Um die Führung in der Deuischnaiionalen parier
hätte.
Schweres Autounglück.
Neue Stockung in den deutsch-polnischen
Ein
Oie Wetterlage.
ih-nen im Augenblick sehr uner
(Slot-
wäre «r
Oie Truppenverschiebungen im Rheinland.
Wohin geht die Rheinlandkommission?
Berlin, 19. Okt. (Priv.-Tel.) Durch die Presse geht die Nachricht, daß die sranzösischen Truppen aus dOr zweiten in die dritte Zone zurückverlegt worden wären. Das hat laut „Germania" den zuständigen deutschen Stellen Veranlassung gegeben, sich bei dem sranzösischen Ober- kommando im Rheinland zu erkundigen. Dieses teilt mit, es sei nicht beabsichtigt, Truppen aus der zweiten in die dritte Zone zu verlegen. Das französische Oberkommando teilt jedoch nicht mit, ob inzwischen bereits Truppenverschle- bungen stattgefunden haben. Eine Aufklärung hierüber, so sagt das Blatt, wäre sehr wesentlich. Wie der Sozialdemokratische Pressedienst hört, hat die Rheinlandkommission in Koblenz mit den deutschen Behörden über d i e Frage ihres künftigen Wohnsitzes Fühlung genommen für den Fall, daß die zweite Be° satzüngszone bald geräumt wird. Die Internationale Kommission hat drei Städte bezeichnet, die ihr Zusagen würden, und zwar Wiesbaden, Mainz und Speyer. Eh> eine Vereinbarung über diese Frage getroffen werden kann, müssen erst die beteiligten Städte gu)ört werden.
Ablehnung des Schiedsspruches für das M.-G!adbacher Textilgewerbe.
Gladbach, 18. Okt. (WB.) In einer Mitgliederversammlung der vereinigten Arbeitgeberverbände der Textilindustrie von M.-Gladbach. Rheydt und Umgebung wurde einstimmig beschlossen, den Schiedsspruch ab zu lehnen, den der staatliche Schlichtungsausschuß am Dienstag gefällt hat.
Handelsvertragsverhandlungen.
baldiger Abschluß ist den Polen aus politischen Gründen unerwünscht-
Aus aller Welt.
Rollandung von Hünefelds bei Tokio.
Freiherr von chünefeld und Lindner muhten Donnerstag um 14.30 Uhr japanischer Zeit eine Notlandung in einem südlichen Vorort von Tokio vornehmen. Die Fl.eger v. Hüne« selb und Lindner machten auf ihrem Flug von Schanghai einen großen -Umweg, um die Möglichkeit eines Zusammen st oh Ls mit einem der m Sturmwolken gehüllten Berge zu vermeiden. Sie erreichten schließlich Tokio, vermochten jedoch nicht mehr auf dem Flugplatz zu landen, da der Benzinvorrat zu Ende ging. Sie sahen sich deshalb gezwungen, an der Peripherie der Stadt notzulanden. Wie sich herausgestellt hat, ist das Flugzeug nur leicht beschädigt.
Die letzte Phase der „JlaNa"-Tragödie.
Der norwegische Flieger, Kapitän Riiser Larsen, ist jetzt aus Spitzbergen nach Oslo zurückgekehrt. Er erklärte u. a., daß keinerlei Hoffnung mebr dafür bestehe, die Ballongruppe der „Italia'^ noch am Leben zu finden. Di« Besatzung sei entweder ertrunken oder durch Hunger oder Kälte umgekommen. Lieber die „Jtalia"-Expeditivn äußerte Riiser Larsen, daß man ihr trauriges Schicksal habe voraussehen müssen. Das Unternehmen sei ungenügend vorberei- t e t gewesen. Außerdem hätten zu viele Personen an dem Fluge teilgenommen.
Lin Benzinbehälter des Flugzeugs „Lakham" gefunden.
