100 OL st regen Insgesamt wurden in der Qlr- oeitslosenversicherung 768 Personen unterstützt, in der K r i f e n f ü r s o r g e 15. Rotstandsarbei- ter, die an der Riddaregulierung beschäftigt werden, sind 250 vorhanden.
WSR. Friedberg, 18. Sept. In der vor einigen Iahren umgebauten Klosterkaserne, in der sich jetzt das Vermessung-- und Polizei amt befinden, ist der Messing- käfer festgestellt worden.
— Bad-Vauheim. 18. Sept. Der Süd- bezirk de - Gaues 73 (Lahn) im Bunde Deutscher Radfahrer führte am Sonntag eine Bezirkswandersabrt aus. bk hier endete. Etwa 200 Radsportter trafen um die Mittagsstunde aus allen Himmelsrichtungen hier ein, besonders gut war Gießen vertreten. Unter Führung hiesiger Sportfreunde wurde ein Rund- gang durch das Dad und feine Anlagen unternommen. Im .Thaltzsienhof" war man dann noch einige Zeit gemütlich beisammen. Dabei begrüßte der Vorsitzende des hiesigen Radsahrervereins, Kaufmann O. Düsselberg, die Gäste' in deren Auftrag dankte Dezirksfahrwart Rein (Wiß- »nar) für die freundliche Aufnahme in Bad-Rau- heim und für die interessante Führung. Auch die Kraflsahrer-Vereinigung bcut- scher Aerzteim Gau 9 (Hessen. Hesscn-Rassau und Waldeck) hatte unsere Stadt am Sonntag al» Treffpunkt gewählt. In etwa 50 Autos trafen die Teilnehmer an der Fahrt hier ein Im Kurhaus sand eine geschäftliche Sitzung statt. Gin- gehend wurde da- Vad besichtigt.
4- Vad-Aauheim, 18. Sept Da» Kurth« ater (Gießener Stadttheater) beschloß am Sonnlaoabend seine diesjährige Spielzeit Als Abschiedsvorstellung gab es eine Erstaufführung, und zwar Gurt Vdtzens entzückendes Lustspiel „Ingeborg", das eine glänzende Wiedergabe erfuhr und zu einer der besten Aufführungen dieses Gommers wurde. Alle Darsteller Ingi borg Scherer, Iuliu» Bast 6, Luise Jüngling. Han» Haesen, Hans Tannert — wirkten äußerst sympathisch und sanden den stärksten Beifall der großen Theatergemeinde, die sich zum Abschied clnaefunden hatte. Im allgemeinen kann über den Verlauf der diesjährigen Theatersaison, die durch zahlreiche Erstaus- führunaen au-gezeichnet war, gesagt werden, daß sie recht erfolgreich war und dem Intendanten, Dr. P r a s ch. und feinem Ensemble starke Anerkennung zuteil wurde. - - Auch auf dem Gebiete der Musik war die diesjähriae Saison äußerst erfolgreich. Seitdem der Meminger Dirigent, Heinz B o n g a r tz, als Generalmusikdirektor an die Spitze de» staatlichen Kurorchesters berufen worden ist, hat sich daS Kunstleben außerordentlich entfaltet. Es wird allgemein anerkannt, daß er in den wenigen Monaten das Orchester auf eine Höhe gebracht hat, die von dem hohen Derant- worlungssinn des Dirigenten Kunde gibt. In den Sinsoniekonzerten wurden u. a. aufgesiihrt: 5. und 6. Bruckirer; I. Mahler! Toch Die chinesische Flöt«! Respighu Rossiniana: Wetzlers Asstsl-Lc- B. Mit der (^-Dur-Sinfonie von Schubert
Generalmusikdirektor Bongartz einen beson- aroßen Erfolg. Von den Solisten wurden Glli Rey, Emanuel Kuermann, Riele Queling und Marika Linz besonders gefeiert. Erstmalig beranftaltcte die Kurverwaltung Deutsche Meisterfestspiele, und zwar Salome. 9. Sinfonie von Beethoven, Tristan und Isolde. Diese Beccrnstal- tungen wurden au Höhepunkten dcS mt:sikalischen LebenS der Saison. Unter der künstlerifchen Leitung deS neuen Generalmusikdirektors lösten sie bei dem Internationa len Publikum stürmische Begeisterung au».
