Ausgabe 
22.5.1928
 
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Geschichten aus aller Welt

ein etwas regeres

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sie ihr Abteil

Sie wandte sich also

nur für unverheiratete und liche Arbeitskräfte besteht Interesse...

ES soll der Frühling

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verkünden . . .

(c) Tokio.

biS 140, Wirsing 45, Weißkraut 35. 50, gelbe Rüben 50, rote Rüben 15 Spinat 30. Römischkohl 20 biS 25, 130 biS 140, Tomaten 120 bis 150.

20 bi« 25. Rhabarber 20 bi- 25,

fätzlich nicht nach Punkten, sondern in einer kurzen, schriftlichen Kritik, die jedem Verein noch zugestellt wird.

Das Fest nahm einen sehr guten Qkrlauf, so daß alle Teilnehmer befriedigt nach Hause ziehen konnten.

Käse 60 Rotkraut bi« 20, Spargel Zwiebeln

zu leisten -nm Segen für Doll und DaterlarSr Das Hoch auf das deutsche 2id> und Vaterland wurde begeistert aufgenommen. SS folgte dann Mc Festrede des Pfarrer-, und zum Schluß eine sehr markige und begeisterte Ansprache des Bunde-vorßtzenden des Hessischen Sängerbundes.- Ministerialrat Dr. Siegen aus Darmstadt, der be'onderS darauf hinw.es, welch mächtiges Dekenntris das deutsche Lied in allen deutschen (Bauen al» c.nheitlicher und bestimmter Ausdruck deutschen Kulturwillens bedeute, da« bei den, Deutschen Sängerbundesfeft in Wien aller Welt Herr zur Erkenntnis kommen müsse.

Es wurde dann noch zehn verdienten Sän­gern die Ehrenurkunde für 40jährige Sänger­tätigkeit aus der Hand des Vorsitzenden über­reicht. Hieran schlossen sich Einzelvorträge der Gast- und Dundesvereine in der Stadthalle. Die Preisrichter und Dirigenten sammelten sich imFrankfurter Hof" au einer Besprechung bzw. Vortrag über die Leistungen. Vei diefer Kritik wurde von den Preisrichtern durchweg betont, daß im Bunde wesentliche Fortschritte in der

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' Rus dem GießenerStandesamts- re gift er. ES verstarben in der Zeit vom l.dis 15. Mai: 1. Mai: Margarete Muller, ohne Beruf, 71 Jahre. Asterweg 23. 2. Mai: Karl Wiener, Landgerichtsdirektor, 64 Jahre, Am Nahrung«- berg 33. Renate Hornefser. 11 Jahr«, Molkke-

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Gesangsiätigkeit zu beobachten seien und die Vorträge eine beachtliche Leistung.az^fv ' wünschten, daß der Bund auf

Amtsgericht Gießen.

* (Biegen, 12. Mai. Die Frau eines Tele­graphenarbeiters aus Großen-Buseck wurde von einem Rachbar wegen Beleidigung verklagt. Da auch der Klager gegen die Frau einen ehren­rührigen Vorwurf erhoben hatte, verglichen sich beide Teile. Eie nahmen die Beleidigungen zurück und übernahmen die auf ihrer Seite er­wachsenen Kosten und die Hälfte der GerichtS- koften.

Dieselbe Frau war auch noch von einem andern Rachbar wegen Beleidigung verklagt worden. Sie soll behauptet haben, dieser habe ihr in der Inflationszeit 10C00 Mk. zu wenig heraus- gegeben und das Geld unterschlagen. Diese Be­hauptung hielt sie noch in der heutigen Haupte Verhandlung aufrecht und behauptete auch hier, der Privatkläger habe ihr den Vorwurf des Meineids gemacht. Hierfür konnte sie keinen Be­weis erbringen, ebensowenig dafür, daß der Privatkläger ihr 10 000 Mk. Papiermark zu wenig herausgegeben und das Geld unterschlagen habe. Sie wurde deshalb wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 25 Mark verurteilt.

