Ausgabe 
21.4.1928
 
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Umbiegung seines ursprünglichen Plan- nicht- gelegen sei. Auch einen gemeinsamen ame­rikanisch-französischen Paktvorschlag an die an- deren (Srohn-achte, den Driand propagierte, nach­dem er sich nun schon einmal mit einer Verallge­meinerung de- Vertrage- abfinden muhte, konnte er nicht mehr durchsetzen. Kellogg hat den fran- zölischen Auhenminister in den Sand gesetzt, ihn faltgeftellt und ist nun in überraschender Ini­tiative mit einer Hole an die Großmächte Frankreich. England. Deutschland. Japan und Italien herangetreten, deren entscheidender Pas­sus solgcndermahen lautet: ..Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den Wunsch, den Krieg als Institution abgeschafft zu sehen, und ist be­reit. mit der französischen, britischen, deutschen, italienischen und japanischen Regierung einen einzigen vielseitigen Vertrag ab- zuschlichen, dem in der Folgezeit noch be.zutre- ten jeder Regierung und allen anderen Regie­rungen freistehen soll, und der den Vertrags­parteien die Pflicht auferlegt, untere nander nicht zum Mittel des Krieges zu greifen. Also ein Konkurrenzunternehmen für Genf, ein zweiter Völkerbund, das ist zweifellos der erste Eindruck dieser Sätze der amerikanischen Rote. Ihr be - gefügt ist auch schon ein Vertragsentwurf, der in wenigen Artikeln klivp und klar, ohne Verklausulierungen und Abschwächungen vor- behaltloS daS als Rorm aufstellt, um was man sich im Genfer Völkerbund und seinen Kom­missionen für Abrüstung und Sicherheit seit bald zehn Jahren vergeben- müht die Aechtung des Krieges als Mittel der Polit k.

Mag der K?lloggsche Plan als solcher nun auch besonder- uns Deutschen recht utopisch erscheinen, so verdient er doch allein um deswillen unsere größte Beachtung. weil er der erste Schritt ist, den Amerika au- seiner seit Wilsons Rieder­lage in Versailles selbst gewählten Isolierung wieder auf Europa zu macht. Und Der hierfür gewählte Zeitpunkt ist um so merkwürdiger, als die Wahlbewegung auch Amerika schon ersaßt hat, die. soweit sie überhaupt die Außenpolitik zur Erörterung stellt, sich darum dreht, ob die Politik der R i ch t e i n m i s ch u n g. des Des­interessements, die die herrschende republika­nische Partei unter den Präsidenten Harding und Coolidge gegenüber Europa getrieben hat. die richtige war oder ob man im Interesse der ame­rikanischen Politik und Wirtschaft die splendid Isolation in Zukunft zugunsten, einer neuen Verknüpfung mit den europäischen Ge­schicken in Anerkennung einer großen Schicksals­gemeinschaft der am Weltkrieg betei'igten Mächte aufgeben soll. Möglich, daß cs zu optimistisch gesehen ist. wollte man in der Rote Kclloggs schon die entscheidende Wendung nach Europa hin erblicken, möglich aber auch, daß die Pessi­misten Unrecht behalten, die in der amerikani­schen Initiative nicht mehr als eine Wahl­mache sehen wollen mit dem Zweck, die außen­politische Aktivität der gegenwärtigen Regierung vor den Wahlen noch einmal in die richtige ben­galische Beleuchtung zu setzen.

