Ausgabe 
14.11.1928
 
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fische Armee In Berlin nnb jedes deulsche Industriezentrum von ihr besetzt sein.

DieS ist die Lage, nachdem wir versprochen haben, unsere Rüstungen auf das niedrigste Maß herab-usetzen, das mit unserer Sicherheit ver­träglich ist. WaS für ein Schwindel! Zehn Jahre, nachdem mir d ieseS feierliche Versprechen gegeben haben, haben wir Frankreich zugesagt, daß es sein riefigeS Heer nicht zu vermindern braucht, daß sogar 7/s dieses Heeres in der Abrüstungs- kvmmission gar nicht erörtert werden sollen. Lloyd George verwies weiter auf die anscheinend unbeachtet gebliebene Erklärung Mussolinis, daß die italienische Regierung jeder Einschränttrng ihrer Rüstungen zustimmen werde, vorausgesetzt, daß keine andere Macht größere Rüstungen betreibe, und drückte sein Bedauern darüber aus, daß die Svwjetvorschläge zur Abrüstung nur w i e ein schlechter Witz behandelt worden seien. So oft eS in Europa eine vorherrschende Militärmacht gegeben hat, hat sie ihre Heber- legenheit zuletzt immer zum Unheil für ihre Rachbarn gebraucht. Abrüstung ist die einzige Garantie der Sicherheit.

Premierminister Baldwin

erwiderte: Das englisch-französische Kompromiß war nichts weiter als ein vollkommen offener und ehrlicher Versuch, über den toten Punkt in ®enf hinüberzukommen, der die ganze Sache der Abrüstung gefährdete. In der Frage der Armeereserven hatten wir gewünscht, die Länder mit allgemeiner Dienstpflicht zu unserem Standpunkt zu bekehren. Es sind keine Anzeichen dafür vorhanden, daß uns dies gelingen wird. Frankreich betrachtet die allgemeine Dienstpflicht als wesentlichen Teil der Demokratie. In der Rheinlandfrage ist die brittsche Haltung immer dist gleiche gewesen, und wir wünschen, daß das Rheinland geräumt werde, aber wir kön­nen die Räumung nicht erzwingen. Eine Zurückziehung der britischen Truppen allein würde die Schwierigkeiten vielleicht noch vermeh­ren. Aber ich glaube, es besteht eine wirkliche Hoffnung darauf, daß diese Frage in nicht all­zulanger Zeit geregelt wird. Die Räumung ist nach Ansicht gewiffer Signatarmächte eng ver­bunden mit der Reparationsrege­lung. In diesem Geiste und mit dem Wunsche nach einer solchen Regelung sind Besprechungen eröffnet worden, und ich hoffe, daß sie zu einer Regelung führen werden, die die letzten störenden Äeberbleibfel der Kriegszeit, die Räumung des Rheinlondes, liquidiert.

Macdonald

erklärte, er vermis s eine deutliche Antwort aus die Frage, ob noch irgend etwas von dem eng» lisch-franzö'ischen Kompromiß Gültigkeit habe. Was habe Briand mit den Worten ge­meint:Ob das Abkommen erfolgreich ist oder nicht, es wird für uns beide eine Verpflich­tung fortbestehen, das gleiche Ziel auf einem anderen Wege zu verfolgend Der erste Lord der Admiralität, Bridgeman, der namens der Regierung die Debatte abschloß, sagte u. a.: Bezüglich der militärischen Reserven ist die Haltung der Regierung die gleiche, wie sie 1927 von Lord Cecil in Genf dargestellt wurde. Die Antwort auf die Frage, ob das englisch- franxösische Abkommen jetzt noch Gülti^k.it habe, ergibt sich aus dem, was seinerzeit der amerika­nischen Regierung mitgettilt wurde, daß es näm­lich unmog ich sein werde, die Vereinbarung auf­rechtzuerhalten, wenn sie nicht für alle fünf großen Seemächte annehmbar sei. Da eine Vereinbarung zwischen dm fünf Seemächten nicht erzielt worden ist. müssen wir von neuem an­fangen. Die angeführten Bemerkungen B r i a n d s scheinen hier vollkommen klar zu sein. Jeder ver­ständige Mensch wird aus diesen Punkten heraus- lesen, daß wir im Falle der Richiannahme jener Vorschläge irgendeine andere Methode finden müssen, um die Abrüstungskommission vor einem Scheitern zu bewahren. Es besteht keiner­lei Sfklusiv-Geheimabkommen zwi­schen England und Frankreich.

