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deutsche Lloyd und einige große Berliner Tages­zeitungen haben uns ständig auf dem laufenden gehalten, so daß wir immer unterrichtet waren. Einen persönlichen Bericht der Flieoer haben wir noch nicht erhalten, das ist ja aber auch bei schlechten DerständigungSmöglichkeiten mit Vreenlh Island nicht ander- zu erwarten. 3m übrigen werden wir aller Borau-sicht nach am 19. April mit derDresden" nach Reuhork reisen und uni dann selbst er­zählen laffen, tote der Flug war. Mein Gatte wird jetzt voraussichtlich einige Wochen in Ame­rika bleiben, um mit dem Schwefterfluozeug der ..Bremen" die wichtigsten Städte Roroamerikas besuchen. SS besteht durchaus die Möglichkeit, daß er dann mit diesem Flugzeug den R ü ck f l u g nach Deutschland ausfuhrt. Fest stehen dies« Pläne aber noch nicht und ein Programm ist noch keineswegs festgelegt worden. Borläufig müssen die Flieger er st einmal in Reuyork sein und wenn alle Feierlichkeiten und Empfänge beendet sein werden, können erst neue Pläne ge­faßt werden.

an dur.

Herren- unD Knabengarderobe, zeichneten sich :ch musterhafte Ausführung aus. Auch die von

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

a Klein-Linden, 17. April. Sin schöner Erfolg war der am Sonntag stattgehabten Aus­stellung der Handarbeiten der hie­sigen Wädchenfortbildungsschulebe- schieden. Trotz der sehr ungünstigen Witterung war der Besuch, namentlich am Rachmittag, außerordentlich stark. Dem Lehrziel der ein­zelnen Jahrgänge entsprechend, waren die Ar­beiten in bestimmter Reihenfolge aufgebaut. Die Strick- und Flickarbeiten jeglicher Art, besonders

den Schülerinnen hergestellte Leib- und Bett­wäsche, besonders aber die selbstangefertigten Kleider des ältesten Jahrganges, erregten das größte Interesse. Daß die Schülerinnen auch in die Kunst des Bügelns eingeführt wurden, be­wiesen die ausgestellten Arbeiten. Die von der technischen Lehrerin selbst entworfenen künstleri­schen Aufzeichnungen einiger Handarbeiten zeig­ten, tote alle übrigen Arbeiten, daß der Unterricht in besten Händen liegt.

H. Großen-Linden, 17. April Am Sonn­tag hielt die hiesige Spar - und Darlehns- lasse e. D. m. b. H. ihre Generalversamm­lung ab. Aach der IahreSrechnung und Bilanz hat der Geschäftsgang im letzten 3ahr erfreu­liche Fortschritte gemacht. Der Verkehr in laufen­der Rechnung und auch die Spareinlagen be­wegen sich aufwärts. Die Einführung des Scheck­verkehrs ist besonders von den Gewerbe treiben­den begrüßt und fleißig benutzt worden. Für ein­zelne Geschäfte besorgt die Kasse den gesamten Geldverkehr. Daß viele Wenig ein Diel machen können, beweist das Kleinsparkassenwesen. Die Schulsparkasse hat im Geschäftsjahr 1927 etwas über 4000 Mk. zusammengebracht, während der Sparkassendiener durch Sparkarten­verkauf 9300 Mk. der Kasse zugeführt hat. Die Umsatzbilanz weist in Soll und Haben 703084 Mk. nach. Der Reingewinn beträgt 1436 Mk. Davon wurden an die Genossen 12 Prozent Dividende auf die eingezahlten Ge­schäftsanteile gegeben, der Rest je zur Hälfte dem Reservefonds und der BetriedSrücklage zuge­wiesen. Die auS dem Dorstand und Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder Johannes Velten I., 3ohs. Ceun IX. und 3. FaberI. wurden wiedergewählt.

