Ausgabe 
19.3.1928
 
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Montag. (9 März 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ur. 67 Drittes Blatt

Tumen, Sport und Spiel

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aus. Wir geben aus der Sieger

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Eckener ausdrücklich zurück.

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Nachdruck verboten

17 Fortsetzung

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begreifen ich nit." Und dann die Hand und sprach fein

,Ln Gottes Namen wallen wir.

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sagt« Bremm; das Kang

Ich glauben auch,'

seltsam.

Wortsetzung folgt.)

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Gebetbuch ans Herz, laut, fast schrill, übertönte Singen alle Gexäusche des nahen Dorfes:

,,Jn Goires Namen wallen wir, Sonst keinen Helfer wissen wir. Herr, schütz uns vor dem «w'gen Tod, Und schick uns Hilf in unsrer Not.

Kyrle eleison."

war nicht mehr vollzählig, es waren schon einige abgeschwenkt. Sie waren auch nidjt alle so wie vor­hin dabei man merkte es den Stimmen an sie dachten jetzt schon ans Alltägliche, an die Arbeit daheim. Das Kyrie klang matt, fast kläglich.

Da erhob Anna Bremm noch einmal ihre Stimme in einer letzten Anstrengung: sie sang jetzt fast allein. In einer inbrünstigen Aufwallung drückte sie

lionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen zusammen sind mit 2150 2 Millionen Mark, im einzelnen diejenigen an Gold mit 1888,1 Millionen Mark und die an deckungs- fähigen Devisen mit 262,1 Mill. Mk. ausgewiesen. Die Verminderung des Bestandes an deckungsfähigen Devisen erklärt sich in Höh« von 21 Mill. Mk. durch den Erwerb von Gold im Ausland«, das nach Eintreffen dem Goldbestände zugeführt werden wird.

Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 46,4 v. H. in der Vorwoche auf 48 6 o. H., die durch Gold und deckungsfähige De­visen von 53,7 v. H. auf 55,3 v. H.

Bon den Gchlachtviehmärkten

Die deutschen Schlachtviehmärkte verzeichneten in der Derichtswoche durchweg eine merkliche Besserung des Geschäftsganges, der

Und der Reiter nit, dat stützte er den Kopf in Wort mehr.

Turngau Hessen (D. T.).

(Seriucwetiurnen des 5 Bezirks.

bpw. Dad-Rauheim, 18. Mäicz. Der 5. Bezirk im Turngau Hessen hielt heute hier in der Turnhalle des Turnvereins 1860 sein Wintergeräteturnen ab. Unter Leitung der Bezirksturnwarte Hartmann (Bad-Rau- heim) und Lana (Lang-Gons) wickelten sich die Wettkämpfe reibungslos ab. Für die Turner und die Jugendoberstufe war ein Beunkampf aus­zutragen. für die Iugendunterstuse und die Schüler ein Siebenkampf. Besondere Hervorhebung ver­dienen einige Landvereine, darunter vor allem L a n g - n s , die sich mit ihren Leistungen ebenbürtig neben größere Vereine stellen konn­ten. Da der Derechnungsausschuß unter der erfahrenen Leitung des Obmanns Heller (Lang- Göns) wieder mit bewährter Pünktlichkeit ar­beitet«, konnte Die Siegerverkündigung frühzeitig erfolgen. Der Bezirksvertreter, Stu­dienrat Schuchmann (Friedberg), leitete sie mit einer gedankenreichen Ansprache ein. Er mahnte zu echtem Turnertum und forderte zu zahlreicher Beteiligung am Bezirksturnfest in G a m b a ch und am Gauturnfest in Butzbach auf. Bezirksturnwart Hartmann dankte den Kamfrichtern für ihre uneigennützige Mitarbeit und teilte dann die kunstvollen Siegerurkunden

Aachen in den Bereich seiner Beobachtungen einbeziehen. Die vielverbreitete Meinung, der Bau des L. Z. 127 stehe im Wettbewerb dem Bau eines englischen Luftschiffes, wies

Die gowenen Berge.

Roman von Clara Diebig.

Copyright by Deutsche Berlags-Ansta't Stuttgart.

Wirtschaft.

