verkaufen, sollen jedoch auSgemerzt werden. Ferner wird zentrale und kommunale Kontrolle der Kontingentsinhaber und ihrer Preisgestaltung geordert.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 16. Febr. (DDZ.) Am Mittwoch begründete im Reichstag Abg. Hem mete r ($hu) eine gemeinsame Interpellation der Re- aierungsparte!en gegen Mißstände, die sich nach Einführung der Arbeitslosenversicherung i n d e r Landwirtschaft eingestellt hätten. Wenn man die Versicherung an sich auch begrüßen müsse, zumal das Reich durch sie finanziell entlastet werde, so habe sie doch auf der anderen Seite plöhl'cb in der Landwirtschaft künstlich eine Acbeiterlosi gleit hervorge- rusen. Gewecvttche Saisonarbeiter seien heute geneigt, im Winter Arbeit a b z u lehn en, weil in der Forst- und Landwirtschaft die Tariflöhne häufig unter den Arbeitslosenunter- stützungssähen lägen. Die Möglichkeit, e i n halbes Jahr von der Unterstützung zu leben, führe ferner dazu, daß ständige Arbeit überhaupt abgelehnt und nur hoch- entlohnte Saison- oder Gelegenheitsarbeit übernommen werde. Der Saisonarbeiter lebe dann geradezu aus Kosten des geringer entlohnten ungelernten Landarbeiters.
Abg. Lemmer (Dem.) krttisiert die nur einen Teil der Ausgesteuerten zugute kommende Krisenunterstützung. Eine große Zahl von Arbeitslosen gehe ganz leer aus. Die Landflucht sei besorgniserregend, aber das Arbeitslosenversicherungsgesetz könne man nicht da ür verantwortlich machen. 60 000 Arbeiter suchten nach der neuen Statistik vergeblich Beschäftigung in der Landwirtschaft. Auf der anderen Seite aber seien mehrere Zehntausend polnische Landarbeiter sogar noch in diesen Wintermonaten in der deutschen Landwirtschaft tätig, weil man dieses^ Arbeitermaterial aus einer Reihe von Gründen den deutschen Arbeitern vorziehe. (Lebhaftet Hörtl Hört! links.) Der Staat könne nicht bureaulra- nsch helfen, die Landwirtschaft solle s e l b st durch Verbesserung der sozialen und kulturellen Verhältnisse dafür sorgen, daß die Landflucht aufhört.
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Die Schwierigkeiten, auf die die Interpellation der Regierungsparteien hinweist, sind auch der Regierung bekannt. Für Saisonarbeiter werden höhere Löhne gezahlt, auf dem Lande findet sich auch heute im Winter Füllarbeit; beruf s» übliche Arbeitslosigkeit kann deshalb der Erwerbslosigkeit infolge von Konjunkturschwankungen nicht völlig gleichgestellt werden. Die Arbeitslosenunterstützung ist nur für Ausnahmefälle da, berufsübliche Arbeitslosigkeit ist aber ein Regelfall. Der Verwaltungsrat der Der- sicherungsanstall wird sich bemühen, das Ar- beitSnachweiswesen auf dem Lande noch bis zum Herbst zu verbessern. Die bisherige Anzulänglichkeit der Rachweise trägt nämlich erhebliche Schuld an den vom Abgeordneten Hemmeier ge- schllderten Zuständen.
Der Minister verspricht eine den Arbeitern sehr entgegenkommende Anwendung der Bestimmungen über die Krisenfürsvrg«. Im übrigen würden auch diejenigen, di« aus der Krisen- fürsorge entlassen werden mühten, nicht ihrem Schicksal überlassen, sie würden von der Oeffent- lichen Fürsorge unterstützt. Die Reichsanstalt sei ermächttgt, die Krisenfürsvrg« bis zum Ende des Winters zu verlängern, soweit in einzelnen Fällen ein dringendes Bedürfnis bestehe. Die vom Reichsrat beantragte Aebernahme der gesamten Kosten der Krisenunterstützung auf das Reich — bisher tragen die Gemeinden ein Fünftel — lehnt der Minister ab, ebenso die Beseitigung der Bedürftigkeitsprüfung in der Krisenfürsorge. Diese Unterstützung sei eine Ausnahme; sie müsse sich auf Fälle der Bedürftigkeit beschränken.