Wichtiger als die Motive ist die Tat selber und die Stellung der Großmächte zu ihr. Frank­reich ist verstimmt und macht fein Hehl daran-, daß es sich düpiert vorkommt. ES hatte sich ganz etwa« anderes gedacht und geht nun mit Feuer­eifer daran, dem glücklicheren Konkurrenten Knüppel zwischen die Deine zu werfen, um we­nigsten- einen Plan zu hintertreiben, an dessen Zustandekommen in der von Amerika vorgeschla­genen Form es nicht da- geringste Interesse hat, wenn es ihm mm schon nicht gelungen ist. seine eigene Idee durchzuseyen. SS bat also schleunigst einen Gegenvorschlag ausgearveitet. der in Wa­shington, London. Berlin, Rom und Tokio schon überreicht ist. aber bis zur Stunde der Oeffent- lichkeit noch nicht bekanntgegeben wurde. Aber ^-ohne seinen Wortlaut zu kennen, wissen wir aus J>em Verlaus der amerikanisch-französischen Pakt- ''verhandlungen genug, um zu sehen, woraus cs Frankreich ankommt. Es will sich eine Hintertür für die Aufrechterhaltung seiner Rüstungen und die Möglichkeit bewaffneter .Sanktionen" auf- halten, wenn eS als Ausnahme des Antikriegs­pakts den sog. Verteidigungskrieg zulassen will. Damit wird der ganze Vertrag-Vorschlag auf das tote Gleis geschoßen, auf dem sich schon daS Abrüstungsproblem befindet. .Abrüstung" und .Sicherheit", .Angreifer" und .Verteidiger", da- sind Worte, mit denen eS sich trefflich streifen läßt, ein circulus vitiosus, au- dem man schon in Genf nie herausgefunden hat und in dem auch nack den frommen Wünschen des Quay d'Orsay der amerikanische Paktvorschlag an der Drehkrankheit zugrunde gehen soll. Bestenfalls der Schemen irgendwelcher feindlichen, möglichst nichtssagenden Versprechungen, ein Vertrag, der. seiner für Frankreich gefährlichen Gistzähne be­raubt. für Gutgläubige vielleicht die von Mr. Kellogg erhoffte moralische Wirkung haben könnte, praktisch aber alle- beim alten läßt. Im übrigen aber zurück zum Genfer System und zu einer gesunden Machtpolitik der Bündnisse und Kanonen ad majorem Oalliae gloriam.

Zweifellos positiver eingestellt ist die bri­tische Politik, wenn auch England gewisse Vorbehalte namentlich mit Rücksicht auf feine Dominion- glaubt machen zu müssen. Es hat Da seit den Tagen des Locarnopaktes mit seiner Uebernahme von Garantieverpflichtungen für den status quo am Rhein durch England Erfahrungen gesammelt, die ihm raten beim Eingehen weiterer Bindungen ähnlicher Art vorsichtig und zurück­haltend zu sein, solange die Auffassung der Dominions noch nicht bekannt ist. Run wäre es allerdings kaum denkbar, daß grade die Domi­nions. von denen z. B. Kanada und Australien viel mehr zu den Vereinigten Staaten hinneigen, als es dem Mutterlande lieb ist. gegen eine enge Verbindung mit Amerika Einspruch erheben werden. Sollte der AntikriegSpalt allerdings im Verlaus der Verhandlungen mit Irgendwelchen Sanktionen gegen Angreifer ober Garantien, die eine bewaffnete Einmischung mit sich bringen könnten, belastet werden, müßte England mit dem starken Widerstand seiner Dominions gegen die Uebernahme derartiger Verpflichtungen rechnen waS immerhin die Möglichkeit eines Beitritts für da- Britische Reich erheblich verringern würde. Im ganzen gesehen scheinen aber die englischen Bedenken mehr technischer als grund­sätzlich politischer Ratur zu fein.

Die Stellung Iapans und Italien- ist von sekundärer Bedeutung. Das japanische Insel- reich braucht Ruhe und Stetigkeil in seinen außenpolitischen Beziehungen, um die schwere WirtschastSkrisis zu bannen und den ernsten Ge­fahren zu begegnen, die dem allzu plötzlich -um modernen Industriestaat gewordenen Lande vom Kommunismus her drohen. Mussolini scheint zwar im Begriff eine große politische Offensive vorzubcreitcn, von der ängstliche Gemüter be

haupten, sie wolle die in Versailles zustande ge­kommene Landkarte einer gründlichen Revision unterziehen, aber es ist wohl kaum damit zu rechnen, daß sich der Diktator im Ernstfälle herauSnimmt ohne den. wenn auch nur still­schweigenden, Konsens der angelsächsischen Mächte zu operieren. Wit einem ernsthaften Widerstand des faszistischen Italien gegen den amerikanischen Paktplan dürfte also ebensowenig zu rechnen sein, als die italienische Politik in Genf jemals außer der Reihe getanzt ist. ungeachtet allen weg­werfenden und verächtlichen Tiraden ihres römi­schen Herrn und Meister-.