Reichsbank-Ausweis vom 15. März.

an. Wie unö wann |oute er oas zuruazaylen-uur- an mußte er wohl immer denken, denn er sprach ost davon. Es schien, das beunruhigte ihn jo. Abends, wenn sie noch eine Weil« still beieinander saßen, drinnen im Zimmer,, ohne noch Licht anzu- zimden, oder draußen beim Feigenbaum vor der Tür, dann fuhr er plötzlich auf:Daß der Lösenich sich nit mehr Gedanken macht! Und der Ehlen nit!

lin. Zur Debatte standen namentlich die Der- waltungsarbeiten der nächsten Wochen und die Olympischen Spiele. Die Auswahl der Spieler für die Olympischen Spiele ist noch nicht beendet. Die endgültige Bekanntgabe er­folgt Mitte Mai. An der Expedition werden 31 Herren teilnehmen. Zu den Spielen mit Berufsspielermannschaften wuroe grundsätzlich beschlossen, diese in beschränk- t e m Maße zu genehmigen. Mitteldeutschland schlug vor. zur Klärung der Frage einen außer­ordentlichen Bundestag cinzuberufen, der am 5. Mai in Berlin stattfindet. Die Geschäftsstelle des Bundes wurde neu beseht. Die Wahl fiel auf Dr. Tantry - Eüddeutsch- land. Die Geschäftsstelle soll nächstens nach Berlin verlegt werden.

Westdeutsche Zußballmeisterschast.

Auf dem westdeutschen Fußballmeisterschafts- Programm standen am gestrigen Sonntag drei Treffen. Das wichtig e S iel zwischen P r e u ß e n Krefeld und Schalle 04 in Oberhausen en­dete mit einem 2:1--Siege von Houbens Verein. Die Spielvereinigung Sülz 07 schlug erwartungsgemäß Kurhessen-Kassel mit 5:0. Die Ergebnisse:

Oberhausen: Preußen Krefeld Schalke 04 2:1 (1:1).

Kassel: Kurhessen-Kassel Sülz 07 0:5 (0:4).

Münster: Borussia Rheine Rasensport Ha­gen 72 3:1 (2:0).

Berliner Fußball.

Tennis Borussia schlug im zweiten Spiel um die Berliner Fußba'.lm^i,.erschuft im Deutschen Stadion gestern vor 45 000 Zuschauern Hertha B. S. C. mit 2:1 (1:0). Ein dadurch nötig ge­wordenes drittes Spiel geht am 15. April wie­derum im Deutschen Stadion vonstatten.

Süddeutsche Fußball-Meisterschast.

Die Derbandsspiele um die süddeutsch« Fußball­meisterschaft brachten gestern zum Teil ganz uner­wartete Ergebnisse.

In der Meisterrunde, in der keine Aenderung der Tabelle eintrat, hatte Bay«rn-M ünchen alle Mühe, Wormatia -Worms knapp mit 2:1 zu schlagen. Di« Frankfurter Eintracht mußte gegen die Stuttgarter Kickers mit mehrfachem Ersatz an treten und lieferte ein lustloses Spiel,, das 0:0 endete. Der Karlsruher F. D. brachte aus Saarbrücken sogar eine Niederlage mit, da ihn der Tabellenletzte, F.D. Saarbrücken, mit seinem besseren Angriffsspiel 1:0 schlagen konnte. Die S p. V g. Fürth gewann gegen den Sp. D. Wa l dh o f - M a n n hei m mit 7:1 Toren zwar hoch, aber doch nicht allzu leicht. Bei Halbzeit stand das Treffen noch 1:1.

