einen rein politischen A k t gehandelt, um eine Pflicht, die er für Rußland, das russische Herr scherhaus habe geglaubt durchführen zu muffen. Er fei überzeugt gewesen, daß Rasputin der böse ft c i ft Rußlands, der Feind der Zarenfamilie und ein Instrument in den Händen Deutschlands gewesen sei. Diese Ansicht habe sich seitdem in ihm nur verstärkt. Sein eigenes Buch habe er geschrieben, um den vielen falschen Darstellungen über das Ende Rasputins entgegen^- treten. Der von der Tochter Rasputins gegen ihn eingeleitete Prozeß bereite ihm keine Sorge, er habe bereits drei ähnliche Prozesse in London gewonnen und werde auch diesen in Paris gewinnen.
polen und die Rheinlandbesehung
Der „Manchester Guardian" übt schärfste Kritik an Zaleski.
London, 21. Juni. (WB.) Der „Manchester Guardian" schreibt in einem „(Eine extravagante Forderung" überschriebenen Lettarttkel: „Die Besetzung des Rheinlandes ist wie der Rin £ 11 m den Fuß eines Gefangenen. Seine feinde haben ihn angekettet, um sicher zu fein, daß er bezahlen würde. (Er h o t alles befahlt, was sie ihn insgesamt zu zahlen aufgefordert habens aber einige von ihnen nutzen ferne Gefangenschaft aus, verlangen mehr und ziehen demgemäß an der .Wett. Der letzte Ruck ist von dem polnischen Außenminister Zalefkl gegeben worden. Er hat mit Zustimmung der französischen Regierung gehandelt: tatsächlich ist es höchst wahrscheinlich, daß sein Ziehen an der Kette in Paris anaeftiftet wurde, denn es fällt mit seinem Besuch in dieser Hauptstadt zusammen. Er fordert jetzt für Frankreich wie auch für sein eigenes Land eine spezielle Form von Sicherheit. Dos Rheinland ist entmilitarisiert. Keine deutschen bewaffneten Kräfte, keine deutschen Festungen können auf rheinischem Boden sein. Die ganze Autorität nicht nur der Dertragsmächte allein, sondem auch die des Völkerbundes garantiert die Beobachtung dieser Entmilitarisierung in einer Weise, die in der Geschichte keine Parallele Hot.
Aber für Frankreich war die» nicht genug. Es Hai Deutschland mit einem Ring schwer bewasf. nder Staaten umgeben, die durch militärische Allianzen an Frankreich gebunden sind. Das Gleichgewicht der Macht, ein Prinzip, das dem Kriege dient, und dos längst von England auf- gegeben worden ist, ist von Frankreich angenommen worden, und es besteht jetzt ein fnrchl- dar belastete» Gegengewicht bewaffneter Mächte gegen ein unbewaffnetes Deutschland.
Aber sogar dies war nicht genug. Deutschland hat In der Hoffnung, daß feine früheren Feinde schließlich befriedigt fein würden, aus freiem Willen feinen dauernden Verzicht auf Elsaß-Lothringen wieder bestätigt und der Annahme seiner gegenwärtigen westlichen Grenzen und der Entmilitarisierung des Rheinlandes für alle Ewigkeit zu- qeftimmt. Dieses Ucbereinfommen wurde von England garantiert, welches es unternahm, feine bewaffneten Kräfte gegen jede Macht zu stellen, die oerfuchen sollte, es zu verletzen.
Man gab Deutfchlano Grund, zu erwarten, daß dies genug sein würde und daß Kette und Ring entfernt werden würde. Aber es war nicht genug: sogar die britische Garantie machte es nicht genug. Mit anderen Worten: Polen als eine alliierte Macht — eine Würde, die es mit Cuba, Ecuador, Guatemala ufto. teilt — fordert das Recht, britische, französische und belgisch« Truppen über daS Jahr 1 9 35 hinaus im Rheinland« zu halten. Was «s mit „sicheren Garantien" meint, wegen deren es bief«3 Recht geltend macht, geht aus den man» l nigsochen Kommentaren in der französischen und -.polnischen Press« hervor. Sie laufen auf daS * fog. O st »Locarno hinaus.
