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Es ist allerdings nicht ausgeschloffen, daß sich diese Summe infolge der noch nicht ganz geklärten, anscheinend schwierigen Llntergrundverl,ältniss« um einiges erhöhen wird.
Hinter dem Hauptgebäude ist die Errichtung einer Ausstellungshalle geplant, di« vor allem die Entstehung und das gesamte Anwendungsgebiet der künstlichen Farben zeigen soll. In der Nachbarschaft dieser Ausstellung werden sich die Wirtschaftsgebäude erheben. Ein umfangreiches Gelände nehmen die Garagenbauten in Anspruch, die sich in weiterer Entfernung hinter dem Hauptgebäude befinden.
Volkstümliches Konzert in Gießen
Eine abwechslungsreiche Vortragsfolge wurde den zahlreich erschienenen Hörern des volkstümlichen Konzerts am Dienstag abend im Kath. Dereinshaus geboten. Die Ouvertüre zur Oper „Das Glöckchen des Eremiten" von Maillart stand an erster Stelle. Es sei hier die Bemerkung gestattet, daß das Bestreben des Veranstalters, im Nahmen eines volkstümlichen Konzerts gute Musik zu bieten, durchaus anerkennenswert ist, dah aber anderseits dies oder, jenes des Gebotenen an Wirkung verlieren muh und der Eindruck zuungunsten des betreffenden Werks verschoben wird, wenn die Besetzung im Streichkörper gegenüber den Bläsern in einem so ungünstigen Derchältnis steht, wie es hier der Fall war. Die Mitglieder des Orchesters taten 'chr möglichstes an Zurückhaltung auf der einen und an Kraftentwicklung auf der anderen Seite, aber sechs Streicher können eben gegen ein vollbesetztes Bläferchor nichts ausrichten. So muhten sowohl in der Ouvertüre, als auch in der „Lindin«"-Fantasie viele schöne Einzelheiten verloren gehen. Bei den verschiedenen Begleitungen wirkte sich dagegen die geringe Besetzung gut aus, und Ober musikmeister L ö b e r verstand es trefflich, sich dem jeweiligen Solisten anzupaffen, wie überhaupt die Militärkapelle unter seiner Leitung sehr präzise und mit großer Hingabe musizierte.
Als Solistin war zuerst Frl. Meckler- Werana (Frankfurt a. M.) zu hören. Ihre Stimme besitzt Wärme und Modulationskraft, und die ihr $u Gebote stehenden technischen Mittel weih sre gut ihrem musikalischen Gestaltungswillen dienstbar zu machen. In der Arie der Agatze aus dem „Freischütz" bewies sie das aufs beste. Auch der koloraturbehaftete Schluh gelang ihr sehr gut. Als zweites sang sie ein nicht auf dem Programm verzeichnetes Stück von Leoncavallo und schließlich die Ballade der Senta aus dem „Fliegenden Holländer". Auch hier zeigte sie ihren guten Geschmack und technische Sicherheit.
Herr Meyer (Flöte), der ein Konzert von Popp mit Orchesterbegleitung au Gehör brachte, konnte mit Recht lebhaften Verfall ernten. (Sein Ton ist klar und weich, und man vergißt oft. ein Blasinstrument zu hören. Er konnte durch sein vornehm-musikalisches Spiel dem inhaltlich nicht sehr tiefen Stück manch« Schönheit abgewinnen und in Kadenzen Zeugnis von seiner technischen Sicherheit und Vielseitigkeit ablegen. Es wäre interessant, bei der Wiederholung einer derartigen Veranstaltung einmal ein Flöten- kbnzert von Dach, Quanh oder Friedrich dem Großen zu hören.
Als Rezitator war Alfred Auerbach von Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt a. W. gewonnen worden. Herr Auerbach sprach zuerst das Hebbelsche Gedicht „Der Heidetnabe" als Melodram. Mit klarer, außerordentlich wandlungsfähiger Stimme und starker Dramatik gestaltete er diese Kindertragödie so ergreifend, daß man vollständig in seinen Dann gezogen wurde. Don wem die Komposition der Begleitung stammt, ist dem Schreiber nicht bekannt. Jedenfalls ist die Musik farblos und leer. Im zweiten Teil des Abends trug Herr Auerbach aus seinem Buche „Schwäbische Miniaturen" vor.
