eine besondere 'Bermogcnaerflärung abzu­geben haben. Fernerhin gehören nicht zum Ver­mögen einer natürlichen Person Gegenstände, die diese einer inländischen offenen Handelsgesell­schaft ober Kommanditgesellschaft übcrlafsen haben, wenn sie an dieser Gesellschaft als Ge­sellschafter beteiligt find. Derartige Gegenstände sind vielmehr zum Vermögen der betreffenden Gesellschaft zu rechnen und von dieser zu er­klären.

Wertmäßige Angaben sind in den Vermögens­erklärungen bzw. Anlagen nur hinsichtlich des Betriebsvermögens, des sonstigen 'Vermögens (Kapitalvermögen usw.) und der Abzüge (Schul­den, soweit sie nicht auf das Betriebsvermögen entfallen, Lasten usw.) zu machen. Hinsichtlich der übrigen Vermögenswerte find nur Erläute­rungen über die Gröhe, die Art, Einrichtung und Zweckbestimmung zu geben. Auf Grund dieser Unterlagen wird dann dieBetoerhmg dieser Gegenstände von Amt- wegen vorgenommen werden.

3n der Aufstellung des Vermögens, das am 1. Januar 1928 einem gewerblichen Betrieb diente, sind die Gegenstände im allgemeinen mit dem gemeinen Wert zu bewerten, ©egenftänbe, deren Anschaffung ober Herstellung nach dem 31. Dezember 1923 erfolgt ist, können mit dem Anschaffung-- ober Herstelluna^wert, gegebenen­falls nach Abzug eine- an gerne Herren AonutzungS- beträges, angefefct werden. Für bewegliche Gegen­stände beS Anlagekapitals, die infolge der all­gemeinen Wirtschaftslage in der Zeit vom 1. Ja­nuar 1928 biS 30. Juni 1928 ununterbrochen drei Monate stillgelegen haben, kann ein SttllequngS- abfchlag von 30 Proz. deS Anschaffung«- oder HetstellungSwertes vorgenommen werden. Der Snbwert darf jedoch nicht unter dem Schrottwert Liegen. Lag während obiger Zeit nicht ein« voll­kommene Stillegung aber eine eingeschränkte Be­nutzung vor, Jo ermäßigt sich der Prozentsatz im gleichen DerhaltniS. Bel beweglichen Gegenständen eireS SalfonbelriebeS kann der gleiche Abschlag vorgenommen werden, wenn der betreffende Gegenstand ununterbrochen während der Hälfte

der dem 1. Januar 1928 vorangegangenen Saison infolge von Stillegung, Betriebseinschränkung, un­genutzt oder nicht üblich eingeschränkt benutzt war.

Zahlungsmittel, Forderungen und Schulden sind mit bem Nennwerte einzustellen. Aufwertungs- forderungen und Aufwertung-schulden, die am 1. 3anuar 1932 fällig werden und für deren Ber- zinfung die im Aufwertungsge'etz vorgesehenen Zinssätze maßgebend sind, sind mit 94 Proz. öes Nennbetrages zu bewerten. Betrug z. B am 1. 3anuar 1914 eine Hypothekenforderuna 100 000 Mark und ist sie auf 25 000 Goldman aufge­wertet. so ist sie mit 94 Proz. 23 500 Mk. zu bewerten. Wertpapiere Hirt) mit dem vollen Steuerkurswert, und sofern es sich um inländische Aktien, Kuxe, sonstige Anteile an inländischen Aktiengesellschaften, Komm anbi tgefellschasten auf Aktten, Gesellschaften mit beschränkter Haft han- beit, mit bem halben GteuerkurS zu betrerten. I Zahlungsmittel. Bankguthaben unb sonstig« lau- * sende Guthaben sind auch dann tm Gegensatz zu ben Bestimmungen für baS sonstige Vermögen anzugeben, wenn ihr Gesamtwert ben Betrag von 1000 Mk. nicht übersteigt.