\ Dieses Ost-Locarno ist eine bare Sinnwidrigkeit. Das Wesentliche von Locarno — es ist nicht nötig, es „West-Locarno" zu nennen, da es nur e I n Locarno gibt und geben kann — ist der deutsche Verzicht auf Elsaß-Lothringen und die britische militärische und Seegarantie. Elsah- Lothrinqen ist nicht einfach Frankreich ausge- liesert, sondern Frankreich jurürfgegeben worden, keines der Gebiete, die Deutschland an Polen verloren hat, hat diesen Charakter.
Die deutsche Ostgrenze ist keine gute. 3hre Revision ist wünschenswert nicht nur als eine Frage von Recht oder Unrecht, sondern auch alS eine Frage der Zweckmäßigkeit. Eine Revision bebcutet nicht die Wiedernahme, sondem die Wiederher st ellung im 3ntt?res e beider Länder, besonders der Lokalbevölkerung, denen die gegenwärtige östliche Grenze Belästigungen und Härten zufügt, die keine Parallele an Deutschlands westlicher Grenze haben. Wcvs die britische Garantie anbetrifft, so ist bereits vielleicht zu viel, daß (Snglanb versprochen hat, Krieg gegen den Heber tretet des Locamover» trage« zu führen. Liber daß eS in ähnlicher Weise Deutschlands polnische Grenze garantieren soll, ist einfach nicht in Betracht zu ziehen. Die Borstellung, daß Engländer sterben sollten, um Polens Grenzen von einer sehr benötigten Abänderung zu retten, ist widersinnig. Jede Macht, die versucht, die Räumung des Rheinlandes hinauSzuzösem, um eine besondere Garantie für sich unter dem falschen Beweisgrund zu erlangen, daß die (Garantien noch nicht genug sind, sollte nicht im Zweifel gelassen werden. waS die Haltung unseres Landes anbetrifft.
Oie deutschen Vorschläge zum Gicherheitsproblem.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 22. Juni. Wieder einmal steht eine Tagung des Sicherheitsausschusfcs des Völkerbundes bevor, der aber allem Anschein nach schon heute keine besondere Bedeutung beigemessen werden kann. Auf jeden Fall wird auch diesmal keinerlei Mmrieb zur Klärung des Adrüstungspro. blems zu erwarten sein. Das deutsche Jnlcresse an dieser Tagung gipfelt vor allem In der Frage, was aus den seinerzeit von Deutschland eingercichten Vorschlägen, die inzwischen von dem belgischen Berichterstatter Rolin-Iaquemyns bearbeitet worden find, und die einmal die Möglichkeit einer e i n ft io eiligen Verfügung durch den Rat im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten zwischen zwei Ländern, ferner die unbedingte Notwendigkeit der Wiederherstellung des militärischen Status quo in einem solchen Falle und, sollten die Feindseligkeiten bereits ausgebrochen fein die Herbeiführung eines Waffenstillstände», oar- leben, werden wird Gewiß stimmen auch beute noch «
Oie deutschen Angeklagten im Moskauer Zngenieurprozeß
der feine Leoensgcschicht« schildert. Gr haoc m i t der Kommunistischen Partei sympathisiert und lei daher erfreut gewesen.
m März 1927 nach der Sowjetunion entsandt zu werden, da er e6 mit eigenen Rügen sehen wollte, wie die "Siebener in der Sowjetunion leben. Mit der "LEG. habe er eigentlich nichts zu tun gehabt, da er nicht vom ASG-Kon- zern, sondern von der russischen Handelsvertretung m Berlin nach Sowjetrußland entsandt worden sei. Luch habe er von der Sowjet- Handelsvertretung 200 Dollar Vorschuß und zw«! Schreiben erhalten. DaS erste Schreiben sei an den Direktor des Donugolj gerichtet gewesen, womit feine Ankunft gemeldet und gebeten wurde, chn nach Möglichkeit ^u unterstützen und ihm bei seinen Arbeiten behtlflich zu sein. Das zweite Schreiben sei mit gleichem Inhalt an die Grubenverwaltung Rutschenlawo adressiert gewesen mit der Ergänzung, daß ihm bei freier Verpflegung und Wohnung täglich 5 Dollar ausgezahlt werden sollten. Sodann schildert Weher seine Arbeit in Sowjetrußland, insbesondere die Turbinenaufstellung in Gorlowka. wo man ihn gebeten hatte, der bevorstehenden Revolutionsseier wegen die Arbeit sofort aufzunehmen. was er auch mit Freuden getan hatte. Dort habe Meyer auch den Angeklagten Baschkin fcimcngclernt, von dem er gehört habe, daß dieser einen Bruder in der Ruhlandabteilung der AGG. habe. Wel>er betont ausdrücklich, daß er keine weiteren Reden mit Baschkin geführt habe, über Sabotage sei überhaupt nicht gesprochen worben.
