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Nr. 194 Lrftes Blatt

178. Jahrgang

Samstag, 18. August 1928

Druck ind Verla-: vrühl'fche Uitversitütr-Vuch- und Stetnbrnderti L Lange tn Gießen. Schriftlettung und Sefchästrtzele: Zchulftraße I

über getotffe Problem« der Internal tonalen Po-

Der .Manchester Guardian" ist die erste eng-

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Angelegenheiten hol heute die offizielle TTlIf-

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England, land sich in schlechtert

der leisten 3eit erheblich »er­gaben. Wenn er dem btnzufügi.

tellung erhalten. Strefemann Deutschland bei ächtungspakle» zu

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..Petit Parisien" schreibt hterzu. Dr.trecmann4 in Paris bürte in beeinträchtigt werden

(Ire fRouoelle- erflärt, in Paris

genoiienschafi.

TD. Funlspnich.I irfjener Klein- lschasi, Aut» Dougenolstnlchost n. §ie Ibitortola» urd) n Ik'rbani' i m ßi^t. Ob not dnxib br* bit im Scnge bc»

Mit

Ätches» ^tobaltauuxtt toai Aachstag« S Angebot twr t Prriser^hllnz lag still. Sutter» notiert: TDeijen 1. Pro;. Autvucht 5omm?rgersie für er. inlänb. 26,"5 SutteqtDedc 23, al 0 34 biSZM Deyenfletf 14,15, S-

dast Relchsautzenmlnister Dr. nach Pari» kommen wird, um der Unterzeichnung des ftriege- ocrlreten.

oder lang vor die Krage stellen, ob die Hoc am polisik überhaupt noch fortgesetzt werden kann.

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g*ud).) Du n gemeidri wirf, ^talienilchrn tn persi'ch«" cs in Auftrag ge- n Meer ftationrwt i)liflt. m den näch. r(t und ein«« Schisst n« werden. «ktt Bildung erhalte«

Die neue englisch-französische Entente

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rrschetn« 1091(0), cufen Sonntage ent Feiertag». Beilegen.

Gietzenn Familiendlätter

Heimat tm Bild Die Scholle.

eiat»*Bc}i>tspreü: 2 Rnchsmorii und 20 -reichspfennlg für Trüge» lohn, auch bei Mchter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsser 61. 54 und 112

Anschrift für Drahmach- richten Nrrzeiger »letz«.

pȧscheS7oiNo: treiffiriam mein 116M.

Strefemann fährt nach Paris.

Berlin, 17. Äug. (Prioatlnformatlon.) Wie wir erfahren. Ist dem französischen Botschafter de 7N ärgerte heute mittag die Änlroorl auf die Einladung der französischen Regierung an Dr. Strefemann übergeben worden. Die Antwort bringt zum Ausdruck, daß Dr. Strefemann b I e Einladung nach Pari» annimmt, lieber

da» genaue Datum feiner Abreise bestimmte» fest.

pari», 17. Äug. (WIB.) fische Ministerium für

ar Heger der Stromes find, und die Staatsange- Hörigkeit der llferanwohner beeinträchtigt wäre. Seit dun Wiener Kongreß ist die Sch. »fahrt auf dem Rhein internationalisiert. Durch die gleich- mähige Entmilitarisierung würde die VertehrS- sreiheit aus dem Rhein ohne Zweifel keinen Schaden erleiden.

Aber Rheinunb Rhone bilden geopolitisch eine Einheit. Die Internationalisierung und (Sntnhlitarificrunq des Rheinstromgebiete- wäre eine Halbheit ohne die de- Davne-Rhone-Sy- stems. Sowohl der Wiener wie der Versailler Traktat hat die Internationalisierung der Rhone bergeff en. Locarno hätte sie nachholen müssen. ES wird auch in Gens noch nicht zu spät sein, dar­über zu sprechen. Und es wird im besonderen i m italienischen Interesse liegen, sich über die Entmilitarisierung des RhonegebieieS mit Frankreich zu unterhalten Es lag im Ruhen des eurvpäifchen Friedens, neben England auch Ita­lien zum Garanten der Verhältnisse im Rhein- aebict zu bestellen SS liehe 'ich denken, dah Italien eS für vorteilhaft halten könnte, neben England auch Deutschland als Bürgen einer Internationalisierung und Entmilitarisie­rung des Rhonelandes zu wiffen. Die Frage zur Erörterung zu stellen, heißt. sie ihrer Regelung einen Schritt entgegenzuführen.

