Ausgabe 
23.4.1928
 
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die Lleberfliegung des Polarmeeres in einer Richtung, die die größte Wahrscheinlichkeit zur Entdeckung von Land bot. Kapitän Wilkins habe daher beabsichtigt, bet Lleberfliegung des Polar­meeres einen Rechtskurs einzuhalten und so ein Gebiet zu erforschen, von dem man annahm, daß dort Land vorhanden sei. Kapitän Wil­kins Flug habe diese Frage endgültig geklärt und gleichzeitig Klarheit über ver­schiedene Gebiete in Rord-Grönland ge­bracht. Rach diesem Fluge sei sicher, daß, die flache Grenze des PolorineereS entlang der Küste von Sibirien ausgenommen, künftige Polarfor- schunaen kaum noch zu weiteren Land­entdeckungen führen würden. Kapitän Wilkins habe nicht beabsichtigt über den Rordpol selb st zu fliegen. Amund - sen sprach seine große Befriedigung über den erfolgreichen Flug nach dem Rordpol aus und betonte, daß noch kein Flug unternommen wurde, der an Bedeutung mit diesem zu vergleichen wäre. Fridtjof Ransen erklärte, der Flug müsse unter allen Umständen als eine großartige T a t betrachtet werden.

Eine deutsche Klugspende.

Zu Ehren der Lzcanflieger.

V e r l t n , 21. April. (HL) Der v e u t s ch e L u f t- fahrloerband veröffentlicht einen A u f r u f für eine Flugspcnde zu Ehren der Ozeanflieger, in dem es u. a. heißt:Der glückhafte Lnropa-Amerika-Flug I des Junkers-FlugzeugsBremen unter Führung des Hauptmanns a. D. Köhl und feiner Begleiter Filzmanrice und v. hünefeld hat das ganze deutsche Volk mit Dankbarkeit und Stolz erfüllt und die ganze Welt zur Bewunderung fortgerissen. Es gilt nunmehr, aus dieser Tal weiter zu arbeiten und dem deutschen Flugsport, der trotz aller Hem­mungen seine Lebensfähigkeit bewiesen hat, zur För­derung sportlicher Flüge, zur Ausschreibung von Preisen und zur Wortbildung besonders begabter junger Spor,flieget d i e unentbehrliche

finanzielle Grundlage zu schassen. Wir glauben, daß eine solche Sammlung d i e s ch ö n st c Ehrung für die tapferen Ozeanflieger darslellt. wir wenden uns deshalb an das ganze deutsche Volk mit der Bille, daß jeder noch seinem können fein Scherflein beiträgt zum Ausbau des deutschen Flugsportes und damit zur Förderung der deutschen Luftfahrt und zur Fortführung der IHiffion des Flugzeuges als Werkzeug friedlicher internationaler Zusammenarbeit. Bel allen Banken und Vankslrmen werden Annahmestellen eingerichtet. Spenden neh­men ferner entgegen alle Flugleilungen der Deut­schen Lufthansa: außerdem können Zahlungen er­folgen auf Postscheckkonto Berlin 130 198Deutsche Flugspende. Deutscher Luftfahrtverband e. v. Die Ehrenvorslher: Dr. Luther. Reichskanzler a.D.: Profestor Dr. her gesell. Geh. Regierungsrat: Dr. Baff, Bürgermeister a. V.; Dominica». Staatsmlnister a. V.. Vorsitzender; 1. stelloerlretender Vorsitzender Dr. Jarre». Oberbürgermeister; 2. stellvertretender Vorsitzender v. T s ch u d l. vizeprS- sidenl de» Aeroklub» von Deutschland.

Eine Richthosen Gedenkfeier.