Weiler sagt Meyer aus, daß Ihn der llnler- suchungsrlchter mit Fragen geplagt und bis zur letzten Vernehmung verhört und ihn einen Faszislen genannt halte. Meyer habe die vor- Untersuchungsakten nur deshalb unterschrieben, weil ihm der Untersuchungsrichter gesagt habe, er müsse bas unterschreiben. Zum Gericht gewandt, sagt Meyer wörtlich: „Sic können sich vorstellen, in welcher Aufregung ich unterschrieben habe."
Bei einem Schriftstück aber. doL ihm der Vorsitzende zeigt, kann sich Meyer nicht besinnen, dies unterschrieben zu haben und zuckt nur die Tlchseln und schüttelt den Kopf. Gr müsse damals vielleicht krank gewesen oder den schweren Rer - v e n a n f a l l g^h .bt haben. Meyer zählt dann auh was er für Sowjetingenieure von deren Angehörigen aus Berlin mitgebracht habe. Unter den Gegenständen befand sich auch ein H u t vom Berliner Bruder "Baschkins. Es hat sich aber herausgestellt, daß sich an dem viel umstrittenen Hut keine geheimen Zeichen für Sabotageanweisungen befanden. Hierauf wurden Baschkin und Weyer gegenüber g e ft e H t, wobei Baschkin einen Rerven- zusammenbruch erleidet. Meyer betonte, er begreife nicht, weshalb Baschkin ihn jetzt beschuldige, da er früher mit ihm sehr befreundet gewesen sei. Weher meint, Baschkin müsse zu diesen Aussagen verleitet worden feilt. Hier entsteht große Bewegung im Saal. Aus die Frage Krylenkos, wer Daschkin zu dieser Aussage verleitet haben fofi, zuckt Meyer die Achsel. Den Vorwurf, daß er Daschkin gezeigt habe, wie Turbinen zu zerstören seien, tote» Meyer sehr energisch zurück.
Moskau. 20. 3unt lPriv Telegr.) 3m Schachty-Prozeß wurde heute mir der Vernehmung Kassarinows begonnen. Kassarinow bekannte sich in vollem Umfange schuldig. Er habe in Berlin mit Bley mann. Rubanowitsch und Daschkin verhandelt, der ihm eine Provision zugesichert habe. Kassarinow beschuldigte sich, der deutschen Industrie statistische Mitteilungen über daS Donezdecken gegeben zu haben. Ferner erklärte er. er sei in Berlin in Verhandlungen mit Dworschantschik getreten, ben er in einer Versammlung der AEG. kennengelernt habe. Die Verbindung mit Paris habe 3uss oWitsch vermittelt. Bei den Deutschen würden noch auf dieselbe Art Handelsgeschäfte getätigt, wie vor dem Kriege. Bleymann habe von der Organisation gewußt. GS erschien dann der deutsche Ingenieur F o b bc alS Zeuge vor Gericht. Fobbe hat sich erboten, über die 6 a b o- tagetätigfeit russischer Ingenieure Im Donezbecken auSzusagen. Es sei vvrausge- schickt, daß seine Aussagen vor Gericht mit großer Skepsis ausgenommen wurden und daß der Vorsitzende Veranlassung nahm. Fobbe darauf hinzuweisen, daß er nicht feine Erlebnisse erzählen solle, sondern nut das, WaS mit den Angeklagten in Verbindung stände.
Fobbe glaubt, vor dem russifchen Gericht aus freien Stücken erhärten zu muffen, daß eine Reihe von Ingenieuren der Donadriebsgefeu- fchaft, eine gegenrevolutionäre Tätig f e i ( entwickelt hätten, doch stellte sich heraus. daß die Genannten ihn garnichtper- f önlid, f ennengelernt haben.
