Ausgabe 
16.1.1928
 
Einzelbild herunterladen

Buntes Allerlei.

Vie BdKoer Etsenbahnräuber

'Bor dem großen Schöffengericht tu Äaflei wurde da« Urteil in dem Prozeß gegen die Elfcnbahnräuber den 22 jährigen Georg Pforr au« 'Braunfäulen, Kreis Rotenburg (Fulda), den Fahrradhändler AdrihaN aus Rotenburg und den Kutscher August Möhl au« Dortmund, die aus der Ctredc zwlfchen 'Bebra und Aßmuh- kaufen fahrende Güterzüge in größtem Stile beraubt Haden gefällt. Da« Urteil gegen Pforr lautete auf 3 Jahre 1 Monat Zuchthaus für Adelhart auf 4 Iahrc Zuchthau« und für Möhl auf 3 Jahre Zuchthaus

in Reh durchschmimml den Rhein

Dieser Tage konnte man in Kaub a. 2tf. ein Reh burb den Rhein schwimmen sehen Gin $unb jagte hinter einem Aeh. aus dem Schankei­dach kommend, her. Um feinem Verfolger zu entkommen, iprang das Aeh in das TDafer und schwamm in den Ahein 3m Strom drehte es um und schwamm zurück Unter größter Anstrengung ist es dem Tier gelungen in der Räße der Pfalz eine K-ippe zu erreichen Bon einem Steuermann, der mit dem Kahn nach- gefahren war. wurde das abgehetzte Tier ein- gefangen.

Eine Spritschiebung-assäre.

Durch Beamte der Fahndungsstellc des Haupt- Zollamtes in Frankfurt a. 2rt wurden in Kob­lenz mehrere Verhaftungen von Lpr.t chiebem vorgenommen. ®« soll sich hierbei um einen weitverzweigten Schmuggel handeln, der sich über das ganze Rheinland erstreckt 3m Mittelpunkt dieser Schiebung steht der Kauf­mann Adolf 'Bauer- Köln. Bauer hatte in Köln-Merheim einen Betrieb gröberen Um­fange« eingerichtet, in dem er verbot«widrig den in Dem Autobetrieb«ftosf ,.M onopolin" ent­haltenen Alkohol auf cherni'chern Dege z u - rückgewann. Der Gesamturn'ang d e'er Sprit- tchiebung ist noch nicht feftgeftellt. Zweifellos aber handelt es sich um bedeutende Mengen. Das Reich soll durch diese neue Sprillchiebung um über eine Viertel Million Mark ge­schädigt worden fein.

Erste Ojeanfafrl de» £. Z. 127.

Der neue deutsche Zeppelin 2. Z. 127 wird voraussichtlich schon Ansanv Mai fertig- g e ft e 111 sein Aach wenigen Probefahrten über europäischem Festland soll schon im August eine Ozea nso hrt nach Aord- und Südamerika, wahrscheinlich sogar ohne Zwischenlandung, erso'gen ® ne derartig grobe ununterbrochene Fahrt sei für das neue Luftschiff mit 105 000 cbm Gasinhalt durchau« möglich Sein Aktionsradius gehe sogar noch weit darüber hinaus Aach Aordamerika rechne man je nach »den Ditterungsverhültniffen 60 bis 80 Stunden, nach Buenos Aires mit 90 biS 100 Stunden Fahrt dauer. Heben der Pas - fagierbcförbcrung soll das neue Luft­schiss hauptsächlich eilige Postsachen mit« führen, die nur etwa dreimal so teuer wie gewöhnliche in einem Drittel der sonst not­wendigen Besörderungszeit ans Ziel gelangen. Durch Verwendung einer neuartigen Gasmischung als Betriebsstoff entfallen bei L. Z. 127 minde­stens 30 000 Kilogramm toter Belastung, die 0. Z. 126 bei feiner Amertkasahrt mit sich führen muhte Zur ersten großen Fahrt sind auch ausländische Fachleute, besonders Amerikaner, eingeladen. Später ist eine Fahrt um die Welt geplant, falls da« nötige Geld zufammenkommt Das neue Luftschiff soll deut­

sches Ratio ii aleigentum b eiben, aber für bestimmte Fahrten verchartert werden, zu­nächst voraussichtlich an Spanten. Der Bericht betont zum Schluß daß in dem neuen Luftfchiff alle« auf Einfachheit eingestellt sei ohne Lurus und Prunk. Die finanzielle Seite des Un» tetnepmen« stehe vor einer zufn.denstellenden Lö­sung da das hineingesteckte Geld durch 23er- ficherungsadfchlüffe sichergestellt werden dürfte.

