Aus der Wett des Films.
berliner Zilmpremieren.
^Drovlin Jioufle.“ - ^Heimkehr/' - „Cong."
jui Berlin wird uni geschrieben:
Wit feinem «“Bo riete HaupidarfteUcr <$mtl Hanning*. Hai fid) ti. 2 vuvont eines 2D*drut erworbe-’ und c* hat drei Jahre gedauert. bis er mit fernem neuen Derk den alten Hufe: helfen Uraufführung n England ein großes Or- c gin* wur!" ec rft ein Gricugni» der British International Picture* Ltd-London — steht ftoff.xh uni) cheatraküch feinem 2r!iftenbrcma nahe, es handelt 1;d) um die Welt der großen Revue, deren Inbegriff hier das Pariser Theaser mit den rot.erenbwi mühlenflüflelr. unb thre Diva bi.de:i. die in Wirtlichkeit Mistinguette. Un Film Parysia heißt Aus dielern Milieu bot Dupont her auch das Manuskript schrieb, die Fabel bergek tet. der alternde Revuc-Gtar per- . ebt hi hi den Bräutigam seiner Tochter, her chre t'iebe erwidert, und er ft eine Automat ast ropde nach der üb', chen Arttojagb - Härt die Empfindungen beider, so Bast Parysia zum „Blpuiin Rouge", der Schn aut zu-
vudfMtbel (eine recht unklarc seelische Angelegen- beit). Mag man zu dieser rührseligen Bajazzo- Tragdd'.e stehen wie mau will — der Film macht Irer alles wieder gut Er W mit einem rauschenden Ärekenbo ein: nächtliches Pari*. Licht- bänder. laufenbc Reklamen. Revue. Rod) nie vielleicht ist ciiw Revue aus so interessanten Einstellungen ans allen Dnkrtn vor und hinter der Biibnc gegeben worden, noch nie Haden Theafer- aufnahmen so sch.llernd und tempohast das Wesen einer gtnficu Revue erfaßt Wo die Handlung vom Oefseiirlcheii in das Private abbiegl. zu dem amourösen Äonfetft des Revue^tars. führt unbedingt Olga Tschechowa, welche unter der Ik.tung dieses Regisseurs einen Gipsrl ihrer Lauftxchn erreicht hat: wie die Alternde sich ihres Gefühls für den Jungen bewußt wird, wie s-.e mit zaghaften Fingern vor dem Spiegel die Runzeln unter den Augen und bi#c Falten am Halse ab taflet, wird für lange Feit ein erin- nerungswürdiges Bild bleiben Reben dieser rollen, plastischen Darstellung lomrnen di« beiden Mitspieler (Eve ® re!) und Jean *Br ab in) nicht sehr in Betracht. Großer Publikurnsersolg. zu dem der Mann an der Kamera (Werner Brandes) nicht toenig beiträgt.
Aus der sehr schönen Rovslle „Karl und Anna", von Leonhard Frank, baden Fred Majo und Fritz Wendhaufen den Film Heimkehr" gemacht - ohne natürlich dem fee»ischen Gehalt und den innerlichen Wandlungen der Profa nahezukommen. Schon her veränderte Xiiei zeigt bie Einstellung der Manu- strchtverfaller zu ihrem Stoss an; es handelt sich um bi« Heimkehr Richards aus den sibirischen Bleibergwerken, der sein« Frau in heißer Umarmung mit feinem Kriegskameraden und Freund Stad trifft — das Enoch Arden-Motiv, hier durch die Freundschaft bet beiden Männer verschärft. Richard entsagt ferner Fvau, die ihn nicht mehr liebt, und zieht wieher als Maat in d.e Weit. — Stören am Beginn die häufigen 3toifd)«niitei. welche Seelisches durch daS Wort erklären wollen, so fallen sie im Verlauf der Handlung fast ganz fort, die inneren Stimmungen und Enlw.rtiungen verdichten sich, und auf eine ganz tmfillnischc. schlichte und unpathetische Art volHiebt sich hier das Geschehen zwischen den drei Menschen; cm Frlm, der weniger durch äußere Effekte als durch die Entwicklung innerlicher Dinge fcfldt. ein Groß film ohne Aufwand und foftfp.euge Bauten, den fein Regisseur Joe M a y mit aller Kunst einer reifen, aber wernalS auftrumpfenden Erfahrung gedreht hat. Außerordentlich starke Stimmungen, die zwischen den beiden Bi-brnlen der stbinschen Einöde und den Großstad lauf nah m,m von Hamburg und feinem Hafen hegen. größte Ausdruckskraft bei stärkster Bevhaitsnhett. bte sogar auf die bei feeli- schen Vorgängen unvermeidbaren Zwischentitel
Der Mann mit der Idee.
dhinefenfihn in Paris.