Die Runde der 2. und 3. der Gruppe Nordwest ergab folgende Resultate: Der F.Sp. V. Frank­furt erlitt in Mannheim durch den D.f.L. Neckarau seine erste Niederlage (3:1). Bis sich die Frankfurter einigermaßen eingespielt hatten, lagen die Gegner bereits 2:0 in Führung, und für den Sieg des Tabellenführers war es dann zu spät. Zum Glück für die Frankfurter verlor auch der F. Sp. D. 05 M a i n z mit 4:5 Toren gegen F. G. 03 Ludwigshafen. Der S.C.05 Saa rbrücken erfocht auch die mal wieder gegen den V. f. L. Neu - Isenburg mit 2:2 ein sehr anerkennenswertes Resultat, zumal es auf dem Platze des Gegners er­rungen wurde. Zweimal hatte Isenburg um den Ausgleich zu kämpfen. Schließlich konnte aber Saar 05 das günstige Ergebnis halten. Die Gruppe Südost blieb von Ueberraschungen nicht verschont. Der 1. F. C. Nürnberg, der deutsche Meister, bereitete seinen Anhängern wieder­um eine herbe Enttäuschung und spielte gegen den Sp. El. Freiburg wiederum nur 1:1. Dabei lagen die Gaste sogar bis zur Pause 1:0 in Führung. Ph önix-Kar Isruhe hielt sich gegen Union-Böckingen mit seinem 1:2 überraschend gut. Leider gab es nach dem Treffen Tätlichkeiten gegen den Schiedsrichter, der allerdings sehr schlecht war. Glatt und verdient blieb der V. f. B. - S tu 11 - gart als einwandfrei bessere Elf über den V. f.R.

Zur Krisis der Landwirtschaft.

Der Reichsbund akademisch gebildeter Land­wirte E.D. bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen.Die Ursachen der heutigen Krisis der Landwirtschaft liegen auf wirtschaftspolitischem, finanzpolitischem und organisatorischem Gebiete, wie das in den zahlreichen Rotprvgrammen zum Ausdruck kommt. Mit Rothilfen allein lassen sich diese Ursachen auf ine Dauer nicht beseitigen, vielmehr bedarf es dazu sehr energischer, grund­sätzlicher Maßnahmen von Reich und Ländern auf den verschiedenen Gebieten. Die Land­wirtschaft selb st mutz und will zur Lieber- Windung der Krisis ebenfalls energisch Mit­arbeiten durch wirtschaftlich eingestellte, aufs höchste organisierte Qualitätsarbeit und weiteren Ausbau des Genossenschafts­wesens. Um die deutsche Landwirtschaft zu be­fähigen. sich unter den erschwerten Verhältnissen zu behaupten, bedarf es der ungeschmälerten Aufrechterhaltung des wissenschaft­lichen Bildungs- und Forschungs­wesens in der Landwirtschaft, einschl. des Be­ratungswesens. Einschränkungen in dieser Hin­sicht würden bisher Erreichtes zerstören und den Fortschritt in der Landwirtschaft in Frage stellen. Es muh vielmehr heitzen, stärkere Betonung der allgemeinen und beruflichen Fachausbildung in Lehrwirtschaften. Fach- und Hochschulen, wettere Ausbreitung der Wirtschaftsberatung, systema­tischer Ausbau der Hochschul- und Forschungs­anstalten, sowie angemessene Berücksichtigung der Fachleute bei der Berwaltung landwirtschaftlicher Aufgaben, insbesondere auch in leitenden Stel­lungen. Indem der Berufsstand der akadempch gebildeten Landwirte sich für diese Forderungen einseht ist er sich bewußt, an seinem Tett dazu beizutragen, die deutsche Landwirtschaft vor un­erwünschter Extensivierung zu bewahren, die gleichbedeutend ist mit Selbstaufgabe.

schlecht!" Eine zornige Diute flieg ihm Ins Gesicht. Sein Fuder heruntersetzen, sein bestes Fuder?l Sachte, sachte!" Der Kommissionär blieb gemüt­lich.Bremm, regt Euch nit auf! Ich bin doch nit hergekommen für zu kaufen. Ich bin aufm Weg nach Trier geschäftlich ich dacht, da gehst« mal mit beim Bremm eran, sagst guten Tag und nu seid Ihr so ungemütlich. Da machen ich, dat ich fortkommen." Und er wandte sich zur Tür.

,, Herr Feiden!" Die Frau hielt ihn auf. Sie werden doch nit gehen? Mein Mann meint dat ja gar nit so, und et geht ja auch nit gegen Sie. Bleiben S« doch, bleiben Se doch nur!" Sie ließ nicht locker, sie bot ihm «inen Stuhl an, sie holte ein Tellerchen Erdbeeren herbei, die ersten, die die Kinder gefunden hatten, große blutrote Früchte. Wollte er auch einen Trunk aus dem Keller haben vielleicht probierte er von dem Einundzwanziger jetzt mal wieder?

Aber Herr Feiden hob protestierend die Hand: nein, nein, er.mußte sehr danken. Gemütlich wurde es nicht mehr.