6 Dad- Ra u he l m, 18. Sept. Die Bestrebungen, für die Wahl zur evangelischen Khrchengemeindevertretung die Einte aiam auf eine Einheitsliste herbeizusühren, ibf> gescheitert. Es sind nunmehr zwei W^hlvorschläge einaereicht, so daß die Wahl nach dem Borbildr der polttitoen Wahlen statt- flnbcn wird. Seit vielen Iahren ist Die hiesige israelitische Gemeinde bemüht, durch Errichtung einer neuen Synagoge den Bedürfnissen der menen Zeit, vor allem auch den Wünschen der israelitischen Kurgäste Rechnung zu tragen. Rach langen Vorbereitungen konnte im letzten Iah« die finanzielle Frage gelöst werden, nachdem der Grundstock deS Baufonds der Inflation zum Opfer gefallen war. Heilte wurde nun der erste Spatenstich zum Reubau vom Vorsteher der ifraeliüschen Demeiirde getan. Der Rohbau, der von der Firma I. B. Hofmailn
Verhängnisse.
Vornan von Liesbet Dill.
Copyright by Martin Fcuchtwanger, Halle (Saale).
8°. Sortierung. Nachdruck verboten.
Weite zündete sich eine fri|che Zigarette an.
„Nun wird er mir beichten", dachte Charles, und er schaute besorgt in des freundes rnaacrcs Gesicht, über da» wieder das heftige Zucken lief.
„Du solltest nicht so viel raudjen, Weite", meinte er.
..Doo macht mir auä) nicht» mehr. Laß nur und iunbe dir auch eine gute Zigarre an, au» dieser Ufte hier. Und dann werde ich dir das sagen, was ich auf der Seele habe. Die Damen behaupteten früher, ich habe kein Herz. Wozu broudjt man ein N«rz. In Nantes nie J)u|ar? Ich bitte dich. C» ging auch so. Wenn aber einmal bei mir ein bißchen, lagen wir, Herz dabei im Spiele iuai dann ist e» meist übel au»aegangen. Du hast immer gemeint, id) habe Gluck bei den Frauen? Ach. Charles, was heißt .(Dlüit? Sie flogen mir zu. Aber die wertvollen, die sich unb mid) «rnft nahmen, die, wenn es darauf ankam. für einen einftaubcn mit einem Heldenmut, den die Männer gewöhnlich gepadüel haben, die finbet man sehr, sehr leiten. Wo» ist eine Schlacht? C» wird befohlen: Angriff, und man geht hinein, weil man tofge|d)o||en würde, |o oder so. Wenn man heil herauskommt, das ist Zufall Nicht mehrt Mut?' ° ' *
„Lieber Gott, uxi» haben fie für eine Geschichie »us der Jungfrau von Orleans gemacht! In ihrem nause in Drleau» gibt es eine Bibliothek non |ech> laufend Banden, die über diese» Hirtenmädchen geschrieben wurden. $di könnte eine Geschichte schreiben von einer Frau, die eine Heldin wa,
man sech»iausend Bände über sie geschrieben hat. Von der kein Mensch weiß, roan sie getrogen hat unb wie sie e» getragen hat ... Ihn
Seine «stimme schwankte: er warf die Zigarette In den Koniin, seine Hände packten die Sesteilebne
„Greist dich do» nicht zu sehr an. lieber Freund ' meinte Charles, der die Erregung beobachtet,, die burd) des Freundes Körper zuckte mahrenb er die Worte hervorstieb.
