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Donnerstag, 0,2O.DezP.1928,7\aDds.
Oie Lage in Afghanistan
Shamberlm verieiW seine AheinlandpoM
Oie Wetterlage.
Kundgebung, erhebt baS Präsidium beS Reichs- landbundes seine warnende Stimme: Der deutsche Osten ^cs nicht zur Verzweiflung ge- trieben werden.
in der Rächt noch fortgesetzt. Um 2.30hljr morgens waren noch immer unlcrird.fche Expw- sionen iu vernehmen. Die Fundamente mehrerer Häuser an der Lcke von high Street und Denmark Street gelten als gefährdet. Die Sachoerstän- digen befürchten, daß sich unter dem Straßenniveau zahlreiche Ansammlungen bekröcht- sicher Gasmengen gebildet haben, aus denen das Gas allmählich in die Keller und andere Räumlichkeiten der Häuser eindringen wird. 3n- felgedessen rechnet man mit der Möglichkeit kleinerer Explosionen für die Dauer von mehreren Wochen Die Gaslicht- und Koksgesellschaft ha, eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Verantwortung für die Katastrophen von gestern vormittag ablehnt mit dem Bemerken, die Explosion sei in einem unterirdischen Tunnel des Voftamtes erfolgt, während dort Angestellte des Postamtes mit Reparaturen beschäftigt waren.
Ter Kulmbacher Kafsenraub.
v a y r e u t h, 2t. Dez. (1BIB. Funkspruch.) Der von einem der beiden Kulmbacher Räuber durch vier Bauchschüsse schwerverletzte Gendarmerie-Sta- lionskommandant Krauß von Reuenmarkt ist heute morgen im Landkrankenhau» zu Bayreuth seinen tödlichen Verletzungen er- legen. — Der gestern abend in der Slr'eilmühle bei Marktschorgast gestellte und verhaftete zweite Skationskafsenräuber Wilhelm Derne r wurde In das Bezirksamlsgebäude nach Kulm-
bach gebracht und dort einem eingehenden verhör unterzogen, das bis heute früh 4 Uhr dauerte. Derner legte ein umfassendes Geständnis ab. Au, seinen Aussagen ging hervor, daß er nicht nur den Raub auf die Stationskasse in Kulmbach, sondern mehrere derartige Verbrechen verübt hat. Einwandfrei wurde ihm u. a. der Uebersall auf die Bahnstationskasse in Oberhaid bei Bamberg nachgewicsen. Er ist bereits wegen Raubes mit acht Jahren Zuchthaus vorbestraft. Seine Festnahme erfolgte gegen 20 Uhr in der Streikmühle bei Marktschorgast. Vie dortige Bevölkerung, die an der Festnahme des Räubers starkes Interesse hatte, verständigte die Polizei. Eine Polizeistreife der Landespolizei Bayreuth war als- bald zur Stelle und schritt zur Festnahme, die durch die Verwendung eines Polizeihund e s. der dem Räuber stark zusehte, erleichtert wurde. Werner halte sich verdächtig gemacht, als er nach einer Erfrischung fragte. Lr hatte versucht, zu schießen, doch hatte anscheinend d e r Schuh versagte. Der andere Räuber, der sich selbst schwere Schuhverlehungen beigebracht hatte, ist gegen Mitternacht gestorben.
Großes Schadenfeuer in Reuyork.
2n einem sechsstöckigen Geschäftshause im verkehrsreichen Teil der 5. Avenue in der Rahe der 20. Straße wütete Grobfeuer. Die Flammen sprangen auf zwei angrenzende elf- bzw. -wölfftöckige Gebäude über. Durch die ungeheure Rauchen!Wicklung haben elf Feuerwehrleute Schaden erlitten. Degen deS Rauche« muhte auch der Straß e-n verkehr etwa fünf Stunden unterbrochen werden. Die Drandhitze fetzte über 500 automatische Löschanlagen in Betrieb, die in zahlreichen benachbarten Gebäuden großen Sachschaden anrichteten. Die Schäden werden auf eine halb« Million Dollar geschätzt.
Scharfe Kälte in Berlin. Störung de» Zugverkehr».