£ eichen schön der

Freitagvorml'lag wurden fünf Angestellte des Krematoriums in Dilmersdors unter Dem schweren Verdacht der Leichenberau- bung festgenommen Es wurde festgestellt, daß bei einer Leiche die in diesen Tagen verbrannt werden sollte, die wertvollen G o l d g e b 111 e fehlten. Die Fest genommenen wurden in« Polizei- Präsidium gebracht und einet ausführlichen Ver­nehmung unterzogen Soweit die offizielle Meldung Ss handelt sich bei den Verhafteten um Anaestellte. die sich, wie sich nunmehr herausstellt, schon feit Jahren an den im Krematorium liegenden Leichen vergriffen und fit beraubt hatten. 3hre Spezialität bestand darin, dah sie den Toten die Goldzähne aus- brachen. aber auch alles was Angehörige in den Sarg gefegt hatten an sich nahmen und einen schwunghaften Handel mit den erbeuteten Wertgegenständen trieben. Aur einem Zufall ist es zu verdanken, daß das Verbrechen entdeckt wurde. Gin Kriminalkommissar hatte nämlich an einer aufgebahrten Leiche eine frimmal- poltzellich notwendige Feststellung zu machen und bei der Besichtigung fah er. daß bei dem Toten die Gvldzähne mit Gewalt herauSge- brochen waren. Der Skandal Dürfte fraglos noch weitere Kreife lieben, da man annimmt, daß neben den Veryafteten auch noch eine Aeihe anderer Per Ionen ihre Hand mit im Spiele hatten

Raubüberfall einte Berliner Gymnasiasten

3n Stralsund wurde die Kontoristin Glisa» beth Kalk an einer unbeleuchteten Stelle auf der Straße überfallen Der Täter ver­letzte ihr mit einem Schlagring einen heftigen Schlag über den Kopf und wollte ihr die Handtasche entreißen. Al« ein Mann der Kontoristin zur Hilfe eilte, flüchtete et. Später meldete er sich auf der Polizeiwache al« obdachlos. Hier wurde er als der Tater erkannt und als der 15jährige Gymnasiast Gla­ser aus Berlin festgestellt. Gr hat die Tat eingestanden. Glafer hatte in Berlin seinem Stiefvater 380 Mk entwendet war erst nach dem Harz gefahren dann nach Kiel und Ham­burg und schließlich nach Stralfund und von dort nach "Bergen auf Rügen Als in trm Hotel, wo er in 'Bergen wohnte, ein Diebstahl verübt fein sollte und Polizei erschien, flüchtete Glaser unter Zurücklassung seiner Sachen nach Stralsund. Gr wollte sich wie er angab. durch ben Raubüberfall wieder Geldmittel für eine zweite Harzreise verschaffen.

Branbfflftungsepibemfe.

3n dem mecklenburgischen Städtchen Beuel, wo im letzten 3ahr 33 Gebäude durch Brand­stiftung eingcäfcheri und die Löscharbeiten durch Zerschneiden der Schlauchleitungen lehr erschwert worden waren, haben die Brandstifter an meh­rere Besitzer Drohbriefe mit der Mitteilung gesandt, dah ipre Scheunen auch bald in Flammen aufgehen würden. Die Staats­anwaltschaft in Güstrow hat 4000 Mark Veloh» nug für Die Ergreifung der Täter ausgesetzt.

ei« **, u*T""bnx

tourt» auf ben 4. 5«6tuar fdja« «dl. i« » hauptsächlich für die Oeffentltchkeit bestimmt Gleichzeitig belchloh die Versammlung, in diesem Jahre und »war am 16 Februar einen Masken­ball abzuhalten.

