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Protokolls zum deutsch-russischen Niederkassungsver- trag gründet.

Eine Zeitungsmeldung besagt, daß der verhaftete Ingenieur Goldstein von der AEG. schweize­rischer Staatsangehöriger sei und daß deshalb die schweizerische Regierung sich dem Protest der deutschen RegieruiH angeschlossen habe Wie den Blättern mitgeteilt wird, ist von der letz­teren Behauptung hier nichts bekannt. Im übrigen ist der bei der AEG. tätige Schweizer Goldstein nicht verhaftet. Der verhaftete Herr Goldstein stammt aus K o t t b u s.

Moskau gibt nicht nach.

Moskau. 16. März. (WTB.) Der Beschluß, die Verhandlung gegen die der Sabotage be­schuldigten Personen beschleunigt zu führen, ist bere.ts vor dem Eintreffen des deutschen Memorandums erfolgt. Immerhin erhält sich in hiesigen Sowjetkreisen die Ansicht, daß die Freilassung der deutschen Ingenieure in einem gesonderten Verfahren kaum durchführbar ist, und daß selbst die Stel­lung einer Kaution die Verdunkelungsgefahr nicht ausschlösse. Die Stimmung und die Lage erscheint kompliziert, doch sind zweifellos Ver­suche im Gange, den deutschen Wünschen gerecht zu werden, unter der Voraussetzung allerdings, daß dies ohne Prestigeverlust möglich ist. Der Sowjetbotschafter in Berlin, Krestin­ski, fcol gestern nach der Unterredung mit Stresemann in Moskau telegraphisch um die Er­laubnis nachgesucht, persönlich über den un­günstigen E i n d r u st der Derha t.ing der deutschen Ingenieure zu berichten.

EinAkt des Selbstschutzes"

. . . sagt man in Moskau.

Moskau. 17. März. (MTV. Funkspruch.) Praroba schreibt zur Verhaftung der deutschen In­genieure u. a.: ..Ls handelt sich um lebenswichtige, notwendige Akte des Selbstschutzes der Sowjetunion gegen konterrevolutio­näre versuche. Die Sowjetregierung trägt keine Schuld daran, wenn einzelne ausländische Bürger an diesen Versuchen teilnehmen. Es ist die Pflicht mit der Sowjetunion befreundeter Regierungen, die eine Einmischung ihrer Bürger in die Angelegen- heilen der Sowjetunion nicht billigen, der Sowjek- rcgieruvg in ihrem Wunsche, derartiger Einmischung ein Ende zu bereiten, enlgegenzukommen. Der Beschluß der Sowjetregierung, die Teilnehmer an dem Komplott im Donezbecken dem öffent­lichen Gericht zu übergeben, bietet Gewähr da­für, daß die öffentliche Meinung des Auslandes die Möglichkeit haben wird, Einsicht in das An- klagematerial zu erhalten."

Keine Freilassung der französischen Kommunisten.

Ei« sozialistischer Borstotz

von der Regierung abgeschlagen.

Pari«. 16.März. (WTB.) In der Rach- mittagSsitzung der Kammer stellte der soziali­stische Abgeordnete LI h r y auf Grund des Art. 14 der Verfassung, der bestimmt, daß kein Kan­didat für die Kammer in Haft be­halten werden könne, den Antrag, daß die eine Gefängnisstrafe verbüßenden k o m m u » nistischen Abgeordneten Eachin, Vail- lant-Couturier und Marth in Freiheit ge­setzt werden. Iustizminister B a r t h o u stellte die Vorfrage und die Vertrauensfrage und er­klärte, daß die Regierung einen derartigen An­trag nicht annehmen könne. Die kommu­nistischen Abgeordneten würden, wenn sie frei- gelassen würden, darauf vor ihren Wählern nicht nur ihre Parteigrundsähe, die ihnen von einem auswärtigen Staat eingege­ben worden seien, vertreten, sondern auch mit dem Gelde, das vom Auslande gekommen sei. Wahlpropaganda betreiben. Die drei kom­munistischen Abgeordneten seien verurteilt wor­den. weil sie Militärpersonen hätten zum Lln- gehorsam verleiten wo.len, und weil die kommu­nistische Propaganda sich hauptsächlich gegen das Heer richte. Er legte der Kammer ein Doku­ment vor, aus dem sich ergibt, daß jedes Mit­glied der kommunistischen Partei über sein Mili- ^verhältnis und über das Regiment, bei dem eS mobilisiert werden solle, Auskunft geben müsse.