Bremm war einsilbig, ein große Niedergeschlagen­heit war plötzlich über ihn gekommen, mit knapper Mühe nur verbarg er seine Enttäuschung. Als der Kommissionär ihm unvermutet ins Haus gekommen mar, hatte auch er gedacht: der kommt wegen dem Fuder. Gedacht gehofft sich gefreut ja, wenn er ehrlich gegen sich selber sein wollte, er hatte sich gefreut. Und nun war es nichts damit, jetzt wenigstens nicht. Verkaufen würde er das Fuder schon: schlimmstenfalls fuhr er selber nach Trier. Und daß es gut war und gut blieb, das war außer aller Frage aber, aber?!

Der Kommissionär störte die Folge feiner Ge­danken. ,Ha, ja, et is jetzt schwer," sagte er mit einem Stoßseufzer, ,<et is jetzt en miserabel Ge- schäft. Gar nix zu wollen. Die Leut haben all kein Geld. Der Weinhandel is auf den Hund gekommen. Wat meint Ihr wohl, Bremm, wie viele an der Mosel in der Bredullich fitzen, Leut, die früher groß baftanben? Ja, Weinbauen isen undankbar Geschäft. Und es gehen noch immer mehr pleite."

Auszug.

Aktive Turner (20 Teilnehmer, 14 Sie­ger): 1. Sieg E. Dietz, Tv. Griedel, 156 Punkte: 2. K. Hartmann, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 153 P.; 3. W. Dauer, T.° u. Spv. Butzbach, 148 P.; 4. W. Dornmann, Tv. 1860 Dad-Rauheim, H. Dechent, Tgm. Friedberg, 145 P.: 5. L. Müller, Tv. Griedel, 138 P.: 7. A. Oeding, Tv. Holz­heim, 133 P.

Jugendturner-Ober stufe (28 Teil­nehmer, 22 Sieger): 1. Wilh. Dreier, Tv. Lang- Göns und F. Sprengel, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 157 P.: 2. 3. A. Scheibel, Tv. Rieder-Mörlen, 150 P.; 3. H. Reuter, Tv. Rieder-Mörlen, 146 Punkte: 4. W. Dern, Tv. Lang-Göns, 142 P.; 5. G. Hauth, Tgm. Friedberg, 138 P.: 12. G. Rumpf, Tv. Gambach, 127 P.: 15. C. Müller, Tv. Griedel, H. Dörr, Tv. Griedel, 124 P.

Jugend-Unterstufe (62 Teilnehmer, 49 Sieger): 1. R. Dreier, Tv. Lang-Göns, 130 P.: 2 K. Mohr, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 124 ,P.: 3. W. Blaß, T.- u. Spv. Butzbach, 120 P.: 4. ' Erwin Müller, Tv. Lang-Göns, 115 P.; 5. H. Schneider, Tv. Ostheim, P. Mar?, Tv. Rieder- Weisel, 113 P.: 9. Richard Müll, Tv. Lang- Gons, 107 P.: 11. Fritz Boller, Tv. Gambach, 105 P.; 12. Hermann Eisenhuch, Tv. Steinfurth, 104 P; 13. R. Räck, Tv. Gambach, 103 P.; 14. Karl Datz, Tv. Lang-Göns, Fritz Dietz, Tv. Griedel, 102 P.: 17. Richard Lauber, Tv. Lang- Göns, W. Weitz, Tv. Münzenberg, 99 P.; 18. W Weisel, Tv. Gambach, Aug. Bergk, Tv. Lang-Göns, 98 P.: 19. A. Kopf, Tv. Griedel, 97 m ; 20. Reinhard Wenzel, Tv. Lang-Göns, 96 Punkte: 22. W. Falk, Tv. Steinfurth, 94 P.; 23. *zt. Strasheim, Tv. Griedel, 93 P.

