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ist inzwischen zurückgetreten unb Hai jetzt seine Memoiren geschrieben. Gerade well er ein so kluger Kopf war, hat man nach der politischen und psychologischen Seite mancherlei interessante Auskläri^gen davon erwartet. Was aber bis­her bruchstückweise daraus bekannt wurde, ist eigentlich nur eine einzige Enttäuschung. Die Be­obachtungen, die Lord d'Llbernon über das po­litische ulC gesellschaftliche Leben Berlins nie­derschreibt, sind von einer erschüttern­den Oberflächlichkeit und sind so falsch gesehen, daß selbst die'franAöfischen Globetrotter, die nach achttägigem Besuche dicke Wälzer über Deutschland schreiben, nicht schiefer gesehen ha­ben. Was soll man dazu sagen, wenn der eng­lische Beobachter feststellen zu können glaubt, der deutsche Beamte habe die Gewohnheit, abends schwer zu essen und bis tief in die Rocht hinein zu pokulieren, fei aber trotzdem um neun Uhr nächsten Tage- wieder frisch an der Arbeit. Mag fein, dah es solche Gewaltnaturen gibt, die gibt es aber ebensogut auch in England und selbst in dem trockengelegten Amerika: aber eine deutsche Eharaktereigenschast daraus zu konstru­ieren, das ist Verzeihung für das harte Wort albern.

Auch seine politische Ausgrabungen fördern nicht viel wertvolleres Ma eriai zillag?. E-e bringt es serttg. den französischen Einmarsch an d i e Ruhr rückwärts gese en als eine erlö­sende Tat zu bezeichnen, weil sie Deutschland zur Stabi'isjerung zwang, indem sie die end­gültige K»ise un e.'er £i an en besch eu i,t: und damit die We t zur Be Innung brachte. Wenn das ernst ge-.ieint sein sollte, ist das eine Platt­heit,- wahrschein ich aber nureine Entschul­digung. die Englands Passivität wäh­ren) des gamer Ru>r.inbruchS nachträg ich be­schönigen fei'. Denn dos kann doch auch Lord d'Mernon nicht leugnen, dah der Ruh-einbruch eine Pferdekur g w sen ist, und dah die unerhörte Vitali üt des deutschen Volkes dazu geh r e, um der ar ig? Methoden überhaupt aus- hatten zu können. Daß dabei aber der Rest des deu schon Wohlstandes auf der Strecke geblie.en ist. dah das Dollsoermögen de i niert w-rde, und in'olced.s en auch heute noch das Vertrauen in die S aatsanlerhen ebenso wie der Spar inn des Volkes darunter leidet, das alles g'aubl Lord d'Abernon üb er sehen zu können. Er urteilt wie ein Kurpfuscher. der einen Patienten g'.ück ich zu Tode kuriert hat und hin erher seine Diagno e um jeden Preis bestätigt wissen wlll. Jedenfalls hätte man nach dem Rus, der ihm vorausging, eine andere Fundierung seiner Auffassung er­warten dursen. Wir g'auben zudem, dah es der verheerendän Fo'gen des R<rlampfes nicht be­durft um der Welt die Augen über die ilnnwq ichlcil der französi c'en Do itk zu öffnen. Denn die Folge t dieser Po i i. hat zwar Deutsch­land in erster Linie zu tragen, sie wirken sich jetzt aber auch auf die andern Staaten aus, die eben wogen ter wir schäft i den uni) fi-an teilen Verwüstungen ihre Rearationöan prüche zu,am- menstrcichen müssen.

Hessischer Landgememdetag.

