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der Gastvereine in der Sing- und Turn­halle statt. Auf dem festplatz entwickelte sich ein munteres Leden; mit anbreAenbcr Dunkel-

gteicheS ist natürlich auch von den Bundes­vereinen zu berichten, die ihre Chöre und Liede« fehl' wesentlich zu dem vollen Gelingen des Festes beitrugen. Der Verlauf deS Festes berech» hgi den Adam Ishrunschen Vesangverrt» i* vollster Zufriedenheit.

zutvirbeln und still seiner Wege zu gehen, wah­rend sie in Hoover einen Mann vor sich haben, von dem Schahamtssekretär Mellon einmal ge­sagt haben soll:Der Mensch glaubt, es müsse alles mit der Dampf schaufel gemacht werden."

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daß der Deist von 1914 gestunden sei. Die neue Jahne und Standarte solle den alten Ka­meradschaftsgeist verkörpern.Wie steht beute", so führte der Redner weiter auS. .mit

diesem Geist? Läßt es sich vereinbaren, daß eine 'Bevölkerung, wie sie die Stadt 'Berlin hat. alles da», was sie früher hatte, verachtet und von sich warf, und nun im Jahre 1929 es fertig brachte, mit großem 3ubel und gleich «oster Begeisterung, wie wir sie in früheinn Zeiten dort gesehen haben, einem erotischen Kö­nig Huldigungen darbringt? Man denke an Hauptmann Köhl, dem ?ur seinen wahrhaft aevyer HeUxi- iu' hohe Shoen erwiesen wur- , <'SRf ^oten sich würd'.g denen un­serer Stieger an den Fronten an. Sollee inan

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Oer erste hessische LandeSkriegertag.

WSA. Offenbach a. M., 15. 3uIL Am Samstag und Sonntag wurde in Offenbach der erste hessische LandeSkriegertag ab- gc hatten.

Qlm Samstag erfolgte die Fahnenweihe der KriegerkameradschaftHassia" und die Standarte »weihe des Vereins ehemaliger hessischer Lcibdragoner Ar. 24. Vach einigen Musikstücken hielt Bürgermeister a. D. Porth die Begrüßungsansprache. in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß der Landeskrieger­verbandstag in Offenbach abgehalten werde. 3n kurzen Worten gab er Kenntnis von den Zie­len, die die KricgerkamcradschaftHassia" ver­folge und führte an Beispielen an, wie ein stärkerer Zusammenschluß zu erreichen sei. Ritt- meist:r a. D. Dr. Chalons-Gießen hielt darauf die Festrede, in der er u. a. betonte.

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Der Besuch deS SängerfesteS war auster- ordentlich eindrucksvoll: schätzungs­weise sind über 2000 Gäste In unserem Dorfe gewesen. De rcichgcschmückten Ortsstrasten gaben dem Feste einen farbenprächtigen Ttahmi die von attersher hervorragende

Ichait unserer Bürger sorgte in vortrefflicher Weile für bafl Wohlbehagen der Gäste. 2lber nicht nur in geselliger Hinsicht, sondern auch in den gesanglichen Lei stungen konnte man bei die­sem »gerieste Hervorragendes geniesten. So­wohl die Gastvereine, wie auch der fest gebende Derein fanden für h« vortrefflichen gesangS- kür.stlerischen Darbietungen lebhaftesten Beifall.

in die sie der schöne Verlauf drS Festes verfeyt hatte. 'Dem Ehrenvorfil-endan Heinrich Mohn tourbe noch eine besondere Auszeichnung dadurch zuteil. baß ihm der Männerchor Aiederweisel an seiner Wohnung ein Ständchen brachte und ihm als greunb und SangeSbruder eine Shren- tafel überreichte, die Herr Mohn bairfenb ent- gcgennahm.

Der Montag war besonders zur Unterhaltung der Einheimischen bestimmt.

