Ausgabe 
15.9.1928
 
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Nr. 218 Lrfltt Blaff

178. Jahrgang

Samstag, |5. September 1928

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treitfirtani Main I1SM.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Des Rätsels Lösung.

Ott*i Fragen haben Me groben Genfer De­batten In der Hauptsache h>.rr,4>t die der Abrüstung und bie der Wlnderheiten. Aus die Rede des Reichskanzler- Müller, die den Clantpunrt der g gcnnxir.iflm Reichs rung klarlegte. einen Standpunkt, brr 1i4> übri­gens in nicht- von hem d.i vorigen Regierung untedchcldet. haben L r i a n d und Lord 6 u - fhendun geantwortet. Letzterer anitoorteie sogar »uxtmal: einmal In der Bollver ammlung. ein andereS Ma! tn der dritten Kommission. BriandS Rede tnachte die grobe öenlation. weil niemand eine solch v.-rletzende Antwort von feilen de- sranzösischen Außenministers auch nur im ent fern <esien erwartet hatte.

3n der deutschen P res le bemühte man sich, verschiedene Gründe für diese schar e Antwoit nu finden, die Briand einer in der Form und in der Sache durchaus prmäbtglen Rede des Herrn Müller gab. die nicht- entoi.lt. waS nicht auch Strescrnami schon in der Dolkerbund-verlamm- lung gefordert hatte. Was dir deutsche Links­presse os'enbar am meisten in Erstaunen und Verwirrung setzt, da- ist gerade die Tatsache, daft Herr B.iand au-gerechnet nach einem s o ; la­llst Ischen Kanzler mit Kanonen schiebt, der al- Ehe! einer ausgesprochenen LinlSregierung ein Vertreter der GrjüllungSpoli if und Be­fürworter einer Enten e Deut', chland- mit Frank­reich ist. Aus einen Mann, der doch feit auf da- besondere Wohl wo len bcS sranzSsi'chen AubenministerS Hütte rechnen dürscn. Aber gerade diese An lcht ist der Beweis dafür, daß man in den deu-schen Linkskrci en die Mentalität der franz s schen RegierungSkreise vvll.'ornmen mib- ver steht.

3n der Politik ist nichts gefährlicher als die 3Uu- fielt Deshalb war auch nicht» schlimmer als die Hoffnung deutscher Linfskreise. es brauche nur eine Linksregierung tm Reiche §u kommen, in der die Sozialisten die Oberhand hatten, um Frankreich zu veranlassen, bedingungslos das Rheinland zu räumen und in eine fühlbare Rüstungsbeschränkung einzuwilligen. Daß man die Masse de» Volkes mit einer solchen Illusion bluffen konnte das mag noch hingegen. Ader daß die politischen Führer selbst sich von solchen Illusionen ernstlich täuschen liehen, das ist einsach unverzeihlich, denn man ver­schloß die Augen vor der Tatsache, daß die fran­zösische Regierung nicht au» Sozialisten besteht, sondern au» bürgerlichen Realpolitikern, die viel­leicht ganz gern mit einer Linksregierung in Deutsch­land zu tun haben, die aber vor allem anderen Frankreichs Interessen vertreten ober das, WaS I l e für F. .inkreichS Inter ssen halten; die aber mental» ohne Rot ein Stück von dem Er­reichten herattsgeben, oder auf ein Stück Erreich­bares verzichten würden Frankreichs Politik ist zu­nächst non innerpvlitischen R ü ck s i ch t e n bestimmt, und dann von der Rücksicht auf die B e ziehungen zu England. Rieinal» entwaffnet sich ein Volk freiwillig und das französische Volk tut die» »rost aller schönen Ankündigungen ebenso­wenig, wir irgendein anderes Land. Die sog. mili- tärlschen Streife, d. h. die französische Heeresleitung und das Offizierskorps sind in Frankreich viel ein- flustreicher, al- i g ndvo anders in Europa. Diese Streife haben sich stets einer französischen Rüstungs­beschränkung widersetzt. Das war schon damals so, als Frankreich mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfte, und bann später, als England alle An­strengungen machte, die französische Landmacht zu schwächen Die militärischen Mreife und die Regie rung kämpften nach allen Seiten, man muffte sich drehen und wenden und man muhte fo tun, als ob man wenigstens den guten Willen hätte in der Tat aber geschah nichts