In seiner jüngsten, zu Heldenbergen statt- gehabten Sitzung beschäftigte sich der Vor­stand des Hessischen Landgemeinde- tags il a. auch mit der in Violen Gemeinden durch die Einsührung der Fvctbildungsschulklassen brennend gewordenen Frage der Erbauung neuer S ch u l h ä u s e r. Bereits die kn den Versammlungen der Provinzialverbände Star­kenburg und Oberhessen des Hess. Land- gemeintelags in bezug hierauf zur Annahme ge­langten Entschließungen dienen- zum Beweise da­für. dah die Landgemeinden angesichts ihrer ohnehin bis zum äußersten gespannten Finanz­lage nicht imstande sind, die durch den Reu­bau von Schulhäusern notwendig werdenden La­sten zu tragen. Deshalb beschloß der Vorstand, bei der Hessischen Regierung dahin vorstellig zu werden, daß in 1929 und den folgenden Jahren in dem aufzustellenden Staatsvoran- schlage wesentlich höhere Mittel zum Zwecke der Unter ft ü^ung der Landge­meinden für notwendig werdende V ltsschul­neubauten bereitgestellt werden. Darüber hinaus erachtet es der Vorstand des Hessischen Land­gemeindetags für geboten, daß zur Finanzierung der erforderlich werdenden Schulhausneubauten neben dem Staatszuschuß auch verbilligte Staatsbaudarlehen in ausreichendem Umfange zur Verfügung gestellt werden.

Ferner war die verschiedenartige Handhabung der Vorschriften über die Ausstellung von Personalausweisen zur Bereisung des besetzten Gebietes durch die Kreill- ämter Gegenstand eingehender Besprechung. Es wurde beanstandet, daß man diese ziemlich ein­fache Verwaltungsarbeit nicht einheitlich den Bürgermeistereien übertrage. So wurde z. B. festgestellt, daß in den Kreisen Mainz, Fried­berg und Bensheim die Ausstellung un­mittelbar durch di? Polizeibehörden (Dürger- meiftereicn) erfvlae. ii ten Kreisen Gießen und Lauterbach ein gewisses Entgegenkommen ter Kreisämter gezeigt wird dergestalt, daß die An­tragstellung 6c i den Gemeindebehörden stattzu- finden hat, und gleichzei ig die ilnteifdjrijt auf dem Ausweis durch den Antragsteller auf der Bürgermeisterei vollzogen wi.d. In anderen Kreisen aber behält man immer noch den um­ständlichen und zll raubenden Weg der Antrag­stellung bei der Bürgermeisterei Mittels eines langatmigen Fragebogens bei, wodurch der An­tragsteller gehalten ist, nach dem oft einige Stun­den Weg weiten Kreisamt zu gehen, dort feine Sntet^r^1 6X1 vollziehen und den Ausweiz in Empfang zu nehmen; oder aber es erfolgt die Rücksendung der ausgestellten Ausweise an die antragstellende Bürgermeisterei mit dem Auf­trage der Entgegennahme der Unterschrift und ter Zustellung an die betreffenden Personen, ein Verfahren, das nicht minder umstanteich und zeitraubend ist. Richt allein die unterschiedliche Handhabung der hier einschlägigen Vorschriften, sondern dre (Herauf bezughabenten Bestimmungen an sich erachtet ter Vorfl and im Interesse ter Bevölkerung für dringend abänderungsbedürftig und beschloß, bei dem 'M iter des Innern zu beantragen, daß künftighin die Ausstellung ter Personalausweise die Ausstellung ter Pässe für das Ausland selbstverständlich ausgenom­men -- allgemein von den Orts Polizei­behörden (Bürgermeistereien) vorzunehmen, ist.

In gleichem Sinne unterzog man das zur Zei. twrgeschriobene Verfahren bei Genehmigung von Po flizei stunden Verlängerungen einer eingehenden Kri iZ. Wenn man berücllich- iigt, daß früher die Ausdehnung der Pollzei- stunde durch die Ortspolizeibehorte erfolgen

konnte, so kann man den Grund nicht einsehen, warum jetzt die erforderliche Genehmigung bei dem Kreis amte ein geholt to erben muß, ein Ver­fahren. das als umständlich und zeitraubend in die heu'ige Zeit nicht mehr paßt. Warum sollen auch die Bürgermeister der Landgemeinten, wie früher, nicht auch jetzt in ter Lage sein, nach näher gegebener Anweisung die Genehmigung zur Ausdehnung der Polizeistunde zu erteilen und den voraeschriebenen Stempel zu verwenden? Ein dahi tgeyenter Antrag sott dem Mi.,ister des Innern durch den Vorsitzenden in Balte in Vor­lage gebracht imb auf Abänderung der Bestim­mung des 8 1 der Verordnung zur Ausführung des Rotgesetzes vom 28. Juli 1923 hingewirkt werten.