Abg. Frau T e u s ch (Zentr.) erkärt ihr völliges Cinverständnis mit dem Inhalt der gemeinsamen Interpellation und begründet eine Entschließung ihrer Partei. Da» öffentliche Rotstandsarbeiten auch den Empfängern der öffentlichen Fürsorge zugute kommen sollen, die keine Arbeitslosenunterstützung mehr bekommen.
Beim Kapitel „W ohnungs- und Siedln n a s w e s e n" begründet Abg. Lipinski (Soz.) als Berichterstatter das vom Wohnungs- ausschuh vorgeschlagene Daukreditgesetz 1 9 28. Im Ramen seiner Partei fordert der Redner ein festes Dauprogramm auf lange Sicht, mindestens bis 1935, und tritt für Auslandanleihen für den Wohnungsbau ein.
Abg. Dr. Steininger (Dn.) fordert stärkere Beteiligung privater Bauunternehmer. Di« Hauszinssteuer müsse mindestens im bisherigen Umsange bestehen bleiben.
Abg. Tremmel (Zentr.) betont, daß der private Baumarkt heute den Wohnungsbedars nicht decken könne. Die Wohnungsdichte sei in den deutschen Großstädten so groß, daß 81 Personen auf ein Haus kommen. Daß es auch anders möglich sei, zeige Bremen, wo schon aus acht Personen ein Haus entfalle.
Abg. Winnefeld (D. Dp.) verlangt völlige Objektivität bei der Verteilung der Haus- zinssteuermittel. Besonders die kleinen Bauunternehmer müßten berücksichtigt werden. Die rheinisch-westsälilche Industrie habe 36 Millionen für Wohnungsnerrbauten aufgewendet, ohne einen Pfennig aus der Hauszinssteuer erhalten zu haben.
Abg. Lucke (Wirtsch. Vg.) erllärt, mit öffentlichen Mitteln werde sehr teuer und sehr schlecht gebaut. Das Doll verlange, daß die Hauszinssteuer voll zum Wohnungsbau verwendet werde. Es sei eine Schmach, wie den Hausbesitzern ihr Eigentum entzogen werde.
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Sn der Donnerstagsitzung des Reichstags beantragt Abg. Bülow (Soz.) die Einstellung von 5 Millionen in den Erat zur Förderung der Landorbertersiedlung für Zinsverbilligung bei Aufnahme von Daudarlehen. Er stimmt der vom Siedlungsausschuh eingebrachten Entschließung zu, die staatliche Förderung der Siedlung verlangt. In einer sozialdemokratischen Entschließung wird eine Fracht Verbilligung ür die für S edlerbauten besttmmten Baumaterialien gefordert. Die Wirtschaft vieler staatlich subve.Aw- vierter S.edlungsge eckschaften sei unter aller Kritik. Hier müsse eine strengere Aussicht ein- sehen.
Abg. Iäcker (Soz.) fordert in einer Entschließung Maßnahmen, um der Landflucht der deutschen Landarbeiter und ihrer Verdrängung
England und die Abrüstung.
Lord Lecilö Kampf gegen die britische Abrüstungspolitik.—Oer Streit mit Amerika.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 17. Febr. Seit Lord Cecil mit großem Eklat von seinem Posten als Dölker- bundsdelegierter Englands zurückgetreten ist und sich in einer sehr umfangreichen und eingehenden Kritik der britischen Völkerbundspolitik wegen dieses Schrittes öffentlich gerecht- crtigl hat, ist die Antersuchung des britischen Verhaltens in der Frage der Abrüstung, der Maßnahmen zur Förderung der Sicherheit und der allgemeinen Dölkerbundspolitik nicht wieder zur Ruhe gekommen. Die gescheiterte Seeabrüstungskonferenz und die Auseinander- ehungen mit Amerika über den Marine-Standard haben diesen Fragen auch vom engeren englischen Standpunkt aus «ine außerordentliche politische Aktualität gegeben.
