ruf-menschen mancherlei Llnterschiede und Spannungen haben. Diese Spannungen sind z. T. nicht aus der Welt zu schaffen, weil sie auf Natürlichen Grundsätzen beruhen. Sv werden z. D. die Unternehmer stets Wert darauf legen, möglichst billig zu produzieren, während die Angestellten und die Arbeitnehmer ihren Verdienst als Grundlage ihrer Lebensführung möglichst günstig gestalten wollen. Es ist keine staatspolitische, sondern eine berufsständige Aufgabe, solche Fragen zu lösen. Der Staat darf in diese Gegensätze nicht hineingezogen werden, weil er nicht Streitgegenstand zwischen einzelnen Interessengruppen, sondern der Staat des ganzen Dolles sein soll. Es gilt deshalb, den Staat unabhängig von Interessengruppen auf der Grundlage des Gesamtvolles zu organisieren, während die berufsständischen Fragen der Lösung durch einen besonderen berufsständischen Aühreraufbau Vorbehalten bleiben müssen.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
cp Lollar, 15. Febr. Aus der gestrigen öffentlichen Sitzung des Gemeinderates ist u. a. zu berichten: Wiederum hatte sich der Gemeinderat mit der Angelegenheit der Erschließung von Baugelände „A u f d e m Stein" zu befassen. Der Bürgermeister teilte hierzu mit, daß sich nunmehr die privaten Besitzer mit dem Angebot der Gemeinde gemäß Beschluß der vorigen Sitzung auf Bezahlung von 1,85 Mark für den Quadratmeter bei besonderer Bewertung der vorhandenen Bäume einverstanden erklärt haben. Die Buderusschen Eisenwerke haben in dem fraglichen Gelände drei Grundstücke mit zusammen 2706 Quadratmeter liegen. Vach einem Schreiben der Werksleitung erklärte sich diese damit einverstanden, daß dieses Land zur Masse genommen und mitbereinigt wird, fordert dagegen nach erfolgter Vermessung und Einteilung der Bauplätze sieben näher bezeichnete Bauplätze zurück, was einen Flächeninhalt von 2999 Quadratmeter ausmacht. Das Mehr von 293 Quadratmeter will das Werk mit 2,25 Mk. für den Quadratmeter käuflich erwerben. Dieser Preis entspricht etwa dem Gestehungspreis (einschließlich der Vermessungskosten) der Gemeinde. Dagegen will die Firma keine Kosten für die Bereinigung ihres Eigentums übernehmen, auch keine Bindung in Hinsicht auf die Zeit der Bebauung eingehen. Die von dem Werk gewünschten Plätze liegen zu einem Teil (drei) im südlichen Teil des neuen Baugebietes, wo nach einem Beschluß der Gemeindevertretung die Bebauung beginnen soll, zum anderen Teil (vier) am Rord- ende, gegenüber der Werkmeisterwohnung der Firma. Die Gemeindevertretung glaubte einhellig, diesen Wünschen nicht insgesamt zustimmen zu können. Wenn man auch grundsätzlich gegen die Ausbedingung der Plätze zum Zwecke der eigenen Bebauung nichts einwenden will, so erscheint es jedoch ungangbar, die Kosten für die Bereinigung des von dem Werk in die Masse einzubringenden Geländes der Gemeinde aufzulegen, wird doch erst der jetzige Besitz der Buderusschen Eisenwerke durch das Verfahren der Gemeinde zu baureifem Gelände hergerichtet. Auch erscheint es nicht möglich, insbesondere für die im südlichen Teil ausbehaltenen Plätze, die Zeit der Bebauung freizustellen. Um die Sache im Hinblick auf die bald beginnende Bauzeit möglichst zu beschleunigen, glaubt der Gemeinderat richtig zu handeln, zunächst den Weg der gütlichen Verständigung gehen zu sollen, wobei mehrfach betont wurde, daß sich die Firma den berechtigten Wünschen der Gemeinde nicht versagen möchte, im Interesse der Hebung der Bautätigkeit im allgemeinen durch Bereitstellung geeigneten Baugeländes, als auch der Tatsache, daß es für die Gemeinde nicht möglich wäre, die Firma anders zu behandeln als die übrigen Beteiligten. Der Bürgermeister wurde durch einstimmigen Beschluß beauftragt, den Buderusschen Eisenwerken die Zustimmung zu dem übersandten Schreiben mit der Einschränkung dahingehend zu übermitteln, daß die Firma die Kosten für die Bereinigung ihres Eigentums anteilmäßig übernimmt und die Bebauung der ausbedungenen Plötze gleichzeitig mit den angrenzenden vornimmt. — Infolge Ablebens und Ausscheidens von Gemeindevertretern ist die Veueinteilung der Kommissionen erforderlich. Hierzu beantragte Gemeinderat W i s s e m a n n, alle Kommissionen mit sechs Gemeinderäten zu besehen, dazu jeweils der Bürgermeister als Vorsitzender. Die Bildung der Kommissionen geschah wie folgt: F i n a n z k o m m i s s i o n: Hofmann, Taubert. Keller, Göttlich, Deusing, Klinkel. Baukommission: Fuchs, Keller, Geißler, Göttlich, Rohrbach, Zecher. Landwirtschaftliche Kommission: Hofmann, Wissemann, Moos, Zecher, Geißler, Rohrbach.