Weller bestand Veranlassung, sich in eingehender Weise über die Anträge der Reichsbehörden auf Strom-, Wasser-, Gas- usw. Preis­ermäßigung zu unterhalten. Der Vorstand konnte im Hinblick auf die schlechte finanzielle Lage der Gemeinden sich nicht dafür aussprechen, die Reichs- und Landesbehörden als Abnehmer von elektrischem Strom, Gas oder Wasser aus Ge­meindebetrieben anders zu behandeln, als die übri­gen Abnehmer. Darnach können diesen Behörden nur Preisermäßigungen zugebilligt werden, soweit sie Großabnehmer sind, und auch da nur im Rah­men der allgemein üblichen Ermäßigungen. Der Vorstand sah sich zu dieser Stellungnahme umso­mehr berechtigt, als auch die R e i ch s b e t r i e b e den Gemeinden keinerlei Ermäßigun­gen bei Inanspruchnahme ihrer öffentlichen Ein­richtungen (Post, Telegraph, Eisenbahn usw.) ein­räumen. Es wurde ferner auch dagegen Stellung genommen, daß entgegen bereits seit fahren be- itandener Gepflogenheit in diesem Jahre erstmals tattgefunbene Verlosungen der Gemein- »en von Beamten der Gendarmerie überwacht worden sind. Diese Anordnung wird von den Bürgermeistern es komme» nur diejenigen der größeren Orte in Betracht, da in kleineren Gc- meinten bekanntlich keine Lotterien ftattfinben als eine durch nichts gerechtfertigte Zurücksetzung empfunden. Richt allein, daß der Bürgermeister Hilfsbeamter ter Staatsanwaltschaft ist, die Aemter des Standesbeamten, Ortsgerichtsvorstehers und noch andere Ehrenämter versieht und sonach wohl durchaus zur Ausübung derartiger lleberwachungen befählest fein dürfte, schafft die obige Anordnung auch schon um deswillen einen unhaltbaren Zu­stand, da gerate In den Gemeinden, wo Verlosun­gen stattfinden, meist Bürgermeister mit höherer Vorbildung tätig sind, als sie bic lediglich dem Grade der Polizeibeamten angehörenden Gendar- meriewachtmeifter usw. besitzen. Falls etwa der Einwurf bestehen sollte, daß ter Bürgermeister im 6alle der Durchführung gemeindlicher Lotterien als befangen anzusehen sei, so wäre dieser Einrede leicht dadurch zu begegnen, daß er bei stattfintenden Verlosungen nicht Vorsitzender der jeweiligen Lolleriekommission sein darf.

Schließlich unterhielt man sich noch über zu er­greifende Maßnahmen zur Unterbindung des in letzter Zell nachaerade zum Unfug ausgewachsensn Gewerbes der wandernden Musik­kapellen. Fast kein Tag vergeht, daß nicht die Bürgermeistereien, namentlich der größeren Orte, teils in bellelhafter, teils auch in frecher, heraus­fordernder Form um die Erlaubniserteilung zum Musizieren in den Gemeinden angegangen werden. Gs ist oft den Bürgermeistereien geradezu unmög- lich, sich dem Drängen dieserfahrenden Gewerbe­treibenden" erwehren zu können. Auch die Bevöl­kerung hat vielerorts gegen die Auswüchse dieser

wandernden Gewerbebetriebe Stellung genommen und um Abhilfe ersucht. Man kam zu der An­schauung, daß dieser zum Unfuge gewordenen Art des Wandergewerbes nur dadurch entgegengewirkt werten könne, wenn die Kreisämter die (Erlaubnis* erteilung (Ausdehnung auf die einzelnen Kreise) auf ein geringes Maß einschränken. Eine entspre­chende Antragstellung bei dem zuständigen Herrn Minister soll ftattfinben.

