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Rheinhessen.

MSN. Mainz. 17. Dez. Gin Eifersuchts­drama. dem ein blühendes Menschenleben z um Opfer fiel, spielte sich gestern abend nn Hose eine# Hauses in der Lyzeumsgasse ab. Gegen 9 älhr kam es wegen, eines Mädchens zwischen den 17jährigen Arbeitern Willi Schulze und Bedolmo zu einem Streit, der in eine Schlä­gerei ausartete. Bedolnw griff zum Ntesser und versetzte dem Schulze einen tiefen Stich zwischen die Schulter, der die Lunge verletzte. Währeird der Messerheld floh, wurde der Schwerverletzte in das Städtische Krankenhaus gebracht. Cr konnte aber nur als Leiche eingeliefert werden, da er unterwegs während des Transportes an innerer Verblutung verstorben war. Der Täter wurde verhaftet, als er die elterliche Wohnung aufsuchen wollte.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

XX Rodheim a. d. Bieber, 17. Dez. Der Gc- h.mtDorftani) des Kreis-Krieger-Derban- des Biedenkopf hat in feiner jüngsten Sitzung beschlossen, seinen Frühjahrs-Abgeordne­te n t a g am ersten Februarsonntag in Rodheim bei Gastwirt Wilhelm Bender abzuhalten. Der Verband zählt zur Zeit in feinen 52 Zweigvereinen 2125 Mitglieder mit 45 Altveteranen und 1520 Teil­nehmern am Weltkrieg. Die Kreisgruppe der Kriegs- beschädigten und Hinterbliebenen zählt 757 Mitglie­der, wovon 755 den Vereinen und zwei keinem Ver­ein angehären. Ehrenvorsitzender des Kreis-Kr-eger- Verbandes ist unser früherer Landrat, Kammerherr von Heimburg in München.

Kreis Wetzlar.

WSW Wetzlar, 17. Dez. Snfo'gc geöfje- reräleberschreitungen von Vo-an chlägen bei einigen großen städtischen Projekten ist zwi­schen der Stadtverordnetenversamm- lung, die sich in ihrem Etatsrecht besetzt sieht, und ter Stadtverwaltung ein Konflikt ausgebrochen. Bereits die leh'e S'adtv"rordneten- sihung wurde durch einen Antrag aller bürger­lichen Fraktionen der wichtigsten Tagesordnungs­punkte beraubt mit der Begründung, daß bis zur Vorlage einer genauen Uebersicht über die städtische Dermog'nslage al: angefqngenen Ar­beiten einzustellen und neue Arbeiten nicht zu beginnen sind. Jetzt hat auch die sozialdemokra­tische Stadtverordnetenfraktion int Verein mit der Wetzlarer Ortsgruppe der SPD. zu einer öffentlichen Kundgebung aufgerufen.

Aus dem Hüttenberg. 17. Dez. Der »Verladerina Hüttenberg" der ge­nas e n sch a f t' i h e n Vi'hverwer'unq ver ud dieser Tage auf der Station Großen- inten den er st en Waggon Vieh aus den Gemein­den des Hüttenbergs nach dem Frankfurter Schlachtviehmarkt. In Frank'urt wurde bas Vieh von derDi h^entrale Hannover" verkauft. Schon nach drei Tagen waren die verkaufenden Land­wirte im Besitze der Abrechnung und des Gel­des. Trotzdem der letzte Schlachtviehmarkt sehr zahlreich beschickt und daher flau war. wurden den Derhältnisen ent prechend befriedigende Preise erzielt. Sobald die Bildung der Kreis- genofsenschaft für genossenscha t iche Viehverwer­tung vollzogen ist, sollen weitere Verladungen erfolgen. Bei der ersten Verladung wurden nur Hinter angeliesert. Für die Folge sollen auch Kälber und Schweine verladen werden.

