Ausgabe 
19.10.1928
 
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Nachdruck verboten

21. Fortsetzung

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(Fortsetzung folgt.)

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Kreisräte an sich ist, mittelbar ist doch ihr Einfluß sehr groß, weil sie den Hauptbestand­teil der Urwählerschaft für die Se­natswahlen bilden. Sie spielen hier sogar die ausschlaggebende Rolle, und da 1930 ein Drittel der Senatoren neu gewählt werden muh ist es begreiflich, dah die Parteien alle Hebet in Bewegung setzten, um für diese Erneuerung des Senats an Wahlmännerstimmen zu gewinnen. Das Ergebnis wird sich erst in der kommenden Woche übersehen lassen, weil die Entscheidun-g von den Stichwahlen abhängt. Allzu groß scheint aber die Verschiebung nicht zu sein, wenn nicht die Sozialisten und die Radikalsozialisten sich zu einem Wahlabkommen entschließen.

Besondere Bedeutung haben die Wahlen in Elsah-Lothringen, weil sich zeigen muhte, ob es der französischen Regierung gelungen ist. die autonomistische Bewegung zu dämmen. An Versuchen hat Poincare es nicht fehlen lassen, er ist aber auch darin vollkommen gescheitert. Das Ergebnis hat gezeigt, dah die Autonomi­sten stark an Boden gewonnen haben. Fast alle, die in den Prozessen des letzten Iahres eine Rolle spielten, sind gewählt, die übrigen stehen in aussichtsreicher Stichwahl, und die Autonomtsten können jetzt bereits damit rech­nen dah sie nach den Stichwahlen etwa 35 Sitze ihrer Richtung in den elsaß-lothringischen Generalräten buchen dürfen: ein beachtenswerter Erfolg der Poincarö und den französischen Rationalisten stark zu denken geben sollte.

dessen lediglich auf das Steuerzuschlagsreckt, und die eigentlichen Kreisräte sind fast vollständig aus eine gutachtliche Tätigkeit begrenzt.

Um so überraschender, daß trotzdem die Wahlen rein politisch aufgezogen und von allen Parteien mit großer Leidenschaftlichkeit geführt wurden. Das hat natürlich seine guten Gründe. Zunächst einmal, weil sich hierbei eine Möglichkeit ergibt, das Ergeb­nis vom Frühjahr nachzuprüfen: für beide Teiles die Kammer ist in ihrer Kräfteverteilung ziemlich ausbalanciert, und der Teil, der die Entscheidung nach rechts oder links geben könnte, traut sich nicht recht heraus, um sich die Aussichten für das nächste Mal nicht zu verderben, sondern will erst warten, woher jetzt der Wind weht. Ein starker Ruck nach links hätte also die Folge haben können, daß Pom- car6 sich bei der nächsten Gelegenheit ein Miß­trauensvotum holte, ein starker Ruck nach rechts hätte für Poincare den erwünschten Anlaß gege­ben, das Steuer noch weiter herumzulegen.

Dazu kommt noch ein anderes. So begrenzt die Machtbefugnis der Generalräte und der

werden aber nach hinten gedrückt es kann also keine die Schraube drehende Wirkung auf- treten Nehmen wir einmal an, die Schraube ser so gebaut, dah sie sich, von unten gesehen rm Uhrzeigersinn dreht: dann Hai der rechte Flügel die Reigung wie ein Trageflugel bei einem gewöhnlichen Flugzeug, würde also beim Fllegen auch Auftrieb erzeugen, wenn er sich nicht drehte, nur nicht so viel, weil seine Fläche nur klein ist. Aber der linke Flügel hätte die verkehrte Neigung und würde nicht Auftrieb, sondern Abtrieb her- vorbringen, das Flugzeug nicht heben, sondern es herunterbrücken. Das darf natürlich nicht sein. Die Flügel sind deshalb nicht starr an ihrer Drehachse befestigt, sondern so, dah sie sich um ihre Längsachse verdrehen können. Jeder Flügel, der die Borwärtslage durchschritten hat, stellt sich nun so ein, daß der Fahrwind nicht auf seine obere Fläch« drückt, wie dies bei starrer Be­festigung der Fall wäre, sondern auf seine untere, so dah auch dieser Flügel hebend wirkt. Dabei ist die Einstellung des rückwärtsgehenden Flügels so, dah er dem Fahrwiird eine größere Fläche entgegenstellt als der vorwärtsgehende: und das eben ist es, was die Drehung der Hubschraube bewirkt. .. ,