Wie steht Deutschland zu dem Paktvor- schlag K.-lloggs? Selbstverständlich bejahend, das scheint die allgemeine Meinung von rechts bis link- zu sein. Ist doch die arnerika lische Offen­sive allzu deutlich gegen die Sanktions- und Sicherheitspolitik Frankreichs gerichtet, die mit ihren Bünd nssen die Rie.erhaltung Deutsch­lands zum Ziel hat. und das schwerste Hindernis aut dem Wege au einer Genesung Europas Ist. Deutschlands Zustimmung steht also außer Frage. Auch schon deshalb, weil ein entwaffneter Staat rings umgeben von bis an die Zähne gerüsteten Mächten, denen er hilflos ausgeliesert ist, nach einem Vertrag greisen muh. dn: ohne Vorbe­halte und Einschränkungen die Aechtung des Krieges proklamiert, den zu führen Deutschland selbst nicht in der Lage ist. Wir dürfen deshalb annehmen, daß das Reichskabinett, das sich schon mit der Materie befaßt hat. den amerikanischen Paktvorschlag bedingungslos atze tieren wird, und wir wollen hoffen, daß Deutschland- rück-

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haltlose Zustimmung auch in der offiziellen Form einer Antwort auf die amerikanische Rote nicht mehr lange auf sich warten läßt. Frankreich be­müht sich zwar, lebhaft unterstützt von seiner Presse, die anderen Regierungen mit dem Hin­weis auf seinen eigenen, soeben überreichten Gegenentwurf zu ei..e.n Hinauszögern ihrer Antwort zu veranlassen, um womöglich so etwas wie eine europäische Einheitsfront gegen den amerikanischen Vorschlag zustande zu bringen. Aber wir haben schwerlich Anlaß, uns der sich von Paris angemaßten Führung anzubeguemen und in eine Front einzuschwenken, in der wir als einzige entwaffnet.' und einen wahren Frie­den notwendig fordernde Großmacht ein: schlechte Figur machm würden. Der einzige heikle Punkt in der Kelloggschen Rote ist für uns der Um­stand, daß sie Rußland schneidet. Der neue Pakt müßt; also gegebenenfalls in Einklang ge­bracht werden zu unserem Vertcagsverhältnis zu Rußland. Bei der ausgesprochenen Antipathie Amerikas gegenüber den Bolschewisten und Der Spannung zwischen England und der Sowjet­union wird die Regelung dieser Frag? nicht ohne Schwierigleilen sein. Aber an unserer grundsäh- llchen Einstellung zu den Gedanlengängcn des amerikanischen Vorschlags kann dies nichts ändern. Wir brauchen Amerika a'.s natürlichen Gegensprecher der französischen Politik, um eine Revision der Friede ns Verträge auf friedlichem Wege, der für uns im Auge wlick allein möglich ist, zu erreichen. Deutschen!) sollte also mit seiner Antwort auf die Rote KelloggS nicht zögern.

Sie Generaiaiissprache im Hessischen Landing.