V Mainzlar, 17. Avril. Bei Ausfchach- ^ungsarbeiten an Der hiesigen Kanali­sation fand der Landwirt L. Kreiling bei £en Arbeiten zu seinem Hausanschluß einen Lederbeutel mit verschiedenen über 1753ahre alten Geldstücken. Die Stücke sind sämtlich sehr gut erhalten und zeigen nicht die geringste Spur von Rostflecken. Ein Stück in Größe eines früheren Talers mit dem sehr gut ausgeprägten Bildnis Maria Theresias trägt die Jahres­zahl 1754, vier weitere Stücke, die auf der Vor­derseite einen Löwen mit Schwert, auf der Rück­seite verschiedene Wappen vereinigt tragen, das Präaungsjahr 1750, während zwei Stücke, je ein Ein- und Sechs-Kreuherstück. als oberöster­reichische Scheidemünzen die 3ahreszahl 1780 und 1794 aufweisen.

d Aus dem Busecker Tal, 17. April. Die anhaltende naßkalte Witterung beeinflußt die Bautätigkeit in ungünstiger Weise. An zahlreichen angefangenen und fortgeschrittenen Reubauten können die Arbeiten wegen der durch­dringenden Rässe nicht weitergeführt werden, wodurch Arbeiter und Handwerker zeitweise zum Feiern gezwungen sind. Auch in gesundheitlicher Beziehung ist daS gegentoärttge Wetter von großem Rach teil, was die zahlreichen Erkran­kungen an Grippe und Lungenentzün­dung, die leider schon mehrere Opfer besonders unter Jüngeren Leuten gefordert haben, beweisen. Die Landwirtschaft ist in der Feldbe­ste l l u n g st a r k gehemmt, während die 3m- fer mit Rückschlägen in der S.ttwickluna der Völker rechnen mässen und daourch auch für dieses 3ahr wieder einen Mißerfolg in der Frühjahrstracht zu befürchten haben.

4- Garbenteich, 17. Aprill Bei der Kon­firmation am vorigen Sonntag wurden in unserer Gemeinde 14 Knaben und 11 Mädchen elngcfegnct.

-r ©rüningen, 17. April. 3n unserem Dorfe wurden am Sonntag in feierlichem ©otteÄ- ölenft 5 Knaben und 8 Mädchen konfirmiert.

L Holzheim, 17. April. Am vorigen Somr- tag wurden in unserer Gemeinde in der vollbe­setzten Kirche 16 Kinder konfirmiert, und ?war 9 3ungen und 7 Mädchen. Von den 16 Konfirmanden haben 7 ihren Vater im Welt­kriege verloren. 3n unserem Filialdorf Dorf- Güll wurden 9 Kinder, und zwar 5 3ungcn und 4 Mädchen, eingesegnet.

# jungen. 17. April. Gegenwärtig wird auf dem hiesigen Bahnhof ein Bagger aus- montiert, der auf Raupenschleppern ruht und für die Buderussche DrubeAbend- st e r n" bestimmt ist. Zur weiteren Ausbeutung der Eisenerzlager wurde im vergangenen Winter «in größeres Waldstück abgehetzt. Aus der Grube .KaroluS", die der Firma Man- n e S m a n n, Düsseldorf gehört, ist die neu- Seitlich eingerichtete SisensteinwSscherei seit längerer Zeit in vollem Betrieb. Als Schlammteich dient der tiefe Landeinschnitt im Winkel der beiden Eisenbahnlinien Hungen Friedberg und HungenGelnhausen. Die Grube KaroluS' verfügt über einen eigenen Bahn­anschluß. Früher wurden die Erze der Grube .Abendstern" per Achse nach unserem Bahnhof

gebracht und verladen. Zur Erhöhung der Wirt­schaftlichkeit des Betriebes werden die 6ue jetzt mit einer Drahtseilbahn vom Grubenfeld über die 3ungviehweide Tiergarten zur eigenen Verladestelle an der Bahnstrecke HungenLau- bach gefördert. Gestern feierten Heinrich Scherer und Ehefrau Elisabeth daS Fest der goldenen Hochzeit. Beide 3ubilarc er­freuen sich guter Gesundheit und einer verhält­nismäßig guten geistigen und körperlichen- stigkeit.

Kreis Friedberg.

WSR. Bad-Rauheim. 17. April. Seil längerer Zeit beschäftigt sich die hiesige Bad- und Kurverwaltung mit dem Gedanken der 3n- dienststellung eines Laut sprechers für die Konzerte des Kurorchesters. Die Ver­suche der letzten Tage haben gezeigt, daß die Wirkung dieses Lautsprechers eine außerordent­lich nachhaltige ist. 3m weiten Hm frei fe waren die musikalischen Darbietungen aus dem 3nnem des Kurhauses zu hören.