Kartoffeln 4 bi« 5, Aepfel 25 biS 40. Dörrobst 40, Suppenhühner 100 bis 120; daS Stück: Eier 11 bis 12, Blumenkohl 80 bis 180. Salat 20 bis 30, Ealatgurken 60 bis 100. Ober-Kohlrabi 35 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 30, Sellerie 50 bis 130, Radieschen (Bd.) 15 bis 20 Pfennig.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag: Stadt- Hicakr: Gastspiel der gesamten Frankfurter Ooe icttcnbühne Josef Strauß-OperetteFrühlingslun". Beginn 7.45 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Spione. Astana-Lichtspiele: Der Stierbändiger

Dürervortr ag der Vol kshoch- s chule. Am Mittwoch. 23., abends 8 älhr pünkt­lich. findet im Hbrsaal 53 der älniversität ein Vortrag von Dr. Ludwig Reundörfer aus Offenbach über .Dürer m unserer Zett" statt. Die 'Ausführungen werden durch Lichtbilder er­läutert. Anschließend bespricht Dr Reundörfer mit Interessenten die geplante Rürnbcrg- fahrt (Wochenendfahrt) der hessischen Volks- bochschulen. Räheres in der heutigen Anzeige.

Ohm-Lum-aial-Sängerbimd.

In Homberg a. d. Ohm fand jetzt das W e r t un g s s i n ge n und 21. Bundesfest des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes statt.

Pünktlich um 8 Llhr begann in ter geräumigen Stadthalle das Gingen der 23 Bundes- vereine, das von dem QUärrnergefangperem Homberg mit dem Motto des deutschen Sänger­bünde- eingeleitet wurde. Als Pflichlied war Drauß' ist alle- so prächtig" und als selbst- gewählles ein Volkslied bestimmt. Es war ein Genuß, den Vorträgen der Vereine zu lauschen und dabei die Vielgestaltigkeit unseres Volks­lebens. das sich hier un Volkslied widerspiegelte, auf sich wirken zu lassen. Gegen 10 Uhr traf der Vorsitzende des Hessischen Sängerbünde«, Mini- sterialra' Dr. Eiegert, aus Darmstadt ein. Gegen 12.30 Uhr war das Singen beendet. Die Ceiftungen standen durchweg auf einer beacht­lichen Höhe. Als Preisrichter fungierten Kantor Samper aus Darmstadt und Lehrer Blaß auS (Broben-Cinten (Gießen). Rach der Mittags­pause ordneten sich die Vereine zum Z e st z u g durch die Stadt, wo inzwischen noch etwa zehn Gastvcreine eingetrossen waren, so daß nahezu 40 Vereine mit Fahnen sich durch das schöne Städtchen Homberg bewegten. Auf dem Fcstplatz vor der Stadthalle angelangt fang der fest gebende Verein seinen Degrüftungschoc ..O Schutzgeist". ES folgte die Begrüßung von feiten des Bür­germeisters, der auch zugleich im Auftrage des Kreisamts Alsfeld die Sänger begrüßte. Dann wurde von den Bundesvereinen der M a s f e n ch o r unter der Leitung des Preis­richter- Samper vorgetragen. Es folgte die Ansprache deS Bundesvorfitzenden, der die Sängerschaft und die Ehrengäste, Ver­treter des Kreisamts und der Stadt, den Bürger­meister, den Vorsitzenden des hessischen Sänger­bundes, der Provinz, sowie des Lahngaues auf das herzlichste begrüßte, in kernigen Worten auf die Bedeutung des Volksliedes als Quelle natio­naler Kraft und Einheit hinwies und die Sängerschaft ermahnte, treu weiter diesen Dienst

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strafte 18. 3. Mai: Kacharine Hinterlang. geb. Ruppel, Ww.. 63 I.. Kaiserallee 3a. Ioh. Schiefer­stein, Arbeiter. 61 Jahre, Reustadt 57. 8. Mai: Theodore Christiane Dapper, geb. Fillmann, 71 Jahre, Bahnhofstraße 29. 12. Mai: Emil Trenckmann, ohne Berus, 75 Jahre. Licher Strafte 74. Elisabech Völlmer, geb. Wahl, Wwc., 79 Jahre. Deidengalse 6. Adolf Blencke. Privat­mann. 84 Jahre, Am Kugelberg 7. Friedrich Schneider. Oberpcstschasfner L CK.. 64 Jahre, Stephanstrahe 29. 13. Mai: Gustav Franke. Fabrikant, 58 Jahre. Ostanlage 30. 14. Mai: Regina Barth, geb. Wehrich, Wwe., 77 Jahre, Frankfurter Strafte 58. Werner Fahrenbach, Schüler, 14 Jahre, Frankfurter Straße 73.

