Ausgabe 
22.5.1928
 
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Oen^chnaiionale Stimmen.

Zurück zur Lpposilion.

i/crC o f a l a n 3 e i g er füllt feft: Die Ver­luste der Dcutschnationalen, gegen die sich der kon-entrifche Angrifi richtete, dulden keine Be­schönigung. Sie sind größer, als auch die voraus­sehen konnten, d.e mit Verlusten rechneten. und sie sind keineswegs ganz unverschuldet. Es ergibt sich, daß die Deut sch nationalen das gefährliche Experiment des Eintrittes in eine schwer vorbelastete Regierung teuer zu bezahlen haben, teuerer vielleicht noch, als die Gegner des Experimentes es vor- auss qlcn. Man unternahm mit unzulänglichen Mitteln den Versuch zur Vereinigung einer un- ocßcueren Konkursmas e. Wan trägt jetzt die Kosten. 3um Schluß erklärt das Blatt: Es ist schwer vorstellbar, daß dieser Reichstag eines natürlichen Todes sterben sollte. DieDisch. Tagesztg die u. o. meint, ganze Organi­sationen im Bürgertum Hutten of enbar bewußt Wahlsabotage getrieben, erllärt: Ramentlich für die Vertretung der landwirtschaft­lichen Lebensinteressen ergibt sich aus diesem Wahlausgang ein überaus düsteres Bild. Die Befürchtung erscheint nur zu begründet, baß die bescheidenen, aber doch verheißungsvollen Anfänge einer zielklaren und selten Agrar­politik, die der letzte Reichstag endlich gebracht hat, nicht weitergeführt, womöglich noch zunichte gemacht werden. Vielleicht wird des­halb der einzige Ausweg darin liegen, in Kurze einen neuen Appell an die Wähler zu richten.

DieKreuzztg." beschäftigt sich sehr ein­gehend mit den Verlusten des Zentrums und meint hinsichtlich der au bildenden Koalition: Wir glauben nicht, daß daS Zentrum sich in eine Lage begeben wird, die es ganz abhängig macht von den sozialdemokratischen Macht- gelüsten. Cs wird zweifellos aus Grund des Mandatsrückganges in Preußen besonders die Politik, die es dort betrieben hat und die partei­mäßig so erfolgreich schien, einer Revision unter­ließen müssen. Zu den Verlusten der Deutfch- nationalen erklärt das Blatt: Es hat keinen Zweck, sich irgendwelchen Täuschungen hinzu­geben und die besonders in den Provinzen zutage getretene starke Wahlenthaltung als erklärende Beschönigung ins Treffen zu führen. Auch diese WahlenthaUung ist ein Zeichen des erlahmenden politischen Wil­lens. und sie ist zu einem Teil stiller Protest gegen die wenig befriedigende Art, in der die Deutschnationalen Politik machen zu können glaubten. (Sine Reformation der politischen Ein­stellung des Apparates wird sich nicht umgehen lassen. DieDeutsche Zeitung" berechnet, daß auch bei Berücksichtigung der an Splitter­parteien verlorenen Stimmen die Summe der für den vorigen Reichstag abgegebenen natio­nalen Stimmen nicht erreicht wurde und lagt: Aus der Tatsache des völligen Verschwin­dens der nationalen Stimmen geht hervor, daß auch die Wahl des 20. Mai nur ein Beweis ist gegen öie bisherige Taktik der Rechten im Reichstag, nicht aber gegen den nationalen Gedanken.

OieMeinung der Demokraten.

Die Mitte übersprungen. Notwendigkeit der Wahlreform.