Darmstadt, 20. April. (WB.) Der Hes­sische Landtag hat nun doch noch am Freitag die allgemeine Aussprache über den hessischen Voranschlag zu Ende gebracht. Die Deutschnatio- nalen schickten noch einen Dritten Redner vor, der erneut aus die Vorgänge bei der Regie­rungsbildung in Hessen zu sprechen kam und die Beschuldigungen gegen dienad) links ab- gerutschte' BockSpartel wiederholte. Abgeordneter Eberle bedauerte die gegenseitigen Reibereien zwischen Zentrum und Deutscher Volkspartei wegen der Regierungsbildung. Prof. Axt sprach dann nochmals eingehend über Die Vorschläge feiner Aufwertungspartei zur Deckung des Defi­zits im Staatshaushalt und zur Gutmachung des Unrechtes an den Inflationsgeschädigten. Rach einigen persönlichen Bemerkungen begannen in erster Lesung die Abstimmungen über die vor­liegenden Anträge, Die zu Den Etatvorbemerkun- gen gestellt sind. Sie wurden nach Den Be­schlüssen des Ausschusses angenommen. Beim Kapitel I des HaushaltsvoranschlagesForstVer­waltung" sprachen Daan die Abgeordneten An- germeier. Späth und Anthes über die Verhält­nisse der Forstarbeiter und deren tarifliche Besserstellung. Der Bauernbündler Glaser wünschte, daß in Zukunft wieder Forstge- lände in freier Verpachtung vergeben werde. Landessorstmeister Hesse gab dann auf verschiedene Fragen der Vorredner Auskunft und dankte für Die der Forstverwaltung ausgespro­chene Anerkennung ihrer Tätigkeit. Die Abstim­mungen zum Kapitel Forstverwaltung wurden zurückgestellt. In Der nächsten Woche sind, wie Präsident Delp bereits heute ankündigte, D o r - und RachmittagSsitzungen zu erwarten, damit man In Der vorgesehenen Zeit mit den Etatberatungen fertig werde. Die Koalitions­parteien sind jedenfalls entschlossen, den Etat i n Drei Wochen Durchzuberaten, damit Die Ab- georDneten noch In Den Wahlkampf wirksam ein greifen können.

Sitzungsbericht.

Präsident Delp eröffnet um 10.45 Uhr die Sitzung. Das Haus und Die Tribünen find weiter gut besetzt.

Auf eine Anfrage Werner (2)n.), warum die im Rechnungsjahr 1928 erforderlichen Beklei­dungsstücke nicht zur öffentlichen Ausschreibung gekommen und der n i ch t hessischen Firma Mohr L Speyer in Frankfurt a.M übertragen wor­den feien, erwidert Ministerialdirektor ©panier, daß durch Verordnung vom 6. Juli 1926 zur Beschaf­fung der Dienstbekleidung für die Beamten der staatlichen Ortspolizei und Gendarmerie eine Kleiderkasse errichtet wurde. Die Kasse ist eine mit selbständiger Rechtsfähigkeit ausgestattete, öffentlich-rechtliche Zwangsvereiniaung der bezeich­neten Beamten. Auf die Beschlüsse dev Kassenoor» standes hat die Regierung einen entscheidenden Einfluß nicht. Der Vorstand der Kleiderkasse hat die Vergebung auf Grund des Mehrheitsbeschlusses vorgenommen. Es fand eine beschränkte Sub­mission innerhalb der bisherigen Lieferfirmen der Kasse statt. Durch diese Maßnahme sollte nur eine Herabsetzung der G e st e h u n g s k o st e n der Dienstkleidung erzielt werden. Unter Zugrunde­legung der neuen Preise wurden die bisherigen Schräge für das Rechnungsjahr 1928 erneuert. Auch war die Kleiderkasse mit Den Lieferungen Der bisherigen Firmen zufrieden.

Abg. ferner (On.)

3n Der Kritik Der Dawes-Lasten müßten alle Parteien einig fein. Der Abbau Der Repara­tionen sei keine nationalistische Parole. Er hoffe, daß die Erwartungen Der Linken im Hinblick auf Die Räumung des besetzten Gebiete- sich er­füllen. Auch im Zentrum und bei Den Demo­kraten fei Die Auffassung über Die E r z b e r g e r- IQe Finanzreform geteilt. Die Zentrali- hcrung Der Finanzpolitik sei alles anDere als eine Verbilligung gewesen. Durch Den allzu häu­figen Wechsel Der Reichsfinanzminister sei wohl auch der endgültige Finanzausgleich und Die Reuregelung deö Steuervcrteilungsschlüssels noch Pyot arfvlgt. Durch die Einstellung Der süddeut­schen Staaten sei der Gedanke des Einheits- staates wohl vorerst erledigt. Er sei im Hin- bild auf Die örage DerhessischenGesandt-