kürzeste Derbinbungsst recke zwischen dem Bin- da- sich die ältesten Äulhirlänber

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hiebe Zeitung, die den Mut hat, öffentlich auszu- sprechen, dah die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch-

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GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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dah daS im wesentlichen Schuld England- sei, so ist da- eine Ergänzung, die zum guten Teil wohl aus Konto des beginnenden Wahlkampfe- gesetzt werden kann. Ader die innerpolilische Zuspitzung ändert nicht- daran, dah die Tatsache, die hier in einem lapidaren Sah au-gesprochen wird, lei­der richtig ist. Man kann mdlei<t>t die Dinge sogar so formulieren, dah die Locarno-Po­litik im Begriffe Ist. sich totzulaufen, und dah Europa heute genau wieder da steht, wo in Lo- carno der Anfang gemacht wurde, eine gefähr­liche. flch zuspitzcnde Arife durch gegenseitige Ver­ständigung zu lösen. Denn waS England in Locarno wollte, war doch im wesentlichen die-: eS hatte die Absicht. sich aus der einseitigen Bin­dung mit Frankreich, aus der Entente, zu lösen und dafür mehr eine Schied^ richterrolle etnzutau- fchen. die eS ihm ermöglichte, je nach den Um» ständen die Wagschale nach der einen oder an­deren Seite zum Sinken zu bringen. England wollte die französische Gewaltpolitik durch eine Politik des vernünftigen Ausgleiche- er­setzen, um damit gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, gelegentlich auch Deutschland gegen Frank­reich auszuspielen.

Davon ist heute nicht mehr die Rede. Die Beziehungen zwischen England und Frankreich sind heute so herzlich, wie kaum jemals seit dem Kriege: rückwärts gesehen macht e- foaar den Eindruck, als ob diese Schwenkung schon seit langer Zeit vorbereitet worden ist. wahrscheinlich in dem Augenblick, wo der Staatssekretär Ty- re U als ^tschaster nach Pari- geschickt wurde. Frankreich hat diese ersten Linzeichen einer Schwenkung sofort verstanden und sich auf das neue Spiel umgestellt, bei dem eS weil seine Diplomatie kontinentalpositisch europäisch ein­gestellt ist, nur gewinnen kann. Frankreich hat den Engländern goldene Brücken gebaut und sie mit grobem Geschick in daS Reh der neuen Entente hinemgezogen. Wobei sreilich. vom eng­lischen Gesichtspunkt au- gesehen, zugegeben sein mag. dast für daS Foreign osfice starke Gründe zur Umorientierung vorhanden gewesen sind. An dieser Stelle ist immer die Auffassung vertreten worden, dah der Gewinn de- Weltkriege- ge­rade für England ein Pyrrhu-sieg gewesen ist. bah vielleicht sogar England an diesem Siege stirbt, weil e- zu verzwetselten Äraftanftrengun- gen gezwungen war. die in da- wohlgeordnete System deS Weltreiche- Unruhe hineintrugen. D^ese Folgen beginnen jetzt sich auszuwirken. D:e farbigen Kolonialengländer, die an der eng­lischen Front al- gleichberechttgte Kämpfer be- nutzt wurden und den Gebrauch der modernen Waffen erlernt haben, machen ihre Anfprüche geltend. Der ägyptische Selbständigkeitsdrang, die Unruhen in Arabien und die Erschütterungen in Indien sind die ersten Anzeichen.

Aber da- ist es nicht einmal allein. Bor dem Kriege war England stark genug, um sich seiner splendid Isolation zu rühmen. Es ist zwar den deutschen Acnhinvntcn lo-qewvrden. dafür sind ihm aber die Bereinigten Staaten wett über den Kopf gewachsen, und gleichzeittg haben sich die Brandherde in der WeU gehäuft. Hm den Ameri­kanern gefällig zu fein, hat England die Politik mit Ruhland zu Bruch kommen laffen, -um Dank dafür haben die Rmeritaner, ohne aus England Rücksicht zu nehmen, mit den Lhinefen einen Han­delsvertrag geichloslen und Sirgland gerade da. wo es wirtschaftspolitisch am verwundbarsten ist, auf da- tote Gleise manövriert. SS kracht also überall, nicht nur im Gebäude deS englischen Imperium-, sondern auch in den Verdienstmög- lichkeiten des englischen Handels. Ehamber- l a i n war also, nachdem er den russischen Fehler begangen hatte, gezwungen, sich anderweitig Rückendeckung zu suchen. Cb Frankreich die einzige Möglichkeit war. darüber kann man zweifelhaft sein. Er hat jedenfall- aus die französische «karte gefetzt und hat mit geradezu schülerhaftem Eifer

Mein und Rhone.

