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sätze das militärisch wertlose Altschifftnatcrial, dessen Benutzung teilweise schon zu einer Gefähr­dung der Besatzung führt, beschleunigt außer D i e n st zu stellen:

2. einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die B e - r e i t st e l l u n g d e r M i t t e l für ein langfristiges Bauprogramm der Marine im vorbezeichneten Sinne unter Verwertung der bisher am Ersatzbau geleisteten Arbeit und der hierfür erteilten Aufträge sicherstellt und die Weiterarbeit am Er­satzbau A so lange auszusetzen, bis sicher- gestellt ist, daß die hinter der Regierung stehenden Parteien der Fertigstellung des ErsatzbauesA" wie einer gesetzlichen Regelung des Gesamtersatzbau­programms zustimmen,

3. den ausländischen Regierungen offiziell mitzu­teilen, daß alle Maßnahmen der deutschen Regie­rung, die im Rahmen des Versailler Vertrages auf die Erhaltung der Verteidigungsmöglichkeiten Deutschlands hinzielen, eine Neuregelung er­fahren, wenn nicht die im Versailler Vertrag vorge­sehene allgemeine Abrüstung durchgeführt wird.

polens Klottenpläne.

Schneller und starker Ausbau der Kriegs­marine.

Warschau, 14. Nov. (III.) Die polnische Zei­tungPolsko Zbrojna" beschäftigt sich ausführlich mit den Plänen für den Aufbau der polnischen Flotte. Sie schreibt:Die Notwendigkeit einer polnischen Kriegsflotte, die zu Operationen auf breiter Basis fähig ist, und nicht nur die Sicherheit unserer Seegren­zen, sondern auch die Freiheit des gan­zen Landes gewährleisten soll, ist unbestreitbar. Damit diese Flotte ihre Aufgaben gebührend er­füllen könne, müsse sie entsprechend stark ausgebaut werden. Das bedeutet, daß Polen ein Panzergeschwader, mehrere Kreuzer und eine entsprechende Anzahl von leichteren Schiffen und Tauchbooten bauen müsse. Die infolge stiefmütter­licher Behandlung der Kriegsmarine entstandene Lücke müsse schleunig st ausgefüllt werden. Das Programm vom Iahre 1924 (zwei Kreuzer, sechs Zerstörer, 12 Torpedoboote, 12 U-Boote und mehrere hilssschifse) müsse unbedingt eingehalten blei­ben. Ls seien außerdem vor allem Minenleger und Minensucher, ferner Torpedoboote zur Bekämpfung feindlicher U-Boote, schließlich ein Stützpunkt und neuzeitliche Transportdampfer vonnöten. Ls müsse möglich st schnell gebaut werden, um das Ka­pital nicht in veralteten Typen anzulcgcn, die nicht mehr ausbaufähig feien und um Bau- und Instand­setzungskosten zu sparen. Die Rücksicht auf den Schuh des Landes bedinge schnellen Bau. Vis 1936 müsse die Torpedoboot- und U-Boot-Flottille ver­vollständigt und sechs Hilfsschiffe gebaut sein. In den zwei folgenden Jahren müsse die Serie der Hilfsschiffe beendigt und der Bau größerer Schiffe begonnen werden, denn man vergesse nicht, daß, wenn man den Frieden wolle, man für den Krieg gerüstet sein müsse.

Die Sachverständigenkonferenz.

Botschafter von Hocsch spricht mit Poincars.

