TeT!u mtf Reichsminister Dr. Strefemann zu erwähnen, der am Wend auch von dem chilenischen Ratsmitglieb Dillegas aufge ucht wurde. Falls das schone Wetter weiter anhält, beabsichtigt Reichsminister Dr. Stresemann, nach der Ratstagung noch einige wenige Tage sich in Lugano auszuhalten.
Englisch-italienische Llebereinstimmung.
Chamberlains Unterredungen.
Lugano, 15. Dez. (SU.) Die! beachtet wurde hier eineUnterredungzwischenTham- berlain und dem italienischen Ratsmitglied Scialoja, über die von englischer Seite der Dresse eine Information zu- gestellt wurde des Inhalt-, daß zwischen der englischen und der italienischen Regierung vollste Uebereinstimmung in bezug auf das Verfahren über die Genfer Beschlüsse vom September d. I. besteht. Die Veröffentlichung dieser Mitteilung erfolgte völlig unerwartet. Es Lag keinerlei Rotwendigkeit vor, daß die englische unb italienische Delegation mitten in den noch laufenden Besprechungen der Außenminister ihrerseits ihre Llebereinstimmung über die zu ergreifenden Wahnahmen zur Durchführung der Genfer Beschlüsse bekanntgaben. Wie schon mehrfach berichtet, wurde von englischer Seite auf die italienische Regierung ein Druck auSgeübt, mit der französischen Regierung zu einer Verständigung zu ge- . langen. AuS der englisch-italienischen Mitteilung geht hervor, baß nunmehr auch die italienische Regierung sich dem englisch-französischen Stand- JJunft in der Reparation«- und Rälrmungsfrage uneingeschränkt angeschlosfen hat.
Dor einer Einigung zwischen Rom und Paris.
Chamberlains Bemühungen von Erfolg gekrönt?
Lugano, 14. Dez. wie der Telegrophenunlon von gut unterrichteter Seite mllgeteilt wird, haben die feil langem schwebenden Verhandlungen zwischen der italienischen und fron- zösis chen Regierung in der letzten Zelt eine günstige Wendung genommen und stehen jetzt nicht mehr weit vor dem Abschluß. 3n der Unterredung zwischen Chamberlain und G r a n d l soll der englische Außenminister darauf hingewiesen haben, daß die englische Regierung der Beilegung des latenten Konflikts größten wert beimißt.
Die Berliner „Germania" nimmt in einem Leitartikel zu der Mission Grandis In Lugano und der io Aussicht stehenden Einigung zwischen Italien und Frankreich ausführlich Stellung. Da» Blatt kommt zu dem Schluß, daß sich diese Einigung weniger aus Fragen des westlichen Mit- ttlmette» beziehen werbe, als wahrscheinlich auf gewisse einheitliche Richtlinien für die jüdo st europäische Politik. Gewiß würde England ein solche» lleberetnkommen begrüßen, da» e» möglich mache, neben Frankreich anch Italien seinen neuen Zwecken dienstbar zu machen, die in der Bildung einer westeuropäischen Einheitsfront gegenüber Rußland und vielleicht auch gegenüber Ä merlfd gipfelten. Saum eine Tatsache mache die Isolierung Deutschland» klarer und beweise, welch eine quantitä negligeable Deutschland heute in dieser gesamteuropäischen Kombination sei. Vas Blatt meint, es wäre Sache der deutschen Außenpolitik, in der einen oder anderen Form, zu dieser Ent- Wicklung, vor allem roa» den Balkan betreffe, aktiv Stellung zu nehmen.
Der südamerikanische Konflikt.
Die Panamerikanische Konferenz bietet sich als Vermittler au.