»Ätd «Mita M» t feinem 5» öattierta stellung t 10 befall Lnterschr lich elnmc ^ahre ta jaa M im Vveigrvf eint» ®e' Verein v l'chstit al ^umplaj Dokttfchu Werden. 2 ein« nei

ger, und zwar der Ghrenvorsiyendc : Mohn und daS Vorstandsmitglied Adam Gilbert. Dun fand das S

nec eineS Spar- und Darlehnskasfenverekn^ Aach dem Krieg war er zunächst Eisenbahn­arbeiter und wurde dann vor einigen Jahren von den Mitgliedern der Genossenschaft zu ihrem Rechner gewählt. Verhältnismäßig schnell hatte er sich die für die Buchungen nötigen Kennt­nisse verschafft. Die erste Revision gab auch keinen Anlaß zu Beanstandungen. Kurye Zeit darnach begannen seine Unredlichkeiten, die einen sehr erheblichen Umsang annabmen. So wurde jetzt festgestellt, dast er innerhalb kurzer Zeit mehrere tausend Mark unterschlagen hatte. 6r verstand es auch, längere Zeit den Vorstand über seine Verfehlungen hinwegzutäuschen, indem er Einnahmeposten nicht verbuchte, bzw. der Wahr­heit zuwider Ausgabeposten eintrug. 3n einem Fall hatte er sich dabet sogar einer schweren Urkundenfälschung schuldig gemacht. Die Ge­nossenschaft versuchte er dadurch zum Teil schad­los zu halten, dast er auf sein Anwesen eine Hypothek eintragen lieh. Unter Aufrechterhaltung deS gegen ihn früher erlassenen Haftbefehls wurde er zu einer Gesamtstrafe von 10 Monaten Gefängnis verurteil

Ein Schornsteinfegeraeselle, der in einem Aach- barort in Arbeit stand, hatte die in Ausübung seines Berufes sich erworbenen Lokalkenntnifse dazu benutzt, um eine Leihe von Diebstählen zu begehen. Auherdem hatte er in mehreren Fällen Zechprellerei begangen. Während er die Be­trügereien zugab. leugnete er zunächst die Dieb­stähle, doch sah ec sich angesichts des etörüden» den Beweismaterials es waren 25 Zeugen au der Verhandlung geladen veranlaßt, schließlich auch nach dieser Richtung ein um- fastendes Geständnis abzulegen. Mit Rüctficht auf sein noch verhält»ismähig jugendliches Atter wurde» ihm mildernde Umstände zugebilligt und er zu einer Gesamt strafe von neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch in diesem Falle wurde der Haftbefehl ausrechterhalten.

heimische Gesangverein seinem Stifter durch den Bau der Sing- und Turnhalle ein Denkmal ge­setzt habe. Frl. Margarete Hofmann über­reichte dem Verein die von den Frauen und Jungfrauen Grüningens gestiftete Fahne» schleife. Sodann vollzog der Dundesvorsitzende die AuS- zeichnung einer Anzahl von Säugern, die über 35 3ahre aktive Mitglieder der BundeSvereine sind. Hierunter befanden sich auch zwei Grünin- aer, und zwar der Ehrenvorsitzende Heinrich

Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, Prot. Max von Schillings über seine Dor- arbeiten für das erste internationale Musik- Parlament zu befragen. Die größte Gram- mophon-Gesellschaft der Welt steht im De- griff für dieses Parlament 50 000 Dollar» zu stiften, die in 10 3ahren an verschiedene Künstler verteilt werden fotlen.

Der große Erfolg des vor kurzem beendeten internationalen Schubert-Wettbe­werbes, bet dem der schwedische Komponist Kurt QI 11 e r b e r g den 10 000-Dollar-Preis er­hielt. hat eine große amerikanische Grammophon- Gesellschast auf den Gedanken gebracht, ein Internationales Parlament für Musik inS Leben zu rufen; es steht schon jetzt fest, daß diese neue 3nftitution. deren Statuten von Prof. Max von Schillings gemeinsam mit dem Direktor der betreffenden Gesellschaft. Frederik Sard, ausgearbeitet werden, wirklich geschaffen werden wird. Pros. Max von Schillings erzählte mir fol­gendes über den großzügigen Plan, ein solches Parlament zu errichten:

