Ausgabe 
19.9.1928
 
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Eiv-Nkm ist fot; Friede Wntm

Wer auch heute noch stehen alle kriminalisti­schen Dinge, Raub und Mord an der Spitze im Mittelpunkt des Interesse-, und es ist für un- bezeichnend, dah dieses 3n- teteH« anscheinend m gleichem Mähe wächst in mtt chrer ständigen Auftlänings- i1*^*1* des Verbrechertums und

Ä1"8 ben Rimbus btf Geheimnis. T^rk^r fT,ntmmt dadurch, dah sie den ^^FhS -T^ Hb, [emen Gegner entgölten und uns daran gewöhnt, grau- lige Tatsachen in nüchternen Berichten zur Kennt­nis zu nehrncm und trotzdem Erschütterung und ^borung dabei zu empfinden, Und wenn heute der sachlich klare Bericht eine- Kapitalverbrechens durch die Presse geht, so packt uns das nicht weniger als die wüsten Schurkereien, denen der * *UC1rt2 ®e6b$ einstmals auf der Leinwand ,-sehde geschworen hatte.

5^ don heute, der ja ein Spiegel unserer r a lftl~wir vorsichtshalber: sein soll, der Film kann an den Problemen, die das Verbrechertum und seine Bekämpsung ständig neu ^übergehen. Und so sah man sich schwer belastet durch Tradition und Er- mnerung an den seligenDetektiv^Schlager" öor der Äusgabe, den modernen Kriminal- Nlm zu schassen. Erstes Gesetz hierfür: Fort mit allen künstlich konstruierten Unmöglichkeiten, Lebensechtheit, Logik, Natürlichkeit in Handlung, Ausstattung und Darstellung, Roch eines ist beachtenswert: Der Zuschauer darf nicht mehr wrssen, als der Kriminalist, der einen geheimnis­vollen Mord zu enträtseln hat, oben auf der Lernwand.

Und jetzt soll im guten Kriminalfilm der Zu­schauer Schritt für Schritt mit der Polizeibehörde und dem Kriminalkommissar, den ftaH aufklären, &ie verschiedenen Möglichkeiten erwägen, die un­vorhergesehenen Ueverraschungen erleben, den Täter suchen, ihn sestnebmen. kurz in filmwirksam komprimierter Form alles miterleben, was sich in ben Presseberichten zwischen den prägnanten SätzenBom Täter fehlt jede Spur" ... und Der Täter verhaftet!" abspielt. Das ist, von emem fähigen Qtegiffeut geformt, bestimmt nicht weniger interessant, nicht minder packend als jenerKintopp", den wir zwar glücklich über­wunden haben, aber der Hundert tausende mit chronischer Kinogegnerschoft infiziert hat. Und es hat noch eine ethische Seite: Abschreckung! Der abgefeimte, routinierte Gannove wird kaum auf den Pfad bürgerlicher Tugend zurückzuführen sein. Aber die vielen Haltlosen, die romantischen Wirrköpfe, sie alle kann der Kriminalfilm war­nen, kann chnev klarmachen, wie trostlos es ist, Verbrecher zu sein. Und wie gering bei Licht besehen die Aussichten sind, unentdeckt zu bleiben. Denn wenn heute der einfach angezogene, bürger­lich aussehende Herr fast freundlich seinKrimi­nalpolizei! Ich muh sie bitten, mir zu folgen! sagt, dann fühlen wir: hinter ihm steht eine Staatsautorität, die sich die fähigsten mensch­lichen Kräfte unZ> die neuesten Errungenschaften der Technik bis zum Radio und Flugzeug dienst­bar macht, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

Wirtschaft.

Oie ReichSbanl Mitte September.

Nach dem AusweisderReichsbankvom 16. September hat die gesamte Kapital­anlage der Bank an Wechseln und Schecks, Lom­bards und Effekten um 254 Millionen auf 2279,4 Millionen Mark angenommen, und zwar hat sich der Bestand an Wechseln und Schecks um 273,3 .Millionen auf 2116,4 Millionen Mark und der an Reichsschatzwechseln um 4,5 Millionen auf 0 Millio­nen Mark vermindert, während der Lombardbestand um 23,8 Millionen auf 69,2 Millionen Mark ange- - wachsen ist. Die Anlage in Effekten ist mit 93,8 Millionen Mark weiterhin unverändert geblieben.