Don Dr. Rad Mehrmano, Noblen;.

Durch da- Anttltz Europa- läuft eine tiefe yurche. ©le gehört zu den charakteristischen 3ügen de- Festlande-. trennt seinen Westen von der Mitte und dem Osten, aber sie bestimmt bat Schicksal des ganzen KonttnentS. S» ist die Senke, die sich al- R&einlal von der R o rdsee und In feiner Forttevung al- Rhonetal zum Wittelmeer quer durch den Leib unsere- Erdteil- zieht. DaS Gesamtbild der sranzösischen Stromlandschaft. ist in seinen Grundlinien freilich ein ganz andere- al- da­her Deutschen Die französischen Flüsse lausen In südlicher, oder, grob gezeichnet, in westlicher Richtung: sic kehren den deutschen, die sich nach Rorden orientieren, den Rücken Aber Rheln- und Rhonetal nähern sich in ihren Hrsprüngen auf allergeringste Entfernung, und die Saone- Rhoncl'nie wird mit ber deS Rheine- burch die burgundische Pforte verbunden. Durch sie sind die Germanen von ihrer rheini­schen i?peration-bafl- nach dem gallisch-römi­schen Südostcn voraestohen. Hnd umgekehrt haben die Franzosen nach der Teilung deS karolingi­schen Weltreiche.» von der Schlacht bei Ander­nach an die cösarische Offensiv? nach dem Rhein und über ihn hinau- wieder ausgenommen. Sie stehen heute noch al- Besatzung-truppen am drulschen Strom.

Was die sranzösische Politik, im Besitz des Rhonctales. immer von neuem nach dem Rhein dindrängt. da- ist die europäische, ist die W e 11 - oedeutung der großen Querfurche zwischen R orbfee und RI Ittel in eer.

Gerade weil sich bas französische Fluhsystem al» Ganze- von Mitteleuropa ab nach dem Westen hlnwendet. gerade darum ist für die fran-ösischc Politik, deren Lharakterzug der Wunsch nach Vormachtstellung auf dem europäi­schen Festland ist. der Griff nach dem Strom­shstein de- Rheine- io verlockend, da- mit den unzähligen Fasern feiner deutschen Rcbenflüffe und mit beten Verflechtung burch Kanäle bi- zu ben ölbc-. Ober- und Weichselgebieten nach dem slawischen Offen Europa- hi nüber leitet und durch den Maln-Donaukanal auch den Weg nach dem Schwarzen Meer weist. Damit wächst die Geltung der Rhein-Rhonesenke über die festländisch-euro­päische hinau- in die weltpolitische. Der Quer­strich zwischen der Rorbec und dein Mittelmeer setzt 6<n Welthasen bte Atlantischen Qzean- mtt dem RUtklftfid zwischen diesem Weltmeer unb dem Indischen in Beziehung. E- ist die

Übeln lönnen. wenn auch wir trotz aller wohl- llingenben Pariser und Dens er Der» öhnungs reden ben Locarnofchuy nicht für genügend für unser Sicherheiisbedürfnis erachten. Rian wirb in bet Pariser politische,' Welt dafür Verständnis auf- bringen müssen, dah wir Deuffche aus dem An­spruch aus Gleichberechtigung^ den wir durch un­tere Aufnahme in den Völkerbund erworben haben, den Schluh ziehen. Frankreich und Bel­gien müssen, um ihre ständige Friedensbereiffchaft durch die Tat zu belräftigen. an ihrer Westgrenze eine ebenso entmilitarisierte Zone fchassen, tme sie dem Reich diktiert worben ist. Wenn -demnächst die Verhandlungen über ben Abruf der Besatzung vom Rhein beginnen, Ver- binMungen, die gar nicht erst nötig wären, wenn Frankreich da- offenbare Recht Deuffchlands nach Artikel 431 des Versailler Diktates auf sofortige und bedingungslose Räumung des befetzten Ge­bietes anerkennen wollte, bann wirb die Ge­legenheit sein, deutscherseits den Fran-ofen die Schaffung einer neutralen Zone läng- der franzö- fffchen unb belgischen) Grenze nahezulegen, in Erfüllung les der'ffchcn Anfpruches als Dölker- bund-mitglieb auf Gleichwertigkeit unb auf frieb- liche Rachbarschaft. Ss mühte den Franzosen ein Leichtes fein, die Berechtigung dieses Ver­langen» anzuertennen. Gerade die französische

