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17 Jahrhundert einen starken mystischen Zug ausweist, gibt Rufus M. Jones. Haverfvrd. Mit diesem bedeutsamen Heft treten die Süd­deutschen Monatshefte in das 2. Vierteljcchr- hundert ihres Bestehens.

Krieger-Ghrenmal des Gießener Realgymnasiums.

DieDereinigungehemaligerAnge- höriLer des Gtehener Realgym­nasiums hält unter dem Vorsitz des Sanitäts­rats Dr. Decker- Sprendlingen am kommen­den Samstag, 20. Oktober. 7'/r älhr abends be­ginnend. imSchützenhaus", Kaiserallee, ihre diesjährige Hauptversammlung ab. (Siehe heutige Anzeige.) Die Tagesordnung enthält neben an­deren wichtigen Deratungsgegenständen den Be­richt des Regierungsbaurats Kuhlmann über den von ihm geschaffenen Entwurf des Ehren­mals für die im Weltkrieg gefalle­nen ehemaligen Angehörigen, Leh­rer und Schüler des Realgy m - nasiums Gießen. Das Modell des Denk­mals ist gegenwärtig in einem der Schaufenster des Kunstgewerbehauses Julius Bach. Selters­weg ausgestellt. .

Nachdem verschiedene Vorschläge. ti>u die An­bringung einer Gedenktafel, eines Epitaphs oder einer Säulenhalle an dem Mitteltrakt des Ge­bäudes, Aufstellung eines hochragenden Ratur­steinblocks oder einer allegorischen Dronzestattre, von dem Denkmalausschuh nach eingehender Be­ratung mit guten Gründen abgelehnt worden waren, war dem Verfasser des Entwurfs für die äußere Gestaltung des Ehrenmals ein bestimmter Weg vorgeschrieän. Zunächst war mit der Aus­wahl des Platzes die Dimensionierung des Wer­kes festgelegt, ein Mahstab für die Entwurfs­bearbeitung gefunden. Für die Aufstellung des Denkmals wurde die Mitte vor der Rückseite der über hufeisenförmigem Grundriß errichteten Schule in Aussicht genommen. Die Hoffassade des in klassizistischen Formen gehaltenen monu­mentalen dreigeschossigen Gebäudes bildet den gegebenen Hintergrund für ein Denkmal. Rach dem Entwurf wird dieses in ein bestimmtes Massenverhältnis gebracht und in bestimmtem Abstand aufgestellt. Dringend wünschenswert ist die Herstellung des Gebäudes im äußeren Verputz und Anstrich vor der Errichtung des Ehren­mals. t .

Für die äußere Silhouette des Gedenksteins kommt unter allen Umständen eine aufwärts- stredende Form in Betracht, angemessen in ihren Ausmaßen den wuchtigen Massen des Schul­gebäudes. Die Formensprache des Werkes kann ganz unabhängig bleiben von der Architektur des Gebäudes. Jedenfalls hängt aber mit den zu wählenden Maßen des Denkmals die Kosten­frage eng zusammen. Wohl hätte ein hochragen­der Findling, ein Raturstein auf entsprechendem Unterbau, wie anfangs vorgefchlagen worden war. mit geringeren Aufwendungen aufgestellt werden können, als es bei Ausführung des vor­liegenden Entwurfes der Fall ist. Doch diese Lösung muhte abgelehnt werden, weil die Um­gebung eines ungegliederten, massigen Stein­blocks eine ausgiebige gärtnerische Anlage er­fordert. Andererseits würde eine bildhauerliche. figürliche Ausgestaltung, eine plastische Darstel­lung auf Sockel oder dgl. bei den notwendigen großen Ausmaßen zu hohe Kosten erfordern. &o blieb für die Erfüllung der geschilderten Grunderfordernisse im Rahmen einer tragbaren Kostenhöhe, für die Einhaltung maßstäblich rich­tiger Beziehungen des Denkmals zu seiner Urn- gebung, die architektonische Gestaltung eine ästhetisch glückliche und wirtschaftlich günstige Lö­sung. Rach der Festlegung der grundsätzlichen Belange war die formale Ausgestaltung, der Aufbau, die Gliederung und Dekoration des ^renmals nur noch eine rein künstlerische. Auf­gabe. deren Lösung dem Verfasser des Ent­wurfs überlassen bleiben muhte. Im vvrliegen- den Falle wurde die Form eines Obelisken gewähll, wie sie das Modell etwa im Mahstab von 1:10 darstellt. Auf die Anbringung von Inschriften, Emblemen, Reliefs u. dgl. ist, so­weit es die Mittel erlauben. Rücksicht genom­men. Der Wortlaut der Inschriften ist noch zu bestimmen. Unter den geschilderten Voraus­setzungen hat der Denkmalausschuß den Ent­wurf des Baurats Kuhlmann einstimmig zur Ausführung angenommen.