Um sich über den Zweck der neuen Organi­sation ein klares Bild zu machen, muß man wissen, daß der Tättgkeit der erwähnten amerika­nischen Grammophon-Gesellschaft, auch die Ver­anstaltung des Schubert-Wettbewerbs zu ver­danken ist. Scho» im Beethovenjahr 1927 be­teiligte sich die Gesellschaft mit glänzender ameri- kanifcher Organifationsiraft an der Populari- fierung Deethovenscher Musik in den Qkrcinigten Staaten, machte unzählige Grammophon-Aus­nahmen von Beethovens Symphonien und ver­anstaltete klassische Konzerte in vielen Städten der Union. Der Schubert-Wettbewerb zeigte nun zum erstenmal, daß internationale Zusammen- arbeit auch auf dem Gebiete der Musik zu praktischen Ergebnissen führen kann. 3n der 3ury waren hervorragende Musiker aus Frankreich, Oesterreich, England, Skandinavien, 3talien und Spanien vertreten. Sogar die östlichen Staaten, Polen und Rußland, die sich sonst von dem internationalen Musilleben lemhatten, hatten ihre Vertreter nach Bien zum Schubert-Wettbewerb geschickt. Der Meinungsaustausch brachte uns aus den Gedancen, derartige Zusammenkünfte öfter zu veranstalten. Vorläufig ist dieser Plan noch eine 3dee, doch sind die Grundzüge der Organisation schon im Wesentlichen festgesetzt, und ich hoffe, daß der Plan bald verwirklicht wird.

Wir erstreben eine internationale Annähe­rung zwischen den Musikern aller Länder, eine Annäherung. die friedensfördernd wirken muß: denn die Musik ist jene allgemein verständliche Kultur, die am besten geeignet ist, die Völker zusammenzubringen. Unser JDlan könnte in ge­wissem Grad eine Lüde im Ävbelpreis ausfüllen, der für Musiker leider nicht gewährt wird. Das geplanteParlament" tonnte recht gut eine Art Nobelpreis für die Musik" erteilen. Es wäre ferner wünschenswert, eine internationale musi­kalische Kulturgemeinschaft zu schaffen, sozusagen eine allgemeine europäische Musiksprache zu ent- wickeln, die selbstverständlich die nationale Musik einzelner Länder nicht bekämpfen oder überflüssig machen soll. Amerika, dessen technische Kultur gerade in der letzten Zeit einen sehr starken Ein­fluß auf die Gestattung des europäischen OebenS ausübt, ringt um eine eigene Mufiksprache und hat auch aus dem musikalischen Gebiet uns Europäern sehr viel Anregungen gegeben. Es hat den 3azz gebracht, dessen Rhythmus und sogar 3nftvumentlerung in de» Werken vieler zeitgenössischen europäische» Komponisten nach- hallt.

Das Parlament müßte eine Fortsetzung und Erweiterung der Arbeiten darstellen, die bei der Schubcrtseier begonnen wurden. Die größte Drammophon-Gesellschast der Welt will eine neue Stiftung von mindestens 50000 Dollars errichten. Dieser Betrag wird während einer Laufzeit von 10 Jahren, und zwar von 1929 biS 1939 in jährlichen Preisen verteilt werden, und nach Qlblauf dieser Frist soll die Stiftung vorarrssichtlich verlängert werden. 3edes 3ahr kann ein Preis von mindesten- 5000 Dol­lar- verteilt werden, und zwar entweder für ein bestimmtes Musikwerk oder für die gesamte schöpferische Tätigkeit eines Komponisten: sogar Gruppen, Vereine, Gesellschaften, die sich um die Förderung der Musik in ihiem Lande be­sonders verdient gemacht haben, könnten einen

es für möglich halten, daß einzelne diesen Hel­denmut mit Achselzuden übergehen und sagen, es wäre nichts Besonderes? 3st daS der Geist, der uns beseelt? Sollte man es für möglich halten, daß unser bedeutendstes Orchester, die Philharmonie in Berlin, ein Konzert in Paris gibt, und daß in Berlin ein alte» Wahrzeichen ber großen Geschichte unseres Vaterlandes, daS Denkmal Friedrich Wilhelm III.. abgebaut wer- den soll? 3st das der Geist? Er ift es nicht! 3m Vaterland sieht es nicht so au», wie es sein sollte. Dainit der alte Geist von neuem wach werde, lind wir heute zusammcngekommen." Da­rauf wurde zur Weihe der Fahne und Stan­darte geschritten. Vertreter zahlreicher Verbände überreichte» Schleifen und Fahnennägel uni) sprachen ihre Glückwünsche aus.