v. Londorf, 15. Febr. Dieser Tage fand dahier im Bügerschen Saale die 4. Allgemeine Geflügelausstellung des Geflügelzuchtvereins Londorf und Umgegend statt, die aus der näheren und weiteren Umgebung sehr stark -- über 200 Rummern beschickt war. Es war sehr gutes, prachtvolles Material, so daß die Preisrichter keine leichte Arbeit hatten. Vachstehend berichten wir die Ehren- und 1. Preise: Abteilung 1, Großgeflügel: Bronzeputen: Ehrenpreis Peter Schepp, Saasen. Perlhühner, stahlblau: 1. Preis Heinrich Schmidt, Saasen. Peking-Enten: 1. Preis Heinrich Högh, Laubach. Indische Laufenten, weiß: Ehrenpreis Ludwig Göbel III., Londorf. 1. Preis Christoph Ranft, Allendorf a. d. Lda. Indische Laufenten, wildfarbig: Ehrenpreis Mink, Hesken. — Abteilung II, Hühner: Italiener, rebhuhnfarbig (Brut 1925): 1. Preis Hch. Theiß, Londorf. Ehrenpreis Wilhelm Vachtigall. Allendorf a. Lda. Italiener, schwarz: 2 Ehrenpreise Iakob Burk, Londorf. 1 Ehrenpreis Wilhelm Schomber III., Kesselbach. 1 Ehrenpreis Heinrich Mink IV., Mölln. Karl Henkel, Odenhausen a. Lda., Ludwig Lich V., Londorf, je einen 1. Preis. Wyandottes, blaugold: Ehrenpreis Hch. Peil, Wittelsberg. Wyandottes, schwarz: Ehrenpreis Ludwig Klinkel, Lollar. Sussex, hell: 1. Preis Philipp Höchst, Londorf. Barnevelder: Ehrenpreis und zwei 1. Preise Bürgermeister Metzger, Röthges. Minorka, schwär;: Ehrenpreis und 1. Preis Heinrich Lesch, Gr.-Scelheim. Hamburger Silberlack: 1. Preis Ernst Borsch, Wermutshausen. Hamburger Schwarzlack: Ehrenpreis Heinrich Högy, Laubach. Silberbrakel: 1. Preis Heinrich Keßler,Beuern. — Abteilung Hl, Zwerghühner: Bantam, schwarz: Ehrenpreis Wilhelm Loh, Allendorf a d. Lda. 1. Preis Heinrich Högy, Laubach. Zwergkämpfer, neumodisch silberhalsig: Ehrenpreis Dr. Kurz, Alsfeld. Zwerg-Malayen, braun: Ehrenpreis Heinr
Kommiinalpoliüsches aus bem Kreise Wetzlar.
Das vom preußischen Landtag beschlossene Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeinde-Verfassungsrechts vom 27. Dezember 1927 bringt in bezug auf die Verwaltung der Landgemeinden im Kreise Wetzlar wesentliche Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustands.
§ 1 des Gesetzes behandelt die Frage des E i n g e in e i n d u n g s r e ch t s, auf die hier vorläufig nicht näher eingegangen werden soll.