Berlin, 21. April. (WB.) Aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Todestages des deut­schen Fliegerhelden, Rittmeister Manfred Frei­herr von Richthosen, veranstaltete der Ring -Der Flieger im Deutschen Luftfahrt- verband In der Gnadenkirche heute nachmittag »ine stimmungsvolle Gedenkfeier. Lorbeerbäume und Kränze schmückten den Altar. Unter den Anwesenden befanden sich neben dem Bruder des Helden eine Reihe von hohen Offizieren der allen Armee, der Reichswehr und der Ma­rine, Vertreter von Ministerien und von Ofsi- ^iersvereinen, eine Abordnung des Ulanenregi- mentes 1, dem Richthosen einst angehbrte, ferner Bertreter des Aero-ClubS, der Deutschen Luft­hansa und vaterländischer Verbände. Mehrere Flugzeuge kreisten während der Gedenkfeier über dem GotteShause. Rach dem liturgischen Teil des Gottesdienstes sprach Pfarrer Loerzer. der einst im Felde Führer der Jagdstaffel 26 war, über daS Dibeiwort aus dem Buche der RichterUnd der Herr zog mit ihm unter den Helden". Der Geistliche führte seine Hörer zu­rück in die Zeit vor zehn Jahren, erinnerte daran, daß der 81. Lust sieg des Helden sein letzter Sieg war und feierte den Wagemut und Opfersinn Richthofens, der noch heute ein Vorbild für unseren jungen Nach­wuchs darstellt. Am Grabe des toten Helden auf dem nahen Invalidenfriedhof legte man eine Fülle prächtiger Kränze nieder.

Oie Frauen der Ozeanflieger auf der 2Rcife nach Amerika.

London. 22. April. (WTB.) Die Frau deS Befehlshabers der irischen Luststreitkräfte, Fitz- m a u r t c e , begab sich heute nacht mit ihrer sechsjährigen Tochter in Queenstown an Bord der auf der Amerikareise befindlichenDresden", wo sie bei ihrer Ankunft von Frau Köhl, der Gattin deS Piloten der .Bremen", herzlich be­grüßt wurde. Vertreter der irischen Luststreit­macht und der Reuyorker deutsch-amerikanischen HandelSkörperschasten überreichten beiden Damen Blumensträuße. Qluf eine Frage, ob Fihmaurice auf derBremen" zurückfliegen werde er­widerte Frau Fitzmaurice:Ich werde nichts gegen einen solchen Rückflug versuchen, warum sollte ich auch? Gr weiß, waS er zu tun hat." Oas Hilssflugzeug auf Seven Zsland gelandet.

Reu York, 22. April. (TU.) Das Ford-Flug- z«ug mit den Piloten Schiller und B a l ch e n stieg von Murray Bav nach Greenly Island auf. Der Flieger Bennett mußte infolge seiner Er- krankung zurückbleiben. Das Flugzeug sollte nach­mittags in Greenly Island ein treffen. Es wurde jedoch durch schlechtes Wetter zur Landung auf Seven 2 s 1 an d gezwungen. Es hat die Ersatzteile für die .Bremen" an Bord.

Akademische EhrungHauptmann Köhls

Braunschweig. 21. April. (WTB.) Sie Technische Hochschule Braunschweig hat Hauptmann Köhi, den Sütter der .Bremen", in Anerkennung seiner Verdienste zum Dr. inj, e. h. ernannt.

Der Wahlaufruf der Deutschen Volksyariei

Berlin, 22. April. (WB.) Der Zentral- l Vorstand der Deutschen. Dolkspartei hat heute den Wah'ausruf der Deutschen Volcspartei ver- I öfsentlicht. In dem Ausru heißt es u. a.: Am ; 20. Mai wird das deutsche Volk bestimmen, wer für die nächsten Iahre über sein Schicksal ent­scheidet. Wer nicht wählt, verletzt seine vor­nehmste Staatsbürger glicht und verwirkt das Recht nachträglicher Kritik. Wahl­recht ich Wahlpflicht. Die Deutsche Volks­partei war in der ganzen vergangenen Gesch- gebungsar eit an dec Reichsregierung beteiligt. Sie bat als Partei des Wiederauf­baues praktische Politik getrieben, um das Bal .and nach außen und innen besseren Derhältn.sien entgegenzuführen. Die Außen­politik Dr. Stresemanns ist von der über­wiegenden Mehrheit des deutschen Volkes als die einzig richtige anerkannt. Riemand kann verkennen, daß im Laufe der Iahre Deutschland sich in der Welt eine ge­festigte und sichere Stellung zurückerobert hat. Die von uns dauernd bekämpfte Kriegs- s ch u l d l ü g e bricht zusammen vor den Ergeb­nissen der wissenschaftlichen Forschung. Die von uns vertretene Verständigungspolitik hat schon zu fühlbaren Erleichterungen im be- feäten Gebiet geführt. Darüber hinaus fordern f wir vor allem die unverzügliche völlige I Befreiung des Rheinlandes, Rückgabe j des Saargebietes, eine erträgliche Gestaltung der Reparationsverpflichtungen und Beseitigung der unmöglichen Gro ze im Osten. An dem Ver­langen nach neuer kolon aler Betätigung wer­den wir unverrückt festhalten. Wir erstreben auf dem Gebiet dec Finanzen und Steuern eine Minderung des schwer auf üemVolke