Rach einer ziemlich erregten Debatte, in der der Abgeordnete Uhry vor allen Dingen auf den reaktionären Charakter der Regierungsmaßnah­men hinwies, wurde der Antrag der Re­gierung mit 340 gegen 150 Stimmen an­genommen.

Oer Zwischenfall auf demRoyal Oak".

Die beteiligten Offiziere find in England eingetrossen.

London, 16. März. (WB.) Ein Kommunique der Admiralität bestätigt die Meldung, daß der Konteradmiral Collard, der Kapitän D e - j a r und der Kommandant Daniel vom Oberst­kommandierenden der Marinestreitkräfte bis zur Durchführung der Untersuchung des Zwischen­falls aus dem Flaggschiff .Loyal Oak" vom Dien st enthoben sind. Wie der Reuter- Korrespondent in Malta erfährt, begann der Zwischenfall nach einer nichtamtlichen Darstel­lung mit einer Beschwerde, die in durch­aus ordnungsgemäßer Art formuliert war. Daran schlossen sich persönliche Mei- nungsverschiedenheiten zwischen den drei interessierten Offizieren. Der Oberstkom- mondierende, Admiral Roger Keyes, be­mühte sich, diese Meinungsverschiedenheiten bei­zulegen und machte den Vorschlag, daß der Konteradmiral seine Flagge statt aus der Royal Oak" auf dem LinienschiffR e - s o l u t i o n" hissen lasse. Der Konteradmiral Collard wies diesen Vorschlag zurück, infolge­dessen gab ihm Keyes die Erlaubnis, seine Flagge niederholen zu lassen und gestattete Kapitän D e j a r und Kommandant Daniel, fith nach England au begeben.

Kapitän Dejar und Kommandant Daniel sind gestern abend in London eingetroffen. Sie spra­chen sofort auf der Admiralität vor, wo sie sich heute vormittag wiederum einfanden Sie bleiben

ebenso wie Konteradmiral Collard von ihrem Amt« bis zum Abschluß der Untersuchung suspendiert. Der Zwischenfall beschäftigt die Presse nach wie vor in höchstem Maße, doch beruhen die Informationen der Blatter lediglich auf Gerüchten und Ver­mutungen. Es wird gemeldet, daß die Admira- lität, sobald sie den Bericht des Untersuchungsaus­schusses erhalte, darüber entscheiden wird, ob einer oer beteiligten Offiziere vor ein Kriegs­gericht gestellt werden soll. Verschiedene Blätter drücken ihr Erstaunen darüber aus, daß es nicht möglich gewesen fein soll, eine genaue Darstellung der Vorgänge auf drahtlosem Wege zu erhalten. Der Korrespondent desDaily Telegraph" glaubt sagen zu können, daß auf jeden Fall Kapitän Dejar, Kommandant Daniels und an­dere Offziere sich weigerten, unterKonter- admiral Collard in See zu gehen. Eine Reutermeldung aus Malta besagt, es bestehe dort allgemein die Auffassung, daß es sich nicht um Fra- aen gesellschaftlicher oder persönlicher Art handelt (einige Blätter sprachen von einem Konflikt wegen einer Jazzkapelle), sondern daß es um durchaus dienstliche Fragen ging.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Von unserer Darmstädter Redaktion.

Darmstadt, 16.März. Der Finanzausschuß setzte die Beratungen des Staatsooranschlags bei Kapitel 84 (Förderung einzelner Zweige der Land­wirtschaft) fort. Ein Antrag Eberle, Reiber und Schreiber, worin die Regierung ersucht wird, für eine ausreichende Weinkontrolle zu sorgen, und zwar nicht nur in den Produktionsgebieten, sondern auch in den Konsumentengebieten fand ein­stimmig Annabme. Ein Antrag Eberle, die Regie- rung zu ersuchen, im Zusammenarbeiten mit dem Reich, der hessischen Landwirtschaft, den Produzen­ten und dem Großhandel eine intensive Werbe­tätigkeit für hessisches Obst und Ge­müse einzuleiten und Mittel dafür bereitzustellen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen, gleichfalls ein Antrag Maurer, Lux, Weckler, Fenchel und Eberle, einen neuen Titel in den Etat für Milch­wirtschaft und Molkereiwesen einzustellen und 5000 Mk. hierfür einzusetzen. Das Kapitel 84 wurde genehmigt