Von größerer Bedeutung sind die Paragraphen 2ff., nach welchen die Landbürgermei- stereien des Kreises hinfort die Bezeichnung „Am t“ führen. Gemeindevorst and ist nicht mehr, wie bisher, der Bürgermeister, sondern der Gemeindevorsteher. Der Gemeindevorsteher beruft die Gemeindevertretung und führt den Vorsitz in dieser mit vollem Stimmrecht. Für die Wahl der zu wählenden Amts- verordneten (bisher Bürgermeistereiverordneten) bildet das Amt (bisher Bürgermeisterei) einen Wahlbezirk. Aus die Wahl der Amts- verordneten finden die Vorschriften des Ge- meindewahlgesehes über die Wahl der Gemeindeverordneten entsprechende Anwendung, d. h. die Amtsverordneten werden von den Einwohnern des Amtes im gleichen, allgemeinen und geheimen Wahlrecht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt.
Der Bürgermeister ist in der Regel ehrenamtlich zu bestellen, ebenso die Beigeordneten. Im Falle eines besonderen Bedürfnisses können durch Amtsbeschluß (Dürgermei- stereibeschluß) einzelne Bürgermeister- und Bei- geordnetenstellen als besoldete eingerichtet werden. Diese Vorschrift dürfte sich in oer Praxis kaum als eine solche auswirken, die Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustande bringt. Denn auch nach den bisherigen Vorschriften der Landgemeindeordnung für die Rheinprovinz bzw. der Rheinischen Kreisordnung sollte das Amt des Bürgermeisters zunächst denjenigen übertragen werden, die es als ein unentgeltlich zu verwaltendes Ehrenamt zu übernehmen in der Lage waren. Ein Bürgermeister mit Besoldung sollte nur angestellt werden, wenn ein geeigneter Ehrenbürgermcister nicht zu gewinnen war: Die letztere Vorschrift hat schon seit Jahrzehnten in sämtlichen Landbürgermeistereien des Kreises Platz gegriffen, so daß das neue Gesetz hier also eine Aenderung nicht bringen wird. Die Beigeordneten dagegen waren bisher schon in sämtlichen Bürgermeistereien ehrenamtlich bestellt. Während bisher der Bürgermeister die Gemeindevertretung berief und in ihr den Vorsitz führte, wird er jetzt von dem Gemeindevorsteher zu den Sitzungen der Gemeindevertretung nur noch eingeladen. Stimmrecht hat er nicht, hatte es auch bisher nicht, sondern als Vorsitzender nur bei Stimmengleichheit die entscheidende Stimme. Die Beschlüsse der Gemeindevertretung sind dem Bürgermeister möglichst vor der Ausführung schriftlich mitzuteilen. Der Bürgermeister und die Beigeordneten werden von der Amts- Vertretung gewählt, und zwar der Bürgermeister auf 12 Iahre und die Beigeordneten nach jeder Veuwahl der Amtsvertretung. Die gewählten Bürgermeister und Beigeordneten bedürfen der Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde (das ist der Landrat in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisausschusses). We
gen der Zugehörigkeit des Gewählten zu einer politischen Partei darf die Destättgung nicht versagt werden. Die Bestätigung kann von der Aufsichtsbehörde nur unter Zustimmung der Be- schluhbehörde (Kreisausschuß-Kollegium) versagt werden. Der Bürgermeister muß die zur Verwaltung des Amtes erforderliche Befähigung besitzen. Wählbar zum Bürgermeister und Beigeordneten ist jeder, der nach dem Gemeindewahlgesetz wählbar ist, mit der Maßgabe, daß für den besoldeten Bürgermeister der Wohnsitz nicht Voraussetzung der Wählbarkeit ist. Der Bürgermeister darf nicht gleichzeitig Beigeordneter sein. Bei Erledigung einer Bürgermeisterstelle kann mit Zustimmung der Amtsvertretung die vorläufige Verwaltung einem Kommissar übertragen werden, den der Oberpräsident ernennt. Vor der kommissarischen Bestellung eines Bürgermeisters muß die Amtsvertretung gehört werden, die das Recht hat, von sich aus dem Oberpräsidenten Vorschläge zu machen. Von diesen Vorschlägen soll der Oberpräsident nur in äußerst dringenden Fällen abweichen. Die kommissarische Verwaltung einer Dürgermeisterstelle darf in der Regel die Dauer eines Iahres nicht überschreiten. Diese Vorschriften bedeuten gegenüber den bisher gültigen Bestimmungen der Landgemeinde- bzw. Kreisordnung eine Aenderung insofern, als bisher die Bürgermeister und Beigeordneten durch den Oberpräsidenten auf Grund von Vorschlägen des Kreisausschusses ernannt wurden, welche dieser nach Anhörung der Bür- germeistereiversammlung zu machen hatte.