An Reichsbanknoten und Rentenbank- scheinen zusammen sind 193,2 Millionen Mark in die Kassen der Bank zurückaeflossen. Im einzelnen hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 197,4 Millionen auf 4256,4 Millionen Mark verringert, derjenige an Rentenbankscheincn um 4,2 Millionen auf 550,5 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend betragen die Bestände der Reichsbank an Renten- bankscheinen 28,2 Millionen Mark. Die fremden Gelder zeigen mit 498,2 Millionen Mark eine Ab- nähme um 6,9 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen zusammen sind mit 2501 4 Millionen Mark, im einzelnen die Goldbestände mit 2310,1 Millionen Mark, die Bestände an deckungs- fähigen Devisen mit 191,2 Millionen Reichsmark aus- gewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 51 o. H. in der Vorwoche auf

51,3 o. H, diejenige durch Gold und deckungslähige Devisen von 55 v. S). auf 58,8 o. H

Die Hessische Landesbank, Staats­bank, in Darmstadt, legt laut Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil reichsmündel­sichere Gold-Hypochekenpfandbriefe zu 96,75 d. j). bei den Banken und Bankiers bis zum 10. Oktober zur Zeichnung auf.

* Der Erzbergbau im Augu ft. lieber die Lage des Erzbergbaues im August wird berichtet: Lahn-Dill-GebieteinschließlichOber- Hessen: Die Nachrichten von den Verhandlungen über die Beilegung des Schwedenstreiks haben sich auf die Erzabrufe nachteilig bemerkbar gemacht. Schwebende Erzverkaussverhandlungen sind nicht zum Abschluß gelangt. Wenn die Hilfsmahnahmen der Behörden weiter auf sich warten lassen, ist mit der weiteren Stillegung von Gruben und Ablegung von Bergleuten zu rechnen. Siegerland: Bei den Siegerländer Gruben ist die rückläufige Be­wegung noch nicht zum Stillstand gekommen. Trotz eingeschränkter Förderung nehmen die Bestände von Monat zu Monat weiter zu, sie Haden sich seit Beginn dieses Jahres bereits verdoppelt. Es steht zu befürch­ten, dah noch mehr Gruben auf längere Zeit den Be­trieb werden stillegen muffen, um die Lagerbestände zu verringern. Für b;e Gemeinden, in deren Bereich die Bergwerke liegen, werden fi* bei zunehmender Arbeitslosigkeit schwierige Verhältnisse ergeben.

* Zuversichtliche Beurteilung des K a l i a b s a h e s. Die Vorgänge in der Kali­industrie lassen das Endziel der Entwicklung in der Kaliindustrie noch nicht eindeutig erkennen. Doch zeig.m die immer wieder einsehenden Käufe in Anteilen von Kaliunternehnungen, daß die Ursache der Hausse dieser Werte keineswegs allein in rein spekulativen Momenten zu suchen ist, sondern daß Kräfte am Werke sind, die weitergehende Ziele verfolgen. Mit ausschlag­gebend hierbei bleibt immer wieder auch die zuversichtliche Beurteilung der weiteren Entwick­lung des Absatzmarktes seitens industrieller Kreise, wie sie auch schon vor einigen Monaten im Preise, den die Salzdetfurth-Gruppe für die Quote der Halleschen Kaliwerke zahlte, zum Aus­druck kam. In den ersten zehn Tagen des laufenden Monats sind bereits 421 700 Doppel­zentner (378 700) Kali abgeseht worden. An unerledigten Auft ägen lagen noch 35 00 Doppel­zentner (370 000) vor. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, daß sich in diesen Zahlen vor allen Dingen die Herbstbestellung mit reichlicher einsehenden Abrufen bemerkbar macht.

* Auftrag der Reichspost für Hen- chel & Sohn. Wie WTB.'Handelsdienst erfährt, hat die Firma Henschel 8-Sohn in Kassel von der Reichspost einen Auftrag auf Lieferung von 28 Postomnibussen erhalten.