^sicht. wie sie 1912 der Damalige Abg- Ulrich vertreten habe, daß eine Aenderung hier erforderlich sei. Bei den Angriffen Der Lin- en aus Die höheren Schulen fei zu berück­sichtigen. daß Doch Die Gemeinden für Die höhe- ren Schulen einen fefir großen Betrag zu steuern. Z^r den Aufbauschuler würden z. B. vom Staat 900 0211 jährlich aufgctocnDet für Die Schülerin­nen an Den höheren Schulen nur 85 Mk Bei Den Deutschnationalen feien keine Feinde Der DollS- schule zu finden. Wenn Abg Reiber (Sem.) eme Säuberung und Republikanisierung Der De- | amtenschast fordere. Dann feien Der Korrup- tion alle Türen geöffnet. Den Be­

amten müsse das Recht der freien Meinungs­äußerung in den selbstverständlichen Grenzen ga­rantiert bleiben. Bei Der Einstellung Der hessi­schen Regierung zu Dem angeregten Verbot des Quoten Frontkämpferbundes messe man nicht mit gleichem Maß wie gegenüber Den Rechtsorgani­sationen. Rach seiner Auffassung fei der Sozial­demokratie bei Der letzten RegierungsbilDung In ungünstiger Situation nur durch die Haltung Der Volkspartei Der Sieg ermöglicht worden.

Finanzminister Kirnberger gibt Die Erklärung ab, daß Die Gerüchte, der Hesrag- vertrag sei anstatt vor einem Gericht vor einem Rotar abgeschlossen worden, was über 230C0 Mark gekostet hab?, nicht richtig seien. Der Vertrag sei v.c.mehr vor einem Frankfurter Rotar abgeschlossen worden, was keine höheren Gebühren verursacht habe, als sie auch vor Gericht entstanden seien.

Abg. Eberle (Dem.)

erwidert auf Die Angriffe der Deutschnationalen. Vor Dem Volksentscheid habe man von Mißwirt­schaft und Dettelgängen nach Berlin gesprochen, heute erkenne man Die Tätigkeit von Finanz - minifter Henrich an. Das Schauspiel Der gegen­seitigen Angriffe zwischen Zentrum und Deullcher Volk-Partei halte er für falsch. Ein einfacher Vergleich zwischen den Defiziten in den Etat- Der einzelnen Länder führe doch zu keinem rich­tigen Bild. Wenn auch der Landbund eine Christlich^Ratlonale Bauernpartei für den Wahl­kampf aufstelle, so würden sich auch diese 2ll>- georDneten später Den Deutschnationalen an- schließen. Der 20. Mai werde auch auf Dem Lande zeigen, wohin Die Landwirtschaft gehen werde.

Abg. prof. Axt (23. N. p.) erklärt, seine Freunde würden Die von Der Re­gierung gemachten Vorschläge unterstützen. Die Verwaltungsresorm werDe mit Recht in den VorDergründ Der Betrachtungen gestellt. Ra- rnentlich Die Inflationszeit habe Die Aufblähung DeS Beamtenapparates begünstigt.- Hessen hätte schon vor Dem Eingreifen DeS Aeichssparkom- missars energische Sparmaßnahmen treffen können, um Die 'Vereinfachung DeS Staats- Wesens etappenweise vorzunehmen. ElneS der Hauptübel für die Rotlage Der Landwirtschaft und Der allgemeinen Wirtschaft sei Der hochge­triebene Zinsfuß Durch Die übermächtigen Finanzkreise. Der beste Weg für Die Stärkung Der Kaufkraft und Die Belebung der Wirtschaft sei eine gerechte Auswertung. Damit ist die Generaldebatte geschlossen. Es beginnt

die Abstimmung über die Ausschußberichte

zu Den Vorbemerkungen deS Etats In erster Lesung. Angenommen werden Die AuSschuß- beschlüsse, nach Denen verschiedene kommunistische Anträge, z. B. auf ZOprozentige Lohnerhöhung aller Staatsarbeiter, auf Streichung der Dienst­aufwandsentschädigung, die Deamtengehälter über 7500 Mark auf diese Summe herabzusetzen, ab- gelehnt werden.