Am Sonn tagDormirtag fand im Walde vor bem Gefallenendenkmal der 188er eine Gedächtnisfeier statt, bei der Pfarrer Oedinghaus erhebende Worte fanb. 3m An­schluß daran wurde auf dem Wilhelmsplatz ein Appell abgehalten. 3n den RachmittagSstun.. ben zog ein imposanter Fe st zu g durch die Straßen nach dem Festtokal, wo ein unterhalten­de- Programm, bestehend aus Musikstücken. Vor­führungen und Vorträgen abgewidelt wurde, das am Qlbenb fortgesetzt wurde. Der ehemalige hes­sische Droßherzog sandte zum ersten hes­sischen LandeSkriegertag ein DegrüßungStelc- nramm. An den Reichspräsidenten v. Hinden­burg sandte der Landeskrieaertag ein Tele­gramm in dem fein unwandelbares Treuge- tobniS zum Qhiebrud kam. Die Veranstaltung war von auswärtigen Gasten gut besucht.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen. 16. 3uli. Als ein ungetreuer Verwalter fremden Geldes erwres sich der Rech-

PreiS erhalten, und unter Umstande» toirt) er unter mehrere Personen oder Vereine verteilt werden. Eine bestimmte mufllalifche Richtung ift bei dem Wettbewerb um diesen Preis nicht vor­geschrieben; Künstler aller Richtungen würde es freillefren, sich zu beteiligen. Vielleicht würde damit die Krise, in der sich die Musik augen- blicklich zweifellos befindet, gemildert werden. Del dem Schubert-'Dettbewerb wurde allerdings ein Werk verlangt, in dem man eine gewisse melodische Linie feststellen konnte; solche Forde­rungen sollen aber in Zukunft nicht mehr gestellt werden. Jedes Werk, das nach der Meinung der Preisrichter einen künstlerischen Wert hat, auch wenn es noch so extrem erscheint, hat die Aussicht, preisgekrönt zu werden.

Die Organisation ist wie folgt gedacht: ES werden mehrere wahrscheinlich 10 inter­nationale Zonen gebildet, und aus jeder Zone werden drei Mitgtteder von der Grammo­phon-Gesellschaft in ben .obersten R a t" ge­wählt. Aus demobersten Rat" wird ein großes Komitee ernannt, das aus bedeutenden Mufik- künstlern fünf verschiedener Länder bestehen soll. Dieses Komitee wird sich abwechselnd in den Län­dern, deren Musiker imobersten Rat" oertreten sind, versammeln und für die Preisver­teilung Vorschläge machen, auf Grund deren der Gesellschaft die Endentscheidung Austeht. Die erste Zusamn entunft ist für daS Ende des Jahres 1929 geplant und wird wahrscheinlich in Wien stattfinden. Während der Tagung wird der Rat den Ort der Tagung im nächsten 3ahre bestimmen. Ein -Hebel, das diese Organi ation be­seitigen soll, ist das mangelhafte Ver­ständnis, bas bie Völler bisher für bas zeit­genössische musikalische Schaffen des Qlachbarlandes zeigte». WaS weiß man z. D. von moderner englischer Musik in Deutschland, und wie wenig ist die neueste russische Musik bekannt! Bis jetzt ist die internationale musikalische Zusammenarbeit von der Internationalen Gesellschaft für moderne Musik g.leitet worden. Dic e Gesellschaft wurde im Jahre 1921 In London ge­gründet und hält seitdem internationale Musik­feste in europäischen Städten ab. Fördert die Tätigkeit dieser Gesellschaft auch zweifellos die Entwicklung der internationalen mujilalischen Ver­ständigung, so muß doch gc agt werden, daß sie nur einer extrem modernen Richtung dient. Ein Richard Strauß hätte z. D. keine Aussicht, Mitglied dieser Gesellschaft zu werden. Auch ich wurde als Komponist für die internationale Ge- fellschaft für moderne Musik nicht alsmodern genug" gefunden.