Es ist also so: der Wind dreht die Schraube, und die Schraube hebt infolge dieser Drehung das Flugzeug. Aber das ist nicht etwa der Wind, den man gemeinhin als Wind bezeichnet, und den es für ein in der Luft schwebendes und daher mit dem Winde gehendes Flugzeug oder irgend­einen anderen schwebenden Körper überhaupt nicht gibt, sondern der Flugwind, der Wind, der durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeuges für di« Insassen fühlbar und für das Flugzeug selbst wirksam wird, auch wenn die Luft ruht. Die Arbeit zum Drehen der Hubschraube wird also nicht aus dem Nichts gewonnen, sondern der Vortriebsmotor, der Motor, der das Flugzeug vorwärtsbewegt, muß sie leisten, wenn er die Hubschraube auch nicht unmittelbar antreibt: er muß die Kraft zur Ueberwindung des Luftwider­standes hergeben, den die Hubschraube leistet, und Lieser Luftwiderstand wieder ist es, der die Hub­schraube dreht.

Wenn auch das Windkraftschraubenflugzeug von einer kleinen Fläche aufsteigen und auf einer solchen landen kann, so erscheint es doch fraglich, ob es sich durchsetzen wird. Die Luft hat bekannt­lich noch weniger Dalken als das Wasser: eine der ersten Forderungen, die man daher an ein Flugzeug stellen muß, ist die der höchsten erreich­baren Detriebssicherh it. Run kann es aber keinem Zweifel unterliegen, dah ein starrer, gut ver­steifter Flügel erhrblich betriebssicherer ist, als jeder bewegliche Teil, also zum Beispiel als eine Luftschrauä, gar wenn deren Flügel ebenfalls unstarr sind. So interessant daher das Flugzeug von de la Eierva ist, fd ist seine Bauart doch wohl nicht geeignet, die Flugzeuge mit starren Flügeln zu verdrängen, zumal die Flugzeuge immer größer und schwerer werden und schon aus diesem Grunde durch Hubschrauben nicht mehr in der Luft gehalten werden können.

Geld W vom Himmel

Vornan von Paul Enderling.

Copyright by Carl Duncker, Verlag. Berlin.

erscheineii läßt, daß die Mittel für einen Ausbau Nankings - etwa eine Milliarde Mark - zu beschaffen sind da auch das Aus­land vorläufig noch nicht daran glaubt daß Nanking für lange die Hauptstadt bleibt, so daß schließlich die politischen Bedenken, die gegen die Beibehaltung Nankings als Hauptstadt sprechen, nicht gerade als unwesentlich bezeichnet werden können. . «. .

Diese politischen Bedenken gegen die Bei­behaltung Nankings als Hauptstadt gehen vor allem von der Erwägung aus. daß die dauernde Verlegung der Hauptstadt nach dem Süden prar- tisch zu einer Preisgabe des N o r den s , vor allem der mandschurischen Gebietsteile führen kann, die von vielen alsChinas verlorene Pro­vinzen" angesehen werden und deren Rückgewin­nung geradezu alsd i e nationale Aufgabe der chinesischen Außenpolitik bezeichnet wird. Da- zu kommt, daß gerade die Vertreter dieser Ansicht befurchten, daß Nanking immer nur unter dem Einfluß der Südchinesen bleiben, und damit dem heißeren, ab-rr auch wankelmütigeren Tempera­ment des Südens entsprechend, niemals zu einer wirklich stabilen Herrschaft kommen würde, was wieder m seiner letzten Aus­wirkung von einem Hervortreten der regiona- listischen bzw. föderalistischen Züge un Reichs- aufbau sichren könnte - also gerade den Ab­sichten der jetzigen Führer widersprechen dürfte. Nanking, so argumentieren diese Kreise, wird immer nur die Hauptstadt eines schwachen un­einigen Chinas sein können, das obendrein unter dem Zeichen der Industrialisierung stehen, also möglicherweise auch dem Kommunismus weit­gehenden Einfluß einräumen würde.