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lastenden Steuerdrucks, Vereinfachung der Eteuera:setzg.bu:-g. gerechtere Verteilung der Steuern. Wir bekennen uns zu dem Gedan en der sozialen Ge etzgebung. Wir treten für ein Rentnerverso rgungsgesetz ein. Die uneingeschränkte Erha.tung des Derufsbe- amtentum d und Wahrung seiner Rechte ist uns eine selbstverständliche Forderung. Die Er­haltung und Festigung der Reichswehr ist unter unablässiges Bestreiken. Bei der Beratung des Reichsschu.gesetze^ haben wir stets den christlichen Grundcharakter der Schule betont. Wir haeen uns gewehrt gegen die Antastung der Schulhoheit des Staa­tes, gegen die Klerikalisierung des Schulwesens, gegen die Verletzung der Lehr- und Gcwissens- frei^it der Lehrer, gegen die unnötige Auf- bürdung hoher Kosten auf die Gesamtheit der Steuerzahler durch Einrichtung lebensunfähiger Zwergschulen, ünfer Ziel war das Zustande­kommen des Reichs^chulgesetzcs aut der Grund­lage der Reichsverfassung. DaS Gesetz ist ge­scheitert durch die Schuld derer, die über­spannte klerikale Forderungen im Sinne der Schulbestimmu.'.gen des bayerischen Konkordates erhoben, die Koalition ohne Grund gekündigt und dadurch die Weiterberaturig des Gesetzes verhindert haben. Die Deutsche Volls­partei verlangt die organische Weiterentwicklung der Verfassung auf dein Wege zur Stärkung der Reichseinheit, sie erstrebt eine um­fassende Neuordnung der gesamten inner­staatlichen Verwaltung, Klarheit und ^lebersicht- lichkeit des Behörde.'.aufbaues, verbunden mit möglichster Einschränkung des Staats- a u f w a n d e S, üleberwinduna der Kstünsiaaterei durch freiwilligen Zusammenschluß.

Furchtbare Not im bulgarischen Erdbebengebiet.

Sofia, 21. April. (Sil.) Kaum ist es Bul­garien gelungen," die Dölkerbundsanleihe zur Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens zu er­halten, da erwächst diesem verarmten Land durch die Katastrophe des 14. April in Südbulgarien eine neue Last. Hunderte von Millionen Lewa werden nötig sein, um die Wunden des Kar- samStagmor^en dieses IahreS zu heilen. Tschir- pan, Dorisovgrad, S 'ara-Zagora, Haskowo, Philippopel und 28 Dörfer der llmqegenb liegen in Schutt und Trümmern oder haben schweren Schaden erlitten.

Das Beben erfolgte nach vorausgegan- genen schwülen Windstößen in ganz kurzen Abständen und währte über eine Minute. Schrecklich waren die Folgen.

Die Weinbauernstadt T s ch i r p a n liegt in einiger Entfernung des Bahnhofes, der voll­kommen In sich zusammengefatten ist. 3m Innern liegen Dachboden und Decke des zweiten Stockes auf dem Fußboden. Die Telegraphtsten haben ihre Apparate herausgeschleppt und verrichten ihren Dienst im Freien. Feldtelephone stehen auf der Erde und Helsen die Verbindung mit der ümtoelt aufrecht erhalten. Vielfach stehen die Auhen- mauern der Gebäude mit dem Dach unbeschädigt da, während im Innern alles in sich zusammengebrochen ist. Das größte Ge­bäude der ctaöt, daS sechsstöckige Haus der Genossenschaftsbank, ist völlig verschwun­den. An seiner Stelle befindet sich ein fünf Meter hoher Schutthaufen, aus dem Steine, Betonblöcke und Tabakballen hervorragen. Die Bevölkerung nächtigt auf freien Plätzen, sogar auf Dem Friedhof. Rur selten findet man aus ein paar Teppichen ein Zelt zusammen- geschlagen. Man sieht Frauen ihre Kleinen nähren. Die Männer stehen beisammen, finster, niedergeschlagen. Riemand wagt es, in Die Häuser, die noch unversehrt sind, zurückzukehren, um etwas herauSzuholen, denn in kurzen Ab­ständen erfolgen schwächere ober stärkere Erd­stöße und die Gebäubeeinstürze dauern an. In zwölf Stunden zählt man 28 neue Stöße, die tets von einem unterirdischen Rollen begleitet ind, ähnlich dem entfernten Abschuß eines chweren Geschützes. Soldaten und Arbeitsdienst­pflichtige find mit Aufräumungsarbeiten beschäf­tigt. Kleine Kommandos, von Bauern geführt, suchen unter Den Trümmern nach Vermißten. Meberall grauenhafte Zerstörungen.