Washington, 14. Dez. (WTB.) Dir Panamerikanische Konferenz nahm eine Resolution an, in der iie Bolivien und Paraguay ihre guten Dienste zur Beilegung deS Grenzstreites anbietct und beschließt, das zur Untersuchung des Grenzstreits einge etzte Spe- zialkomitre weiter bestehen zu lassen. Die Resolution wurde einmütig angenommen. Der Vertreter von Paraguay enthielt sich der Stimme. Der Gesandte von Bolivien blieb der Sitzung fern, er betonte j'.doch, daß er anderen Sitzungen beiwohne, die sich nicht mit dem Grenzstreit be- fas en. Kellogg benachrichtigte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Panamerikanischen Konferenz die Regierungen von Bolivien und Paraguay, dah die Konferenz bereit sei, im Grenzstreit zu vermitteln.
Obwohl in Bolivien daS KriegSfieber im allgemeinen gestern abgenommen zu haben schien, haben sich jeftt 50 000 Quicha- und A mara-Indianer freiwillig zum militäri» scheu Dienst an der Grenze angeboten. Diese Geste wird von der Presse hoch anerkannt, die die Meinung vertritt, die Indianer würden im Falle eines Krieges einen machtvollen, vielleicht entscheidenden Faktor bilden.
SmeneueWaffenschmuggelaffare Maschinengewehrteike für Ungarn in Wien beschlagnahmt.
Wien, 14. Dez. (T. 11.) Am Mittwvchnach- mittag^wurde bei der Donau-Dampfschiffahrt-Gesellschaft ein nach Budapest bestellter Schlepper verladen. Beim Verladen brach eine K i st e, so dah der Inhalt sichtbar wurde. Zum größten Erstaunen fand man in der aus Vern Frachtbrief als Rohöl-Motoren deklarierten Kiste Maschinengewehr-Gurte. Die diensthabenden Zollbe- amten liehen daraufhin die bereits verladenen sechs anderen Kisten derselben Sendung wieder auSladen und beschlagnahmten sic. Bei der Oeffnung ergab sich, daß sämtliche Kisten MaschinengewehrteUe. Läufe, Verschluhbe- standteile usw. enthielten. Die Kisten, die das Signum MW trugen, sind von der Wiener Spe- ditionssirma Blum und Podpers aufgegeben worden. Die Maschinengewehrbestandteile passen nach der bisherigen Untersuchung nicht zusammen. Die Sendung stammt angeblich von einer
Wirtschaftslage und Sozialpolitik.
Eine Kundgebung der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände.
Berlin, 14.Dez. (WB.) Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände nahm in einer aus allen Teilen Deutschlands stark besuchten öffentlichen Mitaliederversammlung Stellung zu den Gegenwartsfragen der Sozialpolitik. Neben vielen Parlamentariern wohnten auch Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius unb der preußische Handelsminister Dr. Schreiber den Verhandlungen bei. Der Vorsitzende, Geheimrat Dr. o. B o r s i g eröffnete die Tagung mit einem Vortrag über „Grundsätzliche Fragen der deutschen Sozialpolitik". Er ging von dem großen Arbeits- kamps im Westen aus und behandelte dann die wirtschaftlichen Geschehnisse der seit Kriegsende oer- flossenen zehn Jahre. Er hob hierbei die durch Krieg und Inflation erfolgte Zerstörung unseres Dolksvermögens um mehr als ein Drittel unseres Produktionsapparates und des Kapitalmarktes besonders scharf hervor. Am Schluß seiner Ausführungen sprach sich Geheimrat von Borsig für eine Reform des Schlichtungswesens in dem Sinne der Zurück- dräng ung der staatlichen Zwangs- eingriffe zugunsten der freien Der- ftänblgung der Unternehmer und Arbeiter bei der gegenseitigen Regelung chrer Beziehungen zu einander aus.
Die bann folgenden Referate kamen im wesentlichen zu einer Reihe von Regierungspräsibent z.D. Brauweiler -usammengesaßten programmatischen Leitsätzen, wonach das deutsche Unternehmertum von der Erkenntnis ausgeht, bah Vorbedingung für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt die Erhaltung eines freien deutschen Unternehmertum^ ist. Träger der Selbstverwaltung seien die wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Qü> beitnehmer, wobei jeder Acbeitnehmerzusammrn- schluh als „wirtschaftliche Vereinigung der Arbeitnehmer" unter Berufung auf Artikel 159 RV. angesehen werde. Die Vereinigung erkenne für die Schaffung eines neuen TarifvertragsgesetzeS den Tarifvertrag als Grundlage für die Regelung der Arbeitsbedingungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf dem Boden freier Tarifvertragspolitik und als Instrument zur Förderung des sozialen Friedens an, wobei Iie zum Ausdruck bringe, daß auch durch rechtliche Anerkennung der Betriebsvereinbarung rn stärkerem Umfange als bisher dem Betrieb als dem Ausgangspunkt dieses wirtschaftlichen und sozialen Knedens zu feinem Recht verhalfen werden müsse.