W.e lagen denn die Dinge, als die vorbe­reitende AbrüstungSkommiffion vor zwei Jahren «-.nbernfen wurde? Frankreich kämpfte mit enormen wirtschaftlichen Schwierig­keiten. Man glaubte, daß ohne Regelung der internationalen Schulden und ohne ein Abkom­men mit den Bereinigten Staaten die Frank- ftabilifierung und die Sicherung des französischen HauShaltS nicht zu bewerkstelligen sei. Damals wurde man in Washington nicht müde, daraus hinzuweiten. daß Frankreich viel zu viel Geld für seine Rüstungen au-gebe und hab eS ge­fälligst erst einmal seinen Wehrerat einzuschrän- ke» habe. Damals war Lord Roben 6 e c i l der engl/che Vertreter in Dens, der wemg Svm- pachien für Frankreich hatte, der telbft über­zeug ter Pazifist war und der Frankreichs Ver­treter immer wieder auf die Notwendigkeit einet Verminderung der Landstreitkräfte hinwies. 3m übrigen herrschte zwilchen England und Frank­reich über die Frage der Seeabrüstung dauernder Streit. Aber die' französische Regierung ver­stand geschickt zu lavieren und Feit zu gewin­nen. Zwei Jahve später aber da hat 'ich die Situation von Gründ auf geändert!

J>aB französische Geld ist stabili­siert, der Staatshaushalt Franlrcichs ist au- eigener Kraft in schönste Orb.nmg gebracht opne jede amerikanische Hille! 3m französischen Staat-tresor und in der Bank von Frankreich liegen enorme Mengen von Devisen mehr ali 17 Milliarden Gvldsrank. Frankreich ist hinter Amerika heute wieder da- goldreichste Land der Welt. Frankreich bat ein Schuidenabkommen gar nicht nötig und es ist ihm pardon! fchnupve, WaS die Vereinigt.n Staaten sagen. Es hat Zeil, sehr viel Zeit, die Regelung der interalliierten Schulden abzuwarten. Außerdem bat die Pa- rFer Diplomatie nach dem Schreckschuß der See- abrüstungstonferenz ohne Frankreich g.schi<kt den richtigen Zeitpunkt auSgenutzt, um mit England em Marineabkommen zu schlichen, und

Graf Zeppelin" klar zum Aufstieg.

Da« deutsche Luftschiff, da- den Damen des Drafen Zeppelin ttägf. liegt ftartbereit in der Halle. Dur Stunden noch, fobalb günstige Winde ernteten, wird eS feinen ersten Flug beginnen und hvssentlich InS Glück dineinfayren Seit dem schwarzen £cg von Echtcrdingen. al- Zep­pelin den Beweis gebracht bitte, daß seine Theorie richtig sei und dann an einem unglück­lichen Zufall Icheitcrle. ist feine A beit ein Stück deutschen DationalgutS geworden, ist mit dem Sinn und der Seele de» deutschen Volkes verwachsen. Er war der erste, der den jahrtausende alten 3karus»Tiaum in die Wirt­lichkeit umsetzte. von Theoretikern und Prak» ttkern al- Phantast verlacht, hak er unbeirrt an seiner 3dee sestg eh alten und schließlich ge­siegt. De-Halb soll da- neue Schiis auch seinen Damen durch die g inxe Welt tragen. Den Probelahrten tn Deutschland werden größere Fahrten über Europa, nach Spanien, über daS Meer und nach Amerika lolgm. Sie tDcrtci dazu bcitr g.m, überall zu Aetg m, was deutsche- Denie und deutsch' Technik zu leisten vermag, sic werden neue Voraussetzungen für völker­verbindende Wege schaffen und dadurch be­weisen, wie Deutschland dem Frieden zu dienen bereit ist. Glück ab!