.3m Hinblick auf die Wiedersehensfeier der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Real­gymnasiums (Sieben darf noch gesagt werden, daß der Verein eine sehr erfreuliche Entwicklung auf­weist. Der leitende Gedanke, der zu seiner Grün­dung führte, trotz aller Mihhelligkeiten der Rach­kriegszeit die alten, lieben Beziehungen und Freundschaften der Jugendzeit zu pflegen, hat freudigen Widerhall in allen Kreisen derAlten Herren" des (Siebener Realgymnasiums gefunden. Weit über 400 ehemalige (Siebener Realghmnasiasten haben bereits ihren Beitritt angemeldet. Als ein Zeichen des großen Interesses an den Zielen der Vereinigung darf auch vermerkt werden, dah ein großer Teil der Summe, die für das Ehrenmal benötigt wird, durch freiwillige Spenden bereits zusammenge- bracht ist. Die Vereinigung hat in diesen Tagen einen von 40 Herren, die den verschiedensten Ständen angehören, unterzeichneten Aufruf aus­gesandt. der die alten Gießener Realgymnasiasten, die noch nicht die Mitgliedschaft erworben haben, soweit chre Anschriften bekannt waren, zum Ein­tritt auffordert. Sie hofft, dah alle die alten Schulkameraden in Stadt und Land, die diesen Aufsatz lesen, an der Zusammenkunft am kommen­den Samstag teilnehmen werden. An dieH a u p t- Versammlung wird sich, pünktlich um 8y4 Uhr beginnend, ein gemütliches Zusammen­sein anreihen, für das ein reichhaltiges Pro­gramm aufgestellt ist.

Erweitertes Schöffengericht Gießen. Gießen, 17. Ott. Ein trotz feiner Jugend schon häufig wegen Eigentumsverbrechens be­strafter Angeklagter ist alsbald nach seiner Ent­lassung aus der Strafanstalt mit einem Genossen in Burg-Gemünden in eine Gastwirt- schäft eingebrochen, wobei den Tätern außer 10 Mk. erhebliche Mengen Zigarren, Zi­garillos und Zigaretten in die Hände fielen. Rach anfänglichem Leugnen haben sich die An­geklagten heute zu einem Geständnis bequemt. Der eine erhielt ein Jahr drei Monate, der andere neun Monate Gefängnis.

MohlfahrlspsiW-Lehrgans des Roien Kreuzes.

Der vorn Hessischen Roten Kreuz hier veranstaltete Lehrgang fur Wohlfahrts- pflege für die Zweigvereine vorn ^oten Kreuz in der Provinz Oberhessen nahm am Dienstag- Vormittag in der Neuen Aula seinen Anfang. Zunächst übermittelte Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität. Professor Dr. Herzog, die besten Wünsche der Landesuniversität zu einem guten Verlauf der Veranstaltung, dabei besonders betonend, daß die Univerfitat nut den Bestrebungen des Roten Kreuzes aufs engste ver­bunden sei. Der Vorsitzende des Hessischen Landesverbarides vorn Roten Kreuz, Geheimer Regierungsrat v. Hahn, Darmstadt, begrüßte namens des Hessischen Roten Kreuzes und des Alicesrauenvereins die Erschienenen, mbesontere den Rektor der Landesuniversität, ProvinziaL- direktor G r a e f, Oberbürgermeister Keller, sowie die Vertreter der Kreisämter. des Polizei- amts, der Kreisgesundheitsämter, der Gerichts- und Schulbehörden, der Industrie und Presse und wünschte, daß der Lehrgang von gutem Erfolg begleitet sei. Die Grüße des Deutschen Roten Kreuzes übermittelte Regierungsrat Grün­st e i s e n, Berlin, während Frau Prof. Dr. K r a - mer, Gießen, als Vorsitzende des Gießener Alice- frauenvereins und gleichzeitig namens der Stadt­verwaltung sprach.