tz Grünbera. 15. 3an Dieser lagt lief im Gasthaus .Bettrop" derGoslarfilmdes VDA (Beteln für das Deutschtum im Aus­land). Die herrlichen Bilder de« ersten Teiles de« Films machten die Besucher mit der alt­ehrwürdigen 1000jährigen Kaifcrstadt Goslar bekannt. Alte Bauten wie die Kaiserpfalz, alte Kirchen. Patrizierbauttn und viele« andere mehr erfreuten das Auge Diese alte Kaiferstadt bil­dete den Versammlung«- und Tagungsort des B D A. an Pfingsten 1927 Deutliche 3ungen und Mädchen aus allen Gauen untere« Vaterlandes batten lich dort eingesunden 3m nächsten Teile des prächtigen Kulturfilmes wurde der Befchauer mit Leben und Treiben der zahlreichen jugend­lichen Besucher der B D QI-Tagung bekannt gemacht Den Abschluß dieses Teiles bildet der Gottesdienst in der Aaisschiefergrübe Der letzte Teil zeigte den farbenprächtigen abwechflungs- reichen Festzug der V. D 2 -Jugend

Mrcit Friedberg

WSR. Friedberg. 14 3an. Am 8. 3uli findet in den Mauern unterer Stadt ein natio­nales Kleinkalibertchiehen ftotL das dem Friedberger Schützenvercin vom Mittel­deutschen K einlaliber.Schüy.ni crband übertragen wurde Der Länderkamps Schweiz- veutschland gelegentlich dieses Wetllchiehens findet ebenfalls in Friedberg statt und dürfte aus alle .Freunde des Schießsport« eine, starke Anzlehung«kraft au«üben.

Bad-Aauheim. 15. 3an. Der Krie­ger- und Militärverein . Hasst a hielt gestern abend feine gut besuchte 51. Gene­ralversammlung ab Zu« den vom Beigeordneten Oberladmeistcr Kissel angefertigten forgfälti- gen Berbanblung«f<briften. die verlesen wurden war zu ersehen, daß der Verein auch im abge- (aufeiun 3ahre in stiller Arbeit mancherlei auf dem Gebiete der Fürtorge und Kameradschafts- Pflege geleistet hat Die Mitgliederzahl hat die 200 wieder überschritten. Der seitherige zweite Präsident. Lchubmachermeister Friedrich 3 a- kobi. der nahezu drei Zahrzehnte ununter­brochen zum Vorstand gehört, wurde zum Ghrenvorftandsmitglied ernannt, neu tritt Studienrat Dr Kn teriem in den Vor­stand Der am 22 März 1873 gegründete Verein will im kommenden Sommer fein 50jähriges Bestehen durch eine 3ubiläum*feier im Hoch- Walde festlich begehen und dazu auch befreundete auswärtige Vereine einladen. Sin befonbercr Ausschuß zu dem Vertreter der größeren hiesigen Vereine herangezogen werden, wirb schon in nächster Ijeit mit den Vorbereitungen zu der Veranstaltung beginnen Srfter Präsident des Vereins ist seit 25 3apren Stadtverordneter Lhristian Schäser Als ein Aachllang zu dem schön verlaufenen großen Radsahrerfeft des Lahngaues im Bunde Deutscher Radfahrer woran auch verschiedene Gießener Vereine mit schönen Erfolgen betelliat waren, und das mit einem lleberschuß abschließen konnte, war die gestrige V)interveranstaltung der hiesigen Rad- 1 ihrir-Betelnigune 189 2 9 6 gedacht Sie sollte eine Dankesbezeugung an dte zahl­reichen Mitarbeiter am Feste aus allen hiesigen Vereinen und Bevölkerungskreisen sein, die daher al« Gäste geloben waren und noch einmal die radspvrtllchen Darbietungen des leistungs­fähigen Vereins bewundern konnten. Zu den Ver­einen. die mehr im Stillen arbeiten, aber doch eine um so regere Tätigkeit entfalten, gehört unter Lchachverein. der nach Jahren der 'Hube feine reaelinäßigen Schachabende wie­der einfübren konnte und nun ein neu«« Dachsen zeigt Die Zahl der Mitglieder ist wieder auf 21 äugestiegen Die jüngst stattgefundene General­versammlung beschloß in anregender Aussprache den weiteren Ausbau des Vereins, an dessen Spitze Aechnungsrat Kissel al« Vorsitzender. Redakteur (J <f al« Schriftführer und ©teuer- afliflent fia Hauer als Kassierer gestellt wur­den 3n der Besprechung kam.auch zum Aus­druck. daß es sehr erwünscht wäre, wenn mam sich ab und zu einmal mit den Mitgliedern de« Gießener Schachklub« in einem Lokal- treffen begegnen könnte Da der Schachverein

auch die BeranftaUung von größeren Schach- furnieren in unserer Stadt fordert und an­strebt, stellt er sich auch in den Dienst der Ver­kehrswerbung. was außerordentlich zu be­grüßen ist.