Die Vereinigung erkennt die soziale und kulturelle Bedeutung des Achtstundentags an, muh aber jeden Versuch einer schematischen Behandlung dieser Frage ebenso ablehnen, wie sie den Versuch für unverantwortlich hält, die
Arbeitszeit im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Rotwendigkeiten und der hierdurch bedingten Elastizität für die Betriebe zu verkürzen. Die Vereinigung weist auf die überwiegend ablehnende Haltung der übri- gen europäischen und außereuropäischen Industrieländer gegenüber dem Washingtoner Arbeitszeitabkommen hin und bringt darüber hinaus grundsätzlich zum Ausdruck, daß es nicht die Aufgabe des Internationalen Arbeitsamts in Genf fein darf, die nationale Gesetzgebung Deutschlands durch internationale Abkommen. die mit den nationalen Bedürfnissen unseres Landes nicht in ileberein ft immun g stehen, bindend zu beeinflussen. Zum Schluh betonte der Redner die Rotwendigkeit, Arbeit und Zielsetzung der Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Interessen der Volksgesamtheit unterzuordnen.
Sevm'ng erneut im Ruhrgebiet.
Werkbesichtigungen in Mühlheim.
Düsseldorf, 14. Dez. (WTB.) Der im Aorbwestgebiet weilende Aeichsminister Severing besichtigte am heutigen Tage die grieb» rich-Wilhelrn-Hütte in Mülheim, die Stahl- und Walzwerke der Vereinigten Stahlwerke in Mülheim und die Werke der Friedrich Krupp-A.-G. in Essen sowie die Mannesmann-Werke in Hückingen. Wit dem Reichsminister des Innern nahmen an der Besichtigung teil die Leiter des Arbeitgeberverbandes der Rordwestgruppe und die Bezirksleiter der drei Metallarbeitergewerlschaften.
In Berlin wurde in einer Aussprache des Ministerrates über die Wirtschaftslage die Rot- Wendigkeit anerkannt, nach 'fr er Wiederherstellung des Arbeitsfriedens im Bezirk Rordwest die beiden das Wirtschaftsleben zur Zeit lebhaft beunruhigenden großen Lohnkonflikte in der Werftindustrie und in der sächsischen Tex tilindu strie unverzüglich zur Lösung zu bringen. Der Reichsarbettsminister war in der Lage, mitzuteilen, dah er entsprechende Maßnahmen einae leitet habe und alsbald durchführen werde.
Der Schiedsspruch
m der sächsischen Textilindustrie.
Berlin, 14. Dez. (WB.) Der Schiedsspruch, den der Schlichter für den Schlichterbezirk Sachsen im Tarifstreit in der w.stsächsischen und ostthüringischen Textilindustrie am 27. November 1928 gefällt hat, und den beide Parteien abgelehnt hatten, ist heute vom Reichsarbeitsminister im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt.