Zu Kapitel 85 (Landwirtschaftskam­mer) lagen Anträge der Abgeordneten Fenchel. Glaser und Eberle vor. den Zuschuß für die Ziegenzucht zur Durchführung von Leistungs­prüfungen von 9120 Mk. aus 18 000 Mk. au er­höhen. Der Antrag wurde ebenso wie das Kapitel einstimmig genehmigt. Ferner wurden angenom­men die Kapitel 86 (Reichsversicherung), 8? (Schlichtungswesen), 88 (Arbeitsnachweiswesen usw.), 89 (Landeskreditkasse). 90 (Bergbau), 93 (Gewerbeaufsicht). 94 (Dampfkesselprüfung). 95 (Eichwesen>. 96 (Gewerbemuseum und Bibliothek). 97 (Chemische Prüfungsstation zu Darmstadt) und 99 (Kunstgewerbliche Zwecke). Zu dem letzten Kapitel wurde der Antrag Eberle, die Summe von 2250 Mk., die dem Ministerium zur Förde­rung von Handel und Gewerbe sowie für unvor­hergesehene Fälle zur Verfügung gestellt ist, auf 5000 Mk. zu erhöhen, angenommen. Damit waren die zum Ministerium für Arbeit und Wirtschaft gehörenden Kapitel des Staatsvor­anschlags erledigt und es wurde nunmehr in die Beratung des Iustizetats eingetreten. Ka­pitel 100 (Ministerium der Iustiz) wurde gegen eine Stimme angenommen, ebenso Kapitel 101 (Gerichte).

Es wurden ferner genehmigt die Kapitel 102 und 103 (Zellenstrakanstalt Butzbach und Landes­zuchthaus Marienschloß), 104 (Kriminalkassen), 105 (Hochbauwesen) und 106 (Stellvertretungs- und Aushilsskosten usw.). Dazu gab die Regie­rung eine Erklärung über den Fortgang und den Abschluß der Aufwertungsgeschäfte ab. Es sind danach diese Geschäfte ziemlich er­ledigt und die Regierung rechnet damit, daß im Spätherbst alle Arbeiten auf diesem Gebiet beendet sind. Kapitel 107 (Postgebühren^ wurde genehmigt. Damit sind alle Kapitel des Iustizetats erledigt. Der Finanzausschuß wird am Dienstag, den Etat des Finanz­ministeriums in Angriff nehmen. Es bleiben außerdem noch übrig die Beratungen über das Finanzgesetz, den Vermögensteil, die Steuern und die Kirchen; man hosft hiermit in zwei Tagen fertig zu werden, so daß am Donnerstag mit der Beratung der Besoldungsord­nung begonnen werden kann. In der über­nächsten Woche wird voraussichtlich das Ple­num des Landtags zusammentreten, um einige eilige Angelegenheiten zu erledigen.

Oie hessische Gewerbesteuer.

D a r m st a d t, 16. März. Vom Presseamt des Staa sministeriums wird mitgeteilt: Dem Land­tag hat in den letzten Tagen die Reg ?cung einen Gewerbe st euergesetzentwui, für 1928 vorgelegt. Er ver v'gt nicht den Zweck, die Ge­werbesteuer zu erhöhen, sondern will die Forde­rungen der Gewerbetreibenden nach neuen und gerechten Desteuerungsgrund- lagen er,ulen. Die jetzigen Grundlagen für die Umlegung der Gewerbesteuer sind ve.aitet (Be­triebsvermögen vom 31. Dezember 1923, Umsatz des Iahies 1925). Die daraus erwachsenden Un- zutiäglichkeiten sind so stack, daß die Regierung glaubt, nicht auf das Reichsrastmengesetz für die Gewerbesteuer warten zu können, tenn dieses Ge­setz tritt frühestens im Iah re 1929 in Kraft. Aus den Inhalt des Gesehen.Wurfs soll demnächst näher eingegangen werden, doch sei schon heute daraus hingewiesen, daß die Desteuerungsvor- schriften des Entwurfs die gleichen sind wie in dem vorjährigen Entwurf. Die beteiligten Be­rufsvertretungen haben dazu schon im Vorjahr Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt. Der Ent­wurf stellt kein selbständiges Gewerbesteuergefetz dar, sondern ist eine Abänderung der Ge­werbesteuervorschriften des Gemeindeumlagen- gesehes. Bis zum Reichsrahmengesetz für die Gewerbesteuer soll also das Gemeinde­umlagengesetz die zusammenfassende Grund­lage für die Realsteuern des Landes und der Gemeinden sein und bleiben. Die in den Steuer- ahren 1925 bis 1927 bezahlten vorläufigen Gewerbesteuern werden mit den Voraus­zahlungen auf die Grundsteuer und die Sonder- gebäudesteuer 1927 in einem anderen Ge­setzentwurf behandelt, dec ohnedies für die Fortentwicklung der Landessteuern und Ge­meindesteuern in dem Steuerjahr 1928 erforder­lich ist. Dieser Gesetzentwurf trägt die Bezeich­nung ..Steuervorauszahlungsaesetz für 1928 und ist ebenfalls dem Landtag bereits zugegangen.