Don Kurt ttersieu.
3n einer jener engen ftcilanßeigcnben Gasfen des labyrinchischen Gewirr» an den Hängen deS Montmartre liegt in einem alten, hohen, schmalen Hause, neuhergerichtet, einer jener kleinen Kinosäle, in denen man Filme sehen kann, die kein Boulevardtheater aus Angst vor der ..anfpruch-rtofen, inbi ferenten M^sfe zu spielen wagt. Ss gibt vier solcher kleinen Kinos in Paris, sie spielen RuNensilme. die spielen neuartige Versuche, die rein vom artistischen Herkommen. sie spielen alte, wertvolle Filme, zeigen Bildstreifen aus den ersten Zeiten des Films überhaupt man sieht, groß aus graue Wände zur Rechten und Linken projiziert, farrilatu- ristische TrtckzeichenMme — etwa- ganz Reues; sehr geeignet für Propagandazwecke, der Film- moniage gelingen hier überwältigend komische öhtfälle. . X1
ilnh man zeigt hort einen chinesischen Film, einen echten chinesischen Film, in Schanghai produziert. Ich habe ibn gesehen. Er ist herrlich, heiter, einfältig. Man sollte ihn auch in Deutschland zeigen. Sr würde nicht nur Sensation machen, sondern vor allem endlich einmal zeigen, wie es in China aussieht, wie sich die Mcn'chen dort bewegen, wir sie wohnen, wie merkwürdig sie denken, wie seltsame Einfälle sie haben.
ES i’t nicht das ganze Ehina, das man hier fleht. Es ist ein Stück chinesischen Lebens. Fühlens, ein Stuck chinesischer Kultur vor allem 'n den wundervollen Bauten. Alles war von einer Primitivität, einer kindlichen Raivitäl. einer Schrulligkeit, und einer Anschaulichkeit zugleich. baß man nicht ans dem Staunen kam. Wir haben alle belustigt gelacht waren aber alle Slücklich. diesen Fllm zu sehen, mit wunderbaren linbfiden in Täler, Schluchten. Dörfer. Tempel. Räume. Hallen. Es gab nirgends Kulissen, nirgends gemalte Prospekte, alles nur echt und rein, unb nichts erinnerte an Erport
Da ist ein junger Mann auf der Reife in die Stabt, sieht zufällig eine junge Schöne: natürlich Liebe auf den ersten Blick. Sie geraten in einen Tempel, wo das junge Mädchen ein Opfer bringen will. Der alte Tempel mit dem grotesken Turm liegt mitten in einsamen Bergen.
verzichten kann. Gnthalllatnken von allen film- üb».eben Effekten machen dieses Drama zu einem der stärksten E.nbrücke, den die Spielzeit bisher txrm.ttvit hat Joe Man hat cs gewagt, fein »we stünblges Drama Mit drei Personen Karl, Xdxnb unb Anna aufzudauen. bargeftcflt durch Gustai- Fröhlich. Lar» Hanson unb Dita Pari», hem neuen .Fiimftem her Ufa; alle behaup.en s.ch angesichts ihrer schwierigen Aufgaben m.t viefem Können Io daß am Ende starker Beifall den Reg'feur mit zwei Darstellern Hervorrufe.