DasBerliner Tageblatt" bezeichnet als einzig mögliche Mchrheitsbildung die Große .Koalition, da die Weimarer Koalition mit 239 1 Mandaten um sechs Stimmen hinter der absoluten F-Ätehrheit von 245 zurückbleibt. Dagegen zählen Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Aolkspartei im neuen Reichstage 283 Stimmen, denen rechts und links, auch alle kleinen Parteien eingeschlossen, nur eine Opposition von 206 Stimmen gegenübersteht. In dieser Koalition würde die Sozialdemokratische Partei Über mehr Abgeordnete a l s die ande- reu drei zusammen verfügen Die inner« politische Bedeutung der Wahl, heißt es zum Schluß, liegt in der gründlichen Abkehr des deut­schen Volkes von deutschnationaler Demagogie und Zwiespältigkeit in einem neuen starken Bekenntnis der deutschen Republik Außenpolitisch ist die Wahl ein erneutes Eintreten für jene Derständnispolitik, die von Wirth und Rathenau eingeleitet, zuletzt von Stresemann getragen war, der die Deutschnationale Volkspartei nur widerwillig folgte, und die im neuen Parlament wieder eine breite Mehrheit ge­funden hat. DieBos fische Zeitung" meint, baß die Wähler im (Eifer des Gefechtes über das Ziel hinausgeschossen haben. Sie seien unter Dem Ruse91 i e wieder d e u t s ch n a t i o n a l" nach links marschiert und hätten dabei die Mitte übersprungen. Die Demokratische Partei, die das verfehlte Experiment der Reichsregierung auf das schärfste bekämpft habe, habe unter der Diskreditierung der Politik Der Mitte durch Zentrum und Deutsche Dolkspartei ungerechterwetse mitgelitten. Zusam- mensassend sagt das Blatt bann: Zwei Aufgaben hat der neue Reichstag. Er muß die Große Koalition so rasch verwirklichen, daß die Spe­kulation der Deutschnationalen auf eine lange Ka­binettskrise, die zur Parlamentskrise erweitert wer­den soll, zuschanden wird. Und er muß so schnell wie möglich in den ersten Monaten die W a hl- re f o r m schassen, die endlich einmal wieder die Persönlichkeit-ur Geltung bringt und Wähler und Gewählte zusammenbrmgt Die Wäh- ler haben für die Republik und die Demokratie de­monstriert Mit gutem Willen aber unzuläng­lichen Mitteln. An den Führern der demo­kratischen und republikanlschen Parteien ist es, diese Mittel zu verbessern und diesen Willen zu voll­strecken.

Oie Sozialdemokratie.

Drei Viertel

der proletarischenEinheitHsront"

DerVorwärts" schreibt: Faßt man die ganze Wählerschaft, die den Willen zum Sozialismus de­monstriert hat, zusammen, so ergibt sich, daß rund drei Viertel der sozialdemokratischen Parole folgten, während rund ein Vier- tel einstweilen noch hinter Moskaus Fah­nen marschiert. In derEinheitsfront" des Pro­letariats hat also die Sozialdemokratie die Dreivier tehnehrbeit. Daß btt Einheitsfront des Proletariates nicht zuslandekommt, liegt einzig und allein daran, daß sich das eine Viertel der Dreiviertelmehrheit nicht unterordnen will. Die Sozialdemokratie ist ent­schlossen, ihren eigenen We^ zu gehen, und sic ist auch stark genug dazu, -cic wird das Ge- wicht ihrer 152 Mandate in die Wagschale werfen.

Mrchibare Lisigas-a^Kophe in Lamburg

p osgenwolken über dem Hifengeöiet. 1 Xot», mrhrrre 100 Vergiftete.