Amerika und die Sowjetunion.

Wird Rußland anerkannt?

Washington, 13. Rvv. (WTB.)Daily Rews" bezeichnet es als außerordentlich be­merkenswert, daß im Augenblick, wo Hoover sich für seine Südamerika-Reise rüstet, um den Löwenanteil des dorttgen Außenhandels nach den Vereinigten Staaten zu lenken, sein intimer Freund Charles D e w e y, bis vor kurzem Abteilungsdivektor im Schatzamt, jetzt Finanz­berater Polens, leise und inoffiziell nach Mos­kau fährt. Dies sei um so lixtereff<inter, als bekanntlich die Frage der Anerkennung Rußlands ernstlich erwogen werde. Äufgabe Deweys sei es, eine genaue Untersuchung der Lage In Rußland vorzunehmen, insbesondere die Stabilität des Sowjetregimes, die Möglichkeiten fremder Kapitalanlagen, sowie Rußlands Einstellung zur Frage der Schuldenregelung sowie zu der bisher hier so gefürchteten Frage der kommunistischen Pro­paganda im Ausland zu studieren. Die Her­stellung diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland werde je nach Rußlands gegenwärttgem Verhalten innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen oder sich noch sehr lange hmauszögern, denn eine Aenderung der bisherigen amerikanischen Außenpolitik sei unter Hoover nicht zu erwarten, und Hoover werde wahrscheinlich nicht vier, sondern acht Jahre den Präsidentenstuhl inne haben. Der kürzlich gegebene Millionenkredit der General Electric Co. an die russische Regierung zeige deut­lich, wie hier der Wind wehe.

Das Volksbegehren des Stahlhelms.

Der Zeitpunkt noch unbestimmt.

Magdeburg, 13-Nov. (WB.) Der Stahlhelm feierte am Dienstagabend in Magdeburg, fei­ner Gründungsstadt, sein zehnjähriges Bestehen. Der erste Dundesführer, Seldte, erklärte: Das jetzt zu erwartende Volksbegehren sei nur der Auftakt zu weiteren Begehren, die der Scahthecrn im Lau.e der nächsten ^cchre bringen werde. Der Entwurf des Volksbegehrens, der in kurzer Zeit dem Reichsinnenminister zugestellt werden solle, sei fertig. Sein Inhalt umfasse zwei Punkte: Der § 54 der Reichsverfassung, der das Arbeiten der Minister abhängig macht von dem Vertrauen des Parla-

Die Katastrophe -erVestris".

Biele Stunden im Kampf mit den Wellen. - Oie Rettung der Boote.

Re «York, 13. Rov. (1DIB.) Der Dampfer American S h i p p c r, der das erste Rel- tlwgsbool derDeffrie anfgefnnden und geborgen Hal, teilt in einem neuen Jnntfprud) mit, daß alle Rettungsboote derBeftri» mit Ausnahme eines Rettungsfloßes und möglicherweise eines oder zweier sonstiger Boote geborgen sind.

Rach Funkmeldungen von den Rettungsschiffen sind bisher insgesamt 203 Schiffbrüchige des gefun- fenen Dampfers gerettet worden, der 350 Personen an Bord hatte. 21 von ihnen wurden von dem LloyddampferBerlin" aufgenommen. Berlin" hat auch ein leeres Rettungsboot der Vestris" aufgefischt. Es ist noch nicht festgestellt, ob das Rettungsboot befehl war und die Insassen ertrunken sind, oder ob es unbesetzt durch die Dellen von dervestris" weggespült wurde. Das Schlacht- schiffWyoming" meldet, daß es die von Trüm­mern bedeckte See an der Unglücksstelle gekreuzt habe und fünf Personen aufgenommen habe. Die Berlin" hat einen mit einem Rettungsgürtel trei­benden Mann derVestris" gerettet, der erklärte, daß er eine Frau mit Sind auf dem Meere treibend beobachtet habe. Ein weiterer Funkspruch teilt mit. daß dieWyoming" mit dem FrachtdampferAmerican Shipper" in Verbindung tehe und daß ein Rettungsfloß derVestris" zwischen beiden Dampfern treibe. Das Rettungsfloß wurde aufgefischt. An Bord des Flohes befand sich nur noch einlot er, der anscheinend der Kälte erlegen ist.