Der F.lm ..Angst", nach einer Rovclle von Stesan c . g . zeigt b-e g.cichlaufenden Linien Uve.er Ehc.i. in Denen bic eine ung.ücklich und bk andere, wenn man fo sagen darf, glücklich vmittet st; in der letzten herr'cht allerhand ToLhe-.t. in der ersten aber bic Angst, die Elga Brink vor der Elkdeckung einer kleinen ehelichen Untrcuo haben muß. so daß Schert unb Ernst in gUchen Schalen gegenelnandergehalten werden. Unter SteinhofsS Leitung ein sehr sauberer unb anftänb g-sr Fr-n mit Henry 6 b- warbS. einem satinierend verhauenen Schau- sp.c.er. unb Gustav Fröhlich, hem als Darsteller guter Jungen bekannten Darsteller. Gin geschirtfes Publikum-snick. das sich l«se in die iu,d)au?r 'chine chelt.
Der IRegiffeur Eichbckg hat das Verdienst, die chineascho. aber in Amerika geborene Ann May Wong in Deutschland gezeigt zu haben;
fit ist Allistennn ome# Artisten (Heinrich Georg«), der fit allabendlich m Ifenctc als Lchaunummer unb auch fenlt m.t Meslcr.i bc- w rft. ein grober ungeschlachter Äerf. für den ’.c sich opfere Unb triefe junge libintfin hat c.nen schwermütig-erhabenen Re.z. ihr Lächeln ist von e.ner bozauberndsi ciob chen Süße, sein unb zerbrechlich ist Iw einer Welt voll Grauen unb Verbrechen ausgefetzt. wirlungsvväe Kontraste. > e b»fes schauspielerische Phänomen tounhciiHki unb unvergeßlich verkörpert. Der Film, in dem sic spielt. beißt ..S on g". er ist ein Schauer^-m mit d.e'er fremdländischen Köft-
Der Amer.laner ..Rull 116 f arbeit betef- tivi'ch unb h.ntertreppen:.läßig mit allen bewahr- ten Requi'iton: Zallklappen. greifenden Händen. u?chlagenden Düren, Versenkungen und allem. was gut und bewährt .st. Unb Lionel Barrymore Hai bar.n bic Hauptrrxlo eines alten Herrn, bei hch teils wissenschastllch. teils Verbrecher.fch beschäftigt. Aber das Ganze ist eigentlich Reklamcsilui für Rcr, thc gor man policc dogc, einem wundervollen klugen beut- schen Po.zechund. ein herrliches Xicr. in allem unb jedem fernem berühmteren Kollegen Rin- f.nhr. vollkommen ebenbürtig Das übrige hat man schon sehr oft gefeben. am hübschesten bä Paul Lern, der b;ofe 5ilmfrunhialität in feinem ..Spuk tm Sch7oß" wundervoll parodiert hat.
Vom Mm und seinen Leuten.
Eine giftige Plauderei. Don Erich (Lffler.
Das fertige Filniwcrk sebrn Sie, meine sehr verehrten Herrschaften, im Kinotheater, die Mühe und Arbeit, die darin stecken, ahnen Sie vielleicht auch aber imt den Menschen, die diese Arbeit leisteten, will ich Sie in nachstehenden Zeilen flüchtig bekanntmachen. Ratürlich nur mit den künstlerisch tätigen, sonst reichte der Raum nicht aus.
Hat sich so eine Firma erst einmal entschlossen, ein neues „Ding zu drehen", so sucht sie nach beut Filmschrift st ekler, der das Sujet liefern soll. Das ßeißt. suchen braucht sie eigentlich nicht. Derartige Leute gibt es zu Hunderten, zu Taufenden. Vom Bäckergesellen bis zum Fabrikbesitzer, vom Portokassenrendanten her Bank bis zum gewichtigen Regierungsrat fühlen sich ilnqe\iiblte „berufen". Was sie einsenden. ist zum Teil wirtlich .Eigenes" — es macht gewöhnlich den unbrauchbaren Teil des Manuskriptes aus! — zum Teil Rachempfundenes. Gelesenes. Gehörtes. Gesehenes -- und daS darf die Filmgesellschast nicht erwerben.