Selb st verwaltungsangelegen hciten der Gemeinden können nach dem neuen Gesetz durch Beschluß der Amtsvertretung für das ganze Gebiet oder für Teile des Amtes mit der Wirkung übernommen werden, daß sie damit den zu dem Amte gehörigen Landgemeinden gegenüber gesetzlich dem Amte Vorbehalten werden. Das gleiche gilt von solchen Angelegenheiten. die von Zweckverbänden übernommen sind, die aus Landgemeinden innerhalb des Amtes bestehen. Wird eine C.lbstverwaltungsan- gelegenheit nur für Teile des Gebietes des Amtes auf das Amt übernommen, so sind diejenigen Gemeinden, auf welche sich die Ueber- nahme nicht erstreckt, von den Kosten, die durch die Uebernahme dieser Angelegenheit erwachsen, freizulassen.
Durch Amtssahung kann eine Mitwirkung des Bürgermeisters bei der Aufstellung des Haushaltsplanes und der I a h - resrechnung, sowie bei der Verwaltung und Beaufsichtigung des Rechnungs- und Kassenwesens der einzelnen Landgemeinden in dem Umfange beibehalten oder eingeführt werden, wie sie gemäß der diesbezüglichen Vorschriften der Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen besteht.
Schließlich schreibt das Gesetz noch die Auflösung der fürstlichen Gemeinden im Kreise Wetzlar vor. Hiervon werden folgende fürstlichen Gemeinden betroffen: Schloßgemeinde Braunfels, Schloßgemeinde Altenberg, fürstliche Gemeinde Heisterberg, fürstliche Gemeinde Schwobacherhof und fürstliche Gemeinde Hohensolms. Wie sich das Gesetz in allen Einzelheiten praktisch auswirken wird, läßt sich zur Zeit noch nicht genau übersehen, da der Minister des Innern die zur Ausführung nötigen Anweisungen bis jetzt noch nicht erlassen hat.
Vau, Beltershausen. Mille-Fleurs: 1. Preis Hch. Högy, Laubach. Zwerg-Wyandottes, schwarz: Ehrenpreis und 1. Preis Wilhelm Lich IV., Londorf. — Abteilung IV, Tauben: Hessische Kröpfer, blau: 2 Ehrenpreise und 1. Preis Ludw. Olemotz, Kesselbach. 1. Preis Wilhelm Becker. Kesselbach. Hessische Kröpfer, fahl mit Binde: 1. Preis Konrad Stetzenbach, Vordeck. Steigerkröpfer, gehämmert: Ehrenpreis derselbe. Steiger- kröpfer, rot: Ehrenpreis und 1. Preis Ludwig Lich V., Londorf. Brünner kröpfer. weiß: Ehrenpreis Heinrich Högy, Laubach. Brüsker, braun: Ehrenpreis und 1. Preis Adam Hebrais, Als- seld. Französische Dagdetten, schwarz: Ehrenpreis und 1. Preis Iohann Heinrich Vau, Beltershausen. Französische Bagdetten, scheckig: 1. Preis Willy Ebel, Lang-Göns. Schönheitsbrieftauben: Ehrenpreis und 1. Preis August Beckel, Londorf. Reisebrieftauben, gereist bis 300 Kilometer: 1. Preis Ernst Hasselbach, Londorf. Brieftauben, nicht gereist: Ehrenpreis Gg. Kornmann, Wermertshausen.