Run ist neuerdings im britischen Oberhause zwischen Lord Cecil einerseits und seinem Amtsnachfolger Lord Cushendun eine Auseinander- ehung erfolgt, die für Deutschland um deswillen von Bedeutung ist, weil dabei die Frage der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und besonders der Unterzeichnung der Fakultativklausel des Haager Statuts, die Deutschland seit der letzten Völkerbundsversammlung vollzogen hat, in den Vordergrund traten. Cecil will zwar seinen Vorstoß nicht als einen Mißtrauensantrag gegenüber der Regierung gewertet wissen und unterstreicht zu diesem Zwecke eine Aeußerung Chamberlains, wonach die moralische und die materielle Abrüstung zusammengehen müßten. Aber seine Kritik ist darum nicht weniger scharf, ilnö er zerstört mit sehr nüchternen und Haren Worten den Schleier, den das englische Sicherheits- Memorandum für Prag um das Problem gelegt hatte, indem es behauptet, es gäbe Fälle, auch juristischer Ratur, die kein Land einem Schiedsspruch unterwerfen könnte.
Das Risiko der Schiedsgerichtsbarkeit sei zu groß? Sei es aber auch nur Halbwegs so groß wie das Risllo eines Krieges? so fragt Lord Cecil mit Recht. Keine 20 Mitglieder des Unterhauses würden die Frage, ob England der Fa- kullativklausel beitreten solle, zu verneinen wagen, und davon würden 15 wahrscheinlich bei den
nächsten Wahlen ihre Mandate nicht behaupten können. Schließlich gelangt Cecil dahin, bei einem Vergleich der gegenwärtigen Lag« Englands in der Schiedsgerichtsfrage mit demjenigen Deutschlands vor dem Kriege, sestzu- stellen, daß England jetzt die Rolle spiele, die damals Deutschland als Gegner der Schiedsgerichtsbarkeit und damit der Abrüstung gespielt habe.
Die Antwort Lord Cushenduns ist gegenüber diesen eindrucksvollen, an die gesunde Vernunft appellierenden Wor.en reichlich lahm, und die weitere Debatte ergab, daß die Ausführungen Cecils einen starken Eindruck aus die Lords gemacht haben. Aber der eigentliche Kern der Frage ist dabei nicht berührt worden und ist auch bei uns in der Oeffentlichkeit bisher kaum behandelt. Denn die Zurückhaltung Englands gegenüber allen zur Festigung des Friedens zweifellos unentbehrlichen internationalen Sch<eds- abkommen ist zwar zu einem Teil« bestimmt durch die Resistenz Frankreichs in der Abrüstungsfrage, in der Hauptsache aber bedingt durch das Verhältnis zu Amerika. Lind hier steht hinter der Frage der Flottenabrüstung ein ganz bestimmter Stretgegenstand: die Frage des Kaperrechts.
Die Vereinigten Staaten fordern im Zusammenhang mit dem Programm der Marineabrüstung, das 1921 in Washington in Angriff genommen, 1927 in Genf zum zweiten Male aufgenommen wurde und nicht zum Ziele geführt werden konnte, daß auf das Kaperrecht im Seekriege verzichtet werde, das mit der englischerseits behaupteten Rotwendigkeit eines Schuhes der Handelsstraßen, um den bei dem Kampf um den Rüstungsschlüssel gerungen wird, keineswegs verbunden sei. Und England wehrt sich aus Gründen, die nur zum Teil mit feinem Traditionalismus zu tun haben, hiergegen, wie gegen die» P r-eisg abe des Blockaderechts, das als inhuman gleichfalls modernen Vereinbarungen, die der Befestigung des Friedens dienen wollen, unmöglich einverleibt werden kann. Das ist der Streit hinter den Kulissen.
durch ausländische Wanderarbeiter mittels Verbesserung der Lohn-, Wohnungs- und Arbeits- verhälttnsse entgegenzuwirken.
Abg. Beck- Oppeln (Zentr.) begründet Entschließungen, in denen verlangt wird, daß die subventionierten Siedlnrasgesellschaften bis zum l.Iuli eine genaue Geschäftsübersicht für das abgelaufene Kalenderjahr vorlegen. Aus die Länder soll dahin eingewirkt werden, daß sie ihre Siedlungskredile zu den gleichen Bedingungen gewähren wie die Reichskredite.
Abg. W « st e r m a n n (D. B.) meint, die Siedlungsarbeit werde dadurch erschwert, daß die Siedler nicht gern ihre Heimat verlassen. Mit Krediten allein könne die Siedlung nicht gefördert werden, denn die auf der Landwirtschaft im allgemeinen liegende Z i n s e n l a st drücke noch in stärkerem Maße die Siedler. Den Siedlern müßten 90 Proz. des Kapitals zinslos gegeben werden.