* Wohnbach, 17. April. Die Arbeiten an der Wasserversorgung des Groß« schwelkrastwerke sW ö l f e r s he i m schrei­ten rüstig vorwärts. Die Rohrleitung von der Dbbomquelle des benachbarten Obbornhofen bis in unser Dorf ist bereits gelegt. 3m allge­meinen folgt sie passenden Feldwegen. 51m aber mit der hiesigen Kanalisations- und Wasser- leitungsanlage nicht in Berührung zu kommen, macht der Rohrstrang einen Bogen um das Dors, um nach Durchschneidung der Straße nach Wölfersheim längs des Straßengrabens zum Hochbehälter zu gelangen. Die Gießener Beton- gesellfchaft nimmt eben die FundamentierunaS- arbeiten des über 2000 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters vor. Reben tiefgründigem Löß- boden sind teilweise starke Felsmassen zu spren­gen. DaS Gelände wurde von hiesigen Grund­besitzern durch dieHesrag A.-G." zum Preise von 2.65 Mark zum größten Teile käuflich er­worben. teils auch gepachtet. Da es sich in der FlurAm Höchsten", wo der Hochbehälter errichtet toirb nicht um erstklassigen Boden han­delt, müssen Kauf- und Pachtpreise als sehr hoch bezeichnet werden.

OO Aus der Wetterau. 17.April. Auch in diesem 3ahre ist wieder der Kiebitz in die Riederungen der R i d d a und Wetter zurück- gekehrt. Man erkennt ihn an seinem von Purzel­bäumen unterbrochenen Fluge und 'an seinem lustigen RufeKiwitt". Die Llbnahme des Vogels in unserer Gegend ist auf das Zerstören der Gelege, das selbstverständlich verboten ist, zurückzuführen.

OO Aus dem Niddatal. 17. April. Der an­haltende Regen hat die Ridda und ihre Rebenflüsse zum Anschwellen gebracht, so daß das Wasser teilweise die Wiesen überschwemmt. 3n den fruchtbaren tiefer gelegenen Wiesen wächst infolge der fast an­dauernden Ileberschwemmung immer mehr saures Sumpfgras, was die Qualität des Heues sehr heräbsetzen wird, da die süßen Gräser im Wasser absterben.

KreiS Büdingen.

* Ridda. 17. April. 3m Gasthaus ..Zur Krone" fand geftem die diesjährige Mitglieder­versammlung der Bezirkssparkasse Rid­da statt. Als Vertreter der Aufsichtsbehörde war Kreisdirektor Dr. G a ß n e r von Büdingen erschienen. Nachdem der Direktor der Kasse, Rek­tor G a ö e r t, die Erschienenen in herzlichen Worten begrüßt hatte, erstattete er über das abgelaufene Geschäftsjahr den Rechenschafts- bericht. Rach diesem und dem Ergebnis der Rechnung war der Geschäftsverkehr der Kasse im letzten 3ahre recht günstig und zeigte eine stete, solide Aufwärtsbewegung. Die Spareinlagen nebst kapitalisierten Zinsen betrugen 571401,60 Mark, die Einnahmen im Scheaverkehr 4 330 905,03 Mark und dieSumme aller Einnahmen 7837524,67 Mark, denen 7 797 223,05 Mark Ausgaben gegenüberstehen. Die Bilanz vom 31. Dezember v. 3. ergab ein Vermögen von 1 556 114,83 Mark und einen Reingewinn von 11900,75 Mark, wovon einigen gemeinnützigen Anstalten und Einrich­tungen des Bezirks ein Teil überwiesen wurde. Der Rest wurde dem Aufwertungs- und Rück­lagefonds zugeteilt. Die Zahl der Sparkas­senbücher betrug 1757 Stück und hat im letzten 3ahre um beinahe 500 Stück zugenommen. Auch die Girokonten haben sich um 28 vermehrt und betragen 397. 3nteressant ist die Vertei­lung der Spareinlagen nach ihrer Höhe. Einlagen bis 100 Mark haben 603 Einleger, bis 500 Mark 651 Einleger, bis 1000 Mark 268 Einleger, von 1000 bis 5000 Mar? 215 Einleger, ton 5000 bis 10 000 Mark 20 Einleger. Die Rechnung und einige Satzungsänderungen wur­den genehmigt. Reuwahlen waren diesmal nicht erforderlich. Mit Dankestoorten an die Auffichts- und Vorstandsmitglieder schloß der Vorsitzende die einmütig verlaufene Versammlung, der u. a. noch in erstaunlicher Rüstigkeit der langjährige Geineindevertreter Emil Fritz von Langd im Alter von 83 Fahren mit großem 3nteresse gefolgt war.