diesen 5durSwechfel aller Welt öffentlich -eigen wollen. Der Rüstungsgeheimvertrag. über helfen Inhalt noch niemand recht im Bilde ist und Der vor allem Kellogg stark intcreffiert. war ber Anfang. Gemeinsame Demarchen in Belgrab, tn Sofia und in Wilna waren darauf berechnet, all­gemein kundzutun, wie herzlich die Beziehungen ^wtsck-en ben beiden Ländern find. Der Prci-, den England dafür zahlt, ist natürlich da- Des­interessement in Europa, also da- Ver- fprechen an Frankreich, bah die s ran^ösif che Hegemonie unangetastet bleiben soll. Was England bafür erhält, ist die morali'che Dunde-getwlfenschaft Frankreichs bei den diplo­matischen Auseinandersetzungen in Ehina, Ist auch eine Einheitsfront gegen Amerika in ber Ab- rüstungSfrage. wie bei den demnächst beginnenden Verhandlungen über da- Schuldenprvblem Fragt sich nur, ob die Rechnung sttnrmt, ob nicht trotz­dem die Vereinigten Staaten noch am längeren Arm deS Hebel- sitzen. Herr Kellogg wird bei seiner Europa reife sich sicher Mühe geben, da- Geheimnis des englffch»sranzöfischen Ver­trage- aufzuklären, er scheut baAu nicht einmal die Reife nach London unb wird sehr dringlich werden. ES ist gewist auch fern Zufall, das) Coolibge in feiner letzten Rede vor den nmerikanischen Millionären svch zu einer unver­hüllten Warnung gegen die englisch-französische Ad resse verst ieg.

Die Schürzung diese- weltpolitischen KnolenS nützt unS allerdings zunächst nichts. Wir müssen un» damit abfinden, dah Frankreich unS gestärkt al- Partner allein gegenübertritt. Da» wirft

!<!)( »» lijeigm für dir lagrtnemincT bi» pie Nachmittag vorher.

Prell für l om höbe ftl Änjtigfn von 27 rrm Srtitr örtlich 8, aosträrt» 10 Rei$»p|enmg; für Re» hlamean -.eigen oow 70 mm Breite Reid)»pfenmg, Platzvarfchriff 20'. mehr.

Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H Lhynot, für den übrigen led Lrnft Dlumichcin, für den An­zeigenteil Aart F>tDmane, sämtlich in Giehen

gruppieren, und ber offenen See, die zu den Völkern der Reuen Welt hinüberführt.

Die VZeltgeschichte hat wiederholt an ber euro­päischen Queriurche politisch berumerperimentiert. Die Römer haben di' Rbein-Rhones.-nke erstmalig in eine staatliche Einheit einbezogen. Der fränkische unb ber burgundische Gegeniioh fanden ihre Zu- fammcnfatluug im Reiche der Karolinger. Der grofre Organismus zerbröckelte, und die Rhein- Rhonefenke suchte im lotharingischeit Zwischen- reich nach dem polittschen Ausdruck ihrer Be­sonderheit. Die lotharingische Formation war nur vorübergehend, konnte nicht mehr al» eine Epi­sode sein. Denn der Rhein strömt mit allen Ver­strickungen seiner Rebenflüsse durch rein deutsche- Sprachgebiet, die Rhone durch überwiegend romanisches. Roch einmal zog da- deutsche Kaiser­tum die burgundischen Lande des RhonegebieleS an sich. 21 ber Burgund gewann eine Selb- ftänblgklt zurück und fühlte im Eifer des Er­folge- die Berufung in sich, die lotharingische Täuschung eine- besonderen Rfrän- und Rhone- reiche- zu wiederholen. Karl b?r Kühne schei­terte mit dickem Plan in seinen Kämpfen mit den Schweizern und beendete fein Leben unb die Phantasterei einer lotharingischen Renaissance in der Schlacht bei Rancy. Langsam, aber unaufhör­lich schob die Reaktion be- französischen König- reiche» die Grenzen näher an den Rhein D e Revolution und 6er erste Rapoleon schufen, die Erinnerung der Cäsaren wieder belebend, von Westen her daS Gegenstück zur deuffchen Kaffer- Herrschaft an der Aheln-RhonebafiS. Die Be­freiungskriege und die Rückgewinnung des EUasi im Jahre 1871 lösten daS gesamte deuffche Sprachgebiet bee Rheintafe- wieder au- romani­schen Fesseliu Der Deltfrieg hat die Franzosen auf» neue an ben Rhein geführt unb ihnen am ganzen Mittellauf au» dem linken Ufer zwischen dem schweizerischen und dem holländischen Selten» flügel die herrschend,- Stelluni gegeben. Rur ber Tropfen angelsächsischen Ci.ffu''es rersäuert ihnen drn Becher d.r Freube über ihre Vorherr­schaft an ber Rhone-Rhein-Linie