Wiener QHototenfabrit Die genannte Motvrenfabrik weiß jedoch von der Sendung nichts. Vor einigen Tagen erschienen jedoch bei der Speditionsfirma zwei Herren, ein pensionierter österreichischer General und in feiner Begleitung ein Mann, der wahrscheinlich ein Ungar gewesen ist. Diese beiden kommen als die eigentlichenAuftraggeber in Betracht. Der General konnte bereits ermittelt werden und sagte aus. daß seine Begleitperson mit einem gewissen Kemeny identisch sei. Kemeny hat das österreichische Bundesgebiet bereits verlassen. Der General erklärte weiter, dah er bei der Demobilisierung seinerzeit Maschi- nengewehrteile in großer Menge aufgekauft hatte. Einen Teil des Materials habe er nach Budapest verkauft und die Maschinenge- wehrbestandtelle seien von Kemeny der Speditionsfirma übergeben worden. Die Erhebungen in der Angelegenheit werden fortgesetzt. Rach- träglich wird bekannt, daß auf dem Frachtbrief der Firma Blum & Popper al- Auftraggeber die Whitehead-Werke figurieren, deren Dureauräume sich ebenfalls in Wien befinden. Der Prokurist der Speditionsfirma gab weiterhin zu. den Hamen der Whitehead-Werke mißbraucht zu haben.
Aus Budapest wird amtlich gemeldet: Wiener Rachrichten zufolge stellte die österreichische Polizei fest, dah beim Beladen eines Do nau- Frachtkahns Maschinen-
gewehrbestandteile entdeckt worden sind. Die Sendung war als Rohölmotore deklariert und nach einer Meldung der Wiener Polizei nach Budapest bestimmt. Die Angelegenheit ist In Budapest vollkommen unbekannt. weshalb sich die ungarischen Behörden um weitere Aufklärung nach Wien gewandt haben.
Reue Mitglieder des Reichsbahnverwaltungsrats.
Auch ein Vertreter deS Personals ernannt.
Der 11n, 14. Dez. (WB.) Die Reichsregierung Hat durch Beschluß vom 14. Dezember 1928 die Herren Dr. Hermann Schmitz, Geh. Kommerzienrat, Vorstandsmitglied der I.-G.- Farbenindustrie A.-G. in Berlin, Dr. h. c. Wel- cker, Generaldirektor der Firma Haniel & So.. Duisburg, Lokomotivführer Matthäus Herrmann tn Rürnberg und auf Benennung der preußischen Staatsregierung Dr. Otto Iei dels. Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft, Berlin, zum 1. Ianuar 1929 zu Mitgliedern des VerwaltungsrateS der Deutschen Reichsbahngesellschaft ernannt. Mit der Ernennung deS Lokomotivführers Herrmann isteinalterWunsch des Personals, einen Sih im VerwaltungS- rat zu haben, in Erfüllung gegangen. Es ist zu begrüßen, dah Beamten- und Betriebsrat dem Anerbieten des Reichsverkehrsminiiters von Guörard, ihnen gemeinschaftlich einen Sitz im Verwaltungsrat zu gewähren, durch Einigung nachgekommen sind und einen Vertreter threrGefamtinte ressen in Vorschlag gebracht haben. DaS Reichskabinett hat diesem Vorschlag geschlossen zu gestimmt.
Irgendein System scheint der Auswahl der drei neuen Wirtschaftsvertreter im Reichsbahnverwal- tungsrat nicht zugrunde zu liegen. Dr. Otto Iei- dels ist feit Jahren Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft. In der breiteren Oessentlichkeit ist er durch gelegentliche Veröffentlichungen, deren kluae, sachliche Art auffiel, bekannt geworden. Seine Erfahrungen liegen vor allem auf dem Konsortial
geschäst, aber auch in den internationalen Finanz- beziehungen ist er gut vertraut. Weniger bekannt ist Geheimrat Hermann Schmitz, Vorstandsmitglied der J.-G.-Farbenindustrie, der am 1. Januar 1881 in Essen geboren wurde und mit Margarete von Mallinkrodt verheiratet ist. Er ist im Auffichts- rat unzähliger deutscher Jndustrieunternehmungen. Bei der J.-G.-Farbenindustrie ist er vor allem mit der finanziellen Leituna, gleichsam mit der finanziellen Außenpolitik dieses Riesenuntemehmens betraut. Dr. Weicker ist Generaldirektor der Firma Haniel & Co., die mit der ..Gute Hoffnungshütte"' und der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg in enger Verbindung steht.
Deutscher Reichstag.
Handelsverträge. — Sondcrfürsorge für Saisonarbeiter. — Zuüerzolk.