Heute erster Rlug geplant.

Friedrichshafen, 14. Sept (WB.) Wie bet Sonderberichterstatter des WIB. von der Leitung der Feppellniverke erfährt. Ist der<Bcflf3tPP<- l I n nunmehr ; nm Ausstieg klar, fn das, er morgen früh au» der Holle gezogen werden kann. 6» wird oller ding» betont das, die Winb- verhällviste sich nicht so gebessert Hoden, wie man e» etwa riet habe. Die endgültige Entscheidung über den Aufstieg konnte deshalb noch nicht heute abend gefällt sondern wird morgen früh getroffen wer­ben. Jedenfalls sind die Besatzung und sonstige» Personal für morgen früh sieden Ahr desiellt Wenn die Windverhältnisse e» gestatten, das, Luft­schiff ohne Gefahr au» der Halle zn holen, so bacf damit gerechnet werden, ba f, der Ausstieg etwa zwischen acht und zehn Ahr vor­mittags erfolgt.

Dr Eckener erklärte Vertretern der Presse über die erste Probefahrt des neuen Zep­pelins u. a.: .Da - Schiff t ft morgen I a b r M a r, und ich hoffe lebt. dab es möglich fein wird, die erste Probefahrt morgen vorzu­nehmen, zumal gegenwärtig ein, ganz außer­gewöhnlich günstiges Wctt.r für Probefahrten benscht. Die Aus übrbarkeit di ser Fihrt bang: lediglich ab von der Möglichkeit, daS Schics au» der Halle zu bringen. Die Halle i ft fo eng für das grobe Schiff, dab wir über bem Schiff nur einen Spielraum von 65 Zentimetern haben und an den Seiten nicht viel mehr. Der Platz hat in seiner Haupt­richtung nut eine Ausdehnung von zwei Schiis-- längen und ist rings umbaut. Sv formen wir nur mit g Öhler Vorsicht bei Windstille oder bei ganz l ichten Winden aus südwestlicher Rich- hmg das Schiff aus der Halle bringen. Es ist uns deshalb auch ganz unmöglich, einen be­stimmten Tag mit Eich.rheit vorher zu bestimmen. Glücklicherw.ise li g n die meteorologischem Der- stältnifte in Fried, ichshasen <d. Wh andere als südwestliche Winde leiten sind.

Außerdem legt Dr. Eckener Wert auf die Fest­stellung. das) die Verzögerung der ersten Probe- sahrt. die ursprünglich für die ersten September» tage in Au-sicht genommen war. feinen anderen Grund als die Schwierigkeiten bei der Herftell ung de- Betrieb-gase- hat. Don den vier Oclen der Gassabrik arbeiten nur zwei, und de-halb werden auch die ersten Fahr­ten mit Venzinantrieb gemacht, um das VetriebSgas für die groben Fahrten aufzu- sparen. Für die A m e r i k a f a h r t z. D. braucht da- Schiss 25 bi- 30 000 Kubikmeter DiS jetzt sind etwa 7000 Kubikmeter vorhanden. ES wird also wohl Anfang oder Mitte Oktober werden, btS die Amerikafohrt angetreten werden kann. Um den Zeitpunkt aber zu be­schleunigen. wird auch Gas von zwei Fabriken in Baden und Thüringen hrrbeigeholt tixV- Aus Gründen dieser Schwierigkeiten ist ja auch die Weltfahrt aufgegeben worden, denn

indem man den Engländern zur See einige Zugeständnisse machte sicherte man sich die bri­tische Unterstützung in der Frage des Land» Heeres. Gewi st. eS gibt keine Gebeimklauieln im englilch-sranzösilcyen Rüftu-igsabkommen: Dein. nein, die Uebercinhmft laut welcher sich England zur Unterstützung der fran­zösischen Thesen in der Frage der Rüstungen zu Lande verpflichtet, ist eme Sache für sich! Dieses für Frankreich höchst nützliche Abkommen wurde außerordentlich erleichtert durch die Demission von Lord Secil und durch die Wahl feine- Dachkokgrrs in Genf, des franzosenfreundlichsten englischen Po- littkers, des Lord Eushendun.