Da» Versailler Diktat bat die deutsche D^hrkrast für immer fo hoffens die Fran- zvsen vom Rhein verdrängt Das link Ufer, soweit es reich-deutsch ist. wurde entfestigt, und aus der rechten Seite ein Streifen von 50 Kilo- Eter Breite dauernd entmilitarisiert. Die.Sicher­heit' ^ranlreichs verlangt daS. Der Locarno­pakt der doch durch die englit'ch-italienische Bürgschaft der in Versailles gefchaftenen West-

SrJr*kc-ld:8 eine ausreichende Sicherheit geschaf-en hat. vermochte die Franzofen nicht zu bestimmen, die für ba» deuffche Volk entwürdi- gen« Ausnahmestellung des ncutralificrtcn Re.chSgebiete- am Rhein zu verzichten oder auch nur die Besatzung zurückzuziehen Wenn Frank- reich glaubt, an der Versailler SicherheitSmaN- nähme der entmilitarisierten 3one trotz der eng- lffch-7 taffenischen Lvearno-Birrgfchast festhalten zu müssen, so wird nan es un« Deuffchen nicht ver-

Nie pariser presse zur Reise Gtresemanns.

Pari- 18. Rüg. (WTB. Funkspru^).)Petit Parisien" begrüßt e». daß ber Reichsauhen- minister Dr. Stresemann bie Einlabung, zur Unterzeichnung deS AntikriegSpakteS nach Paris zu kommen, angenommen hat und schreibtDie friedliche Orientierung, bie Strefemann bet deut- schen Außenpolitik zu geben gewußt bat. ist die Garantie dafür, daß ber deutsche Minister bei un» die beste Ausnahme sinden wird. Rach Berliner Rachrichten wird Dr. Strefemann von Staatssekretär v. S ch u b e r t begleitet fein, dessen Taktgefühl und Rkäßigung bei den Genfer Zusammenkünften oftmals schon hoch geschätzt worden sind, unb von GauS, der wirksam mit unsehen juristischen Sachverständigen an der Rege­lung der heikelsten Fragen gearbeitet hat." Im übrigen beschäftigt sich die Presse mit der Frage, inwieweit bei der Unterzeichnung des AntikriegS- pakteS Besprechungen über internationale Probleme in Pari- gepflogen werden.

Maffn" schreibt, man könne annehmen, daß kurze offiziöse Meinung-au-tausche »wischen ben au-länbischen Staatsmännern, be- fonbers zwischen Strefemann und Br i and

einen ungünstigen Schaffen auf die Verhandlun­gen über bie Räumung unb wird un» über kurz vor die Frage stellen, ob die Locarno-

Selbst gerecht igkeit hat sich immer damit gebrüstet, Frankreich habe in dem Krifenmonat 1914 ein Zeichen seiner Frilchen-liebe mit ber Zurückzie­hung feiner Truppen und mit der Schaffung einer entmilitarisierten Grenzzone von 10 Kilometer Breite gegeben. Im übrigen weiß man, dah bie Dvppelfeitigkett der Cbreryneutralificrung auf dem amerikanischen Festland längst ein Bordi ld hat. Zwilchen den Bereinigten Staaten unb Kanada hat sich ohne Vertragszwang, ganz au- dem Bedürfnis heraus. Grenzzwi»cher- fälle zu vermeiden, der Zustand einer zweiseitigen Entmilitarisierung der Grenze herausgebildet. DaS sich tn der Reuen Welt bewährt hat. kann in der alten dem Frieden nicht abträglich fern. Die Doppelfeitigkeit deS SicherheitSge» fühl« ist zweifellos cm stärkerer Friedensfaktor als die Angst vor ständiger Bedrohung auf einer Seite.