Roch 117 Personen werden vermißt.

Neuyork, 13. Rov. (WB.) Rach den letzten, etwa um 17 Uhr amerikanischer Zeit eingegangenen Meldungen beträgt die Zahl der geborgenen Ueberlebenden der Katastrophe derVestris" 222, während 117 Personen noch vermißt werden, von den (Bereiteten befinden sich 128 an Bord des DampfersAmerican Shipper", 63 auf derMaryland", 23 auf derBerlin", acht auf der Wyoming". Angesichts der Meldungen über das in dec Gegend der Unglücksftelle herrschende rauhe Welter beginnt d i e Hoffnung auf Ret­tung der vermißten zu schwinden, lieber die schrecklichen Erlebnisse der Ueberlebenden, die einen Tag und eine Rächt lang in den Rettungsbooten ver­bringen mußten, ober sich an Holzstücke klammernd von der bewegten See umhergetrieben wurden, sind bisher nur kurze Berichte durchgedrungen, da die Funkeinrichtungen ausschließlich dem Rettungswerke bienten. Der in der Passagierlifte de» gesunkenen Schifse» erwähnte Reichsdeutsche Hermann Rückert ist gerettet worden. Lr befindet sich an Bord de,American Shipper". E» handele sich um einen Vertreter der Leipziger Papierfirma Karl Krause.

Der an Bord des SchlachtschiffesWyoming" befindliche Vizeadmiral Taylor funkte einen Bericht des Ersten Offizier» des DampfersAme­rican Shipper", wonach insgesamt acht Ret­tungsboote und ein provisorisches Rettungsfloß dievestris" verliehen. Von diesen Rettungsbooten kippte eins um. von den ins

Wasser gefallenen Insassen wurden einige aufge­fischt. Inzwischen wurde eine Anzahl herumschwim­mender Leichen gesichtet, wodurch die Befürchtung bestätigt wird, dah viele Personen umge­kommen sind. Das Rektungssloß brach offenbar infolge der schweren See auseinander. Lin Ret­tungsboot fenterte gestern abend um 6 Uhr, und die Insassen trieben seitdem umher. Das TUarine- amt hat dem SchlachtschiffWyoming" den Befehl erteilt, an der Unglücks stelle zu bleiben, um die Suche nach den Ueberlebenden und Leichen fortzusehen.

Oie Rettungsarbeit desAmerican Shipper".

Reu York, 14. Rov. (WTB.-Funkspruch) In einem hier aufgefangenen Funkspruch berichtet Kapitän Cummings vomAmerican Ship­per" über die Rettungsarbeiten der »Vestris": Wir kamen um 10.30 Llhr abends an der von derVestris" angegebenen Stelle an und be­gannen die S u che. Wir kreuzten bis un­gefähr 3.40 Llhr morgens, als das erste Feuerzeichen gesichtet wurde. Llm 4 Llhr 5 Minuten war das erste Rettungsboot längsseits genommen. Wir bargen im ganzen fünf Boote mit vollständiger Besatzung, ilm 7.30 Uljr bemerkten wir bei der Fahrt durch die mit Wrackstücken übersäten Wogen einen Mann und eine Frau. Wir setzten ein Doot aus und nahmen die beiden, die sich 18 Stunden im Wasser aufgehalten hatten, auf. Wir fuhren kreuz urrd quer über die An­fallstelle und suchten bis zur Mittagsstunde nach weiteren 11 eberl-eben den. Dann setzten wir die Fahrt nach Reuyork fort, nachdem sich mehrere andere Schiffe am Schauplatz der Katastrophe eingefunden hatten."

LloyddampferBerlin" unterwegs nach Aeuyork.