Ridda, 17. April. Der Zweckverband Ri d d a - 51 l f a kaufte gestern einen dritten Wagen, der für die Autvstrecke Ridda Wal- lernßaufen Fauerbach Schwickartshausen Unter- und Oberlais Michelnau Ridda be­stimmt ist. Es ist ein Dreißigsiherwagen von der Firma Venz. Die neue Strecke weist einen so starken Verkehr auf. daß bereits öfters Doppel- führten von den letzten Stationen gemacht wer­den mußten, um die Personen alle zu befördern. Am Weißen Sonntag gingen in der hiesigen katholischen Kirche 9 Kinder, 4 Knaben und 5 Mädchen, zur ersten heiligen Kom­munion. Die Feier wurde durch Diolinspiel des 3ustizoberinspektors Dapper von hier, und durch feierliche Chöre des unter seiner Leitung stehenden KirchenchorS der katholischen Gemeinde verschönt.

KreiS Schotten.

Saubach, 17. April. Rach dem neuen Voranschlag der Stabt Laubach hat die Stadtverwaltung verschiedene wichtige Aus­gaben in Aussicht genommen. 3n erster Lime steht die Durchführunng der Kanali­sation, toosür 50 000 Mark ausgenommen wer­den sollen. (Eine spätere Ausgabe, die sich hieran anschließt, ist die S t r a ß e n p f l a st e r u n g . die mit Kleinpflaster ausgeführt werden soll.' Weiter soll ein Wasserbehälter errichtet werden, für den 15 000 Mark vorgesehen sind. Zur die Anlage der Badeanstalt sollen Mark ausgenommen werden: für das Krankenhaus hat man 1000 Mark ZinS- I

aarantie vorgesehen. Als Beitrag zurReal- schule werden 9000 Mark, als Reueinlage für das Kriegerdenkmal 1500 Mark, für Den Ortsbauplan 1000 Mark eingesetzt. Die Haupteinnahmen der Stadt werden durch die Waldungen erzielt: im vorigen 3ahr be­liefen sie sich auf rund 80 000 und erhöhen sich in diesem 3ahr auf 90 000 Mark. Die Kosten der Waldungen beliefen sich im Vorjahr auf 49 250 Mark, in diesem auf nur 43 980 Mark. Die Einnahme aus der Wasserversor­gung wird auf 8560 Mark berechnet. Die Aus­gaben hierfür belaufen sich auf 5628 Mark, worin der Erneuerungsfonds von 2500 Mark einbe­griffen ist. Für die Unterhaltung der Straßen sind 7900 Mark vorgesehen. Die Gemeindeumlagen erhalten sich auf der Höhe von 10 000 Mark. Der neue Voranschlag sieht insgesamt eine Einnahme und Ausgabe von 162 789.38 Mari vor gegen eine solche von 159 604.37 Mark im Vorjahre.

Kreis Alsfeld.

=r. Ober-Ohmen, 17. April. Wie ver­lautet. sollen in diesem 3ahre größere Flächen versumpften Gemeindelandes mit Weiden bepflanzt werden. Eine andere Rutzung dieses Landes ist nicht zu erwarten.

ck. Aus dem Ohm tal, 17. April. Der Ar­beitsausschuß für das Bahnproj ekt Mücke-Fulda hat dieser Tage ein Schreiben an die interessierten Gemeinden gerichtet, in dem ersucht wird, zur Deckung Der Dor­dere i t u n g s k o st e n einen Beitrag von 10 Pf. je Kopf der Einwohnerzahl au übernehmen. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, einen er­weiterten Ausschuß einzusetzen. in dem jede Gemeinde entsprechend ihrer Einwohnerzahl vertreten fein soll: auf je 300 Einwohner soll ein Vertreter entfallen.