Das geplante Parlament wird die Berufs­arbeit der Künstler, die an seiner Organisation teilnehmen werden, keineswegs stören. Mit prak­tischen Fragen soll es sich nicht befassen; dafür gibt es andere internationale Organifationen, vor allem die Konferenz der Verbände der Kompo­nisten. die sich mit dem Schuh des Autorrechts und mit dem Schutz dec auftretenden Künstler im Ausland beschäftigt. Die praktische Organisation des Musiklebens ist ja gerade in Deutschland für alle Staaten vorbildlich, so daß Deutschland mit seinen Opernbühnea und Musikverlagen vom Ausland kaum etwas lernen kann. Der Zweck und die Bedeutung des Parlaments beruht also In der i beeilen Verstänbigung. Daß bie Musik die besten Möglichkeiten bietet, den Haß der Kriegszett zu beseitigen, beweisen bie glänzenden Erfolge der deutsche» Musik, die sie in den letzten Jahren überall im Qlusland aufzuwci'en hat, und deren friedenssördernde Wirkung noch lange nicht genügend gewürdigt wird. Es ist eine merk­würdige Erscheinung, daß gewisse muiilolische Kreise Deutschlands Wagner für unzeitgemäß romantisch und bem nwbernen Empslnbe» fremd bezeichnen, während Wagners Werke gerade in den Ländern des größten technischen Fortschritts und moderner praktischer Lebensauffassung, in Amerika und In England, unerhörte Triumphe feiern: auch in Frankreich wird Wagner geliebt, die Aufführung seiner Opern trägt zu der Annäherung zwischen ben Völkern durchaus bei. 3n Spanien sind die Wagner- Festspiele, deren Leitung ich übernommen habe, das größte künstlerische ©relgni« der Saison. Wir wollen hoffen, daß unser Parlament durch die Entdeckung und Vorführung neuer Werke auch das Snterefie für die zeitgenössische Musik ver­schiedener Länder erwecken und fördern wird.

Ein intemationales Parlament für Msil Sine Unterredung mit Prof. Max von (Schillings. - Oer neue71 obetpreid für Musik".

Don Or. Alexander von Andreewfky.

und ber so offenfunbig von ber Absicht beseelt ist. unser ftlbflänbigei Denken einzulullen und uns zu täusche» wie dieS die Jongleure In Kansas City getan habe» Und dabei Ift bie republikanische Plattform keineswegs außergewöhnlich, ftc ent­hält nur daS normale Quantum Unaufrichtig­keit, Ne entspricht dem Herkommen in jeder Beziehung.

Ihr zufolge ist jeder wahrend der letzten fünfzig Iahre erzielte Fortschritt, die ganze .P r o s p e - rität" republikanischer(Inspiration" zu ver­danken. Amerikas und der Amerikaner Wohl­ergehen. hier wie im AuSlande. ist ebenso von ber republttanifchen Partei abhängig, wiebie allgemeine Zufriedenheit", die unwiderbrrnglich futsch ist. wenn den Revublikanern die Macht entzogen werde» sollte. Die Segnungen der Eoo- lidge-Regterung werden samt und sonders und ohne jeben Vorbehalt inbofiierL 3n Eoolidges Ftnanzgebarung, feiner Steuerten tung, feiner Sparsamkeit, die allerdings in der letzten Zeit ein wenig aus dem Gleis geraten ist. liegt feine, liegt ber Republikaner Stärke. Der Lobgesang auf ben Schutzzoll wirb nach der alten, rührenden Weise abgestimmt, aber sogar das Meisterwerk der Herren Fordney und McCumber bedarf der Revision. Rach oben hin, natürlich, denngewisse Industrie» ocrniöge» gegen die Auslandkon­kurrenz nicht mehr aufzukommen". Welche, ist ebenso unbestimmt, wie die dem Farmer ge­machte Zusage, daß auch er vor dem unlauteren Wettbewerb ausländischrr Vodenerzeugnitse ge­bührend geschützt werden soll. Herrn Eoolidges auswärtige Politik wird zitiert und entkprec!)end gelobt. Daßwir" auch fernerhin dem Völker­bund fernbkiben, ist selbstverständlich. Epoche­machend ist die Entdeckung, daß ..man da und dort mit gerichtlichen Einhaltsbesehlen (in Arbeiter Lohndifferenzen) zu wett gegangen ist", aber man verspricht den Arbeitern wohlwollende Erwä­gung ihrer Veschwerden und außerdem, was vrauche» sie fonst noch, solange sie ben Schutz­zoll und die Ginwanderungsgefetze haben? Und f o weiter.