Grundstücke ober auch Teile von Grundstücken, bie zu einem gewerblichen Betrieb gehörten, sind vorläufig mit bem Wert anzusetzen, mit tarn sie in der kaufmännischen Bilanz zu Buch stehen.

Zum sonstigen Vermögen zählen alle Ber» mögen-gegenstände, die nicht unter baS lanbwirt- schaftliche, forstwirtschaftliche ober gärtnerifcb« Vermögen, Betriebsvermögen ober Grundvermö­gen fallen. ES kommt hierfür insbesondere da« Kapitalvermögen in Betracht. Ansprücke auf Gehälter, Zinsen und ähnliche Bezüge, bi« am 1.3anuar 1928 bereits fällig, jedoch noch mcht ausgezahlt waren, sind ebenfalls als frmftlgc« Vermögen anzusprechen Fernerhin kommen unter bestimmten Voraussetzungen Gegenstände auS edelem Metall, Schmuckgegenstände sowie solche LuxuSgegenstände, die nicht zur Aus­stattung bet Wohnung bes Steuerpflichtigen ge­hören, alS steuerpftichtigeS Vermögen in Frag«. Zahlungsmittel, Bankguthaben, sowie sonstig« laufende ®utraben sind, sofern sie nickst zum Betriebsvermögen zählen (vgl. oben), nicht steuer­pflichtig, wenn sie alle zusammen 1000 Mk nicht übersteigen.

Unter ben Abzügen sind die bei 'Beginn des 1.3anuar 1928 vorhanden gewesenen Schulden auszuführen. Hierher gehören insbesondere Hypo­theken, Grund- unb DarlehnSfchulben, Altenteils- schulden, Nießbrauchlasten, sowie sonstige Renten­lasten. CS sei hierbei bemerkt, bah bie Auf- wertungsschulben mit 94 Prozent bes Aufwev- tungSbctrageS zu bewerten ftnd (vgl. obige» 'Beiz spiel). Als Drelmonatsabpug kann noch der 'Be­trag geltend gemacht werden, der am I. Januar 1928 in Form von Zahlungsmitteln, Bank- ober sonstigen laufenben Guthaben vorhanden war. und aus in der Zeit vom 1. Oktober biS 31. De­zember 1927 bezogenem Gehalt, Lohn ober Ka- pitalziiis stammt. Würben z. B. einem Steuer­pflichtigen auf fein Bankkonto überwiesen: Am 1. November 1927 800 Mk. Zinsen, am 31. De­zember 1927 500 Mk. Gehalt unb betrug fein Bankguthaben zu Beginn deS 1. Januar 1928 2000 Mk., so such btefe 2000 Mk als sonstige« Vermögen zu erklären, unb ber SteuerMichtige kann als Dreimonatsabzug 1300 Mk. geltenb machen (800 Mk. 4- 500 Mk.).

Eine Steuerpflicht ergibt sich, wenn bas Ge- lamtvermogen inach Abzug ber Abzüge) 5000 TEIL übersteigt. Eine Richterhebung ber Vermögens­steuer kommt nach 8 8 bes Vermögensteuev- geleyes in Frage, wenn bas abgerundete Ver­mögen 10000 Mk. unb baS letzte 3ahreSeinkom- men 3000 Mk. nicht überstiegen hat' bie Srn- kommengrenze erhöht sich bei Steuerpflichti­gen, zu beten Haushalt minberjährige Äinbet (im Sinne beS § 23 bes EinkommensteuergesetzeS) gehören, unb zwar bei zwei Kindem auf 4000 Mark, bei drei unb vier Kindern auf 5000 Mk« bei mehr als vier Äinbem auf 6000 Wk.

Bei Steuerpflichtigen, btt über 60 3ahr« alt ober erwerbsunfähig ober nicht nut Dorüberv gehenb behinbert fmb, ihren LebenSunterhÄt burch eigenen Erwerb zu bestreiten, kommt ebenfall­ein« Steuer nicht zur Erhebung, wenn baS ab- gerunbete Vermögen 20 000 Mk. unb baS letzte Jahreseinkommen 5000 Mk., ober bas Vermöge«