Genfer Abrüstungsdiskussion.

Eine Rede des deutschen Delegierten.

Genf, 16. März. (WTB.) Der vorbereitende Abrüstungsausschuß hat heute nachmittag die Aus­sprache über das Ergebnis der Arbeiten des Sicher- hcitstomitees begonnen und abgeschlossen. Außer dem Berichterstatter Politis ergriffen nur die Füh­rer der sowjetrussischen, der französischen und der deutschen Delegation das Wort. Litwinow, der Führer der sowjetrussischen Delegation erklärte: Nach Auffassung der sowjetrussischen Delegation können die Arbeiten des Sicherheitskomitees nicht zum Ziele führen. Regionaloerträge können leicht den Charakter von Bündnissen der Vorkriegszeit annehmen, die eine der haupt­sächlichsten Ursachen des Weltkrieges waren. Wenn andere Delegationen mit den Ergeb­nissen der Sicherhcitsarbeiten zufrieden sind, so be­grüßen wir das, da damit ein künstliches Hindernis als beseitigt betrachtet werden und zur Bearbeitung des eigentlichen.Problemes geschritten werden kann. Politis ve'rwahrte sich dagegen, daß man von einem künstlichen Hindernis spreche. Jrn übrigen sei das Hindernis noch gar nicht behoben, sondern erst dann, wenn die vorgeschlagenen Musterverträge vom Völkerbund bewilligt und von den Regierungen angenommen sind. Die regionalen Pakte ließen keineswegs die alten Dorkriegsbündnisse wieder auf­leben, sondern entsprächen vollkommen dem Völker- bundspakt. Graf Claudel (Frankreich) brachte seine außerordentlich große Zufriedenheit mit den Arbeiten des Sicherheitskomitees zum Aus­druck. Es fei nur bedauerlich, daß die Arbeiten nicht sofort dem Rat, sondern zunächst den Regierungen überwiesen worden seien. Graf B e r n st o r f f erklärte, die deutsche Regierung lege den größten Wert auf die Schieds- und Vergleichs-' oerträge. Die Arbeiten des Sicherheitskomitees haben der deutschen Auffassung in hohem Maße Rechnung getragen, sowohl in bezug auf die große Bedeutung der Schieds- und Vergleichsverträge als auch in bezug auf die deutschen Anregungen zur Einleitung einstweiliger Verfügungen des Rates im Falle von Kriegsgefahr. Auf die gründliche Vrüfung dieser Anregungen, die nach deutscher Auffassung die Sicherheit weiter stärken können, legt die Reichs­regierung den größten Wert. Graf Bernstorff be­grüßte schließlich die Feststellung des Berichterstat­ters Politis, daß Sicherheit undAbrüstung gleichen Schritt halten müssen, und knüpfte daran die Bemerkung, daß, nachdem für die Sicher­heit nunmehr der erste Schritt getan sei, a u ch d e r erste Schritt zur Abrüstung getan werden müsse.

Das Knegsschädenschlußgeseh

Berlin, 16. März (DDZ) Im Reichstags­ausschuß für Entschädigungsgesetze wurde die zweite Lesung des Kriegsschädenschlußgeset'es beendet, das im wesentlichen den durch die erste Lesung erhaltenen Inhalt beibehalten hat. Aenderungen sind nur in den beiden Punkten vorgenommen worden, daß einmal die Grenze für die 100 Prozent Entschädigung von 4500 auf 5000 Mark heraufgesetzt und der HärtefondS um sieben Millionen Mark auf 37 Millionen Mark vergrößert worden ist. Die hiersür notwendigen Mehrauswen­dungen im Gesamtbetrag von 18 Millionen Mark werden dadurch getoonnen, daß der Be­ginn der Verzinsung der eingetragenen Schuldbuchforderungen um ein Vierteljahr bis zum 1. April hinauSgeschoben wird.