" Der Bauerschc Gesangverein singt inBad'Nauheim. Der Bauerjche Gesangverein Gießen, der schon wiederholt bei den Konzerten der Kurkapelle Bad-Nauheim mitgewirkt hat, ist auch in diesem Jahre von der Bad-Nauheimer Kurdirektion zu einem Doppelkonzert verpflichtet worden. Das Konzert findet am 10. Juni, nachmittags und abends, auf der Kurterrasse bzw. bei ungünstiger Witterung im Kurhaus statt.

" Das Befinden der Opfer des Wieseckcr Omnibus-Unglücks. Da«bei dem schweren Unfall des Wiesecker Autoomni- busses bei Leidenhofen durch Quetschungen am Körper verunglückte Frl. Ranft befindet sich nunmehr erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung. Dagegen ist der Zustand des schwer­verletzten Wagenführers Wagenbach noch immer als unverändert ernst airzusehen. Die übrigen Leichtverletzten werden die verunglückte Himmelfahrttour inzwischen glatt überwunden haben.

diese Würde ist nicht nur mit großen Ehrungei sondern auch mit kllnaender Münze verbünde Anno 1928 liefen nicht weniger alS dreizehn- tausend Zrühlingslieder ein. die Jury arbeitete wochenlang Tag und Rächt und unterbreitete dann dem Kaiser siebenhundert Gedichte. Der Herrscher von Rippon hat« wahrhaftig nicht leicht, besonder«, wenn man bedenkt, daß eine der größten japanischen Tugenden die Höflichkeit ist. Zwölftausendbreihundert Lyriker find ja be­reit« traurig und weitere sechshundertneunund­neunzig werden sich ebenfalls bald in ihren schönsten Hoffnungen betrogen fühlen und was bliebe den Acrmsten sonst übrig? sehn­süchtig auf den nächsten Frühling warten, um da mit erneuten Kräften ihr Glück zu ver­suchen ...

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an den ersten besten Uniformierten: »Wo ist hier die Gepäckabgabestelle?"

»Ich Weitz e« nicht. Madame." antwortete kurz und bündig der Mann.

»Wann läuft der D-3ug au« Menton ein? lautete die -weite Frage der verdutzten Pro­vinzlerin.

.Da« kann ich Ihnen auch nicht sagen." er­widerte der Uniformierte gelassen.

Was sind Sie denn, zum Donnerwetter, wenn Sie nicht« wissen?", kreischte empört die Frau Eamp.

Ich bin Marinevsfizier. Madame?"

Wenn Eie Offizier sind, tonnten Sie wahr- » höflicher sein." sprach die gekränkte Un­trem Lande mit echter Frauenlogik die Sentenz aus.

Da verlieh aber auch den alten Seebären seine Ruhe: .Wenn ich nicht übermenschlich höf­lich wäre, hätte ich Sie schon längst zum Teufel gejagtl"

Da sagte Frau Eamp kein Wort mehr, sondern ließ ihre Hände sprechen unb verabreichte Dem Uniformierten" eine kräftige Backpfeife.

Sie wurde jetzt -u tausend Franken Geld­strafe verurteilt. Denn jeder französische Staats­angehörige ist. wie das Gericht feststellte, ver­pflichtet, die CHIartneoff liiert von den Eisenbahn­beamten unterscheiden zu können, wenn auch die Uniformen einander stark ähneln. Und über­dies hat sie den Offizier, und nicht der Offizier sie beleidigt. Um von der Maulschelle ganz zu schweigen. ...

Mister ,Hcro" versteigert Arbeitskräfte.

(a) Reuhvrk.