< Hochelheim, 17. Dez. Der Gesang­verein .Frohsinn" veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft von Philipp Jung einen Lie­derabend, der sich eines sehr zahlreichen Be­suches erfreute. Nach einem flotten Marsch hielt der Vereinsvorsitzende, Fritz Mack, di« Begrü- hungsansprache. Unter ter Leitung des Dirigen­ten Heinrich Köhler aus Grohen-Linden trug

dann der Verein zahlreiche Lieder in bester Weise und unter großem Beifall vor. Die Pausen wurden durch Musikvorträge ausgefüllt. 'Der Abend war ein voller Erfolg für die Leistungen des Vereins unter der bewährten Leitung feines Dirigenten.

Pfarrer Deidtwiederan derpau^skirche.

WSN. Frankfurt a. M., 17. Dez. Bei der geltem siattgehabten Wahl eines Pfarrers für die Paulsgemeinde erhielt von 792 abgegebe­nen Stimmen der frühere Paulskirchenpfarrer Pro­fessor Karl V e i d t (H e r b o r n) 537 Stimmen und ist somit erneut zum Pfarrer an der Frankfurter Paulskirche gewählt worden.

Ein Raubmord bei Marburg.

WSN. Marburg. 17. Dez. Vor einigen Tagen wurde gelegentlich einer Treibjagd im Stadtwald in einem Dickicht eine vollstän­dig in Verwesung übergegangene männliche Leiche gefunden. Die gerichtsärztliche Obduk­tion hat Schuhverlehungen in der Schädeldecke ergeben. Man hat inzwischen ermittelt, daß es sich bei dem Toten um den Gutsoberschweizer Wilhelm Gesang handelt, der auf einem Gut in der Nähe von Marburg beschäftigt war. Ge­sang war mit einer ihm von seiner Herrschaft anvertrauten großen Geldsumme nach Marburg gefahren, wo er verschiedene Einzah­lungen vorzunehmen hatte. In Marburg ist er an keiner der ihm angegebenen Stellen gesehen worden. Dringender Verdacht, Gesang ermor - bet su haben, lastet guf dem seitdem flüchtigen Melker Wilhelm Bredling vom gleichen Gehöft, einem 18jährigen, arbeitsscheuen und ra­biaten Burschen, der des öfteren mit dem Er­mordeten Streit hatte, wobei er ihn mit einem Revolver bedrohte. Die Iustizpresfestelle teilt zu der Angelegenheit mit: Der gegen den Auto­schlosser Bredling. richtig vielleicht Brodling, er­hobene Verdacht des Raubmordes er­scheint nicht unbegründet. Ein Selbstmord des Melkers Gesang ist nach dem Ergebnis der gc richtsärztlichen Leichenöffnung unwahr­scheinlich. Die Papiere des Toten wurden am 4. Juni d. I. auffallenderweife in der Lahn gefunden. Brödling hat sich auch um die Zeit der Tat dadurch verdächtig gemacht, daß er einem Mädchen, mit dem er verkehrte, gesagt hat, fein ganzer Anzug fei infolge einer Schlägerei voll Blut. Die bisherigen Nachforschungen nach Brodling waren ohne Erfolg. Cs liegt also da­ran. Brodling zu ermitteln.

Erwerbslosentumuli vor -em Kasseler Rathaus.

WSN. Kassel, 17. Dez. Heute abend ver­suchte eine größere Anzahl demonstrieren­der Erwerbsloser, in geschlossenem Zuge vor das Rathaus zu gelangen. Sie wurden von der Schupo jedoch daran gehindert. Zur Sicherung des Verkehrs versuchten die Beamten, die Masscm zum Weitergehen zu veranlassen. Als die Demonstranten Widerstand listeten und die Beamten mit Schneebällen bewarfen, mußte die Polizei mit Gummiknüppeln vorgehen. Auch eine starke Abteilung beritte­ner Polizei mußte ei igesetzt werten, worauf es allmählich gelang, die Demonstranten zu zer­streuen.

Große Strafkammer Gießen.