Schüler (86 Teilnehmer, 80 Sieger): 1. E. Rold, Tgm. Friedberg, 133 P.: 2. R. Ealzmann, Tv 1860 Bad-Rauheim, 130 P.; 3. Willi Artz, Tv Lang-Göns, 127 P.', 4. O. Törmer, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 125 P.: 5. Gg. Wieland, Tgm. Friedberg, 120 P.: 13. Hans Görlach, Tv. Eberstadt, 109 P.: 16. K. Ruppel, Tv. Grie­del, 106 P.: 17. H. Schmandt, Tv. Eberstadt, 105 P.; 24. Ernst Mattheis, Tv. Cberstadt, D. Ohlemuh, Tv. Gambach, Otto Fuchs, Tv. Lang- Gons, Ernst Reusch, Tv. Lang-Göns, 98 P.: 25 Eugen Raumann, Tv. Lang-Göns, Albert Ruth, Tv. Lang-Göns, Karl Krausch, Tv. Gam­bach, 97 P.: 27. W. Drilling, Tv. Münzenberg, Hch. Rumpf, Tv. Gambach, 95 P.: 30. Ewald Wenzel, Tv. Lang-Göns, 92 P.

Borstandstagung des O. $ B.

Der Dorstand des DFD. (Deutscher Fußball- Bund) tagte am Samstag und Sonntag in Der-

Um die Aeckerchen unter den Obstbäumen, bei dem einen Ende des Dorfes, war die Prozession gezogen: _ v

D segne, Herr, mit deiner Haird Die lieben Früchte auf dem Land" nun waren sie am vorderen Ende: und nun ging es die sich windende Chaussee längs des Flusses den Weinbergen zu. Nun zog man in die hinein.

Der Pastor war alt, das Steigen auf Weinbergs­pfaden wurde ihm sauer, er mußte oftmals stehen­bleiben und aus keuchender Brust nach Atem nn- qen, aber unablässig streckte er feine Hand aus und segnete die Reben zur Rechten und zur Linken. Ein paar muntere Jungen, über den gewöhnlichen Kit­tel das we ße Chorhemd gezogen, verspritzten Weih­wasser aus dem Kesfelchen, das sie übermütig zwi­schen sich schwenkten. Der alte Pastor blickte weh­mütig auf sie: ja, die Jungen, die Jungen, denen wurde es leichter! Die liefen wie di« Wiesel. Ihm zitterten bte steifen, langsamen Knie.

Steil auf, immer weiter steil auf, immer höher fein Weinbergstück durste vergessen werden.

Wend ab den Frost, den Hagelschlag, Und alles, was uns schaden mag!"

Lauter wurde das Beten, hier im Berg klang es noch inbrünstiger. Die Betenden «bekreuzigten sich: wenn es dieses Mal kein gutes Wein fahr wurde, bann war man am Ende, feiner hatte mehr etwas zuzusetzen, und ein jeder hatte Schulden Wer aber sollte ihm fürder borgen, wenn d'eser Herbst mcht soviel brachte, daß man auch abzahlen konnte? Mit­ten aus dem unendlich weiten, sonnbeglanzten Reich der Reben, am hellstrahlenden jungen Morgen, aus einer Luft heraus, die von Wohlgeruch triefte __ ber erquickende Hauch, ben die Nacht zu ruck - gelassen, vermischte sich mit dem süßen Atem unge­sehener Blumen und betauten Grases unter einem Himmel, durchsichtig blau, gleich klarstem Olas, stieg es auf wie ein Schrei:

Erbarm dich unser, heifger Gott, Unsterblicher und starker Gott!"

Fürth mit 4:1 Toren siegreich. Der Kampf nahm einen sehr glatten Verlauf. Wacker-München und Sp. V. 18 6 0 M ü n ch e n haben ihr Spiel auf den heutigen Montag verlegt, ber als Josephstag in Bayern Feiertag ist.

V.f.B Leipzig siegt in Poris.

Der Verein für Bewegungsspiele Leipzig trug am Samstag im Stade de Paris in St. Ducn sein erstes Spiel gegen den bekanntenElub Fran^ais" aus. Die mitteldeutsche Fußballelf war in der ersten Spiel- Hälfte den Parisern klar überlegen und lag zur Pause mit 2:0 in Führung. Nach der Halbzeit kamen die Franzosen etwas auf, sie konnten aber nur noch das Ehrentor erzielen. Mit 2:1 siegte der V. f. B. Leipzig verdient: das knappe Torergebnis wird den guten Leistungen der Mitteldeutschen nicht ganz gerecht, die sich im Hinblick auf das sonntägliche Spiel gegen Stade Franxais nicht ausgaben.