Der Unglücksmensch. der den Wust von Gingängen durchlesen soll, ihn auch mindestens eine 3citlang irgendwo verstaut unb dann zurückschickt. ist der Dramaturg. Seine besonderen Kennzeichen sind dunkele Haare, zu einer unentwirrbaren, duftenden Löwenmähne verkleistert Hornbrille und österreichischer Akzent. Manchmal stammt er auch wirtlich auS Oesterreich. Er haust gewöhnlich im vierten Stock des Hauses, in dem sich bic Filmgesellschaft eingenistet bat und verbringt seine Dienstzeit hinter Riesenstößen von Zeitungen. Zci.schristen und Dücherm auS beni er sich nicht gern h?rvorlocken läßt. Da er stets an die Fülle Papier unb Tinte denken muß. die unnütz von den „Autoren" vergeudet werden, wechseln feine Stimmungen zwischen ernst, traurig unb zornig-drohend. Man hüte sich vor ihm unb reize chn nicht. Sein gutes Gedächtnis für Gelesenes beweist er oft in von ihm herfaßten Filmen
Hat der Dramaturg einmal konlurrenzneMos daS Wert eine# anderen bekannten Schriftstellers ausnahmsweise für „filmreif“ befunden, dann flü»t sich her Regisseur darüber her und zerpflückt es in hundert Einzelszenen, die ec
.bearbeitet' und je nach dem Grade seiner 3bccn- fülle „ergänzt". Die Hauptmerkmale des Regisseurs sind ebenfalls wallende Mähne, russisch oder amerikanisch afflimati fiert er Akzent, cm tveißer Mantel, das Manuskriptbuch unter drm Arm und das Megaphon. Das ist der Fetisch dieses Mannes, mit dessen Hilfe er während der Aufnahmen so laut brüllen kann, daß fünfzig Meter im Almlrcife alle „angesprochenen" Lebewesen glatt an die Wand gedruckt werden. Er ist der Einzige, der toäbrcub bet Filmaufnahmen eine Meinung haben Darf, jeder Versuch anderer Individuen wird nicbergcbrültt.
Ihm zur Seite steht der Hilssregisseur. auch Regieafsisteirt genannt, damit jemand da ist. der bic Verantwortung für Mißlungenes übernimmt. Die prächtigen Eigenschaften bfefc# Mannes kommen bann erst recht jur Geltuna. wenn er — der Fürst der Jilmbörse — die Komparserie (stehe untenI) engagiert. Des Regisseurs größter Feind ist her Filmschrisksteiler i ließe oben!), der niemals seine „Verbesserungen in der Handlung“ anerkennen will.
Sein Freund und Soraenkind zugleich ist der .St a c". ein Lebewesen das bei der Nahrungssuche niemals tn Rudeln auftritt. Einsam, unnahbar. in glitzerndem Gefieder, sitzt er abseits in dem gläsernen Käsig und — kaut Gummi. Rur an der Futterstelle (Kantine genannt), ober für eine Zigarette wird er gesprächiger - wenn er sich auch niemals dem „Ofefrümcl unter sich" gegenüber bas geringste veracht. Er ist daS Wesen, demgegenüber bet Regisseur ferne Macht vergißt unb. wenn er weidlich.n Geschlechts ist, wirb der Lenker der Fümgrtchicke sogar säuselnd benot. Die Star-Launen sinb bekannt, ich versage mir. darüber zu schreiben (Mir steht ja nur wenig Platz zur Verfügung.) Sie sind daS einzige, was jebc Frau mit ben Filmgöttern gemeinsam hat
Der Komparse ober Statist ist ein Herdentier. bas stets als Gesolge des StarS auf tritt -- wie der .Madenhacker" dem Krokodil stets Gefolgschaft leistet unb von ihm lebt. Sein Gefieder ist weniger schön als das des Stars, und meist Saisonware, bte aus Berlin, wo eS am Osten ist. bezogen wird Da Bewegung grsmtdh.itsförbernb
Dort muß man länger verweilen, ilnb währenddem kommen Räuber, rücken vor den Tempel, und ihr Führer verlangt die Herausgabe des Mädcheirs.
Im Tempel ist man außer sich Rur der junge Mann bleibt ruhig, wird noch ruhiger, als die Mutter der Schönen erklärt, sie würde nur dem Mann ihre Tochter zur Frau geben, der sie aus dieser entsetzlichen Lage befreien würde. 11 nb nun glaubt jeder, der liebende Jüngling mürbe fern Schwert ergreifen unb. . .