Ein Antrag Reiber,Die seither gezahlten Prüfungsgebühren an Die Mitglieder von Prüfungsausschüssen und -kommissionen zu ft r e i- chen", wird Der Regierung als Material überwiesen. Angenommen wird ein Zentrums­antrag,Die Regierung solle ersucht werden, nach Ablauf Des Rechnungsjahre- 1927 bezüglich aller staatlichen Betriebe einen Geschäftsstand (Bilanz) nach Den Bestimmungen Des Handels­gesetzbuches nebst Gewinn- und Verlustrechnung vorzulegen, Damit die Möglichkeit gegeben sei. Die Resultate dieser kaufmännischen Bilanz schon bei Aufstellung DeS nächsten Etats mitzuver- werten." Dem Anträge Des BauembunDeS, Die Regierung zu ersuchen. Die Bewirtschaf - tung der Beamtenwohnungen, sowie Die Verfügungsberechtigung über Beamtenwoh- nungen, Die nach Den Gesetzen und Verordnungen über das Wohnungswesen Den Staatsbehörden zustehe, einheitlich zu regeln und einer Stelle Der hessischen Zentralverwaltung zu übertragen. Wird Augeftimmt. Der Ablehnung ver- fällt Der Antrag Leuchtgens,in sämtlichen Ministerien die Zahl der oberen, mittleren und unteren Beamten dadurch zu vermindern, daß ein Drittel aller Minlsterialbeamtenstellen auf Den Inhaber gefetzt wirk)".

E6 folgt das Kapitel Zorstvenvaltung. __Hier find veranschlagt in Einnahmen 10 177 601 Mk., In Ausgaben 7 748 523 Mk.. so daß sich ein Ueberschuß von 2 429 078 Mk. ergibt. Gegen­über Dem Vorjahre bleibt Der Ueoerschuh um jirfa 200 000 Mk. zurück. Verursacht wird dieser Rückgang durch eine Steigerung Der Ausgaben für Holzwerbekosten, für Holzanbau und Wege­bau.

Abg. Späth (Zen.) legt die Wünsche feiner Partei für die berechtigten Forderungen Der

, Waldarbeiter in privaten, gemeindlichen und staatlichen Forsten dar. Gr fordert eine bessere Regelung der Hinterbliebenenfürsorgc der Forftarbeiter. Das System Der AkkorDarbeit hab« gerade für Die Forstarbeiter schwere Bedenken. Ein Teil Der hessischen Forstsekretäre mühte in höhere Stellen eingestuft werden: Durch ihre Tätigkeit würden die Förster für ihre Hege- und Pslegearbcit entlastet. Die Tarif­verhandlungen würden mit Dem Forstarbeitsamt in sachlicher Weise geführt werden, um Die berech­tigten Ansprüche der Forftarbeiter durchzusetzen.

Abg. AntheS (Soz.) schließt sich den berech­tigten Ansprüchen der Forftarbeiter auf Lohn­erhöhung an. Er wünscht von der Forstver­waltung, daß sie das ihr anvertraute Gut zum besten DeS ganzen Hessenvolkes verwalte unb verwerte.