Dem gegenüber darf aber nicht verkannt Wer­den, dah Nanking naturgemäß auch feine Vor- teile bietet und dah auch gegen Peking als Hauptstadt des neuen China einiges gesagt wer­den kann: nicht zuletzt, weil jede Regierung in Peking a llz u weit weg von den Kern­landen Chinas liegen und daher auslän­dischen Einflüssen von der See her (gemeint ist wohl Japan) leicht unterliegen konnte. Dahin­gegen ist Nanking leicht zu verteidigen und bietet als Operationsbasis gegen den leicht rebellieren­den Süden der Lage Pekings ein sehr viel besseres Aufmarschzentrum. Auch ist es klimatisch für die überwiegend aus dem Süden stammenden jetzigen Führer der Kuomintang zweifellos an­sprechender. als die rauhe Stadt des Nordens, die obendrein in ihrer Mehrzahl von einer Be­völkerung bewohnt ist, die, obwohl seit Jahr­hunderten chinesisiert, doch eigentlich unchine­sisch ist.

Die Frage, welches von den beiden Zentren am geeignetsten ist, Chinas Hauptstadt zu stellen, die somit rein theoretisch schon schwer zu beant- Worten ist, wird nun aber auch noch durch die gegebenen Machtverhältnisse kompliziert, da ja schließlich die Zentralregierung den Trägern der Macht, also den immer bestehenden Macht­bereichen der Truppenführer Rech­nung tragen muß. So steht es z. B. außer Zweifel, daß eine Rückverlegung der Hauptstadt nach Peking den Einfluß Fengs (und Rußlands!) wieder stark zur Geltung bringen, und damit den Einfluß Tschiangkaischeks schmälern würde, während Tschiangkaischek umgekehrt in Nanking ständig mit Schwierigkeiten der Kantonleute zu tun hat, die gerne einen radikaleren, ja revolu­tionäreren Kurs steuern möchten. Gerade das wieder spricht aber zur Zeit für die Beibehaltung Nankings, da es nur der ständigen persönlichen Fühlungnahme zwischen den Kantonleuten und Tschiangkaischek zu verdanken ist. daß eine Spal­tung vermieden und die einheitliche Kraft der Kuomintang erhalten blieb. In Peking bei einem Verkehr über Taufende von Kilometern hin­weg, durch Boten intrigierende Zwischenträger, wäre, und dies ist besonders jetzt sehr wichtig, die Einigkeit der Kuomintang längst dahin.

So schmerzlich es manchen der nationalgesinn­ten Chinesen des Nordens sein mag, so vermögen doch auch sie es nicht zu bestreiten, daß für den Augenblick Nanking besser ist als Peking, da schließlich die Erhaltung der Einigkeit der Kuomintang wichtiger ist, als die Verteidigung der nördlichen Provinzen Chinas obwohl diese mit der Verlegung der Hauptstadt nach dem Süden bis zu einem gewissen Grade preisgegeben werden müssen, bis bessere Zeiten die Abwehr der Lostrennung chinesischer Gebiete im Norden besser gestatten. Daß diese Zeit eines Tages wiederkommen wird, daran ist aber nicht zu zwei-

Grotteck erblaßte. Das war es also gewesen. Er dachte an Surrnlanps Worte:Ich bin dort außer Kurs gesetzt." Sollte mtt ihm das gleiche geschehen? Wie mußte dieser Mann die Menschen einschatzenl

Es ist keine Schande," fuhr Brodersen leise und geschmeidig fort,von einem alten reichen Mann Geld anzunehmen. Glauben Sie mir. Ich kenne die Welt."