Abg. Behrens (Dn.) wendet sich gegen Airsführungen des Abg. Iäcker. Gewiß feien viele Landarbeiterwohnungen in sehr schlechtem Zustand, aber die Schuld daran trage zum großen Teil die preußische Regierung, die niemals ausreichende Mittel für den Wohnungsbau auf dem Lande zur Verfügung gestellt habe. Die Verbesserung der Landarbeiterwohnungen werde erst möglich sein, wenn die Wirtschaftlichkeit des Landwirtschaftsbetriebs gesichert wird.
Abg. Giese (Dn.) führt aus, die ausländischen Wanderarbeiter seien solange nicht zu entbehren, wie die deutschen Arbeiter in ihrer Mehrheit die Landarbeit meiden. Man sollte Mustergüter zur landwirtschaftlichen Ausbildung Jugendlicher schaffen.
Oer neue Landtagspräsident.
Der für den Posten des Landtagspräsidenten ausersehene soz. Abgeordnete Delp ist 1878 in Eberstadt, einem Vorort von Darmstadt geboren. Er besuchte die Vollsschule in Eberstadt und war von 1892 bis 1895 Maurerlehrling. Im Anschluß an seine Berufsausbildung arbeitete er in verschiedenen Orten Deutschlands, genügte seiner Militärpflicht beim Infanterie-Regiment Rr. 118 in Worms und besuchte auch die Gewerkschaftsschule in Berlin. Rach Darmstadt zurück- gelehrt wurde Delp Gewerkschaftssekretär des Bauarbeiterbundes uni) im Jahre 1913 in die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bald daraus wurde ihm der Posten eines Beigeordneten übertragen und ihm vor etwa zwei Jahren der Titel Bürgermeister verliehen. In den Hessischen Landtag wurde Delp zum erstenmal im Jahre 1917 gewählt, er war dort feit dieser Zeit Vorsitzender des Finanzausschusses.
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Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags wählte an Stelle des zum Landtagspräsidenten gewählten Abg. Delp den Abg. Widmann (Soz.) zu seinem Vorsitzenden. Reu in den Ausschuß trat wegen des Ausscheidens des Abg. Delp der Abg. Anthes (Soz.) ein. Der Ausschuß beschloß mit den Beratungen des Voranschlags am 22. Februar zu beginnen. Die Regierung beabsichtigt die neue Besoldungsvorlage einzubringen, die vom Finanzausschuß sogleich beraten werden soll. Es ist geplant, den Landtag noch vor dem 1. April für mehrere Tage einzuberufen, um die Dcsoldungsvorlage. das Pvlizeigesetz und die Verlängerung des Finanzgesetzes zu beraten.
Demokratischer Dank für Minister Henrich.
Am Abend des 14. Februar hat die demokratische Landtagsfraktion Finanzminister Henrich mit einem Blumenarrangement ein Schreiben übersandt in dem es u. a. heißt: „Mit dem heutigen Tage, der die Reubildung des Kabinetts brachte, scheiden Sie aus dem Amt, das Sie über acht Jahre lang innehatten. In dieser schweren Zeit haben Sie dem hessischen Dolle durch die vorbildliche Arbeit als Finanzminister ganz hervorragende Dienste erwiesen. Sie waren unermüdlich, umsichtig und gerecht
in Ihrem Posten, trotzdem Sie gerade wegen Ihrer Arbeit Angriffe aller Art zu ertragen hatten, wie sie wohl noch gegen keinen hessischen Staatsmann gerichtet worden sind. Aber nicht nur wegen Ihrer hervorragenden Leistungen, sondern auch als charaktervolle Persönlichkeit, werden Eie in Hessen'dauernd hoch geschäht werden.
Aus aller Wett.
Schweres Eiirfturzunglück beim Ban der Neuhorker Untergrundbahn.
3n Reuyork stürzten mit ungeheurem Getöse drei unbewohnte Gebäude am Westrands des Reuyorker Theateroierlels in die für den Bau der Untergrundbahn vorgenommene Ausschachtung in der Achten Straße. Zuerst stürzte ein vierstöckiges, als Gerätehaus benutztes Gebäude in den darunter befindlichen Schacht. Wenige Minuten später stürzten dann die beiden Rach- bargebäude, die anläßlich des Bahnbaues abgebrochen werden sollten, ebenfalls in den Schacht. Wie angenommen wird, übersteigt die Zahl der Toten bei dem Hausereinsturz in den Untergrundbahnschacht nicht sieben. Dampfschaufeln haben mit der Wegräumung der Trümmer begonnen. Durch den aus gebrochenen Röhren strömenden Wasserdampf wurde das Rettungswerk stark behindert. Drei Priester ffanben bereit, um den etwa zutage geförderten Schwerverletzten die Sterbesakramente zu erteilen.