Der sranzösische Auhenmünster brauchte allo m der Frage der Abrüstung gegenüber Deutschland fein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen. Und leibst wenn er häric .Rücklicht' üben wollen, so hätte er doch keinerlei Kvnzessio-

sür sie Hütte schon Ende 3uni eine große Das» menge noch 3apan transportiert werden müssen.

Oer Lustverkehr Deutschland (Spanien Südamerika

Friedrich-Hasen. 14. Sept. «Vorn Son­derberichterstatter des WTD.) Wie b er bekannt wird, sind die Verhandlungen über den L u s t - verkehr nach Südamerila einen bedeu­tungsvollen Schritt vorwärlSgekommen. Diese Verhandlungen zwischen der Zeppelin-Gescll'chalt und den Vertretern der spanischen Regierung tn der Lustverkchr-gelellschasl Evlon, die leit 3obren schweben, haben jetzt dazu geführt, daß die spanische Geieltschast Hrrrera & Loring einer amedian schen Fabrik den Au trag -um | o I o r - tigen Bau einer Lustschisshalle bet Sevilla erteilt bat. Diese Halle wird zwei groben Zeppelinschi-sen Raum bieten und damit größer sein, als alle bisher best hmdcn Hallen. Sie wird au- Eisenbeton gebaut, die Tore wer­den Eisenkonstruktion sein. Außerdem wird neben der Halle eine Wasserstossga-sabrik ge­baut, mit der bereit- begonnen ist Dieser Auf­trag wird vornehmlich von deutschen Firmen au-gesührt. Auch eine Anlage zur Herstellung des neuen Triebgases soll noch b»nzu- kvmmen. um den Betriebsstoff zu liefern, mit dem die Motoren in Zutun t auöschljesjltch be­trieben werden sollen. Der Bau eine- Anker- mastes wird erfolgen, sobald sich die Erfah­rungen mit dem niebdgen Ankermast überbliken saften, der in Staaken errichtet wird. Aehnliche Anlagen feilen auf einem Platz 62 Kilometer von Buenos Aires gebaut werden. Damit wird Anfang des nächsten Jahres begonnen

werden. DaS ganze Projekt ist auf 10 bls 12 Millionen Peleten gclchi,it worden. Die Be­rechnungen Haden ergeben, daß tnelet Betrag bet einem regelmäßigen Üulhxnebr Span en Sud» amerika durchaus in abtebboret öei: zu amorti» fieren fein wird.

Don den technischen (kinrichtungcn des Lustschiffes.

Das Luftschiff enthält bei feiner ersten Fahrt 70 020 Kubikmeter T r a g g a s. Dic Sio Ibaui- ÄCden löiwcn jedoch dis zu -0 002 Ä ubdnie.ee Wafseistoffgas aufnehmen und gestatten fo ir kürzere Fahrten die Mitnahme cinec zien. ch großen Dutzladung. D.e Trlcbga-zellen. b.e etwas über 30 000 Kubikmeter Blauga- laufen können, enthalten für die ersten Zährten nur geringe Mengen Blaugas, fowcit c» eben zur Prüfung der Tnebga-zellen notwendig ilt. Die mrtrüf>tbare Betriel'Sstoffmenge beträgt bei dein neuen Luftschiff Inßaclamt 15000 K-vgramin Benzm und 30 000 Kubikmeter Triebga» Da diefe Triebgasmenge einer Denzinmenge von etwa 37 500 K logramm Benzin gaichlommt, eniptidrt die Leistung des m.t uh.baren Detr.e, s icf e- öer Leistmig von 52 500 Ä.Logramm Benzm 2L» Maslmalleistung der Motoren werden stündlich etwa 440 K logramm Benzin verbrauch!