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

00 Klein-Linden, 19. Dez. Der hiesige Evangelische Frauenorein versammelle am Sonntagabend seine Mitglieder im Saale der Kinderschule zu einer schlichten Weihnachts - feier. Reben einer Ansprache von Pfarrer B r e m- m e r wurden durch Jungfrauen Weihnachtsgedichte vorgetragen. Wie alljährlich, so hat der Verein auch dieses Jahr wieder der Armen in Bethel-Bielefeld gedacht und eine Weihnachtsgabe in Gestalt einer Kiste mit Wäsche und Kleidern und rund 30 Mark in bar dorthin gesandt.

c? Allendorf a. b. Lda.,. Dez. Auf Ver­anlassung des Vorsitzenden des hiesigen Krie- gervereins, Lehrer Strack, hielt der frühere deutsche U-Bottmann Karl Kratz aus Fieienseen, der schon in zahlreichen Orten durch seine Vorträge über das Maririeleben im Kriege bekannt geworden ist, auch in unserer Stadt einen Vortrag über feine Erlebnisse als deutscher Seemann. 3n fesselnder Weise berichtete er über­feine Fahrten auf den U-Dvoten 25 und 32 und über die Erlebnisse l i ter Skagerrakschlacht. Der Vortrag gefiel allgemein und fand lebhaften Beifall. Dec große Saal des Gastwirts Ranft am Bahnhof war bis auf den letzten Platz besetzt.

" Garben teich, 20. Dez. Bei ter Wahl des Kirchenvorstandes wurden Bürger­meister Burk, Lehrer Weisel, Gilb. Schmitt, Ludwig B o p p l. und Heinrich RuhlI. wieder- gewählt. Reugewähll wurde Jakob Friedrich Düringer- er wurde am dritten Advents- somitag im Gottesdienst durch Pfarrer Stei­ner in sein Amt eingeführt und verpflichtet.

<D Lich, 20. Dez. Unter großer Beteiligung ter Einwohnerschaft und seiner Berufskollegen aus nah unb fern wurde am M ttwochnachmlttag der Schutz- Wann i. R. Heinrich Meyer zur letzten Ruhe ge­bettet. Ein Teil der Kapelle des Inf.-Regts. Nr. 15 (Gießen) bildete die Spitze tes großen Leichenzuges. Stiftsbechont Kahn schllderte in seiner Grabrebe ten Verstorbenen als tüchtigen Bürger und pflicht treuen und gewissenhaften Beamten. Die Stadt Lich, in deren Dienst der Verewigte als Polizeidiener l-zw. Schutzmann 38 Jahr lang, von 1886 bis zu feiner Ruhestandsversetzung im Jahre 1924, stand, ließ durch Bürgermeister Geil einen Kranz nieder- legen. Der Kriegeroerein Lich, dem ter Verstorbene 40 Jahre lang, davon 30 Jahre als Vorstandsmit­glied und 20 Jahre als Rechner, angehötte, widmete ihm durch feinen 1. Vorsitzenden, Stadtrechner Hauser, einen Kranz. Mitglieder des Krieger­vereins schossen am Grabe die Ehrensalve. Der Be­zirk Lich der Kriegerkameradschaft Massiv" ließ durch seinen Vorsitzenden, Tierarzt Dr. Walter, dem Heimgegangenen unter Würdigung seiner Ver­dienste um den Bezirk einen Kranz niederlegen.

dt Langsdorf. 19. Dez. Auf Anregung unseres Pfarrers, Dr. Hehmann. ist ter Frauenverein wieder aufgelebt. Dieser war m ten letzten Jahren ganz eingeschlafen. Ilm fo

Wenn eingebrochen wurde.