* Neue Pfandbrief. Emissionen zu r Finanzierung des Wohnungsbaues. Die Preußische Landespfandbriefanstalt, die nach ihrer Satzung Darlehen zur Herstellung und Erhal­tung von Klein- und Mittelwohnunaen im Gebiete des Preußischen Staates gewährt, schreitet demnächst zur Emission neuer Pfandbriefe und Kommunal­obligationen, um dem Wohnungsbau weitere Mit­tel zuzuführen. Grundkapital und Reserven betra­fen zur Zeit 26,3 Millionen Reichsmark, Die An- talt wird in der Zeit vom 20. September bis 10. Oktober, wie sie im Anzeigenteil des heutigen Blattes bekanntgibt, drei Millionen Goldmark acht» irozentige Goldmarkpfandbriefe Reihe XIII zum Vorzugskurs von 97,50 v. H. (letzter Börsenkurs 98,25 v. H.) und 1 Million Goldmark 7-o. H.-Gold- mark-Pfandbriese, Reihe X, zum Borzugskurs von 90 d. S). (letzter Börsenkurs 91 o. H.) zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Außerdem wird bis zur ersten amtlichen Notiz die Reihe XIV der 8-o. H.-Kommu- nabDbligationen zum Vorzugskurs von 95,25 o. H. zum Verkauf gestellt. Sämtliche Werte sind reichs- mündelsicher. Die Goldmarkpfandbriefe der Reihen X und XIII werden an der Berliner und Frankfurter Börse notiert und find bei der Reichsbank lombard- ähig in Klasse A. Der Antrag auf Zulassung der Kommunal-Obligationen Reihe XIV zum Börsen- handel und zum Lombardverkehr bei der Reichsbank wird in Kürze gestellt werden.

* Reues amerikanisches Kredit­institut mit deutscher Beteiligung. Rach dem Abschluß eingehender Vorarbeiten ist in Äeuyork seitens einer Bankengruppe, der auf amerikanischer Seite die Chase Securities Corpo­ration und die Halseh Stuart & Co. und auf deutscher Seite idie Commerz- und Privatbank angehören, eine Gesellschaft unter dem Ramen General Mortgage & Credit Corporation" ge­gründet worden. Der Zweck der Gesellschaft be­steht in der Hergabe langfristiger Kredite, an industrielle Unternehmen mittleren Umfanges, sowie an landwirtschaftliche Betriebe, soweit mit diesen industrielle Unternehmungen verbunden sind. Die Gesellschaft wird ein autorisiertes Ka-

pllal von 5 Mill. Dollar preferred shares haben mit der Berechtigung, ten fünffachen Betrag des Kapitals in Obligationen auszugeben. Außer­dem werden 100 000 nennwertlose common shares geschaffen, von denen ein Teil den Inhabern der preferred shares überlassen wird. Es ist beab­sichtigt. Darlehen an deutsche Kreditnehmer in Goldmark zu geben, und zwar allgemein gegen erststellige hypothekarische Sicherungen im Rah­men der Beleihung von Hypothekenbanken.

e Die luxemburgische Eise n erze u - gung im August. Die luxemburgischen Hoch­ofen (39 von 47) erzeugten im Monat August 233 521 Tonnen Roheisen, gegen 230 137 Tonnen im Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 1928. Die Stahlerzeugung belief sich auf 224 182 Tonnen, gegen einen Monatsdurchschnitt von 211700 Ton- neu im ersten Halbjahr 1928.

Gründung einer Kunstseiden - gesellschaft in Rumänien. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, bestätigen sich die Gerüchte über die beabsichtigte Gründung einer Kunstseiden- gesellschaft in Rumänien, an der auch die Vereinig­ten Glanzstoffabriken in Elberfeld beteiligt sind. Die Hälfte des Kapitals soll von den beteiligten Ban­ken, der Rest von der beteiligten Jndustriegruppe Übernomen werden.

Pferöemarff in Gießen.

Auf dem heutigen Gießener Pferde- mar k t war ein außerordentlich großer Auftrieb zu verzeichnen. Zum Verkauf standen 410 Pferde und 37 Fohlen. Besonders war gutes Zuchtmatc- rial der Oldenburger- und der schweren Belgier- Raste vorhanden. Bei flauem Handel waren die Preise recht hoch, besonders bei schweren Belgiern. Je nach Güte des Pferdes wurden 1500 bis 3000 Mark verlangt, für Saugfohlen wurden Preise von 300 Mark gefordert. Uebcr die Prämiierung werden wir morgen noch berichten.