ausgeführt wird, soll schon in /zwei Monaten vollendet fein. Dic Einweihung wird im nächsten Mal erfolgen. Die Kosten deS Baue», der ein Schmuck unserer Stadt werden wird, sind auf etwa 150 000 Mk. veranschlagt.
m Butzbach. 17. Sept Der gesteh« Weiheabend. den Gustav ^itbebrant in der hiesigen St. Marlusgemeinde veranstalte tete, badete ein Ereignis für unsere Stadt. Der Dovtragcnde verstand es meisterhaft, das große Mysterium von Golgatha m dramatischer Form auf die Herzen der Zuhörer wirken zu lassen, wozu noch die sctettichc Ausgestalkung des K.rchenraumee. den nur die Kerzen auf dem T sch des Vortragenden erhellten, und geeigirete Orgelmus-ck wesentlich bei trugen. Der mufifa- lü'che Teil lag in den Händen von Stehtct Bach dapier, der die einzelnen Passionsoilder unb deren Hauptstellen durch Werke von Beethoven, Wagner, Händel und Haydn umrahmt«, bzw. unterftrid), wodurch die Wirkung besonders an den Forti-ssnnostellen durch die Trompeten- und Posaunenregister unsere» prächtigen Orgelwerke» geradezu übcrttxHt.genb wurde.
Wohnbach, 18. Sept. In diesen Tagen wurden auf dem Bahnhof Berstadt-Wohnbach die e r st e n Z w e 1 s ch c n verladen. Der Erzeugerpreis betrug 9 bis 10 Mk je Zentner. Ende der vergangenen Woche wurden 7 Mk bezahlt. Der Ertrag an Aepfeln und Birnen ist fast Rull. ~ Obwohl wir in unserer Gegend viel weniger Rre- derschläge erhielten als z. B. im Vogelsberg unb im Lahntal, stehen die Hackfrüchte doch gut. Bis setzt wurden nur Frühkartoffeln geerntet. Der Ertrag war etwa mittel. Die Spätkartosfeln haben noch grüne» Kraut. Probeernten haben ergeben, daß die Knollen wohl normal groß und gesund cnhmdelt sind, aber die Stückzahl und damit dic Ernte um mehr wie ein Viertel gegen das Vorjahr zurückbleibt. Auch haben, durch die späteinsetzenden RegcnfäUe veranlaßt. sich viele kleine Rachtouchskartoffeln gebildet Einen befriedigenden Stand zeigen die immer mehr zum Anbau kommenden Zuckerrüben. l>rt tocrd nur über die
Knappheit an Grünfutlermitteln.
Ärd* Büdingen.
II Büdingen, 18. Sept Der hiesige Zweigverein de» D. H. C. hatte am Sonntag eine Wanderung auf die Herchenhainer Höh« unternommen, die, vom schönsten Wetter begünstigt, mit einer sehr hohen Teilnehmerzahl durchgeführt werden konnte. Am schönen De« fallenen-'Denkinal des Gesamt-D. H. E. wurde der neue Wimpel des Büdinger Iung-D. H. 6. geweiht Der Vorsitzende de» Büdinger B. H. C.« Zweigvereins, A. Schuch, hielt eine clndriug- liche Weiherede. Anschließend sprach V. H. E.- Bruder Schwarzhaupt über die Ziele der Iugendgrnpp«. Die Feier war durch gemeinsame Lieder und Darbietungen der Büdinger Iung- V. H. E.-Kapelle würdig umrahmt. Am Vater- Bender-Heiin wurde abgekocht, gespielt und gelungen. Um 4 lllyr erfolgte der Abmarsch über Herchenhain nach Gedern. Rach einem kleinen Imbiß fuhr man mit dem Abendzug nach Hause.