Urei« Biidingcn.

6 Blofeld, 18. Jan Bei den Holz sät» lung »arbeiten im hiesigen Gemeindewald wurde der Arbeiter Wilhelm Stabe von einem nieder stürzenden Baume ersaßt und schwer verletzt

* Unter-Widder«heim. 15 3an. 3n Ausführung eine« vor 3ahressrift gefaßten Be­

schlusses des Gemeinderats und mit Zustimmung der vorgesetzten Behörde wird gegenwärtig das Wäldchen auf dem KlapperSberg ab­getrieben. Von der Kuppe dieses Hügels, Der sich unmittelbar an der Aordostseite unteres Dorfes steil erhebt, hat man eine herrliche Aus­sicht über die Gefilde der Wetterau. vis zum Feldberg und Altkönig hin. Gr ist einer der am weitesten nach Westen vorstohenden Ausläufer des BogelsbergeS. Seine Hochfläche Ist mtl mäch­tigen alten Kiefern, untermischt mit Baumftücken und Dorngebüsch, bestanden. Die Lvsholzzuteilung an die 71 Ortsbürger erfährt durch dielen Ab­trieb eine Erhöhung. indem jeder Ort «bürget

Oberhessischer Kunstverein.

Kollwitz, Bsntzer, (ini.

Der größte Raum in der neuen Ausstellung ift dem graphischen Werk der Frau Professor Käthe Kollwitz zugewielen worden Die Kvllwitz. die im vorigen Sommer das sechste Leben«jahrzehnt vollenden konnte, steht heute als schassende Frau, als bildende Künstlerin ein­sam und ohne Rachbarschast in Deutschland da. Do« fit geleistet hat. hält strengsten Maßstäben stand Zndessen ist der gelegentlich ausgesührte Vergleich mit männlichen Zeitgenossen unseres Krachten« versehit und sollte unterbleiben: durch dir Gegenüberstellung Ihrer Blätter mit Arbeiten von Dir von George Grosz ober gar von Hein­rich Zilie seiner vielgepriesenen aber maßlos über- Idjänten Berliner Lokalgrößei entsteht eine un­nötige Verwirrung der Begriffe und ein hüben Vie drüben falsches Bild Gewiss# thematische Berwandtschasten einige Aehnlichkciten im Stoss- llchen und Motivischen rechtfertigen durchaus keine derartige wertmäßige Beiordnung, das Sio'lliche Ist auch in der bildenden Kunst nicht allein entscheidend Durch unangemessene Brr- aleije werden die Blätter der Kollwitz in ein salsches Licht aerückt. verzerrt und mißverstanden

S>e bat nichts t»on der ätzenden Scharfe und Unbarmherzigkeit ,n thematisch ähnlichen Bil­dern von Du. nichts vom vervillenen Haß gegen die .bürgerliche Gefelllcha'f wie er sich in den Zeichnungen von George Gros, in den wildesten Karikaturen austobt Sie bat am allertocntg- »ten etwas gemein mit der gellissentlich orbt- nären und widerlichen Milleuwublerel mit den Kaschemmen- und Gassenbildem von Z,lk dem sie übrigens ebenso wie Gros, auch im Technllchen unendlich überlegen »st Die Kollwitz erschöpst sich, mit einem Wort nie im Gegen­ständlichen ist niemals hetzerisch leiten politisch und das Politische ist dann stets vom Mensch­lichen durchglüht und verinnerlicht he wirkt nw aulrei^nb nie einseitig tendenziös nie twr» letzend, niemals abstoßend

Sondern ihre Bilder lind aus t,elfter Men'ch- lichkeit heraus empfunden und gefaltet H-.nker der strengen Verhaltenheit einer kargen 9