Sein zweites Fußballspiel in Paris trug am gestrigen Sonntag der mitteldeutsche Alt- meister D. s. B. Leipzig gegen Stade Fran­cais im Buffalostadion aus. Die Leipziger hatten während des ganzen Spiele die Führung und waren den Franzosen in allen Belangen überlegen. Er­gebnis 2:1 für Leipzig. Die beiden Tore für Leipzig, von denen das erste kurz vor der Halbzeit fiel, kommen auf Rechnung von Schripper.

Marathonvorbereitung für Amsterdam.

Der Langstreckenläufer und deutsche Meister im Marathonlauf, Obergefreiter Franz Wanderer, ist vom 4. Reiterregiment zum 9. Infanterieregiment in Potsdam versetzt worden. Durch diese Versetzung soll das Training Wanderers für die Olympiade in Amsterdam unterstützt werden. Um für die große Aufgabe gut vorbereitet zu fein, wird Wanderer zu einem Lehrgang für Leibesübungen an ber Armee­schule in Wünsdorf kommandiert werden. Er wird dort von dem ehemaligen deutschen 5000 Meter- Meister Dr. Krümmel sachgemäß weitergebildet.

Auch Anna Bremm schrie. Ste schrie nicht laut, ihre Lippen bewegten sich nur leise murmelnd, aber ihr Herz, das schrie:Erbarme, erbarm« dich un­ser!" Was sollte werden, wenn biefer Herbst wieder nicht gut wurde?! Wenn er nicht so viel einbrachte, daß Bremm feine Schuld begleichen konnte und Geld in die Hand bekam. Sie sah es, er litt. Er war so ganz anders als früher, er trieb nicht mehr Spaß mit den Kindern, er hatte feine Lust mehr an ihnen und keine Lust mehr zu ihr. In sich ge­kehrt war er, nicht bloß ernst, nein, zuweilen fast finster. Das machten die Sorgen, die verzehrten ihn, die nagten an ihm wie hungrige Mäuse, die binnen kurzem den Brotlaib aufgezehrt haben. Stand es denn schlecht im Berg? Sie hatte ihn befragt, er sagteNein": im Gegenteil, es ließ sich alles gut an, es waren reichlich Gescheine da. Aber er sagte, er wäre mürbe; mürbe geworden, nicht allein durch die Arbeit, viel mehr durch die Jahr«, in denen Hoffnungen ach, immer wieder Hoffnungen zusä-anden geworden waren. Er gäbe keinen Pfif­ferling mehr für Aussichten, sagte er. Ach, und er hoffte, trotzdem, was er sagte, diesmal doch wieder; sie wußte bas, denn, wenn er nicht hoffte, könnte er ja nicht so arbeiten. Mer es war eine lahme Hoff- tng. Wie Bleigewicht hing ihm das elfte Darlehen i. 'Wie und wann sollte er bas zurückzahlen? Dar=

Nach seiner Gnad begehren wir Verleih sie uns aus Gütigfeit, O heiligste Dreifaltigkeit!

Kyri« eleison."

Die Prozession war jetzt auf dem Rückweg, war alles gesegnet. Der alte Pastor dankte Gott, nun war es überstanden. Für seine Knochen war's reichlich viel aenxfen, nun stützte er sich beim berg­ab schwer auf einen ber Knaben.

Müde gefangen, mübe gebetet; die Prozession stimmte schwach den letzten Bittgefang an. Ähr Chor

Oer Lustfernverkehr.

Dr. Eckener über die Aufgaben des Luftschiffes.

Dr. Eckener sprach in Aachen Über das Pro- blem des Luftfernverfehrs mit Zeppelinluftschifsen. Er legte im einzelnen dar. daß die Fahrt im Luftschiff heute ebenso ungefährlich sei, wie mit jedem anderen Verkehrsmittel. Er verwahrte sich gegen den Gedanken einer Gegenüberstellung von Luftschiff und Flugzeug. Der Dau der Domierslugzeuge in Friedrichshafen beweise seine Auffassung, daß beide nebeneinander be­stehen könnten. Aach dem heutigen Stande der Technik und innerhalb der der weiteren Entwick­lung der Technik nach menschlichem Ermessen ge­zogenen Grenzen könne die Verwendungsfähigkeit des Flugzeuges noch gesteigert werden, vor allem durch die Berlegung der Fluge in grö­ßere, Höhen. Aus große Strecken und im Ueberseedienst werde das Luftschiff wirtschaft­licher als das Flugzeug sein. An der Hand von Lichtbildern zeigte er dann den Dau des Luftschiffes L. Z. 127. Zweck des Luftschiffes sei, werbend zu wirken und darzutun, daß das Luft­schiff das gegebene Instrument für den Transozeanverkehr sei. Rach der in Aussicht genommenen Amerikareise liege ihm der Plan einer Weltreise besonders nahe, den er glaube in drei bis vier Etappen aus­führen zu können.