Das in Ballersund unweit Drontheim , wegen) eingetrossene Fischerboot „Leif" fand bei 64 Grad 52 Minuten nördlicher Breite und
8 Grad 50 Minuten östlicher Lange einen auf dem Meere treibenden Benzinbehälter des Flugzeugs „Latham" und fischte ihn auf. Der Behälter ist unbeschädigt. Darauf waren zwei Zeilen mit Bleistift geschrieben wor-
wünscht, weil sie fürchten müssen, daß sie dann aus depr internationalen Konzert ausgeschaltet und mit ihren Ansprüchen auf politische Berücksichtigung bei den Derhandlungen mit Deutschland kein Gehör mehr finden. Deshalb nehmen sie die Rackenschläge, die ihnen der Zollkrieg mit Deutschland bringt, in den Kauf, weil sonst das Ziel eines Ostlocarno endgültig verschwinden würde: aber es ist doch ein starkes Stück, wenn sie aus dieser selbstsüchtigen Politik heraus nun den Dorwurf gegen Deutschland konstruieren wollen.
Berlin, 18. Okt. (TU.) Am Donnerstag trat die Parteileitung der Deut.chnaNona- len Partei zu einer Tagung zusammen, auf der die Frage der künftigen ^lelsetzung und Marschrichtung der Deutsch- nationalen Volkspartei bespr^n wurde. 2m Anschluß daran toirbbi« R er chs - taasfraktion, lotete am Samstag die deutsch- nationale Dertreterversammlung, bi« von dem Parteivorstand, der Parteileitung und den Dertretern der einzelnen Landesverbände gebildet wird, zusammentreten.
Anläßlich dieser Ereignisse hatte bereits di« ,.D. A. -8.“ am Donnerstag vormittag in einem Artikel Stellung genommen, in dem u. a. darauf hinaewiesen wurde, daß Graf Westarp entschlossen sei, den Parteivorsitz «ndaul- tia nie derzule gen . und daß die Bildung eines aus mehreren Persönlichkeiten bestehenden Direktoriums geplant sei. Auch demokratische Zeitungen verzeichnen Gerücht«, wonach der Rücktritt Graf Westarps mit Sicherheit zu erwarten sei. _ ... ..
Don der Donners tagabendpress« weist Di« ..Kreuzzeitung" diese Gerücht« als unrichtig zurück, während di« „Deutsche Tageszeitung" bemerkt, daß u. a. ein« Trennung zwischen Parteivorsitz und Dorsih der Reichstagsfraktion, di« bisher beide in den Händen des Grasen Westarp gelegen hätten, beschlossen werden toürb«. 3m übrigen betont das Blatt, daß ein starker Wille nach einheitlicher Zusammenfassung und Geschlossenheit in der Partei vorhanden sei. Es handel« sich nicht nur darum, di« Parteieinheit und Geschlossenheit zu erhalten, sondern auch darum, ihr für die Zukunst di« Möglichkeit der machtpolitischen Einwirkung im Rahmen der bestehenden Verhältnisse zu sichern.
Der „3ungdeutsche" glaubt gleichfalls zu wissen, daß Graf Westarp nicht wieder zum Parteivorsihenden gewählt werden würde. Bon den 45 Landesverbänden der D.R.B.P. stünden bereits heute 17 geschlossen auf der Seite Hugenbergs. Da außerdem noch eine große Anzahl von Landesverbänden
sondern ließ sich durch Hugh Allen von der Goodyear Zeppelin Company vertreten. Rach einer Blättermeldung wohnte auch der Chefingenieur der Ford-Werke der Lakehurster Kon-
^i*e Goodyear Zeppelin Company mitteilen läßt, ist die Rückkehr des .®r ai Zevveli u" nach Deutschland vorläuttg aussen 2?. d. Tst feftgeW. Der Besuch des Lustschiffes im mittleren Westen ist auf 3 Tage bemessen. Am Montag soll eS m Detroit «m- treffen. Wenn die Wetterverhältmsst es gestatten, soll auch St. Louis besucht werden. Dr. Eckener htt erneut die Einsicht geäußet daß die Rückiahrt Arnertta-Druttchland sehr viel kürzere Zeit beanspruchen wird als die Ausreise.
Hermes berichtet dem Reichskabinett.
Berhandlungspause.