Den ersten Vortrag hielt Bürgermeister Dr. Frey, Gießen-Frankfurt a. M., über Klein­rentnerfürsorge, insbesondere ihre Bezie­hung zur Arbeit der Zweigvereine vom Roten Kreuz. Der Redner warf zunächst einen Rückblick auf die Rentnerfürsorge der Vorkriegszeit, schil­derte die Auswirkung der Inflation für die Kapitalrentner, um sich dann eingehend mit der Entwicklung der Armenfürsorge und der nach dem Kriege einsehenden Kleinrentnerfürsorge zu be­fassen. Er streifte kurz die Grundgedanken der derzeitigen Bestimmungen der Kleinrentnerfür- sorge unter besonderer Berücksichtigung des Cha­rakters als gehobene Fürsorge und unterzog das gegenwärtige Recht einer kritischen Betrachtung. Zum Schluß wies der Redner noch eingehend auf die Möglichkeit der Mitarbeit seitens der Vereine vom Roten Kreuz hin.

Regierungsrat Strack (Alsfeld) besprach als Korreferent die Beziehungen der Kleinrentner zu den Vereinen des Roten Kreuzes unter besonderer Berücksichtigung der ländlichen Verhältnisse. Er wies darauf hin, daß auf dem Lande die Fürsorge für die Kleinrentner in der Hauptsache durch die amtlichen Organe ausgeübt werde, weil es an frei­willigen Mitarbeitern fehle. Anderseits seien die Verhältnisse der Kleinrentner auf dem Lande ganz anders geartet, wie in der Stadt. Trotzdem biete sich auch hier für die Vereine vom Roten Kreuz, )eren weitere Ausbreitung in Oberhessen wünschens­wert sei, ein weites Feld der Betätigung.

Den dritten Vortrag hielt Frau Regierungsrat Keller (Darmstadt) über die Betätigung der Zweigvereine vom Roten Kreuz in der Jugend« Wohlfahrtspflege. Die Rednerin schilderte in eingehender Weise Die Tätigkeit und die Erfolge des Roten Kreuzes auf dem weitverzweigten Ge­biete der Jugendwohlfahrtspflege, dabei besonders auf die Wirksamkeit in Hessen hinweisend. Sie zeigte weiter, inwieweit die Zweigoereine vom Roten Kreuz an diesen Aufgaben mitarbeiten und neue Aufgaben übernehmen könnten. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die Fürsorgeeinrichtun­gen in Gießen hin, die vorbildlich seien. Zum Schluß gab die Rednerin noch einen Ueberblick über

den heutigen Stand der Jugendwohlfahrtspflege und zeigte, inwieweit Aufklärungsarbeit in den Vereinen und an den Einzelpsleglingen geleistet werden könne.

An die sehr interessanten Vorträge, die eine Fülle von Anregungen zur Mitarbeit auf dem Ge­biete der Wohlfahrtspflege enthielten, schloß sich eine rege Aussprache, an der sich Frau Professor Dr. Kramer (Gießen), Frau Exzellenz von Ewald und Oberschwester Anita Hermanny (Gießen), sowie Oberregierungsrat Dr. Heß (Gie­ßen), Medizinalrat Dr. Vogt (Butzbach), Präsi­dent von Hahn (Darmstadt), Reglerungsrat Grünheisen (Berlin) und Bürgermeister Dr. Frey (Gießen-Frankfurt a. M.) beteiligten.

Nachmittags fand eine Besichtigung des Physiologischen Instituts der Landes­universität statt, wobei der Direktor des Instituts, Professor Dr. B ü r k e r, einen Vortrag über Neues über Ernährung und Verdauung* hielt. Abends fanden sich die Teilnehmer zu einem zwanglosen Zusammensein im kleinen Saale des Gesellschaftsvereins zusammen.