Die Landungsplätze könnten nicht nach dem Wunsche der Grotzstädte errichtet werden, sondern die Anlage von Flughäfen müßte sich in erster Linie nach den meteorologischen Verhältnissen richten. Die Wünsche, die als deut­schen Flughafen einen Platz in der norddeutschen Tiefebene befürworteten, müßten zurücktrcten vor Gegenden im Rheinland, deren wind- geschützte Lage durchaus vorzuziehen sei. Er werde mehrere solcher Gegenden durch seinen Aufenthalt an Ort und Stelle prüfen und u. a. auch

Ach ja, den Helfer den Helfer, ja, ben kannte sie! Mit einem tiefen Aufatmen, bie Augen ins Höhere entrückt, und doch mit einem sicheren Aus­druck, betrat sie ihr Haus. Da fand sie ihren Mann und bei ihm in ber Stube Herrn Feiden, den Kom­missionär. Wo kam der heute her? Es war eine un­gewöhnliche Zeit. Es verwunderte sie und verwun­derte sie doch auch wieder nicht.Hilf in der Not" da war sie ja schon! Und sie lachte den Feiden an, daß sie um zehn Jahre jünger wurde in diesen, Lachen, wieder eine hübsche Frau, und er sie, ganz erstaunt und wohlgefällig, auf den Rücken patschte: >,No Sie, Madam Bremm, wie machen Sie bat bloß, en Haufen Kinder, und bann noch wie en jung Mädche?!"

,T) wat," fie schüttelte ablehnend den Kopf,en alte Frau! Aber, sagen Se, Herr Feiden" und fie blickte ihn forschend an und winkte gleich danach ihrem Mann mit den Augen zuSie kommen wohl wegen dem Fuder? Wir haben et noch. Et wird immer besser." Sie glaubte etwas gesagt zu haben, was den Handel in Gang brachte. Ach, sie wußte es ja, Bremm würde das Fuder jetzt gern verkaufen; es wäre ein Glück: bar Geld lacht im Haus.

Aber Herr Feiden sagte kühl:Der Eimindzwan- ziger war ein schöner Wein, aber er hält sich nit. Da sind viele mit ereingefaUen. Bremm hüll' ver­kaufen sollen dazumal, als der noch viel gefragt würd'. Man nimmt ihn jetzt nur zum Verschnitt."

Dat is nit wahr!" Bremm fuhr auf.Der Ein­undzwanziger is Hut und bleibt gut. Zum Teufel noch mit dem bummen Gerod, macht mir den nit

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. März iftbiegefamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln, Schecks, Lombards und (£ Millionen auf 2186,0 Millionen Mark z gegangen. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 260,3 Millionen auf 2000,7 Millionen Mark abgenommen, während die Comborbbeftänbe um 40,4 Mill, auf 91,0 Mill. Mk. an gewachsen sind. Die Anlage in Effekten ist mit 94,2 Mttl. Mk. weiterhin unverändert geblieben.

AnReichsbanknoten undRentenbank - scheineu zusammen find 183,4 Millionen Mark aus dem Verkehr zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 181.9 Mill. Mk. auf 3885,8 Mill. Mt., derjenige an Rentenbankschei- nen um 1,5 Millionen auf 604,0 Mill. Mk. verrin­gert. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche 5,5 Mill. Mark Renten- bankschein« gemäß § 70 des Rentenbankliyuidie- rungsgesetzes getilgt wurden, haben die Bestände ber Reichsbank an Rentenbanscheinen auf 39,2 Millionen Mark abgenommen. Die fremden Gelder zeigen mit 492,1 Mill, ein« Abnahme um 34,5 Mil-

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