Ich brauche nichts, nichts."

Ein großes Wort. Nur ein Diogenes oder ein Ford kann das sagen. Zu welcher Klasse rechnen Sie sich?"

Nehmen wir an, daß ich Diogenes bin", brachte Grotteck mühsam hervor.

Mit einem eigentümlichen Lächeln holte Broder­sen aus seiner Seitentasche ein Scheckformular her­vor.Es ist schon gezeichnet. Sie brauchen nur auszufüllen.'

So leicht also dachte sich der Reichtum die Ent­würdigung! Er fühlte fto^: und wenn ich bettel­arm wäre, und wenn Grotthausen tzusammenfiele, keine Mark würde ich nehmen. Er knüllte das Blatt zusammen und warf es vor Brodersen hin.Nun sprechen wir wohl von etwas anderem, wie?"

Brodersens Hände glitten über den Tisch, er­griffen das Papier wie eine Beute und trugen es wieder in die Seitentasche zurück.

Sie sind der erste, der es ablehnt, sich von mir helfen zu lassen."

Es war nicht klar, ob in seiner Stimme Enttäu­schung oder Bewunderung schwang.

Nehmen Sie an, es war die Laune ..." Er hielt inne und wandte sich um. Sein Gesicht war angespannt. Er lauschte und dann flüsterte er: Blinsky ist draußen.

Unwillkürlich folgte Grotteck seinen Blicken. Wer?"

Pst!" machte der Alte.Gehen Sie leise zur Tür, ganz leise, und reißen Sie sie auf!"

Kein Schiff kann ohne Ballast fahren. Nein, nein, ich, der ich nicht für fünf L)ere Traditionen fyabe, sage Ihnen, daß sie allein dem Schiff den rechten Kurs verbürgen. Sonst ist es ein Risiko, auf Wind und Wellen gebaut."

Eine Welle schwiegen beide, und Grotteck nahm es als Aufforderung zum Gehen. Er erhob sich. Ich mutz nun leider fort. Ich habe noch einige Vorbereitungen zur Reife ^u treffen."

Sie fahren nach Hause?'

Ja, und ich bitte Sie, Ihrem Fräulein Tochter meine Grüße zu übermitteln." Er verbeugt« sich korrekt und wollte gehen.

Nichts da", rief Brodersen.Einen Gefallen müssen Sie mir noch erweisen, schon zum Zeichen, daß Sie mir nicht böse sind. Drinnen steht der Flügel. Er wartet schon allzulange auf Sie. Meine Tochter hat mir heute Escreabine gespielt, was mich ein bißchen nervös machte. Spielen Sie etwas Ausgeglichenes!"

Wieder klang es wie ein Kommando. Aber der Satz mit der Tochter entschied. Grotteck trat ins Nebenzimmer und öffnete den Flügel. Zärtlich strei­chelte er die Taften, die vor kurzem Inges Hand berührt.

Er spielte das Präludium in Cis-Moll von Nach- maninow und wußte selber nicht, wie er die Sammlung zum Spiel fand. Aber er spielte ja nur Inge, seine Liebe zu Inge und seine Sehn­sucht nach Inge ... Er vergaß bald, daß er für den ungefügen, unheimlichen Mann dort spielte, der Inges Vater war.

Ein Klirren und ein unterdrückter Fluch weckten ihn. Mitten im Spiel drehte er sich um. Broder­sens Teetasse lag auf dem Boden, und seine Hände tasteten am Tischtuch entlang nach dem Fußboden. Es war eine unsäglich hilflose Bewegung.

Und plötzlich erkannte Grotteck: Brodersen war blind! Er war blind und spielte den Sehenden, wie es dieser letzte König von Han­nover getan, dessen Bild über dem Flügel hing. All die Zeit über hatte er dies Spiel getrieben!