Bei einer DurchfchnittSgeschwindlg» feit von 117 Kilometer pro Stunde be­trägt der Aktionsradius des (3d)i 1ci> e o rund 14 000 Kciometer Zum Vergleich fei an­geführt, daß die Onlfeniimg von Spanten na st Südamerika oder von England nach Indien je rund 10 000 Kilometer beträgt.

Frankreichs Forderungen in Genf.

Berlin, 14. Sept. (WTB.) Hebet die Be­sprechungen der Vertreter der sechs Mächte in Gens wird in der heutigen Dummer der Deut­schen Diplomatisch-Politilchen Korrespondenz" u. a. auSgcfübrt: .Dachdem von französischer Seite sehr bedauerlicherweise Sinzelheiten übet die vertraulichen Besprechungen in die Oefsentlich- feü gekommen sind, kann sestgestelli werden, daß dte französischen Wünsche aus eine Erweite­rung und einen Ausbau der im Locarno- Vertrag, d. h. im Dhcrnpakt, gefchalsenen Ot» ganilatlon erstrecken. Es handelt sich dabei um einen französischen Vorschlag zur

Schaffung einer Feststellung», und vetglelch»- fommlffion (Commisnon de constatation et de concihation), deren Charakter. ZufammTnfchung unb Befugnifte natürlich noch einer genauen Prüfung unterliegen muffen. Festzustellen ist aber fehl schon, daß eine solche Kommission nur In Frage kommt noch Vollzug bet Gesamt- räomung de» Kheinlande».

3n die Sinzolheiten dieses Proje.'ts ist nvch nicht einflctrctcn wviden, und es handelt sich für uns vorläufig darum, ob dieser Vorschlag überhaupt eine Plattform abgeben kann Dte französische Prefte, die übrigens den Gedanken der Gefami- räumung al» einer selbstverständlichen Kvnter- partie zu den französischen Wünschen bi-her tn feiner Weite Daum gegeben hat. bemüht sich, da- Prvjekt als eine Einrichtung darzutun. dte sich sinngemäß in dte Bestimmungen de- Artikel- 4 des Dheinpaftes emfügt. Dach bieen aber wür­den Beschwerdcsälle an den Dölkerbund-» rat gelangen, während der jetzige Vorschlag bitte Bestimmung eventuell au - schaktet. Die deutschen Gegenivrderungen werden sich neben der Grundbedingung der Gesamträu­mung aus die Dauer der Wirfsamfeit einer solchen Kommission, auf ihre Zusammen­setzung und ihre Befugnisse, ferner auf Ne Frage der beiderseitigen Gci

zu erstrecken haben, für deren Bereich etwaige Beschwerden an diese Kvmmis'ion zu leiten wären.

Der zweite Komplex der bei den Besprechungen aufgetauchten Borfchlage bezieht sich auf die Ein­setzung eine»

Ausschüsse» finanzieller Sachverständiger zur Prüfung der Reparoflonsfragt im Rahmen de» Dawesplanrs.

Hiergegen dürsten materielle Bedenken nicht be­stehen, zumal auf eine Verknüpfung der Frage

und derjenigen der Rheinlandräumung von der Gegenseite verzichtet wird. Iedenfoll» !ft gegenüber den ausländischen Presieaußecungfn die latfachf festzuhallen, daß bei der notwendigen Prüfi.ng neben den oben erwähnten selbstverständlichen Vw- aursetzungen dte Feststellung eine wichtige Rolle spielt, wie sich In bezug auf die Feststellung der Kompetenzen der Feststellung», und Bergleichskom- Mission überhaupt eine voll komme ne Pari» t ä t Herstellen ließe

Besuche des Reichskanzlers.