Hamburg, 21. Mai. (WZB.) 3n der hofe- ssraße am Freihafen, wurden auf dem Lagerplatz der Chemischen Fabrik Stolzenberg, vermutlich durch Wärmeeinwirkung, die Deckel von Jägern, die mit Phosgen gefüllt waren (gleichzustellen mik dem im Kriege oerwendeken Gelbkreuz), ge­sprengt. Das Phosgen drang ins Freie. Die Dic­kung der Katastrophe war entsetzlich. Die Men­schen sanken bewußtlos zusammen. Der Beoölke, rung bemächtigte sich eine Panik. Die Zahl der durch die Phorgenoergistung erkrankten Personen ist noch nicht sesfzustellen. Die phosgenerplosion hat bisher sieben Todesopfer gefordert. Jn den Hamburger Krankenhäusern sind bis heule abend 98 Personen mit P h o s g e n v e r g i f t u n - gen untergebracht. 3n Harburg haben etwa 3 0, in Wilhelmsburg etwa 1 0 0 Erkrankte die Kranken­häuser ausgesucht. Die Einwohner der verseuchten Straßenzüge, von denen vorübergehend etwa 350 in den Answcmdcrerhallen der Hamburg-Alnerika- Linie Unterkunft fanden, sind bis heute nachmittag um 2 Uhr in ihre Wohnungen zurückgekehrt.

Einzelheiten des Unglücks.

Hamburg, 21. Mai. (TU ) Ein vomHambur­ger Fremdenblatt" entsandter Sonderberichterstatter meldet über die Giftgaskatastrophe auf der Veddel: Der Wind trieb die Gaswolken am Boden vor sich her, über den Hosekanal zur Müggenburger Straße. In einem Boot auf dem Kanal wurden zwei junge Angler von der Gaswolke überrascht und mußten besinnungslos abtransportiert werden. Am jenseitigen Ufer des hofekanals wurde ein Platz­meister, dessen Frau und Jein Sohn vergiftet. Auch ein Wächter mußte vergiftet ins Krankenhaus ge­schafft werden. Von der Veddel und aus Wilhelms­burg wurden zahlreiche Erkrankungen gemeldet. Die Feuerwehrleute arbeiteten unter großer Lebens- qefahr, da die zur Verfügung stehenden Gas- und Rauchmasken dl« Gefahr nicht beseitigten. Man braucht Gasmasken mit Phosge. ncinlagc. die man sich aus Berlin zu verschaffen versucht. Der Wind drehte schließlich nach Südost um und trieb die Wolke über Wilhelmsburg. Von zwanzig bis dreißig Stellen zugleich wurden Vergiftungen gemel­det. Alle verfügbaren Krankenautos sind nach der Veddel und Wilhelmsburg unterwegs. Der Arbeiter- Samariterbund macht seine Kolonnen nach Ham­burg und Wilhelmsburg mobil. Die Harburger Po­lizei hat in der Nacht eine Hundertschaft der Ham­burger Dolizei zur Unterstützung bei der Räumung aufgeforoert. Die Einwohner der am meisten bedroh­ten Gemeinden werden in den Auswanderer- Hallen der Hamburg Amerika-Linie untergebracht. Ein anderer Teil findet in den Kran­kenhäusern Unterkunft.

In Den Bauernhäusern und Milchgeschäften ist alle verfügbare Milch beschlagnahmt worden, um sie den Kranken einzufloßen. Der Be­völkerung hat sich eine ungeheure Panik bemächtigt. Die Einwohner standen noch um 3 Uhr nachts auf den Straßen, obwohl jede Gefahr beseitigt war. Die treibende Gaswolke hat sich besonders unter dem Einfluß des stärker fallenden Regens, soweit ver­flüchtigt, daß sie kein Unheil mehr anrichten

| kann Luch ist der Unglückstank unschädlich ae- ' macht worden. Die restlichen Gasmcngen sollen Jof I fort aus Hamburg entfernt werden. Die ' Hamburger Feuerwehr wird vorsichtshalber die um- liraenöen Wohnungen entgasen.