Reuyork, 13. Rov. (WTB.) Lloyddampfer D e r l i n hat heute mittag die Stelle des Unterganges derVestris" verlassen und die Reise nach Reuyork wieder ausgenommen. Er dürfte etwa um Mitternacht amerikanischer Zeit an der Quarantänestatton im Reuh orker Hafen eintreffen. WieBerlin" fünfentefe- gravhisch mitteilt ist es ihm gelungen, nachdem er bereits 22 Lleoerlebende des Schiffbruches der Vestris" gerettet hatte, noch in letzter Stunde einen gewissen Carl Schmidt aus Chikago zu bergen, der 22 Stunden im Wasser umhergetrieben war. Rach Mitteilung der Dchiffsleitung befinden sich alle Geretteten ver« hälttttsmäßig wohl. Riemand ist verletzt worden. DaS Wasser in der Rähe der älnglücksstelle ist noch immer mit Wrackstücken besät. Es herrscht starker Rordwind mit Böen und rauher See.

Die Ursache der Katastrophe.

Reuyork, 13. Rov. (WB.) wie gemeldet wird, teilte der Kapitän dervestris" der Lamport-Holt- Line mit, der Untergang de» Schiffe» sei auf eine Verschiebung der Ladung zurückzuführen. Dav einströmende Wasser habe es der Mannschaft unmöglich gemacht, im Schiffsraum zu arbeiten, um durch Umladen das Schiff wieder in» Gleichgewicht zu bringen.

mente6, müsse fallen. Der Reichskanzler und die Minister sollten nur dem Reichspräsi­denten, der sie berufen hat, verantwortlich für ihr Tun und Lassen sein. Der zweite Punkt be­sagt, daß im § 37 der Reichs Verfassung, der den Abgeordneten die Immunität zusichert, ein Absatz hinzugefügt werden soll, wonach Abgeord­nete, die Landesverrat ooer Straftaten, die als Verbrechen bezeichnet werden müssen, begangen hätten, der Immunität verlustig gehen soll­ten. Dieser Entwurf des Begehrens läge zur Zeit dem Reichsausschuh des Stahlhelms zur Be­gutachtung vor. Dieser werde mit dem Begehren herauskommen, wann er es für richtig halte.

Bergemanns Vermittlung.

Beide Parteien zu gemeinsamen Verhandlungen bereit.

D ü s s e l d o r f, 13. Roo. (WTV.) Die Arbeit- g e b e r der Rordweslgruppe haben in der Vorbe­sprechung beim Regierungspräsidenten Bergemann (Düsseldorf) ihre grundsätzliche Verhandlungsbereit­schaft erklärt. Auch die Vertreter der Arbettuehrner- organifationen haben in der Vorverhandlung ihrer­seits die grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft er­klärt. Regierungspräsident Bergemann will nun­mehr die beiden Parteien zu einer gemeinsamen Be­sprechung laden. Der Termin für die vorgesehenen gemein sa men Einigungsoerhandlungen wird Mittwoch vormittag festgesetzt werden. Eine Eini­gung der beiden Kontrahenten kann nicht eher er­folgen, da noch verschiedene Vorfragen zu klären sind.

Die Unterstützung der ausgesperrten Metallarbeiter.

Duisburg, 13. Nov. (WTB.) Der Finanzaus' schuß der Stadt Duisburg beschäftigte sich mit der Frage der Unterstützung der durch die Aussperrung in der nordwestlichen Gruppe er­werbslos geworden en Metallarbeiter und fetzte die wöchentlich notwendige Unter- ftühungsfumme auf 250 000 Mark fest. Der Ausschuß schlug vor, diese notwendigen Gelder a u f deni Anleihewege zu beschaffen. Den Ausge­sperrten werden außer Geld auch Naturalien ge­währt werden. Ferner ist beabsichttgt, ihnen die Hauszinssteuer zu stunden. Auch die anderen Städte des Aussperrungsgebietes haben beträchtliche Sum­men zur Unterstützung der ausgesperrten Metall- arbeitet bereitgestellt.

Me Auswirkungen aus die Reichsbahn.