g. Allendorf (Lah n), 15. Febr. Die hiesige Gefolgschaft des Iungdeut scheu Ordens hatte für Samstag zur Bannerweihe im Saale der Gastwirtschaft Luh eingeladen. Außer zahlreichen hiesigen Einwohnern hatten sich trotz schlechten Wetters eine große Zahl Ordensbrüder mit Spielmannszügen und Bannerabordnungen aus den benachbarten Einheiten eingefunden. Vach kurzen Begrüßungsworten durch den Gefolgschaftsmeister der hiesigen Gefolgschaft sprach der Wanderwart der Ballei Oberhessen über die aus dem Fronterlebnis heraus geborene jungdeutsche Staatsauffossung. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen weihte hierauf das neue Banner und übergab es der Gefolgschaft Allendorf mit der Mahnung, treu zu ihrer Fahne zu stehen. Deilamationen und Gesänge umrahmten die erhebende Feier, die mit einem kurzen Schlußwort des Großmeisters ihren Abschluß fand.
- - Großen-Linden, 15. Febr. Die im Laufe der vorigen Woche täglich im hiesigen Christlichen Vereinshause abgehaltenen E v a n - gelisationsversammlu ngen erfreuten sich eines regen Besuches hiesiger und auswärtiger Gemeinschaftskreise. Prediger Meier von der St. Chrischonagesellschaft wußte in seinen tiefgründigen Vorträgen, die oft von Gesangsvorträgen des hiesigen gemischten Chores würdig umrahmt wurden, seinen aufmerksamen Zuhörern Erbauliches zu sagen und wertvolle Rat-' schläge für ihr religiöses Leben zu geben.
' Hausen, 15. Febr. Am Sonntag veranstaltete der Gesangverein „Germania" unter der Leitung seines bewährten Chormeisters G ö r l a ch sein diesjähriges Wintervergnügen, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. Rach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden trug Frl. Happel einen Prolog vor. Die zu Gehör gebrachten Chöre des Vereins legten Zeugnis ab von der vortrefflichen Arbeit/die die Sänger unter ihrem Chormeister für das deutsche Lied leisten. Lehrer F l a u a u s hatte gleichfalls mit dem Verein einen schönen Chor eingeübt, den er in trefflicher Weise zum Vor
trag brachte und anschließend selbst einige Lieder mit Klavierbegleitung sang. Im - weiteren Verkaufe des Abends wurden zwei Theaterstücke recht flott gespielt. Chormeister G ö r l a ch und den mitwirkenden Theaterspielern wurden Dan- kespräsente Überreicht. Zur Verschönerung des Abends trugen weiterhin einige Chöre des Gesangvereins „Eintracht" wesentlich bei. Sämtlichen Darbietungen wurde mit Recht lebhafter Beifall gespendet. Tanz bildete den Abschluß der Veranstaltung, auf die der Verein mit Befriedigung zurückblicken kann.
* E b c r st a d t, 15. Febr. Arn Sonntag veranstaltete der hiesige Dadfahrerverein einen Theaterabend. Aufgeführt wurden das Drama „Der Meineidsbauer" von Ludwig Anzengruber und das Volksstück „Beim Kreuz'l im Tannengrund" von Hermann Marcellus. Obwohl die Aufführung bereits zum zweiten Mal geschah, wohnten wieder annähernd 300 Personen der Veranstaltung bei. Pfarrer K ö d - ding sprach am Schlüsse begeisternde Worte für die wohlgelungene Veranstaltung aus und dankte ganz besonders Lehrer Bell für die vorzügliche Leitung.
s. Utphe, 15. Febr. Am Samstag hielt der Gesangverein „Lorelei" sein diesjähriges Wintervergnügen im Saale der Wirtschaft Wilhelm Veunobel ab. Vach einer Begrüßungsansprache des Vereinspräsitenten Wilhelm Tag gingen drei flott gespielte Theaterstücke über die Bühne. Das Stück „Der alte Schmied" weist auf die Gefahren der Fremdenlegion hin. Es kann nur von Vorteil fein, wenn durch derartige Stücke auch immer wieder darauf hingewirkt wird, junge Deutsche vor dieser Schmach zu bewahren. Es schlossen sich zwei humoristische Einakter an. Die theatralischen Vorführungen wurden durch Gesangseinlagen umrahmt. Besonderen Dank verdiente sich, wie der Vorsitzende hervorhob, der Schmied Wilhelm D u e für die vortreffliche Einstudierung der Theaterstücke. Auch die Darsteller ernteten lebhaften Beifall für ihr gutes Zusammenspiel. Flotter Tanz beschloß die wohlgelungene Veranstaltung. Die Musik lag in den Händen der Kapelle Bellersheim. Wegen der beschränkten Raumverhältnisse werden die Theaterstücke an einem anderen Abend für die älteren Ortseinwohner wiederholt.