Man habe ihn „wegekeln" wollen, weil er über die flegenreoolutonärc Tätigkeit 3 u viel gewußt habe. Sein Bestreben, die russischen Kokereien auf die Höhe zu bringen, fei an dem Widerstand der sabotierenden alten Ingenieure gescheitert, und man fei unangenehm berührt gewesen, wenn er auf Mängel der Verkokungsarbeit aufmerksam gemacht habe. Es wurde dann der Diplom-Jngenieur Otto van der AEG. vernommen, der mit aller Entschiedenheit sämtliche gegen ihn erhobenen Beschuldigungen widerlegte.' Den Versuchen Krylenkos, ihm gewisse politische Anschauungen unterzuschlebcn, tritt Otto energisch entgegen und auch der Vorsitzende erteilt Krylenko einen Verweis und untersagt ihm, den Prozeß zu Propa- aandazwecken auszunützen. Das Paket, das Otto bei Antritt feiner Reife nach Rußland von Baschkin für dessen Bruder erhalten habe, hätte einen Herren- Regenmantel enthalten. Mit aller E ttschicdenheit bestreitet Otto, daß er auch einen Brief für Kassarinow mitgebracht habe. Aus Befragung wiederholt Kasfarinow nochmals, daß er einen solchen Brief durch Otto erhalten habe. Otto bleibt jedoch bei seiner Aussage und erklärt, daß er keinen Grund sehe, wenn er tatsächlich einen Brief mitgebradjt haben sollte, dieses abzustreiten.
Der Angeklagte B a f djf i n, bet seinerzeit aus- gesagt hatte, daß die ueberbringung des Regenmantels ein vereinbartes Signal bebe u (e ( habe, bestreitet jetzt feine vorherige
Aussage.
Rach dem Verhör Ottos toirb der deutsche Monteur Meyer von der AGG. vorgeführt,
Holland, Frankreich und Polen für diese Vorschläge, während England nach wie vor durch seinen Sprecher, Lord Cushendun, seine Ablehnung ausspricht. Trotzdem wird es wohl diesmal nach Ansicht der hiesigen maßgebenden Stellen kaum zu größeren politischen Schwierigkeiten kommen.
Amnestie.
Gilt eineReichsamnestie auch fürbie£änbcr?
Eigene Drah^meldung des „Gießener Anzeigers"'.
Berlin, 22. Juni. Der jetzt auch im Rahmen der Regierungsbildung verhandelt« Antrag der Deutfchnativnalen und Kommunisten auf Erlaß einer Amnestie, die auch in den Ländern wirksam sein soll, hat eine ziemlich lebhafte Diskussion über die Frag«, ob di« Reichs - amnesti« auch zwangsw«is« auf die Länder ausgedehnt werden soll, hervorgerufen. Die Länder stehen dabei auf dem Standpunkt, daß nach der Reichsverfassung dem Reich ein solches Recht nicht zustehe, während, wie wir aus gut unterrichteten Kreien hören, man pon selten der Reichsregierung zur gegenteiligen Anlicht neigt. Man verweist dabei auf die Rcichsanmestie. die anläßlich des Kapp.Putsche« 1920 erlassen wurde, die die Länder umfaßt« und gegen die von feiten der Länder kein Einspruch erhoben wurde. Seitdem ist zwar keine Amnestie mehr von selten des Reiche« auf die Länder aus» gedehnt worden, denn die Erlasse vorn August 1925 (Hindenburg-Amnestie) und die Amnestie anläßlich der Ermordung Rathenaus 1922 waren nur für das Gebiet der Rechtshoheit des Reiches gültig und es blieb den Ländern überlassen, chrerseits Parallelvevordnungen herauszugeben.
Diese Haltung aber wird von seilen des Deiches mit politischen Motiven begründet, denn obwohl man das Recht der auch für die Länder gültigen Reichsamnestie für sich in Anspruch nimmt, hab« man aus psychologisch- potttlschen Gründen gegenüber den Landern davon keinen Gebrauch gemacht. Weiter ver- tveist man von selten des Reiches auch auf die sogenannten außenpolitischen Amnestien (Londoner Amnestie, deutsch-lettische Amnestie), die automatisch auch von den Ländern dur ch- gcführt wurden. 3n diesem Falle erklären aber die Länder, daß kein Präzedenzfall vor» liege, da das Reich auf Grund der außenpolitischen Situation, die hier als höhere Gewalt zu betrachten fei, einfach zu diesen Maßnahmen gezwungen wurde. GS droht sich hier ein prinzipieller Kompetenzstreit zu entwickeln, dessen Rechtsgrundlage zumindest so unklar ist. daß di« letzte Entscheidung wohl bedauerlicherweise vor allem von rein Politischen Motiven bestimmt fern wird.
Tschangtsolin wirklich iot.