Au gäbe tc; Behörde. die den ganzen Tag über mit fieberha trr Tätigkeit gearbeitet haben, muß cs nunmehr sein, die Ü r s a ch e n zu klären, die eine solch ungeheure Ge ahr hr.aufbe'chwören konnien Richt nur die Hamburger Feuerwehr, sondern auch die Berliner Wehren hat.en 'ich in den D enst der Abwehr geteilt und find augenblicklich damit le'chä>tigt, den Herd nach den Tlrfachen zu unierfuchen. Es herrscht über die Herkunft des furchtbaren G ftgases im allgemeinen noch große Unklarheit, wenn auch verschiedentlich darauf hinzewie'en wird, daß es sich um Giftgasbe stände aus dem Kriege handelt, daS langsam vernichtet werden sollte und von den ein bestimmter Prozentsatz auch für den Export nach Rordame- lila bestimmt fein sollte. 3n fachwissenschaft­lichen K:e sen weist man darauf hin, daß das Phosgen gegenwärtig in Deutschland nur noch in ganz kleinen Mengen fabriziert wird, während in Krie.^zei'en eine Massenfabri­kation betr.eben wurde. 3n amtlichen Kreisen betont man im übrigen noch, daß nach Art. 8 deS KriegSgerälegefetzes die Herstellung von Phosgen zwar nur bestimmten Firmen gestattet ist, daß aber der Handel mit diesem Gas keinerlei Beschränkungen erfährt.

Oie Lagerung von Giftgasen in bewohnten Gegenden.

Lieber das furchtbare Giftgasunglück in Ham­burg hat die Hamburger Kriminalpolizei im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingelcitet, die sich nicht nur auf die direkte Entstehungsursache, sondern auch auf die Lagerung dieser ungewöhnlich großen Menge eines ber gefährlichsten Gase in einem dicht bewohnten und mit industriellen und Hasenanlagen übersäten Gebiet bezieht, wobei man von der Erwägung ausgehi. welche viel schrecklicheren Folgen ent­standen wären, wenn bei anderer Wind­richtung die Gaswolke direkt auf den Hafen und die Stadt Hamburg selbst getrieben worden wäre.

Gestern abend beschäftigte man sich in einer Konferenz der Behördenvertreter mit Sachver­ständigen und den Betriebsleitern der Firma Stolzenberg mit der Frage, was mit den in weiteren Tanks auf diesem Gelände lagern­den Phosgen-Gasmengen geschehen soll, ob sie abgeleitet und unschädlich gemacht oder ob sie unter Beobachtung der notwendigen Vor- sichtsmaßnahmen nach einem weniger gefähr­lichen Terrain abtranSportiert werden sollen. Daneben bleibt natürlich die Frage zu klären, ob für die Zukunft die Lagerung großer Mengen so gefahrbringender chemischer Stoffe in bewohnten Gegenden geduldet werden soll und ob nicht eine Revision bzw. Ergänzung der behördlichen Vorschriften notwendig ist.

Japans Politik in der Mandschurei.

Englische Warnungen an China,

London, 19. Mai. (WTB.) DieTimes" schreibt: Die diplomatische Sprache der japani­schen Regierungserklärung, daß keine Mn* ruhen i n der Mandschurei geduldet werden, wird hier als eine schwache Verhüllung der e ii f e r n e n Hand angesehen. Man fragt sich, was die genaue Absicht der japanischen Rote ist. Von einer Seite wird angenommen, daß Japan tatsächlich sein Protektorat in der Mandschurei erflärt. Die Wirkung der ja­panischen Aktion auf die politische Lage in China wird als sehr einschneidend angesehen. Ihr Zweck liegt offenbar in der nachdrücklichen Federung der Bestrebungen auf Errichtung einey verant­wortlichen Regierung für ganz Chin</ und die Wiederherstellung deS Außenprestiges. Eine große Verantwortung ruht jetzt auf Japan. Die Folgen feiner Aktion können nicht leicht ge­messen werden, aber weise Zurückhaltung auf seiner Seite kann die Lösung des chinesischen Problems sehr fördern. Seine eigenen nationalen Interessen und seine Stellung als führende Macht unter den Rationen des Fernen Oft end stehen klarerweise bei solchen Unternehmen auf dem Spiel.