Kleine politische Nachrichten.

Rach einer Blättermeldung hat nach der Ab­reise König Aman 11 l la h s aus Deutsch­land der afghanische Gesandte in Berlin sowohl dem Reichspräsidenten von Hinden­burg als auch Reichskanzler Dr. Marx je einen afghanischen Orden und einen roten Seidenmantel überreicht. Dr Man- el bedeutet, daß feine Träger afghanische Her­zoge sind. Wie wir dazu erfahren, ist die auf diploma isHem Wege erfolgte Lieberreichung bet Orden erst vor einigen Tagen vorgenommen wor­den. Der Reichspräsident und der Reichskanzler haben die Orden alsErinnerungszeichen angenommen.

In der Berliner Stadtoerordnetensitzung wurde einstimmig beschlossen, zurEhrung des ersten Reichspräsidenten Ebert, der Graben­promenade den NamenEbert-Promenade" zu geben. Außerdem wird ein Denkmal oder ein Brunnen für den ersten Präsidenten der beut- schen Republik errichtet werden.

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Großadmiral v. Tirpitz hat dem Vorsitzenden der Deutschnationalen Dolkspartei, Graf Westarp, mitgeteilt, daß er bei den nächsten Reichstagsw.chlen nicht wieder z u k a n d i d i e re n gedenke. Als sein Nachfolger als Spitzenkandidat für den Wahl­kreis OberbayernSchwaben hat die Deutschnatio­nale Volkspartei (Bayern) den General von Lettow-Dorbeck in Aussicht genommen.

DieReichspartei für Volksrecht und Aus­wertung hat als Spitzenkandidaten im Thü­ringer Reichstagswahlkreise den greifen Staats­minister a. D. Graf v. Pofadowsky auf­gestellt.

Aus Veranlassung des Ministers des Innern wurde in Straßburg der Verkauf und die Ver­teilung der ZeitungDas n e u e E l f a ß" ver­boten. Die Zeitung war das Organ der fortschritt­lichen Partei, die angeblich immer deutlicher auto» nomistische Tendenzen gezeigt Haden soll. Chefredak» teur des Blattes ist C. D a h l e t, der in Zabern für die Kammerwahlen als fortschrittlicher Kandidat aufgestellt ist.

Auf Anweisung des mit der Autonomistenange- legenheit betrauten Untersuchungsrichters in Mül- Haufen hat die Polizei Dr. Ricklin in Dammer» kirch verhaftet. Er soll in das Gefängnis von Mülhausen verbracht werden. Außerdem hat die Polizei bei dem Steuereinnehmer Mattern, der demnächst eine Nichte Dr. Ricklins zu heiraten beab» sichtiat, in Dammerkirch-Land eine Haussuchung abgchalten.

lieber die Verlängerung des gegenwärtig für die S a n f a n g ejte Ilten gültigen Reichs­tarifs, der am 31. d. M. abläuft, fanden B e - r a t u n g e n zwischen dem Reichsverband her Bank­leitungen, dem Deutschen Bankbeamtenverein und dem Reichsverband der Bankkassenboten statt. Nach sehr langwierigen Verhandlungen mußten diese a l s ergebnislos abgebrochen werden, da keine Aussicht auf Einigung sichtbar wurde. Infolgedessen

hat der Deutsche Bankbeamtenveretn bet dem Reichsarbeitsministerium die Einsetzung einer Schlichtungskammer beantragt.

Der Reichsverkehrsminister empfing den Bund Reisender Kaufleute im Deutschnationa­len Handlungsgehilfenverband. In der Bespre­chung wurde neben einer Reihe von verkehrstech­nischen Fragen die stärkere Heranziehung deS Bundes Reisender Kaufleute im D. H. V. bei der Behandlung der Verkehrsdrobleme erörtert. Der Reichsverlehrsminister führte aus. daß er auf enge Fühlungnahme mit den be­rufsständischen Vertretungen der Arbeitnehmer­schaft Wert lege.