Die letzten Feststellungen in Philippopel haben ergeben, daß dort 600 Häuser vom Erdbeben zerstört und 6000 beschädigt worden sind. 25 Tote, 150 Schwerverletzte und 200 Leichtverletzte wur­den festgestellt. Die Dörfer der Umgebung sind bis auf den Grund vernichtet. Dort

Deutscher Rechtsbeistand für den Oonezprozeß.

Berlin, 23. April. (Priv.-Tel.) Rechtsan­walt und Rotar Hans M u n t e in Braunschweig ist wegen seiner erfolgreichen Tätigkeit als Iurist und Berater deutscher Firmen im Gebiete der russischen Sowjetunion von der Direktion der Allgemeinen Deutschen Elettrizitätöge ellschaft aufgefordert worden, den drei in Rußland | verhafteten deutschenIngenieurenin I dem bevorstehenden Prozesse als Rechtsbei- stand zur Seite zu stehen. Er hat dieses Man­dat angenommen und wird in den nächsten Tagen nachMoSkau reifen.

Zn der Tschechoslowakei verirrt."

3um FlugcNobilcs von Mailand nach Ltolp

Prag, 21. April. (TU.) Die .DeutschePresse" schreibt' AuSgerech-ct das mußte uns passieren, daß sich dieItalia' auf ihrem Fluge zum Rordpol in der Tschechoslowakei ver­irrte. Von Mailand bis Wien ging die Sache glatt, aber in Mähren begam sie sich zu spießen. Die tschechoslowakischen Behörden hatten zwar einen ausgez.'ich xt n Wetternachrichten- dienst organisiert und die Sender von Prag und Brünn funkt n ununterbrochen die meteoro­logischen Beobachtungen derItalia' zu. Diele fing sie auch auf, aber verstand s i e nicht. Begreiflicherweise, dm.n d:r Prager und Brünner fünften natürlich in der Staatssprache, d h. in ihrer, nicht etwa i t der italienischen

I Staatssprach- WaS nützt es dem General Ro- * bile, daß er durch den Prager oder Brünner

wurden bisher 71 Tote, 200 Schwerverletzte und mehrere Hundert Leichtverletzte g-rzählt. Tschir- pan und Borrsovqrad sind ebenialls dem Erd­boden gleichgemacht. Die Bevöllerung ist teil­weise in die Berge geflüchtet. Gin heule ein- setzender Regen gestaltet die Lage der im Freien lagernden Bevölkerung geradezu ver­zweifelt. Der Schaden wird auf zwei Milliarden Lewa geschätzt. Bulgarien wird nicht in der Lage fein, aus eigener Kraft eine hinreichende Hilfsaktion durchführen zu können, da es nicht über die nötigen Wittel verfügt. Der Direktor einer Fabrik erklärte, seine zwölstausend Arbeiter würden mindestens drei Monate ar­beitslos sein. Das Elend und die Verzweif­lung der Bevöllerung sind sehr groß. Zum Zei­chen der Trauer sind in ganz Bulgarien sämt­liche Theater- und K i n o v o rf ü b r u n - gen abgesagt.

Reue Erdstöße.

Hilfe des Papstes und des amerikanischen Roten Kreuzes.