Parts,.Mo. (WTB. Funkspruch.)Matin" berichtet über eine Unterredung des deutschen Bot­schafters von Hoesch mit Ministerpräsident Poincar6, bei der dieser dem deutschen Bot­schafter eine kurze Zusammenfassung der französischen Ansichten über das Verfah­ren der Behandlung der Reparationsfrage über­reicht habe, wie dies die anderen Mächte gleichfalls getan hätten, so daß Deutschland jetzt wisse, i n welchen Grenzen sich die Arbeiten der Sach­verständigen halten könnten. Es wäre unrichtig, zu behaupten, so erklärt das Blatt, daß wirkliche Mei­nungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und seinen Gläubigern über das Verfahren beständen, aber es gäbe natürlich beträchtliche Meinungsver­schiedenheiten hinsichtlich der Forderungen. Da aber ja jedermann darüber einig sei, daß Studium der Frage unabhängigen Sachverständig gen anzuvertrauen, und da den Regierungen immer sreistehe, alsdann Pläne, die nicht ihren In­teressen entsprächen, nicht anzunehmen, habe bis jetzt die theoretische Opposition keine große Bedeu­tung. Die Forderungen der verschiedenen Mächte würden sicher einer Revision unterzogen werden können, wenn die Sachverständigen ein Mittel hät­ten, um eine beschleunigte Kommerzialisierung der Schulden herbeizuführen. Da es noch nötig sei, die Mitarbeit amerikanischer Fachleute zu erlangen, sei es nicht wahrscheinlich, daß der Ausschuß vor Beginn des kommenden Jahres zu» fammentreten werde. In der Wahl des Beratungs­ortes schwanke man zwischen Brüssel und Berlin.

Kein Konnex mit der Rheinlandräumnng.

Die englische Auffassung.

London, 15. Nov. (WTD.-Funkspruch) Der Daily Telegraph" erführt, daß keine formelle Antwortnote auf den deutschen Schritt in der Reparationsfrage apgesandt werden würde, bis eine Art vorläufiger Vereinbarung über die Grundsätze und die Prozedur der bevor­stehenden Untersuchung zwischen den sechs inter­essierten Parteien erreicht sei. Das Problem der Rheinlandräumung bleibe im jetzi­gen vorbereitenden Stadium außerhalb der Erörtern n g. Großes Interesse habe in diplo­matischen Kreisen die neueste Erklärung Chur­chills und anderer britischer Minister hervor­gerufen, daß die Frage der endgültigen Äepara- ttonsregelung und dre der Beschleunigung der Rhelnlandcäumung nickt unbedingt mit­einander verbunden seien. Dies stehe bekanntlich im Gegensa h zur französi­schen Auffassung. Nachdem Dr. Strese- mann auf deutscher Seite wieder im Sattel sitze wer^ angenommen, daß eine Entscheidung über bie Einberufung des Ausschusses nicht lange auf- geschoben werde. ö 1

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Gchulkompromiß in Ostoberschlesien.

Berlin, 15. Nov. Die vom Deutschen Volks- bund für Polnisch Oberschlesien brr September- tagung des Dölkerbundrates eingereichte Be­schwerde über die Schließung deutscher Minderheitsschulen in Polnisch-

Noch kein Ergebnis der Einigungs­verhandlungen in der Eisenindustrie.

Düsseldorf, 14. Nov (WDB ) Die beim Regierungspräsidenten Bergemann mit Vertretern des Arbeitgeberverbandes der Nordwestgruppe und Gewerkschafts­vertretern geführten Berbandlungen haben bis jetzt zu einem Ergebnis, das eine brauchbare Grundlage für eine gemeinschaftliche Verhandlung bilden könnte, nicht geführt. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

Gksamiaussperrung in der märkischen G.seninduflrie.

Gescheiterte Lohnverhandlungen. 35000 Arbeitern gekündigt.

Hagen, 14 November. (WB.) In der Lohnstreitsoche in der märkischen Eisen­industrie haben heute zwischen dem märkischen Ar­beitgeberverband und den Gewerkschaften erneut Verhandlungen stattgefunden. Die Arbeitgeber haben den Gewerkschaften nochmals angeboten, den bis­herigen Lohntarif auf längere Zeit fort» zusetzen. Don Gewerkschaftsseite ist dies kate­gorisch a b g e l e h n t und eine Lohnerhöhung nach Maßgabe eines Spitzenlohnes von 84 Pfennig gefordert worden, was einer Lohnerhöhung von fünf Prozent gleichkommt. Von den Arbeitgebern ist diese Forderung unter Hinweis auf die immer ungünstiger werdende Wirtschaftslage a b g e l e h n t worden, so daß die Verhandlunasmöglichkeiten als gescheitert gelten müssen. Hierauf haben die Arbeitgeber vorsorglich die allgemeine Kündi­gung beschlossen.