Berlin, 14. Dez. Die WeihnachtSstimnumg war am Freitag doch noch nicht allgemein Im Reichstage. Die Mehrheit zeigte sich zwar sehr arbeitsfreudig, aber zum Schluß stellte sich heraus, daß die Wirtschaftspaket und die Kommunisten auf der Innehaltung der Fristen -wischen der Verteilung des neuen RachtragS- etats und seiner Beratung mit Rachdrruk bestanden. Infolgedessen konnte der RachtragSetat erst auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden, die nicht vor Sonntagfrüh beginnt
3n der heutigen Sitzung wurden ohne Aussprache das ilebereintommen über die Sklaverei, der Sch.edsgerichtsver trag mit den Vereinigten Staaten, der Vertrag mit der Tschechoslowakei über die Grenzabkommen, die Handelsverträge mit Ghina, Panama und der Südafrikanischen Union verabschiedet. — Ohne wesentliche Debatte wurde ferner das Gesetz verabschiedet, das die Erhebung der Grunde rwerbS st euer von der Toten Hand vorläufig aussetzt, ebenso das Gesetz über die S o n d e r f u r f o t g e für die Sa isonarbei ter, für die daS Reich 28 Millionen zur Verfügung stellen soll. Die Erhöhung des Zuckerzolls von 15 auf 25 Mark wurde fast einmütig beschlossen, da die Sozialdemokraten im Ausschuß durchzesetzt hatten, dah eine Zollermähigung eintreten soll, wenn der Zuckergroßhandelspreis über 21 Mark steigt. Das Schankstättengesetz wurde dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. — Nachdem man noch einige andere kleine Vorlagen erledigt hatte, war die Tagesordnung erschöpft. — Am Samstagabend um 22 Uhr wird der Reichstag die noch vorhandenen Reste auf» arbeiten und dann in einer neuen Sitzung unmittelbar nach Mitternacht (also am Sonntag früh 01 Uhr) den Rachtragsetat in erster Lesung beraten und dem Haushaltsausfchuh überweisen.
Aus aller Welt.
IkberfaU auf ein ttinotheaker in Mexiko.
Die jungen Männer von Iilotepec im Staate Ialisco, die in der Rächt zum Freitag die weiblichen Angehörigen ihrer Familien tn das Kino der Stadt führten, um ihr Sehnen nach Romantik zu stillen, erlebten eine Lieberraschung, die ihre Roman ik für lange Zell gesättigt haben dürste. (Sine Schar verwegener Aufstän - bischer, die nicht damit zufrieden waren, die von den Kinobefuchern be.Ltffenen Wohnungen auszuplündern, drang in das Theater ein. Sie zwangen die Männer, mtf der einen Seite der Halle, unb die Frauen auf der anderen Seite Ausstellung zu nehmen. Darauf plünderten einige der Bondi en die Männer vollständig aus unb suchten sich darauf au» der
Reihe her Frauen 20 ber schönsten alA Deute aus. Mit diesen flohen sie dann tn wildem Galopp rn die Berge. Regierungstruppen haben die Verfolgung der Räuber ausgenommen, doch gelang es ihnen bisher nicht, diese einzuholen. Aus dem amtlichen Berich! geht nicht hervor, ob die geraubten Frauen, wie ciist die Sabinerinnen, ihren Räubern verziehen haben.
Die Leipziger Studenten gegen den Austritt aus der Deutschen Studentenschaft.
Bei der heutigen Urabstimmung der Studentenschaft der Universität Leipzia, die über di, Frage des Austritts aus der Deutschen Studenten- schäft endgültig zu entscheiden hatte, stimmten 1843 Studierende gegen 1233 für den Austritt. Die Wahlbeteiligung betrug 57 o. H. Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie sich die Studentenschaft zu der Aufforderung des sächsischen Dolksbildungsmlniste- riums, aus der Deutschen Studentenschaft auszutre- ten und eine sächsische Studentenschaft zu gründen, stellen wird. Es ist damit zu rechnen, daß vom Rektor der Universität Leipzig Einspruch gegen die Abstimmung erhoben wird.