Schanghai. 21. Sunt (WB.) Der Tod ^schangtsoli'w ,st ben Generalkonsuln in Mulden f Lj $ *t H bekanntgegeben toor- x ’ ^^ung wird am Samstaa ftattfin- esrn. Di- Äonferv^. bte hier morgen zwischen öem Außenminister der nationalistisch«!"
Regierung und dem amerikanischen Generalkonsul stattflnden wird, erregt besonderes Interesse, da Gerüchte verbreitet sind, wonach der GeneraUonsul die Frage der Anerkennung mit der gleichzeitigen Rückzie- hung der amerikanischen Marinetruppen aufwerfen werde. Cs wird angenommen. daß die Sowjetregierung ebenfalls die Anerkennung des nationalistischen Regimes in Erwägung zieht. Der Chef der Abteilung der Sowjetregierung für den Femen Osten, Melm i- koff, ist in Chardin eingetroffen. Man er- toartet, daß er demnächst Peking besuchen wird.
Maddalenas Flug.
Die Berbinbung mit General Nobile. Neue Hilfsexpebitionen.
Rom, 22. 3uni (WTB Funkspruch) Lieber das Ergebnis des Fluge« WaddalenaS, dem es, wie erinnerlich, zum ersten Male gelungen ist, der Gruppe Robile neue Vorräte zuzuführen, wird von zuständiger
italienischer Stelle mitgeteilt: Robile hat
am Mittwoch der „Citta di QHilano" telegraphisch über die tiefe Bewegung berichtet, mit der er und seine Kameraden den Flug Maddalenas beobachtet haben. Einige der von Waddalena abgeworfenen Vorra tssxllete wurden beschädigt, da der daran befestigte Fallschirm sich nicht öffnete. Es handelt sich um ein Paket, ba« neu «Akkumulator en für Robile entbleit. Robile ersuchte infolgedessen, ihm andere Akkumulatoren und verschiedene sonstige Gegenstände zuzusenden. Er schlug vor, sämlliche flug- bereUen italienischen Flugzeuge zusammen zu ihm zu entsenden, wenn möglich auch ein Flugzeug mit Gleitkufen. daS fähig fei, auf dem Et« zu landen. Dieses Flugzeug soll dann bei jedem Flug ein Mitglied der Roblle- gruppe abtransportieren. Er stellte in Aussicht, daß er, sobalo seine Akkumulatorenbatterie ihre normale Stärke wieder besitz?, ausführliche Ratschlage über die Art tdegradier en wolle, in der man die Nachforschungen nach der mit dem Luftschiff toe i t e r g e t r le- denen und bisher noch immer verschollenen Drüpt" der Srpcdition durckfühi-en solle.
Der telegraphische Verkehr mit General Rv- bilc wurde dann plötzlich unterbrochen, da dne Rebelbank sich übet Kingsbay lagerte. Der Rebel, der sich bis an die Rordsplhe ton Spitz, bergen und bi« zur Hirgobucht au«bteiietc, hat den ganzen Tag übet angehalten. Trotzdem hat der noiwegische Flieger Lützow Holm am Rachmittag einen neuen Aufklärungsflug nach dem Rordostland und Kap Brunn unternommen, öt informierte Kapitän Sora, bet mit einet Schlittenabteilung nach der Gruppe Ma- tianoto sucht, über die EisvethÄtnisse in der Umgebung der Foyninsel, die wenig günstig sind und «mpsayl Ihm die Rachsorschungen nach der Gruppe Wartanow, die sich bekanntlich nach der Rotlandung der w3talia" von Roblle getrennt hat, mit aller Energie fortzuseyen. Dem gleichen Ziele soll eine weitere Schlitten- e,?L^.^on gelten, die vorbereitet tourbt, unb bereits hätte aus brechen sollen, aber wegen
des Rebels noch zurückgehalten toerben mußte. Am Donnerstag war bet sunkentelegraphische AachrichtenauL tausch mit Roblle sehr kurz General Robile ersuchte um Mitteilung über die Schlittcr.erpcdilion. Drr Eisbrecher .Krassin^ wurde gegen abend in Bergen erwartet, wo er seine Kohlenvorräte ausfüllen muß, ehe er nach Spitzbergen weiterfährt.
Die Nachforschungen nach Guilbaud und Amundsen.