Der zweite Lehrgang begann gestern vormittag mit einem interessanten Vortrag des Oberarztes Dr. Bommer (Gießen) über die Mitwirkung der Zweigvereine vom Roten Kreuz in der Gesund­heitspflege. Der Redner zeigte zunächst an Hand von Lichtbildern die Krankheitserscheinungen bei Lupus, erläuterte die Ursachen dieser Krankheit, um sich dann eingehend mit der Art der Behand­lung von Lupuskranken zu beschäftigen. Er berichtete weiter über Fürsorgemaßnahmen für diese be­dauernswerten Kranken, die sich teilweise erstrecken auf Vorbeugungs- und Verhütungsmaßnahmen, teil­weise auf die Versorgung der aus der Behandlung Entlassenen. Zum Schluß zeigte der Referent noch in eingehender Weise die Möglichkeit der Mitwir­kung der Vereine vom Roten Kreuz bei der Durch­führung der besprochenen Fürsorgemaßnahmen. In der anschließenden Aussprache hiell Präsident von Hahn die Mitarbeit der Vereine vom Roten Kreuz auch auf anderen Gebieten der Gesundheitspflege, insbesondere bei Lungentuberkulose, für äußerst wünschenswert, während Frau Dr. Moos, Frau Professor Dr. Kramer und Frau Oberin Lede- b o u r (Düsseldorf) sonstige wertvolle Anregungen gaben.

Den zweiten Vortrag hielt Frau Oberin Le­st e b o u r (Düsselstorf) über die Entwicklung der modernen Krankenpflege unter Füh­rung des Roten Kreuzes. Die Rednerin ge­währte den Teilnehmern einen vorzüglichen Ein­blick in die vielseitigen Aufgaben moderner Krankenanstalten, insbesondere aber auch in die weitverzweigten Pflichten der dort wirkenden Schwestern vom Roten Kreuz, deren Bedeutung für die Volksgesundheit nicht unterschätzt werden darf. Sie zeigte weiter die außerordentlichen Erfolge der Behandlung durch Licht, Luft und Sonne, um sich dann weiter mit der allgemeinen Fürsorge der Schwestern für die Kranken, sowie der vielseifigen Ausbildung der Schwestern vom Roten Kreuz zu beschäftigen. Der Vortrag gab dem Leiter des Lehrganges, Präsident von Hahn, sowie Oberarzt Dr. Bommer zu eini­gen anregenden Bemerkungen Anlaß. Nachmit­tags fand eine Besichtigung der Frauen­klinik der Landesuniversität statt, wobei der Direktor der Klinik, Prof. Dr. vo n Iaschke , einen Vortrag überWochensürsorge und die Frauenvereine vom Roten Kreuz" hielt.

Ein Dienstknecht aus Stuttgart wurde wegen schweren Diebstahls im wiederholten Rückfall zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er ist, wie er zugab, in Butzbach in das Haus eines Kaufmanns eingestiegen und hat dort unter anderem einen größeren Geldbetrag entwendet.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurden zwei Straflachen wegen Sittlichkeitsver­brechen, begangen an Kindern verhandelt. In beiden Fällen erhielten die Angeklagten je sechs Monate Gefängnis.

Oberheffen.

Vom Grünberger Gallusmarkt.

$ Grünberg, 17. Ott. Auf dem Vieh­markt herrschte reger Betrieb. Das Geschäft war befriedigend. Die Preise für Schweine stell­ten sich wie folgt: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel etwa 18 bis 20 Mk., 9 bis 13 Wochen alte Ferkel etwa 20 bis 25 Mk., Läufer 30 bis40Mk. Die Preise für Rinder bewegten sich zwischen 400 bis 600 Mk. Pferde wurden auf dem Markte nicht gehandelt. Das Geschäft auf dem Krämer­markt war ebenfalls zusriedrnstellend.

La.'.rskreis Gietzen.

: Grvßen-Buseck, 17. Oft. Die Ein­weihung des Kriegerehrenmals für die jüdischen Gefallenen der Gemeinden Beuern, Grohen-Buseck und Reiskirchen findet am nächsten Sonntag, 21. Oktober, nachmittags 1.30 Uhr, auf dem israelitischen Friedhof in der Nähe von Großen-Duseck statt. Die Weihe wird Provinzialrabbiner Dr. Sander (Gießen) voll­ziehen. Entwurf und Ausführung des Ehrenmals sind aus der Hand des bekannten Kunstbildhauers Wilh. Arnold (Allendorf), ein gebürtiger Deuemer, hervorgegangen.