In Berlin hat starker Frost eingesetzt. Donners- tagmorgen betrug die Temperatur etwa 8 Grad Celsius unter Null. — Der V-Zug aus München, der um 7.55 Uhr fällig ist, traf mit 7 5 M i - nuten Verspätung ein. Auch sonst haben be* sonders die Züge, die Thüringen passieren müssen, starke Verspätungen infolge von Schienenvereisung und Schneeverwehungen in den thüringischen Bergen zu verzeichnen gehabt.
3n Berlin
liegen gute Nachrichten vor.
Keine Befürchtungen für die Deutschen in MflbuL
Berlin, 21. Dez. (Prio.-Tel.) Die Berliner afghanische Gesandtschaft hat ein Telegramm aus Kabul erhalten, demzufolge die Aufständischen opn den Reaierungstruppen zerstreut worden seien und die Ausstandsbewcgung als erloschen angesehen werden könne. Auch das Auswärtige Amt steht mit der deutschen Gesandtschaft in Kabul wieder in telegraphischer Verbindung, und die letzten hier eingegangenen Meldungen scheinen dafür zu sprechen, daß die a f g h a - Nische Regierung die Lage beherrscht und daß für die dort befindlichen D e u t s cy e n gegenwärtig nichts zu befürchten ist. Die Verbindungsstraße nach Peshawar scheint allerdings noch gesperrt zu sein.
Nach einer Reutermeldung aus Peshawar haben die Aufständischen zwischen Jalalabad und Kabul eine feste Stellung bezogen, aus der sie einen Ausfall unternommen haben. Jak tabad ist von den Aufstand.schen eingeschlossen, so daß Verstärkungen dort nicht eintreffen können. Zur Zeit herrscht dort Waffenruhe. Die Aufständischen begnügen sich damit, die Zernierung der Stadt auf* rcchtzuerhalten. Verhandlungen, die an dieser Stelle zwischen den beiden Parteien seit längerer Zeit im Gange sind, werden fortgesetzt. Die Scharmützel, die sich am vergangenen Freitag und Samstag in der Gegend nördlich von Kabul abgespielt haben, werden aus die Tat gkeit von Banden zurückgeführt, die dort schon seit langem ihr Unwesen treiben. Kabul selbst hat unter der Tätigkeit dieser Banden nicht übermäßig zu leiden, jedoch ist es auch nicht gelungen, sie zu jerftreuen. In allen anderen Provinzen herrscht
Englische Erkundungsflüge.
London, 21. Dez. (WTD. FunffpruchZ „Times" meldet aus Peschawar, daß das bri.ische Flugzeug, das gestern wiederum einen Erkun-
zu suchen. Meiner Meinung nach liegt es nicht in unserem Interesse die Erörterung von Meinungsverschiedenheiten wieder aufleben zu lassen, sondern Wege zu dec von uns allen gewünschten praktischen Lösung zu suchen. 2>ch habe deshalb gelegentlich meiner Antwort im Unterhaus auf die Frage nach der Rechtsauffassung der Regierung die Frage der Politik an den Haaren herbeigezogen, um zu zeigen, daß zwar unsere Rechtsauffassung so und so sei, daß dies aber die Sache nach unserer Ansicht nicht entscheide, und daß es unser Ziel blechen müsse, das Rheinland zu räumen. Chamberlain fuhr fort: Ich bin mit Anfragen überschüttet worden, die tatsächlich Anschuldigungen waren und die darauf hinaus- lieien, daß meine Antworten von Frankreich diktiert worden seien und daß England die Politik eines Dieners Frankreichs betreibe.