Den ausländischen Zeitungskorrespondenten in Peking wurden gestern in her dortigen japani­schen Gesandtschaft die in Tsinansu aufgenomme­nen Pho'ographien von mehr als einem Dutzend ermordeter japanischer Zivilist en gezeigt, die alle furchtbar verstümmelt waren. Wie verlautet, beabsichtigt der japanische Gesandte, Abzüge der Photographien den aus­ländischen Regierungen zu unterbreiten.

Kampf her Fremdenlegion!

Die Franzosen haben sich durch den uns aufge­zwungenen Versailler Vertrag ausdrücklich das Recht Vorbehalten, auf deutschem Boden für die Fremdenlegion werben zu dürfen. Wir haben uns in den ersten Rach- kriegsjahren diesem Zwang gefügt, sind aber in letzter Zeit immer schärfer auch gegen die Wer­bungen im besetzten Gebiet eingeschritten. Immer wieder ist es unserer Grenzgendarmerie gelungen, aus den nach Frankreich gehenden Zügen Trupps junger Leute herauszuholen, die unter irgendeinem Vorwand auf französischen Boden g c - lockt und dann nach Rordafrikage bracht werden sollten Aber alle Wachsamkeit un'erer Behörden hat den Zustrom von 'Deutschen Aur Fremdenlegion nicht eindämmen können, un­geheuer ist die Zahl derjenigen Volksgenossen, die alljährlich im Wüstensand ihr Leben aus­hauchen. Aber nicht nur Deutschland, auch die Schweiz. England. Amerika. Rußland und andere Staaten müf en forige'eyt dem französischen Skla­venheer in Marono ihre Opfer barbringen. Merkwürdigerweise hat bis beute kein Volk, nicht einmal die auf ihre Macht so stolzen

Amerikaner, den Mut aufgebracht, energisch und nachdrücklich die Auslösung der Legio­närregimenter zu verlangen. Anscheinend steht man auf dem Standpunkt, daß hier nur Elemente Unterschlupf suchen, die die Polizei­behörden fürchten. In Wirtlichkeit rekrutiert sich die Fremdenlegion doch nur aus Leuten, die von gewissenlosen Werbern ver­schleppt worden sind. Jetzt hat am Sitze des Völkerbundes eine eindrucksvolle Kundgebung gegen die Fremdenlegion stattgesunden, die die Schweizer aber wiederholen sollten, wenn ber Völkerbund eine seiner Vollversammlungen ab« hält. Er beschäftigt sich zwar bauernb mit der Bekämpfung des Sklavenhandels, für die Beseitigung des Handels mit jungen Männern, den Frankreich offiziell treibt, ist aber noch keine Resolution vorgelegt worden.

Wo bezieht man Waffen?

Don unserer Berliner Redaktion.

Die allgemeinen Bestrebungen der Friedens­festigung müssen sich zunächst daraus richten, die Möglichkeiten der Kriegsführung besonders dort zu beschränken, wo die Eigenart der poli­tischen Verhältnisse die Reigung zum Kriegführen unterstützt, wie in den Unruheherden von Maze­donien, Thina, den Mittelamerikanischen Staaten u. a. Aber gerade solche Länder haben eS besonders leicht, sich Waffen und Munition in jeder beliebigen Menge zu verschaffen. Für sie ist das nur ein Problem des Geld­beutels oder der Bereitwilligkeit, an andere Mächte irgendwelche wirtschaftliche Kon­zessionen zu geben. Hier Nässt im Friedens- stzstem des Völkerbundes eine Lücke, die für uns um so bemerkbarer ist. alS nach den Be­stimmungen des Versailler Vertrages den Un­terlegenen der Ha nöel mit Dassen verboten ist. Der Völkerbund hat sich zwar dauernd mit der Frage deS Waffenhandels be­schäftigt. Sie gehört zu den ständigen Obliegen­heiten der sogenannten Transitkommission. ilnb 1925 ist im Rahmen des Völkerbundes eine große Waffenhandels-Konferenz ver­anstaltet worden, die auch zum Abschluß einer Konvention geführt hat. mit dem Ziel, dem in­ternationalen Waffenhandel Beschränkungen auf­zuerlegen. Aber diese internationale Konvention ist bis heute erst von drei Staaten ratifiziert worden, so daß sie bisher nicht in Kraft gefetzt werden konnte. Es ist auch nicht zu überlehen, wann und ob überhaupt jemals diese Waffenhandelslonvention wirksam werden kann Auch gehen feit längerer Zeit Vorbereitungen für eine sogenannte Waffenherstellungs-Konfe- renz. die also zunächst die 3ntcrejfen der Waffen- und Munitions-Produzenten betreffen würde. Besonders in diesem Falle bet internationalen Waffenprobleme nähert man sich den Abrü­stungsproblemen. Aber auch hier erscheint es lehr unsicher, ob es wirklich einmal wenigstens zu einer Konferenz über die Massenherstellung kommen wird