Äon Dr. Bier.

Lachend imb scherzend geht man nach vergnügt verlebtem Abend die Treppen in seiner Woh­nung hinauf. Ter Hausherr steckt ten Schttis el in das Schlüs elloch der Flurtür, ass biefe plötzlich aus ten Druck von außen ohu: weiteres nach­gibt. Richts Gutes ahnend, betritt man die Woh­nung. Da zeigt sich schon im Flur ein wüstes Durcheinander, die Zimmer.üren stehen auf, Sachen liegen verstreut umher. Einbrecher! ist der erste tichiige Gedanke, unb die erste zwar verständliche, aber fa sche Handlung ist die. dnß die ganze Fami'ie tn die Woß-mmg stürzt, durch alle Zimmer eilt, zu sehen, wie groß das ge­schehene Unglück ist. Da sind die Schubfächer vom Düset! aufger.s en, zum Teil herausgrris en. Die Frau dos Hauses läuft hin. um festzustellen, ob tatsächlich die silbernen Löffel restlos fort sind. Im Herrenzimmer am Schreibtisch dasselbe Bild. Der Hausherr kniet vor den Schubfächern, will seststellen, was alles weg ist. Er hatte noch neben etwas barem Geld dort sein Kontobuch ter Bank und sein Sparkasfenbuch liegen. Selbstver­ständlich beides ist weg. Trotzdem ist dagegen im Moment nichts zu machen. Es ist Abend, Bank und Sparkas e sind geschlossen. Erst am nächsten Morgen kann diesen die Rachricht zugelei'et wer­den, daß die Bücher gesperrt werden. Wäh-end so alle Zimmer eingehend un'er itd>t worden find, mehr ober weniger festgeste.lt Worten ist, was fehlt, ist auch schon burch den Lärm in der Woh­nung, durch das Weinen der Hausfrau die Rach­barschaft aufmerk am gemacht worden. Das halbe Haus kommt, um sich den Schaden anzuseheu. überzeugt sich von drr Arbeit der Einbrecher und steht beratschlagend umber. Dieses oder jenes ter um liege nte Stück wird artgefaßt, die Spuren von Gewalt an Türen unb Schränken eingehend beichttgt unb begu achtet. Glück i Herweife ist we­nigstens einer auf den Gedanken gekommen, dah man eigentlich mrg'ichst schnell d e Äriminctpo'L-ei benachrichtigen müßte. Er hat auf dem nächsten Polizeirevier ten Einbruch angeze'.gt, unb halb danach ist auch ein Beamter zur Stelle. Mit größter Beschleunigung ist er an ten Tatort ge­kommen, vielleicht sind noch frische Spuren der Täter zu entdecken, gerade in dieser Beziehung ist jede Minute kostbar. Unbedingt notwenbig ist es also, daß die Benachrichtigung der Polizei fo schnell wie möglich geschieht. Oft genug kommt es vor, baß durch sofort am Tatart angestellte RachfraLen der nachforschenden Keiminalpo.izei von irgendwelchen Personen, die als Zeugen in Frage kommen, Angaben gemacht werden, die auf die Spur des Täters führen können. Größte Beschleunigung ist hier erforderlich, denn es er­fordert schon nach kurzer Zeit eine ganz erbeb- lief» kriminalistische Arbeit, erst einmal diese Zeugen zu ermitteln, die Wohl bereit s.nd, im ersten Augenblick ihre Angaben zu machen und ihre Wahrnehmungen der K i ninalpo izei mitzu- teilen, die sich aber später auf die diesbezüglichen | Aufforderungen ter K.iminalpoll'ei nicht mehr melden, entweder aus bloßer Unbedachtsamkeit |

oder auch deshalb, well sie die mit der Zeugen­vernehmung vor ter Polizei unb später vor Settcht verbundenen Unb: quem licht ei ten scheuen. Dazu kommt, daß, je schneller der K.iminal- beamte ten Ort tes Verbrechens betritt, es desto leichter für ihn möglich ist. die Spuren der Tat frisch zu sehen uno sich danach ein Urteil zu bilden. Leider wird gerate hiergegen ganz außer­ordentlich viel gesündigt.