Genf, 14. Sept. (W D.) Reichslanzl'r Müller stattete heute vormittag dem pol­nischen Außenminister Zaleski emen Ge­genbesuch ab unb folgte sodann einer Ein­ladung des Direkto.s des 3ntemattonalcn Ar­beitsamtes Albert Thomas, bet dem er Ge­legenheit zu einer Begegnung mit Bernbaid Shaw und zu einer längeren älntfl-hallung mit dem llchechv-slowa1 i'chc-n Außenmir.ister Be­ne s ch ^itte. RachmitlagS empfing d r 'Xnj.i- kanzler den lettländilchen Außeniiiiniste. Pa» l o d i s. den rumänischen Gesandten in Berlin Evmnen und daS Mitglied bet nono gdaxn Del gation Fritjof Da nie n Abends nahm der Reichskanzler auf ttinfabu -g bei Präsiden le r der Dolle: bundsvedommlurg. des nortr-eoischeu Gesandten tn Berlin Zahle, an d-m all,ü r- lich vom Präsidenten zu Ehren der Mcg JtonS- sührer gegebenen Esten teil

Oeuische Vorschläge in Vorbereitung?

Berlin, 15. Sept. (Priv.-Tel. des WIB ) Zu der auf heute onberäumten Sitzung b e Reichskabinett» bemerkt dieBoffifdye Ztg." Cs ist nicht anzunehmen, daß da» Reichskabinett lediglich )u|ammrnberufen worden ist, um über den Verlauf der Genfer Befprechungen über die Räumung»sorderung unterrichtet zu werden. Man vermutet, daß der Reichskanzler Iich in Genf nicht darauf beschränken tmU, bie Bor- Ichläge Brionbs anzuhören unb zu ihnen Stellung zu nehmen, fonbem baß er nun seinerseits in der auf Sonntag anberaumten Sechsmächtekonfe­renz Vorschläge machen will, für bie er sich die Zustimmung de» f a m 11 a b i n 111 s »u

nen m dieser Frage machen können, ohne sich der Gefahr ruszusetzen, von P o i n c a r - Lügen geftrost zu werden Urb?rM*S Härle er einen von oornh^rrin verlorenen, vvltez aussichtslosen Kampf oegen bie allmächttzcn franzöftf chen Mi- llt ä r f rei f e führen muffen Unb so hat Briand in der Rede des Reichskanzlers einen von feinen 6tan6punft ausgcz.ichneren Vorwand gefunden, sich ixn S.nne der sranzöfifchen Hatto» naliften zu rehabilitieren, leine Ctellurg zu sichern und Frankreich zu zeiaen, daß er es in einer fo wichtigen 5rage wie der der Abrüstung durchaus verstehe, dte französischen 3nterren zu verteidigen und Deutschländ gegenüber den rechten Ton anzutchlagen. Driano konnte dies jetzt tun. ohne ein ungünstige- Echo In den Ver­einigten Staaten oder in England zu fürchten. Und er tat es. Paul-Dvncour wiederum durste nach der Driand-Dede in der bniten Äommiffton eine Geste machen, indem er erklärte.

daß dte französische Regierung mit der deutschen in t«r unverzüglichen Einberufung der dd-5:» reitenden AbrüstungSkvmnnssivn t intg te.. und daß man einer teilweisen Abrüstung in UÜber­einstimmung mit dem oereiifl err ichten Grade der Sicherst ii (Abrüstung Deutschlands. Cixamo) c^rg^Icngehe. Mit anderen Worten, Paul- Boncour nahm xum großen Edtauven des Dreien Bernstorfs dte deutsche These anl 5ür Frankreich spielt baS ja keine Dolle n»ehr. denn es hat mm die Sicherhen daß sich letzten Endes in dieser Frage der sranzolischr Stand­punkt durchsetzen wird. Paul-Bovcour kotmte bu.-'e Deste auch um so leichter machen, da man wcist, M) Lord Tushendun sich der Festsetzung eines Datum» für die Einberufung der vvr» bereitenden Kommission widersetzen würde, cntspvcchend dem Wunsche der englischen Re­gierung. dte ganze Frage der Abrüstung bis nach den britischen Wahlen zu vertagen.