Landesforstmeister Hesse erklärt, Hessen sei das einzige Land, da- eine staat­liche Vers orgun g für seine Forftarbeiter habe. Sine reichsgesetzliche Regelung Der Hinter- bliebenensürsorge stehe bevor. Sine schematische Regelung der Arbeitszeit mit der Lohnverrech- nuntz gebe eS im Deru e Der Forftarbeiter wegen Der besonderen Verhältnisse nicht. Die Mittel für Den Wegebau seien eine Kapitalanlage. DaS abgeschaffte Geschirrgeld sei jetzt fn -Hcn Lohn eingerechnet worden. Die Meh einnahmen für Hoi- feien Der guten Konjunktur zu verdanken und Der _ raschen Holzverwertung. Die Regie- jagden hätten sich bewährt. Die Abstimmung wirb auSgeseht. DaS HauS vertagt sich auf" DienStag.

Die Erdbebenkalaslroy! e in Bulgarien.

Sofia, 20. April. (WTD.) Gestern abend 9.25 Uhr wurde in H a s k o w o, das 70 Kilometer südöstlich von Philippopel ge'.egcn ist und mehr als 20 000 Einwohner zählt, c i n heftiger Erdstoß verspürt, dem mehrere weniger starke Stöße die ganze Rächt hindurch folgten. HaSkowo war bei Dem letzten Erdbeben, daS nur Schomsteineinstür^e und Rille in Den Häusern verursachte, verhältnismäßig ver'chont geblieben. Auch Der GrDstoß gestern abend rief keine besonderen 3e Rötungen hervor, wenn er auch heftiger als Die früheren war, verstärkte jedoch die Panik Der Einwohner. Da Die Bevölkerung schon nach Dem ersten Erdstoß Die Häuser verlassen hatte, waren keine Todesopfer zu verzeichnen. Haskowo ist ein wich­tiger Mittelpunkt Der TabakinDustrie.

Ein österreichisch-italienischer Grenzzwischenfall.

Wien, 20. April. (WB.) Nach der »Innsbrucker Volkszeitung"' ist der Bundesbahnheizer Anton Fafhing, als er am 17. April dienstlich auf der Brennerstrecke tätig war, von den italienischen Behörden verhaftet und dem Militärgerichts. Hof in Verona zugeführt worden, well er angeblich versucht hat, einen italienischen Zollbeamten zur Desertion zu verleiten. Wie dazu verlautet, hat das Bundeskanzleramt die österreichischen Vertreter bei den Itattenischen Behörden mit entsprechenden Schritten beauftragt.

Oer Sachverständigenbericht über Szent Gotthard.

Vari-, 20. April. (WB.) DerOHatin be­richtet auS Gens. In Völkerbundskreisen gehe Das Gerücht, Die Sachverständigen In der Mascht - nengewehrangelegenheit hätten f.stge- stellt, daß DaS Dem Untersuchungsausschuß vor­gewiesene unbrauchbar gemachte Material nicht von aus Italien kommenden Maschi­nengewehren herrühren könne. Der Be­richt der Kommission sei allerdings noch nicht geprüft worden. Wenn das Gerücht bestätigt werde, werde wahrscheinlich Der vom Völker­bund eingesetzte Dreierausschuß eine ergän­zende Enquete beantragen.

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Attertufi.

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Freitao den 2 0. April 4328.

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Wettervoraussage.

Die über Dänemark liegende Störung hat sich südwärts verlagert und so zur Fortdauer deS unbeständigen Wetters geführt. Rach ihrem Dor- überzug dürfte endlich eine langsame Besserung Der Wetterlage einsetzen und die Bewölkung ab- nehmen. Die Temperaturen steigen langsam an.

Wettervoraussage für Sonntag: Aolkig, auch vielfach ausheitemd, Abnahme bet Schauer und langsame Erwärmung.

Lufttemperaturen am 20. April, mittags 8,2 Grad Telsiu», abends 2,9 Grad Celsius: am 21 Avril: morgens 2,1 Grad Celsius Maximum 8,5 Grad Celsius, Minimum 0,3 Grad Celsius. Erdkcmpera» turen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. April, abends ö,8 Grad Celsius: am 21. April: morgens 4,2 Grad Celsius. ~ Niederschläge 7,8 Millimeter. Sonnen» scheindauer 5% Stunden.

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