Bor einiger Zeit wurde in Reuyork ein neu­artiger. waschecht amerikanischer , Betrieb' er­öffnet. »Mister Zero", so nennt sich der geschäfts­tüchtigeIndustrielle", versteigert in seinem Ge­schäft Arbeitskräfte. Man denke an die Auk­tionen: ebenso geht e« hier vor sich. Herr .Rull" stellt seine Arbeitslosen auf einem Podium auf und leitet die Menschenversteigerung: ^Intelli­genter, geschickter, starker, junger Reaerchauffeur zu haben. Grundtaxe elf Dollar wöchentlich Els Dollar zum ersten, zweiten und dritten Male.. ." Ein Hammerschlag und da« »Objekt Reger- chauffeur" bildet nunmehr da« Eigentum bc« Käufer«. Ob lebenslänglich, geht au« den Zei- tungSmcldungcn leider nicht hervor. Bezeichnend für die enorme Arbeitslosigkeit in den Ver­einigten Staaten ist die Tatsache, daß neulich bei der Versteigerung eines Diplom-Ingenieur« nur mit Mühe und Rot der beschämend Heine Be-

_______.... . ___ diesem Wege ruhig weiterarbeiten möge, er könne sich sehr gut als gleichwertig neben andere Organisa­tionen stellen. Die Wertung geschieht grund-

Oiebener Markt könne gar nicht die Rede sein. Man beschloß, eine Kommission, bestehend aus Verkäusern und Einkäufern de« Gießener Mark­tes, einzusetzen, welche die wichtige Frage be­raten und eine Satzung au«arbciten soll, die allen Interessenten zu ihrem Recht verhilft. Es wurde noch der Vorschlag gemacht, eine Inter­essengemeinschaft aller Marktbesucher zu gründen, welche e« sich zur Ausgabe macht, die Mängel, die auf dem Gießener Diehmarkt herrschen, abzu- ftellen.

Konzert derSöngervereimgungWieseck

Die Wiesecker Sangervereinigung konnte am Sonntag mit ihrem Konzert einen sehr schönen Erfolg erzielen. E^olg in ideeller und ge­wiß auch materieller Beziehung. Denn die Beran- stoltung erfreute sich eines sehr starken Besuchs, ein Beweis, wie gerne der ja auf dem Lande schon immer eifrig manchmal eifriger und ernster als in der Stadt gepflegte Mannergesang gehört .'wird. Ganz besonders aber ist es zu begrüßen, daß hier drei Vereine den Entschluß faßten, sich zu- jammenzuschließen und damit zu zeigen, daß es ihnen mehr darauf ankommt, gemeinsam Gutes zu leisten, als sich einzeln in kastengeistartigem Von« einanderabschließcn das Leben schwerzumachen. In diesem Sinne ist der Zusammenschluß eine an­erkennenswerte Tat, die zur Nachahmung zu emp­fehlen ist.

Zunächst erklang, frisch und lebhaft gesungen, das Motto des Vereins. Dann eröffnete die Kapelle '.Hanf mit der recht guten Wiedergabe der Supps- schen Ouvertüre zuFranz Schubert" die Vortrags- folge. Der daraus folgende ThorNacht" von Schu­bert zeigte bereits die Leistungsfähigkeit des Vereins von der besten Seite. Die Einsätze waren sicher und rein, und mit Ausdrucksmitteln wurde recht geschickt nmgegangen. Ebenso gut gelangen die beiden Chöre Abendfcicr" von Krentzcr und .Jägers Morgen­besuch" von 5)irich. Es war erfreulich, zu sehen und zu hören, wie sicher und verständnisvoll die etwa vierzig Mann starke Sängerschar den Intentionen ihres Leiters folgte. Dann kam eine Romanze von Schmidt für Pistonsolv. mit der der Solist Heinrich M a n t verdienten Beifall erntete, der um so höher zu bewerten ist, als man in Wieseck in dieser Be­ziehung sicher verwöhnt ist. Herr M a n k gab die Romanze mit klarer Technik und ohne jede Ton- schwankung wieder. Der ChorHerbststurm" von Uthmann ebenfalls recht gut vorgetragen, be­schloß den ersten Teil des Programms.