ch Harbach, 15. Februar. Zn der Gastwirtschaft Herzberger hielt Direktor Traulmann vom Landwirtschaftsamt Grünberg einen Vortrag über „Anlage und Vorteile einer Iungv'i ehw er de". Bürgermeister Schomber leitete die gut besuchte Versammlung. Direktor Trautmann erläuterte die technischen Maßnahmen zur Anlage einer Weide und befaßte sich mit den Grundbedingungen, die bei Anlage einer Iungviehweide zu beachten sind. Die großen Vorteile einer Weide für unser Jungvieh wurden besonders hervorgehoben. Die Entwickelung der Tiere, die Knochenbildung u. a. m. werden durch den Weidegang ganz hervorragend begünstigt. Die interessanten, lehrreichen Ausführungen fanden allgemein starken Beifall Die sich anschließende Aussprache war
äußerst rege und vielseitig. Die Landwirte Münch und Stark schilderten ergänzend die großen Vorteile, die die Anlage einer solchen Iungviehweide für die Landwirte mit sich bringt. Die Vorteile sind sowohl für den Heinen, wie für den großen Landwirt von weittragender Bedeutung. Bürgermeister Schomber dankte Direktor Trautmann für seinen trefflichen Vortrag. — Die Gemeinde Harbach bzw. verschiedene Interessenten tragen sich ernstlich mit dem Gedanken, eine Jungviehweide hier zu errichten.
Kreis Büdingen.
LPD. Büdingen, 15. Febr. Für den Dü - dinger Petrimarkt, der vom 19. bis 22. Februar stattfindet, sind großzügige Vorbereitungen im Gange. Der Markt wird ein ganz besonderes Gepräge erhalten. Seine Einleitung bildet ein großer historischer Festzug am Sonntag, der in drei Abteilungen geführt wird. Im ersten Teile wird die Lleberreichung der Markturkunde im Jahre 1330 gezeigt, weiterhin die damals üblichen von Frankfurt nach Büdingen gekommenen Kauffahrteiwagen und ihr Schuh durch Schützen und Edelleute: der zweite Teil bringt die heimischen Innungen in ihrer Blütezeit im 15. bis 16. Jahrhundert, während im dritten Teile die neueren Gewerbe dargestellt werden. Für den Pferde- u n d V i e h m a r k t, die die drei letzten Markttage in Anspruch nehmen, liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor. Mit dem Markte ist eine Lotterie verbunden, die wertvolle Gewinne bringt.
△ V i d d a, 15. Febr. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt hatte unter der Sin* gunst des Wetters etwas zu leiden. Es waren etwa 220 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Der Handel war anfangs etwas gedrückt, weil di« Preise gegen früher bedeutend höher gestellt wurden. Allmählich entwickelte er sich aber lebhaft und erbrachte guten Absatz. Für sechs Wochen alte Ferkel wurden 30 Mk., für acht Wochen alte 36 bis 40 Mk. das Paar bezahlt. Läufer kosteten das Paar 60 Mk. und mehr, je nach Alter. Auch für fette Schweine find in der letzten Zeit die Preise wieder gestiegen. Das Pfund Lebendgewicht kostet jetzt 58 bis 60 Pf., gegen 53 Pf. vor vier Wochen. Der heute nachmittag abgehaltene Krämermarkt war infolge des Regenwetters nur mit wenigen Verkaufsbuden bezogen und schwach besucht.
Kreis Schotten.