* Schadenbach, 17. April. Dieser Tage wurden durch den stellv. Dezirkspräsidenten des Bezirks Homberg der .Hasfia" A G e m m e r hier den Kameraden im Vorstand Kirch. Molchior, Erb und ®emm er die für ißre 25jährige Mitgliedschaft vom Präsidium der KriegerkameradschaftHassia" verliehenen Ehrenurkunden überreicht. Gleich- -eittg wurden den Kameraden Müller II., Michel und 3. Schlosser für 25jährige Mitgliedschaft Ehrenurkunden vom hiesigen Krie­gerverein verliehen und durch Demmer über­geben. als Ansporn für die anderen Kameraden, die gleichen Ehrenurkunden zu erlangen, die in künstlerischer Ausfertigung gehalten sind.

Kreis Lauterbach.

K O b e r - M o o s, 17. April. 3n dem Wohnhause des 'Landwirts 3 ä g e r dahier brach gestern abend 8 Uhr ein Schaden­feuer aus, dem das ganze Anwesen in kurzer Zeit zum Opfer fiel. Der Feuer­wehr gelang es, mit Unterstützung der Wehren von Riedcr-Moos und Gunzenau, ein 51eber­greifen des Feuers auf die Rachbarhofraiteni zu verhindern. Die vor einigen Fahren gebaute Wasserleitung erleichterte die Löscharbeiten. Die betroffene Familie ist gegen Mobiliarschaden nicht versichert. Es wird Kurzschluß Der def- irischen Anlage vermutet.

$ Eichelhain, 17. April. Gemeinderechner Döring, der fein Amt 42 3ahre lang mit großer Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue zur Zufriedenheit der Gemeinde und seiner Vor­letzten verwaltet hat, ist im 75. Lebensjahre gestorben und wurde gestern unter Anteil­nahme Der ganzen Gemeinde zur letzten Ruhe bestattet. Gin Beamter deS Kreisamts und die Kollegen der Rachbarorte gaben dem Dahin- geschiedenen das letzte Geleit. Pfarrer Geling hielt eine ergreifende Trauerrede, Bürgermeister Schaaf legte im Ramen der Gemeinde einen Kranz an dem Grabe des Heimgegangenen nieder.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSR. Wetzlar. 17. April. Ein geriebener Gauner hat hier in den letzten Tagen mehrere Leute hereingelegt. Er erschien bei einer Familie, stellte sich als Assessor Dr. Hellwig vor, aus Frankfurt a. M. an das Amtsgericht Wetz­lar verseht, und wußte dadurch. Daß er mit Den heimatlichen Verhältnissen Der Ehefrau ver­traut schien, sich das Vertrauen zu erwerben Man war ihm behllslich im Aufsuchen von Woh- nungen, hals ihm mit Geld. Kleidung. Wäsche usw. aus. Bei zwei allen Damen nahm er Wohnung. lebte ganz großzügig, lieh 'sich von seinem Ztrnmergenossen 50 Mark und dessen Schuhe, wollte sich auf dem Gericht vorstellen und verschwand. Die Polizei sucht ihn und warnt vor dem Betrüger, Der seinen Trick wahrscheinlich auch anderwärts probieren wird.

xx Krofdorf. 17. April Für den Beginn des neuen Schuljahrs sind diesmal aus Krofdorf-Gleiberg 47 Kinder angemelDet. Die Gesamtschülerzahl Der sieben Klassen betrug bis- &er 267. wovon zu Ostern 37 entlassen wurden. Wir haben auch hier für Die Folge mit einer steten Zunahme Der Schülerzahl zu rechnen, ja Die unteren Klassen sind geradezu überfüllt. Da die in Der Schulstraße gelegene alte Schule infolge Der Wohnungsnot mit mehreren Familien besetzt tourDe, so fehlt es hier notgedrungen an einem Lehrsaal.