Der zweite Teil begann mit bem ChorIm Hochgebirg" von Werth. Dies war unstreitig die beste Leistung. Vor allem die ausgezeichnet angetrandte Modulationsfäftistkeit des Chors zu­sammen mit der, auch bet anderen Chören, klaren und deutlichen Aussprache und der Cin- sahsicherheit. verhalfen hier zu einem besonderen Erfolg, den die Zuhörer auch mit recht leb­haftem Beifall quittierten. Die LiederSchon ist die Jugend" von Geller undTanz und Gesang" von Zander hielten sich auf derselben Höhe, wie alles borangegangene. Der Schlußchor An der schönen blauen Donau" von Strauß wurde so frisch und lebendig, dabei aber mit äußerster rhythmischer Prägnanz, die keinen Augenblick den Nassifchen Wiener-Walzer-Stil bedrohte, wiedergegeben, daß der daraufhin ein­sehende Beifallssturm den Chor zur Wiederholung dieses so reizvollen Stückes zwang.

Zieht man die Bilanz, so kann man der Eängervereinig ung Wieseck zu bem un­bestrittenen Erfolg de« Konzerts Glück wünschen. Der Dirigent der Vereinigung, PH. Groß. Wieseck, darf für sich in Anspruch nehmen, daß 'seiner zielsicheren und sachgemäßen Leitung in . erster Linie dieser Erfolg zu danken ist. unb er konnte aus dem Konzertverlauf die Lieberzeugung f gewinnen, daß er feinen Sängern noch schwie­rigere Ausgaben stellen darf.

Die Kapelle Mank (Wieseck) belebte mit verschiedenen gut gelungenen Darbietungen, wie einer Fantasie ausSer Zigeunerbaron" von Strauß, der Ouvertüre zur OperTituS" von Mozart, sowie einem Potpourri aus der Operette Der Dogelhändler" von Zeller und einem WalzerGoldregen" von Waldteufel, daS Pro­gramm aufs beste und wußte sich dem Cbor am Schlüsse (An der schönen blauen Donau ) auch als Begleitinstrument recht gut anzupassen.

Daten für Mittwoch, 28. Mai.

Sonnenaufgang 3.58 Uhr, Sonnenuntergang 19.55 Uhr. Mondaufgang 7.18 Uhr, Monduntergang 0 Uhr.

1498: der Reformator Girosamo Savonarola in Florenz verbrannt (geboren 1452); 1618: Beginn des Dreißigjährigen Krieges; 1707: der Naturfor­scher Karl von Linnö zu Rashult in Schweden ge­boren (gestorben 1778); 1848: der Ingenieur Lilienthal, der (Erbauer des ersten Gleitflugzeuges, in Anklam geboren (gestorben 1896); 1874: der Verleger und Kunstsammler Anton Kippenberg in Bremen geboren; 1906: der Dichter Henrik Ibsen in Oslo (Kristiania) gestorben (geboren 1828).

Gickcncr Wochcnmarktprcisc.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt das Pfund: Butter 190 bis 210, Matte 30 bis 35.

* Gießen, 18. Mai. Ein Kaufmann von hier war wegen Untreue und Unterschlagung angeklagt. Er hatte vor einigen Jahren Milch­kannen von einem auswärtigen Fabrikanten zum lommissionsweifen Verkauf bezogen. Bi« zum heutigen Tag hatte er weder die Kannen be­zahlt, noch sie zurückgeschickt. Bei seinen früheren Vernehmungen hatte er angegeben, daß die Kannen sich zum Teil bei feinen Abnehmern als Musterkannen befänden. Die Ramen der Abnehmer halte er nicht angegeben und sich auch fonft unbestimmt ausgedrückt. In der heutigen Hauptverhandlung stellte es sich heraus, daß die Kannen sich auf dem Lager des Angeklagten befinden. Obgleich fein Verhalten nicht ganz korrekt war, konnte ihm nrchts nachgewiesen werden, so daß er freigefprochen werden mußte.

Ein Autofahrer, der vom Seltcrsweg kam, ist an der Ecke Frankfurter- und Liebigftrahc mit einem von der anderen Seite kommenden Radfahrer tzufammengeftoßen. Der Radfahrer hatte hierbei Hautabschürfungen davongetragen. Der Autoführer fuhr zwar in langsamem Tempo und brachte feinen Kraftwagen noch vor dem Zusammenstoß zum Stehen. In traf aber insofern eine Schuld, als er gleich hinter der die Straße kreuzenden Straßenbahn vorfuhr und den Dogen nach der Liebigstraße nicht vorschriftsmäßig fuhr. Der Radfahrer hatte durch fein zu schnelle« Fahren den ilnfafl mitverschuldet. Der Kraft- wagcnsührer wurde wegen Verstoße« gegen die Kraftfahrzeugvorschristen und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 15 Mark verurteilt. Der Radfahrer erhielt wegen Verstoße- gegen die allgemeine VerkehrSordnung deS KreiSamtS Gießen eine Geldstrafe von 10 Mark.