Ter legt aber b:n Finger an die Rase unb erklärt nach einiger Lieberlegung „Ich hibo eine 3ßee." Alle sind erstaunt, neugierig, wir auch. Unb so kommt heraus, daß der junge Mann irgendwo einen Freund hat — der ist General und hat Soldaten, man solle ihm einen Boten schicken, dann käme Entsatz; vor allem aber mü’fe man zunächst von den Räubern eine dreitägige Bedenkzeit erbitten. Gesagt, ausgeführl. Die Räuber sind einverstanden, ziehen ab. Einen Boten auSsindig zu machen, macht Schwierigkeiten. Siner ist ganz sicher, aber der geht nur. wenn man ihn provoziert, nicht wenn man ihm einen Befehl gibt Man ruft allo daS Ge- Itnbe zusammen, erklärt, worum es sich handelt unb betont, außer jenem einen würde sich doch wohl jemand betet tertiären, ben Auftrag an ben General zu übernehmen. Riemand meldet sich. Aber jener eine ist tief beleidigt, tritt hervor, macht furchtbaren Krach, weil er auS- gefchlolfen fei, übernimmt die Ordre, schlägt sich durch die Räuberschar, kommt zum General unb kehrt mit einer Kompagnie zurück — gerade am dritten Tage, als die Räuber wieder vor dem Tempel erscheinen. Ss kommt draußen zu einem wütenden Kampf zwischen dem Räuberhauptmann und dem Kompagniesührer. hoch zu Roß. Der Räuber wird g^chlagen. Unb bic Soldaten ziehen unbelohnt av. Der Mann mit der Idee hat gesiegt.
Aber in der Rocht uberfäUt ihn im Traum der Räuber von neuem, raubt die jun« Geliebte. entführt fie zu Pferde, der Liebenwe fetzt sich auf einen Federhalter, reitet in saufendem Galopp durch bie Lüfte hinterdrein, erreicht fie, sticht den Räuber mit hem Federhalter tot, bringt das Mädchen zurück, unb doch erhält er es immer noch nicht zur Frau.
Am andern Morgen er Härt ihm die Mutter, fie würde ihm die Tochter zur Frau geben, aber er müsse zuvor fein E^unen machen. Der
Mann mit der Idee ist ganz fassungslos und außer sich vor Schmerz, in tiefster Angst nimmt er Abschied, reist aus seinem Esel durchs weite Chinesenland in die Stabt, von Melancholie übersättigt. vergrämt, bekümmert, verängstigt. Aber er besteht fein Examen zur eigenen Derwunde- rung, zieht heim, erhält sein Mäbchen — Ende.
Der Mann mit der Idee bat gesiegt, her Wann mit der siegreich tötenden Feder, der Mann mit ben Einfällen, bet Mann, her andere sich schlagen läßt und nur in Schweiß gerät, wenn geistig etwas von ihm verlangt wird und nur tm Traum zu töten vermag.
Dieser Film heißt „Die Rose von Pu- S h u i“, und ich möchte ihn gern noch einmal feffen-
War toirb aus dem Lächeln der? lmstarS?
Auch der Schädel des großen PornpejuS wirb nach Hamlets melancholischem Wort zu Staub. Darum sollte es nut bcm Lächeln beS Filmstar- anders fein? Aber untere praktische Zeit läßt ben Glanz ber Filmbilder nicht erst in Staub zerfallen, sondern nützt die abgenutzten Bildstreifen noch gehörig aus. So kann es kommen, baß bai verfeihrerische Grübchen von Laura la Plante ein paar Wochen später ein Paar Schuhe schmückt, baß baS strahlende Lachen Wary Pickforbs in bem neuen Smail eines KrastwagenS verschwindet; her Hanbarlls eines Motorrades entsteht auS dem Stoss, in bcm da» kühnste Abenteuer Harry Piels verewigt war, ober man benutzt ahnungslos einen Kamm, auf dem noch vor kurzem Harold Lloyds Zahnreihen in ihrer vollen Pracht leuchteten. Das passiert mit ben Filmen, wenn fie Im Lichtspieltheater ausgedient haben? Wo endet das Lachen unb Weinen beS Filmstar-Bl Wie ist boi Schicksal jener unenb- ttchen Filmftreisenreihe. bic allabendlich unzählige erschüttert unb er!