Hinsichtlich der gemeinsamen Manöver zwischen einem britischen Kavallerieregiment und französischen Truppen im Rheinlands erklärte Chamberlain: Dis Sache ist so, daß wir unsere Streitkräfte im Rheinland dirartig vermindert haben, daß es unmöglich ist, diese kleine Truppe ihren jährlichen Ausbildungskursus 'durchmachen zu lassen. Unsere Militärbehörden waren daher froh, der französischen Einladung folgen zu können, um unfever Kavallerie Gelegenheit zu regulären Hebungen zu geben. Darin liegt die ^nzige Bedeutung des Vorganges, und jeder Versuch, ihn als eine Aenderung der Lo.arno- Poli ik oder als ein neues militärisches Einver- ständnts mit Frankreich auszulegen, ist nicht nur völlig unbegründet, sondern auch höchst schädlich, peil er Mißtrauen erregt, was wir gerade ver- hindern sollten. —- Eine Zwisch n rage, ob eine Vereinbarung bestehe, daß die bri.ischen Truppen nicht ohne Zustimmung Frankreichs aus dem Rheinlande zurückgezogen werden würden, beantwortete Chamberlain verneinend und fuhr fort: Wir haben k.ine Verpflichtungen in Loearno oder in Lugano oder b:i sonstigen Besprechungen übernommen, unsere Truppen länger im Rheinlande als wir selbst es für richig halten. Aber ich glaube nicht, daß irgendsin wertvolles Ergebnis durch dis Zurückziehung der 7000 bri- Uschen Soldaten erreicht werden würde, wenn alle anderen Besatzungstruppen dort blieben. Es ist viel zweckmäßiger, uns um eine völlige Räumung des Rheinlandrs zu bemühen.
Aeue Anschlußverhandlungen Schaumburg-Lippes.
Berlin, 21. Dez. (Priv.-Tel.) Der Reichs- minister des Innern, S e v e r i n g , hat sich laut /D. T." bereit erklärt, in der Angelegenheit der Wiederaufnahme der Anschlußver- Han Ölungen zwischen Preußen und Sch aumburg,Lippe die Vermittlung zu übernehmen und zur Aufnahme der Vorverhandlungen einen Beamten seines Ministeriums nach Bückeburg mit dem Auftrage zu entfenden, die Verhältnisse zu studieren. Die Verhandlungen Zwischen Schaumburg-Lippe und Preußen sind, wie erinnerlich, vor einigen Iah ren abgebrochen worden, nachdem die Dolks- abitr mmung ein negatives Resultat aeze..igt hatte. Die neue Behandlung der An- Ichlußfrage ist in erster Linie auf eine De ran- in der Wirtschaftslage von Schaumburg°Llp,)e zurückzuführen. In offiziellen uppe,chen Kreisen wird das Vorgehen Severings, der übrigens bis zur Stunde einen Beauftragten noch nicht ernannt hat, außerordentlich begrüßt. Eine Erinnerung an den Suhrkamps.
Essen, 20. Dez (WB.) Aus dem Essener ehrens riedh of wurde heute nachmittag das von Professor Lederer geschaffene Denkmal sur die am Karsamstag 1923 den franzö- 'Uchen Kugeln zum Opfer gefallenen Angehörigen der Kruppschen Werke m die Oohut der Stadt Essen übergeben. Herr Krupp v. Bohlen und Halbach gab in seiner Ansprache einen Rückblick auf die schwere Zeit bet Besetzung und betonte, daß der Tod der D-etzehn mit dazu beigetragen habe, daß wir heute wieder auf freiem Boden stehen. Oberbürgermeister Bracht brachte zum Ausdi-uck, daß dieses von Mclnsrhand geschaffene Mal nicht Empfindungen des Hasses Hervorrufen soll. Zu dieser Stunde soll das Gelöbnis erneuert werden, daß von
ntJ.° 20. Dez. (WTB.) Im Unterhaus stellte Oberst Wedgwood die Frage, ob bei den nächstjährigen Manvvern im Rheinland für Bermel, düng der Teilnahme britischer Trup» pen an französischen Hebungen Sorge getragen werde. Kriegsminister Worthington Evans erwiderte: „Nein. Wenn britische Truppen wieder eingeladen werden, an diesen Manöoern teilzunehmen, so wird diese Einladung im Lichte der bann herrschenden Verhältnisse geprüft werden". — Riley fragte, ob der Kriegs- Minister nicht auch alaube, daß eine derartige Beteiligung britischer Truppen darauf angelegt sei, in S e u t f d) l a n t> Verstimmung hervorzurufen. Diese Frage wurde verneint. Hierauf fragte Ken. worthy: „Behandelt der Minister diese ganze Singe« leflenheit aIsScherz?" — Rennies Smith fragte: "Kann der Kriegsminister sagen, ob diese Sonder, aktlon mit den freundschaftlichen Verpflichtungen, die wir Deutschland gegenüber eingegan- gen sind, in Einklang steht"? — Worthington Evans erklärte, diese neuen Fragen hätten n i ch t d a s geringste mit der Beteiligung an den Manöoern zu tun. — Darauf entgegnete Kenworthy: „Der Minister nimmt diese Angelegenheit n , ch t e r n st. Sie ist sehr ernst". — Wedgwood fragte, ob der Mi- nifter, ehe er seine Zustimmung zu, einer derartigen Beteiligung geben werde, seine Kabinetts- k o 11 e g e n zu Rate ziehen werde. — Evans erwiderte: „Alle Erwägungen werden in Betracht gezogen, wenn die Einladung im nächsten Jahr wiederholt wird" — Wedgwood fragte: „Warum tft das nicht beim letzten Make geschehen?" — Die Frage blieb unbeantwortet.