FraukpurLer Börse.

Frankfurt a. M., 19. Sept. Tendenz: unsicher und überwiegend schwächer. Bereits vorbörslich machte sich an der Börse eine merkliche U n - sicherheit bemerkbar, und zu Beginn des offi­ziellen Verkehrs war die Haltung überroieaenb etwas schwächer. Die Kulisse bekundet im Hinblick auf die Ungewißheit über den herannahenden Ultimo weiter Entlastungsneigung, anderseits wur den in einigen Spezialwerten einige Käufe vor genommen, so daß die Kursentwicklung wieder nicht ganz einheitlich war. Meist traten jedoch gegen die gestrige Abendbörse Kurs- r ü tf g ä n g e von etwa 1 bis 2,5 v. H. ein. Die Börse litt wieder stark an dem unverändert herr­schenden Ordersmangel. Die Umsatztätigkeit war daher im allgemeinen sehr eingeschränkt. Der Reichsbankausweis, der eine weitere normale Ent­lastung zeigt, wurde wenig beachtet, und der nicht einheitliche Schluß der gestrigen Neuyorker Börse konnte ebenfalls keine Stütze bieten. Merklich er- holl waren am Bankenmarkt Reichsbank, die auf verschiedene Käufe 4,5 v. H. gewannen. Auch Ber liner Handelsgesellschaft waren 2,5 v. H. gebessert. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich wieder in AEG. bei jedoch leicht rückgängigen Kursen. Ges- fürel gaben 2,5 o. H. nach, während Lahmeyer und Schuckert gut behauptet blieben. J.-G.-Farben er­öffneten 1,25 v. H. abgeschwächt. Zellstoff Waldhof gaben 2,5 v. H. nach. Montanwerte lagen still und meist behauptet, nur Gelsenkirchen 1,5 v. H. schwä­cher. Am Markte der Autoaktien verloren Kleyer erneut 1,25 v. H. Deutsche Anleihen tvaren etwas gedrückt. Ausländische Renten ruhig. Goldrumänen zu 24,25 v. H. angeboten. Iw. Verlause hörte fast jede Geschäftstätigkeit auf. Die Kurse, die noch genannt wurden, waren meist wenig verändert. Für AEG. erhielt sich das Jn- tereste. Tägliches Geld war zu 6 v.H. weiter etwas leichter. Devisen waren etwas abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,356, London gegen Kabel 4,8510, Paris 124,23, Mailand 92,80, Madrid 29,35, Holland 12,0900.

Berliner Börse.

Berlin, 19. Sept. Die Unsicherheit des Publikums war auch für die heutige Börse aus­schlaggebend. Die Maller blieben fast orderlos und mußten wieder einen großen Teil der ersten Notierungen ausfallen lassen. Die Börse selbst war weiter mit der Vorversorgung für den Ul­timo beschäftigt durch Befürchtungen hinsichtlich einer Erhöhung des Reportgeldsatzes, und zeigte auch heute eher weiter Realisativns- neigung. Anregungen lagen für die heutige Börse nicht vor, und soweit sie, wie z. B. durch den gestrigen Reichsbankausweis, eventuell noch vorhanden waren, sanden sie feine Beachtung. Die Kursveränderungen waren gering. Im allgemeinen konnte man ein- bis zweiprozen­tige Rückgänge gegen die gestrige Abendbörse feststellen. Darüber hinaus verloren Licht und

Kraft. Evenska, Telephon Berliner und Schü­ben & Salzer b.s 4,5 Prozent. Durch feste Hal­tung fielen Schlesische Elektrizität und Reichs- bnnf auf, letztere konnten bei größeren Um« fatKn mit 310 nach 305 vrroörslich ein setzen. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer fast gelchaftslos. Anatolier bis 0,5 Prozent schwächer. Schröder-Rumänen wurden mit 37,5 genannt. Pfandbriesmarkt noch unentwickelt. Geld bleibt weiter angespannt. Tägliches GAd 6 bis ö Pro­zent. Monatsgeld 8,25 bis 9.25. Warenwechsel 7 Prozent und darüber. Auch im Verlaufe machte sich der Ordersmangel lühlbar. Von Um­sätzen konnte nur in wenigen Werten die Rede

Verkehrsordnung erfordert Mchts gehen!