* Echzell, 18. Sept. Der hiesige Klein- kaltberschützenverein, der erst seit zwei Jahren besteht, errang auf dem Preisschiepen in Hanau bei schärfster Konkurrenz die Deztrk»- meisterschast mit 149 Ringen durch Rudolf Ost beim, während Wilhelm Rückert die Meisterfchast hn Einzelschießen mit 140 Ringen bei 15 Schuß erwarb. Bereits Im Iahre 1926 besah der hiesige Verein die Krelsmeister- schaft Im Gruppenschießen unb die Meisterschaft hn Einzelschieben.
nb. Aus dem Dekanat Ridda. 17. Sevt. Im KreiSverband Ridda der 21140- chenvereinigungen wurde gestern der I u - gendsonniag seterlich begangen. Vormittagsand in der Turnhalle zu Ridda ein sehr gut besuchter Iugendgottesdienst statt, in dem Iu- gendpsarrer von der Au auS Darmstadt in erbaulichen Worten über die beiden ungleichen Söhne auS Math. 21, VerS 28 bl» 31, predigte unb bi« Riddaer Mädchenvereinigung unter Leitung des Lehrers Dieter mehrere Lieder in erhebender Weis« vortrug. Rachmittags feierte der Mädchen ound Wallernhausen sein lOjährigeS Bestehen. Zu dieser Feier batten sich die Mädchenbunde aus Ridda, Eicyels- oorf-Ober-Schmitten, Ulfa, Ober-Widdersheim- Borsdorf, Hungen, Gedern, Wtening»°M«rkenfritz,
Hrrzenhain unb fogar au» Reu-Isenburg mit übet 300 M tgliebem eingesunden. Unter Vorantritt des Posaunenchors Dallernhauten zogen die Mädchen verein« unb s^r viele Gäste au» der näheren Umgebung m'rt dem Bund« von Waltemhauten durch die "Hauptstraßen des Dorfes nach dem schönen Festplatze beim Psarrhau». Dort begrüßte Der Orlsge.stliche. Pfarrer Rau, in herzlicher 2Beifc die Festversammlung. Iu- gendpfarrer von der Au hielt dann die Festrede. worin er bi« Bedeutung unb den Zweck ber Mädchenverc nigungen schilderte. Die «inzete twu Mädchenbünde trugen schöire Gesänge unb Gedichte vor. Mehrere luftige Theaterftückchen unb gelungene Reigen boten toeitere Unterhaltung für bic fehr große Zahl der Festteilnehmer. Ein Fräulein aus Zwingenberg entbot dem Mädchenbunde Waliemhaufen herzliche Grüße unb Glückwünsche ihres Bundes. Das Fest nahm einen würdigen Verlaus. Dekan Icriba au» Ribda dankte zum Schluß allen Teilnehmern unb M.twirkenden bei der Feier, und besonders auch den gastfreundlichen Gin- wohnern von Wallernhanten, die die auswärtigen Mädchen in freigiebiger Weis« aufs beste bewirtet hatten.
Urcio Schotten.
n. Schotten. 18. Sept. An Stelle bei verstorbenen Zigarrenarbei ter» Frieds. Reumann IV. tritt der Schreiner Wilhelm Fritz nach Feststellmrg der Demeinde-Wahlkommission als Mitglied in den Gemeinde ra t ein. Fritz gehört der sozialdemokratischen Partei an.