Ein tiefes Mitleid und eine Scham überkam ihn, dah er alle Kraft zusammennehmen mußte, um nicht das Spiel mit einer grellen Disharmonie zu enden. Er durste dem Unglücklichen dort nicht zeigen, daß er hinter sein Geheimnis gekommen war.

so. dah er das Flugzeug selbst im umgekehrten Sinne zu drehen beginnt wie die Schraube. Dem kann man theoretisch dadurch begegnen, dah man zwei gegenläufige Hubschrauben verwendet, da sich dann die auf das Flugzeug ausgeübten Dreh- kräfte entgegenwirken und sich so aufheben. Prak­tisch steht dem aber die große Schwierigkeit ent­gegen. dah die beiden Hubschrauben nie ganz gleichmäßig wirken, so daß das Flugzeug kippt und abstürzt.

Der Spanier de la Cierva ist deshalb einen ganz anderen Weg gegangen; er treibt nämlich seine Hub sch raube überhaupt nicht durch einen Motor an. Vorn an seinem Flugzeug hat er eine Triebschraube wie jed^s andere Flugzeug auch, die seinem Flugzeug eine Vorwärtsbewe'ung ver- leiht. Jnfolg dessen m steht e n sogen mnte. Fahr- Wind, in dem eben das Flugzeug durch Oie Lust gezogen wird, so dah dies« am Flugzeug entlang­streicht. Dadurch dreht sie die Hubschraube.

Nun wird man fragen: Wie kann denn nun aber der Flugwind, das heißt der Wind, der von vorn nach hinten flieht, die Schraube drehen? Angenommen, einer von den vier Flügeln stünde genau nach vorn, einer genau nach hinten, einer nach rechts und einer nach links: dann wirken die beiden in der Längsrichtung stehenden Über­haupt nicht drehend, die beiden quer stehenden

Vom Wmdkrastschraubenflugzeug.

Von Max Fischer.

Nachdruck verboten.

Durch die Zeitungen ist die Nachricht gegangen, dah der spanische Flieger Don Juan de la Cierva mit seinem Windkraftschrau­benflugzeug den Aermelkanal überflogen hat Damit hat er den Beweis erbracht, dah fein Flugzeug tatsächlich brauchbar und zu längeren Flügen geeignet ist.

Der Gedanke, ein Flugzeug durch eine wage- rechte Hubschraube zu heben und es ihm zu er­möglichen, senkrecht hochzusteigen und ebenso zu landen, ist schon uralt, und zahlreiche Erfinder sind diesem Ziele nachgejagt. Wenn man nun aber die Hubschraube durch einen Motor dreht, so geht das zwar sehr schön, solange das Flugzeug auf der Erde steht, es g-ht aber nicht mehr, so­bald sich das Flugzeug in die Luft erhoben hat: der Motor, der die Hubschraube dreht, hat ja dann kein festes Widerlager mehr und wirkt dann

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

8 Alten-Buseck, 18. Oft. Heble Er­fahrungen machten mehrere hiesige Ein­wohner mit c iner vor einigen Tagen hier gastie­rendenW anderzirkus-Trupp e". Beim Unter bringen ihres Pferdebestandes innerhalb des Ortes benahmen sich einige Angehörige bet Truppe gegen die Einwohner derart zudringlich, daß letztere nur mit größter Mühe und unter Er­greifung von Gewaltmaßregeln chrs Hausrechte wahren konnten. Wit einem Gastwirt, der sich dazu hatte bewegen lassen, seinen Garten als Schauplatz für die angekun- bigten Vorführungen zur Verfügung zu {teilen, gerieten die unangenehmen Wandergäste wegen einer dem Gastwirt zugefügten Sachbeschädigung in Streitigkeiten, die alsbald in eine förmliche Schlägerei ausartete. Dem bald Darauf erfolgten Abzug der Truppe wurde deshalb ein weit größeres Interesse entgegengebracht, aI8 den von ihnen bargebotenen Leistungen.