Wer sich, sei es als Lehrer, sei es als Hörer, den Dolkshochschulkursen widmet, steht bei den „Lebenspraktikern" des verbreiketsten Schlages im Geruch, ein „Idealist" zu sein; das heißt, er gilt als ein Mensch, der sich mit Dingen abgibt, die im Grunde überflüssig sind, und für die daher der Lebenspraktiker im buchstäblichen Sinn des Worts nicht viel übrig hat. Schuld an der daraus sich ergebenden Lage unserer Bildungseinrichtungen, vor allem auch der Volkshochschule, tragen nun freilich nicht die bewußten Praktiker selbst; denn die wissen ja gar nicht, wie sehr sie selbst Geschöpfe einer Erziehung sind, die Geist und Leben nur im Gegensatz zueinander zu sehen vermochte und weit entfernt war zu ahnen, daß eine Harmonie zwischen den geistigen Forderungen und den Lebensbedürfniffen des einzelnen Menschen und der Gruppen erweisbar, ja das Wahre, Schöne, Gute, das auf die Dauer einzig Wirllichkeitsfähige und sogar Wirklichkeitsmächtige ist.
Von dieser letzteren realistischen Auffaffung geleitet, wollen unsere Volkshochschulkurse den Menschen nicht vom wirklichen Leben wegführen, sondern sie wollen eine Aufgabe lösen
Ganz reizende klein« Sachen von den Schwaben, deren er selber einer ist, von ihrem Dicklopf und ihrer Langsamkeit. Vergleich« zwischen Rord- und Süddeutfchland in schwäbischem ©inne ufto. Herzlicher Beifall lohnte ihn. und so erzählte er noch etwas dazu.
Als vierten Solisten lernten wir Herrn v. Obstfelder (Saxophon) kennen. Das Saxophon, das früher auch einen Platz im Symphonieorchester hatte, ist dort ganz verschwunden und feiert in der modernen Tanzkapelle heute wieder seine Auferstehung, wodurch es mehr in i>en Vordergrund des Interesses gerückt ist. Die „Berceuse" von Godard, ein anspruchsloses Stück, das zu Gehör kam, litt unter Dempoverschleppung. Herr v. Obstfelder intonierte rein und spielte technisch einwandfrei, aber etwas ausdruckslos.
Den Beschluß Machten der Iohann-Strauß- Walzer „Geschichten aus dem Wienerwald" und der Marsch „Abschied der Gladiatoren". Beide Stücke wurden mit Schwung und Temperament gespielt und gaben dem Qlbenb einen vorzüglichen Abschluß.
Obermusikmeister Löber war allem ein sicherer, gewandter und geschmackvoller Leiter. x.
helfen, die dem denkenden, sich verantwortlich fühlenden Menschen aus seiner Lebenswirklichkeit erwächst: Gestaltung des alltäglichen Lebens aus Erkennen und Schauen.
Was ist denn aber Lebensgestaltung? was ist Erkennen? was ist Schauen? Lind brauchen wir denn das alles wirklich notwendig? Leben wir nicht viel angenehmer und behaglicher, wenn wir auf bewußtes Gestalten verzichten? Ia, gestaltet sich unser Leben nicht beinahe ohne unser Zutun, durch unsere LImwelt?
Erstens: Gestaltung des alltäglichen Lebens, das heißt «ttoa, daß wir Llebelstände, Röte, Disharmonien innerhalb eines Lebenskreises, in dem wir aus irgendeinem Grund ein» geschloffen sind, durch unsere eigene Geschicklichkeit und durch unser eigenes Gefühl zu mildern, zu beseitigen, auszugleichen und unter Limständen sogar in ihr Gegenteil zu verkehren verstehen. Rur ein Beispiel: Das trotzige oder das faule oder das lügenhafte Kind! Wie oft sind da die Sorgen der Eltern und Erzieher nur Zeichen mangelnder Geschicklichkeit und irrtümlichen Gefühls! Gestaltung des alltäglichen Lebens, das
heißt, daß wir das unfrige dazu tun, verschieden« Kreise unseres Lebens, z. D. unser Derufsleb«: und unser Familienleben, unser« Arbeit und unser« Freizeit, möglichst so zu gestalten, dah ft« einander gegenseitig fördern. Lieber unsere Au» beitsverhältnisse können wir freilich tellweise nur sehr mittelbar bestimmen, aber z. D. die Gestaltung unserer Freizeit können wir fast immer selbst in die Hand nehmen und sie so ausfüllen, daß sie unsere Arbeitsfähigkeit unb Gesundheit nicht schädigt, sondern erhält und fördert. Lebensgestaltung heißt, dah wir bereit sind, unsere Irrtümer über das Leben zu berichtigen; denn di« wirken sich oft verhängnisvoll aus; dah wir nicht mit Erwartungen und Zielsetzungen, die zu Enttäuschungen führen müssen, an das Leben Herangehen, und dah wir dem, was es uns bringt, nicht mit irrtümlichen Gefühlen begegnen; dah wir eine richtige Auffassung davon hegen, waS es uns wirklich bieten kann und was es wertvoll, schön und befriedigend macht.