Berliner Börse.

Berlin. 22. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon gestern abend in Frankfurt gegen Schluß der Börse eine merkliche Abschwächung eingetreten war. die im Zusammenhang mit den schwachen Auslandbörsen stand, ist die Ten­denz des heutigen FrühverkehrS abwartend und unsicher. Die Spekulation bleibt sehr zurück­haltend und nennt etwa letzte Abendkurse. Far­ben etwa 278, Siemens 347. AEG. 178 und Karstadt 266. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124.02. Mailand 92.66, Spanien 29.10, da« Pfund 488 26 und den Dollar 4 17775.

Alljährlich wird in Japan ein großer Früh- linasliederweltbcwerb veranstaltet; die aelben Dichter besingen, gleich ihren weihen Kollegen in aller Welt, die fünfte Jahreszeit, und die Gedichte werden von einer staatlichen Kommission (mit unserer Dichterakademie nicht zu verwechseln!) gevrüft. Die Auslese gelangt sodann zum Mikado, der au« der Fülle der guten Arbeiten die beste auszusuchen hat. Der Preisträger wird amtlich -um .ersten Dichter des Landes" ernannt;

* Gießen, 14. Mai. Zwei Schreib- damen einer hiesigen Behörde, von denen die eine inzwischen dovt ausgeschieden ist, hatten sich gegenseitig wegen Beleidigung ver­klagt. Da alle Vergleichsversuche infolge der Llnnachgiebigkeit der einen Seite erfolgte« blie­ben, mußten die Privatklagen durch Urteil ent­schieden werden. Beide wurden wegen Beleidi­gung verurteilt, und zwar die eine zu einer Geldstrafe von 20 Mark, die andere ba>* gegen zu einer solchen von 10 Mark. Dazu kommen noch die Kosten zweier Rechtsanwälte und die Gerichtskosten.

Die Frau eines Kaufmannes von hier hatte im Februar einen anonymen Brief schwer beleidigenden Inhalls bekommen und vermutete, daß die Schwester ihrer Mieterin die Brief­schreiberin ober mindestens die Urheberin des­selben fei. Diese Vermutung teilte sie dritten Personen in bestimmter Form mit. Die al« Schreiberin oerbädjtigte Frau erhob Privatllage wegen Beleidigung. Die Angeklagte bestritt zwar heute, die Privatklägerin al« die Briefschreiberin bezeichnet zu haben, behauptete vielmehr, sie habe ausdrücklich erllärt, sie habe den Brief nicht geschrieben. Allein die Beweisaufnahme fiel zu ihrem Hngunften aus, und sie wurde deshalb wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 20 Mark und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt.

Aus dem Amtsvek-lündigungsblatt.

*DasAmtsverkundigungsblattNr.36 enthält: Straßensperre. Polizeiverordnung für den Fluglandepla^ der Provinzialhauptstadt Gießen. Nachtrag zur Ortssatzung über den Bezug von Wasser aus den Gemcindewasserleitungen zu Lauter, Alte»- Buseck, Trais-Horloff und Großen-Buseck. Ge- meindeoichwaage zu Bersrod. Dienstnachrichten.

trag von zwanzig Dollar pro Woche erreicht werden konnte. Da« Geschäft de« zeitgemäßen Sklavenhändlers soll nicht übermäßig gut gehen; jugendliche weib-

Nachdrnck. auch mit Quellenangabe, verboten.

Die Chamberlain-Tulpe.

(r) Amsterdam.