Eine nur geringe Unachtsamkeit fremder Per­sonen hat zur Folge, daß es trotz intensivster Ar­beit der Kriminalpolizei später nicht mehr möglich ist. die Tat aufzur ären. Da kommt der Kriminal­beamte an tert Tatort und bei genauem Ab- suchen ter Schranktüren unb Schreib tischfchub- laden findet er eine ganze Reihe von Finger­abdrücken. Er sorgt dafür, dah niemand heran kann, bis ter fachkundige Beamte tes Erkennungs­dienstes am Tatort erscheint, um die Finger­abdrücke sorgfältig abzuziehrn zum Vergleich mit den in der dak ytoskopifchen Sammlung der Kri» minalpolizei vorhandenen. Richt leicht ist bf.efe Arbeit, unb desto größer muh bann die Ent­täuschung fein, wenn sich 3tun Schluß heraus- stellt, daß die schönsten Fingerabdrücke von tem Hausherrn uno bet Haus,rau selbst stammen unb einige von ihnen sogar von sonstigen Haus­bewohnern herrührm. Das ist die traurige Folge ter Tatsache, daß an Stelle der sofortigen Be­nachrichtigung der Kriminalpolizei ter Tatort gleich von dem Geschädigten selbst untersucht wurde und selbst fremde Personen ihn betreten Haden. Eine alte Regel für die Arbeit tes Kriminalisten, die leider aber noch nicht tief genug in das Bewußtsein anderer eingedrungen ist. heißt:Weg vom Tatort unb vor allen Dingen Hände toegV Der Un­berufene, der La'.e, kann trotz der seiner Ansicht nach größten Vorsicht es nicht verhindern, daß ec in Unkenntnis der wahren Verhältnisse vor­handene Spuren verwischt, ja womöglich durch sein Verhallen die Kriminalpolizei von ter rich­tigen Spur ablenft und auf falsche Wege weist. Em Rat muß deshalb hier immer wieder gegeben werden: das erste was man bei der Entdeckung eines Diebstahls zu hm hat, ist es, durch den nächsten Fernsprecher die Kriminalpolizei anzurufen und den Tatort unberührt zu [affen. Man versuche, sich soweit zu über­winden, dah man die natürliche Erregung zurück­dämmt und das natürliche Bestreben, von vvm- herern festzustellen, welchen Schaden die Diebe angerichtet haben. Erst wenn ter Beamte ten Tatort betreten hat, dann kann man auch selbst ohne Ge.ahr ihm folgen und auch selbst die versöulichen Feststellungen treffen. Gute Be­kannte, die mit Ratschlägen sich meist sehr bald einstellen, halte man erst recht zurück.

Diel hat eben der von einem Einbruch Be- Iroffene nach ter Entdeckung der Tat nicht zu tun, aber an das Wenige muh er dann denken, damit nicht auch bei ihm das Wort zutrifft, erst: Durch Schaden wird man klug!"

mehr wird fein Wiederaufleben mnt begrüßt. Der Verein, drr feine Hauptaufgabe i 1 drr Unter­stützung ter Armen sieht, tagt alle 14 2ain unserem ehrwürdigen Rathausfaal. In ter" ver­gangenen Woche zeigte Pfarrer Römer, Schot­ten, ten erschienenen 5rauen BiIter von ten Werken ter Inneren Mission. Bilder unb Vor­trag wurden mit großem Jnierrsfe entgegen* genommen.