Essen, 13. Nov. (WB.) Abgesehe- von der ver­minderten Personenbeförderung durch die Reichsbahn leidet der Güterverkehr durch die teilweise ober gänzliche Stillegung großer Werke

außerordentlich. Bon den 1600 Güterzügen, die sonst täglich laufen, fallen jetzt 2 00, also 12,5 o. $)., aus. Der Versand von den sog. Hüttenstationen, von denen vorwiegend Produkte der Hütten- und Eisen- werke abtransportiert werden, ist um 50 bis 75 o. H. zurückgegangen. Die Großraumgüterzüge mit den modernen 5060-Tonnen-Wagen sind zuerst ausgeschaltet worden. Auch die übrigen Wagentrans­porte haben um 15 v. H. abgenommen, da auf allen Gebieten angesichts der ernsten Lage E i n s ch r ä n - Zungen vorgenommen werden. Die Geschäftsreisen- den arbeiten jetzt zum großen Teil vergeblich. Der Gesamtrückgang im Versand beläuft sich im ganzen hiesigen Bezirk auf 18 bis 20 v. H.

Die Reform des Schlichtungswesens.

Berlin, 13. Rov. (VDZ.) Die Reichstags- raktion der Deutschen Dolkspartei ve- chloß, einen besonderen Ausschuß einzufetzen, der ich mit der Frage der Reform des Schlich­tungswesen beschäftigen und bestimmte Anträge ausarbeiten soll, die die Wiederherstel­lung des Derantwortlichkeitsge- fühls der beiden Parteien bezwnken, das Schwergewicht in die Einigung legen und die stärkere Berücksichtigung der wirt­schaftlichen Momente bei den Schlich­tungsverhandlungen zum Ziele haben. Zum Vor­sitzenden des Ausschul.es wurde der Abg. Pro­fessor Dr. Moldenhauer gewählt.

Beginn der winterlichen Arbeitslosigkeit

Berlin, 13. Nov. (WTB.) In der Statistik der unterstützten Arbeitslosen tritt jetzt der Beginn der winterlichen Arbeitslosigkeit bereits deutlich hervor. In der Zeit vom 15. bis 31. Oktober ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeits­losenversicherung von rund 593 600 auf 671 000 g e ft i e g e n, ö. i. um 13 o. H. Die Zunahme ist bei den männlichen Hauptunterstützungsempfängern mit 16 v. H. bedeutend stärker als bei den weiblichen (4,3 v. H.), die in der Berichtszeit zum ersten Male seit Ende Juni eine Steigerung zu verzeichnen haben.

Aus aller Wett.

Wirbelsturmkalastrophe in Argentinien.

Rach einem Funtfpruch aus Buenos Aires wurde die Gegend von v l 11 a M a r i a von einem Wirbel­sturm heimgefuchl, der großen Schaden anrlch- lete und auch zahlreiche Opfer an Men­schenleben forderte. Die ersten Meldungen spre­chen von 41 Toten und 150 verletzten.

Der Aetnaausbruch .m Erlöschen?

Rach einem Bericht des Instituts für Vulkans- logie ist bei einer Besichtigung des Eruptions­gebietes festgestellt worden, daß eine bettächt- liche Senkung des Kraterniveaus etn-

getreten ist. Auch die Vorwärtsbewegung bet Lavaströme hat sich merklich verlangsamt. Ge­genwärtig scheint die Gefahr vorüber zu sein und man rechnet damit, daß die Ausbruchs­tätigkeit binnen kurzem ihr endgültiges Ende er­reicht. Der nach Dunziata fließende Lavastrom bewegt sich nicht mehr. Der andere Strom rückt allerdings noch mit einer Geschwindigkeit von sieben Meter in der Stunde nach Carrabba vor und bedroht die Straße, über die der Reisever­kehr der Eisenbahn CataniaMessina übergelei­tet wird.

Dreitägige Sturmfahrt derQBauretania*.

Der soeben in Plymouth eingetroffene brttische SchnelldampferW a u r e t a n t a berichtet, daß toäfjrenö dreitägiger schwerer Stürme im ganzen ungefähr 20 Passagiere leichter verletzt wurden.

Feuersbrunst In CaConma.

In La Coruna (Spanien) ist in einer Möbel- f a b r i k eine heftige Feuersbrunst auS- gebrochen, die auf ein Kinder- und Al­tersheim, in dem etwa 200 Kinder und 100 Greise untergebracht sind, übergegriffen hat.