In der Begründung heißt es u. a.: Die Gewerk­schaften haben den Lohntarif zum 30. November ohne jede nähere Begründung gekündigt, und der Vor­schlag des märkischen Arbeitgeberverbandes, den Lohntarif auf längere Zeit fortzusetzen, ist in Ver­handlungen am 29. Oktober und am 14. November von den Gewerkschaftsvertretern abgelehnt worden. Infolge der kurzfristigen Lohntarife sind die Löhne im hiesigen Bezirk höher geblieben als in den anderen benachbarten Bezirken. Wenn der mär­kische Arbeitgeberverband die Verlängerung des bisherigen Lohntarifes gestern erneut angeboten hat und bereit ist, eine solche Verlängerung adzu- schließen, so ist dies das Aeußerste, was bei der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage ver­antwortet werden kann. Das Inlandpreis- nioeau duldet feine Erhöhung mehr. Eine Steigerung der inländischen Selbstkosten durch eine Lohnerhöhung bedroht aber die letzte Exportmöglichkeit. Schon jetzt zeigen sich in vielen Bezirken Stillegungen und Arbeits­streckungen. Die Arbeitgeber des märkischen Ver­bandes folgen deshalb nur einem Gebot der Selbst- erhaltung, wenn sie sich gegen die ständigen Lohn­treibereien der Gewerkschaften zur Wehr setzen, die der Arbeiterschaft nichts nutzen, die Industrie aber wegen Auftragsmangels Betriebseinschränkungen bringen.

Ein tarifloser Zustand stört den Arbeitsfrieden. In der tariflosen Zeit fanden vom, April bis Juni dieses Jahres 44 Teilstreiks im Bezirk statt. Aus diesen Gründen ist eine Aufrechterhaltung un­serer Betriebe unmöglich, und wir kündigen deshalb hiermit allen unseren Arbeitern das Ar- beitsverhältnis zum 30. November auf, und zwar wird das Arbeitsverhältnis mit dem Ablauf der letzten an diesem Tage begonnenen Schicht beendet. Durch die Kündigungen werden etwa 300 Betriebe mit ungefähr 35 000 Arbeitern betroffen.

Oie Aussperrungsdebatte im Reichstag

Berlin, 14. Nov. 3m Reichstage wurde die Aussprache über die nordwestdeutsche Aussperrung zu Ende geführt. 3n der zwei­ten Rednerreihe wurde von den Kommunisten ein Mißtrauensvotum gegen die Reichsregierung eingebracht, für den aber nach Abschluß der Debatte nur die Kommunisten und Nationalsozia­listen stimmten. Abgelehnt wurde auch der kom­

munistische Antrag auf Aufhebung des staat­lichen Schlichtungswesens. Alle übrigen Anträge wurden dem Sozialpolitischen Aus­schuß überwiesen, darunter auch e;n vom Zentrum neu eingebrachter und von der Wirt- schaftspa'-tei ergänzter Antrag, der Hilfsmaß­nahmen für die durch die Aussperrung geschä­digten Kreise des gewerblichen und landwirtschaft­lichen Mittelstandes und des Einzelhandels ver­langt. Am Donnerstag soll die Beratung der kommunistischen und sozialdemokratischen An­träge über die Einstellung des Baues des Pan­zerkreuzers A beginnen.

Keine Arbeitslosenunterstützung für die AusgespeMen.

Berlin, 14. Nov. (WB.) Der Spruch - fenat für Arbeitslosenversicherung beim Reichsversicherungsamt hat sich als oberste Instanz in Fragen der So­zialversicherung heute mit der Angelegenheit der Arbeitsiosenun erftühung der ausgesperrten Me­tallarbeiter beschäftigt, die von der Spruchkam­mer des Landes arbeitsamt es in Düsseldorf zur Herbeiführung e n;r grundsätzlichen Entscheidung an den Spruchsenat verwiesen worden war. Nach längerer Beratung kam der Spruchsenat zu dem Ergebnis, daß es sich bei dem Kampf in der nordwestlichen Gruppe nicht um eine Stillegung, sondern um eine Aussperrung handele, also ein Arbeitskampf im Sinne des Arbeits­losenversicherungsgesetzes vorliege und demzu­folge die Zahlung von Arbe tswsenunterstühung nicht in Frage kommen könne. Da die Begründung des Spruchsenats in rein recht­lichen Fragen der Form nach von der Ent­scheidung der Spruchkammer Düsseldorf abweicht, die grundsätzlich denselben Standpunkt ein­genommen hat, mußte eine Zurückverweisung an die Spruchkammer zur anderweitigen Verhand­lung erfolgen.