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sein. So waren AGG., Kaliindustrie, Berliner Handelsgesellschaft und J.-G -Farben etwas leb­hafter. Die nach den ersten Kursen in Rach­wirkung des Reichsbankausweises sich ergeben­den lleinen bis 1 Prozent betragenden Kurs- crhöhungen gingen später bei der herrschenden Lustlosigkeit wieder verloren und die Kurse be­wegten sich etwa auf dem Anfangsniveau. Durch schwache Haltung fielen Svenska auf, die 4,50 Mk, unter Anfang umgingen.

5..mf/urtcr Getreidebörse

Frankfurt a. Ti., 19. Sept. Tendenz: matt. Arn heutigen Markt war die Stimmung lustlos und allgemein schwach. Namenllich in Weizen ist das Angebot wieder größer geworden, so dah eine" Abschwächung um 25 Pf. eintrat. Am Mehlmarkt liegt das Geschäft weiter darnieder, namentlich Roggenmehl war angeboten. 3m übrigen blieben die Notierungen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 22,25 Mark: Roggen 22; Sommergerste für Brau zwecke 26; Hafer, inländischer, 21,75 bis 22,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizen­mehl, süddeutsches (Spezial 0), 33 bis 33,50; Roggenmehl 30,50 bis 31; Weizenkleie 12,90; Roggenkleie 13,25 Mark.

Kunst und Wissenschaft.

100 Jahre Reclam.

Am 1. Oktober d. I. feiert der Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig fein hundert­jähriges Bestehen. Wir möchten schon jetzt auf dieses bedeutungsvolle Ereignis Hinweisen, denn man kann wohl ohne ilebertreibung lagen, daß Reclam durch seine einzig dastehende Uni­versal-Bibliothek in der geistigen Entwicklung jedes gebildeten Deutschen eine Rolle spielt; viele bedeutende Männer haben dies dankbar anerkannt (so erst kürzlich Gerhart Hauptmann). Darüber hinaus aber hat Reclam deutsches Geistesgut in aller Welt verbreitet. Gs sei nur ermähnt, dah u. a. in Tokio eine große Auslieferungs- stellc der Universal-Bibliot^k besteht, die zweifel­los viel dazu beigetragen hat, deutsche Kultur- werte in Japan bekannt zu machen. Auch in Paris hat Reclam seit kurzer Zeit wieder em Aus­lieferungslager. Aus Anlaß seine- Jubi­läums bereitet der Verlag zahlreiche wichtige Reuerscheinungen vor in der Universal-Biblio­thek sollen drei Repräsentationsserien heraus- kommen, die das Vorhandene abrunden und er­gänzen, darunter Rovellen von Knut Hamsun und Jakob Wassermann, em Opernführer von Händel bis zur Gegenwart, ein verschollenes Iugcndwerk des Philosophen Kuno Fischer, ein Sammelband Erzählungen aus Sowjetruhland und vieles andere. Die Ganzleinenbände der Universal-Dibliothek bekommen eine neue Aus­stattung durch den bekannten Buchkünstler G. R. Weih. Die HelioS-Klassiker werden durch eine neue Schiller- und Hölderlin-Aus­gabe erweitert; von Goethes sämtlichen Werken erscheinen die letzten beiden Bände. Brehms Tic rieben ist von Carl W. Reu­mann nach dem neuesten Stande der Wissen­schaft bearbeitet worden und kommt bi einer acht­bändigen IubiläumS-Ausgabe mit ganz neuen Tierphotographien und farbigen Tafeln nach Originalen bekannter Tiermaler heraus Auch die Reihe der großen Romane Reclams und die SammlungJunge Deutsche" wird zum Jubiläum des Verlages durch neue Werke fort» gefetjt, darunter auch eine Anthologie junger deutscher Lyrik.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuß 8 Prozent.

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