Krantz verhandlungsunfähig.
Dcr Leiter des Schöneberger Krankenhauses, Prof. Dr. Glaser, hat mit verschiedenen anderen A-rzten Krantz untersucht und ihn für verhandlungsunfähig erklärt, wobei die Aerzte der Ansicht Ausdruck gaben, daß er auch bis zum Samstag noch nicht wieder verhandlungsfähig fein würde. Die Aerzte können im Augenblick jedoch nicht sagen, ob sich der Zustand des Krantz soweit bessern wird, daß er in der nächsten Woche verhandlungsfähig ist. Auch die Mutter des Krantz hat einen schweren Rervenzu- sammenbruch erlitten, so daß sie sehr krank bar- niederliegt.
3m Kampf gegen den Sensationsfilm.
Durch die Presse gehen Rachrichten, daß die im Kranhprvzeß behandelte Schülertragödie in Steglitz verfilmt oder daran beteiligte Personen als Filmschauspieler verwendet werden sollen. Die Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie hat gemäß ihrer grundsätzlichen Ausfassung sich w'.ederum dahin ausgesprochen, daß derartige Ereignisse zur filmischen Verwertung ungeeignet seien, und daß die Beteiligung an einem Densationsprozeh nicht die Qualifikation zum Film- schaufpieler erweise. Demzufolge hat der Zentralverband der Filmverleiher beschlossen, ber» artige Filme nicht in Verleih zu nehmen, und der Vorstand des Reichsverbandes deutscher Lichtspieltheaterbesitzec erklärt, wenn ein solcher Film von verbandsfreien Firmen in Verleih gebracht würde, ihn nicht zu spielen. Die Vorstände beider Verbände haben übereinstimmend erklärt, daß sie über zuwiderhandelnde Verleiher oder Theaterbesitzer die Sperre verhängen werden.
hauseinstur; in Raumburg.
Eine verheerende Gasexplosion ereignete sich im Hause der Installackonsfirma Schreier in Raumburg. Durch die Gewalt der Explosion wurde das Dach vollkommen abgedeckt; das Gebäude bot einen trostlosen Anblick. Sparren und Ziegel bedeckten weithin die Straße. Der Fußboden des Dachgeschosses war durchgebro- chen und hing mit Hausgeräten beschwert bis in das erste Stockwerk des nur einstöckigen Hauses herab. Die ganze Hoswand des breiten Gebäudes hing stark seitlich über und war geborsten. Wegen der Einst urzgeahr wurde das Haus sofort polizeilich abgesperrt. OHan nimmt an, daß das Unglück durch die Explosion eines Gasbadeofens erfolgt ist. Zum
Glück gab es nut drei Leichtverletzt«, da sich in den am schwersten betroffenen Räumen zu- fällig keine Personen aufhielten.
Eine ganze Jamilte ermordet.
Wie aus Bielitz (Oberschlesien) gemeldet wird, ermordeten letzte Nacht im nahe gelegenen Saybusch der Schlosser Baginski und seine beiden Söhne die ganze Familie Sojecti, Vater, Mutter, I Sohn und Tochter, und durchsuchten die Wohnung 1 nach Geld. Die Täter glaubten, eine namhafte Summe vorzufinden, ihre Beute betrug jedoch nur i sieben <JlotJj. Ein Polizeihund, der aus Krakau geholt wurde, nahm die Spur der Mörder aus, die fe ft genommen wurden.
Der Greifenhagener Fememord.
In der Greifenhagener Fememordsache gegen 1 Heines und Genossen ist es inzwischen gx, ] lungen, bie Person des Ermordeten i einwandfrei festzustellen. Es handelt sich um den ' 1899 zu Stettin geborenen Arbeiter Willy Schmidt. Schmidt war seit 1918 im Heeresdienst, im Felde und im Grenzschutz gewesen und gehörte zuletzt der Arbeitsgemeinschaft Rohbach an. Ferner konnte ein bisher noch fehlender, an der Ermordung unmittelbar beteiligter Qhb gehöriger der Arbeitsgemeinschaft Roßbachfest, genommen und nach Stettin gebracht werden. Der Betroffene hatte seit dem Erscheinen der ersten Rachrichten über den Fememord alle Vorbe- reitungen zur Flucht nach äln gern getroffen und befand sich schon auf dem Wege dorthin. Bei einem kurzen Abschiedsbesuch in seiner Vaterstadt Bremen wurde er f e ft genommen.