Berlin, 18. Oktober. (1BB.) Reichsminister a. D. Dr. Hermes erstattete heute nachmittag dem Reichskabinett Bericht über feine letzten war- schauer Besprechungen. Daraus ergibt sich, daß zunächst eine Pause in den Verhandlungen eintritt, welche durch die polnische Erklärung veranlaßt ist. daß die Kommissionsarbeiten für den Augenblick gegenstandslos feien. Da trotz deutschen Entgegenkommens von polnischer Seite, namentlich in der Zolllariskommission, keinerlei nennenswerte Zugeständnisse gemacht worden sind, ist der polnischen Regierung Rechnung getragen worden. Die deutschen Mitglieder der bis zuletzt in Warschau tagenden Zolltaristommission kehren deshalb zunächst nach Berlin zurück. — Inzwischen wird das Reichskabinett zur jetzigen Lage im einzelnen Stellung nehmen. Dann werden voraus- sichtlich zunächst die beiden Delegationsführer die Besprechungen sortsehen. Die von feiten der polnischen Presse ausgestellten Behauptungen, daß die Schuld für den kritischen Stand der Verhandlungen bei Deutschland zu suchen sei. sind frei erfunden. Deutscherseits ist den Polen ein Zugeständnis nach dem anderen gemacht worden. Eine Heraufsetzung des Schweinefleischkontingents ist ihnen schon vor geraumer Zeit zugesagt worden. Später erfolgten Zugeständnisse in der Frage des Kohlenkontingenls und erst in den letzten Wochen ein weiteres Zugeständnis in der Frage der Schweinefleischeinsuhr. Diesen ständigen Konzessionen haben die Polen nicht» gegenübergesetzt. 3m Gegenteil haben sie maßlose Forderungen, wie bei- spielsweise völlig freie Einfuhr von Vieh und von Schweinefleisch aufgestellt. Forderungen, von denen sie sich von vornherein hätten sagen müssen, daß sie von deutscher Seite abgelehnt werden müßten, heute lautet die Frage, ob sich die Polen bei ihrem Verhalten nur von Gründen des Handelsverkehrs haben leiten lassen oder ob nicht unbekannte politische Gründe hinter ihrer Taktik stecken. Trotz dieser Sachlage wird die Lage in Berlin ruhig beurteilt.
Es ist eine Tragödie mit den deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen, di« nun schon seit drei Jahren hin und her gehen, ohne recht vorn Fleck zu kommen. Di« Deutschen geben die Schuld daran auf Grund unwiderlegbarer Beweis« den Polen, während die Polen wieder den Spieß umdrehen und auch jetzt wieder der deutschen Delegation den Vorwurf machen, daß sie gar nicht ernsthaft verhandle, sondern nur das Ziel verfolge, systematisch alles zu sabotieren. Ein solcher Vorwurf muß überraschen. Die Polen hatten früher immer gesagt, daß sie nur mit der unter den Deutschnationalen stehenden deutschen Regierung nicht zustande kämen, sie hatten deshalb Ende vorigen Jahres planmäßig di« Entscheidung hinausgezögert, weck sie nach den Wahlen m i 1 einer sozialdemokratischen Beteiligung an der Regierung rechneten, und dann glaubten, wesentlich billiger zu einem Handelsvertrag zu kommen. Di« Sozialdemokraten sind jetzt, man kann schon sagen, ausschlaggebend. Trotzdem hat sich das Blld nicht geändert, trotzdem gerade jetzt von polnischer Seite erneut der Klageruf, daß Deutschland, überhaupt nur Scheinverhandlungen führe.
Dabei liegen die wirklichen Zusammenhänge doch klar genug. Die Polen haben ganz plötzlich den Vertrag auf eine andere Grundlage stellen wollen, indem sie sich auf die Verhandlungen der Weltwirtschaftskonferenz beriefen und
den. Da aber bet Farbanstrich abgefallen kst, sind diese Zeilen kaum mehr zu lesen. Man glaubt, die Zeichen entzissern zu können: „accie 20X1". Vielleicht sind die Silben accie die ersten des Wortes accident (Anfall) und die Ziffern geben die Position des Flugzeuges an, das sich dann östlich der Däreninsel befunden
in ihrer Stellungnahme schwankend seien, sei die Macht Hugenbergs vorläufig jeder anderen Gruppe in der Partei überlegen. Der viel erörtert« Vorschlag, den Parteivorsitz einem Triumvirat anzuvertrauen, habe somit wenig
Sine Protestkundgebung gegen die Schändung jüdischer Zriedhöfe.