# Freienseen, 15. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein „Liederkranz" sein Wintervergnügen ab, das sich wie alljährlich, eines guten Besuches erfreute. Ein reichhaltiges Programm konnte geboten werden. Im Vordergrund standen gesangliche Darbietungen, unter denen das Volkslied und volkstümliche Lied erfreulicherweise den ersten Platz einnahmen. Mit voller Hingabe wurden die Lieder von . einem gutgeschulten Chor zu Gehör gebracht. Reicher Beifall lohnte die aufgewandte Mühe und erbrachte den Beweis, daß das Volkslied mit seinem dem DolkSemP- finden eigenen Text und der diesem angepahten schlichten Stimmführung und reinen Harmonie bei guter rhythmischer und dynamischer Vortragsweise seine ihm gebührende Stellung zu behaupten weih. Der musikalische Teil der Unterhaltung lag bei der Orchestervereinigung Laubach in besten Händen, die damit einen wesentlichen Anteil am vollen Gelingen hat. Sie mußte sich wiederholt zu Zugaben verstehen. Ein flott gespielter Zweiakter nebst einem HanS Sachsschen Fastnachtsspiel „Das Kälberbrüten", ergaben eine wohlgelungene Ergänzung. Der Verein hat mit seinem älnterhaltungsabend einen vollen Erfolg zu verzeichnen.
)r-( Ruppertsburg, 15. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein Sängerbund im Saale des Gastwirts Schlörb seine 46. ordentliche Generalversammlung ab. die. von dem langjährigen Vorsitzenden Iakob B ö ch e r geleitet, von 53 Mitgliedern besucht war. Mit dem Chor „Dir, meinem Vogelsberg" wurde die Tagung eröffnet. Der 1. Präsident erstattete einen eingehe.' n Jahresbericht, der zeigte, daß der 03e; H im abgelaufenen Dereinsjahre eifrig lu.mht war. das Ziel, das er sich gesteckt hat, zu erreichen und auch mit Erfolg, was die gute Wertung bei dem Bundeswertungssingen in Langd bewies. Leider hatte der Verein im Iahre 1927 den Tod von 4 OHitgliebern zu beklagen, 4 andere verzogen. Cs traten 9 neu ein, so daß zur Zeit 39 aktive und 106 passive Mitglieder dem Vereine angehören. Die Rechnungsablage durch den bewährten Rechner W. Lehr II. ergab eine Einnahme von 499,34 Mk. und eine Ausgabe von 354,40 Mk., also einen Kassenbestand von 144,94 Mark. Das Barvermögen beträgt jetzt 400,34 Mk. Da besondere Anträge nicht Vorlagen, so schritt man zur Ergänzungswahl des Vorstandes. Der 1. Vorsitzende B ö'ch e r wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Als wei- - tere Mitglieder wählte man in geheimer Wahl Friedrich Diehl HI. und Karl Konrad. Der Chor „Du herrliches Land, du, mein Vaterland" von Rektor Schaad beschloß den offiziellen Seil. Bei einem guten Glase Bier, schönen Liedern und dem Vortrag humorvoller Gedichte in Vogelsberger Mundart durch den Sangesbruder Hermann Müller blieb man noch längere Zeit gemütlich beisammen.
-s- Stumpertenrod, 15. Febr. Rachdem unsere Gemeinde bisher hinsichtlich des P o st - autoverkehrs recht stiefmütterlich behandelt worden war, ist es ihr endlich nach langen Verhandlungen mit der Postbehörde gelungen, an den Postautoverkehr Rieder - Gc- münde n—G roh-Felda angeschlossen zu werden. Don heute ab fährt das Postauto, das abends um 8 Llhr von Rieder-Gemünden abgeht, nicht mehr, wie bisher, nur nach Groß- Felda, sondern weiter bis Stumpertenrod, wo cs kurz nach 9 Llhr ankommt, um dort über Rächt zu bleiben, und dann morgens kurz nach 5 älhr wieder über Groß-Felda nach Rieder- Gemünden zu fahren. Hoffentlich ist dieser neue Versuch, unsere Gemeinde an den Postautover- kehr des Vogelsberges anzuschließen, von bleibender Dauer. — Wie kürzlich gemeldet wurde, soll die von dem hiesigen gemischten Chor „Eintracht" angeschaffte neue Fahne noch vor Pfingsten in der Stille eingeweiht werden. Die damit verbundene Festlichkeit findet in der dem Kriegervcrein gehörigen Festhalle statt, die zu diesem Zweck gemietet wurde.
0 Gedern. 15. Febr. In voller körperlicher und geistiger Frische und unter allseitiger Anteilnahme seitens der hiesigen Einwohnerschaft konnte heute Alt-Bürgermeister Karl Rispel