<> OlleDerrieen. 17. April. 3n Diesem 3aßr wurden hier sieben Konfirmanden, und zwar drei Knaben und vier Mädchen aus der Schule entlasten. Einen Verga'ser- branö erlitt auf Der hiesigen OrtSstraße ein Personenauto auS Köln. Der Brand hatte schon einen solchen Umfang angenommen. Daß das ganze Auto ernstlich gefährdet war. Mit Hilfe einiger Ortseinwvhner konnte er durch tatkräftiges Zugreifen zum Ersticken gebracht werden. Das Auto mußte nach Butzbach in eine Reparaturwerkstätte abgeschleppt werden. Die Grippe hat in der hiesigen Gemeinde eine außerordentlich starke Verbreitung angenommen: ganze Familien liegen krank darnieder. Auch be- sonderS Kinder im noch nicht schulpflichtigen Aller sind von der Krankheit betroffen. Die aber bisher einen verhältnismäßig guten Der- lauf genommen hat. Todesfälle waren erfreu­licherweise biS jetzt nicht zu verzeichnen.

1 Groß-Rechtenbach. 17. April. Oberland- jager B a r t e 11 von hier und Oberlandjäger Kroll von Niederkleen sind zu Landjägermeistern befördert worden.

Kreis Biedenkopf.

* 'Rodheim a. d. B i eb er. 17. April 3n einer Versammlung, die dieser Tage hier ftatt- fanD, hat sich eine Anzahl bürgerlicher Wähler

Rücktritt des Präsidenten der rSoffia*.

WSR. Darmstadt. 17. April. Generalmajors a-D. Frhr. v.Preuschen gibt im .Hessischen Kamerad" bekannt. Daß er infolge seiner Auf­stellung als KanDidat zur Reichstagswahl sein Amt als PräsiDent der Ärieger- kameraDschaf t .Hasfia" nie De r leg e. 3n Gemeinschaft mit Oberregierungsrat Lin­denstruth- Darmstadt wird Med^inalrat Dr. Vogt- Butzbach während des 3nterregnumS Die Führung Der .Hassia" übernehmen. Freiherr von Preuschen ist von der Deutschnattonalen Volkspartei um Uebernahme einer ReichstagS- fanDiDatur gebeten worden.

Aus dem hessischen Sängerbund.

WSR. Darmstadt. 16. April. Heute nach­mittag tagten im Bahnhofshotel Die (Sau- Vorsitzenden und Gauchormeister des hessischen Sängerbundes Der Pro­vinz Starkenburg. Rach BegrüßungSwor- ten des Provinzialvorsihenden W. Mitze - Darm­stadt übernahm Der zweite Vorsitzende Mos- berger- Offenbach den Vorsitz. Zum P r o - vinzialchormeister wurde Musikdirektor Specht» Frankfurt, und zu seinem Stellvertre­ter (zweiter Chormeister) Musikdirektor - b e r t - Bensheim gewählt. Die beiden Herren treten nunmehr in den Musikausschuß des hes­sischen Sängerbundes ein. Gemäß Antrag wurde beschlossen, bei den zuständigen Stellen dahin vorstellig zu werden, daß bei Abhaltung reiner Konzerte (im Gegensatz zu ver­gnügungssteuerpflichtigen Veranstaltungen) eine 2efreiung von der Umsatzsteuer er­reicht wird. 3n der nächsten Rümmer der Bundeszeitschrift sollen die Sonderzüge zum Deutschen Sängerfest in Wien bekanntgegeben werden. Rach eingehender Aussprache wurde Dann die Reueinteilung Der Provin- Sen. Gaue und Der dazu^hörenden Vereine gebilligt 3n dem neubearbeiteten ..Führer durch den Hessischen Sängerbund" sind der ge­samte Aufbau und Die Satzungen des Bunde« nebst den Vereinen vollständig enthalten. Die Tagung der Provinzialchormeister befaßte sich mit Wusckfragen.

Heinz Bongarh erster Kapellmeister in Bad-Aauheim.