s. Trais-Horloff. 20. Dez. Eine merk­würdige Entdeckung machte dieser Tage ter hie­sige Landwirt Hermann Deltzer beim tiefen Un^lügen eines Ackers. 3n gewissen Abständen ftieß er auf Tonqesähe, die von schwarzer Erde fast kreisrund umgeben waren. Da ter Older nicht weit von ei tet Stelle liegt, wo bei einer früheren Ausgrabung Re,!e eines romifeben Kastells freigelegt wurden, so ist die Amiayme naheliegeTid, daß ed sich auch hier um römische Gefäße hantelt. Sir haben etwa 14 Zentimeter Durchmesser, eine Höhe von etwa 20 Zentim eter, eine weitgebauchte Form und ft ib unglasirrt. Der Hals ist sehr en 3 und mit einem Ohr ver­sehen. Auch ter untere Teil ist wieder ziemlich eng. Dir Fundstellen waren in ziemlich gerad­liniger Richtung und in gleicher Tiefe. Leider sind die Gefäße burch die Pflugschar start de- schädigt worden, da deren knirschen zynächst aus Steine im Boden zurückgesuhrt wurhr. Es i't anerkennenswert, daß ter genannte Landtvi.t. durch die merkwürdigen Forme:! aufmerksam ge* worden, d m Funde genauer nachging. Räheres fann erst dir Untersuchung ergeben.

Kreis Büdingen.

=£ Echzell, 20. Drz. Die hiesige Pfennig- sparkasfe kann in diesen Tagen auf ihr 5 0* Bestehen zurückblicken. Aus klein­sten Ansängen int Jahre 18Z8 hervorgegangen, hat sie im Laufe der Jahre eine statte Aufwärts* entwickelung durchgemacht und ist tem einzelneir. tote der Allgemeinheit zu großem Se'en ge­worden. Sin Jäter Rückschlag erfolgte nn.'cr tem Druck ter Verhältnisse in ter Zell ter Mark- erllWertung. Die höchstmögliche Auswertung ter früheren Spareinlagen unb die weitblickende Lei­tung der Kasse unter ihrem Vorsitzenden Wilhelm Heller unb tem Rechner Philipp Werner haben das Vertrauen tec Bevölkerung zur Spar­kasse wieder derart gestärkt, dah die Zahl ter Einlagebücher in letzter Zeit auf über 3C0 ge­stiegen ist und die einzezahlten Sparbeträge be­reits saft die Hälfte tes Vorkrie-zsstcmdes aus- machen.

# Echzell, 20. Dez. Der letzte Schweine­markt dieses Jahres hatte den schwächsten Auf­trieb , der zwölf hier abgehaltenen -Märkte zu verzeichnen. Es waren im ganzen nur 130 Ferrel aufgetrieben, die zu steigenden Preisen glatt abgcsetzt wurden. 6 bis 1 Wochen alle Zirkel kosteten 15 bis 20 Mk., 7 bis 8 Wochen al:e 18 bis 22 Ml., 8 bis 9 Wochen alte 25 bis 30 Mk. Sehr gesucht waren stärkere Einlaß- schweine, die je nach Alter und Gröhe bezahlt wurden.

Kreis Schotte«.