-ul? Wenn der Filmstreifen ..gekocht" ober genauer in seine Bestandteile anf- oelöst wirb, bann besteht er zu 10 Prozent aus Kampfer, zu 10 Prozent aus Gelatine. 1 Prozent aus Silber und 79 Prozent auS öelluloib. Für drei Mart Silber gewinnt man aus einem durchschnittlichen großen Drama von 5 bis 6 Allen, ganz gleich, ob Shapliu unb Pola Regri mit- «spiell haben ober ganz unbekannte Darsteller. Bei uns nutzt man bic aus bem Allfilm gewonnenen Bestandteile Kampfer unb Gelatine für die Herstellung von Ansichtspostkarte» aus, so baß
ist. unb der Regisseur ihn gern „auf dem laufenden hält", strotz! er von Gesundheit, wenn er nicht was oll bet ieiner Haftung oorfommen soll bcm Hungertyphus schon tn frühen Jahren ■mm Opfer fällt
Der Operateur bat tmi den Aerzten des Krankenhauses nur den langen, weißen Mantel gemein Cr ist ber Ritter des . ^Xaltefertreuzes' und ocrbicnf fein Geld „im Aanbumhtx-tKn". Seine Waffe ist bte Kamera, bte sehr gefürchtet ist. wett Ne alles, was sie objektiv erfaßt, unabänberfid) .festhälf
Eine wichtige Pcrtonttchkell unb beitnoch ein Veilchen, bas tm Verborgenen blüht, ist ber Press cches Er haust im olx'rttcn Öiodtnerfe bei Hauses, in bcm |c*ie Gefellschaft ihr Dvanztt errichtete, damll ihn bequeme Leute nicht besuchen. 6cm Gehirn versorgt Hunberte von vfettungen mit Rcutgletten. cr verzapft die Rettan-.ebroschüren, macht Plakatvvrschläge. lammeil .Kritiken kurz, ist der geifrige Pol her Firma Das heißt, fotan.-e alles aut geh«. Schreitxm oder Ne ,-feUmtgen über eine Prentiere Heblet, hat man tut .Vorspann" einet Filme» troenhetnen Mitwirken den zu nennen vergessen, hat es bei ber Premiere nicht geklappt ober was sonst an Widerwärtigkeiten emtreten mag. so ist er der Blitzableiter für Zornige. Dann suchen ihn alle auf, bte tbn sonst kaum kennen wollen, unb sagen ,hm Ladens- wurbigteiten. bic ieben anderen Sterlüicheti glatt töten tönnfen Aber bte Prefsechess leben, ich reibe sie allo in bie Saaffc der IHdßäuler ein unb — betreibe sie km stillen
lieber bem ganzen aber thront der Direktor, ber Repräsentant der Finna Er tH kenntlich an den guten Zigarren, her er raucht, auch paßt er am besten vn bie Klubfefsel Denn er guten Likör hat, ist er wegen Ucberbürbung mit Geschäften für niemanden zu sprechen Deutsche und tschechische Bäder, tn denen man neben Gell» auch Fett lottperben tann. sind beii.'bte Reisezieie dieser Herren Eine üble Anaewodnltz.it der Dtrekte ren war es einst, sich bet Sorgen die fie natürlich in Hülle unb Fülle, befand«rt wegen der Steuern, baden, die Haare auszuraufen Daher haben jetzt fast alle eine Glatze
Die Frau D i rc 11 o r ist wegen ihrer Gaft- fveundschaft beliebt Meistvns will sie Filmstar U'erbcn. ober fie war es früher In biefem Falle ift falt stets hundert geaen eins zu wetten, daß ihr Gatte einst - Regisfeur war
Kintopp-Romantik und Kriminalfilm.
Don Alfred Zeisler.