Glend. Hunger. Trauer. Aulruhr. Schickfal- betabenfrett, Tod und untröstliche Verzweiflung sprechen aus allen Blättern eine ergreifend klare Sprache, sind gebannt in eingefallene Gesichter, hohle hungrige Augen, schmalgepreßte Lippen, gekrümmte Rücken, gereckte Arme, gesenkte Häupter und zusammengesunkcne Lecher. Der furchtbare Spuk überm nächtlichen Schlachtfeld, der mfernalikbe Revoluiionsreigen der $ar- magnole, die ungeheuer losbrechende Wucht des hellen Hausens der Bundschuhbauern sind von einer so erschütternden Wirklichkeit wie si« kaum ihresgleichen hat in der gegenwärtigen Kunst

Man muß - - abgesehen vom 3nbail der Bil­der immer wieder daraus Hinweisen mit einer wie hohen handwerklichen Meisterschast hier Still und Radel geführt wurden wie in all dielen Blättern bei äußerster Verhaltenheit Kirgheit und Unabfichtlichkeir ein Höchstmaß an Ausdrucks­gewalt erzwungen wurde 3mmer wieder tastet das Auge einer fabelhaft fieberen Linienführung nach immer auf# neue steht man bezaubert vor der Plastik des Raumes bringt die Magie des Lichtes und der tiefsten Dunkelheiten auf un» ein Wohin man fleht ein tief menlchllches B*erf; und ein Werk der Reise, dem nirgends eine Unzulänglichkeit der Verwirklichung und lleberkgung des Gelebten in die persönlich ge­prägte Form die Gbrlichkeit. die Tiefe und Därme de« Gmpsindens getrübt hat.

Dic Ausstellung der Kollwitz-VUder wird ergänzt durch eine Sammlung von Gemälden des im vorigen Jahre zu Düffcldorf verstorbenen Kastrier Malers Adolf Lins. Gr ist in erster Linie Landfchafter, leine Bilder sind von einer fvmvathilchen Berbundenheil mit der heimat­lichen Umwelt bestimmt und kehren immer wieder zu ihren elementaren und einfachen Motiven zurück Man findet bei Lins eine klare voll- tonige und unkomplizierte Freilichtmalerei, die überall unmodifch ihre eigenen Wege geht, ob­wohl In den besten Stücken wohl auch gelegentlich leicht» Rnllänae en den 3mprestionismus fpir- bar werden Bon besonder« intimer Wirkung erscheint un« unter den hier äufarrmengebraiten Stücken die kleinformatige Landfchaff.Ber«burg", auch da« Bild .An der Ange< der .äncfkg und die .Kühe an der Antreff' seien hervorge­

nienfübrung birgt lich überströmendes Gefühl: Liebe zum leidenden Gefchöpf, mütterliches Mit­leid mit allen armen, bedrängten, zermürbten, körperlich und feelifdb verkümmerten Menlchen- wefon Und was dort, bei jenen anderen, ab­stoßend. auftoteacLnb, beleidigend vor« Auge tritt, rührt bei der Kollwitz ans Herz! Hier find die Unterfchiede und Abstände angedeutet, die diele Äünftlcrm notwendig isolieren und vor fehl- greifen6en Bcrgleichen bewahren müßten Will man ihr Bild irgendwie einordnen, will man chr geistige Beziehunaen und Hintergründe ge­ben. fo wird man. über alle Zeitgenossen hin­weg. aus den europäischen Raturalismus htn- weifen können der ihr übrigens wohl mehr weltanschaulich als stilmäßig die Richtung ge­wiesen bat; einige chver bekanntesten und wich­tigsten Zvllen schließen sich ja übrigen«, wie man weiß, mehr oder minder eng an Gestal­tungen von Zola und Gerhart Hauptmann an.

Das m der Ausstellung zusammengestellt wurde vom Werk der Käche Kvllwitz. ist feit langem weithin fo bekannt daß es kaum noch Im Einzelnen besprochen zu werden braucht Hier findet man wohl da« meiste von dem beiein­ander woran« ihr geist g-künstlerifche« Bild fich entwickelt hat die großen Zyklen des Weber­ausstandes. des Bauernkrieges des Destkr.eae« und des Proletariat« bie Bilder der Revolution und die Bilder der Mutter: und als verton- llchfte Geaänzung zu alledem, die wenigen stren­gen CeTbltbilbirihf. die lbch mit kantigen Kon­turen aus tiefem Dunkel herausheben