*!* Climbach, 17. Okt. Lehrer Schöne von hier stürzte beim Ob st pflücken von einem Gartenzaune herab und brach das Dein zwei­mal.

I Staufenberg, 17.Okt. Am Sonntag fand hier bei Gastwirt Zecher der diesjährige Sängertag des Lurndatalfängerbun- des (Bezirk IV des Lahngaues im Hessischen und Deutschen Sängerbünde) unter Vorsitz von Lehrer Ziegler, Kesselbach statt. Nach einem Degrüßungschor des hiesigen Gesangvereins er­öffnete der Vorsitzende die Tagung und gab zu­nächst einen Bericht über das abgelaufene Der- einsjahr. Auch in diesem Jahr ist tötetet ernste Arbeit in dein Bunde geleistet worden. Das habe besonders das ausgezeichnet verlaufene Buntesfest zu Climbach gezeigt. Nach dem Ur­teil des dort tätig gewesenen Wertungsrichters stehen die Leistungen der Dundesvereine auf sehr beachtlicher Höhe. Die Mitgliederzahl hat sich weiter erhöht. Neu aufgenommen wurde der Ge­sangvereinC o n c o r d i a, Rüddingshau- s e n. Der Vorsitzende fordert gelegentlich der Rechnungsablage durch den Buntesrechner, I R e inhardt, Allendorf, die Bundesvereine zur I pünktlichen Ablieferung ter Beiträge auf. Eine

lebhafte Debatte enflpinni sich überAfrna" und Gema", die beiden Tonfehervereinigungen. Es wird dringend empfohlen, die Beiträge für diese beiden Gesellschaften sofort zu zahlen, um un­angenehme Weiterungen zu vermeiden. Ueber den Pflichtbezug derSängerwarte" konnte, ob­wohl der 2. Bundesvorfitzente Eberle in län­geren Ausführungen die Vorteile desselben für die Sänger vor Augen stellte, keine Einigung erzielt werden. Das Dündesfest mit Wer­tungssingen erhält im nächsten Jahre Staufenberg. Es soll am 9. und 10. Juni stattfinden. Als Pflichtchor soll das für das 2. Hessische Sängerfest als Gaumassenchor vor­gesehene Lied genommen werten. Punktwertung soll nicht vorgenommen werden, es soll lediglich ein Kritksingen sein. Als Kritiker soll wieder Reallehrer Blaß, Gießen, fungieren. Der Vor­stand wurde beauftragt, sich deshalb mit ihm in Verbindung zu setzen. Die Reihenfolge ter Ver­eine wurde wie folgt ausgelost: ©taufenberg, Odenhausen, Nvrteck, Rüddingshausen, Geils­hausen, Daubringen, Climbach, Allendorf. Nach einem Chorvortrag des hiesigen Vereins wurde die sehr anregend verlaufene Tagung geschlossen.

Kreis Büdingen.

T Aus dem südlichen Vogelsberg, 17. Okt. Die Ernte des Jahres 1928 ist nun eingebracht. Abgesehen von der sehr spär­lichen Aepselernte ist alles aufs beste unter Dach und Fach gebracht worden. Dazu kommt, daß auch die Winteraussaat unter den gün­stigsten Witterungsverhältnissen in der Haupt­sache beendet ist.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 17. Olt. Gestern vormittag wollte das Auto eines Kaufmanns aus Kirtorf von Homberg nach Kirtorf über Dannenrod zurückfahren, erlitt aber an ter Kurve, die vor ter 2lbzweigung ter Straße nach Dan­nenrod liegt, einen schlimmen Unfall. Der Führer konnte diese fast rechtwinklige Kurve nicht richtig nehmen und ter Wagen rannte mit aller Wucht gegen die Stühe einer Telephon st ange, diese gänzlich zer­störend. Durch den heftigen Anprall wurde die Fahrtgeschwindgkeit natürlich gebrochen, aber der Wagen auch stark demoliert: an dem näch­sten Daum, einer starken Linde, kam er zum Stillstand. Wäre jene Stühe nicht geborsten, oder hätte der Wagen den starken Daum direkt angerannt, so wären auch die Insassen zu Scha­den gekommen. Diesem Zufall zufolge kamen sie mit dem Schrecken davon: sie hatten Glück im Unglück.