Die vielleicht einzigePlanke" der ganzen repu­blikanischen Plattform, der vier Fünftel aller Konvenlsdelegaten ehrlich zugestimmt habe» mögen, war bie Verpflichtungzur Deibcyal - tung und Fortsetzung der Coolidge- Politik". Hiermit war man einverstanden trotz ber Tatsache, daß eine republikanische Mehrheit im Kongreß seit vier Jahren dem Präsidenten einen erheblichen Teil seines Programms enb weder ganz und gar gestrichen oder doch der maßen umformuliert hat, daß von feinet ursprünglichen Gestalt wenig mehr zu erkennen war. Man braucht hier nur an Mellons Steuer- plänc, an die Annahme desSoldaten-Bonus" trotz Cooligdes Veto, an die riesige (und von ihm genehmigte) äleberschreitang seines Budgets, die Ablehnung seines Flottenbauprogramms, die 125C00C00-2)oIlar (Bctcinijung für d e Handels- marine, Amerikas nicht erfolgten Beitritt zum Welt-Schiedsgericht, da» Muscle Shoals Kraft­werk und die McRarh-Haugen-Agrarvorlage zu erinnern. Als eklatantestes Beispiel republikani­scher Konvents-Begeisterung mag man anführen, baß die Plattform Herrn Eoollbge Anerkennung darob zollt,daß Millionen derer, bte am schwer­sten an der Last der Einkommensteuer zu tragen hatten, ron dieser Bürde gänzlich befreit wurden." Jeder Kongrehabgeordnete, jeder Senator weih, daß dies dem Wunsche und Willen des Präsi­denten durchaus zuwider lies. Qlber es war ge- fchehen. War populär. Herr Coolidge ist populär. Und ein, zwei, drei machte Konvents-Logik darausCookidge-Politik".

Wenn die Republikaner in Kansas Gatt) sich auf Fortführung dieser Politik verpflichten, so heiht bas lebiglich, daß sie der Wählerschaft die Ueberzeuguitg beibringen wollen, nur urt- t e r republikanischem Regime könnten sie auf weitere vier Jahre ununterbrochener, wenn möglich noch größererProsperität" rech­nen. Hätte jemand sich erdreistet, der Versamm­lung eine Liste der Coolldgeschen Empfehlungen an den Kongreß, dessen jeweiliges Votum und die Vetos des Präsidenten vorzulesen, hätte er die politischen Führer Mann für Mann da­nach gefragt, welche Unterstützung bie Coolidge- PolitU bei ihnen gefunden, so hätte man ihn niedergeschrien.

Sollte Herbert Hoover das Erbe deS jetzigen Bewohners des Weihen Hauses anzutreten be­rufen sein, so wird er von der sogenannten Eoolidge-Politik genau soviel und sowcmig beibehatten. wie ihm gut dünkt. 3m übrigen wird er sich seine eigene Politik zurecht­legen. Rur ein von Hitze, Begeisterung, Blech­musik und einem Schwall bombastischsten Ge­redes überwältigter Konvent kann auch nur einen Augenblick daran glauben, daß ein Mann von Hooters Tenrperament, Wissen und Selbständig­keit Lier 3ahre lang versuchen würde. Calvin Coolidge nachzuäffdi. Was immer bie Platt­form behauptet, was immer Hoover als Kan- bibat lagen mag, so wird sich gegebenenfalls eine Hoover-Regierung wesentlich anders anlassen als die seine- Vorgänger-.

Soweit sich bis jetzt vorausbliden läßt, wer­den sich bie Unterschiebe in folgendem zu er­kennen geben: Herr Coolidge hatte volle- Ver­trauen tn die Führerschaft und bas Urteil Der republikanischen Vertreter des G r o ß g e s ch ä f - t e S. Soweit als möglich paßte er seine Verwal­tung ihren Ideen an. Herbert Hoover dagegen ist davon überzeugt, daß tat amerikanische Geschäfts- manu noch mancherlei über rationelle Gelchäfts- gebarung §u lernen hat, und daß die In- geiüeure. bie Techniker bie berufenen Lehrmeister hnb. Selbst erfolgreich. Wohlhabenb und in hohem A»tt, hat Hoover lange nicht den Respekt vor Geld und Veldmacht wie Präsident Coolidge, der »le selbst geschäftlich tätig gewesen Ist, sondern Hanbei und Industrie stets als bewundernder Dllettant gegenüberstand Hoover dagegen ist Geschäftsmann, ist Experte unter Experten.