Berlin, 18. Okt. (WB.) Auf einer beute abend vom Ze nt r alv e t«in deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. veranstalteten Kundgebung gegen die zahlreichen Fälle von Friedhofs- und Synagogen- schändungen und auf die gerade in letzter Zeit zunehmenden äleborsälle gegen jüdische Bürger nahm auch der R e i ch s j u st i z m i n i st e r Dr. Koch das Wort zu einer Erklärung, in der er ausführt«: „Die Reichsregierung, tn deren Rainen ich spreche, ist sich mit Ihnen einig in der Entrüstung über di« Vorfälle, die Sie zum Protest veranlaßt haben. Sie ist einig mit 3hnen m dein Schmerz darüber, daß Deutsche Deutschen derartiges haben antun können. Wir alle, die wir hier verein'.gt sind, wissen, daß deutsch ist, wer durch Sprach«, Sitte, Kultur und Schicksalsgemeinschaft zum deutschen Vaterland« gehört, und wir alle sind uns einig in der Verurteilung von Ausschreitungen, die deutsche Staatsbürger gegen deutsche Staatsbürger und ihr gutes Gewissen begehen. Wenn sich Haß und Leidenschaft und 3rr- teachn sogar gegen die Toten vergeht, geht das weit über jeglichen Antisemitismus hinaus. Seien Sie überzeugt, daß die deutsche Iustiz hier ihre Pflicht tun wird. Sie wird ihre Pflicht tun, weil sie sich bewußt ist. daß sie verletzten Deutschen helfen muß, ferner weil sie sich der Wirkungen der Handlungen auf daS Ausland bewußt ist, schließlich aber auch, well sie sich in ihrem Rechtsgefühl beleidigt fühlt. Sie haben recht getan, diesen Protest In die Welt hinaus- zuschicken. Die Reichsregierung schließt sich 3hn«n an."
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Das nordwestliche Druckfallgebiet hat sich weiter vertieft und südwärts ausgebreitet. Sein barometrisches Minimum, mit unter 730 Millimeter Luftdruck, lag heute morgen über dem Rordmeer. Infolgedessen fand eine weiter« Zufuhr ozeanischer Luftmassen statt, die fast ganz Deutschland mildes, wolkiges und regnerisches Wetter brachten. Di« nun jetzt in Begleitung des Tiefs stattfindend« maritime Luftzufuhr, die mehr nördlichen Ursprunges ist, führt wieder zu frischerem Wetter, wobei aber der Witterungscharakter veränderlich bleibt und weitere Riederschläge in Schauem auftreten.
Wettervoraussage für Samstag: Unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter mit mehrfachen frischen, um West drehenden Winden.
Witterungsaussichten für Sonntag: Roch kein beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 12,5 Grad Celsius; am 19. Oktober: morgens 11,2 Grad Celsius. Maximum 15,8 Grad Celsius, Minimum 10,7 Grad Celsius.
Auf einer Dergnügungstour nach Hagen passierte ein Auto in rasender Fahrt auf der linken Straße und auf dem Sommerweg fahrend die Ortschaft Brüninghausen bei Dortmund. Mehrer« Straßenpassanten wurden vom Wagen, dessen 21jähriger Lenker die Gewalt über fern Fahrzeug verloren hatte, im Vorbeifah- ren angerannt. Ein 12jähriger Junge wurde dabei sofort getötet. @i:iem Feuerwehrmann wurde ein Dein abgerissen, zwei weitere Passanten wurden leichter verletzt. Der Wagen rannte schließlich gegen einen Daum und wurde schwer beschädigt. Der Wagenführer, der nur leicht verwundet ist, wurde verhaftet.
Eine fünfköpfige Familie durch Gas vergiftet.
Auf tragische Weise kam in Stuttgart eine fünf- köpfige Familie ums Leben. Dort war gestern eine Familie neu eingezogen, auf deren Bitte der Küch'engasherd an die dortige Leitung angeschlossen wurde. Diese Installation erfolgte anstatt mit einem vorschriftsmäßigen Verbindungsstück, mit einem gewöhnlichen Stutzen, über den der Gas- schlauch gezogen wurde. Das Gummjende des Schlauchs wurde dabei eingeritten, 1° daß durch den starken Gasdruck schließlich der ganze Schlauch weggedrückt wurde, so daß das Gas ungehindert ausströmen tonhte. Durch das Gas wurden die im darüberliegenden Stockwerk schlafenden fünf Personen getötet. Die lange Zeit unter ärztlicher Leitung vorgenommenen Wiederbelebungsversuche blieben bei allen ohne Erfolg.