D Laubach, 20. Dez. Gegenwärtig liegt die Rechnung der Stadt im Jahre 1927 auf ter Bürgermeisterei offen. Der Rechnungs­rest belief sich nach tem -Abschluß voriger R«h* nung auf 42 561,82 Mk. (der Kassenvorrat betrug 41 159.60 Mk., die Ausstände 1402,22 Mk.). Die Einnahme aus Gebäuden betrug 7311.08 Mk.. die Ausgabe 5398.25 Mk.; die Einnahme an Grundstücken 5119,82 'M, die Ausgabe 3269,61 Mk.: die Einnahme an Waldungen 86 899,26 Mk., die Ausgabe 53 206,05 Mk.: die Einnahme aus Jagden, Fischereien, Teichen 4585 Mk.; die Einnahme aus S ch ä - fereienundW eiben 829HO Mk.; die Aus­gabe 2001,55 Mk.; die Einnahme aus Messen und Märkten 135,40 Mk., bie Ausgabe 35,16 Mark; die Einnahme aus ter Wasserver­sorgung 8860,80 'M, die Ausgabe 4063,82 Mark; die Einnahme aus der Ziegelei 1651,52 Mark, die Ausgabe 673,50 Mark. Die Einnahme aus der Allgemeinen Ver­waltung 1055,98 Mk., die Ausgabe 19 530,69 Mark; die Einnahme aus der öffentlichen Sicherheit 44,60 Mk., die Ausgabe 4526,71 Mark; die Einnahme aus der öffentlichen Gesundheitspflege 132 Mk., die Ausgabe 4229,78 Mk.; die Einnahme aus der Armen­pflege 2988,10 'M, die Ausgabe 7405,62 Mk.: die Einnahme aus den Schulen 310,42 Mk., die Ausgabe 14 609,46 Mk.: oie Einnahme aus den Straßen 207,30 Mk., die Ausgabe 9784,64 Mk.; die Einnahme aus den Kanälen 11,07 Mk., die Ausgabe 1688,45 Mk.: die Einnahme aus den Landwirtfchaftszwecken 4953,50 Mark, die Ausgabe 13 628,79 Mk. (Die Kosten des Prämiierungsmarktes betrugen 5322,60 Mk., die Einnahme 3378,20 Mk., mit­hin mehr verausgabt 1944,40 Mk.) Die Einnahme aus den öffentlichen An­lagen (betrug 7681,82 Mk.. bie Ausgabe 10 630PO Mark.; die C.nnahme aus ter sozialen Für­sorge 4614,48 Mk., die Ausgabe 7339,75 Wk.; die Einnahme aus ter äl n t e r st ü tz u n g der Rentenempfänger ter Invaliden- und An* gestellten-Dersicherung 2804,21 Mk., die Ausgabe 4053,72 Mk.; die Einnahme aus ten Abgaben 191 Mk., die Ausgabe 9108,44 Wk.. bie Ein­nahme aus ter Sonder st euer 3076,78 Mk.; die Einnahme auS ter Aeichseinkommen- steuer 8712,25 Mk.; die Einnahme aus der K ö r pe r s cha f t s st e u e r 551,75 Mk.; die Ein­nahme aus ter Umsatz steuer 4157,65 Mk.. aus ten G e m e i n d e u m l a g e n 10 321,86 Mk. Beim Abschluß betragen die Gesamtein­nahmen 211016,39 Mk., die Gesamtaus­gaben 185 066,47 Mk. Vergleichen bleibt ein Rest von 25949,92 Wk.

Ulfa 20. Dez. Unter ter Leitung des Kulturbauamts Gießen werden zur Zeit i 1 den Hauptstrang der gemeinschaftlichen Wasser­leitung Ulfa Rain rod Ober- Sch m i t t e u am Sägewerk Hinrmelsbach j c ein Wasser mesfer für Ul,a und Ober- Schmllten eingebaut, umjeter Gemcirte die ihr vertraglich zustehende 'Wassermenge nachprüfeir au können. Die neue Regelung gibt keiner ter beteiligten ©enut iten das Recht, die Schieber- stellung an ten Abzweigstellen zu äntern. Wie­derholle Messungen ergaben, daß bie Quelle auch zur Zeit größter Trockenheit immer noch die als Rorm angenommene Wassermenge liefert, so baß neu: Quellenzuführungen auf Kosten ter Wasser- genossenfchaft sich nicht als notwendig erweifem Es bleibt dm einzelnen Gemeinten überlassen, bei Hitzeperioden Vorkehrungen zu treffen, daß feine Wasservergeudung eintrift

Kreis Alsfeld.

-ct. Homberg o^d.O., 20. Dez. Im Walte bist rittFreier Wann" tourte der Holzhauer