Sir Austen Ehamberlain
kam dann nochmals auf d a Besprechungen von Lugano zurück und sagte: Rach meiner Rückkehr auch England ist im Unterhaus eine Anfrage über die Rechtsauffassung der Regierung bezüglich der Rheinlandräumung auf Grund emes bestimmten Artikels des Versailler Ver- träges gestellt worden. Ich habe sehr bebauen darauf eingehen zu müssen. Im Lause drr Sep- tembecbesprechung und schon vorher ist die deutscheRegierungvonunsererAuf- fassung verständigt worden. Bei den Septemberbesprechungen haben sich die verschiedenen Machte absichtlich der unfruchtbaren Erörterung ihrer Meinungsverschlebenheiien über die rechtliche Seite des Falles enthalten um einen Weg zu einer Praktischen Lösung
alles geschehen soll, den Weg zu einem wirklichen und dauernden Frieden zu ebnen.
Aus aller Welt.
Schwere Gasexplosion in London.
Bei Straßenbauarbeiten im Zentrum Londons trat eine furchtbare Gasexplosion ein, die die Strafte auf die Länge von einer halben Meile wie ein 6ri>l*-ten jettif). Oie Mgängcr wurden in die Cuff geschleudert. Eine Autodroschke stürzte um. Ein Pferd wurde getötet. Siebzehn Personen Jic Verletzungen erlitten hatten, wurden ins Kran- kenhaus geschafft, darunter sieben mit Gasvergis- fung. Am Nachmittag erfolgte eine zweite Explosion. Ein fünfstöckiges Haus wurde in 5lnmmen gehüllt, die fünfzig Fuft hoch in die Luft fliegen. MU Gasmasken versehene Arbeiter sind dabei, die allgemeine ©asbelie'erung wieder sicherzustellen. Rach den bisherigen (Ermittlungen fand bic Explosion in einem zur Post-, Telegraphen- und Telephon-Verwaltung gehörenden Tunnel statt, in dem Angestellte dieser Verwaltung arbeiteten. Durch die Explosion barst ein Haupt- 9 a s r o h r. Infolgedessen entwich eine große BJenge Gas und fing Feuer. Die Flammen schlagen noch wetterhin in den Straften empor Mehrere hundert Personen sind obdachlos geworben.
Die Gasexplosionen, die feil gestern früh die Londoner Bevölkerung beunruhigten, haben sich and)
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Wettervoraussage
Der Tiefausläufcr gewann sowohl in unserem Gebiet als auch im übrigen Deutschland keinen nennenswerten Einfluß. Mit dem Zustrom kühler Luftmassen werden die Temperaturen sich weiterhin unter dem Gefrierpunkt halten: gelegentliches Auftreten einzelner Schneefälle ist dabei nicht aus- geschloffen.
Wettervoraussage für Samstag: Wolkiges Wetter mit Temperaturen unter Null, vereinzelte Schneefälle.
Witterungsaussichten für Son,itag- Keine Aenderung der Wetterlaae.
Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittag» — 3,2 Grad Celsius, abends —3,1 Grad Celsius; am 21. Dezember: morgens — 4 Grad Celsius. Maximum —2,8 Grad Celsius, Minimum — 5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. Dezember, abends 0,7 Grad Celsius: am 21. Dezember: morgens 0,7 Grad Celsius.
Winlerfporlnachrichten der Hess. Deiterdienstslelle.
Vogel. ' r g (hoherodskopf): Wetter: Nebel, Temperaturen: minus 10 Grad Celsius, Schneehöhe: 30 Zentimeter, Beschaffenheit: Pulverschnee, Sport- Möglichkeit; für Ski sehr gut.
Odenwald (Tromm): Wetter: wolkig, Schnee hohe: 20 Zentimeter, Beschaffenheit: gefroren, Tcm peraturen: minus 8 Grad Celsius, Sportmoglichceit: für Ski und Rodel gut. Neunkircher hohe: Wetter wolkig, Schneehöhe: 14 Zentimeter, Beschaffenheit: gefroren, Temperaturen m.nus 11 Grad Celsius Sportmvgl chkeit: für Ski und Rodel sehr gut
Sauerland (Winterberg): Nebel, 24 Zenti- meter odjnee, Pulverschnee, SportmöglichkLit für Sk, und Rodel sehr gut.
nAQlÄ-nrn6 (?!chVr Feldberg): Nebel, minus 10 Örab Celsius, 21 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sk, und Rodel gut.
r 3 £ (Sdbberg): Nebel, minus 8
Grad Celsius, 105 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, • un?n mobd lehr gut. — (Ruhestein): Wolkig, minus 10 ©rab Celsius, 78 Zentimeter Schnee, Ski und Rodel sehr gut.
_ P c(Garmisch-Partenkirchen): minus 17 ©rab Celsius, heiter, 43 Zentimeter Schnee, Pulver- fchnee, Ski und Rohel sehr gut. — (Berchtesgaden): Nebel, minus 13 Grad Celsius, 27 Zentimeter Schnee, oti und Rodel gut
bungöflug über Kabul ausführte, zweimal von Geschossen getroffen wurde. 'Die Fli ger bli ben unvcr'etzt und das Flugzeug lehrte wohlbehalten nach Indien zurück. Der Korrespondent der .Times' in Delhi meldet, daß das täglich nach Kabul abgehende Erkundungsslugzeug lolgrnde Botschaft des b.itischen Gesandten in Afghanistan mit zurückgeTracht hat: „Alies in Ordnung. Landet unter keinen LImständen! Die Lage verbessert sich."
Ein Bericht aus Moskau.
Der Verlauf der Kämpfe um Kabul.
K o w n o , 20. Dez. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat das Außenkommissariat einen eingehenden Bericht über die Lage in Kabul erhalten. Danach wurde öie afghanische Hauptstadt am 14. Dezember von einer Gruppe Aufständischer beseht, die von ihren in der Stadt befindlichen Anhängern unterstützt wurden. Die Aufständischen seien b i s !u r türkischen und italienischen Ge- andschaft vorgedrungen und hätten diese eschossen. 36 Stunden lang hatten die Aufständischen das Zentrum der Stadt gehalten. Erst am 16. Dezember seien sie von den Regierungstruppen unter persönlicher Führung AmanuHahs nach Norden abgedrängt worden. Die Aufständischen hätten sich dann verstärkt und leisteten nunmehr den Regierungetruppen erheblichen Widerstand. Am 17. Dezember hätten die Regierungstruppen mit älntertztützung von Flugzeugen und Artillerie einen neuen Angriff unternommen, um die Aufständischen aus dem Tal Dagu-Matu zu verdrängen. Die Reg(erungstruppen hätten dabei erhebliche Verluste erlitten. Der Bericht schließt mit der Behauptung, daß dm Vorgängen erhebliche Bedeutung beizumessen fei, und daß sich das Schicksal Arnanullahs schon in den allernächsten Tagen entscheiden müßte. Die Mitglieder der ausländischen Vertretungen in Kabul feien wohl- auf. Ditz Stadt sei ohne Licht, da die Aufständischen das Elektrizitätswerk zerstört hätten. In der Stadl werde zurzeit nicht gekämpft. Meitere Kämpfe zwischen den Aufständischen und den Regierungstrup-pen seien jedoch zu erwarten.