Zweitens: Erkennen, das hecht, zum Wissen gelangen durch Selbst-Sehen und Selb st-Denken, durch eigene Einsicht. Freilich, nicht über alles kann der Mensch durch Selbst-Sehen zum Wissen gelangen; in vielem muh er sich auf andere ver- laffen, zu denen er dann das Vertrauen haben muß, daß sie beim Erwerb ihres Wissens mic ihrer Einsicht, ihrem Streben nach Wahrheit gefolgt sind. Aber jeder Mensch, der sein Leben besser gestalten will, muh wenigstens über feine eigene Lebenslage in De ruf, Familie, Politck, Geselligkeit, teilweise auch Gesundheit ufto. durch Selbst-Sehen und Selbst-Denken zu Wiffen gekommen fein. Er muß ein ausreichendes Maß von Lebenswissen besitzen. Das wollen ihm unsere Kurse vermitteln.
Drittens: Schauen, das heißt vor allem: Das Schöne, Wertvolle im Llmkreis unserer Wirklichkeit mit unserem eigenen, echten Gefühl bemerken und innerlich aufnehmen. Denn unser Leben krankt meistens auch daran, daß wir nicht gelernt haben, selber zu sehen, was es uns alles bietet. Wir müssen imfere geistigen Sinn« üben, um in den selbstverständlichen materiellen Genüssen nicht zu verarmen und unterzugehen, sondern um bem Reichtum der Wirklichkeit geöffnet zu fein, und ihn dadurch auch denen, für die wip verantwortlich sind, erschließen zu können. Außer der größeren Geschicklichkeit, die wir einem bereicherten Lebenswissen verdanken, brauchen wir zur Lebensgestaltung eben auch einen verfeinerten Sinn für den Reichtum der Lebensgüter und für das wirklich Wertvolle; dazu muffen wir unser Lebensgesühl üben und bisweilen berichtigen. Auch diesem Ziel dienen unsere Kurs«.
Sie wollen erreichen, daß die Teilnehmer ihr Leben mit richtigen Mitteln behandeln unb mit geöffneten Sinnen anschauen lernen. Die Herbst- und Winterkurse beginnen am 29. Oktober.
Lebenspmktische Erwachsenenbildung
Von der Aufgabe der Volkshochschule.
Von Walter Hegar, weiter der Volkshochschule.
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| Freitag, den 19. Oktober nachmittags ab 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28:
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Versteigerung bestimmt.
Ludwig Hartmeh
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Freitag, den 19. Oktober 1S28 nachmittags 2 Llhr 9174D versteigere ich im „Cötoen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. eine Partie Lederwaren, eine Partie Puppen und Spielwaren, einen Äücher« schrank, drei Sofas, drei Vertikos, drei Tische, zwei Stühle, zwei plüschseffel, einen Teppich, eine tzolzbadewanne, ein Motorrad, zwei Regulatore, 30 Mistbeetfenster, ein Trumeau, einen Kleiderschrank, ein Schränkchen, zwei Nähmaschinen- 6 Dhd. Handtuchsgebilde, 29 Kilo Wolle, eine Strickmaschine, 2 Schreibtische mit Sessel, drei Fahrräder, eine Schreibmaschine, eine Schreibladenkaffe, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, einen Schrank, eine Flurgarderobe, einen Spiegel, zwei Pferde.
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Es besteht Deranlaffung, darauf hinzuweisen, daß das Befahren der Schneisen und Wege in den städtischen Waldungen durch Autos und sonstige, nicht der Holzabfuhr dienende Fahrzeuge verboten unb strafbar ist. 91690
Gießen, den 13. Oktober 1928.
Oer Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm.
Bekanntmachung.
Behr.: Zugelassene Installateure.
Zur Vornahme von Installationen an elektrischen Leitungen im Üeberlanhgebiet ist ferner zugelassen: 9181D
Otto hofmanu, Grohen-Linden.
Gießen, den 17. Oktober 1928.
Elektrizitätswerke
Ueberlandanlage der Stadt Gießen.
S t o l t e. j