5 o f i a, 22. April. (WB.) Die Erdstöße dauerten gestern und in der vergangenen Rocht in Philip- popel und dem ganzen vom Erdbeben verwüsteten Gebiet an. Sie waren von unterirdischem Dröhnen begleitet. In Sofia wurden nur einige schwache Erdstöße wahrgenommen. Seit gestern gehl in Sofia und dem vom Erdbeben betroffenen Gebiet reich­lich Regen nieder. Obwohl die Temperatur stark gefallen ist, kampiert die Bevölkerung der heimgtz- fuchten Gegenden unter freiem Himmel in Zelten bzw. in der Eile errichteten Baracken. König Boris fehle seine Besichtigungsreife in den oer- roüffeten Bezirken fort. Er verbrachte die vergangene Rächt in Philippopel unter der von der Katastrophe betroffenen Bevölkerung. Rach einer vorläufigen Aufstellung beläuft sich die Zahl der zerstörten und unbrauchbar gewordenen Gebäude in Philippopel auf etwa 8000. Sämtliche Schulgebäude wurden dort derart beschädigt, daß der Unterricht meh­rere Monate lang au » fa 1 len muß. Das bulgarische Rote Kreuz eröffnete eine Sammlung für eine Tlattonalfpenbe zur Unterstützung der durch die Erdbebenkatastrophe Geschädigten, von auswärts laufen fortgesetzt Hilfsmittel für die 5-cim- gefuchten ein. Der Papst übermittelte durch den apostolischen Delegaten in Sofia, Monsignore Ron- cali, 100000 Lewa. Das amerikanische Rote Kreuz sandte 5000 Dollars.

Sender erfuhr: ,ve smerern Hlucholaz prsi", da er nicht wußte, daß daS bzVjei soll:in der Richtung auf Zi^genhakS Regen" ? Wenn schon der angefagteitalienische Tag' Im Prager Sen­der noch nicht abgebrochen war, so hätte man es doch versuchen können,deutsch" zu fün­fen, denn es war wohl anzuneh.nen, daß der General eher deutsch als tschechisch verstehen würde. Aber das hätte wahrscheinlich gegen die Sprachverordnungen verstoßen und darum muhte dieItalia' stundenlang i n Mähren herumirren. Erst al» es ihr ge­lang, mit Berlin Verbindung zu bekommen, konnte sie sich verläßlich orientieren. DaS Pre­stige der tschechischen Staatssprache war aber wieder einmal gerettet.

Dr. Gildemeister f.

Berlin, 21. April. (WTB.) Der Abgeord­nete Dr. ©ilbemeifter ist heute vormittag in Bad Eilsen an den Folgen einer Grippe ge­storben. Dr. Gildemeister war eines der be­kanntesten Mitglieder der ReichstagSfraktton der Deutschen Volrsvartei und stand auch für die kommenden Wahlen an der Spitze der Kandi­datenliste des 14. Wahlkreises (Wefer-EmS). Er bat ein Alter von 52 Iahren erreicht.

Oie deutschnationalen Reichstagskandidaten für Lessen.

Darmstadt, 22. April. (WTD^Die Deutsch­nationale Volkspartei hat Im Wahlbezirk 33 (Hessen) für die Reichstagswahl folgende Kandi­datenliste ausgestellt: 1. General Max Frei­herr v.Preufchen, Darmstadt, 2. Frau Iulie Heraeus. Offenbach. 3. Landwirt Dg. Knecht, Mittelgründau: 4. Fabrikant Dr. Albert Kim­ber g e r, Mainz: 5. Landwirt Ferdinand Lahr,

Oberhllbersheim: 6. Lehrer Georg Kling, Die­ßen-, 7. DLttiebskafsenbeam.er Iakob Streb, Offenbach- 8. Arbeiter Heinr. Thomas, Darm­stadt: 9. Schneidermeister Wllh. Theis, Bens­heim: 10. Professor Dr. ing. Georg W. Köhler, Darmstadt: 11. Frl. Theodore Ccjeune, Bad- Äauheim: 12. Daurat Wilhelm IakobS, Bens­heim.

Oie Kandidatenliste des hessischen Zentrums.