Medüche Seilssgung des füdamerikanischen Konflitts. Ein fliundielegramm des Natsprüsiventen
Genf, 20. Dez. (WB ) Das Generalsekretariat des Völkerbundes veröffentlicht soeben — 1 Uhr mittags — den Wortlaut des Telegramms, das der amtierende Ratspräsident Briand gestern nacht nach Annahme der Schiedskommission der Panamerikanischen Konferenz in Washington durch Bolivien und Paraguay an sämtliche Ratsmitglieder gerichtet hat. Das Telegramm besagt:
„von der bolivianischen Regierung habe ich ein Telegramm erhallen, durch das ich davon in Kenntnis gesetzt wurde, daß Bolivien in Uebereinstimmung mit den Anregungen de» Völkerbundsrates die guten Dienste der panamerikanischen Schiedskonferenz angenommen hat. Da von Paraguay bereits die Annahme des gleichen Angebots vorlag, habe ich im Kamen des Rates an die beiden Regierungen ein Telegramm gerichtet, in dem ich sie dazu beglück- wünschle, daß für die Regelung ihres Streitfalles eine für beide Teile annehmbare friedliche Methode gefunden wurde. Gleichzeitig habe ich auch unserer aufrichtigen Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die künftigen Verhandlungen schnell zu einem vollen Erfolge führen mögen."
Gleichzeitig hat Briand die Außenminister Pa- 'agnays und Boliviens von der gegenseitigen An- •rtennung der Panamerikanischen Schiedskonserenz n Washington für die friedliche Beilegung des Kon- liktes telegraphisch unterrichtet.
Oer Völkerbund ifl mit sich zufrieden.
Zm Wettbewerb mit derPanamerikanifchen Konferenz.
Genf, 20. Dez. (Telun.) In maßgebenden Völkerbundskreisen gibt man der Befriedigung über den erfolgreichen Verlauf des Finschreitens des Dölkerb undsra- : e s nachdrücklich Ausdruck. 3n den beiden ent» cheidcnden ©efamtiitiungen des Dölkerbundsrates n Lugano, in dem das Vorgehen des Ra^es in )em Streitfälle festgelegt und der Ratspräsident nit der Einberufung einer außerordentlichen Tagung des Rates beauftragt Vocden war, hatten die drei amerika- rischen Mitglieder des Dölkerbundsrates sie auch die Vertreter von Frankreich und Ita- iien in kategorischer Meise ein sofortiges rnergisches Einschreiten des Völker- rundsrates gesorder!» während der englische Delegierte eine gewisse Zurückhaltung zeigte and der deutsche Delegierte, Staatssetretär >on Schubert, seine Zustimmung zu ben Be° chlüssen des Rates erteilte. Man legt Wert auf >ie Feststellung, daß ein Eirschreiten des Völkerbundes erfolgte, ohne daß an ihn ein Appell lerichtet worden war. Dieser Schritt ist auf »en Bestimmungen der Artikel 4 und 12 des Lölttrbundspaktes aufgebaut. Der Erfolg des Löl,?rbundsratss dürfte allerdings im wesent- iche.i darauf zurückzusühren fein, daß gleichzeitig das Eingreifen der panameri- anischen Konferenz erfolgte.
Entspannung in Bolivien.
London, 20. Dez. (WTB.) Wie aus La Paz zerne.det wird, hat der bolivianische Senat in :ine n gestern spät abends ge aßten Beschluß der Reg.ei.ung sein Vertrauen dazu ausge- prochen, daß sie sich bereit erk.'ärt hat, die Vermittlung und guten Dien st e der panamerikanischen Konferenz zur Beilegung des Konll ktes mit Paraguay anzu- lehmen. Wie Reuter weiter me.det, hat die Spannung unZ) Aeberreiztheit der Bevölkerung Boliviens sich mit dem Augenblick gelegt, als iefannt wurde, daß die beiden miteinander in Streit liegenden Staalen der Vermittlung luftimmten. Es sei wahrscheinlich, daß die ^rise ebenso rasch aus der Welt verschwinde. Die sie entstanden sei.