C Laubach. 18. Sept. Das Prci » schic- ßen der Kleinkaliberschützenvereine de» f f. Landjugendbundes wurde bei prächtigstem Wetter am Sonntag hier auf dem neuerbauten Schießstand abgehalten. Sic Beteiligung war sehr gut. unb auch die Ergebnisse müssen als gut bezeichnet werden. Zum erstenmal kam der von der Bundesleitung gestiftete Wanderpreis zur Verteilung, außerdem wurden die besten Einzelschützen durch Hindenburg- Plaketten ausgezeichnet, sowie eine Anzahl Ehrentafeln zur Verteilung gebracht. Den ersten Preis im Gruppenschießen, und damit den Wanderpreis für das Iahr 1928 29, errang die Schießabteilung der Iugendgrupp« Echzell mit 135 Ringen. 2. Pr. Schießgruppe Rod he im a.d. Horloff mit 118 Ringen, 3. Pr Schießgrupp« Laubach mit 113 R., 4. Pr. Schießgruppe Ober-Hörgern mit 106 R.. 5. Pr. Schiess ruppe Ruppertsburg mit 103 R.. 6. Pr. Schießgruppe Rodheim II mit 95 R., 7.Prei» Gchießgruppe Steinheim mit 92 R. Im Ginzel« schießen errang den 1.Pr. Hch. Dinding (Echzell). 2. Pr. Hch. Decker (Echzell), 3.Pr. Ludw Haas (Steinbach), 4. Pr. Wilh. Maier (Robheim), 5. Pr. Wilh. Wacker (Rodheirn a. d. Horloff). 6. Pr. Wilh. Rickla» (Rodheirn), 7. Pr. Hch. Becker (Ruppertsburg), 8. Pr. Hugo Fischer (Stemheim), 9. Pr. Erich Hofmann (Rodheim a. d. H.), 10. Pr. Hch. Günther (Laubach), 11. Pr. Rich. Wacker (Rodheirn a. d. H.), 12. Pr. Theodor Pape (Rodheirn), 13. Pr. Ferd. Schmidt (Steinheim), 14. Pr. Hch. Müller (Ober-HöMrn).
+ Groß- Sichen, 18. Sept. Die Wahl zur Kirchengemeindevertretung im Kirchspiel Groß-Eichen mit Klein-Eichen war auf den 23. d. M. festgesetzt wordem Da nur ein WahL- vorschlag «4ngeretcht wurde, gelten die auf diesem Vorschlag genannten Persoiren ohne weitere Wahlhandlung al» gewählt. ES sind im großen und ganzen ii: Mitglieder ber seitherigenKirchen- gemerndevertrrtung.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt, 18. Sept. Run bat auch Hessen die neueste Errungenschaft, das Stahlhaus, erhalten. 'Bisher wurden in Hessen vier StahlhLuser errichtet, unb zwar in Gge-löbach bei Darmstadt ein Doppelhaus, das vier Zimmer mit Zubehör und zwei Mansarden saßt für jedes HauS, und in Mainz zwei Gtahlhauser mit 3-Ziminer-Wohnungen und je zwei Mansarden. Die Häuser wurden von ber Stahlhaus-G.mB.H. Duisburg-M. errichtet.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 18. Sept In einem Ladengeschäft wurde am Freitag ein falsches 50- Pfennig-Stück verausgabt. Als der betreff enbe am Samstag vormittag in dem gleichen Geschäft wieder erfchlen, um abermals ein 50-
„Nein, im Gegenteil, es erleichtert mich: e» mußte ja doch einmal ... gesagt werden ... zwischen ... uns ..."
„Zwischen uns?" fragte Charles mit großen 21uqen.
„Za, zwischen uns", wiederholte Supon sehr ernst. Cr nahm dic silberne Krücke seines Stockes und suhr damit dem Blumenmuster des Teppichs nach, seine Stimme klang heiser, er atmete mühsam, und Charles mußte an seine Mutter denken.
„Lieber Nenö, sagte er, „du bist heute nicht in der Stimmung, über solche oadjen zu sprechen, ich sehe es dir an. Geldangelegenheiten untreu nie etwas für dick). Was ist cs denn groß? Du hast e» gebraucht und ausgeacben. Du bist im Uunit groß Scworden, und nachher roar nichts da. Das war art für dich. Unb ich bin dir dankbar, daß du nicht zu einem Wucherer gegangen bist, sondern mir dein Vertrauen gefdjenft hast. Ich habe dir da» Geld gegeben, weil es mir In diesen Tagen eine Last war, und es liegt (a sicher bei dir. Hch habe nie gemahnt, und dic Zinsen habe ich nur gut- geschrieben. Geschäft ist Geschäft, Janen die Commis vovageurs. Wenn wir aber einmal die Sache berühren, so tue ich es wegen meinen Söhnen! Nicht meinetwegen, unb deshalb wäre es gut. wenn ich für all« Hätte eine Sicherheit hätte."