Einmal angenommen, auf beiden Seiten des Mittelrhein- bestände eine entmilitarisierte Zone. Dann wäre, da bie Schweiz im Süden in völker­rechtlicher Holland ,m Rorben in tatsächlicher Reutralüäi beharrt da- gesamte Rhein- stromgebict von der Mündung bis zur Quelle feiner europäischen unb Weltgeltung entsprechend in die Sphäre der Reutralüät gehoben. Ohne daß barmt btt Souveränität der Staaten, die Ufer»

ebung über den Anschluß, da» Rheinland, oder den Daroceplnn an^udahnen. hieße einem Abenteuer entgegengehen, für das die Interessen Frankreichs alle Kosten zu tragen hätten.

Was ist los?

Poincarö hat zur aH genuinen Heber- raschung sämtliche Mitglieder seine- Kabi­nett- telegraphisch zum 2 3. August nach Pari- bestellt Man zerbricht sich allenthalben die Köpfe, wa- den Ministerpräsidenten wohl veranlaßt haben könnte, einen außerordent­lichen Kablnett-rat einzuberusen. zu nal in ber letzten Sitzung bereit- alle mit ber linier- Widmung de- Kellogg-Pakte- zusammen­hängenden Angcleaenheiten Ihre Erledigung ge­funden hallen und daraushin die nächste Zu­sammenkunft erst nach den Ferien am 1. Dev- tember stattfinden foPte. Da- Rät clraten in Pari- geht hin und her. ohne daß es bi-her gelungen ist. bie Ursachen bie e» MinlsterraleS seststcllen zu können. Rach Lage ber Dinge dürste eS Poincarö wohl für anacAcigt gehalten haben, noch einmal vor der Rufenminifter\ufamnien- funft in Pari- mit seinen Kollegen zu sprechen, weil e- nicht ausgeschlossen ist, bah es doch noch zu irgendwelchen Verhandlungen zwischen Strefemann undBriand kom­men kann, denen eine größere Bedeutung beizu­legen ist. WaS sonst Poincarö bewogen haben sollte, feine Kollegen nach Pari- zu beftellen, ist nicht recht einzusehen

OffiziSse Besprechungen?

Pari», 17. Äug. (DTB) Die .Information" begrüßt die von einem Morgenblatt gebrachte Nach­richt von der Einberufung eines Minlsterrais auf den 23. August, indem sie daraus hinweist, daß bei den voraelchenen Empfängen beim Präsi­denten der Reoubllk. beim Ministerpräsidenten und beim Auhenmlnister alle Fragen, die gegen­wärtig die Aufmerksamkeit der Kanzleien brr ein­zelnen Hauptstädte In -lnspruch nahmen, osslzios, wenn nicht offiziell, würden erörtert werden. Zwei­fellos werde Strefemann. der wie B r i a n b Anhänger einer befonnenen deutsch-französilchen Annäherungspolitik fei, Poincars feine Ideen über eine ihm besonders am Herzen siegende Frage, nämlich die Räumung des linken Nhein- ufers, auseinandersetzen. Es erscheine auch nur logisch, daß die Frage ber Schulden mit Staats- fetrdär Kellogg erörtert würde- trotz aller diplo­matischen Feinheiten würde cs überraschen, wenn Schuldner und Gläubiger sich mehrere Stunden unterhalten könnten, ohne auf die sie besonder» interessierenden Themen zu sprechen zu kommen.

Kellogg auf der Heise.

Washington, 17. Äug. (WIL ) Staatssekre­tär Kellogg hat heute in Begleitung feines Pri- oatfefretär» Beck und de» Pressechef» Mac Der- mott die Reife nach Pari» angetreten. Der deutsche Geschäftsträger, Dr. Riep, war aus dem Bahnhof erschienen, um sich von dem Staatssekretär zu veravschieden.

Reuben Clark, ein Jurist aus Sait Jake City, ist zum Unter ft aatefefretär ernannt wor­den. Clark wird wahrend der Abwesenheit des Staatssekretärs Kellogg die Geschäfte des Staats­departement» führen.

Ein neuer Aufruf Eoolidges.

Reuyork. 17. Rüg. .Heralb Tribüne" mdbet au- Superior (Wisconsin). eS verlaute. Prä- fibent 6 d o 11 bge erwäge einen neuen Ruf­ruf an da- Land, In dem er für ben Kellogg- pakt einlrcten werbe Dieser Ausruf soll am Tage der Vertragsunter»eichnung in Paris veröffentlicht werben. Dieser Schritt wirb al- ein Anzeichen dafür angesehen, daß die Re-

fl.* 11,60 n,c« 1,13 11,93 80,6- 69,5< u.x n.»

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