Pari«. 22. 3unL (WTB. Funkspruch.) Das französische Warineminlsterium. ba« zwei Kriegsschiffe z u R a ch f v rsch un g e n nach,dem Verbleib Guilbauds unb Amundses abtommanbiert hat. hat außerdem sämtliche zwilchen Rortoegen und Spitzbergen kreuzenden Schisse darum gebeten. Ausschau nach der .Latham" zu halten. 2luch der russische Eisbrecher .Waligyn" wurde davon in Kenntnis gefetzt, daß bisher keine Rachricht über den Verbleib des französischen Wasserflugzeugs cinge troffen fei. Gegenwärtig prüfe manJlDbc- richlen die Blätter, auch andere RachforschungS- mechoden. von benen man sich günstige Ergebnisse verspreche. _
Aus aller Wett.
Eiscnbahnkatastrophe in Norbschweben.
Stockholm, 22. 3unL (WIL. Fuukspruch.) Ein V-Zug nach Rorrland, der gestern abend Stockholm verlieh, flieh kur, vor 1.30 Uhr nachts in der Röhe von BoUnäs mit einer hllfslokomo- live zusammen. Die drei ersten wagen des v-Fuges sind zertrümmert und ineinander geschoben. Die Zahl der Toten steht noch nicht sest. wird aber auf 14 geschäht. Die Zahl der Der- mundeten beträgt ungefähr 50.
Die Rekordversuche des OpetfdKn Raketen wagens.
Zu ben Rekordversuchen des Raketenwaaens er- fahren wir seitens der Opelwerke, daß auch der neue Wagen mit Opel-Sander-Raketen ausgerüstet tft. Die Zündung erfolgt row bisher auf elektrischem Wege. Die Zeitmessung, die naturgemäß bei den Versuchen eine große Rolle spielt, gescyieht durch die international anerkannten Löbner-Apparate, die alle 250 Meier durch elektrischen Kontakt ausgelöst werden. Die Versuche sind nicht öffentlich: die Strecke wird in weitestem Umfange abgesperrt. Wie wir weiter erfahren, überträgt der Rundfunksender Hannover am Samstag ab 2 Uhr nachmittags die Vorführung auf fast olle deutschen Sender.
Zwei Opfer des Rheins.
Drei auf der Wanderschaft befindlich« junge Leute bestiegen in der Rächt xum Dienstag in Kehl ein kleines Doot und fuhren damit rheinabwärts. Del der Rheinbrücke ®tef- fern-Drufenheirn wurde das Boot von der ftarü-rr Strömung erfaßt und gegen «inenDrückcn- Pfeiler geschleudert, an dem c« zerschellte. Die drei 3nsassen fielen ins Wdscr. vermochten sich aber an dem Wrack des Kohnv-s festzuhalten. So trieben sic in der Rächt noch btet Kilometer rheinabwärts, bis zwei von ihnen, denen die Kraft« versagt hatten, in den Fluten versanken. Der dritte trieb noch eine Strecke weiter, wurde dann aber von der Strömung an Land gespült.
19 Todesopfer einer kesselexploflon.
3n Mexiko platzte her Dampfkessel einer in einem Vororte liegenden Badeanstalt. 19 Per- [onen wurden getötet und 30 verletzt. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß nicht nur zwei Gebäude der Anstalt vollständig zerstört wurden, sondern auch die Häuser in der Umgebung große Sprünge aufweisen.
Die Wetierlaqe.
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^cltervoraussage.
Mitteleuropa liegt fm Bereich hohen Druckes, dessen Einfluß sich bereits auf die Wetterlage bemerkbar machte. Da« im Rocdwesten sich weiter ostwärts auSbreitende Tief dürft« in unserem Gebiet durch seine Randfiorungen nur zu Bewölkung fuhren. G-legenllich ist dabei Reigung zu Gewitterstörung nicht ausaefchloffen. Die Erwärmung machte unter der Zufuhr au« Westen kommender Winde und der Sonnenstrahluna weitere Fvitschritt«.
DorauSfagefürSamStag: Teil« wolkig. teil« heiter, wärmer, vereinzelt Gewitterneigung.
'Bora u « f a a c für Sonntag. Zeitweise etwa« bewölkt, sonst vielfach heiter und warm.
Lufttemperaturen am 21. Juni, mittags 17fi Krad CcTius, abends 13,1 Grad Celsius: am 22. Juni: monuns 13,5 Grad Celsius. Maximum 20L Grad Celsiu-, Minimum 7^3 Grad Celsius. — Erdtempera- turcn am 21. Juni: abends 18,7 ftrab Celsius am 22.3unt: morgens 13,7 Grad Celsius. — Sonnen- fcheindauer 10n Stunden.