Kein Zweifel: Die Zeit des ..großen Detekttv- Schlagers" ift vorbei; vorbei jene Epoche, da Joe Deeds unb Stuart Webbs, btt Meister- belektive, un» ein« Gänfehaul nach bet an bereit über den Rücken jagten, unb Revolver, schwarze Masken und unterirdische Gänge unfl bis in unsere Träume verfolgten. Wir find nüchterner geworden, sachlicher, wir verlangen LebenSwahr<- heit unb crakle Klarheit Wer läßt sich beute nixß etnreben, baß er einen Bekannten nicht an tau- senb Dingen erkennen würde, wenn der so albern fein sollt«, sich aus Bartwolle ober geknüpften Haaren eine Matratze ins Gesicht zu Neben. Wern imponierte jetzt noch jener Trottel von Detektiv, der. die kur^e Pfeife tm tieffinnig herab- gezogenen Mundwinkel, hr einer Kleidung herum* lief, die ihn unter Taufenden sofort erkenntlich machte, unb wer lächelte heute nicht, wenn er in einem verfallenen Haufe. daS einer wüsten Verbrecherbanbe als Sxhlupfwinkel bient, technische Einrichtungen sieht, deren Anlage die Mitwirkung der besten Ingenieure vorauSfetzen würde Elellnsche Ußren. bie Etplosivnen aus* iöfen. versenkbare Tresors, geheime Oessnimgen, die durch einen Druck sich öffnen unb Menschen verschlingen Rein, für jene romantische Mischung au» wdbem Westen unb Berliner Osten, aus der Soi.nen stich-PHan taste schlechter Filmautoren unb den mfantklen RäubersPiel-Ass oztat Ionen zweitklaffiger Regisfeure find wir zu reis gc*
fid> alfe ber KreiSlaus von Bild zu Bild fchl Hauptsächlich aber wirb in ben Filmverwertungsanstalten bas Zelluloid ausgenutzt unb weiter verarbeitet.
Die größte derartige Fabrik in England, bte von einem Mr. Hyams geleitet wirb, ift von einem Lonboner Filuilorrespondenten besucht worden. der ein wehmütiges Lieb aus bi« Bergäng- liHkeil alle- Irbischen anstimmt. HyamS. ber alle bie Herrlichkeiten ber Filmkunst von ber Oberfläche beS BilbftreifcnS adwäfcht. verarbeitet wöchentlich mehr als eine Million Fuß Film. DaS Verfahren ist verhältnismäßig einfach. Der Film kommt erst tn große Behältnisse mit kaltem Dasfer unb wirb hier ausgeweicht, bann in Kessel mit kochendem Wasser, bem Chemikalien beigesetzt Unb. Das kochende Wasser entfernt jebe Spur her Emulsion In etwa drei Minuten. Diese Emulsion, bie baS Silber enthält, setzt sich am Boden des DesäßeS in Form einer dicken schwarzen Schicht ab, unb biefe Schicht wirb zweimal tn Der Woche entfernt, gefiltert unb gereinigt. HyamS wicS ein Stück Silber in ber Form eines kleinen Tennisballs vor unb erklärte, damit sei die Welk mehrere Monate lang in Entzücken unb Wehmut versetzt worben. „In bielem Stück Silber.“ sagte er „liegen 50 ber ßimeißenften Mienenspiele Gloria Swansons. einige leidenschaftliche Liebesszenen zwilchen Constance Xalmabge und Ronald Colman, ein Drama der Mutterliebe, bei dem älnzähllge gemeint haben, abenteuerliche Szenen, bei denen Richard Zalmabge mehrmals fein Leben aufS Spiel fetzte, und der spannendste Teil eines berühmten Lcheil-Dramas. Für uns ift da« alles ganz egal. Ob der Film „Ben Hur“ darstellte unb „Die zehn Gebote“ oder irgend ein minderwertiges Schaustück, wir zahlen 4 Pence für das Pfund unb kaufen sie nach ber Tonne.“ Der vollstänbig gereinigte Zelluloib-Streifen wird aus bem kochenden Wasser genommen, tn großen Dreh trommeln getrocknet unb bann aus hefige Räder aut gewunden. Im trockenen Zustand wird er dann artige löst unb nun zu ben verschiedenartigsten nützlichen Dingen verarbeitet, wie Hanb- arisfen, Schuhen, Schuhwichse, Ta'chenlämmen, Haarspangen und vielen anderen Dingen. Sv ift es also möglich, daß ber Filmstreifen in Verwandlungen wieder auftauchl. von denen der Besitzer eines solchen Zelluloidgeaenftandes feine 2lßnung hat, und hier endet daS Lächeln des Fllmstars.,,
V—r f 1 — J-MH V