3n welcher Richtung fein Temperament sich au«toirlcn toürde. vermag noch niemand zu sagen. Juch-'ncht die stärksten Hoover-Anhänger in Industrie und Handel. Sie wiNen nicht, wie sie mit diesem Mann, der so tiefen Ernbkck

J «i genommen hat. dran

Llnt*' totHcu'x er in acht Iahre» aus dem fchiäfngen Handeisamt durch Heranziehung Sachiundiger, tx\ deren Autwahi keine anderen Erwägungen als die der Tüchtigkeit und Qei- UungSfühigkeit ausschlaggebend waren eine Ver­waltung^ steile gemacht hat. deren Wirkrnias. krei» jetzt fo ungeheure QluSdehnuua. bat daN die Regierung fkch genötigt sieht 5Ut unk- bvingung M Beamtenstabee Da^ größte je der Regierung geplante Bureaugebä : ,.t, richten. Sie Wissen, daß Präsidr Coc-1 .

damit zufrieden gab. möglichst wenig St mb mi*.

Oberheffen.

Sängerfest in Grüningen.

* ©rüningen, 18. Juli. Am 14., 15. und 16. Juli feierte der Adam-Isheimifche Gesangverein sein 65. Stiftungsfest, verbunden mit dem Wertungsfingen deS Hausberg - Wettertal - Sängerbün­de-. Dorn besten Wetter begünstigt .nahm daS Fest einen guten Verlauf.

Qlm Qlbenb des 14. Juli begaben sich die Sänger und Sicunde des Verein- an daS Denk­mal für die im Weltkrieg Gefallenem Die Kapelle fpilte die MelooieIch Satt* einen Kameraden". Sodann füh.tc in einer kurzen An­sprache der Vorsitzende. Wilhelm L e l d i ch, aus, daß bie Erinnerung an den Opfertod der Ge­fallenen in den Herzen der Sänger foctlebe und daß diese an ihrem Jubelfest der toten Kame­raden ganz besonder- in Dankbarkeit geben len und ihnen stets ein ehrendes Andenken be­wahren wollten. Rachbem er noch einen Kranz niebergelegt hatte, fang ber Verein das Lied: Morgenrot". Auf den Festplatz zurückgekchrt, begrüßte ber Derein bie Teilnehmer mit bem Lieb:Gott grüße dich!" Sodann würdigte ber Vorsitzende die Verdienste, bie sich ber Alt­bürgermeister Bingel und der Bauunternehmer Heinrich Same« (Darmstadt), ein geboren re Grüninger. um baS Wohl de- Vereins erworben haben. Beide Herren wurden unter Verleihung von Urtunden zu Ehrenmitgliedern des Verein- ernannt

(Nachdem am Sonntag ab 8 Uhr die Bundes­vereine empfangen waren, begann um 9 Uhr in ber Sing- und Turnhalle das Wertungs­singen. Der Vorsitzende des Bundes, Lsbier Breidenbach (Hochwcisel), eröffnete daS Sin­gen durch eine Amprache. Oll» WertungSrichler war Oberreallehrer Geller (Gießen) zugegem Jeber Qkrein trug ben PflichtchorAm Brun­nen vor bem Tore" von Schubert unb einen selbstgewähltcn Chor vor. Aachbem bie Gast­vereine empfangen waren, bewegte sich nach­mittag- ein Festzug burch daS geschnrückte Dorf, gefüh t von Radfahrern und einer Reiter­abteilung. GS folgten die Schulkinder, bie Fest- jungfrauen. ber Turn-, ber Kriegervcrem »ab 28 Gesangvereine mit Awei Musllkapellen. Um 3 Uhr traf der Zug auf bem Festplatz ein. Frl. Margarete Hofmann sprach einen Prolog, der feftgebinbc Qkrein fang da» BegrubungS- lied, der Vorsitzende begrüßte die Festteilnehmer, die Festrede hielt der Ehrenvorsitzende Heinrich Mohn. Er hob hervor, daß der Qll)am-3S-