* Queckborn, 18. Okt. Heber den Zu- ftanb der Provinzial st raßen vor den Eingängen zu unserem Orte wird hier allge­mein sehr geklagt. Das zur Neuherrich­tung der Straßen anges ah.ene Deckmatern.il hegt schon lange Zeit am Straßenrande, anstatt es auf die Straße zu bringen. Bei nasser Witterung sind die Straßen mit einer starken Schlamm­schicht bedeckt, die es nicht nur für die Radfah­rer, sondern auch für die Fußgänger nahezu un­möglich werden läßt, die Straße zu passieren. Der Schlamm liegt stellenweise 20 Zentimeter hoch Im Sommer dagegen bilden die Straßen sehr unangenehme Staubquellen. Man ho, ft in unterem Orte, daß die Straßen nun endlich in einwandfreier Weise hnaerichtet werden.

Lich. 18. Oft. Unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. Braun-Gießen fand hier die diesjährige Hauptversammlung des Kreisrinderzuchtvereins für S i rn- mentaler Vieh im Kreise Gießen statt. Die Rechnungsablage für 1926/2Z zeigte eine Ge­samteinnahme von 1676,30 Mk., eine Ausgabe von 1472,45 Mk.. so daß ein Ueberschuh von 203,85 Mk. verblieb. Für die Landesaussie hing t:r Darmstadt wurden 113 Mk. aufgewandt und der Stadt zur Prämiierung von Herdbucht eren em Zuschuß von 30 Mk. gewährt. An PiÄmien für gute Bullenhaltung wurden an folgende Wärter und Dullenhalter je 10 Mk. bewilligt: Hch Bausch-Grünb-rg, Hch. Hubeler Grüningen. Ludwig Philipp-Lang-Göns. L. Schmidt IL- Langsdorf, Joh. Will VII.-Leihgestern, O. Pfannkuchen-Lich, Karl Keblowsky-Nieder-Bes- fingen, Heinrich Döringer Wwe.-0berhörgern, Karl Feuerstein-Stangenrod, Joh. X Becker- Treis a. b. Lda. Hch Kühn l..Gtttnc^ha»ll«r. Auch in anberen Gemeinben stanb die Faselhal­tung auf gleich hoher Stufe, doch mußten hier in

Eine Klingel schrillte, und Sie Gazellengestalt huschte durch das Zimmer nach draußen. Zornige Worte in einer fremden Sprache tönten gedampft herüber. Endlich war sein Spiel au Ende. Er er- hob sich mühsam und ging auf den Balkon.

Der Blinde stand auf und hielt ihm beide Hände hin.Sie haben mir eine große Freude bereitet. Ihr Spiel mar hell wie die Sonne draußen.

Zu Grottecks Entsetzen beschrieb Brodersen die Linie der Hügel drüben mit der Hand.Wie das Licht die Berge saftig macht! Wie eine grüne Frucht, nicht wahr? Wie sie die Fenster da drü­ben zum Aufflammen bringt! Sie sehen es doch?

Grotteck hatte nur auf den Sprechenden geblickt und stotterte eine Bejahung.

Nicht wahr, nun begreifen Sie auch, warum ich hier wohne?" .

Grotteck schwieg erschüttert, indes der Blinde seine große heroische Lüge fortspann und auf die Blütenpracht der Gärten ringsum wies.Aber nun mutz ich Sie entlasten. Ich sehe, datz mein Schreibfräulein unten gerade ankommt. Es gibt allerlei zu diktieren. Gute Fahri und auf Wieder- sehen!"

Grotteck ging schwankend vor Erregung hinaus, durch das Zimmer, die Treppe hinunter. Niemand begegnete ihm.

In der Halle blieb er einen Augenblick stehen: er glaubte Inges Stimme zu hören, laut, hell, be­fehlerisch, und dazwischen die harte, unausgeglichene Stimme Blinskys. Aber als er näher auf die Tür zutrat, verstummte alles mit einem Schlag.

Der Diener stand plötzlich vor ihm und reichte Hut und Mantel.