Angestellte alsAotstandsarbeiler

Eine Klage deö D H. V.

Düsseldorf, 14. Nov. (WTB.) Die Klage des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes und die des Gewerkschaftbundes der Angestellten gegen die Arbeitgebervereinigung der Nordwestgruppe über Erwirkung einer einstweiligen Verfügung, die die Notstandsarbeiten in den fti 11 ge­legten Betrieben durch taufmännifche Angeste11te verhindern soll, wurde am Mitt- wochmoraen vor dem Arbeitsgericht in Düsseldorf verhandelt. Nach längeren Ausführungen der Par­teien vertagte der Vorsitzende die Spruchfällung auf Montag, 19. November. Aus der Klageschrift des DHV. geht besonders hervor, daß die Betriebs­leitung der Vereinigten Stahlwerke, Gelsenkirchen, deren Unterabteilung Schalter Verein und die Nie- derrheinifche Hütte in Duisburg von ihren kaufmän- nischen Angestellten andere Arbeit verlang­ten, als diese nach ihren Anstellungsverpflichtun­gen zu leisten haben, insbesondere Verlade­arbeiten, die Bedienung von Kesselanlagen und den Eisenbahnrangierbetrieb. Die Arbeitgeberseite er­klärte hierzu, daß Zwang nicht vorgelegen habe und daß die freiwillige Leistung durch eine Reihe eidesstattlicher Erklärungen bewiesen werden könne. Der Rahmentarif der Angestelltenverträge verbiete nicht diese freiwillige Vereinbarung.

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O be rschle s ie n ist jetzt unter dem Vor'ih des Präsidenten der Gemischten Kommission, Ca - londer, zwischen den Vertretern der deutschen Minderheit und der polnischen Regierung d i - rett verhandelt worden, nachdem sie vorn Dölkerbundsrat an die Gemischte Kommission zu- rückverwiesen worden war. Nach mehrtätiger Be­ratung Hal man sich auf eine Kompromißlösung geeinigt. Cs werden von den sechs geschlosse­nen Schulen drei toi ebereröffnet, drei andere bleiben geschlossen. Die polnische Regie­rung hat damit die nochmalige Behandlung der Beschwerde vor dem Völkerbundsrat vermieden, und in Oberschle ien hofft man, es als ein gün­stiges Zeichen ansehen zu können, daß es zum ersten Male gelungen ist, schwierige Minderheits- fragen auf direktem Wege zwischen der Re­gierung und der Minderheit zu bereinigen.

Selbsthilfe der Landwirtschaft. Präsident Schiele auf einer ssührertagung des Reichslandbundes.

Berlin, 14. Nov. (WTB.) Auf einem aus Anlaß der Führertagung des Reichslandbundes veranstalteten Empfang^abend ergriff der Prä­sident des Reichslandbundes, Ernäh­rungsminister a. D. Schiele, das Wort zu programmatischen Aussührungen über die wirt­schaftliche Lage, die in einem Aufruf zur Selbsthilfe gip eiten. Der Präsident führte u. a. aus: Wir fordern keine besondere Staats­hilfe für die Landwirtschaft. Aber wir fordern, daß durch schleunige wirk ame Maßnahmen die unglücklichen Folgen der bisherigen Wir schafts- politil wiedergutgemacht werden und daß für die Zukunft die Politik des Reiche- und der Länder den Charakter einer aus eigener Kraft balancierten Wirt­schaft trägt, die auch den landwirtschaftlichen Betrieb zu seinem Recht kommen läßt. Wirk­same Fortführung der Llmschuldung ist er'order- lich. Die Landflucht im Osten ist eine soziale und nationale Ge'ahr. Die Industrie kann die heran?'ringenden Massen nicht mehr auf» nehmen. Es entsteht der wachs, nde Druck auf die Löhne und Gehälter und auf die Lebenshaltung unseres Dolles. Die Beurteilung des Ostpro­blems läßt uns mit besonderer Sorge auf die Handelsver tragsver andlungen mit Polen b icken. Deinen wir Polen und damit auch den anderen Oststaaten ohne genügend: Kiutllen die Grenzen für die Einfuhr ihrer Schweineüberschüsse, so entwurzeln das Bauerntum und die Land­arbeiterschaft. Bisher war die Erfüllung