Da» zweite Leben des Verbrecher».
Dis Stettiner Kriminalpolizei verhaftete ht Aw» flam einen Mann namens Funke, der. in dem kleinen Dorfe Görke bei Anllam einen Fisch- handel betrieb. ES würbe festgestellt, baß Funke mit einem Berufsverbrecher Otto Bornemann identisch ist, der auS dem Zuchthaus Raugard ausgebrochen und der amtlich als tot erklärt worden war. Eine Leiche, die in Berlin aus der Spree gelandet worden ist. wurde damals als die DornemannS rekognosziert. Als Fischhändler Funke war Bornemann auch wieder eine Ehe eingegangen. auS der 5 Kinder stammen. Wan rechnet damit, baß er auch in den Jahren feines amtlichen Tode» größere Straftaten begangen hat.
von einem wütenden Bullen schwer verletzt.
Als der Gutsbesitzer Pietsch In Schaupitz (Schleien) auf feinem Wirtschaftshof einen Dullei» treidelte, wurde das Tier plötzlich wild und pichte Pietsch mit den Hörnern auf. Die eine ®e- ichtshälfte vom Mund bis zum Ohr wurde völlig aufgertffen, wobei das Auge stark beschädigt wurde. Pietsch wurde von dem Tier In die Luft und über eine Wagendeichsel geworfen. Trotz seiner schweren Verletzungen schleppte er sich noch bis in feine Wohnung, wo er zusammenbrach.
Oie Wetterlage.
Freitag, d.t4.Bezb.1928J°aPds.
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Wettervoraussage.
Die weitere Vorherrschaft der KaUluft verbunden mit zeitweisem Aufreißen der Wolkendecke führten in unserem Gebiete zu geringer Frostzunahme, aber auch im übrigen Deutschland läßt sich durchweg geringer Temperaturfall feftfteUen. Dabei bat erneuter Luftdruckanstieg eingesetzt. Im Bereich höheren Druckes und weiterer Kaltluft ist durch das Aufklaren zunächst mit einer Verschärfung des Frostes zu rechnen, dabei nimmt die Nieoersthlagstätigkeit vorläufig mehr und mehr ab.
Wettervoraussage für Sonntag: Wolkmes, auch zeitweise aufheitenrbes Wetteo mit Verschärfung des Frostes, Rachlassen der Schneefälle.
W i t t e r ung Sa uS f i chten für Montag: Sortbauer deS herrschenden Witterungs- charakters.
Lufttemperaturen um 14. Dezember: mittags 0 Grad Eelsius, abends —2,9 Grad Celsius; am 15. Dezember: morgens — 2,8 Grad Celsius. Maximum 0,1 Grad Celsius, Minimum —3,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 14. Dezember: abends 1,2 Grad Celsius; am 15. Dezember: morgens 0,9 Grad Celsius. — Schneedecke 9 Zentimeter. — Som nenscheindauer 1% Stunden.
Mnlersport-Rachrichteu der hessischen Wetterdienststelle.
Vogelsberg (Hoherodskopf): Wetter: wolkig, Temperatur: minus 8 Grad Celsius, Schneehöhe: 25 Zenttmeter, Beschaffenheit: Pulverschnee, Sport" Möglichkeit für Ski sehr gut
Odenwald (Neunkircher Höhe): Leichter Schneefall, minus 4 Grad Celsius, 20 Zentimeter Schneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut
Sauerland (Winterberg): Bewölkt, minus 6 Grad Celsius, 23 Zenttmeter Schnee, pulverig, Ski gut, Rodel mäßig.
Schwarzwald (Feldberg): Bewölkt, minus 7 Grad Celsius, 70 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel gut Ruhestein: Rebel, minus 8 Grad Celsius, 63 Zentimeter Schnee, pulverig, Ski und Rodel sehr gut
Alpen (Garmisch - Partenkirchen): Bewölkt, minus 5 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, pulverig, Ski und Rodel sehr gut Berchtesgaden: Leichter Schneefall, minus 2 Grad Celsius, 20 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski unb Rodel gut