Grotteck fühlte sich erst erleichtert, als das Gitter des Vorgartens mit einem kleinen Knall zuichlug. Als er ein paar Schritte gegangen war, drehte er sich um. Irgend etwas zwang ihn dazu.

Oben auf dem Balkon stand Brodersen, die Fäuste auf die Brüstung gestemmt, den schweren Kopf lauernd oorgeftredt Aus den Brillengläsern stach eine gelbliche Flamme. Die dunkle, mastige Gestalt stand in entsetzlicher, beklemmender Ein- samkeit inmttten des blumenburdjbufteten Sommer-

fein denn nach der Einigung Chinas wird zweifellos die Wiederherstellung des Landes in seinen alten Grenzen tote« der das Ziel der chinesischen Auhenpolittk sein. Und dieser Augenblick wirb toieber Peking $u einer besseren Stellung verhelfen. Bis dahtn wirb aber Nanking, und mit Nanking zweifellos ein gewisser Föderalismus, baS Symbol des chinesischen Aufbauwillens fein.

Französische provinzialwahlen.

Trotz seiner starken Zentralisierung leistet sich auch Frankreich sehr häufta den Luxus von Wah­len: im Frühjahr erst ist das Parlament neu ge­wählt worden, und in den ganzen letzten Wochen ging schon wieder der Wahlkampf, diesmal um die Neubesetzung der Generalräte und der Kreis- rate, die alle drei Jahre zur Hälfte erneuert wer- den. Sie haben an sich nicht viel zu sagen. Die Generalräte sind das Parlament der Provinzen, ihre unmittelbare Machtbefugnis beschränkt sich in-

-------- Tft.JT-ffa.'-

Grotteck stand so im Bann dieser befehlenden Stimme, datz er gehorchte. Als er öffnete, schloß sich eine Tür jenseits des Ganges. Er lief hinüber und öffnete auch diese Tür. Auch dort war nie­mand. Nur der leise hin und her schwankende Perl- vorhang drüben verriet, daß dort jemand heraus- gegangen war.

Er stand verwirrt. Was bedeutete das alles. Blinsky belauschte seinen Herrn, und dieser schien Furcht vor ihm au haben? Denn sonst hätte er sei­nen Privatsekretär doch hereingerufen.

Brodersens Lachen klang.Kommen Sie nur. Das sind so kleine Ueberraschungen, an die man sich gewöhnen muß."

Als Grotteck zurückkam, lachte der Alte noch im­mer, wie über einen gut gelungenen Spaß.Ich habe gute Ohren, wie? Ein Wachchund kann von mir lernen. Wissen Sie, das ist die Entschädigung, die die Natur gewährt. In gewissem Sinn ist sie nämlich gerecht. Man mutz nur nicht zuviel ver­langen."

Entschädigung? Wofür denn?"

Für das Alter, mein lieber junger Freund. Aber bedienen Sie sich doch!" Er war schon wieder der liebenswürdige Wirt. Si goß ihm ein und schob die Whiskykaraffe hin.Erzählen Sie etwas von Zuhause!"

Grotteck dachte nur daran, daß Inge ja einmal kommen mußte, ob sie nun draußen war oder im Haus. Er begann von Grotthausen zu sprechen und kam auf die friderizianischen Erinnerungen, die sich an das Gut knüpften.

Sie sind also eine Art preußischer Junker?"

Junker? Ach, das ist auch so ein Schlagwort. Ich habe mir sagen lassen, daß der englische Adel von lächerlicher Exklusivität ist und daß seine $hil- tur sich auf Fuchsjagden und Golfsport beschränkt."

(Stimmt. Ich wollte Sie übrigens nicht verletzen, als ich Sie einen Junker nannte. Oder vielleicht wollte ich es doch ..." Er zögerte, und ein seltsames Lächeln umspielte seine Mundwinkel als er voll- endete:Aus Neid vielleicht."

Aus Neid?"

Ja. Es muß schon [ein, mit jahrhundertelangen Erinnerungen verknüpft zu fein.'

Es gibt Leute, die bas für Ballast hatten.

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