Gießen, 11. 'Dez. Ein Kaufmann aus dein Rheinland, der auf ein bewegtes Leben zurück- blickt und wegen Betrugs schon öfters und er­heblich vorbestraft ist, mietete sich in ein vor­nehmes Sanatorium in Bad-Nauheim ein. Dort tourte er bald mit bef.ercr Gese l chaft be­kannt und verkehrte auch mit dieser in guten Hotels und Restaurants des Bades. Er nahm nun bei einem Hotelier und bei dem Vorstand

einer Bank Darlehen von je 300 Mk. auf. Als­bald nach Empfang des Geldes verließ er Bad- Nauheim, ohne die Darlehen zurück;u;ahlen. Mehr,acho Mahnungen waren erio'g'os, des­gleichen Klage und Pfändung. Das Schöffen­gericht Gießen erblickte hierin zwei Betrugs- Handlungen und verurt.i te den Kaufmann wegen Betrugs im Rück'all zu einer G e f a in t ft r a f e von sechs Monaten Gefängnis. Der An- geklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein und beantragte Freisprechung. 3n der hm'.igen Verhandlung berief sich ter Angeklagte darauf, daß er wegen Abschlusses eines großen Ge­schäftes in Unterhandlungen stand und daß er hiervon eine groß- Provision erhalten hätte, so daß er hiervon die Darlehen leicht znrück- zahlen konnte. In der Beweisaufnahme ergab sich aber, daß cr mehrfach den Offenbarungseid getriftet und zur frag'ichcn Zeit völlig mittellos war: auch konnte er nicht mit Sicherheit auf die Provision rechnen, wie sich denn auch in der Tat das Geschäft zerschlug. Da auch die Dar- lehnsgeber heute erklärten, sie hätten dem An- ceflagten die Beträge von 300 Mk. nicht ge­liehen, wenn sie seine Verhältnisse und insbe­sondere seine Zahlungsrn ähig'eii gekannt hätten, kam das Berufungsgericht zur Verwerfung derBerufung.

Die Berufung eines weiteren Angeklagten wurde kostenfällig zurückgewiesen, da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war. Ein dritter Angeklagter nahm feine Be­rufung zurück.

Berliner Börse.

Berlin, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch der heutige Frühverkehr bot das feit Tagen ge­wohnte lustlose Bild. Die Märkte lagen ohne Anregungen und bei der großen Geschäftsstille taxierte man wenig veränderte Kurse.

Bücheriisch.

Der Gesundbrunnen. Jahrbuch des Dürerbundes. 22. Jahrgang 1929. In Verbindung mit zahlreichen Mitarbeitern bearbeitet von Wolf­gang Schum a n n. S)erau3gegeben vom Dürer- Ir und. Sieben State-Verlags- und Druckereigesell- schäft nt b. H.. Berlin. (678) Aus kl rn viel­seitigen Inhalt tes empfehlenswerten, hübsch aus- gestatteten und insbesondere gut bebilderten Ka­lenders erwähnen wir Beiträge von Max Barthel, Dauthendeh t, Wilhelm Schäfer, Schlaf, Anna Sinnsen. K. E. Fischer. Dor Preis des Bänd­chens, das aud) zu Geschenkzwecken recht geeignet erscheint, beträgt kart. 1,80, geb. 2.20 Mk.

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Dildungsmittel, die Kunst des Schulbuches, tes Spielzeugs, die modernen Anschauungs- und Lehrmittel, Satire und Humor in seltenen Dar­stellungen, das neuzeitliche Schulhaus in Groß­stadt und Land, deutsche Auslandschulen. Schul­hygiene und Körperpflege. Versuchs- und Be­gabtenschulen, Waldschule, Spiel, Turnen und Sport, Handwerks- und Berufsschule. Arbeits­schule, Schulgarten, Volkshochschule. Lichterpäda­gogen. nur in Schlagworten kann hier die Fülle des reichen Materials angeteutet werden.

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