(-) Groß-Felda, 17. Okt. Am Sonntag fand im benachbarten Kestrich im Saale ter Gastwirtschaft von Friedrich Steuernagel die Herb st- Delegiertenversammlung der Schwalm - >Antrift - Felda -Sänger- Dereinigung statt, die stark besucht war. Nach Worten herzlicher Begrüßung durch den ersten Duntesvorsihenden, Lehrer Walter- Hopf­garten, fang ter Gemischte Chor Kestrich unter Leitung seines rührigen Dirigenten. Lehrers Roth, mehrere Chöre, die durch reichen Bei­

fall gelohnt tourten. Als Punkt 1 ter Tages­ordnung war das Dündesfest für 19 2 9 vorgesehen, das dem Männergesangverein in Drauerschwend übertragen wurde. Dann folgte die Aufnahme eines neuen Vereins, teS Mannergesangvereins R a i n r o t>, ter mit großer Stimmenmehrheit angenommen tourte. Hierauf befaßte man sich mit ter Frage, wann das nächste Wertungssingen stattfinten solle. Allgemein war man von dem großen Werte der beiden im Dunte schon veranstalteten Wertungssingen überzeugt. Das nächste Wer­tungssingen soll nun im übernächsten Jahre ftatt* finden. Eine vom 1. Duntesdirigenten, Lehrer Mülle r» Ermenrod, vvrgebrachte Anregung, dah sämtliche Vereine, neunzehn an der Zahl, eine gemeinsame Rheinfahrt unterneh­men mögen, fand großen (Beifall und hat Aus­sicht auf Verwirklichung. Hierbei wird dem Musik-Ausschuß des Dumtes die Ausgabe gestellt, einige schöne Rheinlieter zusammenzustellen und diese den einzelnen Vereinen zwecks Einübung baldigst zuzustellen. Sodann trug ter Gemischte Chor Kestrich noch ein sinnvoll zusammengestell­tes Repertoir von Dollslietern und anderer Chöre vor, die von großem Fleiß und Verständ­nis zeugten, so daß sowohl der 1. Bunte s- vorsitzende als auch der 1. Duntesdirigent im Namen des Buntes ter wackeren Sängerschar Lob und Anerkennung zollten.

Starkenburg.

WSN. Rüsselsheim, 17. Oft. Ngch dem Abschluß ter Feierlichkeiten anläßlich der Ein- wrihung des wieterhergestellten Mainzer Domes besuchte Nunfius Pacelli die Opelwerke in Rüsselsheim. In seiner Begleitung befanden sich die Bischöfe von Speyer und Mainz. Die hohen geistlichen Herren, geführt von Geheimrat Wilhelm v. Opel, Dr. Fritz Opel und Fritz v. Opel jun., äußerten sich über das Werk in anerkennenden Worten. Das Haus Opel über­eignete Nunfius Pacelli in Würdigung feiner außerordentlichen Verdienste um die Dolkerver- söhmmg eine prachtvolle Pullman-Salon-Limou- fine als Geschenk.

Preußen.

Dilttreis.

WSN. Dillenburg, 17. Okt. Nach vorausge- gangener Dorstandssitzung fand hier im Thiers chen Saale die Jahresversammlung des Nassaui­schen Landes-Ob st- und Gartenbau- Vereins statt, die einen sehr guten Besuch auf- mies. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Landes - Ockonomicrats Bartmann.Lüdicke, und nach der Wiederwahl des Vorsitzenden wurde der Geschäfts- und Tätigkeitsbericht gegeben, nach dem der Verein zwei Ehrenmitglieder, 64 persön­liche Mitglieder und 7403 sonstige Mitglieder zählt, die in elf Kreisvereinen mit 60 Ortsgruppen und 78 Ortsvereinen zusammengefaßt sind. Der Ver­ein dürfte bald wieder seinen vorkriegszeitlichen Stand erreichen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 294 Vorträge abgehalten. Weiter fanten 44 Lehrgänge, 95 Besichtigungen und 32 Ausstel­lungen ftatt. Gartenbauinspektor Kerz (Wies­baden) hielt darauf einen Vortrag über die Aufga­ben der Obstbauvereine auf dem Gebiete des Obst­absatzes. Als Ort der Tagung des Landesoereins für 1929 wurde Wiesbaden bestimmt. Für 1930 haben sich bereits die drei Orte Oberlahnstein, Nie­derlahnstein und Montabaur gemeldet.