„Du hast aber doch noch den Schuldschein von mir", sagte Rciü, ohne die Augen von den roten Blumen des Teppich» zu heben.
„9a, den habe ich. Aber wenn innvischen, ich will da» einmal annebmen. du bei diesem Leben mehr brauchst, al» dir der Staat Pension gibt .. .*
Nen6 sah auf.....Der Staat? Meine Pension?
Davon bezahle ich meinen Diener, über glaubst du. daß der umsonst bei mir aushält? Ein Herr im '.HoQftuhl ist anspruchsvoll und empflndtid». Kurz und gut, it)QS meinst du eigentlich mit dem Schuldschein.
CTbarle»’ Miene zeigte eine leichte Bertegenhelt. .15» ist so peinlich, lieber Nens, zwischen freunden, btefi Otelbfad)t
-2ber die Geldsachen, denke Ich. sürd doch Mar zwischen iin»*, morf Nene ein.
l(barte: schwieg Er hat so keine Ahnuna von Geschäften der gute Nen», dachte er. Wie soll man ihm da» erklär en, jetzt, da er so erregbar und lei- dcnb sttk
„Nein, nein, bitte, erkläre mir da»", fuhr Ncns fort. „Du bist beunruhigt. Hast du denn den Schuldschein verloren? Ich stelle dir gern einen neuen aus. Oder sollen wir einen Akt aufnehmen lassen, wegen des Hauses? Auch dazu bin ich bereit. Da» sind doch alles Nebensachen."
„Aber ich denke, davon sprechen wir dic ganze Zeit", sagte Charles.
„Nem, Charte», die Geldangetegenheit ist geord- net. Du hast deinen Schuldsthein bekommen, und c» war nobel von dir, alter Freund, daß du dich da- mit abgefunden hast. Von mir aber toar ee nicht nobel, baß ich dir die Zinsen nicht bezahlt habe, aber ich dachte, er kann mich ja treten, und wartete darauf. Ich hätte dir zwar auch bann nicht» geschickt, denn ich hatte c» ja verbraucht."
„Das ganz« Geld?" rief CHarle».
.,9a, das ganze Geld. Nicht an einem Tao» natürlich. Aber ich hatte Spielschulden, hielt Rennpferde unb hatte Pech: ein Pferb brach ein Bein nmhrend des Nennens und mußte erschaffen wer den, na, unb jo weiter, llnb bic Frauen hielt man auch nicht umsonst. Ob man fie heiratet ober nicht. Dic Lleve ist eine Gelbfrage. Wenigsten» war sie bas für mich ... bl» auf eine einzige Ausnahme ..."
(Er brach ab unb zog Striche auf dem Teppich.
„Du könntest alfo eine Hypothek aufnehmen lassen beim Notar, auf mein Hau», aber es ruht schon leiber eine erste Hypothek barauf, bann würdest du In zweiter Linie kommen, verstehst du mich?"
„Das ist ja nicht schwer zu verstehen", sagte Charles. .So hab« ich es auch aufgefaßt."
..Ich bin ja Immer ein leichtsinniger fterl ge- wesen , fuhr Ren» fort, „aber in Geldsachen bin ich anständia geblieben."
„Das weiß ich. Reite. Du hast mir auch früher all die kleinen Schulden zurückgezahtt."