Born Stvfllrch-Gegonständlichen all dieser Blätter ist kaum noch etwa« zu lagen Oh gr- nug ist es schon gesagt worden und überdies kommt hier jedes Won der Grllärung der Be­schreibung oder Dei'tung zu spät Die Vlärrer der Käthe Kollwitz brauchen nicht erklärt und nicht besprochen zu werden; he lind alle zu deuten ans einfachstem menschlichen Gefühl, für jeden, ob Viann ob Frau ob alt. ob jung, ob klug ob törupt In Ure n achh/tt aus l;± lesbst d.vaus verständfutz v,.- Gef.chter die Gestalttn - - Einzelfiguren oder fchw.-.rzacballte Dumpfe TTaPe reben und vagen und tragen ihr Se d to «mißverständlich daß da« War' immer nur aS- i^wächt oder hinterderhinkt Armut Gnge.

neben 1 Baunenettr Vuchenfchellholz. 1 Raum­meter Buchenknüppel, 1 Raummeter Buchen-Lcke und 2 Raummeter Buchenreller. noch 1 Raum­meter Kiefernknüppel und 2 Raummeter Kies ern- reisig erhält, wofür mir ein geringer Betrng an die Gerneindekalle fftr Holzhauerlohn zu ent­richten ist.

Kreis Alsfeld.

V Vorn Ohmtal. 14 Jan. 3n den gelin­den Tagen dieser Woche zeigten fich anf ftxm- bektHener.en Bienenständen fchvn Bienen. die ihren Wimerschlas durch das schöne Detter uMerörvchen hatten und ihren Reinignngsaus- flug unternahmen Tiefec ist für bie Bienen sehr wichtig da bei langem Eruschen der Bienen lettht Durchfall, die gesürchtelr Ruhr, rintritt. wodurch das gdornte Bott «angeht Der 3mfrr sieht es lieber, daß es un 3a»uar nach sonnigen Tagen noch lall ist. denn dann sitzen hie Bienen ruhig zusammen n der sie vor dem «rfnrrai schützenden Wnnerttaub« Bei geimbe« Wetter ledoch kriechen sie ans den Waben umher und verzehren dadurch viel mehr von ihren D.neer- vorräten Da diese infolge der Bi tarnte en vorigen Zähre vielfach v cht sehr rrvchiich durch 3udcrln>una seitens des Inckers rraäT-^t wur­den. wird bei andauernd gelindem Werter noch manches Boll cingchrn wenn dem nicht an war­men Tagen durch sogen. Rotfütterung vorgebeugt wirb.

Z Dannenrod, 15 San. 3m verfloßenen Jahre war die Bautätigkeit in unserer Ge­meinde sehr stark. E« wurden ein Dohnhnw und fünf crtxunen errichtet, außerdeni mürben größere Reparaturen an einem Wohngebäude und an landwi rpcha stl ichen Gebäuden au «geführt In­folge der großen Bautätigkeit waren die BawnoN- nahen zritwerh- jehr knapp und wurden die Bau­arbeiten dadurch ,ehr verzögert. Sn diesem Zotzee soll ein Wohnhaus und rin# Scheune gebaut wer den. Außerdem wird dm hiestge Gemeinde, durch Dohnungsknapphrit veranlaß!, rin neues Armen bau s an der Schwrinederger Straße errichten lassen. Das alte Brmenchau» neben dem Kusterschen Anwesen ist infolge seiner Boufulügtrt unbertvt bar. Bei dem Abdecken der Ziegeln dieser Tage wurde rin Ziegel aus dem Zähre 1763. die aut einer Dttederkleiner Regelet flammte, gerunben. Sri uni er er 200 Serien (ohne d»e flrbntcr-Äotoeie Ken Ulrichstein) großen Gemeinde jiitt» im letzten Sobrr keine Trauungen und keine Sterbe fälle oorgekornmen, drei Kinder würben geboren, oier Konfirmanden besuchen den Ronfirmanbrn unterricht in Maulbach.

Arci* Lauterbach.

C Lauterbach. 14. San. Heule nachmittag gegen 5.15 Uhr brach in dem etollgebäub# des Lanbwitts Wilhelm A l p dahier amSörth 3 Feuer aus. Durch bae rasche uno tatkräftige 4in greifen der Feuerwehr konnte bae Feuer auf sei­nen Herd bejchrönkt uni) em Umsichgreifen auf die angrenzenden Rachbargebände verhütet werben. Das Gebäude selbst brannte voll- ft ä n ft i g nieder. Bk Lnrftehungourfache »st nicht betannt.