Maingau.

WEN. Frankfurt a. M., 17. Ott. Der vor drei Jahren verstorbene Frankfurter Kaufmann und Kunstfreund Julius Heyman hat der Stadt testamentarisch feine wertvolle Kunst­sammlung zum Geschenk gemacht. Heute mittag ist die Sammlung in der Palmstrahe mit einer akademischen Feier durch den Oberbürger­meister Dr. Landmann eröffnet worden. Für den Kunstfreund ist die Sammlung dadurch be­sonders bedeutungsvoll, daß sie geeignet ist, ihm in übersehbarem Rahmen ein geschlossenes Bild von der Gotik und Renaissanee zu übermitteln.

Das neue Verwaltungsgebäude der Z.-G.-Zarbenindustrie.

WSN. F r a n k f u r t a. M., 17. Okt. Bor Ver­tretern ter Presse machten gestern Herr von Schnitzler und Geheimrat von Weinberg interessante Mitteilungen über den in der nächsten Woche beginnenden Dau des neuen Verwal­tungsgebäudes ter J.-G.-Farbenindu­ft r i e. Nach einem Preisausschreiben, zu dem man die bedeutendsten Künstler herangezogen hatte, ist die Ausführung des Projekts in den letzten Tagen dem Architetten Profeflor Poel - zig, Charlottenburg, übertragen Worten, dev einige Frankfurter Architekten zur Mitarbeit heranziehen wird. Das Hauptverwaltungsgebäute wird wie gestern schon kurz berichtet 180 000 Kubikmeter umbauten Raum umfassen, dazu

I kommen noch die abseits stehenden WirtschastS- gebäute mit ungefähr 30 000 bis 40 000 Kubik­meter. Das Verwaltungsgebäude wird Du- reauräume für insgesamt 1 600 Per­sonen fassen und u. a. in erster Linie das Farbengeschäst mit feinen sämtlichen Unterabtei­lungen, wie Duchhaltung, Statistik, Warenfchutz- abteihing, und außerdem noch juristische Ab­teilungen beherbergen. Aus Leverkusen und Ludwigshafen werden ungefähr 40 0 bis 450 Deamte mit ihren Familien nach Frank­furt verseht werden, für die in städtischen Wohn­siedlungen Wohn gelegen heit geschaffen werten soll. Man hat sich für Frankfurt als Sih der Hauptverwaltung entschieden, weil mehr als die Hälfte des gesamten Farbengeschäfts hier bereits zentralisiert ist, ferner wegen ter zentralen Lage dieses Platzes und weil ohnehin noch aus den Zeiten ter Interessengemeinschaft hier in Frank­furt bereits ein großer Teil der Verwaltung residiert. In dem neuen Verwaltern gsgebäude sollen in Zukunft auch die Aufsichtsratssitzungen und Generalversammlungen abgehalten werden. Der Entwurf Profeflor P o e l z i g s stellt einen würdig repräsentierenden Dau dar, der im Rah­men des geschäftlich Zweckmäßigen jetzt wahr­scheinlich auch noch in 50 Jahren weitgehenden künstlerischen Anforderungen genügen wird. Die Verwaltung hat dem Entwurf Poelzigs gerate aus diesem Grunde den Vorzug gegeben, weil er nicht ein Spiegelbild der jeht vorherrschenden künsllerischen Linie ist. Das Gebäude stellt einen schwach bogenförmigen Längsbau von etwa 200 Meter Länge dar, ter sechs Vor spränge nach der 300 Meter entfernten Straßenfront aufweist. Unter Zugrundelegung eines Preises von 45 Mk. je umbauten Kubik­meter ergibt sich ein Preis von etwa 10 Mil­lionen Mark für das Gesaintprojekk