Darmstadt, 22. April. (Wolff.) Auf der Tagung des Landesausschusses der Hessischen Zenttumspartei wurde nachstehende endgültige Kandidatenliste zur Reichstagswahl im hessischen Wahlkreis aufgestellt: 1. Dr. BvckiuS, Rechts­anwalt, Mainz, 2. Knoll, RcgierungSrat, Darmstadt, 3. Dr. Bauer, Generalsekretär deS Hessischen Bauernvereins, Lorsch, 4. Diehl, Stadtverordneter, Mainz, 5. Herd, Kaufmann, Offenbach, 6. Hattemer, HauSsrau, Darm­stadt, 7. Ludwig. Landwirt, Gonsenheim, 8. Schmitt. So-rittsetzer. Harheim, 9. Krä­mer. Privatangestellter, Offenbach, 10. Mat­thai. Gastwirt und Weinhändter^. Bingen, 11. Decker, Johannes, Landarbeiter, Worms. 12. Sartorius. Professor. Mainz. Weiter weist die Liste noch 13 Ramen auf.

Kommunistischer Terror in Berlin. -

Derlin. 23. April. (XU.) In Reu-Kölln kam eS am Sonntag in den ersten RachmittagS- ftunben während eines Platzkonzertes, daS S t a h l h e l m l e u t e auf dem Hohenzollern- damm veranstalteten, zu schweren Zusam­menstößen. AIS die Stohlhelmfeute nach Be­endigung deS Konzertes abmarschierten. wurden sie an der Hermannstratze von Kommunisten, die ihnen ausgelauert hatten, mit Steinen beworfen. Die Kommunisten hatten förmliche Barri­kaden aus Holz- und Steinblöcken errichtet. Als dann Polizeibeamte die Hindernisse wegräumen wollten, wurde sie von den Kom­munisten angegriffen. Mehrere Beamte wurden verletzt. Die Pokize: machte von ihren Gummiknüppeln Gebrauch und gab Tchreckschüsie in die Lust ab. Ueber 60 Personen wurden ver­haftet. Der Rote Frontkärnpserbund hatte schon am SamStag an seine Mitglieder Zettel verteilt, um die Demonstration des Stahlhelm zu ver­hindern".

Oer Tarifvertrag für das Bankgewerbe

Berlin, 22. April. (WB.) Der Deutsch- nationale H a n d l un g s g e h i 1 fe n v e r- band tellt mit. daß seine erweiterte Tarif- konnnission auf der heute in Berlin abgebaltcncn Reichstagung der ReichsfachgruppeDanken" des D. H. D. bLschlossen hat, eine Beteiligung an dem zwischen dem R^ichSverband der Bank- kitungen und dem Deutschen Bankbeamtenverein abgefölof. er.en Tarifvertrag abzu 1 eh- nen, der als völlig ungenügend bezeichnet wird.

Aman Allahs Dank an die deutsche Seiikvnst

Berlin. 22. April. (Wolff.) König Aman älllah, der sich vor kurzem durch Professor Dr. von Eicken einer Mandeloperation in der Klinll Professor Ungers unterzog, hat der Klinll eine moderne OperatlonSlampenanlage und eine auf zehn Iahre bemessene Behänd- lungSfreistelle gestiftet für Patienten, >n deren Auswahl die Professoren Ung?r und Eickcn im Einvernehmen mit bzr afghanischen Gesandt­schaft entscheiden sollen. Auch hat der König jedem Angestellten der Klinik, der nur irgendwie mit ihm zu tun hatte, Geld­geschenke gemacht, deren geringster Betrag 400 Mark beträgt.

Oie Wetterlage.

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Der im Westen lagernde hohe Druck bat sich südostwärts nach Frankreich und Spanien hin auSgebrcitet und auch bei und zu Bewölkung-- abnahme geführt. Der Einfluß deS hohen Druckes dürste nur vorübergehend fein, denn da- Island-' tlef hat südwärts über den britischen Inseln an Ausdehnung gewonnen und der Einfluß feiner Vorderseite hat dort zu Erwärmung und Rieder- schlägen geführt. Seine Randstörungen werden auch bei unS später wolkiges Wetter he.vor- ru'en und die milde Südweftlust läßt die Tem­peraturen anftdgen und es vereinzelt zu Rieder- schlägen kommen.

Wettervoraussage für DienStag: Rach vorüber­gehendem Austlaren wieder Bewölkungszunahme und vereinzelte Riederschläge mit Temperatur­anstieg.

Lusttemperaturen am 22 April: nachmittags 5,8 Grad Telsius, abends 3,3 Grad Celsius: am 23. April: morgens 2,8 Grad Celsius. Maximum 7,7 Grad Cel­sius, Minimum1,6 Grad Celsius. .