P Schlitz 15. 3oil Die unter tatkräftiger Forderung von Bueoameifkr Dr Rietzoth feit drei 3abeer im Gang befhtPMx Kanal!- fietnng unsrer Stadt, 6ie aus Rikin ziellen Gründen mir etappentoeife und zwar in den Wintermonaten durchgesühri wird, um kür t*e Arbeitslose« Beschäftigung zu schaffen, hat dks dahin die Babnho'Koaße, die Güiith.r- und Hriitergaffe. die Stadtstvatze und die Hainbuche umfaßt. 3n diesem Winter wird nun der Aus­bau unft die Kanalisierung der neu ersthlollenen und zum Teil schon bebauten Ottv-Zlnßerstrache, die nach dem früheren verdienstvollen Bürgen meister genannt ist. in Angriff genommen. Die Arbeiten werden von den hiesigen Bauunter­nehmern Wilhelm Metzendors, Johann Schmidt und August Metzendors aus- geführt. - Mit dem von der hiesigen Orts­gruppe des Hessilchen Zagdklubs txcanftaltetra Hubertussest war eine Ausstellung der im vergangenen 3ahr eingebrachten Je ad- trophä en verbunden Die aoldene Me­daille für ausgestellte Rehltcrnaen erhielt Förster Otto Pfeiffer, die Illbemie Me­daille Regierunasbaumeister Riepoth. die bronzene Medaille Lehrer Steinacksr. Sw Dreisverr^uua wurde vom Borsihendea der Ortsgruppe Over örster Seeger, vvrgenommen.

h Au« dem Overwalb, 15 Zan In ein- 3#lnen Gemeinden, die mit den großen Wald»

Iloben Gin paar liebevoll eingehende Ti«r- tubicn (allerlei Geflügel) sollen nicht vergessea ein.

Ein besondere« und wirkung«voll angebrachtes e^mudfinl der Ausstellung ist das Blldnis Ge­heimrat Kr von Garl Ban her. da« foaleich beim Eintritt den Bild de« Beschauer« aus ' ch sammelt; ein gute«, repräsentativ wirkende« Porträt, vornehm im Ton. lebendig im Au«- oruck. zurückhaltend in den malerischen Mitteln. - Aul einen dortressllchen Piperdruck (bH Peter Paul Ruben« berühmten Knaben mit dem Zeisich darstellend), der auch In der neuen Kollektiva gezeigt wird sei Im Bo rüdergeben ausmerksam gemacht.

Dic Au«stellung wurde am gestrigen flonntaa- Pormittag eröffnet Der 1. Borfitzendc des Kunst- Dcrein«, Landgerichtsbirektor 'Budina, hietz die erfreulich zahlreich Grfchiencnen willkonnnea. dankte für die im vorigen 3ahrc dem Bereto bewiefenc IlnterstüNung und bat. feine Bestre­bungen auch in diefem Jahre wie bisher zu torbem Hieraus ergriff Dr L Rcundörfrr lOsscnbachi das Dort zu einem kurzen Burtraae. in dem er. an Hand des hier gezeigten, von lh» ^ufammengestellten Material«, eine Einführung in die künßlcr 'chen Formen und men'chliche Er­scheinung der K ithe Kvllwitz gab. die formalen und inhaltlichen Hauptelemente ihre« Schaffen« aufwie« und einen kurzen Abriß ihrer Wil« mähgen Entwicklung au etlichen besonder« charak- teristllchrn Blättern demonstrierte hlh.

Ho<t)schu1nacbrichten.

Der durch da« Ableben de« Pros Geich Bieotr an der Universität Göttingen erledigte Lfcho» stuhl der inneren Medizin ist dem ?rb Professor Br Hermann Straub in Greis « wald w aeboten worden Zur Äirtk'rS'fn ; des durch die Uebedieblung ftc« Pros 3oh. Z ekursch nach K>ln an der Univeri tät Breslau erledig­ten Lehrstuhl« der mittleren und neueren Ge- 'ch cht# ist ein Huf an Pros Dr Öhgfriet Kaeh« ler in Marburg ergangen Für ben nrv» errichteten Lebrltuhl der iabnbeilkunde an der Uniperfität Kiel ist der a o Profefler «benb« Dr. med. Albin Hentze in Ausfichl genomatt».