Kürzlich hat bekanntlich der englische Außen­minister Austen Chamberlain mit Kind und Kegel dem kleinen Holland einen mehr­tägigen Besuch abgestattet, der weniger den po­litischen Beziehungen zwischen den beiden Län­dern als dem Genuß de« eben mit all seinem Dust und seiner Farbenpracht erwachenden Früh­lings gewidmet war und völlig privaten Cha­rakter trug. DaS hat die gottlose Presse natür­lich nicht verhindert, mit Rotizbuch und Ka­mera jeden seiner Schritte auf niederländischem Boden zu verfolgen, und so behauptet nun der Reporter eines der größten holländischen Blätter. Zeuge der folgenden Episode gewesen zu fein, die. wenn sie sich nicht ganz mit der Wirklichkeit decken sollte, ihrem Autor wenigstens daS Zeug­nis einer glänzenden unb leider etwa« bissigen Erfindungsgabe ausstellt.

Eine« Tages war der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Großbritannien« mit seiner gan­zen Familie, dem amerikanischen Gesandten im Haag. R. M. Tobin. und einigen anderen diplomatischen Würdenträgern Gast bei der rei­chen Familie Sverwijn in Roordwijk. Rach- dem man in gebührender und geziemender Güte gegastmahlt hatte, gab Chamberlain seinem Wunsche Ausoruck, sich einmal die in der Rähe, auf dem Wege nach Haarlem liegenden berühm­ten Tulpenzüchtereien ansehen zu wollen, und fein galanter Wirt kurbelte sofort sein Oluto an, um den illustren Gast durch diese prangen­den Wundergärten zu fahren.

Irgendwie mußte die Kunde von dieser Be­sichtigungsfahrt auch nach draußen gedrungen fein, denn nach ungefähr einer halben Stunde Weges hielt ein einfacher Mann, der Tulpen- züchter Gore, den Wagen mitten auf der Straße an, näherte sich ehrerbietig und mit den tiefsten Verbeugungen den Insassen und machte bann, anfangs etwas stockend, dann aber in zier­lichem Redefluß. Seiner Exzellenz dem Herrn Außenminister Seiner Britischen Majestät fol­genden ergebenen Vorschlag:

Er wisse aus unzähligen Pressebildern und könne sich auch jetzt durch eigenen Augenschein davon überzeugen, daß Exzellenz im Rockausschlag stets ein Chrysanthemum, seltener eine weiße Orchidee trage. Ihm, dem Tulpenzüchter Gore, sei es nach jahrelangen Bemühungen gelungen, eine neue Tulpenart von einer geradezu märchen­haften weiß-gelblichen Färbung heranzuzüchten, und er würde die Krone seines gärtnerischen Er­folges darin erblicken, wenn er diese Tulpe nach seiner Exzellenz benennen und Deiner Exzellenz al« Entgelt dafür regelmäßig die nötigen Blu­men für den Rockaufschlag liefern dürfte. Unter der Bedingung allertrtng«, daß Seine Exzel­lenz von heute ab feine andere Blume mehr al« Gewandsckmuck verwende als eben diese neue Tulpe ,.Auften Lhamberlain".

Und damit überreichte Mynheer Gore dem über den unerwarteten Antrag bah erstaunten Bolitiker ein Exemplar dieser nach ihm zu tau­fenden neuen Blume. Schließlich brachen die beiden Wageninsassen in ein lautes Gelächter auS, und Chamberlain drückte dem braven Gärt­ner freundlich die Hand, wobei er die Bemer­kung machte, er könne, trotz der ihm so innig zugedachten liebenswürdigen Ehrung, zu seinem innigsten Bedauern von seiner bisherigen Ge­wohnheit und Vorliebe für Chrysanthemen nicht abgehen und müsse daher für den gut gemeinten Vorschlag seinen allerherzlichsten Dank au«- sprechen.

Und das Auto brummte weiter und ließ den verdutzten Mynheer Gore zurück, dessen Hugc Idee. Sir Austen Chamberlain vor seine Reklame xu spannen, ins Wasser gefallen war. Wir werden Chamberlain also auch weiterhin in den illustrierten Zeitschriften mit feinem Ein­glas und seiner gewohnten Knopflochblume pran­gen sehen.

Ter Schein ist trügerisch . . .

() P a r i s.

Frau Camp kam auf dem Saint-Lazare-Babn- Hof in Paris an. Eine einfach« Frau aus der Provinz, welche da« Seineparadies noch nie gesehen hat und von dem .Tempo der Großstadt" bereit« in dem Augenblick verwirrt wurde, wo