Ein Landjäger ermordet.
Von der Arbeit heimkehrende Leute fanden am Rande der Forsten des Gutes Hengeholt im Bezirk Osnabrück den Landjäger Decker aus Berge erschossen auf. Der Beamte ist auf einem Dienstwege von Verbrechern erschossen worden. Rach den bisherigen Ermittlungen hat sich die Bluttat in der Weise zu- getragen, daß Decker mehrere verdächtige Personen angehalten hat, von denen er bei der Prüfung der Personalien überwältigt und mit dem eigenen Revolver erschossen wurde.
Der weiße Tod.
In der Gegend des Hauser Kaibling (Steiermark) wurden zwei Wiener Touristen von einer Lawine verschüttet. Einer wurde gerettet, der zweite, eine Frau, könnt« nur noch tot geborgen werden. — In Brieg (Schweiz) geriet am Dienstagabend eine au8 vier Herren bestehende Gesellschaft 300 Meter oberhalb des Hotels Eggishorn in eine Lawine, wobei einer der Teilnehmer, ein Engländer, den Tod sand.
3m Riesengebirge abgestürzt.
In der Kesselgruve im Rieiengebirge tourbt die Leiche eines Fräuleins Ballmann aus Sei- chenberg geborgen, das am Sonntag bei einem Ausfluge mit ihrem Bräutigam sich im Schnee- sturm verirrt hatte und abgestürzt war. Ihr Begleiter hatte sich retten können, da die Schneedecke die Wucht des Sturzes milderte.
Cine Windhose im har;.
9m Luttertalkessel bei Bad Lauterberg richtete eine Windhose großen Schaden an. Der ganze Weg bis zur Kupferhütte ist ein einzige» großes Trümmerfeld. 9m dortigen Forst- Haus durchschlug eine starke Fichte das Dach des Stalles. Das Haus selbst blieb unbeschädigt. Dagegen ist die vom Tal auswärts führende Starkstromleitung völlig zerstört worden. Der Frühzug der Grubenbahn der Deutschen Barytindustrie konnte erst nach mehrstündigen Aufräumungsarbeiten abgehen.
Oie Wetterlage.
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©wolkenlos O neuer, onaro Bedeckt » Wollclo. • oeoecn.
* Schnee <^6raupem «Nebel K6rwit'rr.^wind5tille.O'3eflf leichter o$i massiger sedsuawest q stürmische- «rdtftll die Piene fliegen mit oem Winoe- Pie oeidtn Stationen stenenaen len get>en die Temperatur an. Pie timen bergenden Orte mH gleicht» iu> Meeresniveau umaerrchneten Luftdruck
Wettervoraussage.
An der Rückseite des umfangreichen nördliche" Druckfallgebietes folgen rasch kühlere Luftmassen, vir > unter weiterem Temperaturrückgang in unserem || biet den Witterungscharakter zunächst neränberlw : gestalten. Dabei sind einzelne Schauer, die teils ai Graupeln oder Schnee niedergehen, zu erwarten. ^ | jedoch von Westen her der Luftdruck kräftig ansteig- roirb sich noch im Laufe des morgigen Tages p Wetterlage beruhigen und Bewölkungsabnahme <• ' setzen. m,: II
Wettervoraussage für Samstag, a . weiterer Abkühlung zunächst noch unbcftänöifl w | Schauern, bann Wetterberuhigung und aufheuern
Witterungsaussichten für Eon n t o S - Meist trockenes und vielfach neblig-wolkiges -ü-Ct mit Aufheiterung. ,9c I
Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags Grad Celsius, abends 9,5 Grad Celsius; am 17 v bruar: morgens 6,6 Grad Celsius. Maximum 1 - Grab Celsius, Minimum 6 Grad Celsius. U"P temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am ly- 6 bruar: abends 7,3 Grab Celsius; am morgens 6 Grad Celsius. — Niederschläge: 1,1 w meter. — Sonnenscheinbauer: 2% Stunden.