Befreiungen von Kontingenten wie ähnlichen Beschränkungen verlangen. Das war von ihrem Standpunkt aus sehr klug, sie wissen, daß Deutschland, ohne seine eigene Viehzucht zu ruinieren, eine unbegrenzte Einfuhr des polnischen Schweins in lebendem oder totem Zustand ü b e rha.upt nicht tragen kann, da der soziale Druck, unter dem Polen seine Bauern hält, sich praktisch als Dumping auswirkt. Sie wissen auch, daß die ungehemmte Einfuhr der ober- schlesischen Kohle — aus denselben Gründen — zu einer Stillegung deutscher Zechen führen müßte. Ihre Forderungen waren so exorbitant, daß sich, soweit wir unterrichtet sind, im Kabinett nicht eine Stimme für ihre Annahme ausgesprochen hat.
Von deutscher Seite sind vielmehr Gegenvorschläge gemacht worden, mit denen Minister Hermes nach Warschau gefahren ist. Diese Gegenvorschläge haben nun aber offenbar vor den Augen der Polen keine Gnade gefunden. Sie sind kurzerhand in den Papierkorb geworfen, und jetzt geht prompt die Hetze gegen die deutsche Politik des doppelten Bodens los. Richtiger wäre es wohl, wenn w i r derartige Angriff« gegen Warschau erhöben, der Untergrund der polnischen Politik ist doch nicht so schwer zu sehen. Wirtschaftlich brauchen die Polen den Vertrag mit uns, politisch aber
Aussicht auf Er üllung.
Der „T a g" wendet sich gegen die Behauptung, daß die Gruppe Hilgenberg die The e der flein en aber geschloIsenen Partei propagiere. In Wahrheit habe sich chugenbera, den man damit auch persönlich zu verdächtiaen suche, stets für eine große nationale Rechte einge- setzt Unter dem Motto der mittleren Linie werde das deutsche Volk seit seinem Zusammenbruch von den Parteien der Weimarer Koalition geleitet. Das Einhalten dieser Linie habe uns nachgerade in innen- und außenpolitische Schwierigkeiten gebracht, deren Tragweite dem deutschen Volke in der aller- nächsten Zeit deutlich zum Bewußtsein kommen werde. Gewiß stehe die Deutschnationale Volkspartei vor folgenschweren Entscheidungen. Wer sich dessen bewußt sei, der solle aber auch alles vermeiden, was eine klare, die Fehler der Vergangenheit vermeidende, den großen Grundforderungen der Partei gerechtwerdende Entscheidung erschwere.
Im Verlaufe der Aussprache in der gestrigen Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion wurden nun laut „DAZ.' Entschließungen angenommen, die folgenden Inhalt haben: Die Fraktion bekundet dem bisheri- gen Führer ihr Vertrauen; sie spricht weiter den Wunsch aus, daß auch künftig zwischen Partei- und Fraktionsführung ein einträchtiges Vertrauensverhältnis bestehen möge. Bei der Abstimmung ergab sich keine völlige Uebereinstimmung in bezug auf die Bewertung der einzelnen Resolutionen. Die Vertrauenskundgebung für den Grafen Westarp erfolgte nahezu einmütig; die weitere Stellungnahme zu der Frage der Parteiführung wurde von einigen Seiten als Versuch einer Einflußnahme auf d i e Parteivertretung triti- fiert. Es wurde jedoch dem Grafen Westarp anheim- gestellt, die Stellungnahme der Reichstagsfraktion den übrigen Parteiinstanzen bekanntzugeben.
Oie Bedrückung des Steuerzahlers.
Von unserer Berliner Redaktion.