Io, ober bic großen kann ich dir leider zu Leb- teilen nicht mehr zurückgeben. Und wenn du mir heute faajt, ich brauche das Geld, dann muß ich eben abschrammen, und »war sofort. Du brauchst mich nicht so groß anzusehen. Charte», da» ist kein Scherz. Die Pistole liegt Immer bereit in meinem Nachttisch, mit drei P.-.iionen geloben, gesichert, aber schußbereit."
Pfennig-Stück anzubringen, würbe seine Fefs« nähme veranlaßt. E:n« Durchsuchung seiner Wohnung förderte bann die Gerätschaften zutage, die zur Herstellung des falschen Gelbe» verwendet wurden. Der Täter, ein 26jähriger Schlvssergeselle. ist geftänd.g unb gibt glaubhaft an, bisher etwa 20 Falsch stücke in Mi Verkehr gebracht zu haben.
Preußen.
Mrei» Wctzlar.
3 Krofdorf, 18. Sept. Am Sonntagnachmittag besuchte die Ehefrau des Landwirt» Vilhclm Dau- bcrtshäuscr von hier mit ihrem Dreijährigen Enkclkindc den neuen Friedhof. In einem unbewachten Augenblick machte sich das Kind an einem Grabstein zu schaffen. Dabci brach die obere Halste des Steines ab und traf das ftinb |o unglücklich, daß es noch in der Nacht in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt werden mußte, wo es ernst barnicberliegt. — Heute vormittag hat das dreiiäyrigc Kind des Hüttcnarbetter, Wilhelm Weber von hier ein Zchnpfennig- ft ü cf verschluckt, so daß auch hier die lieber- führung in die Klinik nach Gießen ersolgeg muhte.
' Dornholzhausen. 18. Sept. Der Gern cinderat beschäftigte sich in htner fünaften Sitzung mit der Vergebung der Instandfct- zu n g s arbei ten am hiesigen Schulhofe. Es wurden übertragen: bic Maurer- unb Wafferleitungsarbeiten dem 'Bamm ter nehm en Zöller-Dornholzhausen, bic Reupflafterung des Schulhose» dem Bauunternehmer Schäfer- 'Dornhotedausen. Dic Arbeiten erfordern einen Kostenaufwan.d von über 2000 Mark.
O Oberkleen, 18. Sept Der Maurer Heinrich Krill von hier, ber hn Mai bet dem Zusammensturz einer Scheuneil- wand im benachbarten Vollnkirchen verletzt toirrbe, ist jetzt gestorben. Unter großer Beteiligung fand am Sonntag ferne Beerdigung statt.
Maingau.
WSR. Frankfurt a.M. 18. öept. Out lang aesuchtes Kleeblatt, das seit einigen Wochen Die Stadt unb ble nähere Umgebung heimsuchte unb es auf die Beraubung von Rollfuhrwerken und unbeauffWigt parkenden Autos abgesehen hatte, vor denen fein Fahrzeug mehr sicher war, ist jetzt von der Kriminaipolizet fest genommen worden. Es handelt (ich um Den au» dem Zuchthaus entwichenen Zuschneider Forster aus Pirmasens, den Krafttvagenführer Scheffler aus Chemnitz unb den Monteur Wollinger aus Chemnitz, die sich hier zusam- mengefunben hatten. Forster und Scheffler hob man aus den Betten aus, Wollinger ereilte fein Schicksal auf der Kaiserstraße. Da» Trio hat mit einem gemieteten Personenkraftwagen die Parkplätze und Haltestellen von Rollsuhrwerken angefahren unb aus den Fahrzeugen mitgehen heißen, wa» zu erreichen war. So sind dem Trio eine Anzahl wertvolle Frachtgut stücke mit Mänteln, Schuhen Stoffen unb Wäsche in bi« Hände gefallen, ebenso eine Reihe Reisegc- päckstücke, tote Reisekoffer. Handkoffer und Aktentaschen mit Inhalt. Das verwendbare Gut wurde in unb um Frankfurt abgesetzl. Es stnd dem Trio aber auch Sachen in die Hände gefallen. für die es keine Verwendung hatte, toi« Musterkoffer unb Rersekolletttonen. Sämtliche Sachen, bie vorgefunden würben, finb beschlagnahmt worden. — 'Der wegen mehrfachen Betrug» und Heiratsschwindel» gesuchte angebliche Ingenieur Alois Feuerbach von hier ist gestern in einem Kaffeehaus in Höchst fe st genommen worden. G leichzeittg wurde sein vor dem Gebäude stehende» Auto bcschtag- nahnrt. Feuerbach ist ein schon schwer vorbestrafter Mensch.