Aber die Freiheit des internationalen Waf­fenhandels erfährt außer den Bindungen, die Deutschland, Oesterreich und Bulgarien aufer­

legt wurden, noch einige andere Beschränkungen. Vor allem wäre das unter Beteiligung von England und Zrantreich getroffene Abkommen über ein Verbot des Waffenhandels mit Ehina zu nennen, dem sich Deutschland indirekt durch die jetzt auch vom Reichsrat beschlossene Der- orbnung der Reichsregierung über das außer­ordentlich lcharf formulierte Gesetz zum Verbot des Waffenhandels mit China angeschiossen hat.

Aber diele Beschränkungen sind nur für einen besonderen Fall gedacht, und hier auch zum Teil aus den unmittelbaren Interessen der Groß­mächte erwachsen, die. wie es wenigstens für England gilt, besorgt fein müssen, daß ihre eigenen Waffenlieferungen gegen sie selbst verwendet werden können. Aber auch die chinesischen Generäle und erst recht alle anderen Länder, die von einem solchen Verbot befreit sind, finden übergenug ®elegen&cit. ihren Waf­fen- und Munitionsbedars zu decken. Sie können z B von Italien, von Frankreich <Schneider- ü-reUflDU, von der Tschechoslowakei «Skoda. Man- nesmann-Röhrenwerke in Komotau. vier Prager Flugzeug-Zirmen und die Brünner Wafkenfa» brik, deren Mehrheit im Besitz der tschechischen Regierung ist), von England /Armstrong 6t Maxim) und einer Reihe kleinerer Mächte be­ziehen.

Reben Frankreich, Belgien und Italien ist besonders die Tschechoslowakei als Waf­fen- und Munitions-Produzent ein starker S,- vorteur. der nach Polen. Lhjna und den Bal­kanstaaten seine Ware liefert. Der Waffenhan­del war von jeher ein gutes Geschäft, aber er ist es jetzt um so mehr, als die noch nicht überall, wie z. D. in Polen, hergesteilte Gleich­förmigkeit ber Ausrüstung eine gewisse Konse­quenz der Bezüge notwendig macht. SS sind große und beachtliche finanzinle Interessen, die sich in fast der ganzen Welt den Bestrebungen, den Waffenhandel einer Kontrolle zu unter­werfen, immer wieder entgegenstellen. Hier ist auch die Ursache für den praktischen Mißerfolg der Waffenhandels-Konferenz von 1925 zu suchen.

Aus aller Wett.

Die Trompete und da, Ende de, Weltkriege,.

Im städtischen Heimatmuseum zu Menden in Westfalen befindet sich die Trompete, die daS Ende des Weltkrieges ankündigte. Sie wurde in der Nacht vom 7. zum 8. Rovember 1918 von dem Stabstrompeter Z « b r o w s k tz ge­blasen, um die Ankunst der deutschen Waffen- stillstandskom Mission anzukündigen, als diese die feindliche Kampflinie überschritt.

Furchtbare Bluttal eine, spanischen Bauernburschen.