des Dawesplanes nur mit Hilfe von Kre­diten möglich. Wenn diese nicht mehr hinreichend sind, um öie Tribute zu finanzieren, so wird sich die ilnerfüllbarteit des Dawes Planes erweisen müssen. Cs wäre verhängnisvoll, wenn man den Transserschutz be eiligte. Eine Heber» schwemmung der Geldmärkte mit deutschen Wer­ten würde zur Blockierung deS internationalen Geldmarktes für produktive Anleihen der deut­schen Wirtschaft fuhren. Auch in der Rrpara- tionsfrage sind wir auf uns selbst ange­wiesen. Aber alle Versuche sind zum Schei­tern verurteilt, wenn wir nicht der Nah­rungsabhängigkeit Herr werden, die uns in unseren eigenen Entschließungen unfrei macht.

Oie Handwerksnovelle.

Enttäuschung in Handwerkerkreisen.

Berlin, 15. Nov. (Priv.-Tel.) Dem Reichs­tag ist nunmehr derEntwurf zur A e n - öerung der ©etoerbeorönun g", wie die Handtoerksnovelle amtlich firmiert, nach Zustim­mung des Reichsrats zugegangen. Der Entwurf bringt nach drei Richtungen grundsätzlich Neues. Während die ursprünglichen Bestimmungen nur den Handwerksmeister und seinen eigenen Betrieb kannten, wird heute oft ein Handwerks­betrieb von einer juristischen Persön­lichkeit, fei es in Form der G. m. b. H. oder anderer Zusammensetzung betrieben. Der Ent­wurf regelt die Eingliederung dieser Betriebe, ihre Beitragspflicht und das Wahlrecht. Die Staats auf sicht wird neu geregelt und ge­genüber den bisherigen Bestimmungen gelockert; Wahlrecht und Wahlpflicht werden auf alle Handwerker unter Beseitigung der bisheri­gen Vorzugsstellung der Innungen und Ge­werbevereine ausgedehnt. Aus diesem Grunde und zur Erleichterung statistischer Erhebungen und rechtlicher Preisfragen soll ein alphabetisches Verzeichnis aller Handtoerktreibenden ge­schaffen werden. In anderen Bestimmungen wer­den schließlich Fragen der Zugehörigkeit und Wählbarkeit innerhalb der Innungen und Ztoangsinnungen geregelt, soweit die bisher gel­tenden Vorschriften Zweifel gelassen oder sich als unzweckmäßig erwiesen haben.

Die Handtoerksnovelle wird in den Kreisen des ReichsverbandeS des deutschen Handwerks nur als eine vorläufige Zwischenlösung be­trachtet. Allerdings hat man zur Fertigstellung der wiederholt geänderten jetzigen Handtoerks- novelle beinahe Drei Jahve gebraucht, aber die

wesentlichste Forderung des Handwerks auf Schaffung einer zusammen fassen-en Handwertsordnung, welche die überall verstreuten Bestimmungen, die das Handwerk betreffen, ordnet und den moöemen Bei hältnissen anpaht, ist leider diesmal noch nicht er­füllt woiden. An Versprechungen auf Schaf­fung einer solchen Reichshandwerksordnung hat es aber nicht gefehlt!

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.

Tas Steucrvorauszalzlungsgesetz verabschiedet.