Schwerer Bauunfall.

In dem Rheine (Wests.) benachbarten Aeuen- ttrchen ereignete sich bei Reparaturarbetten am Dach der vor mehreren Wochen durch Brand ge­schädigten Pfarrkirche ein schwerer Unfall. Ein Dachdeckergeselle war mit dem Transport einer schweren Rolle Dachpappe beschäftigt. Als er auf dem Dach des Chors die letzte Sprosse der Leiter bestieg, brach diese, und der Geselle fiel auf das Dach deS Seitenschiffes, wo er schwer verletzt liegen blieb. Bei dem Stur­riß er einen Kollegen und einen 15jährigen Dach­deckerlehrling mit. Während der Kollege sich im letzten Augenblick noch retten konnte, stürzte der Lehrling in die Tiefe und blieb mit schweren lebensgefährlichen Verletzungen liegen. Sein Zu­stand ist hoffnungslos.

Venvenulo Hauptmann» Ehe für nichtig erklärt.

Dor dem Landgericht Berlin I wurde die Ehe des Dr. Benvenuto Hauptmann mit der früheren Prinzeß in Elisabeth von Schaumburg-Lippe für nichtig erklärt.

Raubüberfall auf einen Postbeamten.

Dienstagabend wurde ein Postbeamter, der im Begriff war, mtt der Straßenbahn die Post vom Bahnhof Duer-Resse nach dem Bahnhof Herten zu bringen, von -wer mas­kierten Männern überfallen. Ein Räuber bedrohte ihn mtt der Pistole, der andere entriß ihm den Postsack. Die sofort alarmierte Polizei konnte die Täter mcht mehr fassen. In dem Post­sack befand sich sehr wertvolle Post, da in Resse Lohntcm war und mr Postamt viele und zrenrlch hohe Beträge eing^ahlt worden sind.

Schwere Bluttat eine» Betrunkenen.

In E i l bei Köln überfiel ein sinnlos 6 e trunkener Bursche aus Bergisch-Gladbach einen Radfahrer, den er beschuldigte, sein Fahrrad gestohlen zu haben. Der Betrunkene versetzte dem Radfahrer einen Stich, der diesen tötete. Der Täter entfloh darauf und verletzte auf der Flucht einen weiteren Radfahrer lebensgefährlich.

Wildwest In Montevideo.

In Montevideo drangen vier bewaffnete Ban­diten in den Laden eines Geldwechslers im Zentrum der Stadt ein und schossen den Besitzer nieder. Rachdem sie alles ver­fügbare Bargeld an sich genommen hatten, be­stiegen sie ebn Auto, dessen Chauffeur sie eben­falls niederschossen. Einer der vier lenkte den Wagen, während die anderen drei wild um sich schossen. Zwei Personen wurden durch die Kugeln der Banditen getötet und fünf verwundet. Di« Verfolgung war ergebnislos.

Oie Wetterlage.

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Dienstag, d. 13. HoVD.^S.T* aDds.

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Wettervoraussage.

Die Druckverteelung zeigt hinsichtlich ihrer Lage nur wenig Aenderung, wenn auch das nördliche Tief sch weiter auffüllt und zu Barvmeter- anstieg führt. Immer noch gelangen ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent, die Bewölkung mit sch führen und gelegentlich, aber nur ganz vereinzelt, zu lech'.en Riederschlägen Anlaß geben.

Wettervorhersage für Donners­tag: Wech e.nd wel i eZ Wetter, vorüb:rgehend Aufheiterung, wenig Aend:rung der Tempera­turen, nur vereinzelt geringe Rirdersch äge.

Witterungsa ussich en für Freitag: Fortdauer des herrschenden Wttterungscha.akters.

Lufttemperaturen am 13. November, mittags 11,3 Grad Celsius, abends 8,8 Grad Celsius: am 14. Nov.: morgens 8,7 Grad Celsius. Maximum 11,8 Grad Celsius, Minimum 8 r Grad Celsius. Erdtempera­turen am 13. November: abends 6,7 Grad Celsius; am 14. November: morgens 7,2 Grad Celsius.