Rach ZeitungSmeldungen aus Tarragona ereignete sich in einem benachbarten Dorse eine furchtbare Bluttat. Ein Bauernbursche lockte eine Gruppe von kleinen Kindern und jüngeren Mädchen aus dem Dorse heraus und gab dann zahlreiche Gewehrschüsse auf sie ab. durch die sieben Kinder getötet wurden. Die Leichen verscharrte er unter einem Strohhaufen. Außerdem wurden sechs Kinder schwer verletzt. Der Mörder eilte daraus quer­feldein und erschoß unterwegs ein anderes Kind, dessen Leich« er unter Strauchwerk ver­barg. Darauf kehrte er ins Dorf zurück, drang in den Hof eines Haufes und erschoß eine Frau. Eine andere Frau und ein kleines Mäd­chen verwundete er durch Schüsse. Durch Hiebe mit einem Beil tötete er die Verletzten Er kehrte bann in seine Wohnung zurück, verließ sie aber halb wieder und flüchtete. Die Polizei und die Dorfbewohner haben die Verfolgung ausgenommen.

RichterLynch" in Texa,.

In ©enter (Texas) wurde von einer Volks­menge ein Reger namens Daddy Evans ge­lyncht. Die Menge ergriff den Reger, der sich im Schuhe zweier Polizisten befand, u:ib hängte i h n an einen Balken im Hofe des Polizei- gerichts, wo schon vor einigen Jahren einmal ein Reger wegen eines Angriffs auf eine weiße Frau gelyncht worden war Evans war be­schuldigt, einen weißen Mann ermo rbtt zu haben.

Schwere Unwetterkatastrophe in Zcxa».

Die Gegend von Laredo wurde von einem Wirbelsturm, der von Hagel begleitet war, heim- gesucht. Vier Personen wurden getötet und etwa 50 verletzt, davon einige lebensge­fährlich.

Ein Flugzeug auf die Straße gestürzt.

In Viborg kam e, bei einem Geschwaderfluge zu einem Zusammenstoß, der den Absturz eine, Iluazeuge, zur Folge hatte. Diese, stürzte mitten auf eine Straße im Zentrum der Stadt. Der Führer und der Monteur waren sofort tot. Eine Passantin wurde gleichfalls getötet und vier weitere Personen verwundet. Außerdem zertrüm­merte das stürzende Flugzeug ein Auto und ver­ursachte einen Brand, der das Publikum gefährdete.

Große Viehoerluste

In Mecklenburg durch eine Mückcnploge

Das südöstliche Mecklenburg wird fett Wochen von einer Insektenplage heimgeiuchl 2 chwärme von giftigen Insekten überfallen das Bieh. namentlich Pferde und Rinder, die bald darauf verenden. Es find bereits große Verluste an D.eb zu beklagen. Wie nunmehr wissenschaftlich fcft gefüllt worden ist, handelt es sich um eine Mückenart, die in früheren Jahren große Viehverluste in Hannover verursacht hat.

Schweres Grubenunglück in pennsylvanien.

60 tote Bergleute geborgen. - Mehr al» hundert vermißt

London. 21. Mai. (ZU.) Wie schon In einem Zell der gestrigen Auslage gemeldet wurde, ereignete sich auf der Molhergrube In Pennsylvanien eine schwere Explosion. Vie Rellungkmannfchoit« haben nach amtlichen Berichten die furchtbar oer- stummcUcn Ecid.ca von 60 Lcrgaru eitern ausgesunden. Man glaubt, daß die der Explosiv» folgenden Dämpfe den Zob der Bergarbeiter ver­ursacht haben. An den Llngängeo zur Grube war­teten die Angehörigen der eingeschloffenen Leute die ganze Rach! Im strömenden Regen und herz­zerreißende Szenen fpldten sich ob. als die erste» Jlameu der verunglückten befannlgegebeu wurden. Gegen Mitternacht gab man die Hoffnung auf Ret­tung der bei der Explosion im Mothcrbergwert

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