Der deutsche Steuerzahler ist einer der meiftge- plagten der ganzen Welt. Er bringt an bi r et t e Steuern für Reich, Land, Gemeinde, Kreis usw. ®ne Summe Con inegefamt etma l6 Milliarden Mark auf, von denen 12 Milliarden allein dem Reichsbudget einschließlich der Reichsuberweisungen an die Länder dienen. Die Belastung durch in» d^ re kte Steuern ist schwer feststellbar, da diese sich belannllich im Enbeise«, d H in dem Pre. den der Konsument für Tahak, Alkohol, 3uder, Salz usw. bezahlt, mit den Aufschlägen für Zinsen, Betriebsunkosten, Zwischenhandelsnutzen usw. erheblich höher auswirken. Der runden Rechnung halber kann man also hier ruhig nochmals 4 Milliarden ansetzen und gelangt damit zu einer Gesamtlast von etwa 20 Milliarden, oder einem Drittel b e -> mabrlckeinlichen Volkseinkommens, das sich esfektio nur wenig über bas Einkommen der Vorkriegszeit hinaus gehoben hat unb relativ, in Anbetracht ber gesunkenen Kaufkraft des Geldes, noch erheblich unter dem Dorkriegswert lieg. Die
.TO » wie derjenige eines anderen Landes, ist deshalb zweifellos unzutreffend. ... . .
Aber was di«se Last noch viel mehr druckend macht als ihre effektive Höhe, lst die system- lose Häufung der öffentlichen Abgaben für den einzelnen Steuerträger. Auch Betriebe mittleren Umfangs haben heute meistens einen besonderen Fachmann nötig, der ihre Steuerangelegenheiten laufend bearbeitet; und die Inanspruchnahme sogenannter Steueranwalle macht sich trotz der besonderen Kosten meist schon deshalb bezahlt, weil der einzeln« Steuerzahler qar nicht In der Lage ist, die Fülle der Verordnungen und Gesetze zu kennen, aus denen sich feine Rechte und Pflichten ergeben. Hinzu kommt di« außerordentliche Arbeitslast, di« durch di« verschiedenen Fälligkeitstermine und Zahlstellen hervorgerufen wird und die überdies dazu führt, daß ein Ba r g« l d um la u s not- wendig wird, der sich bei zweckmäßigerer und einheitlicherer Gestaltung der Ansprüche der öffentlichen Stellen auf einen Bruchteil vermindern liehe.
Deshalb scheint bas wichtigste Gebot, wenn man schon die Höhe der össentlichen Lasten nicht herab- setzen kann, ihre systematische Vereinheitlichung. Warum sollte es B. nicht möglich fein, die Wahrnehmung des Einzugs aller für öffentliche Einrichtungen bestimmten Abgaben und sonstigen Zahlungen in die Hände ein er einzigen Behörde zu legen, bie eine buchhalterische unb Inkassoaufgabe hatte, in jeber Stabt jedem Kreise eine einzige Zahlstelle unterhielte und jebem Zensiten z. B. einmal im Monat einen Zettel überfenben würde, ber die Gesamtheit feiner Verpflichtungen an Einkommens- unb Vermögenssteuern, Haus- und Grundsteuern, Gewerbe- unb sonstigen Steuern, staatlichen und städtischen Abgaben mit all den Nebengebuhren für Wasserversorgung, Straßenreinigung und „dergleichen, ferner für Den Verbrauch an Elektrizität, Gas, Wasser usw., Krankenkassenbeiträae unb was sonst von ber öffentlichen Hand beansprucht wird, enthielte? Ebenso müßte die Zahlung all dieser Betröge in einer Summe an die bald bekannt werdende einzige Zahlstelle erfolgen, die wiederum im Wege des Giroverkehrs, bzw. der einfachen Buchung an die einzelnen beteiligten Amtsstellen, Kommunalbetriebe usw. geleitet würde. Schon die Vergleichsmöglichkeiten und der verbesserte lieber- blick des Steuerzahlers über seine Lasten würde die zweifellos vorhandene Steuermüdigkeit mildern, überdies würden erhebliche unproduktive Unkosten gespart und ber Geldumlauf vermindert und erleichtert. Derartige Vorschläge sind dem Reichs- sinanzministerium schon vor fünf Jahren erstmals gemacht worden, geschehen ist jedoch bislang in dieser Richtung herzlich wenig.
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PonrifTstag, d. 18. Okt. 1928, 7haDds.
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