Aus aller Welt.

Einbruch in 1480 Meter Höhe.

Im Schutzhaus auf dem 1480 Meter hohen Ar­berg, dem höchsten Gipfel des bayerischen Waldes, wurde ein Einbruch verübt, bei dem. die Vor­räte geplündert wurden. Nach shrem Abstieg übernachteten die Einbrecher im deutschen Grenzort E i f e n st e i n , wurden dort ermittelt und ver­haftet. Sie wurden als zwei vermögende tsche­chische Hochschüler und die Schwester des einen fest- gestellt. Der Einbruch stellt sich als reiner Akt des Deutschenhasses dar. Die Studenten hatten den nötigen Mundvorrat und mehr als 400 Kronen Bargeld bei sich.

Der Forschungsreisende Filchner.

Wie mitgeteilt wird, liegt vom deutschen General­konsulat in Kalkutta eine Meldung vor, daß die Reisegesellschaft des lange Zeit für verschollen ge­haltenen Forschungsreisenden Filchner wohlbe­halten in Leh in Kaschmirangekommen sei und die Weiterreise nach Srinagar in Kaschmir angetreten habe.

Eigenartiger Zua^usammensloß.

In New Cumberland (U. S. A.) ereignete sich zwischen drei Güterzügen und einem Personenzug ein eigenartiger Zusammenstoß, bei dem drei Eisen­bahnbedienstete verletzt wurden. Ein Güterzug fuhr in einen oorausfahrenden Güterzug hinein, fo daß ein Wagen des letzteren Zuges ent­gleiste und in einen auf dem Nebengleise vorbeifahrenden Güterzug hineinstieß. Ein Oeltankwagen dieses dritten Güterzuges wurde zertrümmert unb das umherfließende Del geriet in Brand. In die Trümmer dieses Tankwagens fuhr ein auf einem dritten Gleise daherkom­mender Personenzug hinein, der vollständia ent­gleiste. Don den Passagieren wurde niemand ver­letzt.

Drei Jahre Zuchthaus für Fälschung von Billionenscheinen.

Während der Inflationszeit wurden in Düssel­dorf und in benachbarten Städten viele Geschäfts­leute durch falsche Einhundert-Billionenscheine schwer geschädigt. Der Fälscher, der frü­here Gastwirt Adams, floh nach Frankreich. Er wurde jedoch wegen einer anderen Straf at von Frankreich ausgeliefert und jetzt zu drei Iahren Zuchthaus, fünf Iahren Ehrenrechts­verlust und Stellung unter Polizeiaufsicht ver­urteilt.

2,5 Millionen Rundfunkhörer.

Die Zahl der deutschen Rundfunkhörer hat sich wiederum bedeutend vergrößert. Noch den letzten Zählungen gibt es im Deutschen Reiche insgesamt 2 244 712 angemeldete Rundfunkanschlüss«. Davon entfallen auf die Sendebereiche Berlin 658 247, München 129 706, Stuttgart 80 163, Breslau 112 613, Frankfurt a. M. 149 495, Hamburg 259 259, Köln 589 493, Königsberg 39 481 und Leip­zig 226 145 Teilnehmer.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß des russischen Hoch- beherrscht immer noch die Witterung Mitteleuropas. Im Westen dagegen brachte das traitige isl.irdische Tiefdruckgebiet, das sich südwärts bis über die Britischen Inseln erstreckt, weiteren Tempecatur- anstieg und über Irland und England verbreitete Riederschläge. Wenn auch bei uns das Schön­wetter zunächst anhä't. so ist doch im Bereich der Raiidstörungen später Wolkenaufzug. der üie Temperaturen zwischen Tag und Rächt mehr ausgleicht, zu erwarten.

aoettervorhersage für Sonntag: Abschwächung des Rachtsrostes, tagsüber mild, meist heiter, trocken.

Witterungsauefichtenfür Montag: Wolkig, weiter Temperaturanstieg, in der Haupt­sache trocken.

Lufttemperaturen am 16. März: mittags 5 Grad Celsius, abends2,4 Grad Celsius: am 17 März: morgens3,2 Grad Celsius. Maximum 5,1 Grad Celsius, Minimum6 Grad Celsius. Erdtcmpe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 16 März: abend- 3,4 Grad Celsius, am 17. März: morgens 0,8 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer: 8!4 Stunden.