<2 Vad-Rauheim. 17. April. Zum Leiter des staatlichen Kurorchesters unter der Amtsbezeichnung Generalmusikdirektor wurde Heinz Bongarh, der erste Kapell­meister Der Meininger Landeskapelle. verpflichtet zunächst für die Zeit vom 1. Mai bis Sep­tember dieses 3ahres. Er wird die Leitung der Sinfonie- und Künstlerkvnzerte übernehmen und außerdem mehrmals wöchentlich die Terrassen- konzerte dirigieren. Als zweiter Kapellmeister bleibt wie seither Musikdirektor Raue im Amte. Bongarh ist in Krefeld geboren und jetzt 34 3ahre alt Seine erste Ausbildung verdankt er Dem Krefelder Konservatorium 3n den verschiedensten Stellungen als Dirigent, so in Düren (Städtische Oper). München-Gladbach (Oper), Berlin lSin- fonieorchester), verschaffte sich Der Künstler einen ausgezeichneten Rus. Seit 1926 war Bongarh Leiter Der Meininger LanDeskapelle.

im Hinb'ick auf die kommende GemeinderatS- w a h l für die Errichtung einer bürgerlichen Wahlgemeinschaft ausgesprochen. Die Wahlgemeinschaft will am nächsten Sonntag in einer weiteren Versammlung auf dem Äatßaufc einen geschäftsführenden Ausschuß einfeßen, dem die Vorbereitung einer gemeinsamen bür­gerlichen Liste für die Gemeindewahl ob­liegen soll. Für den Zusammenschluß dieser Wahlgemeinschaft ist eine Deitragsleistung nicht geplant.

Kreis Mr bürg.

][ Warburg. 17. April. Der Direktor des Pharmazeutisch-chemischen llniversitäts-InstitutS, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. 3ohannes G a d a m e r, ist im Alter von 61 3ahren gestorben. Der Verblichene, der in Waldenburg in Schlesien beheimatet war, hat sich in Marburg 1897 habi­litiert, 1902 übernahm er den Lehrstuhl für phar­mazeutische Chemie in Breslau und kehrte 1919 nach Marburg zurück. 3m Jahre 1921 22 be­kleidete er hier das Rektorat Der Gelehrte, einer der bekanntesten Vertreter seines Fachs, war Mitglied verschiedener wissenschaftlicher CDefclI- schaften und Ehrenmitglied des DsAtstj^n Apo- thekervereins.

Briefkasten der Nedattion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

R. h. h. Das Verschließen Der Haustüre, z. B. zum Schuhe gegen Diebstahl wahrend Der Abwesen- beit Der Bewohner, ist eine Maßregel, gegen Die sich niemand beschweren kann. Macht aber Der Hausherr oDer ein Mitbewohner aus der Sicherungsmaß- nahme eine Schikane, |o fteht Dem Belästigten ein Klagerecht auf Deren Unterlalfuna zu. E s i ft D a von auszugehen. Daß D i e Haustüre währenD Der üblichen Derkehrszeit offen zu halten ist. Dem Zeitungstrager, Den fein Beruf zu Dieser Zeit in Das Haus führt, kann keinesfalls Der Zutritt verwehrt oDer durch Tür- abfchließen versperrt werDen.

Treppenbcleuchtung in TB. Eine Rechtsbestim- mung, Die einem Hausherrn, Der eine Wohnung in feinem Haufe vermietet, Die Verpflichtung auferlegt. Die Zugänge zu Den Mietwohnungen (Treppen) an Abenden während Der allgemeinen Derkehrszeit zu beleuchten, besteht nicht. Dagegen steht Die Rechtsprechung auf Dem Standpunkt, daß der (Eigentümer, Der Mitbewohner aufnimmt. Die Pflicht hat. Daß bet Dem von i h m herge st eil­ten Verkehr anDere Durch Die Anlagen feines Houses keinen SchaDen erleiden. Hiernach kann mch Paragraph 823 Des Bürgerlichen Gesetzbuches eine schadenserfatzpfUcht gegen Den (Eigentümer begrün­det werden. MitverschulDen Des Geschädigten kann Doniegen. 2. Ihre zweite Frage, ob Der Hauseigen, tumer haftpflichtig gemacht werDen kann, wenn ein Mieter nicht beleuchtet hat, obwohl Treppenbeleuch. tung angelegt ist, läßt sich ohne genauere Schilde- rung Der Sachlage unD Der etwa mit dem Mieter getroffenen Vereinbarungen nicht beurteilen. 3. Der Hauseigentümer kann sich gegen Sach- und Per- sonenschäden Durch Abschluß eines Hastpflichtoer. stcherungsverttags schützen und gegen vertragswidri- gee Verhalten eines Mieters Durch Klage gegen diesen.