Briefkasten der Redaktion.
(Necht^gntachten sind ohne Verbindlichkeit der ' Schriftleltung.)
H. C. Fall» cr> sich um einen industriellen Betrieb handelt, sind Sic zum Beitritt zu der Zwang»innung nicht verpflichtet! sie k ö n n e n aber beitreten. Lical jedoch ein handmcrkllchcr Betrieb vor, jo sind Sie zum Beitritt der Zwanas« Innung verpflichtet. Beachten Sie § 87 der ®c- wcrbcordnung.
H. S. Wir empfehlen Ihnen, sich in einer Apotheke ober Drogerie nach dem Mittel zu erkundigen.
„Und was wäre damit geänbert, wenn du dich erschießen wurdest!'" fragte Charles verwundert.
„Dann bekämst du dein Geld sofort. Sei so gut gib einmal den Schlüssel her zu dem Kasten dort Er wies auf einen Frisiertisch, auf dem ein Schlüssel lag. „Danke, siehst du, dort auf meinem Schreibtisch die kleine, rote Kassette links? Schließ sie auf unb nimm bie Papiere heraus."
Charles stand auf und schloß die Kassette auf. Sie mar mit Briesen und Rechnungen gefüllt, obenauf lag ein versiegelter Umschlag, darauf stand: „Mein letzter Wille."
„Ia, Charles, darin ist mein Testament, und darin habe ich dich zum Universalerben eingesetzt." „Mich?" rief Charles.
„9a, dich, mein Freund..
„Aber, rote kommst du dazu?"
„Du meinst, das wäre eine Lächerlichkeit, weil ich nicht» zu vererben habe? Doch, Charles. Erstens wirft du sofort da» 5)aus unter Den Hammer Dringen, und vielleicht macht es dir Freude, meine Möbel unb bie Bibliothek zu übernehmen."
Charte» war rot geworben wie ein Schuljunge Cr nahm die beiden Hände feine» Freunde». Cr konnte nicht sprechen.
„Du sollst mir nicht dafür danken, guter Freund", fuhr Renö fort. ,.C» Ist nur eine Art Ehrenrettung ober ... w,c soll ich e» nennen?"
„Ich versteh« dich gar nicht", rief Charte» Wie kannst du von Ehrenrettung fprecken ... zwischen un» .. zwei so alten Freunden!? Da» wäre |a noch schöner, wenn nun miteinander abredjnm wollte, wie mit einem Halsabschneider."
„Du verstehst mich nicht. Charte»", sagte Neus. ..Laß mich einmal nusreden Ich muß sprechen, unb ich will sprechen, nachbem ich so lange geschwiegen habe. Nimmst bu eine Zigarre?"
„Rein, danke."
Cr ist wirklich sehr krank, buchte Charles. Aber man muß ihn reden lasten Wer weih, was rr mir zu sagen hat? Unb er schaute ben Freund erwartungsvoll an Aus dem Park kam entfernte Musik Eine Serenabe. Zarte Geigenfttrnmen fangen, und unter den alten Bäumen sah man Mm- fdwn nxmdcrn, die Kinder mtt bunten Luftballon^ die sie an dünnen Fäden hielten.
(Fortsetzung folgt) J