Darmstadt, 14. Nov. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages verabschiedete das Steuervorauszahlungsgeseh für das Jähr 1929, dessen Inhalt wir bereits mitgeteilt haben. In der allgemeinen Aussprache wurde zunächst ein Dauernbundantrag, die Grundsteuer vorn 1. April 1929 ab nach dem auf Grund der Deichsgesetze ermittelten Werte zu veranlagen und zu erheben, mit 5 gegen 4 Stimmen alw gelehnt, da die Regierung erklärte, aus techni­schen Gründen dem Antrag nicht entsprechen zu können. In der Einzelberatung wird Qlftilel 1 nach Annahme einiger Zusätze der Abgeordneten Niepoth und Haury (D. Dp.) zu der Gewerbe- steuervorauszahlung gegen 2 Stimmen angenom­men. Mit dem gleichen Stimmergebnis werden die Artikel 2 bis 5 angenommen. Der Soziali- stische Antrag zu Artikel 6eine Gemeinde darf die Steuerwerte des Grund- und Gebäudebesihes mit höheren Zuschlagssätzen als 18 (in dem Ent­wurf 15) Reichspfennig je 100 Mark Steuerwert des Gebäudebesihes und 36 (im Entwurf 30) Reichspsennig je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich benutzten Grundbesitzes nur bann belegen, wenn .. * wird abgelehnt und die Sähe des Entwurfes beibehalten. Der Schluh- artUel wird gemäß einem Antrag Lu? (Soz.) und einem, den Zusätzen au Artikel 1 entsprechen­dem Antrag Niepoth oahin abgeändert, daß, wenn ein Steuerpflichtiger glaubhaft macht, daß der der endgültigen Veranlagung zur Ge­werbesteuer für das Jahr 1929 voraussichtlich festzusetzende Jahres st euerertrag um mehr als 60 Reichsmark ober mehr als ein Fünftel unter der nach Artikel 1 des Steuervoraus­zahlungsgesetzes für die vorläufige Gewerbe­steuer maßgebenden Iahressteuerschuld zurück- bleiben wird, so ist ihm der auf die einzelnen vorläufigen Raten entfallende Llnierschiedsbetrag auf Antrag bis zur Zustellung des endgültigen Gewerbesteuerbescheids für 1929 zu stunden. Auch die restlichen Artikel werden bann gegen 2 Stimmen angenommen. Mit 6 gegen 5 Stimmen angenommen wird ein Zentrumsantrag auf Wie­dereinführung der durch bas Urteil bes Pro- vinzialgerichtshoses aufgehobenen Steuerbefrei­ungen für bestimmte Einfamilienhäuser. Der Ausschuß wird sich am Donnerstag mit der Sondergebäubesteuer befassen, zu der auch eine Reihe von Abänderungsanträgen der verschiedenen Parteien eingegangen ist.

Der Aetna im Erlöschen.

Die AuSbruchstätigkeit des Aetna bat weiter merklich nachgelassen. Die einzelnen Lavaströme rücken nur noch aatu langsam vor; immerhin richten sie an Gebäuden und aus Reckern noch einigen Schaden an.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Lieber den britischen Inseln hat die dortige Depression starken Barometerfall verursacht, der sich auch über Westdeutschland und unserem Ge­biet bemerkbar macht. An ihrer Vorderseite haben die Winde bis zur Sturm^stärke angenom­men und ihr Regengebiet über England und Irland verbreitete und teils recht ergiebige Nie­derschläge gebracht. Da bei der eingeschlagenen Zugrichtung der Störung auch unser Gebiet be­einflußt wird, so ist zunächst unter zunehmen­der ßuftbetoegung und wieder ansteigenden Tem­peraturen mit veränderlichem und regnerischen Wetter zu rechnen.

Wettervoraussage für Freitag: älnbeständiges, wolkiges, auch trübes Wetter mrt Niederschläge, milb, zeitweise lebhafte Süd- westwinde.

Lufttemperauren am 14. November: mittags 10,8 Örab Celsius, abends 9 Grad Celsius: am 15. Nov.: morgens 7,9 Grad Celsius. Maximum 11,2 Grad Cel­sius, Minimum 7,2 Grad Celsius. Erdtempera­turen in 10 Zentimeter Tiefe am 14. November: abends 8,2 Grad Celsius: am 15. November: mor­gens 7,4 Grad Celsius. Niederschlag 0,6 Milli­meter.